Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Hugo Oppenheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Hugo Otto Joseph Oppenheim (*5. Februar1847 inBerlin; †23. Januar1921Rehnitz,Neumark,Provinz Brandenburg) war ein deutscherBankier.

Familie

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Herkunft

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Hugo Oppenheim stammte aus angesehenenjüdischen Bankiersfamilien. Der VaterOtto Georg Oppenheim (1817–1909) warJurist, die Mutter Margarethe war eine TochterAlexander Mendelssohns.[1] Hugo war beider ältester Sohn. Seine Schwester Else (1844–1868) heiratete 1867 den ChemikerPaul Mendelssohn Bartholdy (Gründer des Fotochemie-UnternehmensAgfa), eine jüngere Schwester Enole Oppenheim (1855–1939) wurde 1873 dessen zweite Ehefrau. Seine jüngste Schwester Clara (1861–1944) heiratete 1880 denGynäkologenAdolf Gusserow. Der jüngere BruderFranz Oppenheim wurde Chemiker und Direktor der Agfa.

Ehe und Kinder

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Im September 1871 heiratete Hugo Oppenheim seine Cousine Anna Oppenheim (1849–1931), eine Tochter seines OnkelsRudolph Oppenheim.

Seine Frau Anna Oppenheim (Mitte) mit ihren GeschwisternBenoit Oppenheim undMarie von Leyden

Das Ehepaar bekam fünf gemeinsame Kinder:

  • Else Oppenheim (1873–1945), verheiratet mit dem MalerJosef Block (1863–1943)
  • Luise Oppenheim (1875–1926), verheiratet mit dem Offizier Hans Petersen (1867–1944)
  • Margarete Oppenheim (1877–1939), verheiratet mit dem MalerCharles Frederic Ulrich (1858–1908)
  • Anna Oppenheim (1879–1946), überlebte die Verfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus, starb aber kurz nach der Befreiung an Unterernährung
  • Robert Oppenheim (1882–1956), Bankier und Kaufmann

Berufliche Tätigkeit

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Knapp vier Monate nach seiner Heirat wurde Hugo Oppenheim Ende 1871 Teilhaber des BankhausesRobert Warschauer & Co. (Behrenstraße 48 in Berlin), das von seinem OnkelRobert Warschauer senior geführt wurde. 1899 wurde Hugo Oppenheim Seniorchef dieser Bank. Diese wurde sechs Jahre später, 1905, von derDarmstädter Bank für Handel und Industrie übernommen.

1877 trat Hugo Oppenheim derGesellschaft der Freunde bei. Später wurde er stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats derDeutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft und Aufsichtsratsmitglied derDeutsch-Asiatischen Bank.[2] Von 1911 bis 1919 unterstützte Hugo Oppenheim als Fördermitglied dieKaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (KWG).[3]

Wohnsitze

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Berlin

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

1892 kaufte Hugo Oppenheim die VillaMatthäikirchstraße 3b imTiergartenviertel, die fortan der Familienwohnsitz in Berlin wurde.[4] Den Sommer verbrachten die Oppenheims bis 1905 in derVilla Sorgenfrei, Scharrenstraße 23–27 (heuteSchustehrusstraße), dem Sommerwohnort der Eltern Hugo Oppenheims inCharlottenburg.[5]

Gut Rehnitz

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

1905 erwarb Hugo Oppenheim das Landgut Rehnitz am Rehnitzsee in derNeumark.[6] Den Kauf finanzierte er mit dem Geld, das ihm die Darmstädter Bank bei der Übernahme der Warschauer-Bank zahlte. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Gut Rehnitz eine Größe von 750ha Ackerland, 300 ha Wald, 75 ha Wasser und 63 ha Wiese.

Die Oppenheims strukturierten in den folgenden Jahren das Anwesen neu und ließen dasHerrenhaus 1905–1906 von dem bekannten Münchener ArchitektenEmanuel von Seidl umbauen. 1928 verkaufte Hugo Oppenheims Witwe Anna große Teile des Grundbesitzes an die SiedlungsgesellschaftEigene Scholle. Die Familie behielt jedoch das Herrenhaus, den Wald und den See.[7] Aus dem Gut wurde ein ausgedehntes Siedlerdorf. Nach dem Tod Anna Oppenheims[8] verkauften die Erben den Rest des Anwesens.[9]

Bankhaus Hugo Oppenheim & Sohn

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Aktie über 1000 DM der Hugo Oppenheim & Sohn Nachf. Berliner Privatbank AG vom Dezember 1964

