Intel entwickelte den weltweit ersten kommerziellen Mikroprozessor-Chip, denIntel 4004, der im Jahr 1971 auf den Markt kam. Das Unternehmen gilt als Aushängeschild für den Aufstieg des Silicon Valley alsHigh-Tech-Standort.[5] In den 1990er Jahren prägte die Partnerschaft zwischenMicrosoft Windows und Intel, kurz „Wintel“, die PC-Branche nachhaltig[6][7] und festigte Intels Position auf dem Markt. In dieser Zeit wurde das Unternehmen zum führenden Anbieter von PC-Mikroprozessoren, mit einem Marktanteil von 90 %.[8] Seit den 2000er und insbesondere seit den späten 2010er Jahren sieht sich Intel einer zunehmenden Konkurrenz gegenüber, was zu einer Verminderung von IntelsDominanz und Marktanteil auf dem PC-Markt geführt hat. Dennoch ist Intel mit einem Marktanteil von 68,4 % im Jahr 2023 weiterhin mit Abstand der Marktführer auf dem x86-Prozessoren-Markt.[9][10]
Das erste Produkt der Firma war aber einbipolares 64-bit-Schottky-RAM. Dieses wurde im April 1969 unter der Produktbezeichnung „Intel 3101“ vorgestellt. Im Juli 1969 wurde mit dem Intel 1101 der ersteSRAM-Chip, der mit dem PMOS-Prozess hergestellt wurde, auf den Markt gebracht. Erst im Oktober 1970[13] – nach der Hälfte der ursprünglich veranschlagten Zeit – gelang der erste große Sprung nach vorn: Intel stellte unter der Produktbezeichnung „1103“ den erstenDRAM-Speicherbaustein vor, der auf demPMOS-Prozess basierte und die Vorzüge der Hochintegration zu bieten hatte. Während Schaltungen in Bipolartechnik nur noch bei Hochgeschwindigkeitsbauteilen den Vorzug genossen, entwickelte sich fortan die MOS-Technologie (vonPMOS überNMOS undHMOS zuCMOS) zur bevorzugten Halbleiter-Fertigungstechnik.
Gordon Moore hatte 1965 einen Trend erkannt, der später alsMooresches Gesetz nicht nur die Geschichte von Intel, sondern die Entwicklung der gesamten Halbleitertechnologie maßgeblich geprägt hat.
Bis Mitte der 1980er-Jahre war DRAM das Hauptgeschäft von Intel. Die wachsende Konkurrenz durchjapanische Halbleiterhersteller und der damit verbundene Umsatzrückgang führten aber 1983 zu einer Umorientierung des Geschäftsmodells. Der Erfolg desPersonal Computers vonIBM veranlasste Intel, sich fortan aufMikroprozessoren zu konzentrieren und die DRAM-Produktion aufzugeben.
Auf der Solid State Circuits Conference 1971 stellteDov Frohman das ersteEPROM (löschbarer (einmal-)beschreibbarer Speicherchip) der Welt vor. Das Intel-EPROM 1702 war ein großer Erfolg und wurde bis Mitte der 1980er-Jahre in hohen Stückzahlen verlangt, nicht zuletzt weil Intel viele Jahre der einzige Hersteller war, der EPROMs in hoher Stückzahl produzieren konnte. Bis 2008 war Intel zusammen mitSpansion einer der größten Hersteller vonFlash-Speichern. Ende März 2008 gliederte Intel den größten Teil der Flash-Produktion in einJoint-Venture-Unternehmen mitSTMicroelectronics aus. Das neue Unternehmen bekam den NamenNumonyx.Intel stellt darüber hinaus auch die 520er-SSD-Reihe vor, eine schnelleSolid State Disk, der Nachfolger desHard Disk Drives.[14]
Als erster Mikroprozessor der Welt (zumindest nach Intel-Lesart) wurde am 15. November 1971 der4-Bit-ProzessorIntel 4004 vorgestellt. Diesen soll Intel auf eigene Verantwortung entwickelt haben, als das japanische UnternehmenNippon Calculating Machine Corporation eigentlich einen spezialisierten Tischrechnerchip beauftragt hatte.Der 1974 eingeführteIntel 8080 wird allgemein als erster vollwertigerMikroprozessor angesehen. Es handelt sich dabei um einen8-Bit-Mikroprozessor, der als Nachfolger desIntel 8008 (Markteinführung 1972) entwickelt wurde. Diese ersten Mikroprozessoren legten den Grundstein für viele weitere Produkte auf ähnlicher Basis und verhalfen Intel zu seiner starken Marktmacht. Zu dieser Baureihe gehört neben dem seltener eingesetzten NachfolgetypIntel 8085 eine ganze Palette von passendenI/O-Bausteinen, z. B. derIntel 8255 für parallele Ein- und Ausgabe.
