Horst Nitschmann (*9. Juli1908 inMainz; †4. Juni1976 inMünchen) war ein deutscherOffizier derWehrmacht und derBundeswehr, zuletzt imDienstgrad einesBrigadegenerals, und Angehöriger desBundesnachrichtendienstes (BND).
Nitschmann, Sohn desHauptmanns Fritz Nitschmann und von Alma, geb. Stamm, trat am 1. April 1927 alsOffizieranwärter beim Infanterie-Regiment 4 inNeustettin in dieReichswehr ein. Er war Zugführer und Bataillonsadjutant im Infanterie-Regiment 4, wurde am 1. April 1931 zumLeutnant und am 1. September 1933 zumOberleutnant befördert. Von 1935 bis 1937 war er Bataillonsadjutant im II. Bataillon des Infanterie-Regiments 69 (motorisiert) inHamburg-Wandsbek, wurde am 1. Oktober 1937 Hauptmann und besuchte von Oktober 1937 bis August 1939 den Generalstabslehrgang an derKriegsakademie inBerlin. Anschließend wurde erZweiter Generalstabsoffizier der267. Infanterie-Division. Im August 1940 wechselte er alsDritter Generalstabsoffizier zumXXIV. Panzerkorps, wurde am 1. März 1941Major im Generalstab und wurde im Dezember 1941Erster Generalstabsoffizier der296. Infanterie-Division. Vom 12. September 1942 bis zum 10. März 1943 war Nitschmann alsOberstleutnant Erster Generalstabsoffizier der216. Infanterie-Division. In diesem Zeitraum war dieDivision an derOstfront eingesetzt. Am 15. Februar 1943 wurde er zum Oberstleutnant im Generalstab ernannt. Ab April 1943 bis Kriegsende war er Dritter Generalstabsoffizier der16. Armee.
Von Mai bis August 1945 war Nitschmann in Kriegsgefangenschaft. Anschließend war er in der Privatwirtschaft tätig, bevor er im Juni 1952 Angehöriger derOrganisation Gehlen wurde.
Im Vorfeld derWiederbewaffnung der Bundesrepublik war Nitschmann als Leiter einer Abteilung Dokumentation (J-2) im neu zu schaffendenVerteidigungsministerium im Gespräch, die nach Weisung des Verteidigungsministers militärische Auswertung betrieben, im Frieden aber keine militärischeNachrichtenbeschaffung betrieben hätte.[1]
Am 16. November 1955 wurde Nitschmann als Oberstleutnant in die Bundeswehr eingestellt und war zunächst im Referat IV c 4,5 imBundesministerium der Verteidigung inBonn tätig. Im Oktober 1957 wechselte er dauerhaft in den Bundesnachrichtendienst. Er leitete in der AbteilungAuswertung dieUnterabteilung Militärische Auswertung. ImVerteidigungsfall wäre er zur für dasMilitärische Nachrichtenwesen zuständigen Unterabteilung im damaligenFührungsstab der Bundeswehr gewechselt.[2] Von Februar bis Juli 1961 nahm er am 19. Lehrgang amNATO Defense College inParis teil. Am 17. März 1965 nahm dieBundesregierung den Vorschlag zurErnennung Nitschmanns zum Brigadegeneral zustimmend zur Kenntnis.[3] Mit Ablauf des September 1967 wurde er in den Ruhestand versetzt. Er trug den DecknamenNortmann.[4]
Nitschmann war evangelisch und verheiratet mit Dorothea, geb. Schmidt, die während des Zweiten Weltkrieges inKitzingen lebte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Nitschmann, Horst |
| ALTERNATIVNAMEN | Nortmann, Horst (Deckname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Brigadegeneral, Unterabteilungsleiter im Bundesnachrichtendienst |
| GEBURTSDATUM | 9. Juli 1908 |
| GEBURTSORT | Mainz |
| STERBEDATUM | 4. Juni 1976 |
| STERBEORT | München |