James Clark Ross

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Dieser Artikel behandelt den englischen Entdecker und Seefahrer. Für das nach ihm benannte Forschungsschiff sieheNoosfera (Schiff).
James Clark Ross, von John R. Wildman, 1833–34, National Maritime Museum, London

SirJames Clark Ross (*15. April1800 inLondon; †3. April1862 beiAylesbury) war einbritischerEntdecker undSeefahrer. Er fand bei einer Expedition in die kanadische Arktis den nördlichen Magnetpol und erforschte bei der nach ihmbenannten Expedition in die Antarktis das nach ihm benannteRossmeer.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

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Mount Erebus und Mount Terror

Als Sohn eines wohlhabenden Geschäftsmannes geboren, meldete er sich bereits im Alter von 12 Jahren freiwillig zum Dienst in derRoyal Navy, wohl beeinflusst von der Teilnahme seines OnkelsJohn Ross, der zu diesem Zeitpunkt als junger Marineoffizier an denNapoleonischen Kriegen teilnahm. Unter dem förderlichen Einfluss seines Onkels wurde er bald alsMidshipman undMaat eingesetzt, und als dieser schließlich 1818 das Kommando über eineExpedition zur Suche nach derNordwestpassage und Erkundung der arktischen See erteilt bekam, nahm James als Midshipman daran teil. Auch nachdem deren Erfolg wegen einer Fehleinschätzung seines Onkels – er hielt denLancastersund für eine Bucht – stark eingeschränkt geblieben war, nahm James 1819–1825 an mehreren weiteren Polarexpeditionen unter der Führung von dessen zweitem OffizierWilliam Edward Parry teil. Dabei konnte er sich durch Tüchtigkeit und besonders durch selbstständige Durchführung wissenschaftlicher Untersuchungen und Schlittenerkundungen einen Namen machen und wichtige Erkenntnisse zum Forschen und Überleben in den Polarregionen gewinnen. Er wurde für seine Leistungen zumLieutenant befördert und lernte dort auch seinen langjährigen Freund und VertrautenFrancis Crozier kennen.

Nach dem Sommer 1826, den er zum ersten Mal seit sieben Jahren südlich des nördlichenPolarkreises verbracht hatte, nahm er 1827 an einer weiteren erfolglosen Expedition unter Parry teil, die sich stark auf die damals populäreTheorie vom eisfreien Nordpolarmeer stützte und das Ziel hatte, mit auf Schlitten übers Eis gezogenen Booten vonSpitzbergen aus zumgeographischen Nordpol zu gelangen. Die Expedition erreichte übers Eis eine Position nördlich des 82.Breitengrades, was einen etwa fünfzig Jahre lang bestehenden Rekord darstellte, musste sich dann aber wegen des ständig nach Süden abdriftenden Eises und angesichts des Ausbleibens des erwarteten schiffbaren Ozeans geschlagen geben. Ross wurde bei seiner Rückkehr zumCommander befördert.

1829 begleitete er seinen OnkelJohn Ross auf dessen zweiter, diesmal eigenfinanzierter Fahrt zumNordpol, während der er am 1. Juni 1831 den damals auf derBoothia-Halbinsel liegenden nördlichenMagnetpol fand. Die Expedition saß vier Jahre lang vom Eis eingeschlossen fest, und Ross gewann weitere wertvolle Erkenntnisse zum Überleben in diesen Breitengraden, insbesondere über die Ernährung der Inuit. Nach seiner Rückkehr 1834 wurde er zumPost-Captain ernannt.

Als im Jahre 1835 besorgniserregende Berichte über eine Anzahl vom Eis in derDavisstraße eingeschlossener Walfangboote bei der Admiralität eintrafen, wurde Ross mit der Organisation der Rettungsexpedition betraut, die im Frühjahr 1836 in See stach. Die Walfänger konnten gerettet werden; dies jedoch war nicht John Ross’ Verdienst, denn bei dessen Ankunft in der Davisstraße hatten sich die Walfänger bereits selbst befreit.[1]

Antarktis

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Expeditionen 1840/41 und 1841/43
Hauptartikel:Ross-Expedition

Ross unternahm am 29. September 1839 mit den SchiffenErebus undTerror, zwei umgebautenBombarden, eine Expedition zumSüdpol. Als zweithöchsten Offizier der Expedition und Kommandeur derTerror wählte er seinen FreundFrancis Crozier.

