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IPv4

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IPv4 imTCP/IP-Protokollstapel:
AnwendungHTTPIMAPSMTPDNS
TransportTCPUDP
InternetIPv4
NetzzugangEthernetToken
Bus
Token
Ring
FDDI

IPv4 (Internet Protocol Version 4), vor der Entwicklung vonIPv6 auch einfachIP, ist die vierte Version desInternet Protocols (IP). Es war die erste Version des Internet Protocols, welche weltweit verbreitet und eingesetzt wurde, und bildet als Teil derInternetprotokollfamilie eine wichtige technische Grundlage desInternets. Es wurde inRFC 791 im Jahr 1981 definiert[1] und stellt einenInternetstandard derInternet Engineering Task Force dar. IPv4 verwendet 32 Bit langeIP-Adressen.

Geschichte

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Zahl der Rechner im Internet (1981 bis 2003)

IPv4 wurde als Teil derInternetprotokollfamilie für dasArpanet entwickelt und kam darin ab 1983 zum Einsatz. Damals waren nur einige hundert Rechner an das Netz angeschlossen. Das Arpanet entwickelte sich zumInternet und überschritt 1989 die Grenze von 100.000 Rechnern. Durch seine Verbreitung im Internet hat IPv4 schließlich auchLAN-Protokolle wieDECnet oderIPX verdrängt.NetWare,AppleTalk undNetBIOS wurden als neue Versionen hervorgebracht, die auf IP aufsetzen.

Am Anfang der 1990er Jahre war erkennbar, dass IP-Adressen bald knapp würden, da die damals üblicheNetzklassen-basierte Adressvergabe erheblichen Verschnitt verursachte. Als kurzfristige Lösung wurde 1993Classless Inter-Domain Routing eingeführt, das eine deutlich effizientere Adressvergabe ermöglichte. Eine weitere kurzfristige Lösung war das 1994 eingeführteNetwork Address Translation (NAT), das die Wiederverwendung von IP-Adressen ermöglichte.[2] In der VarianteNetwork Address Port Translation (NAPT) ermöglichte es die gleichzeitige Mehrfachverwendung von IP-Adressen. Mit diesen Maßnahmen konnte der Adressbedarf soweit gedämpft werden, dass der Adressraum trotz immensen Wachstums des Internets erst in den 2010er Jahren knapp wurde (siehe AbschnittAdressknappheit).

Als langfristige Lösung der Adressknappheit sollte ein neues Protokoll mit größerem Adressraum entwickelt werden. Dies führte zuerst zur Entwicklung des experimentellen ProtokollsTP/IX, das die Versionsnummer 7 trug und 1993 veröffentlicht wurde.[3] TP/IX sollte dabei einen 64-Bit-Adressbereich unterstützen, wurde dann aber zugunsten vonIPv6 verworfen. Die erste Fassung von IPv6 wurde 1995 veröffentlicht und verwendete einen 128-Bit-Adressraum.[4] Die Versionsnummer 5 wurde nicht für einen IPv4-Nachfolger verwendet, da sie bereits 1990 durch das experimentelleInternet Stream Protocol Version 2 (ST2) belegt war, einem fürStreaming optimierten Protokoll.[5]

Adressformat

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Hauptartikel:IP-Adresse

IPv4 benutzt 32-Bit-Adressen, wodurch ein Adressraum von knapp 4,3 Milliarden Adressen zur Verfügung steht. IPv4-Adressen werden meist inDezimalpunktschreibweise dargestellt: vierOktetts (je 8 Bit) werden durch Punkt getrennt mit vier Zahlen von 0 bis 255 dargestellt.

Beispiel:192.0.2.155

Eine IPv4-Adresse kann indezimal,binär,oktal undhexadezimal sowohl in der Punkt- als auch in der Nichtpunktnotation dargestellt werden. Eine führende Null zeigt eine Oktalzahl an. Daher dürfen in der Dezimalpunktschreibweise ein- und zweistellige Zahlen nicht auf ein gleichförmiges Längenformat gebracht werden (also nicht: 192.000.002.155).

