Höhepunkt der Berliner Hinterhof-Bebauung derGründerzeit; ebenda im OrtsteilPrenzlauer Berg, der Bau mehrerer (hier vier) Hinterhäuser in einerFlucht.
Höfe lassen sich grundlegend nach ihrer Lage innerhalb des Gebäudekomplexes unterscheiden:
EinInnenhof ist ein von allen Seiten umbauter Hof. Es gibt eine Vielzahl von Typen und Bezeichnungen. Rechteckige Grundrisse sind am weitesten verbreitet. Wenn dem Hof als eigenständigem Bauteil besonderer Wert zugemessen wird, wird er oft durch einen quadratischen Grundriss betont. In dicht bebauten Innenstädten kann die vierseitige Randbebauung eines Innenhofes auch durch Rückseiten von Nachbarbauten gebildet werden.[2]
Regelmäßigepolygonale oder runde Innenhöfe sind seltener (Beispiel: Palast Karls V. in derAlhambra). Bei mittelalterlichen Burgen finden sich häufig unregelmäßig polygonale Innenhöfe, die sich aus der Anpassung der Burg an das natürliche Gelände ergeben haben.
DerHinterhof ist eine Variante des Innenhofs hinter dem Hauptgebäude. In der Regel bezeichnet der Begriff niederwertig empfundene, hauswirtschaftliche Funktionen und weist daher meist keine baukünstlerische Gestaltung auf. Hinterhöfe sind charakteristisch für dieMietskasernen des 19. Jahrhunderts, wo sie durch die tief gestaffelte Bebauung des ursprünglich hinter dem Haus liegenden Gartenareals entstanden.
Wenn die Freifläche oder ein offener Gebäudekern im Gebäudekomplex mit einemGlasdach überdeckt ist, heißt erLichthof.[3] Er dient der Belichtung der umliegenden Räume.
EinVorhof ist ein Hof vor einem Gebäude, der einen Übergang zwischen dem öffentlichen Bereich einer Straße oder eines Platzes und dem Hauptgebäude schafft. Vorhöfe finden sich vor allem bei repräsentativen Gebäuden, bei herrscherlichen Palästen haben sie eine zeremonielle und bei Sakralbauten oft eine kultische Funktion. Die Vorhöfe von Kirchen werden alsNarthex bezeichnet.
DasAtrium bezeichnete ursprünglich den freien Innenraum einesrömischen Gebäudes, der durch eine Deckenöffnung belichtet wurde. Später übertrug sich der Begriff vor allem auf den Vorhof von repräsentativen Gebäuden undfrühchristlichen Kirchen. In der modernen Architektur wird Atrium oft alsModewort gebraucht, mit dem alle Arten von (auch verglasten) Innenhöfen bezeichnet werden. Vgl. auchAtriumhaus.
DasPeristyl ist ein allseitig von Säulenhallen umgebener Innenhof, der auf die antike griechische Architektur zurückgeht.
DerKreuzgang meint eigentlich den überdachten vierseitigen Gang um den Rechteck-Innenhof einesKlosters, doch wird der Begriff auch für den Innenhof (Kreuzganggarten) selbst verwendet.
DerEhrenhof ist ein Vorhof, der als Empfangshof (Cour d’honneur) vor allem bei dreiflügeligen Schlossanlagen desBarock vorkommt.[4]
DerPatio ist die spanische Bezeichnung für einen Innenhof.
Rekonstruktion eines Peristyls einer römischenDomus
Hans Koepf,Günther Binding:Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (=Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005,ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 22. Januar 2024), S. 243:Hof.
↑Hans Koepf,Günther Binding:Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (=Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005,ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 22. Januar 2024), S. 243.
↑Eckart Rüsch:Celler Innenhöfe. Ein verborgener Teil der Altstadt (=Celler Beiträge zur Landes- und Kulturgeschichte. Schriftenreihe desStadtarchivs und desBomann-Museums. Band 42). Stadt Celle, Celle 2013,ISBN 978-3-925902-88-8, S. 31 Abb. 41 (Typen der Hofbildung in der Celler Altstadt).