Hessen verfügt über eine Fläche von 21.114,94 Quadratkilometern. Mit Stand vom 31. Dezember 2014 verteilt sich dieFlächennutzung dieser Gesamtbodenfläche auf folgendeNutzungsarten:[8]
Hessen ist geprägt vonMittelgebirgen bis950 m Höhe. DieBeckenlandschaften liegen demgegenüber oftmals auf Höhen unter200 m ü. NN, die Flusstäler unterschreiten teilweise die 100-Meter-Marke.
Die meist tektonisch angelegtenBecken sind imgeomorphologischen Sinne meistens keine Becken, sondern teils weiträumigeNiederungen, die von Flüssen durchflossen werden. Vielfach finden sich hierLößdecken, die zusammen mit der Klimagunst die Grundlage für eine ertragreiche Landwirtschaft bilden.
Flüsse in Hessen mit einer Länge von 20 km und mehrFlusslandschaft imRheingau (Höllenberg)Lahn beiRunkel
Der Norden und der Osten Hessens gehören zumEinzugsgebiet derWeser, die das Land im äußersten Norden durchquert. Ihre Quellflüsse Fulda und Werra fließen auf 215 km bzw. 95 km Länge durch Hessen.Dagegen wird der übrige Teil des Landes zum Rhein hin entwässert, der im Südwesten auf 107 km Länge die Grenze zu Rheinland-Pfalz bildet. Seine für Hessen wichtigsten Nebenflüsse sind Main und Lahn, aber auch der Neckar fließt ein kurzes Stück durch den äußersten Süden Hessens.
Nachfolgend sind alle durchHessen fließenden Flüsse mit einer Gesamtlänge von über 100 km oder einer Fließstrecke in Hessen von über 50 km aufgeführt. Angegeben sind jeweils die hessische und die gesamte Länge.
Durch Proklamation deramerikanischen Militärregierung vom 19. September 1945 wurden die Grundlagen für das heutige Land Hessen geschaffen, diese vereinigte die preußischen Provinzen Kurhessen und Nassau sowie denVolksstaat Hessen zum Land Groß-Hessen unter Ausschluss der Gebiete im Westen, die Teil derfranzösischen Besatzungszone geworden waren. Dies waren zum einen die nassauischen Landkreise Sankt Goarshausen, Unterlahn, Oberwesterwald, Unterwesterwald und zum anderenRheinhessen, die linksrheinische Provinz des ehemaligen Volksstaates Hessen, wobei die rechts des Rheins in der amerikanischen Besatzungszone gelegenen Stadtteile der StädteMainz und Worms in der Besatzungszone verblieben und daher heute (weiterhin) zu Hessen gehören. Die französisch besetzten Gebiete wurden 1946 als Regierungsbezirke Montabaur und Rheinhessen Teil des Landes Rheinland-Pfalz. Die ExklaveWimpfen wurde gegen den mehrheitlichen Widerstand der Bevölkerung und Hessens zumindestde facto Teil des neu gegründeten LandesWürttemberg-Baden (siehe Abschnitt „Städte und Gemeinden“). Mit der Annahme derVerfassung des Landes Hessen durch die Volksabstimmung am 1. Dezember 1946 wurde aus dem zuvor gebildeten „Staat Groß-Hessen“ das „Land Hessen“.[19][20]
Der NameHessen ist allgemeiner Meinung nach die abgewandelte Form des Stammesnamens der germanischenChatten, deren Siedlungsschwerpunkt im heutigen Nord- und Mittelhessen lag.
In Hessen waren in denWirtschaftssektoren „Land-, Forstwirtschaft, Fischerei (Land)“, „Produzierendes Gewerbe (Prod)“ und „Dienstleistungen (Dienst)“ beschäftigt (in Tausend):
Aufgrund seiner zentralen Lage war das Gebiet des heutigen Hessen seit jeher vonZuwanderung geprägt. So sindFriedrichsdorf,Bad Karlshafen,Walldorf und Neu-Isenburg Gründungen von Religionsflüchtlingen wieHugenotten undWaldensern. Andere Orte wieTrutzhain wurden nach demZweiten Weltkrieg vonHeimatvertriebenen gegründet. Die größte Gruppe, die in Hessen ansässig wurde, waren vertriebeneDeutschböhmen und Deutschmährer, die zusammenfassend häufig alsSudetendeutsche bezeichnet werden. In den 1960er Jahren gelangten sogenannteGastarbeiter aus Italien, Spanien, Jugoslawien und der Türkei nach Hessen, späterAussiedler und Spätaussiedler aus Rumänien, Polen und der früheren Sowjetunion sowie Zuwanderer aus dem Nahen Osten, Nordafrika, dem subsaharischen Afrika, Iran, Afghanistan und weiteren Staaten Asiens. Zentren der Zuwanderung sind heute die Großstädte im Rhein-Main-Gebiet wie Frankfurt am Main oder Offenbach.
