Neben dem Studium arbeitete er als freier Redakteur und Reporter für denOstdeutschen Rundfunk Brandenburg und beiRadio Fritz inBabelsberg. Von 1999 bis 2001 war Stark Redakteur beim BerlinerTagesspiegel. Im Mai 2001 wechselte er alsKorrespondent zum NachrichtenmagazinDer Spiegel. 2006 wurde er stellvertretender Leiter des Deutschland-Ressorts, 2010 dessen Leiter. 2013 ging er zusammen mit seiner Frau, der JournalistinBarbara Junge, in die USA. Ab Juni 2013 arbeitete Stark als Korrespondent des Spiegel inWashington, D.C. Ende Januar 2017 wechselte er zur WochenzeitungDie Zeit, wo er als Mitglied der Chefredaktion für den BereichInvestigative Recherche zuständig ist.[1][2][3] Seit 1. Februar 2020 ist er stellvertretender Chefredakteur der Zeit.[4]
2001 enttarnte Stark gemeinsam mit dem Spiegel-KollegenGeorg Mascolo mehrereV-Leute desVerfassungsschutzes in der rechtsextremenNPD. Die Berichterstattung trug dazu bei, dass das Bundesverfassungsgericht den erstenVerbotsantrag gegen die Partei angesichts der vielen staatlichen Zuträger zurückwies.[5]
Nach denTerroranschlägen am 11. September 2001 wurden derislamistische Terrorismus und die staatlichen Verfehlungen im so genanntenKrieg gegen den Terror ein Schwerpunkt seiner Arbeit. 2002 berichtete Stark gemeinsam mit Mascolo, dass der in Deutschland geborene türkische StaatsbürgerMurat Kurnaz von den USA im Gefangenenlager aufGuantanamo interniert wurde. 2003 enthüllte er, dass eine Delegation deutscher Geheimdienstler Kurnaz auf Guantanamo besucht und befragt hatte.[6]
Seine GeschichteDer vergessene Gefangene (2005) über die Verschleppung des Deutsch-SyrersMuhammad Haidar Zammar durch den US-GeheimdienstCIA trug zur Einsetzung einesUntersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages bei, der die Kooperation der deutschen Sicherheitsbehörden mit den US-Geheimdiensten durchleuchtete.[7]
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist der Nahe Osten. 2009 berichtete er zusammen mitErich Follath über die geheimen nuklearen Pläne Syriens und den israelischen Angriff auf die versteckteAtomanlage al-Kibar. Ebenfalls mit Follath schilderte er anhand von bis dahin unbekannten Dokumenten die Hintergründe des iranischen Atomprogramms.[8][9]
2010 koordinierte Stark die Spiegel-Berichterstattung in der „WikiLeaks-Affäre“. Anhand von geheimen US-Akten, dieChelsea Manning an Wikileaks übergeben hatte, enthüllten dieNew York Times, die britische TageszeitungThe Guardian, die spanischeEl País, die französischeLe Monde, der Spiegel und Wikileaks, wie die US-Armee in Afghanistan und Irak agierte, und ermöglichten einen Einblick in die geostrategischen Machtinteressen der USA anhand vertraulicher diplomatischer Depeschen.[10]
Im Juli 2013 berichtete Stark gemeinsam mit Kollegen über die Aktivitäten derNational Security Agency (NSA) anhand von internen Unterlagen des WhistleblowersEdward Snowden. Gemeinsam mitMarcel Rosenbach undLaura Poitras enthüllte er unter anderem, wie die US-Geheimdienste diplomatische Einrichtungen der EU in Washington und New York verwanzt hatten.[11] In der Folge verfasste er zusammen mit seinen Kollegen weiter Berichte in der NSA-Affäre, unter anderem zur Überwachung des Mobiltelefons von Bundeskanzlerin Angela Merkel durch die NSA im Oktober 2013.[12][13]
mit Barbara Junge, Julia Naumann:Rechtsschreiber. Wie ein Netzwerk in Medien und Politik an der Restauration des Nationalen arbeitet (= Antifa-Edition). Elefanten-Press, Berlin 1997,ISBN 3-88520-621-8.
mit Marcel Rosenbach:Staatsfeind WikiLeaks. Wie eine Gruppe von Netzaktivisten die mächtigsten Nationen der Welt herausfordert. DVA, München 2011,ISBN 978-3-421-04518-8.
mit Marcel Rosenbach:Der NSA-Komplex. Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung. DVA, 2014,ISBN 978-3-421-04658-1.
Das erwachsene Land. Deutschland ohne Amerika – eine historische Chance. Propyläen Verlag, Berlin 2026,ISBN 978-3-549-11018-8.
2011: „Henri-Nannen-Preis für Dokumentation“ für die Rekonstruktion des tödlichen Bombenabwurfs bei Kunduz als Teil eines Spiegel-Teams (Ein deutsches Verbrechen)[16][17]
2012: Nominiert für den „Henri-Nannen-Preis für Investigation“ für die Recherche zum geplanten Export deutscher Leopard-Panzer nach Saudi-Arabien (Merkels Geheimnis)[18]
2013: Nominiert für den „Henri-Nannen-Preis für Investigation“ für die Recherche über deutsche Atom-U-Boote für Israel (Geheim-Operation Samson)[18]
2013: „Journalist des Jahres“ (zusammen mit Marcel Rosenbach) für seine Recherchen rund um die NSA-Affäre zusammen[19]
2014: Nominiert für den „European Press Price“ in London[20]
2014: „Henri-Nannen-Preis – beste investigative Leistung“, gemeinsam mitJacob Appelbaum, Marcel Rosenbach undJörg Schindler, fürKanzler-Handy im US-Visier?
2018:Nannen Preis in der KategorieBeste investigative Leistung fürEin Anschlag ist zu erwarten[21]
2019 Nominiert fürNannen Preis in der KategorieDokumentation für die Recherche zu den Hintergründen des Mordes an der Journalistin Daphne Caruana Galizia[22]
2020:Deutscher Reporter:innenpreis in der Kategorie Bestes Interview zusammen mitHeinrich Wefing für das InterviewHerr Leyendecker, haben Sie einen Informanten erfunden und damit eine Staatsaffäre ausgelöst?[23]
2021: Deutscher Reporter:innenpreis in der Kategorie „Investigation“ für die Recherche zumPegasus-Projekt
↑Erich Follath, Holger Stark:Die Geburt einer Bombe. In:Der Spiegel.Nr.24, 2010,S.97–105 (online –14. Juni 2010).
↑Die Chefredakteure und Herausgeber von: New York Times, Guardian, Le Monde, SPIEGEL und El País:Offener Brief zu Julian Assange: Journalismus ist kein Verbrechen. In:Der Spiegel. 28. November 2022,ISSN2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 28. Dezember 2023]).