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Jakob II. (England)

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Godfrey Kneller, König Jakob II. von England

Jakob II. von England (englischJames II; *14. Oktober1633 imSt James’s Palace inLondon; †16. September1701 inSaint-Germain-en-Laye), zugleichJakob VII. von Schottland, wurde am 23. April 1685 zumKönig von England,König von Schottland undKönig von Irland gekrönt. Er folgte seinem BruderKarl II. nach, dem er zuvor alsLord High Admiral und Oberbefehlshaber derRoyal Navy sowie als Lord High Commissioner von Schottland gedient hatte. Nach seinem damaligen TitelDuke of York wurde 1664 die von den Niederländern kampflos übergebene KolonieNieuw Amsterdam inNew York umbenannt.

Bereits 1668/69 war der imfranzösischen Exil aufgewachsene Prinz zumKatholizismuskonvertiert mit dem erklärten Ziel, England zu rekatholisieren. Das führte alsbald zum Widerstand gegen sein Recht zur Thronnachfolge seines kinderlosen Bruders Karl II., jedoch hatte der Widerstand zunächst keine Folgen, weil eine Thronnachfolge durch seine protestantischen Töchter aus erster Ehe angenommen wurde und die Geburt eines katholischen Thronnachfolgers aus seiner zweiten, katholischen Ehe nicht mehr zu erwarten war. Entgegen dieser Erwartungen wurde ihm 1688 aus der zweiten, katholischen Ehe doch noch ein Sohn geboren. Kurz darauf wurde Jakob II. wegen seiner pro-katholischen undabsolutistischen Politik im Verlauf derGlorious Revolution im Januar 1689 als König abgesetzt und durch seine TochterMaria und ihren MannWilhelm III. von Oranien ersetzt.

Geschichtlicher Überblick

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Jakob war der letzte katholische Monarch, der über die damals anglikanischen bzw.presbyterianischen Königreiche England und Schottland herrschte. Seiner katholischen Personalpolitik misstraute ein Großteil der Bevölkerung. Besonders der Adel warf ihm vor, er wolle Britannien zumKatholizismus zurückführen und eine absolutistische Herrschaftsform wie in Frankreich errichten. Dies führte dazu, dass seine Gegner ihn in derGlorious Revolution 1688 absetzten. Ihm folgte nicht sein zur Thronfolge berechtigter SohnJames Francis Edward aus der zweiten, katholischen Ehe nach, sondern Jakobsprotestantische TochterMaria II. aus erster Ehe, gemeinsam mit ihrem GemahlWilhelm von Oranien, dem Statthalter der Niederlande, der als Wilhelm III. auf den Thron berufen wurde.

Jakob II. versuchte mehrfach mit HilfeLudwigs XIV. von Frankreich, auf den Thron zurückzukehren: Aus dem französischen Exil fuhr er 1689/90 in das katholische Irland, wo er für etwas über ein Jahr wieder herrschen konnte, bis er in derSchlacht am Boyne von seinem Schwiegersohn besiegt wurde und nach Frankreich zurück floh. 1696 scheiterte ein Mordkomplott gegen Wilhelm III.

Auch der SohnJames Francis Edward Stuart (the Old Pretender, der „alte Thronanwärter“) und der EnkelCharles Edward Stuart (the Young Pretender, der „junge Thronanwärter“) bemühten sich um militärische Unterstützung durch verschiedene europäische Staaten, scheiterten jedoch mit ihrenJakobitenaufständen in den Jahren 1715, 1719 und 1745. Schon ab 1690 wurden ihre AnhängerJakobiten genannt.

Jugend

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SirPeter Lely, König Karl I. und der jugendliche Jakob II. (1647)

Jakob wurde am 14. Oktober 1633 imSt James’s Palace in London geboren. Er war dritter Sohn KönigKarls I. von England, Schottland und Irland und KöniginHenrietta Marias, der TochterHeinrichs IV. von Frankreich. Da der erstgeborene 1629 am Tage der Geburt verstorben war, stand er in der Thronfolge nach dem Bruder, dem späteren KönigKarl II., an zweiter Stelle. 1642 wurde er in denHosenbandorden aufgenommen, am 17. Januar 1644 wurde ihm der Titel einesDuke of York verliehen.

