
Holger Eduard Hagen (*27. August1915 inHalle (Saale); †16. November1996 inMünchen) war ein deutsch-amerikanischerSchauspieler undSynchronsprecher.
Als Sohn desKunsthistorikers und OperndirigentenOskar Hagen sowie der dänischen Opernsängerin Thyra Leisner kam Hagen am 4. September 1924 in dieUSA. An der Universität vonWisconsin inMadison absolvierte er ein Schauspielstudium und debütierte amBroadway. Er war beim VerlagReynal & Hitchcock tätig, als er am 16. Oktober 1940 zumUS-Militär aufgrund seiner amerikanischen Staatsbürgerschaft eingezogen wurde.[1] Seine jüngeren SchwesterUta Hagen wurde ebenfalls Schauspielerin und blieb in den USA.
Hagen hingegen kehrte 1945 als Offizier der US Army nach Deutschland zurück und war zunächst bis 1948 Theater- und Musikbeauftragter derUS-Militärregierung. Anschließend setzte er seinen eigene Schauspielkarriere fort und trat auf den Theaterbühnen vonFrankfurt am Main,Hamburg,Berlin und München auf.
Anfang der 1950er Jahre begann Hagen seine umfangreiche Tätigkeit als Synchronsprecher. Er lieh mehrmalsRichard Burton (z. B. inWer hat Angst vor Virginia Woolf?),James Garner (Gesprengte Ketten,Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe),William Holden (The Wild Bunch),Burt Lancaster (Gewalt und Leidenschaft),Dean Martin (Rio Bravo),Marcello Mastroianni (8½) undTony Randall (Marrakesch) seine markante, aber unaufdringliche Stimme. Im Laufe der Jahre synchronisierte Holger Hagen mehr als 200 Film- und mindestens ebenso viele Serienrollen. In der US-WesternserieBig Valley sprach er beispielsweiseRichard Long alsJarrod Barcley. InRaumschiff Enterprise ist er als Sprecher im Vorspann zu hören („Der Weltraum, unendliche Weiten …“), im FilmklassikerCasablanca ist er als Hintergrundstimme am Filmanfang zu hören. Im oscargekrönten DokumentarfilmSerengeti darf nicht sterben vonMichael undBernhard Grzimek als auch inDie lustige Welt der Tiere vonJamie Uys fungierte er als Erzähler.
Holger Hagen blieb neben der Synchronarbeit weiterhin als Schauspieler aktiv, auch in Film und Fernsehen. InDer Hauptmann von Köpenick (1956) ist er in einer Kleinstrolle zu sehen. Zu seinen weiteren Filmen gehörenGeheimakte M (1960) undVerrat auf Befehl (1962) mit William Holden.
Verheiratet war Hagen seit 1971 mit der SchauspielerinBruni Löbel, mit der er auch mehrmals auf der Bühne und im Fernsehen (z. B. imPilotfilm zur ZDF-SerieDas Traumschiff) auftrat. Hagen ist inRattenkirchen, Ortsteil Ramering/Landkreis Mühldorf am Inn, auf seinem Hof neben seiner Frau in einem Urnengrab beigesetzt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hagen, Holger |
| ALTERNATIVNAMEN | Hagen, Holger Eduard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler und Synchronsprecher |
| GEBURTSDATUM | 27. August 1915 |
| GEBURTSORT | Halle (Saale) |
| STERBEDATUM | 16. November 1996 |
| STERBEORT | München |