Ende Dezember 2013 lebten 810.639 Ausländer in Hessen, was einem Anteil von 13,4 Prozent an der hessischen Gesamtbevölkerung entspricht.[34] Der Anteil der Bevölkerung mitMigrationshintergrund beträgt 25,5 %, womit Hessen nachBaden-Württemberg den zweithöchsten Migrantenanteil unter den deutschen Flächenländern hat.[26]
Mit Stand 2018 gehörten 33,4 % der Bevölkerung denevangelischen Landeskirchen an, 22,3 % waren römisch-katholischen Bekenntnisses und 44,4 % der hessischen Bevölkerung gehörten zu einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft.[36] Ende 2022 hatte Hessen 6.391.360 Einwohner davon waren 29,3 % evangelisch, 19,5 % katholisch und 51,2 % hatte entweder eine andere oder gar keine Religionszugehörigkeit.[37] Die Zahl der evangelischen und katholischen Christen in Hessen verringerte sich von 2001 bis 2018 durchschnittlich um 0,78 % pro Jahr.[38]
Die durchschnittlicheLebenserwartung lag im Zeitraum 2015/17 bei 79,0 Jahren für Männer und bei 83,4 Jahren für Frauen. Die Männer belegen damit unter den deutschen Bundesländern Rang 3, während Frauen Rang 4 belegen.[41] Regional hatten 2013/15 derHochtaunuskreis (Erwartung der Gesamtbevölkerung: 82,76 Jahre), derMain-Taunus-Kreis (82,40) und derLandkreis Offenbach (82,19) die höchste;Limburg-Weilburg (80,22), derSchwalm-Eder-Kreis (80,04) und derWerra-Meißner-Kreis (79,75) die niedrigste Lebenserwartung.[42]
2017 gab es in Hessen 159Krankenhäuser mit 36.432 Betten. Das Land hatte 12.756 hauptamtliche Ärzte, 535 Belegärzte und über weitere 66.426 Beschäftigte in Krankenhäusern.[43]
Die Hessische Verfassung vom 1. Dezember 1946 ist die älteste heute noch geltende Verfassung eines deutschen Landes.[44] Die Verfassung ist in zwei Hauptteile gegliedert. Von den 161 Verfassungsartikeln befassen sich die ersten 63 Artikel mit den Grundrechten. Im zweiten Hauptteil ist der Staatsaufbau geregelt. Hier werden die Staatsorgane, die zur Ausübung der Staatsgewalt berufen sind, mit ihren Aufgaben, Rechten und Pflichten beschrieben (siehe Abschnitt „Staatsaufbau“ weiter unten). In der Verfassung bekennt sich Hessen zu Frieden, Freiheit, Völkerverständigung und zur (bei Inkrafttreten der Verfassung noch zu schaffenden) deutschen Republik. Der Krieg ist geächtet. In der Verfassung ist ein Widerstandsrecht gegenüber verfassungsfeindlichen Gesetzen und Handlungen verankert.
Bis zum Jahr 2018 gab es in der hessischen Verfassung die Option derTodesstrafe, was durch Bundesgesetz allerdings gebrochen wurde und somit keine Anwendung in Hessen finden konnte. Diese Option ist zeitgleich mit derLandtagswahl in Hessen 2018 perVolksentscheid gestrichen worden.
Seit 2018 gibt es in Hessen ein Datenschutz- und Informationsfreiheitsgesetz (HDSIG).[45] Es gewährleistet in § 80 Abs. 1 den freien Zugang hessischer Bürger zu Informationen der öffentlichen Verwaltung (Informationsfreiheitsgesetz).[46]
Der erste verfassungsmäßig gewählte Ministerpräsident warChristian Stock. Mit Verkündung desGrundgesetzes am 23. Mai 1949 wurde Hessen zu einem Land der Bundesrepublik Deutschland.
