Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Jacques-Yves Cousteau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Jacques-Yves Cousteau (1972)

Jacques-Yves Cousteau (*11. Juni1910 inSaint-André-de-Cubzac beiBordeaux; †25. Juni1997 inParis) war einfranzösischer, weltweit bekannter Pionier in derMeeresforschung und deren Dokumentation mit derFilmkamera.[1] In seinen Filmen war eine rote Wollmütze sein Markenzeichen.

Leben

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Cousteaus TauchbootSP-300 wird zu Wasser gelassen

Zwei Dinge faszinierten den Sohn des Rechtsanwalts Daniel Cousteau und dessen Frau Élisabeth: Das Meer und dieFliegerei. 1930 besuchte er dieMarineschule inBrest und trat 1933 in diefranzösische Kriegsmarine ein, in der er bis 1956 diente und die er im Rang einesKorvettenkapitäns verließ.[2] Er trug wesentlich zum Aufbau der französischenWaffentaucher bei. Den BerufswunschPilot musste er nach einem schweren Autounfall aufgeben.[3]

1937 heiratete er Simone Melchior, mit der er zwei Söhne hatte,Jean-Michel Cousteau undPhilippe Cousteau. Philippe starb im Jahr 1979 bei einem Unfall, als er nach einer Revision das seit 1974 zur Calypso gehörendeWasserflugzeug vom TypPBY-6A Catalina (N101CS) einflog.[4]

Nach dem Tod von Simone Melchior 1990 heiratete er 1991 Francine Triplet (* 1946), mit der er seit 1976 ein Verhältnis und zwei uneheliche Kinder hatte (Diane Elisabeth * 1979 und Pierre-Yves * 1981).

Während desZweiten Weltkriegs war Cousteau Mitglied derRésistance und erhielt 1943 das Kreuz derEhrenlegion.

Schon vor, während und vor allem nach dem Krieg war Cousteau auch von der Welt unter Wasser fasziniert und beschäftigte sich mit der Neu- und Weiterentwicklung von technischen Geräten.
1939 und vor allem 1942 benutzte erFlossen desLouis de Corlieu, die als erstes für Rettungsschwimmer entwickelt worden waren, Unterwasser-Kameras vonHans Hass, Tauchmaske vonMaurice Fernez mit Rückschlagventil (von einem Gummischlauch mit Oberflächenluft versorgt) und denDruckregler für Tauchflaschen,Patent „Le Prieur“. Dann entwickelte er für seineFilmkamera ein eigenes wasserdichtes Gehäuse und drehte 1942 so seinen erstenUnterwasserfilm. Mit dem Ingenieur Émile Gagnan entwickelte er 1943 den vom Taucher Georges Commeinhes vorgedachten Atemregler zurAqualunge weiter und vermarktete ihn in den folgenden Jahren erfolgreich. 1994 beanspruchteHans Hass öffentlich die Priorität für die erste Verwendung eines solchen mobilen, autonomen Tauchgeräts und machte dies Jacques-Yves Cousteau gegenüber deutlich[5].

Für dieTaucher der Marine entwickelte er den erstenScooter, ein motorisiertes Fortbewegungsmittel unter Wasser. Es folgtenForschungs-U-Boote, darunter die berühmte tauchende Untertasse, sowie Gerätschaften für dieUnterwasserfotografie, darunter einetiefseetauglicheKamera.

1950 erhielt Cousteau von deririschenGuinness-Brauerei ein ausgemustertesMinensuchboot mit dem NamenCalypso, das ursprünglich in denUSA für die britischeRoyal Navy gebaut worden war, und baute dieses zu einem Forschungsschiff aus. DessenJungfernfahrt führte 1951 insRote Meer. Dieses Schiff ermöglichte ihm fortan seineExpeditionen zur Erforschung der See. Zwischen 1962 und 1965 befasste er sich mit Unterwasserprojekten unter der BezeichnungConshelf.

DieCalypso im April 1999 im Hafen von La Rochelle

Er war Präsident derfranzösischen ozeanografischen Gesellschaft und Leiter desozeanographischen Instituts von Monaco und wurde 1967 in dieRuhmeshalle des internationalen Schwimmsports aufgenommen.

Cousteau drehte über 100 Filme und schrieb mehrere Bücher. 1973 gründete er dieCousteau-Gesellschaft zur Erforschung und zum Schutz der Meere. Für sein Engagement erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen. Er entdeckte 1976 in derÄgäis mit seinem Taucherteam zwischen den InselnKea undMakrónissos auf der Position37° 42′ 5″ N,24° 17′ 2″ O37.70138724.283894Koordinaten:37° 42′ 5″ N,24° 17′ 2″ O in einer Tiefe von 120 Metern dasWrack derBritannic.

Anfang der 1980er Jahre ließ Cousteau dieAlcyone bauen. Dieses Schiff besitzt zur Unterstützung des Schraubenantriebs zwei zylinderförmige Aufbauten, die ähnlich denFlettner-Rotoren funktionieren und etwa 25 % der Antriebskraft liefern. Das Schiff ist immer noch für die Cousteau Society unterwegs.

1996 sank dieCalypso vorSingapur nach einer Kollision. Das wieder flott gemachte Schiff wurde zunächst 1996 nachMarseille, 1998 weiter nachLa Rochelle überführt. Ab November 2007 wurde das Schiff in einer Werft inConcarneau restauriert. Rechtsstreitigkeiten verhinderten den Abschluss der Arbeiten, die 2009 eingestellt wurden. 2016 wurde das Schiff nach Istanbul überführt, um die Sanierung dort zu beenden.

Jacques-Yves Cousteau starb am 25. Juni 1997 in Paris.[6]

Trivia

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • John Denver schrieb das populäre LiedCalypso in Anerkennung von Jacques-Yves Cousteau und derBesatzung derCalypso.[7]
  • Jean-Michel Jarre benannte das 1990 erschieneneAlbumWaiting for Cousteau / En attendant Cousteau nach Jacques-Yves Cousteau und den TitelCalypso darauf nach dem Schiff.
  • Die Hauptfigur des FilmsDie Tiefseetaucher ist ebenfalls an Jacques-Yves Cousteau angelehnt.
  • Zu Ehren Cousteaus fand jährlich am 11. Juni der „Cap Rouge Day“ statt.[8]

Auszeichnungen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • mitFrédéric Dumas:Le monde du silence. Éditions de Paris, Paris 1953.
    • Die schweigende Welt. Vorstoß der Fischmenschen in eine geheimnisvolle neue Tiefenwelt. Blanvalet, Berlin 1956.
  • mit Yves Paccalet:La planète des baleines. Robert Laffont, Paris 1986,ISBN 2-221-04451-7.
  • mit Philippe Diolé:Haie. Herrliche Räuber der See. Droemer-Knaur, München 1971,ISBN 3-426-03347-0.
  • mit Philippe Diolé:Calypso. Abenteuer eines Forschungsschiffes. Droemer-Knaur, München 1973,ISBN 3-426-00469-0.
  • mit Philippe Diolé:Korallen. Bedrohte Welt der Wunder. Droemer-Knaur, München 1974,ISBN 3-426-00361-9.
  • mit Philippe Diolé:Silberschiffe. Tauchen nach versunkenen Schätzen. Droemer-Knaur, München 1975,ISBN 3-426-00407-0.
  • mit Philippe Diolé:Wale. Gefährdete Riesen der See. Droemer-Knaur, München 1976,ISBN 3-426-00435-6.
  • mit Philippe Diolé:Kalmare. Wunderwelt der Tintenfische. Droemer-Knaur, München 1976,ISBN 3-426-00450-X.
  • mit Philippe Diolé:Robben, Seehunde, Walrosse. Gesellige Meeressäuger. Droemer-Knaur, München 1977,ISBN 3-426-00492-5.
  • mit Philippe Diolé:Delphine. Intelligente Freunde des Menschen. Droemer-Knaur, München 1978,ISBN 3-426-00537-9.
  • mit Susan Schiefelbein:L’homme, la pieuvre et l’orchidée. Robert Laffont, Paris 1997,ISBN 2-221-08523-X.
  • Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus. Campus, Frankfurt am Main 2008,ISBN 978-3-593-38564-8.

Siehe auch

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Literatur

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • Kathrin Schubert:Jacques Cousteau. Expedition Tiefsee. Frederking & Thaler, 2011.
  • Bernard Violet:Cousteau, une biographie. Fayard, 1993.
  • Roger Cans:Cousteau, Captain Planet. Sang de la Terre, 1997.
  • Jean-Michel Cousteau:Mon père, le commandant. éd. L’Archipel, 2004.
  • Yves Paccalet:Jacques-Yves Cousteau dans l’océan de la vie. Lattès.
  • Tim Healey, Andreas Held (Übers.):Entdecker und Abenteurer. Reihe: Unser 20. Jahrhundert. Verlag Reader’s Digest – Das Beste, Stuttgart 1999,ISBN 3-87070-830-1 (mit zahlr. Abb.)

Film

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Commons: Jacques-Yves Cousteau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Jacques-Yves Cousteau – Zitate

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. Theater unter Wasser. In:Der Spiegel.Nr. 47, 1989 (online). 
  2. Der Rausch der Tiefe. In:Der Spiegel.Nr. 46, 1953 (online). 
  3. 100. Geburtstag: Jacques Cousteau – Ozeanforscher und Tierquäler. In: Welt Online. Abgerufen am 21. August 2024. 
  4. Unfall N101CS. aviation-safety.net
  5. Jung, Michael (2026).Hans Hass and Jacques-Yves Cousteau. Pioneering Achievements and Structural Inequalities in the Construction of Maritime Memory. (1.0). Zenodo.org 2026.doi:10.5281/zenodo.18115420
  6. Jacques-Yves Cousteau gestorben. In:Der Spiegel.Nr. 27, 1997 (online). 
  7. John Denver – Calypso, Jacques Cousteau (Video). youtube.com
  8. Cap Rouge Day. (Memento vom 24. Oktober 2014 imInternet Archive) worldoceansday.org
Personendaten
NAMECousteau, Jacques-Yves
ALTERNATIVNAMENCousteau, Jacques
KURZBESCHREIBUNGfranzösischer Meeresforscher
GEBURTSDATUM11. Juni 1910
GEBURTSORTSaint-André-de-Cubzac bei Bordeaux
STERBEDATUM25. Juni 1997
STERBEORTParis
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Jacques-Yves_Cousteau&oldid=264124556
Kategorien:

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp