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Hochschule für Lehrerbildung

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DieHochschule für Lehrerbildung (HfL) war imnationalsozialistischen Deutschland von 1933 bis 1942 die staatliche Institution zurAusbildung vonVolksschullehrern.

Geschichte

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Nachdem 1932 noch acht von 15 preußischenPädagogische Akademien, die erst in derWeimarer Republik seit 1925 entstanden waren, aus Kostengründen geschlossen worden waren (Altona,Breslau,Cottbus,Erfurt,Frankfurt (Oder),Hannover,Kassel,Stettin), begann der neuepreußische KultusministerBernhard Rust mit der Umbenennung am 6. Mai 1933 (mit Wirkung zum 1. Mai 1933), die verbliebenen in „Hochschulen für Lehrerbildung“ umzuwandeln. Teilweise wurden die geschlossenen 1934 wieder eröffnet, mit gleichgeschaltetem Personal, so in Cottbus, Frankfurt (Oder) und Hannover. Zusätzlich weihte Rust am 24. Juni 1933 im Grenzgebiet zu Polen, inLauenburg (Ostpommern), die erste „landgebundeneHochschule für Lehrerbildung Lauenburg“ ein, wo künftige Lehrer als „SA-Führer deutscher Volksbildung“ auf dem Lande und mitRassenkunde ausgebildet werden sollten. Teilweise ließ er die HfL aus Großstädten in ländliche Regionen verlagern, so vonFrankfurt am Main nachWeilburg sowie vonHalle an der Saale nachHirschberg ins schlesische Grenzgebiet. Die Bezeichnung als Hochschule stieß anfangs auf erfolglosen Widerstand beim Finanzministerium, da höhere Besoldungsansprüche daraus abgeleitet zu werden drohten. AlsReichserziehungsminister sorgte Rust ab 1934 dafür, dass die Lehrerbildung außerhalb Preußens erstmals reichseinheitlich in HfL stattzufinden hatte. Im September 1935 wandelte z. B. dasLand Mecklenburg sein „Pädagogisches Institut“Rostock zur HfL um,Hamburg folgte 1936, imVolksstaat Hessen gab es die HfL Darmstadt. InBayern wurde neben Bayreuth und Würzburg inMünchen-Pasing die „Hans-Schemm-Hochschule für Lehrerbildung“, inBaden dieKarlsruher HfL 1936 gegründet. InSachsen wurden die Bindungen der Pädagogischen Institute an die Universitäten gelöst und in Dresden und Leipzig HfL gegründet, zuletzt 1937 auch inThüringen, wo das „Pädagogische Institut Jena“ nur den Namen beibehielt. InBraunschweig entstand 1937 dieBernhard-Rust-Hochschule für Lehrerbildung in einem anspruchsvollen Neubau. Sieben neue HfL wurden 1936 eröffnet: inSchneidemühl, inOldenburg (Oldb.), inTrier,Saarbrücken,Würzburg,Bayreuth und Karlsruhe.

1938 gab es reichsweit 28 Einrichtungen mit diesem Namen, die meistenkoedukativ, doch auch gesondert für Männer und Frauen (Hannover,Koblenz,Schneidemühl). Die Dozenten waren in der Regelpromovierte Lehrer, die mitProfessorentitel berufen wurden. Bereits seit 1933 waren diese „gesäubert“ worden. Lehrkörper und Studierende waren großenteils in nationalsozialistischen Verbänden organisiert. Auch angehende Gymnasiallehrer sollten ihr erstes Jahr auf der HfL studieren.

Rust gab am 8. März 1936 „Richtlinien für die Tätigkeit und das Studium an den HfL“ heraus, die über die Lehrerbildung dieErziehung im Nationalsozialismus auf eine neue Grundlage stellen sollten. Sie regelten die „politisch-leibliche Erziehung“, die Blickrichtung auf die „Lebens- und Denkweise aller Volksschichten“, die wissenschaftliche und die unterrichtspraktische Ausbildung. Dazu gehörtenErziehungswissenschaft,Charakter- undJugendkunde,Vererbungs- undRassenlehre,Volkskunde, Allgemeine und BesondereUnterrichtslehre. DieDeutschkunde spielte eine herausragende Rolle. In den Ferien lagen Landschulpraktika.

Auflösung

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Die Attraktivität dieser noch akademischen Ausbildung blieb gering auf die geringer werdenden Abiturienten, die in anderen Studien größere Karrierechancen sahen. Die Einschreibzahlen sanken bis 1939. NS-Politiker wieMartin Bormann,Joseph Goebbels u. a. hielten ein Studium für Volksschullehrer für überflüssig und bewirkten ab 1938 den Übergang zuLehrerbildungsanstalten (LBA). Als erster Schritt wurden in ländlichen Regionen „Staatliche Aufbaulehrgänge“ für Volks- und Mittelschüler eingerichtet, die zur Lehrerbildung führen sollten. Mit dem Kriegsausbruch 1939 wurden neue Lücken aufgerissen, gegen die radikale Verkürzungen der Ausbildungszeit helfen sollten. So reichten für „Schulhelferinnen“ ab 1941 nur drei Monate Ausbildung zum Einsatz z. B. in den eroberten Gebieten. Spätestens am 31. März 1942 wurden die HfL aufgelöst und ausnahmslos durch LBA ersetzt.

Literatur

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  • Karl Dienst:Zwischen Wissenschaft und Kirchenpolitik. Zur Bedeutung universitärer Theologie für die Identität einer Landeskirche in Geschichte und Gegenwart, Lang, Frankfurt am M. 2009 (zu Hessen)
  • Ulrike Gutzmann:Von der Hochschule für Lehrerbildung zur Lehrerbildungsanstalt. Die Neuregelung der Volksschullehrerausbildung in der Zeit des Nationalsozialismus und ihre Umsetzung in Schleswig-Holstein und Hamburg, Düsseldorf 2000
  • Catharina Koke:Zwischen Ideologie und Bekenntnis. Die Ausbildung von evangelischen Religionslehrkräften für die Volksschule in Bayern, Thüringen und Westfalen (Arbeiten zur Kirchlichen Zeitgeschichte, Reihe B, Bd. 92), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2024
  • Joachim Kuropka:Nationalsozialismus und Lehrerausbildungonline
  • Hermann Langer:Zur Ausbildung von Mecklenburgs Volksschullehrern unterm Hakenkreuz (1932–1945), in: Zeitgeschichte regional 1/2012, S. 74–85
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