Jedes der vier Oktette besteht aus 8 Bit und stellt somit 28 = 256 verschiedene Werte dar. Daraus ergibt sich eine Gesamtzahl von 256 × 256 × 256 × 256 = 2564 = 232 = 4.294.967.296 IPv4-Adressen.

Netzanteil und Hostanteil

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Eine IP-Adresse besteht aus einem Netzanteil und einem Hostanteil. Der Netzanteil identifiziert einTeilnetz, der Hostanteil identifiziert ein Gerät (Host) innerhalb eines Teilnetzes.

Die genaue Aufteilung zwischen Netzanteil und Hostanteil wird durch eineSubnetzmaske festgelegt, beispielsweise 255.255.255.0, was in binärer Darstellung 11111111.11111111.11111111.00000000 entspricht. Die Bits der Subnetzmaske, die „1“ lauten, legen die Stellen der IP-Adresse fest, die zum Netzanteil gehören. Alle restlichen Stellen der IP-Adresse, die entsprechend in der Subnetzmaske auf „0“ gesetzt sind, gehören zum Hostanteil. In derCIDR-Notation wird die Länge des Netzanteils durch die Anzahl Bits angegeben und mit Schrägstrich getrennt als Suffix an die IP-Adresse angehängt, beispielsweise /24. Somit ist der Netzanteil 24 Bits lang, was der Subnetzmaske 255.255.255.0 entspricht. Die übrigen 8 Bits gehören somit zum Hostanteil.

Beispiel:

dezimalbinär
IP-Adresse192.0.2.15511000000.00000000.00000010.10011011
Subnetzmaske255.255.255.011111111.11111111.11111111.00000000
NetzanteilHostanteilNetzanteilHostanteil
CIDR-Notation192.0.2.155/24

Die Unterscheidung zwischen Netzanteil und Hostanteil ist erforderlich für die Entscheidung, ob sich eine Zieladresse in demselbenlokalen Netz oder in einem anderen Netz befindet. Wenn der Netzanteil identisch ist, können die Endgeräte innerhalb einerBroadcast-Domäne direkt miteinander kommunizieren, beispielsweise perEthernet oderWLAN. Im selben Teilnetz darf der Hostanteil nicht mehrfach vergeben sein, da es ansonsten zu einem IP-Adresskonflikt kommt. Für jedes Endgerät vergibt der zuständigeNetzwerkadministrator den Hostanteil eindeutig durch eine manuelle oder automatischeIP-Adresszuweisung.

Für die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Netzen wird einRouter benötigt, siehe Abschnitt#Routing. Der Netzanteil muss ebenfalls eindeutig sein, damit es nicht zu Routing-Konflikten führt. DieVergabe von IP-Netzbereichen erfolgt durch eine hierarchische Organisationsstruktur zwischen derInternet Assigned Numbers Authority, denRegional Internet Registrys und denLocal Internet Registrys.

Subnetting

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Hauptartikel:Subnetz

Ein Netz kann in weitere Teil- oder Subnetze unterteilt werden. Dies erfolgt, indem ein oder mehrerehochwertige Bits des Hostanteils zur Unterscheidung des Subnetzes verwendet werden. Innerhalb eines Subnetzes wird die Subnetzmaske angepasst, um den verkleinerten Hostanteil widerzuspiegeln. Subnetting wird zurSegmentierung von Netzen verwendet. Für die Kommunikation zwischen den Subnetzen ist ein Router erforderlich.