Hessen ist laut seinerVerfassung Glied der deutschen Republik, was den Anspruch auf Mitgliedschaft in einem (zum Zeitpunkt des Beschlusses der Verfassung) neu zu schaffenden deutschen Staat ausdrückte. Die Staatsform ist eine demokratische und parlamentarischeRepublik.
Die gesetzgebende Gewalt – dieLegislative – wird vomLandtag ausgeübt, soweit sie nicht dem Volk durch Volksentscheid zugedacht ist. Der Landtag besteht aus den vom Volk gewählten Abgeordneten.Das passive Wahlrecht haben alle Stimmberechtigten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.Alle Parteien mit mehr als fünf Prozent der Wählerstimmen sind im Landtag vertreten. DieLegislaturperiode beträgt seit dem Jahr 2003 fünf Jahre, davor waren es vier Jahre.
Die ausführende Gewalt – dieExekutive – ist die Hessische Landesregierung und die ihr unterstellte Landesverwaltung. Die Landesregierung setzt sich aus demMinisterpräsidenten und denMinistern zusammen. Der Ministerpräsident bestimmt die Richtlinien der Regierungspolitik und ist dafür dem Landtag verantwortlich. Innerhalb dieser Richtlinien leitet jeder Minister den ihm anvertrauten Geschäftszweig selbständig und unter eigener Verantwortung gegenüber dem Landtage. Der Ministerpräsident vertritt das Land Hessen nach außen.Der Landtag wählt ohne Aussprache ingeheimer Abstimmung den Ministerpräsidenten mit mehr als der Hälfte der gesetzlichen Zahl seiner Mitglieder. Der Ministerpräsident ernennt daraufhin die Minister.Eine Besonderheit ist, dass Angehörige der Adelshäuser/Familien, die bis 1918 in Deutschland oder einem anderen Land regiert haben oder in einem anderen Land regieren, nicht Mitglieder der Landesregierung werden können.
Die rechtsprechende Gewalt – dieJudikative – wird vomStaatsgerichtshof und denweiteren Gerichten des Landes ausgeübt. Der Staatsgerichtshof besteht aus elf Mitgliedern, und zwar fünf Richtern und sechs vom Landtag nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählten Mitgliedern, die nicht dem Landtag angehören dürfen. Der Staatsgerichtshof entscheidet über die Verfassungsmäßigkeit der Gesetze, die Verletzung der Grundrechte, bei Anfechtung des Ergebnisses einer Volksabstimmung, über Verfassungsstreitigkeiten sowie in den in der Verfassung und den Gesetzen vorgesehenen Fällen. In Hessen gibt es dabei noch die Besonderheit, dass hier die Institution eines Landesanwaltes besteht, der aus eigenem Antrieb bei Staatsgerichtshof die Prüfung der Verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes veranlassen kann.
Von 1945 bis 1987 stellte dieSPD den hessischen Ministerpräsidenten. Das Land wurde daher häufig alsrotes Hessen bezeichnet. Bis 1970 war die SPD stärkste Partei. Ab dieser Zeit gelang es erstmals derCDU, stärkste Partei zu werden; die Regierung wurde jedoch bis 1982 durch eine Koalition von SPD undFDP gestellt. Nachdem als Ergebnis derLandtagswahl in Hessen 1982 dieGrünen, die sich damals noch als Fundamentalopposition verstanden, erstmals in denHessischen Landtag eingezogen waren, gab es keine regierungsfähige Mehrheit. Dieser Zustand endete erst Ende 1985, als die bundesweit ersterot-grüne Landesregierung zustande kam. Anfang 1987 zerbrach diese wieder. Aus der folgenden vorgezogenen Neuwahl gingen CDU und FDP als Wahlsieger hervor. Seither gab es bei jeder Wahl knappe Mehrheiten im Land, oftmals mit nur einem Sitz. Von 1991 bis 1999 regierten erneut SPD und Grüne, ehe es 1999 zu einer Koalition aus CDU und FDP unterRoland Koch kam. Im Jahr 2003 erhielt die CDU zum ersten Mal in Hessen die absolute Mehrheit im Parlament (56 Sitze).