Während desEnglischen Bürgerkriegs blieb er in dermonarchistischen HochburgOxford, während der Vater die Streitkräfte desHouse of Commons und derPuritaner bekämpfte. Als die Stadt 1646 kapitulierte, wurde Jakob auf Anweisung desParlaments im St James’s Palace unter Arrest gestellt, sein älterer Bruder floh nach Frankreich. 1648 konnte Jakob mit Unterstützung der SchriftstellerinAnne Halkett aus dem Palast entkommen und verkleidet nachDen Haag fliehen. Als König Karl I. 1649 von den Gegnern hingerichtet wurde, erklärten die Monarchisten Jakobs Bruder Karl II. zum König, der vonSchottlands undIrlands Parlamenten anerkannt wurde. 1650 nach Schottland zurückgekehrt, wurde er im folgenden Jahr inScone gekrönt. Nicht erringen konnte er seinerzeit die Krone Englands. 1651 wurde er in derSchlacht von Worcester von englischen Invasionstruppen besiegt und floh nach Frankreich.

Auch Jakob suchte Zuflucht in Frankreich. Dabei diente er in der französischen Armee unter MarschallTurenne. Als Bruder Karl im Jahr 1656 ein Bündnis mitSpanien, einem Gegner Frankreichs schloss, trat er der spanischen Armee bei, wo er unterLudwig II. von Bourbon, Prinz von Condé diente. Sowohl Turenne als auch Condé lobten den Duke of York ob seiner militärischen Fähigkeiten.

Peter Lely, Lady Anne Hyde und Jakob,National Portrait Gallery, London

Nach dem TodOliver Cromwells und derAmtsaufgabe von dessen SohnRichard Cromwell rief das Parlament, um die politischen Wirren zu beenden, den Bruder Karl zurück nach England, wo er als Karl II. am 29. Mai 1660 den Thron bestieg. Jakob kehrte an der Seite des Bruders zurück. Obwohl er an erster Stelle der Thronfolge stand, erschien es unwahrscheinlich, dass er tatsächlich dessen Nachfolge antreten würde. König Karl II. war jung und unverheiratet, aber bereits Vater einiger illegitimer Kinder.

Jakob hatte angeblich am 24. November 1659 im niederländischenBreda heimlich LadyAnne Hyde, die Tochter desEdward Hyde, 1. Earl of Clarendon, des Leiters derExilregierung Karls II. geheiratet. Am 3. September 1660 wurde die Vermählung in London in einer offiziellenZeremonie wiederholt. Bereits im Folgemonat gebar die Duchess of York ihr erstes Kind.

Jakob, Duke of York, wurde zumLord High Admiral ernannt und war Oberbefehlshaber derRoyal Navy während deszweiten (1665–1667) unddritten Englisch-Niederländischen Seekriegs (1672–1674). Sein Staatssekretär im Marineamt,Samuel Pepys, beschrieb diese Zeit in seinem bekannten Tagebuch. Nachdem die Engländer 1664Nieuw Nederland in Nordamerika erobert hatten, wurde die StadtNieuw Amsterdam zu seinen Ehren inNew York umbenannt. Das 150 Meilen flussaufwärts amHudson River liegendeFort Oranje wurde nachDuke of Albany, seinem zweiten Titel, inAlbany umbenannt. Jakob war 1660 einer der Mitbegründer derCompany of Royal Adventurers trading to Africa, ein Hauptbetreiber des britischen Sklavenhandels.[1] Er stand seit 1662 derRoyal African Company vor, die in der Nachfolge der Royal Adventurers denTransatlantischen Sklavenhandel betrieb. SeinBrandzeichen war DY, Duke of York.[2][3]