Beispiel:

Netzadresse (CIDR)SubnetzmaskeAdressbereichNetz-,Subnetz- undHostanteil (binär)
Netz192.0.2.0/24255.255.255.0192.0.2.0 – 192.0.2.25511000000.00000000.00000010.xxxxxxxx
Subnetz192.0.2.0/25255.255.255.128192.0.2.0 – 192.0.2.12711000000.00000000.00000010.0xxxxxxx
Subnetz192.0.2.128/26255.255.255.192192.0.2.128 – 192.0.2.19111000000.00000000.00000010.10xxxxxx
Subnetz192.0.2.192/26255.255.255.192192.0.2.192 – 192.0.2.25511000000.00000000.00000010.11xxxxxx

Nach außen hin wird das Netz beim Routing als ein Ganzes adressiert. Die innere Unterteilung in Subnetze ist nicht direkt ersichtlich. Das Gegenteil von Subnetting istSupernetting und beschreibt die Zusammenfassung von mehreren angrenzenden Netzadressen in einer gemeinsamen Route. Der Zweck ist die Minimierung von Einträgen in einerRoutingtabelle. Supernetting wird beiClassless Inter-Domain Routing als Routenaggregation bezeichnet.

Historische Netzklassen (nicht mehr in Gebrauch seit 1993)

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Historische IP-Netzklassen
Bit 31–2827–2423–1615–87–0
Class A: Netze 0.0.0.0/8 bis 127.255.255.255
0 … 128 8-Bit-Netze24-Bit-Host
Class B: Netze 128.0.0.0/16 bis 191.255.255.255
1 0 … 16.384 16-Bit-Netze16-Bit-Host
Class C: Netze 192.0.0.0/24 bis 223.255.255.255
1 1 0 … 2.097.152 24-Bit-Netze8-Bit-Host
Class D: Multicast-Gruppen 224.0.0.0/4 bis 239.255.255.255
1 1 1 028-Bit-Multicast-Gruppen-ID
Class E: Reserviert 240.0.0.0/4 bis 255.255.255.255
1 1 1 1 027-Bit-Future-Use (zukünftige Anwendungen)
Hauptartikel:Netzklasse

Ursprünglich gab es fest vorgeschriebene Einteilungen für Netzklassen mit einer festen Länge des Netzanteils. Die Größe des Netzanteils ergab sich aus den ersten Bits der Adresse; eine Subnetzmaske musste nicht angegeben werden. Da diese Einteilung sehr unflexibel ist, wird seit 1993 ausschließlich das VerfahrenClassless Inter-Domain Routing angewandt, welches bitvariable Netzmasken ermöglicht. Obwohl das Konzept von Netzklassen seitdem nicht mehr im Einsatz ist, blieb der Begriff der Netzklasse über Jahre verbreitet. Hierbei steht „Klasse A“ für ein Netz der CIDR-Präfixlänge /8, „Klasse B“ für /16 und „Klasse C“ für /24. Die ursprüngliche Zuordnung zu festgelegten Adressbereichen wird für gewöhnlich ignoriert, sodass diese Begrifflichkeit nicht mit dem ursprünglichen Konzept der Netzklassen konform ist.

Nutzbare Adressen

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Die jeweils erste und letzte Adresse eines Subnetzes haben eine besondere Bedeutung und stehen üblicherweise nicht zur Vergabe an Hosts zur Verfügung. Die maximale Anzahl der zu vergebenen Hostadressen in einem Netz beträgt somit effektiv:

2Anzahl Bits der Hostadresse − 2.

Diese Einschränkung geht auf die Praxis zurück, Adressen mit „0“ an allen Stellen als „dieses Netz“ und Adressen mit „1“ an allen Stellen als „alle Hosts“ zu interpretieren.[6] Die erste Adresse eines Subnetzes (zum Beispiel192.0.2.0) bezeichnet das Netz selbst. Die letzte Adresse (zum Beispiel192.0.2.255) bezeichnet dieBroadcast-Adresse, unter der alle Hosts im Netz angesprochen werden können. Ein Versuch, diese Einschränkung aufzuheben, hat sich nicht durchgesetzt,[7] sodass auch heute noch in praktisch jedem Netz beide Adressen reserviert sind. Gängig ist außerdem, dasDefault Gateway auf die zweite oder die vorletzte IP-Adresse im Netz zu legen (zum Beispiel192.0.2.1 oder192.0.2.254), wobei es dafür keinerlei Vorgaben gibt.