1912 gründete Hugo Oppenheim die PrivatbankHugo Oppenheim & Sohn mit SitzUnter den Linden 78, ab 1919Pariser Platz 1 in der BerlinerDorotheenstadt.[10]

Nach Hugo Oppenheims Tod fiel das Bankhaus an seinen einzigen Sohn Robert Oppenheim. Dieser musste es 1932 aufgrund von Überschuldung in Folge der Bankenkrise von 1931liquidieren. Die zukunftsfähigen Geschäftsteile wurden von der Familie von Mendelssohn-Bartholdy übernommen und von Robert Oppenheims Großneffen Hugo von Mendelssohn-Bartholdy unter derFirmaHugo Oppenheim & Sohn Nachf. weitergeführt. Dieser war jedoch ebenfalls wenig erfolgreich und musste Ende 1934 die Geschäfte einstellen. 1950 gründete Hugo von Mendelssohn-Bartholdy erneut ein BankhausHugo Oppenheim & Sohn Nachf., diesmal mitSitz inHamburg undFrankfurt am Main. 1962 übernahm sie die in finanzielle Schieflage geratene, in Berlin ansässige, 1950 alsJüdische Bank AG gegründete und 1955 umbenannteBerliner Privatbank AG und firmierte fortan alsHugo Oppenheim & Sohn Nachf. Berliner Privatbank AG. 1963 verkaufte Hugo von Mendelssohn-Bartholdy die Bank, die drei Jahre später zahlungsunfähig wurde.[11]

Literatur

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • Thomas Lackmann:Das Glück der Mendelssohns. Geschichte einer deutschen Familie. Aufbau-Verlag, Berlin 2005,ISBN 3-351-02600-5.

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. Sebastian Panwitz: Otto Georg Oppenheim und Margarethe Oppenheim, geb. Mendelssohn; in: Mendelssohn-Studien 18 (2013), S. 309–319, hier S. 311.
  2. Deutsch-Asiatische Bank, Geschäftsbericht über die Jahre 1915 bis 1927. (Memento desOriginals vom 5. Juli 2015 imInternet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bankgeschichte.de (PDF)
  3. Generalverwaltung Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft - Informationen zum Bestand: Mitglieder. (Memento desOriginals vom 23. September 2015 imInternet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.archiv-berlin.mpg.de, Archiv der Max-Planck-Gesellschaft; abgerufen am 4. Juli 2015.
  4. Berliner Adreßbücher, ab 1894
  5. Oppenheim, Hugo, Märkische Landsitze des Berliner Bürgertums, abgerufen am 22. Juli 2015.
  6. Märkische Landsitze des Berliner Bürgertums, Hugo Oppenheim: Rehnitz, Rittergut (mit Rittergut Glasow), Kr. Soldin (Renice, powiat myśliborski, und Głazów, powiat myśliborski). Lexikon Landsitze und Landbesitz; abgerufen am 4. Juli 2015.
  7. Gutsverwaltung Rehnitz, Kreis Soldin: Oppenheim; Anna; Rittergutsbesitzerin, Adressbuch Soldin/Neumark, 1925, S. 257–258.
  8. Traueranzeige: Brief von Else Block, Margarete Ulrich, Anna Oppenheim, Robert Oppenheim, Josef Block, Hans Petersen und Ehrentraut Oppenheim an Gerhart Hauptmann, auf Digitalisierte Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin
  9. Rehkitz Geschichte, auf GenWiki, abgerufen am 4. Juli 2015.
  10. Hugo Oppenheim & Sohn, Privatbank, Eingetragen 1912 , Liq.: 1935, Pariser Platz 1 (Mitte) (Memento desOriginals vom 5. Juli 2015 imInternet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www2.hu-berlin.de, Jüdische Gewerbebetriebe in Berlin 1930–1945, abgerufen am 4. Juli 2015.
  11. Oppenheim-Konkurs: Profite in Briefmarken. In:Der Spiegel.Nr. 9, 1968 (online). 
Personendaten
NAMEOppenheim, Hugo
ALTERNATIVNAMENOppenheim, Hugo Otto Joseph (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNGdeutscher Bankier und Gutsbesitzer
GEBURTSDATUM5. Februar 1847
GEBURTSORTBerlin
STERBEDATUM23. Januar 1921
STERBEORTGut Rehnitz (Neumark)
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Hugo_Oppenheim&oldid=258378664
Kategorien:
Versteckte Kategorien:

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp