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Ithaka

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unterIthaka (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gemeinde Ithaka
Δήμος Ιθάκης (Ιθάκη)
Ithaka (Griechenland)
Ithaka (Griechenland)
Basisdaten
Staat:Griechenland Griechenland
Region:Ionische Inseln
Regionalbezirk:Ithaka
Geographische Koordinaten:38° 22′ N,20° 43′ O38.367520.718888888889Koordinaten:38° 22′ N,20° 43′ O
Fläche:116,992 km²
Einwohner:3.231(2011[1])
Bevölkerungsdichte:27,6 Ew./km²
Sitz:Ithaka
LAU-1-Code-Nr.:3401
Gemeindebezirke:keinef7
Lokale Selbstverwaltung:f121 Stadtbezirk
7 Ortsgemeinschaften
Website:www.ithaki.gr
Lage in der RegionIonische Inseln
Datei:2019 Dimos Ithakis.png
Datei:2019 Dimos Ithakis.png
f9f10f8

Ithaka (griechischΙθάκηItháki [iˈθakʲi] (f. sg.)) ist eine derIonischen Inseln vor der WestküsteGriechenlands. Zusammen mit einigen unbewohnten Inselchen bildet sie die Gemeinde Ithaka (Δήμος ΙθάκηςDímos Ithákis), die alsRegionalbezirk Ithaka (Περιφερειακή Ενότητα ΙθάκηςPeriferiakí Enótita Ithákis) der RegionIonische Inseln einen Abgeordneten in den Regionalrat entsendet.

Die Insel hat eine Fläche von 95,8216 km².[2] Höchste Erhebung ist der Niritos mit einem Doppelgipfel von 809 und 806 m. Hauptort und wichtigster Hafen ist die OrtschaftIthaki im Südteil der Insel. Die Insel ist sehr grün und hat viele geschützte Buchten, die vor allem bei Seglern beliebt sind. Der Nord- und der Südteil sind durch denMolos-Golf voneinander getrennt und nur über den schmalen, etwa 620 m breitenIsthmus von Aetos miteinander verbunden. Zahlreiche Gebäude wurden 1953 bei einemErdbeben zerstört.

Ithaka ist heute mit der Fähre vonLefkada,Kefalonia, Astakos (Akarnanien) und Kyllini (Elis) aus zu erreichen. Die Fähren laufen nebenIthaki die Häfen Frikes im Norden der Insel und Piso Aetos im Inselsüden (Westküste) an.

Mythische Heimat des Odysseus

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Ithaka ist inHomers Epen auch der Name der Heimatinsel desOdysseus. Ob das homerische Ithaka der heutigen Insel Ithaka entspricht, die mindestens seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. in antiken Schriftquellen so genannt wurde,[3] ist in der Forschung strittig.Heinrich Schliemann glaubte, auf dem BergAetos den Palast des Odysseus entdeckt zu haben, weil sich einige Ortsbeschreibungen Homers mit der Landschaft in Deckung bringen lassen und der Gipfel mit einer ausgedehntenzyklopischen Mauer befestigt ist, was auf einemykenische Siedlung schließen lässt. Die Schlussfolgerungen Schliemanns sind aber umstritten und ein anderer Platz auf der Insel konkurriert um die antike Palaststätte.

Wilhelm Dörpfeld hieltLefkada für das homerische Ithaka, da unter anderem die topographischen Angaben und weiträumigere geographische Aussagen zum Gebiet des Odysseus bei Homer seiner Meinung nach die Identifizierung Lefkadas mit dem homerischen Ithaka wahrscheinlich machen.[4] Unter anderem wies Dörpfeld darauf hin, dass für die Lokalisierung der InselAsteris, auf der die Freier demTelemachos auflauerten, nur das InselchenDaskalio in Frage käme, sollte das homerische Ithaka dem heutigen entsprechen.[5] Dörpfeld setzte dagegen Asteris mit der wesentlich größeren InselArkoudi, südlich von Lefkada, gleich, die in Einklang mit Homers Angaben zwei natürliche Häfen böte und von der man das Meer gut überblicken könne.[6] Ferner verwies Dörpfeld auf mehrere Stellen in der Odyssee, in denen Telemachos ihm fremde Besucher Ithakas fragt:[7]

Welches [ist] das Schiff, auf dem du kamst? Wie brachten die Schiffer
Dich nach Ithaka her? Wie rühmen sie sich zu heißen?
Denn du bist hierher doch nicht zu Fuße gekommen.

Dass das Erreichen Ithakas zu Fuß ein Scherz Homers sein könnte, lehnte Dörpfeld ab, da ein „Witz (…) gänzlich unpassend“ in der Szene sei, in der Odysseus seinem Sohn seine wahre Identität preisgibt.[8] Bei einer Gleichsetzung des homerischen Ithaka mit dem heutigen würde die Stelle keinen Sinn ergeben, wohl aber, wenn es mit Lefkada identisch sei. Auch bevor die Korinther ca. Mitte des 7. Jahrhunderts v. Chr. einen schiffbaren Kanal zwischen Lefkada und dem Festland schufen,[9] habe eine flache Meerenge Lefkada vom Festland getrennt. Die Armen hätten Lefkada daher zu Fuß und mit einfachen Fähren, die auch Schlachtvieh über die Meerenge gebracht hätten, erreichen können; Reiche dagegen wären mit einem Schiff gekommen.[10]

Dörpfelds Ansicht konnte sich in der Forschung jedoch nicht durchsetzen. Zwar fand er beiAusgrabungen Reste mykenischer Gräber und Siedlungen, nicht aber eines von ihm angenommenen Palastes.

Der britischeUnternehmer und Amateurhistoriker Robert Bittlestone sucht das homerische Ithaka auf der HalbinselPaliki (griechischΠαλική) an der Westküste der NachbarinselKefalonia, da sich seiner Ansicht nach die folgende Beschreibung aus dem neunten Gesang der Odyssee kaum mit der heutigen Natur der Insel in Einklang bringen lässt:[11]

Ithakas sonnige Höhn sind meine Heimat; in dieser
Türmet sich Neritons Haupt mit rauschenden Wipfeln; und ringsum
Dicht aneinander gesät, sind viele bevölkerte Inseln,
Same, Dulichion und die waldbewachsne Zakynthos.
Ithaka liegt in der See am höchsten hinauf an die Feste,
Gegen den Nord; die andern sind östlich und südlich entfernet.

Paliki dagegen ist zwar heute keine selbständige Insel, sondern ein Teil vonKefalonia (Dimos Palikis war bis 2010 die amtliche Bezeichnung der GemeindeLixouri). Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass sie jenes inarchaischer Zeit einmal war. So spricht etwaStrabon im 1. Jahrhundert v. Chr. von einer Stelle aufKefalonia, die oft vom Meer überflutet werde. Sollte Paliki tatsächlich eine eigenständige Insel gewesen sein, so käme sie der Beschreibung bei Homer am nächsten.

Diese Theorie wird unterstützt vom britischenGeologenJohn Underhill, der die Gesteinsschichten zwischen der Halbinsel Paliki und Kefalonia untersuchte. Dabei fand er keine festen Gesteine, sondern nurSedimente und Gerölle, die die beiden Inseln durch seismisch verursachte Bergrutsche verbunden haben können.

Auch der HistorikerHeinz Warnecke vermutet, dass es sich beim homerischen Ithaka in Wahrheit um Kefalonia handelt.[12] Warnecke stützt seine These auf geographische und historische Befunde: Homer beschreibt Ithaka als die westlichste und höchste der von Odysseus beherrschten westgriechischen Inseln. Diese Beschreibung passt auf Kefalonia sehr viel besser als auf das heutige Ithaka. Auch sei Ithaka im Vergleich zu Kefalonia viel zu klein und unbedeutend gewesen, um als Königsitz in einem Heldenepos zu taugen.[13]

Inzwischen wurden im Norden Ithakas, in der Nähe von Exogi, Überreste eines dreistöckigen Gebäudes mit einer in einen Fels gehauenen Treppe sowie unter anderem ein Brunnen entdeckt und teilweise ausgegraben.[14] Anhand dort ebenfalls gefundenermykenischer Keramik werden die Reste in das 13. Jahrhundert v. Chr. datiert. Der Ausgräber, Tanasis Papadopoulos, hält den Komplex für die Reste eines mykenischen Palastes und bringt ihn mit dem bei Homer beschriebenen Palast des mythischen Odysseus in Verbindung.

Ein weiterer archäologischer Befund auf Ithaka ist die sogenannte Polis-Höhle bei Stavros im Norden der Insel. Bereits Heinrich Schliemann identifizierte sie mit der Höhle, die Odysseus nach seiner Rückkehr aufgesucht habe. Auch die britische Archäologin Sylvia Benton, die in den 1930er-Jahren in der Höhle forschte, interpretierte ihre Ergebnisse als Hinweis auf einen Bezug zu Odysseus. Allerdings diente der Fundplatz, wie mittlerweile bekannt ist, über viele Jahrhunderte, von Beginn derBronzezeit (Frühhelladikum) bis in dierömische Epoche, als Kultplatz, ohne dass die dortigen Funde eine besondere Verbindung zu einem möglichen Lebensumfeld des Odysseus erbringen würden. ZahlreicheVotivgaben deuten an, dass vor allem dieNymphen Ziel der Kulthandlungen in der Polis-Höhle waren.[15]

Literarische Könige von Ithaka

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Jüngere Geschichte

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Die Insel wurde 1185 von denNormannen erobert und gehörte anschließend zurPfalzgrafschaft Kefalonia und Zakynthos desMargaritos von Brindisi. Nach dessen Blendung 1194 fiel sie an seinen SchwiegersohnMaio I. Orsini, der sich schließlich 1209Venedig unterwarf. In Anlehnung an die Nachbarinsel Kefalonia, mit der Ithaka kulturell verbunden ist, wurde die Insel von den VenezianernCefalogna Piccola genannt. Große Schäden richtete dasErdbeben im August 1953 an.

  • Bucht und Hafen des Hauptortes Vathy
    Bucht und Hafen des Hauptortes Vathy
  • Der nördliche Teil der Insel, vom Berg Aetos gesehen
    Der nördliche Teil der Insel, vom Berg Aetos gesehen
  • Mauerreste eines bronzezeitlichen Baus auf Ithaka
    Mauerreste eines bronzezeitlichen Baus auf Ithaka
  • Das Kathara-Kloster bei Anogi
    Das Kathara-Kloster bei Anogi

Bevölkerung

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Die Insel hat heute etwa 3.000 Bewohner. AlsHeinrich Schliemann die Insel 1868 besuchte, hatte sie noch rund 12.000 Einwohner. Viele der Bewohner sind im Laufe der Zeit ausgewandert, hauptsächlich nachAustralien, in dieVereinigten Staaten von Amerika und nachSüdafrika.

Verwaltungsgliederung

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Anlässlich derGemeindereform 1997 wurde die bisherige Stadtgemeinde Ithaka mit den sieben Landgemeinden der Insel zur neuen Gemeinde Ithaka zusammengeschlossen, die die ganze Insel sowie zahlreiche Nebeninseln umfasst. Verwaltungssitz der Gemeinde istIthaki.[16]

Stadtbezirk/
Ortsgemeinschaft
griechischer NameCodeFläche (km²)Einwohner 2001Einwohner 2011Dörfer und Siedlungen, unbewohnte Inseln
IthakiΔημοτική Κοινότητα Ιθάκης3401000141,37618261936Ithaki, Aetos, unbewohnte Inseln:Arkoudi,Atokos, Vromonas, Drakonera, Karlonisi,Lazareto, Makri,Oxia, Pondikos, Provati
AnogiΤοπική Κοινότητα Ανωγής3401000211,87000500040Anogi, Moni Katharon
ExogiΤοπική Κοινότητα Εξωγής3401000304,97700420025Exogi
KioniΤοπική Κοινότητα Κιονίου3401000408,69501710182Kioni
LefkiΤοπική Κοινότητα Λεύκης3401000508,16100560044Lefki, Agios Ioannis
PerachoriΤοπική Κοινότητα Περαχωρίου3401000623,78303540343Perachori, Lygia
PlatrithiasΤοπική Κοινότητα Πλατρειθιά3401000710,45302600295Platrithias, Frikes
StavrosΤοπική Κοινότητα Σταυρού3401000807,67703250366Stavros
Gesamt320107116,99230843231

Fauna

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DieHerpetofauna von Ithaka besteht aus folgenden Arten:[17]

Amphibien

Schildkröten

Geckos

Eidechsen

Schleichen

Schlangen

Söhne und Töchter der Insel

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Trivia

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DerHauptgürtelasteroid(1151) Ithaka ist nach der Insel benannt.

Literatur

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  • Robert Bittlestone:Odysseus Unbound. The Search for Homer’s Ithaca. Cambridge University Press, Cambridge 2005. 

Weblinks

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Commons: Ithaka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Ithaka – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2. Ελληνική Στατιστική Αρχή [ΕΛΣΤΑΤ] (Hrsg.):Στατιστική Επετηρίδα της Ελλάδος (Statistical Yearbook of Greece) 2009 & 2010. Piräus 2011,S. 47. 
  3. Wilhelm Dörpfeld:Das homerische Ithaka. In:Leucas. Zwei Aufsätze über das homerische Ithaka. Athen 1905, S. 17 f.
  4. W. Dörpfeld:Leucas. Zwei Aufsätze über das homerische Ithaka. Athen 1905.
  5. Da das homerische Same seit der Antike meist mit Kefalonia oder einem Teil davon identifiziert wird, wird Asteris in der Forschung tatsächlich meist mit Daskalio gleichgesetzt, obwohl es keinen Hafen besitzt und die Insel nur etwa 140 Meter lang ist. Es ist jedoch die einzige Insel, die sich zwischen Kefalonia und Ithaka befindet.
  6. W. Dörpfeld:Leucas. Zwei Aufsätze über das homerische Ithaka. Athen 1905, S. 14–17
  7. Unter anderem Homer,Odyssee 1,172–174; 14,188–190; 16,57–59 (Übersetzung vonRoland Hampe).
  8. Wilhelm Dörpfeld:Leucas. Zwei Aufsätze über das homerische Ithaka. Athen 1905, S. 12.
  9. SieheStrabon,Geographie 10,458.
  10. Wilhelm Dörpfeld:Leucas. Zwei Aufsätze über das homerische Ithaka, Athen 1905, S. 11 f.
  11. Odyssee, neunter Gesang, Verse 21–26, Übersetzung nach Johann Heinrich Voß, bearbeitet von E. Gottwein
  12. Heinz Warnecke: Homers Wilder Westen. Stuttgart 2008.
  13. Heinz Warnecke: Homers Wilder Westen. Vortrag in der Sendereihe SWR2 Wissen: Aula. (Sendungsmanuskript)
  14. medicamina.bplaced.net
  15. Maria Deoudi:Ithake: Die Polis-Höhle, Odysseus und die Nymphen. University Studio Press, Thessaloniki 2008,ISBN 978-9-601-21695-9. Siehe auch die Rezension zu dieser Publikation vonJorrit Kelder inBryn Mawr Classical Review2009.11.22, abgerufen am 8. Januar 2025.
  16. Kapodistrias-Plan, Gesetz 2539/1997,«Συγκρότηση της Πρωτοβάθμιας Τοπικής Αυτοδιοίκησης.» ΦΕΚ 244Α/4.12.1997, Άρθρο 1. Σύσταση δήμων και κοινοτήτων. S. 8812.PDF Online (griechisch)
  17. Ilias Strachinis, Dimitris Aravanis: Additions to the known herpetofauna of the Island of Ithaki, Ionian Sea, Greece. In:Herpetozoa. 30 (1/2), Wien 30. Juli 2017, S. 64–66 (zobodat.at [PDF]).
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Westgriechenland

AchaiaÄtolien-AkarnanienElis

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Zentralmakedonien

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