Besondere Netzadressen

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Einige Netzadressen sind für spezielle Zwecke reserviert. Siehe RFC 6890:[8]

Adressblock (Präfix)VerwendungReferenz
0.0.0.0/8Das vorliegende NetzwerkRFC 1122[9]
10.0.0.0/8Private NetzeRFC 1918[10]
100.64.0.0/10Shared Transition SpaceRFC 6598[11]
127.0.0.0/8Loopback (Lokaler Computer)RFC 1122[9]
169.254.0.0/16Automatische Adresskonfiguration (link local),APIPARFC 3927[12]
172.16.0.0/12Private NetzeRFC 1918[10]
192.0.0.0/24IETF Protocol AssignmentsRFC 6890[8]
192.0.2.0/24DokumentationszweckeRFC 6890[8]
192.88.99.0/24IPv6 zu IPv4 Relay (Veraltet)RFC 7526[13]
192.168.0.0/16Private NetzeRFC 1918[10]
198.18.0.0/15Netzwerk-Benchmark-TestsRFC 2544[14]
198.51.100.0/24DokumentationszweckeRFC 6890[8]
203.0.113.0/24DokumentationszweckeRFC 6890[8]
224.0.0.0/4MulticastsRFC 5771[15]
240.0.0.0/4ReserviertRFC 1700[16]
255.255.255.255/32LimitedBroadcastRFC 919,[17] RFC 922[18]

Private IP-Adressen

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Hauptartikel:Private IP-Adresse

Bestimmte IP-Adressbereiche stehen zur freien Verfügung und können ohne vorherige Registrierung für private Netze verwendet werden. Im Internet werden diese IP-Adressbereiche nicht geroutet. Historisch befand sich jeder der Adressbereiche in einer anderen Netzklasse. Aus Gewohnheitsgründen ist es gängig für Subnetze im Adressblock 172.16.0.0/12 die Präfixlänge /16 und im Adressblock 192.168.0.0/16 die Präfixlänge /24 zu verwenden. Eine Vorgabe existiert diesbezüglich nicht.

CIDR-AdressblockAdressbereichAnzahl IP-Adressen
10.0.0.0/810.0.0.0 – 10.255.255.255224 = 16.777.216
172.16.0.0/12172.16.0.0 – 172.31.255.255220 = 1.048.576
192.168.0.0/16192.168.0.0 – 192.168.255.255216 = 65.536

Beispiele

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Beispiel: (24-Bit-Netz)
Subnetzmaske=11111111.11111111.11111111.00000000(255.255.255.0)
Der Besitzer legt den Netzteil auf 192.168.0 fest:
Netzteil=11000000.10101000.00000000
Das führt zu folgender Adressverteilung:
Netzname=11000000.10101000.00000000.00000000(192.168.0.0)
erste Host-Adresse=11000000.10101000.00000000.00000001(192.168.0.1)
letzte Host-Adresse=11000000.10101000.00000000.11111110(192.168.0.254)
Broadcast=11000000.10101000.00000000.11111111(192.168.0.255)
Anzahl zu vergebende Adressen: 28 − 2 = 254
Beispiel: (21-Bit-Netzwerk)
Subnetzmaske=11111111.11111111.11111000.00000000(255.255.248.0)
Der Besitzer legt den Netzteil auf 192.168.120 fest
(wobei im dritten Oktett nur die fünf höchstwertigen Bits zum Netzteil gehören):
Netzteil=11000000.10101000.01111
Das führt zu folgender Adressverteilung:
Netzname=11000000.10101000.01111000.00000000(192.168.120.0)
erste Host-Adresse=11000000.10101000.01111000.00000001(192.168.120.1)
letzte Host-Adresse=11000000.10101000.01111111.11111110(192.168.127.254)
Broadcast=11000000.10101000.01111111.11111111(192.168.127.255)
Anzahl zu vergebende Adressen: 211 − 2 = 2046