Basierend auf den Entwicklungen der Mikroprozessoren der 80er Reihe stellte Intel 1977 denMikrocontroller8048 vor, der jedoch bereits 1980 durch den Mikrocontroller8051 ersetzt wurde. Durch geschickte Lizenzpolitik (u. a. an Siemens und Philips) wurde der Mikrocontroller 8051 Stammvater einer der am weitesten verbreiteten Familien von Mikrocontrollern.
Der große Erfolg der x86-Reihe führte zu einermarktbeherrschenden Stellung in derPC-Industrie; zeitweise kamen 85 % der PC-CPUs von Intel. So kam es immer wieder zu Untersuchungen der US-amerikanischenWettbewerbsbehördeFTC und Klagen von Konkurrenten. Der heute einzige ernstzunehmende Konkurrent auf diesem Sektor istAMD; ironischerweise warRobert Noyce mit seinem Gründungskapital auch für die Gründung dieser Firma mitentscheidend. Seit 1976 hat AMD einPatentaustauschabkommen mit Intel, so dass alle technischen Innovationen wechselseitig genutzt werden können. In den letzten Jahren hat hier mit dem Stromverbrauch und der Abwärme ein weiteres Kriterium Bedeutung erlangt.
Intel ist mit großem Abstand Weltmarktführer bei Grafikchips. So benutzen die meisten Bürorechner und Notebooks eine Intel-Plattform mit integrierter Grafik (IGPs). Intel hatte zwar mit demi740 Ende der 1990er auch einen Grafikchip für Steckkarten im Angebot, stellte diese Aktivitäten aber danach wieder ein. Später arbeitete Intel wieder an einer diskreten GPU unter dem CodenamenLarrabee,[15] deren Entwicklung im Dezember 2009 jedoch eingestellt wurde. Im August 2021 kündigte Intel offiziell ihre neue Marke für Grafikkarten an:Intel „Arc“. Die erste Generation trägt den Codenamen „Alchemist“[16] und erreicht Leistungswerte einerNvidia GeForce RTX 3060 bis zur RTX 3060 Ti bei der Arc A770. Die erste Generation erschien im Oktober 2022.[17][18] Auch die folgenden Codenamen Battlemage, Celestial und Druid wurden bekanntgegeben.[16]
Auch für dasInternet der Dinge will Intel Plattformen anbieten. Ein erster Schritt in die Richtung erfolgte mit der Vorstellung des ProjektsIntel Edison, welches jedoch im Dezember 2017 wieder eingestellt wurde.
1999 geriet Intel in öffentliche Kritik, als die gerade vorgestellten erstenPentium-III-Prozessoren (mit 450 und 500 MHz) mit einer weltweit eindeutigen Nummer („Prozessor-ID“) versehen waren, die per Software ausgelesen werden konnte. Kritiker befürchteten, diese eindeutige Seriennummer könne als Grundlage für das Ausspionieren und die Überwachung von Computeranwendern dienen. Aufgrund des öffentlichen Drucks hat Intel die Prozessor-ID standardmäßig abgeschaltet und in späteren Prozessor-Generationen ganz auf sie verzichtet.
Seit 2008 sind alle Chipsets für Intel-Prozessoren mit derIntel Management Engine (ME) ausgestattet.[19] Dabei handelt es sich um ein autonomes Subsystem aufMinix-Basis, das Administratoren unter Umgehung des Betriebssystems vollen Zugriff auf den Computer gestattet, selbst wenn dieser ausgeschaltet ist.[20] Es ist in allen Intel-Chipsets seit 2008 bis heute vorhanden und aktiv, selbst wenn diese nicht mitIntel Active Management Technology (AMT) ausgerüstet sind. Die Intel Management Engine (ME) ist vom Nutzer nicht deaktivierbar und enthält eine Vielzahl nachgewiesener Sicherheitsmängel.[21][22][23][24][25][26][27][28][29][30] Der genaue Funktionsumfang wird von Intel geheim gehalten, der Code istverschleiert, die zur Entschlüsselung des Inhalts erforderlichen Informationen stecken unauslesbar direkt in der Hardware.[31] Nur an staatliche Organe und zum militärischen Gebrauch werden von IntelFirmware-Versionen bereitgestellt, bei denen weite Teile der Intel Management Engine deaktiviert sind.[32]
Mit seinem AppUp Developer Program (IADP) versucht Intel, auch auf dem hart umkämpftenSmartphone-Markt Fuß zu fassen. Laut Björn Taubert, Marketing Manager bei Intel, bietet das IADP „erfahrenen wie ambitionierten App-Entwicklern einen zentralen Kanal, um erstentwickelte oder portierte Windows- undHTML5-Anwendungen für eine Vielzahl von Endgeräten bei bis zu 70 % Umsatzbeteiligung zu vertreiben“.[33]
Anfang Januar 2012 stellte Intel auf der MesseCES in Las Vegas das erste Mal ein Smartphone vor, das mit einem eigenen Chipsatz ausgestattet ist. Im April des gleichen Jahres erschien in Indien mit dem Modell Lava Xolo X900 das erste Intel-Smartphone.[34] Ende Mai folgte das unter dem Dach vonLenovo produzierte LePhone K800 in China. Mit dem Orange San Diego wurde das insgesamt weltweit dritte Intel-Smartphone am 6. Juni in Großbritannien auf den Markt gebracht.[35]
Seit der Übernahme der FirmaAltera tritt Intel auch als Hersteller vonFPGAs auf. Die Produkte werden nun unter der Bezeichnung Intel-Altera weitervertrieben. Umgekehrt nutzt Intel die Technologie der programmierbaren Digitaltechnik für die Weiterentwicklung der eigenen Prozessoren. So ist es z. B. das Ziel, im Nachhinein technische Anpassungen an bereits ausgeliefertenCPUs durch Software-Updates vornehmen zu können.[36][37][38]
Am 15. März 2022 verkündete Intel, 17 Milliarden Euro für eine aus zwei Werken bestehende neue Chipfabrik[39] inMagdeburg zu investieren. Der Standort inSachsen-Anhalt in unmittelbarer Nähe des Autobahnkreuzes Magdeburg-Sudenburg (A14 / B81)[40] konnte sich bei der Ausschreibung gegen den StandortDresden durchsetzen.
Stand Juni 2023 sollte „etwa 2024“ mit dem Bau begonnen werden; frühestens 2027 sollte die Produktion des kleinsten Chips der Welt beginnen.[41][42] DieBundesregierung vereinbarte mit Intel noch von derEU-Kommission zu genehmigende Subventionen in Höhe von 9,9 Milliarden Euro. Auch möglichst günstige Stromkosten wurden zugesichert.[43] Das Land Sachsen-Anhalt kaufte 450 ha Land für die Fabrik und 700 ha für Zulieferer direkt daneben zu 25 €/qm, dem Fünffachen des üblichen Preises, von über 60 Eigentümern, überwiegend Landwirten.[44] Intel versprach im Gegenzug, 30 Milliarden (inklusive Subventionen) Euro zu investieren und zwei Halbleiterwerke mit 3000 Arbeitsplätzen zu schaffen.[45]
Im September 2024 teilte Intel mit, dass sich der Bau der Magdeburger Fabrik um voraussichtlich zwei Jahre verzögern werde.[46] Ob Intel weiterhin an dem Vorhaben festhalten würde, galt zunächst als unklar.[47][48] Im Juli 2025 verkündete Intel dann jedoch, die Fabrik in Magdeburg nicht mehr bauen zu wollen.
Neben Deutschland wurden auch Pläne für den Bau einer Fabrik nahe Warschau in Polen aufgegeben. Der Produktionsstandort einer weiteren Fabrik inOhio (USA) wurde ebenfalls verschoben.[49] Weltweit sollen ein Viertel der rund 100.000 Stellen bei Intel abgebaut werden.[50]
Am 22. August 2025 gaben Intel und dieUS-Regierung bekannt, dass dieVereinigten Staaten einenAnteil von 10 Prozent an Intel übernommen haben. Sie sind damit dessen größterAktionär. Intel war zuvor bereits seit längerem finanziell angeschlagen.[51]
1991 wurdeIntel Capital für die Verwaltung von Corporate Venture Capital gegründet. 2003 kaufte Intel den High-Performance-Computing-Bereich der Pallas GmbH, der aus derSUPRENUM ausgegründet wurde, um die eigene Clustering-Sparte zu stärken.[52]Im Jahr 2007 übernahm Intel das irische UnternehmenHavok, das vor allem wegen seiner Physik-Engine bekannt ist.[53]Im Juli 2009 kaufte Intel das SoftwareunternehmenWind River.[54] Mitte August 2010 kündigte Intel überraschend an,McAfee[55] (einen US-Produzenten von Antivirus- und Computersicherheitssoftware) für 7,68 Milliarden US-Dollar[56] zu übernehmen.[57]
Am 31. Januar 2011 wurde der Verkauf des bisherigenInfineon-BereichsWireless Solutions für 1,4 Milliarden US-Dollar an Intel abgeschlossen. Das dabei neu entstandene Unternehmen hatte damals weltweit rund 3.500 Mitarbeiter und firmierte alsIntel Deutschland GmbH.[58]
Anfang September 2016 kündigte Intel an, 51 % der Anteile seiner Sparte IT-Sicherheit (McAfee) für 3,1 Milliarden US-Dollar an den FinanzinvestorTPG zu verkaufen.[59]
Intel gab im März 2017 die Übernahme vonMobileye, einem auf Fahrerassistenzsysteme spezialisierten Unternehmen, bekannt. Intel zahlte damals 15,3 Milliarden US-Dollar für den israelischenAutomobilzulieferer.[60]
Gut zwei Jahre später erweiterte Intel das Geschäftsfeld von Mobileye durch die Akquisition von Moovit. DasStart-up sammelt Daten zu Verkehrsströmen und bietet über seine App eine Routenoptimierung in urbanen Lebensräumen an. Intel zahlte für Moovit rund 900 Millionen US-Dollar.[61]
Beim ursprünglichen Intel-Kerngeschäft der x86-Prozessoren undChipsätze für Mainboards ist inzwischen einDuopol entstanden und AMD der einzig verbliebene nennenswerte Konkurrent. Andere Firmen wieCentaur Technology,Cyrix,SiS oderTransmeta haben sich entweder aus dem Markt zurückgezogen oder konzentrieren sich auf Nischenprodukte. Im Januar 2006 wurde der ersteAppleMacintosh mit einem Intel-Prozessor vorgestellt. Während frühere Macintosh-Modelle mit Prozessoren von Motorola (68000) oder IBM (PowerPCG3,G5) ausgestattet waren, festigte dieser Schritt Intels Marktposition im PC-Bereich zusätzlich. Ende 2020 begann Apple allerdings mit demApple M1 selbst entwickelte Prozessoren zu verbauen.
Nachdem Intel sich in der Vergangenheit in vielen Bereichen gegen seine Konkurrenten durchsetzen konnte, sieht sich Intel seit einigen Jahren im Prozessormarkt mehreren neuen und sehr erfolgreichen Wettbewerbern gegenüber. Anders als in den früheren Jahren der Chip-Fertigung handelt es sich dabei nicht um voll integrierte Unternehmen, sondern um jeweils in ihrem Bereich hoch spezialisierte Firmen. Unternehmen wieARM oderImagination Technologies kümmern sich dabei um die grundlegende Architekturentwicklung der Chips. In einer zweiten Stufe erstellen Unternehmen wieQualcomm, Apple, Nvidia oderMediaTek daraus dann fertige Prozessor-Designs, welche anschließend von Auftragsfertigern wieTSMC, Samsung oderGlobalfoundries produziert werden.
Viele dieser Unternehmen sind in ihrem Teilmarkt inzwischen größer als Intel und haben gemeinsam weite Teile des Prozessormarktes übernommen. Vor allem auf dem Markt derSoCs für Smartphones, Tablets, TVs und viele weitere elektronische Geräte der modernen Zeit dominieren diese Unternehmen den Markt. Intel ist es trotz enormer Anstrengungen nicht gelungen, seinQuasi-Monopol bei x86-Prozessoren auf diese Marktbereiche auszudehnen. Bedingt durch die zurückgehende Bedeutung der x86-PC-Prozessoren geht konsequent auch Intels Bedeutung auf dem Prozessormarkt zurück.
Zum Jahreswechsel 2005/2006 verabschiedete sich Intel vom 37 Jahre alten Firmenlogo sowie derBestandteilmarke „intel inside“, die bisher auf Produkten von Fremdherstellern angebracht wurde, die eine CPU von Intel enthielten.
Der neue Schriftzug wird nun, wie schon zuvor bei „intel inside“, durch einen ovalen Wirbel eingerahmt. Das „e“ im Schriftzug ist nicht mehr tiefgestellt. Das Firmenlogo wird situationsabhängig durch den Slogan „leap ahead“ (deutsch: „Einen Sprung voraus“) ergänzt. Die neue Hausschrift ist eine modifizierte Variante derNeo Sans bzw. Neo Tech.
Mit der Änderung des Firmenlogos geht auch eine Änderung der Marketingstrategie einher.
Intel engagiert sich als Förderer und Sponsor im Sport sowie imE-Sport. So unterstützt das Unternehmen die deutschen E-Sport-ClansALTERNATE aTTaX,mousesports undn!faculty.
Seit Dezember 2013 wirbt Intel auf der Trikot-Innenseite desFC Barcelona.[67]
Seit 2023 engagiert sich Intel als Sponsor auch beim Handball-BundesligistenSC Magdeburg sowie beim Zweitligisten1. FC Magdeburg. Dieses Sponsoring erfolgte im Rahmen der geplanten aber 2025 aus wirtschaftlichen Gründen gestrichenen Investition in eine Chipfabrik inMagdeburg. Intel kündigte aber an, die getroffenen Sponsoringverträge auch weiterhin zu erfüllen.[68] Im Aufsichtsrat der Profigesellschaft des 1. FC Magdeburg sitzt seit Juli 2024 zudem die Geschäftsführerin von Intel in DeutschlandSonja Pierer.[69]
2005 wurde das Unternehmen von der japanischen Wettbewerbsbehörde FTC für schuldig befunden, seine Monopolstellung missbraucht zu haben.
2007 gab AMD eine Überprüfung auf Monopolstellung seitens Intel in Auftrag. Intel solle laut Ergebnis der ERS Group in den Jahren 1996–2006 60 Milliarden Euro Gewinn dadurch gemacht haben.[70]
Im Juni 2008 wurde in Südkorea eine Strafe von 21 Millionen US-Dollar verhängt, mit der gleichen Begründung wie jene der EU.