Religionskonflikte

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1668 oder 1669konvertierte Jakob zurkatholischen Kirche. Seine protestantischen Gegner im Parlament unter der Führung vonAnthony Ashley Cooper konnten mit der Verabschiedung derTestakte erreichen, dass alle zivilen und militärischen Staatsbediensteten einen Eid ablegen mussten, der mit der Lehre der katholischen Kirche unvereinbar war. Außerdem mussten sie nach dem Ritus derChurch of England die Kommunion empfangen. Der Duke of York weigerte sich, den Eid abzulegen und die Kommunion zu empfangen und verzichtete auf seinen Posten als Lord High Admiral.

Willem Wissing, Prinzessin Maria Beatrix von Modena, 1685,National Portrait Gallery, London

König Karl II. widersetzte sich dem Konfessionswechsel seines Bruders und verlangte, dass die Kinder des Dukes als Protestanten erzogen wurden. Trotzdem erlaubte er seinem Bruder, der 1671 Witwer geworden war, 1673 die katholische PrinzessinMaria von Modena zu heiraten. Einige Engländer misstrauten der neuen Duchess of York und betrachteten sie als eine Agentin desPapstes.

Im Jahr 1677 versuchte der Duke of York die Protestanten zu beschwichtigen, indem er seiner TochterMaria erlaubte, den protestantischenStatthalter derNiederlande, PrinzWilhelm III. von Oranien, zu heiraten. Dieser war zugleich sein Neffe. Trotz der Zugeständnisse blieb die Furcht vor einem künftigen katholischen Monarchen bestehen. Sie wurde durch die fehlgeschlagenen Schwangerschaften der Frau seines Bruders, der KöniginKatharina, noch verstärkt. Der aus der anglikanischen Kirche ausgestoßene PriesterTitus Oates schürte den Unmut, indem er von einem päpstlichen Komplott zur Tötung Karls II. predigte, das angeblich zum Ziel hatte, den Duke of York auf den Thron zu setzen. Dieses frei erfundene Gerücht verursachte eine Welle antikatholischer Hysterie, die sich über die Nation ergoss. Der Duke of York entschloss sich in weiser Voraussicht, England zu verlassen und nachBrüssel zu gehen. Im Jahr 1680 wurde er zum Lord High Commissioner von Schottland ernannt und bezog denHolyrood Palace inEdinburgh.

In England unternahmenLord Shaftesbury und andere den Versuch, den Duke of York aus der Thronfolge auszuschließen. Einige unter ihnen schlugen sogar vor, dass die Krone an den unehelichen Sohn Karls II., denDuke of Monmouth, gehen sollte. Als 1679 dieExclusion Bill kurz vor der Verabschiedung stand, löste König Karl II. das Parlament auf. Die Exclusion Bill trug auch zur Herausbildung des englischen Zweiparteiensystems bei. Die Whigs unterstützten das Gesetz, während die Tories sich diesem widersetzten. Zwei weitere Parlamente wurden 1680 und 1681 gewählt, wurden jedoch jeweils aus dem gleichen Grund wieder aufgelöst.

Nach der Auflösung des Parlaments 1681 wurde kein neues Parlament mehr einberufen. Die Popularität Karls II. war zu jener Zeit sehr groß. Deshalb konnte er dem Duke of York 1682 erlauben, nach England zurückzukehren. Dabei erlitt dieser vor der Küste vonGreat Yarmouth am 6. Mai 1682 Schiffbruch, als dieGloucester, ein 1654 vom Stapel gelaufenes 54-Kanonen-Schiff, auf eine Sandbank lief. Die Havarie wurde dadurch ausgelöst, dass der Duke of York sich mit dem Lotsen über den richtigen Kurs stritt. Da der Duke of York sich zunächst weigerte, das Schiff evakuieren zu lassen, kamen bis zu 250 Menschen ums Leben.[4] Die Entdeckung des Wracks 2007 wurde zunächst aus Angst vor Schatzräubern geheim gehalten und im Juni 2022 bekanntgegeben.[5]

Im Jahr 1683 scheiterte eine protestantische Verschwörung (Rye House Plot) mit dem Ziel, den König und seinen Bruder zu ermorden, kläglich. Stattdessen wuchs die Beliebtheit der beiden.