Paketformat

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Hauptartikel:IP-Paket

Ein IP-Paket besteht aus einemHeader und den eigentlichenNutzdaten. Der IPv4-Header ist normalerweise 20 Bytes lang, kann aber durch zusätzliche Optionen in jeweils 4-Byte-Schritten auf bis zu 60 Bytes verlängert werden. Die Optionen sind größtenteils ungenutzt und IPv4-Pakete mit Optionen werden oft blockiert.[19]

IPv4 dient als Grundlage, um darüber andere Protokolle zu transportieren. In dem Datenteil eines IP-Pakets werden der Header, die Nutzdaten und ein eventuellerTrailer eines anderen Netzwerkprotokollsgekapselt. Typische Beispiele sindTCP,UDP oderICMP. Um welches Protokoll es sich handelt, wird durch eine Nummer imProtokoll-Feld des IP-Headers festgelegt. DieInternet Assigned Numbers Authority verwaltet eine Liste der registrierten Protokollnummern.[20]

Die maximale Länge eines IP-Pakets beträgt 65535 Bytes (216−1) und die maximale Datenlänge 65515 Bytes (Paketlänge – minimale Headerlänge von 20 Byte). Die Paketlänge wird jedoch normalerweise von dem zugrundeliegenden Netzwerkprotokoll aufNetzzugangsschicht weiter eingeschränkt, woraus sich eine für das Netz spezifische maximale IP-Paketlänge ergibt, dieMaximum Transmission Unit (MTU) genannt wird. BeiEthernet beispielsweise beträgt die MTU 1500 Bytes. Die MTU reduziert sich, wenn ein IP-Paket über einenTunnel oder einVirtual Private Network transportiert wird. Die minimaleFrame-Länge von Ethernet hat hingegen keine Auswirkung auf IPv4, da durch das Längenfeld im IPv4-Header ein beliebig kurzes IPv4-Paket transportiert werden kann, selbst wenn der Ethernet-Frame mit Nullbytes aufgefüllt werden muss.

0–34–78–1314–1516–1819–2324–2728–31
VersionIHLDSCPECNGesamtlänge
IdentifikationFlagsFragment Offset
TTLProtokollHeader-Prüfsumme
Quell-IP-Adresse
Ziel-IP-Adresse
evtl. Optionen …

Eine spezielle Bedeutung kommt in modernen Implementierungen dem früheren FeldType of Service (ToS) im zweiten Oktett des IPv4-Headers zu. Ursprünglich diente dieses Feld bei der Vermittlung eines Datenpaketes als Entscheidungshilfe für die beteiligten Router bei der Wahl der Übertragungsparameter. In modernen Implementierungen wird dieses Feld im Zusammenhang mit dernetwork congestion avoidance (Vermeidung von Überlastungen) verwendet. Das ToS-Feld wurde durch das DS-Feld (differentiated services) ersetzt, dessen erste sechs Bits alsdifferentiated services code point (DSCP) und dessen letzte beiden Bits alsexplicit congestion notification (ECN) benutzt werden.

Routing

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IPv4 unterscheidet nicht zwischen Endgeräten (Hosts) und Vermittlungsgeräten (Router). Jeder Computer und jedes Gerät kann gleichzeitig Endpunkt und Router sein. EinRouter verbindet dabei verschiedene Netze. Die Gesamtheit aller über Router verbundenen Netze bildet das Internet (siehe auchInternetworking).

IPv4 ist fürLANs undWANs gleichermaßen geeignet. Ein Paket kann verschiedene Netze vom Sender zum Empfänger durchlaufen, die Netze sind durch Router verbunden. Anhand vonRoutingtabellen, die jeder Router individuell pflegt, wird der Netzteil einem Zielnetz zugeordnet. Die Einträge in die Routingtabelle können dabei statisch oder über Routingprotokolle dynamisch erfolgen. Die Routingprotokolle dürfen dabei sogar auf IP aufsetzen.