Die EU-Kommission ermittelt seit 2007 wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens gegen Intel. Das Wettbewerbsverfahren begann im Juli 2007. In einem sogenannten „Blauen Brief“ warf sie Intel 2008 vor, PC-Herstellern Rabatte angeboten zu haben, wenn diese nur noch Intel-Bauteile in ihren Rechnern verbauten. Einem Hersteller sei Geld dafür gezahlt worden, dass er eine Rechnerbaureihe mit AMD-Chips erst verspätet auf den Markt brachte.[71] Die europäische Wettbewerbskommission verurteilte Intel im Mai 2009 zu einer Geldstrafe von 1,06 Milliarden Euro, nachdem sich herausstellte, dass das Unternehmen durch diverse preispolitische Maßnahmen gegenüber Zwischenhändlern und Herstellern massiv zum Nachteil der Wettbewerber in den Markt eingegriffen hatte.[72] Intel kündigte eine Klage gegen das Bußgeld an, der jedoch wenig Erfolgschancen zugerechnet werden. Zum ersten Mal seit rund 22 Jahren musste Intel-ChefPaul Otellini im Juli 2009 wegen der Rekordstrafe einen Quartalsverlust für den Chiphersteller melden.[73] (Abgesehen von der Strafe schnitt der Konzern besser ab als gedacht).[73] Seit 1999 bezahlte Intel dieMedia-Saturn-Holding für einen exklusiven Verkauf von Intel-Produkten.[74] Die betroffenen PC-Hersteller waren unter anderenAcer,Dell,Hewlett-Packard,Lenovo undNEC. Sie erhielten Vergünstigungen, wenn sie fast ausschließlich Intel-Prozessoren verbauten. Wenn sich der Einbau nicht ganz verhindern ließ, hat Intel auch dafür gezahlt, dass Computer mit AMD-Prozessor verspätet eingeführt werden. Im Mai 2009 verhängte die EU-Kommission gegen Intel eine Kartellstrafe in Höhe von 1,06 Milliarden Euro. Die Kommission begründete ihre Entscheidung damit, dass Intel seine dominante Marktstellung bei Prozessoren missbraucht habe, um Konkurrenten vom Markt zu verdrängen, was den Verbrauchern geschadet habe.[75]
Die Federal Trade Commission der Vereinigten Staaten untersucht zudem seit Ende 2008, inwieweit Intel in den USA gegen geltendes Kartellrecht verstößt.[76]
Instabile Prozessoren der 13. und 14. Core-i-Generation
Im Februar 2024 wurden Stabilitätsprobleme mit Intels Prozessoren der13. und 14. Core-i-Generation (Raptor Lake) bekannt. Spieler, Spieleentwickler undRechenzentren-Betreiber berichteten von vermehrten Abstürzen und Ausfallraten. Intel wurde vorgeworfen, nur zögerlich auf die Berichte zu reagieren, nicht ausreichend zu kommunizieren oder die Probleme herunterzuspielen.[77][78][79] Zwischen Juli und September 2024 veröffentlichte Intel dann eine Reihe vonBIOS-Updates,[80] die dieSpannung der Prozessoren reduzieren und so die Probleme eindämmen sollen. EineRückrufaktion soll es aber nicht geben, obwohl zu erwarten ist, dass Prozessoren, die bereits mit zu hoher Spannung betrieben wurden, Schäden davongetragen haben könnten, die sich zwar nicht sofort bemerkbar machen, aber in einer reduzierten Lebenserwartung münden können.[81] Im August gestand Intel Kunden jedoch eine Garantieverlängerung um zwei Jahre zu und gestand ein, von dem Problem bereits seit 2022 gewusst zu haben.[82]ComputerBase resümierte, Intels Kommunikationsstrategie bleibe „das größte Desaster in dieser gesamten Angelegenheit“.[80]
Intel erhält seit 1976 vierteljährlich Patentgebühren fürx86-Prozessoren vonAMD. Durch ein Cross-Licensing-Abkommen von 2001 darf Intel die patentrechtlich geschützteAMD64-Mikroarchitektur nutzen. Im Gegenzug dazu darf AMD neuere Intel-Technologien nutzen.[83]
Das FortbildungsprogrammIntel – Lehren für die Zukunft hatte das Ziel,Lehrern Kompetenzen für die Integration vondigitalen Medien in ihrem Unterricht zu vermitteln. „Intel Lehren – Grundkurs“ war Teil der weltweiten Aktion, die Intel gemeinsam mitMicrosoft und führenden PC-Herstellern zu Beginn des Jahres 2000 für die Fortbildung von Lehrern aller Schulformen gestartet hatte.Der Grundkurs war Ende 2004 ausgelaufen.[84]Die Nachfolgemaßnahme „Intel Lehren – Interaktiv“ steht seit 2010 für die Lehrkräfte aller Bundesländer zur Verfügung.[85]
↑Roland Lindner: Kriselnder Halbleiterkonzern: Amerika steigt bei Intel ein. Die Regierung übernimmt eine Beteiligung von 10 Prozent am angeschlagenen Halbleiterkonzern. Beide Seiten sprechen von einem „historischen Abkommen“. In: FAZ.net. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, 22. August 2025, abgerufen am 22. August 2025.