König von England, Schottland und Irland

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Karl II. starb 1685 ohne legitime Nachkommen und trat auf dem Sterbebett zum katholischen Glauben über, was nahelegt, dass er zu Lebzeiten wohl nur aus Gründen der Staatsraison offiziell am anglikanischen Glauben festgehalten hatte. Sein Bruder folgte ihm auf dem Thron nach und herrschte in England und Irland als Jakob II. und in Schottland als Jakob VII. Er wurde am 23. April 1685 in derWestminster Abbey gekrönt. Zunächst gab es nur wenig offenen Widerstand gegen den neuen Herrscher. Viele konservative Anglikaner unterstützten ihn sogar. Das neue Parlament, das im Mai 1685 zusammentrat, schien ihm wohlgesinnt und gewährte ihm ein großes Einkommen.

KöniglichesWappen von Jakob II.

König Jakob II. musste sich mit derMonmouth-Rebellion des illegitimen Sohnes von Karl II., James Scott, 1. Duke of Monmouth, auseinandersetzen, der sich am 20. Juni 1685 zum König erklärt hatte. Die Rebellion endete mit der Niederlage der Rebellen in der Schlacht vonSedgemoor und der Hinrichtung von James Scott imTower of London. Obwohl der Duke of Monmouth keine öffentliche Unterstützung genossen hatte, begann Jakob bald, seinen Untertanen zu misstrauen. Seine Richter bestraften die Rebellen hart. Besonders berüchtigt warGeorge Jeffreys, den man bald denHängerichter nannte. Dieses harte Durchgreifen führte dazu, dass die Öffentlichkeit ihren König für barbarisch und grausam hielt. Um sich vor weiteren Rebellionen zu schützen, versuchte Jakob, eine große stehende Armee aufzubauen. Da er Katholiken als Führer mehrerer Regimenter einsetzte, geriet der König in Konflikt mit dem Parlament. Das Parlament wurde im November 1685 vertagt und sollte während der Herrschaft Jakobs nie wieder zusammentreten.

1685 entsandte Jakob II. den ihm treu ergebenen und als Theaterautor in England sehr bekanntenGeorge Etherege als Botschafter von England zumReichstag nachRegensburg, um dort seine Politik zu vertreten und um Kontakt zum katholischenSchottenkloster St. Jakob aufzunehmen. Als Sekretär wurde Etherege begleitet von Hugh Hughes, der ein holländischer Spion war, was aber nicht entdeckt wurde. Hughes schickte seine Berichte an die Gegner von König Jakob II. in Holland. Darin stellte er Etherege, der sich zu einem überzeugten Anhänger des Königs entwickelte, sehr schlecht dar. Großes Aufsehen erregten in Regensburg die von Etherege 1688 organisierten Feiern anlässlich der Geburt des männlichen ThronfolgersJames Francis Edward Stuart, zu denen alle Bürger von Regensburg und alle Gesandten am Reichstag geladen wurden. Die Gestaltung des Festes orientierte sich am Vorbild der in Regensburg erfolgten Kaiserkrönungen. Als Etherege in Regensburg von der Absetzung des von ihm verehrten Königs im Verlauf der Glorious Revolution erfuhr, folgte er dem König in das Exil nach Frankreich, wo er bald starb.[6]

Die religiösen Spannungen verstärkten sich 1686. In einem Gerichtsverfahren wurden mehrere Richter gezwungen, ein Urteil zu sprechen, nach dem der König die religiösen Einschränkungen der Testakte suspendieren konnte. Damit konnte er seine Glaubensbrüder in höchsten Ämter im Königreich einsetzen. Er empfing am Hof denNuntiusFerdinando D’Adda als ersten päpstlichen Botschafter am Hof seit den Zeiten von KöniginMaria I. Besonders auch Jakobs Beichtvater, derJesuit Edward Petre, wurde zum Gegenstand des protestantischen Zorns. Diese politischen Entscheidungen führten dazu, dass König Jakob die Unterstützung seiner früheren Verbündeten verlor.