Bei Überlastung eines Netzwerks oder einem anderen Fehler darf ein Router Pakete auch verwerfen. Pakete desselben Senders können bei Ausfall eines Netzes auch alternativ „geroutet“ werden. Jedes Paket wird dabei einzeln „geroutet“, was zu einer erhöhten Ausfallsicherheit führt.

BeimRouting über IP können daher

  • einzelne Pakete verlorengehen,
  • Pakete doppelt beim Empfänger ankommen,
  • Pakete verschiedene Wege nehmen,
  • Paketefragmentiert beim Empfänger ankommen.

WirdTCP auf IP aufgesetzt (d. h. die Daten jedes IP-Pakets enthalten ein TCP-Paket, aufgeteilt inTCP-Header und Daten), so wird neben dem Aufheben der Längenbeschränkung auch derPaketverlust durch Wiederholung korrigiert. Doppelte Pakete werden erkannt und verworfen. Die Kombination TCP mit IP stellt dabei eine zuverlässige bidirektionale Verbindung eines Datenstroms dar.

Paketfragmentierung

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Hauptartikel:IP-Fragmentierung

Auf dem Weg vom Sender zum Empfänger kann es vorkommen, dass ein IP-Paket ein Netz durchlaufen muss, bei dem das Paket länger ist als die vom Netz maximal unterstützte Paketlänge (MTU). In einem solchen Fall kann der Router entweder eine Fehlermeldung zurücksenden (siehe Abschnitt#ICMP) oder das Paket in Fragmente aufteilen und in separaten IP-Paketen weiter versenden. Jedes der Fragmente trägt dieselbe Identifikationsnummer im Header, mit denen der Empfänger eine Zusammensetzung vornehmen kann. Die Fragmentierung erfolgt in folgenden Schritten:

  • Aufteilen der Nutzdaten an einer 8-Byte-Grenze (das letzte Fragment enthält dann nicht unbedingt ein Vielfaches von 8 Byte Daten).
  • Kopieren der IP-Headerdaten des Originalpakets in die neuen Header der Fragmente.
  • Setzen des Felds „More Fragments“ auf den Wert 1 bei allen bis auf das letzte Fragment.
  • Beim letzten Fragment wird der Wert von „More Fragments“ aus dem Originalpaket kopiert. Im Regelfall ist der Wert 0, kann aber auch 1 sein, falls das Originalpaket bereits ein Fragment ist.
  • Setzen der Längen-Felder und des Fragment-Offsets in den Headern. Das Fragment-Offset gibt die Position eines Datenfragments im Originalpaket an (als Vielfaches von 8 Bytes).

Um ein Paket wieder zusammenzusetzen, kombiniert der Empfänger alle Fragmente, welche die gleiche Identifikationsnummer, den gleichen Absender, Empfänger und das gleiche Protokoll haben. Die Reihenfolge der Fragmente ergibt sich aus dem jeweiligen Fragment-Offset im Header. Das letzte Fragment erkennt der Empfänger daran, dass das Feld „More Fragments“ auf 0 gesetzt ist.

ICMP

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Hauptartikel:Internet Control Message Protocol

IP ist eng verknüpft mit dem Internet Control Message Protocol (ICMP), das zur Fehlersuche und Steuerung eingesetzt wird. ICMP setzt auf IP auf, das heißt ein ICMP-Paket wird im Datenteil eines IP-Pakets abgelegt. Eine IP-Implementierung enthält stets auch eine ICMP-Implementierung. ICMP besteht aus verschiedenen Pakettypen, die unterschiedlichen Funktionen dienen. Ein prominentes Beispiel sind „Echo Request“ und „Echo Reply“, was für das DiagnosewerkzeugPing verwendet wird. AuchTraceroute verwendet ICMP.

ICMP kann zusammen mit demDon’t-Fragment-Bit des IP-Pakets auch eingesetzt werden, um die maximale Paketgröße eines Übertragungsweges zu einer Zieladresse zu ermitteln. Dies wird alsPath MTU Discovery bezeichnet und ermittelt die kleinsteMTU aller passierten Netze. Dadurch kann auf IP-Fragmentierung verzichtet werden, wenn der Sender nur Pakete mit der maximalen Größe der PMTU erzeugt.

Netzzugangsschicht

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IPv4 kann auf verschiedeneÜbertragungsmedien und Protokolle in derNetzzugangsschicht aufsetzen, zum Beispiel dasPoint-to-Point Protocol oderSerial Line Internet Protocol. In lokalen Netzen wird überwiegendEthernet oderWLAN eingesetzt. Beide verwenden eine 48 Bit langeMAC-Adresse zur Adressierung vonNetzwerkkarten. Ein Sender muss die MAC-Adresse des Ziels kennen, bevor ein IP-Paket gesendet werden kann. Um für eine gegebene IP-Adresse des Ziels die zugehörige MAC-Adresse zu ermitteln, wird dasAddress Resolution Protocol (ARP) verwendet. Unbekannte MAC-Adressen fragt der Sender mittels einer ARP-Anfrage an, die er alsBroadcast an alle Netzwerkgeräte im lokalen Netz sendet. Das Ziel sendet daraufhin eine ARP-Antwort zurück, die die gesuchte MAC-Adresse enthält. Die Kommunikationsteilnehmer speichern die gelernten Zuordnungen von IP-Adresse zu MAC-Adresse in einemCache zwischen.

Adressknappheit

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Anzahl verfügbarer IPv4-Adressblöcke zwischen 1995 und 2015

Aufgrund des unvorhergesehenen Wachstums des Internets herrscht heute Adressknappheit. Im Januar 2011 teilte dieIANA der asiatisch-pazifischenRegional Internet RegistryAPNIC die letzten zwei /8-Adressblöcke nach der regulären Vergabepraxis zu.[21] Gemäß einer Vereinbarung aus dem Jahr 2009[22] wurde am 3. Februar 2011 schließlich der verbliebene Adressraum gleichmäßig auf die regionalen Adressvergabestellen verteilt: jeweils ein /8-Adressblock pro Vergabestelle.[23][24] Seitdem hat die IANA auf der globalen Ebene keine weiteren /8-Adressblöcke mehr zu vergeben.

Auf der regionalen Ebene verschärften die Regional Internet Registrys ihre Vergabepraktiken, um aus dem letzten /8-Adressblock möglichst lange schöpfen zu können. Bei der APNIC traten diese am 15. April 2011 in Kraft, da die zuvor erhaltenen beiden /8-Adressblöcke bereits nach drei Monaten aufgebraucht waren.[25] Am 14. September 2012 folgte dannRIPE NCC mit der letzten regulären Zuteilung in der Region Europa/Naher Osten.[26] Mit der neuen Vergabepraxis hatten APNIC- und RIPE-NCC-Mitglieder jeweils nur noch Anspruch auf Zuteilung eines /22-Adressbereichs, selbst wenn sie einen größeren Bedarf nachweisen konnten.[27][28]

Am 25. November 2019 hat RIPE NCC ihren /8-Adressblock endgültig aufgebraucht. Seitdem werden nur noch /24-Kleinstblöcke per Warteliste aus Rückläufern vergeben.[29]

Adressfragmentierung

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Die historische Entwicklung des Internets wirft ein weiteres Problem auf: Durch die mit der Zeit mehrmals geänderte Vergabepraxis von Adressen des IPv4-Adressraums ist dieser inzwischen stark fragmentiert, d. h., häufig gehören mehrere nicht zusammenhängende Adressbereiche zur gleichen organisatorischen Instanz. Dies führt in Verbindung mit der heutigenRoutingstrategie (Classless Inter-Domain Routing) zu langenRoutingtabellen, auf welcheSpeicher undProzessoren derRouter im Kernbereich des Internets ausgelegt werden müssen. Zudem erfordert IPv4 von Routern, Prüfsummen jedes weitergeleiteten Pakets neu zu berechnen, was eine weitere Prozessorbelastung darstellt.