Ross entdeckte am 11. Januar 1841 unter 71° 15′ südlicher Breite ein Land mit hohen Schneegebirgen, dem er den NamenSüd-Victorialand gab. Er benannte auf einer davor liegenden Insel (Ross-Insel) zwei Vulkane nach seinen Schiffen (Mount Erebus undMount Terror), was angesichts Tatsache, dass einige der Schwesterschiffe derErebus undTerror nach Vulkanen benannt waren, eine nicht von der Hand zu weisende Ironie darstellt. Am 2. Februar drang er bis zu 78° 10′ südlicher Breite vor, dem für lange Zeit südlichsten von einem Menschen erreichten Punkt. Hier musste er vor einer riesigen Eiswand umkehren. Anfang März wandte sich Ross nach Norden zurück und kam am 4. April 1841 wieder inTasmanien an. Im November segelte die Expedition überNeuseeland erneut in den antarktischen Bereich, traf aber auf eine so hohe Eisschranke, dass sie nicht so weit wie im Jahr zuvor vordringen konnte. Er segelte daraufhin zu denFalklandinseln. Von hier aus startete er am 17. Dezember 1842 zu einem dritten Anlauf zum Südpol. Er war der Überzeugung, dass sich hinter der großen Eisschranke ein riesiges Festland befinden musste.

Ross wandte sich nun nach England zurück und kam dort am 4. September 1843 an. Am 13. März 1844 erhielt er die Ritterwürde einesKnight Bachelor.[2]

Die herausragende Leistung dieser vierjährigen Forschungs- und Entdeckungsreise bestand darin, dass es der Ross-Expedition gelang, mit ihren Segelschiffen den Packeisgürtel des südlichen Polarmeeres zu durchbrechen. Ross hatte von der Reise des englischenWalfängersJohn Balleny die Information erhalten, dass dieser am 170. östlichen Längengrad bis auf 69° südlicher Breite vorgestoßen war und dort freies Wasser vorgefunden hatte.[3] Es gelang der Ross Expedition am 9. Januar 1841, den Packeisgürtel in Richtung Süden zu verlassen.

Suche nach Franklin

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1848 sollte Ross mit den SchiffenEnterprise undInvestigator die verscholleneFranklin-Expedition aufsuchen, mit der ihn persönlich unter anderem die Erinnerung an seinen Freund Crozier und die Mannschaft der SchiffeErebus undTerror verband. Er überwinterte in Leopoldshafen und organisierte im Frühjahr 1849 mehrere Schlittenfahrten, deren wichtigste unter der persönlichen Leitung von Ross die nördliche und westliche Küste vonSomerset Island (Kanada) bis 72° 38' nördlicher Breite aufsuchte. Wegen hohen Eisgangs musste er sich auf den Heimweg machen und erreichte am 27. September 1849 dieOrkneys.

Ross wurde am 1. Dezember 1856 zumRear-Admiral befördert. Er starb am 3. April 1862 bei Aylesbury.

Mitgliedschaften

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1828 wurde er zumFellow derRoyal Society gewählt;[4] seit 1852 war er korrespondierendes Mitglied derAcadémie des sciences.[5]

Bezeichnungen nach Ross

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Satellitenbild der Ross-Insel und des Ross-Schelfeises

Viele geographische Orte sind nach James Clark Ross benannt, unter anderem dasRossmeer, dasRoss-Schelfeis,Rossøya, die nördlichste Insel Spitzbergens, dieRoss-Insel,Kap Ross und dieJames-Ross-Insel in derAntarktis sowie derMont Ross auf denKerguelen im südlichen Indischen Ozean. DerMondkraterRoss trägt seinen Namen zu Ehren von James Clark undFrank Elmore Ross.

Werke

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  • A Voyage of Discovery and Research in the Southern and Antarctic Regions, During the Years 1839–43. 2 Bände. J. Murray, London 1847;Band 1 –Internet Archive /Band 2 –Internet Archive
  • Narrative of the proceedings in command of the expedition through Lancaster Sound and Barrow Straits. In:Parliament Papers. 35, 1850

Literatur

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Weblinks

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Commons: James Clark Ross – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Fergus Flemming:Bowden’s Boys oder Eine unglaubliche Geschichte von wahrem Heldenmut und bravourösem Scheitern. Neuausgabe Auflage. mareverlag, Hamburg 2010,S. 407 (Originaltitel:Barrow’s Boys. London 1998. Erstausgabe: Granta Books). 
  2. William Arthur Shaw:The Knights of England. Band 2. Sherratt and Hughes, London 1906, S. 344.
  3. James Clark Ross:A Voyage of Discovery and Research in the Southern and Antarctic Regions During the Years 1839–1843. Band 1. John Murray, London 1847, S. 117;Textarchiv – Internet Archive
  4. Eintrag zuRoss, Sir, James Clark (1800 - 1862) im Archiv derRoyal Society, London
  5. Verzeichnis der Mitglieder seit 1666: Buchstabe R. Académie des sciences, abgerufen am 23. Februar 2020 (französisch). 
Personendaten
NAMERoss, James Clark
KURZBESCHREIBUNGbritischer Entdecker und Seefahrer
GEBURTSDATUM15. April 1800
GEBURTSORTLondon
STERBEDATUM3. April 1862
STERBEORTbeiAylesbury
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