Jakob befahl danach dieSuspendierung vonHenry Compton, dem antikatholischenBischof von London. Weitere Anglikaner wurden aus ihren Ämtern entlassen. Mit der Nachsichtserklärung(Declaration of Indulgence) setzte er 1687 Gesetze außer Kraft, die Katholiken, aber auch religiöse Abweichler auf der protestantischen Seite, diskriminierten oder bestraften. Im selben Jahr löste Jakob das Parlament auf und führte weitere Reformen durch, um die Macht des Adels zu verringern. Um sich die einflussreichsten schottischen Adligen gewogen zu halten, unter denen dasHaus Stuart mehr Sympathien genoss als in England, stiftete er 1687 denDistelorden.

Auch seine Politik gegenüber derUniversity of Oxford rief Widerstand hervor. Er verprellte die Anglikaner, indem er wichtige Posten in zwei der wichtigsten Colleges,Christ Church College undUniversity College, an Katholiken vergab. Er entließ darüber hinaus die protestantischen Professoren desMagdalen College und ersetzte sie gänzlich durch Katholiken.

Glorious Revolution und Absetzung

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Hauptartikel:Glorious Revolution

Im April 1688 erließ Jakob die Nachsichtserklärung erneut und befahl kurz darauf den anglikanischen Klerikern, sie in ihren Kirchen zu verlesen. Als derErzbischof von Canterbury,William Sancroft, und sechs andere Bischöfe ihm in einer Petition aufforderten, seine Religionspolitik zu überdenken, wurden sie festgenommen und wegen volksverhetzender Beleidigung vor Gericht gestellt. Das Gerichtsverfahren endete jedoch mit Freisprüchen. Die Beunruhigung in der Öffentlichkeit nahm zu, als KöniginMaria im Juni 1688 einen Sohn und Erben,James Francis Edward, zur Welt brachte. Damit war eine katholische Thronfolge gesichert. Mehrere einflussreiche Protestanten, die sich durch eine katholische Dynastie bedroht sahen, verhandelten mitWilhelm III. von Oranien, dem Schwiegersohn von König Jakob. Wilhelm III. galt als Vorkämpfer für die protestantische Sache, weil er gegen den katholischen König von Frankreich, Ludwig XIV., gekämpft hatte.

Statue von Wilhelm III. im Hafen vonBrixham, wo er am 5. November 1688 mit seiner niederländischen Armee im Zuge derGlorious Revolution in England landete

Am 30. Juni 1688, am selben Tag, an dem die Bischöfe freigesprochen wurden, forderte eine Gruppe protestantischer Adliger Wilhelm III. von Oranien dazu auf, mit einer Armee nach England überzusetzen. Schon im September zeichnete sich ab, dass Wilhelm III. eine Invasion plante. Trotzdem lehnte König Jakob die Hilfe Ludwigs XIV. von Frankreich ab, da er fürchtete, die Engländer würden eine französische Intervention ablehnen. Auch glaubte Jakob irrtümlich, seine Armee sei der Konfrontation gewachsen. Aber als der Prinz von Oranien am 5. November 1688 in England anlegte, wurde Jakob von allen seinen protestantischen Offizieren im Stich gelassen. Seine eigene TochterAnne schloss sich der Invasionsstreitmacht an, was den König zutiefst verletzte. Am 11. Dezember versuchte Jakob aus England zu fliehen, wobei er zunächst das Große Siegel des Königreichs in dieThemse warf. Er wurde inKent gefangen genommen. Wilhelm III. von Oranien beabsichtigte nicht, Jakob zum Märtyrer werden zu lassen, und ließ ihn am 23. Dezember entkommen. Jakob wurde in Frankreich von König Ludwig XIV. empfangen, der ihm einen Palast und eine großzügige Pension anbot.