IPv6

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Hauptartikel:IPv6

Weil die IPv4-Adressen auszugehen drohten, wurdeIPv6 als 128-Bit-Adressen entwickelt. Diese werden in achthexadezimale 4er-Gruppen dargestellt und die Gruppen durch Doppelpunkte getrennt. Damit können 2128 = 65.5368 ≈ 340 Sextillionen IPv6-Adressen vergeben werden, eine extrem hohe Zahl. Zusätzlich wurde die Systematik der Adress-Struktur wesentlich verbessert.

IPv6-Beispiel:2001:0db8:85a3:08d3:1319:8a2e:0370:7344

Siehe auch

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Literatur

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Weblinks

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Einzelnachweise

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  1. RFC:791 –Internet Protocol. 1981 (englisch).
  2. K. Egevang, P. Francis: RFC:1631 –The IP Network Address Translator (NAT). Mai 1994 (englisch).
  3. R. Ullmann: RFC:1475 –TP/IX: The Next Internet. Juni 1993 (englisch).
  4. S. Deering, R. Hinden: RFC:1883 –Internet Protocol, Version 6 (IPv6). Dezember 1995 (englisch).
  5. C. Topolcic: RFC:1190 –Experimental Internet Stream Protocol, Version 2 (ST-II). Oktober 1990 (englisch).
  6. RFC:923 –Assigned numbers. Oktober 1984 (englisch).
  7. RFC:1878 –Variable Length Subnet Table For IPv4. Dezember 1995 (englisch).
  8. abcdeRFC:6890 –Special-Purpose IP Address Registries. April 2013 (englisch).
  9. abRFC:1122 –Requirements for Internet Hosts – Communication Layers. Oktober 1989 (englisch).
  10. abcRFC:1918 –Address Allocation for Private Internets. Februar 1996 (englisch).
  11. RFC:6598 –IANA-Reserved IPv4 Prefix for Shared Address Space. April 2012 (englisch).
  12. RFC:3927 –Dynamic Configuration of IPv4 Link-Local Addresses. Mai 2005 (englisch).
  13. RFC:7526 –Deprecating the Anycast Prefix for 6to4 Relay Routers. Mai 2015 (englisch).
  14. RFC:2544 –Benchmarking Methodology for Network Interconnect Devices. März 1999 (englisch).
  15. RFC:5771 –IANA Guidelines for IPv4 Multicast Address Assignments. (englisch).
  16. RFC:1700 –Assigned Numbers. Oktober 1994 (englisch).
  17. RFC:919 –Broadcasting Internet Datagrams. Oktober 1984 (englisch).
  18. RFC:922 –Broadcasting Internet Datagrams in the Presence of Subnets. Oktober 1984 (englisch).
  19. RFC:7126 –Recommendations on Filtering of IPv4 Packets Containing IPv4 Options. Februar 2014 (englisch).
  20. Protocol Numbers. IANA, Juni 2023, abgerufen am 7. September 2023. 
  21. Two /8s allocated to APNIC from IANA. (Memento vom 17. August 2011 aufWebCite) APNIC, 1. Februar 2011.
  22. Global Policy for the Allocation of the Remaining IPv4 Address Space. ICANN.
  23. Alle Internetadressen weltweit sind aufgebraucht.Welt Online, 3. Februar 2011.
  24. RIPE NCC Receives Final /8 of IPv4 Address Space from IANA. ripe.net (englisch).
  25. APNIC IPv4 Address Pool Reaches Final /8. (Memento vom 17. August 2011 aufWebCite)APNIC
  26. ripe.net
  27. Policies for IPv4 address space management in the Asia Pacific region. (Memento vom 18. November 2011 imInternet Archive) APNIC, Abschnitt 3
  28. ripe.net, Abschnitt 5.6
  29. The RIPE NCC has run out of IPv4 Addresses. 25. November 2019, abgerufen am 26. November 2019 (englisch). 
Normdaten (Sachbegriff):GND:4588596-5 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS)
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