Als Jakob sein Königreich verließ, gab es kein amtierendes Parlament. Ein Parlament konnte normalerweise nur vom herrschenden Monarchen einberufen werden. Da dieser aber fluchtartig das Land verlassen hatte, berief Wilhelm von Oranien ein Parlament, welches in Anklang an das Parlament, welches 1660 Karl II. auf den Thron zurückgerufen hatte, Konventionsparlament(Convention Parliament) genannt wurde. Das Parlament erklärte am 12. Februar 1689, dass der Fluchtversuch Jakobs am 11. Dezember eineAbdankung von der Regierung darstellte und der Thron dadurch frei geworden sei. Die Krone sei auch nicht auf den Sohn Jakobs II., James Francis Edward übergegangen, stattdessen wurde Jakobs TochterMaria zur Königin erklärt. Sie sollte gemeinsam mit ihrem Ehemann Wilhelm III. von Oranien herrschen. Das schottische Parlament schloss sich am 11. April desselben Jahres dieser Entscheidung an.

Wilhelm III. und Maria II. gaben in der Folge einem Gesetz ihre Zustimmung, das alsBill of Rights (Bulle der Rechte) bezeichnet wird. Das Gesetz bestätigte die frühereDeclaration of Rights, die Erklärung der Rechte, in der das Konventionsparlament die Flucht Jakobs als Abdankung interpretierte und Wilhelm und Maria zu König und Königin machte. DieBill of Rights klagte Jakob II. auch desMachtmissbrauchs an. Unter anderem kritisierte sie die Außerkraftsetzung derTestakte, die Strafverfolgung der sieben Bischöfe, nur weil sie eine Petition eingereicht hatten, die Einrichtung eines stehenden Heeres und die Auferlegung grausamer Strafen. Das Gesetz klärte auch die Nachfolgefrage. Die Nächsten in der Thronfolge sollten die Kinder von Wilhelm und Maria sein, sofern sie welche bekämen. Den nächsten Rang in der Thronfolge sollten PrinzessinAnne und ihre Kinder einnehmen und danach die Kinder von Wilhelm aus einer möglichen weiteren Ehe.

Spätere Jahre

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Einschiffung Jakobs (1689) mit der französischen Flotte von Brest nach Irland

Mit der französischen Armee auf seiner Seite, zu deren Unterstützung er eigens dasgunmoney prägte, landete Jakob im März 1689 in Irland. Das irische Parlament war dem Beispiel des englischen nicht gefolgt und entschied, dass Jakob weiterhin König sei. Er wurde jedoch am 1. Juli 1690 (12. Juli nach gregorianischem Kalender) in derSchlacht am Boyne besiegt. Er floh vonKinsale aus nach Frankreich. Seine persönliche Feigheit kostete ihn einen großen Teil seiner Unterstützung und brachte ihm in Irland den unrühmlichen Spitznamen 'James the be-shitten' ein.

In Frankreich durfte Jakob imSchloss Saint-Germain-en-Laye leben. 1696 wurde ein Versuch gemacht, ihn durch den Mord an Wilhelm III. auf den Thron zu bringen. Der Mordversuch scheiterte aber. Jakob schlug im selben Jahr das Angebot Ludwigs XIV. aus, ihn zumKönig von Polen wählen zu lassen, weil er fürchtete, die Annahme der polnischen Krone würde ihn in den Augen seiner Landsleute in England unvereinbar mit der Krone von England machen. Danach bot Ludwig XIV. Jakob keine weitere Hilfe mehr an. Diese Entscheidung wurde 1697 durch denFrieden von Rijswijk mit Wilhelm III. festgeschrieben. Während seiner letzten Jahre lebte Jakob als strenger Büßer. Er starb 1701 an einemSchlaganfall in Saint-Germain-en-Laye, wo er begraben wurde.

Erbe

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Jakobs jüngere TochterAnne bestieg den Thron, als Wilhelm III. 1702 starb. Maria II. war bereits 1694 gestorben. DerAct of Settlement von 1701 bestimmte, dass die in der Bill of Rights festgeschriebene Thronfolge auf eine entfernte deutsche Cousine,Sophie von der Pfalz, und ihre protestantischen Nachkommen übergehen sollte, wenn die herrschende Erblinie aussterben würde. Als Königin Anne 1714, kurz nach Sophie, starb, fiel die Krone an Sophies SohnGeorg I., denKurfürsten von Braunschweig-Lüneburg, und somit an dasHaus Hannover.

Der Sohn Jakobs II.,James Francis Edward Stuart, nahm sich derjakobitischen Sache an. Er wurde von seinen Anhängern James III. und VIII. genannt und von seinen Gegnern der „Alte Thronanwärter“ (The Old Pretender). Er führte kurz nach der Thronbesteigung Georgs I. einen Aufstand in Schottland an, wurde jedoch besiegt. Weitere Aufstände wurden ebenfalls niedergeschlagen. Seit dem fehlgeschlagenen Aufstand von 1745 wurden keine ernsthaften Versuche mehr unternommen, die Stuarts wieder auf den Thron zu bringen. Es gibt jedoch noch immer Einzelne, die Anhänger der jakobitischen Sache sind.

James Francis Edward starb 1766 und wurde von seinem SohnCharles Edward Stuart beerbt, der als der „Junge Thronanwärter“ (The Young Pretender) bezeichnet wurde. Auf Charles Edward folgte sein jüngerer BruderHenry Benedict Stuart, der Kardinalbischof vonFrascati war. Henry Benedict war der letzte legitime Nachkomme Jakobs II. Bei seinem Tod 1807 ging der jakobitische Anspruch auf den direktesten Nachkommen Karls I. über, KönigKarl Emanuel IV. von Sardinien, einen Enkel von Jakobs II. jüngster SchwesterHenriette. Der gegenwärtige dynastische Erbe des Jakobitenanspruchs ist, über mehrfache weibliche Erbfolge, HerzogFranz von Bayern. Obwohl dieser den Thron nicht beansprucht, wird er von den Jakobiten Francis II. genannt.

Nachkommen

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Lady Anne Hyde (um 1662), Gemälde von SirPeter Lely

Am 24. November 1659 heiratete Jakob in erster Ehe LadyAnne Hyde, mit der er folgende acht Kinder hatte:

  • Charles (* 22. Oktober 1660; † 5. Mai 1661)
  • Maria II. (* 1662; † 1694) ⚭ KönigWilhelm III.
  • James (* 12. Juli 1663; † 20. Juni 1667)
  • Anne (* 1665; † 1714) ⚭ PrinzGeorg von Dänemark
  • Charles (* 4. Juli 1666; † 22. Mai 1667)
  • Edgar (* 14. September 1667; † 8. Juni 1671)
  • Henrietta (* 13. Januar 1669; † 15. November 1669)
  • Catherine (* 9. Februar 1671; † 5. Dezember 1671)
Prinzessin Maria Beatrix von Modena (1680), Porträt vonWillem Wissing

In zweiter Ehe heiratete er am 21. November 1673 PrinzessinMaria Beatrix von Modena, Tochter vonAlfonso IV. d’Este, mit der er folgende sieben Kinder hatte:

  • Catherine Laura (* 10. Januar 1675; † 3. Oktober 1675)
  • Isabella (* 18. August 1676; † 2. März 1681)
  • Charles (* 7. November 1677; † 12. Dezember 1677)
  • Elizabeth (* 1678; † 1678)
  • Charlotte Maria (* 16. August 1682; † 6. Oktober 1682)
  • James Francis Edward, genanntthe Old Pretender (* 1688; † 1766)
  • Louisa Maria Theresa (* 1692; † 1712)

Zudem war er Vater der unehelichen Kinder

Ahnentafel

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Henry Stuart, Lord Darnley
 
Maria Stuart
 
Friedrich II. v. Dänemark und Norwegen
 
Sophie von Mecklenburg
 
Antoine de Bourbon
 
Jeanne d’Albret
 
Francesco de’ Medici
 
Johanna von Österreich
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Jakob VI. von Schottland
 
 
 
 
 
Anna von Dänemark
 
 
 
 
 
Heinrich IV. von Frankreich
 
 
 
 
 
Maria de’ Medici
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karl I.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Henrietta Maria von Frankreich
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Jakob
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Siehe auch

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Literatur

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  • David Womersley:James II. The Last Catholic King. Allen Lane, London 2015,ISBN 978-0-14-197706-5.
  • John Miller:James II. Yale University Press, New Haven CT 2000,ISBN 0-300-08728-4.
  • Meriol Trevor:The shadow of a crown. The life story of James II. of England and VII. of Scotland. Constable, London 1988,ISBN 0-09-467850-2
  • John Childs:The Army, James II, and the Glorious Revolution. Manchester University Press, Manchester 1980,ISBN 0-7190-0688-0.
  • Peter Earle:The life and times of James II. Weidenfels & Nicolson, London 1972.
  • Francis C. Turner:James II. Eyre & Spottiswoode, London 1950.
  • James II. of Great Britain and Ireland. In:Encyclopædia Britannica. 11. Auflage.Band 15:Italy – Kyshtym. London 1911,S. 138 (englisch,Volltext [Wikisource]). 
  • James S. Clarke (Hrsg.):The Life of James II. Longman Hurst, London 1816 (2 Bände).

Weblinks

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Commons: Jakob II. (England) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Abigail L. Swingen:Competing Visions of Empire, Labor, Slavery, and the Origins of the British Atlantic Empire. Yale University Press, New Haven 2015, S. 58.
  2. Simon P. Newman:Freedom Seekers. Escaping from Slavery in Restoration London. University of London Press, London 2022, S. 188.
  3. W. St Clair:The Grand Slave Emporium. Cape Coast Castle and the British Slave Trade. London 2006, S. 211–212.
  4. Tobi Thomas:Wreck of Royal Navy warship sunk in 1682 identified off Norfolk coast. In:The Guardian. 10. Juni 2022, abgerufen am 10. Juni 2022.
  5. Legendäres Schiffswrack vor Englands Küste entdeckt. ORF.at, 10. Juni 2022, abgerufen am 10. Juni 2022.
  6. Karl Heinz Göller:Sir George Etherege und Hugh Hughes als englische Gesandte am Reichstag. In: Dieter Albrecht (Hrsg.):Regensburg - Stadt der Reichstage. Vom Mittelalter zur Neuzeit. Schriftenreihe der Universität Regensburg Band 21. Universitätsverlag Regensburg 1994,ISSN 0171-7529,ISBN 3-9803470-9-5, S. 143–161.
VorgängerAmtNachfolger
Karl I.Duke of York
1644–1685
Titel mit der Krone verschmolzen
Karl II.König von England
König von Schottland
König von Irland

1685–1689
Wilhelm III./II./I. undMaria II.
Jakobitischer Thronprätendent
1689–1701
James Francis Edward Stuart
Personendaten
NAMEJakob II.
ALTERNATIVNAMENJames II of England (englisch)
KURZBESCHREIBUNGKönig von England, als Jakob VII. König von Schottland
GEBURTSDATUM14. Oktober 1633
GEBURTSORTSt James’s Palace, London
STERBEDATUM16. September 1701
STERBEORTSaint-Germain-en-Laye
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