Bei derLandtagswahl am 27. Januar 2008 konnte die CDU ihre Mehrheit nicht verteidigen. Der erstmalige Einzug der ParteiDie Linke, auch wenn diese mit 5,1 % Stimmenanteil dieFünf-Prozent-Hürde nur knapp überwand, bewirkte, dass keine der von den Parteien im Vorfeld angestrebten Regierungskoalitionen (CDU/FDP bzw. SPD/Grüne) eine Mehrheit fand. In den folgenden Wochen scheiterten alle Versuche der in den Landtag gewählten Parteien, eine regierungsfähige Mehrheit zusammenzustellen, zu der entweder zwei große Parteien (CDU und SPD) oder eine große und zwei kleinere Parteien (FDP, Grüne bzw. Linke) erforderlich wären. So wählte der neue Landtag in seiner konstituierenden Sitzung am 5. April 2008 keinen Ministerpräsidenten, was nach Artikel 113 derHessischen Verfassung zur Folge hatte, dass die bisherige CDU-Regierung unter Roland Koch bis auf weiteres geschäftsführend im Amt verblieb. Anfang November scheiterte ein weiterer Versuch der SPD-SpitzenkandidatinAndrea Ypsilanti, eine Mehrheit mit Hilfe der Grünen und der Linken zu erreichen, an mangelnder Unterstützung in der eigenen Fraktion. In der Folge stimmten alle Fraktionen für die Auflösung des Landtages und ermöglichten dadurchNeuwahlen am 18. Januar 2009. Diese brachten eine deutliche Mehrheit für CDU und FDP, so dass Roland Koch am 5. Februar 2009 erneut zum Ministerpräsidenten einer Regierung aus CDU und FDP gewählt wurde. Am 31. August 2010 wurdeVolker Bouffier nach dem Rücktritt Kochs zum Ministerpräsidenten gewählt. Bei derLandtagswahl in Hessen 2013 konnten Union und FDP ihre Mehrheit allerdings nicht halten – ebenso gelang es SPD und Grünen nicht, eine Mehrheit ohne die Linke zu erringen. Die Union führte sowohl mit der SPD als auch mit den Grünen Gespräche. Schließlich kam es unter Bouffier zur ersten Koalition zwischen Union und Grünen in einem Flächenland. Nach derLandtagswahl in Hessen 2018 konnte die schwarz-grüne Koalition unter Ministerpräsident Bouffier ihre Arbeit fortsetzen. Nach dem Rücktritt Bouffiers wurde am 31. Mai 2022Boris Rhein zum Ministerpräsidenten gewählt. Nach derLandtagswahl in Hessen 2023 trat die CDU in Gespräche mit der SPD ein, sodass im Januar 2024 eine neue Landesregierung von CDU und SPD unter der Führung Rheins gebildet wurde.
Das Land Hessen hat als erstes deutsches Land eineStaatsbilanz aufgestellt. Im Gegensatz zu Staatsbilanzen, die auf Daten dervolkswirtschaftlichen Gesamtrechnung beruhen, wurde die Staatsbilanz Hessens in Anlehnung an die Regeln desHandelsgesetzbuchs erarbeitet. D. h., es wurden eineInventur der Vermögenswerte und Schulden und derenBewertung vorgenommen. Die Eröffnungsbilanz wurde zum Stichtag 1. Januar 2009 aufgestellt, die Jahresabschlüsse werden jährlich zum 31. Dezember aufgestellt. Der letzte vorliegende Jahresabschluss ist für das Jahr 2011. Die Eröffnungsbilanz und die Jahresabschlüsse wurden von derWirtschaftsprüfungsgesellschaftPricewaterhouseCoopers geprüft undtestiert.
Anteil negatives Eigenkapital (in Prozent der Bilanzsumme)
1. Januar 2009
30.623
088.502
057.879
65,40
31. Dezember 2009
35.500
100.400
064.900
64,64
31. Dezember 2010
36.186
102.939
066.753
64,85
31. Dezember 2011
37.511
108.131
070.620
65,31
31. Dezember 2012
36.791
118.045
081.254
68,83
31. Dezember 2013
36.210
123.556
087.346
70,69
31. Dezember 2014
39.117
129.336
090.219
69,76
31. Dezember 2015
39.850
144.441
104.591
72,41
31. Dezember 2016
40.617
146.387
105.770
72,25
31. Dezember 2017
41.676
152.402
110.726
72,65
31. Dezember 2018
44.867
165.010
120.143
72,81
31. Dezember 2019
47.050
167.192
120.142
71,86
31. Dezember 2020
50.481
176.972
126.491
71,48
31. Dezember 2021
50.899
179.753
128.854
71,68
31. Dezember 2022
49.283
178.541
129.258
72,40
31. Dezember 2023
51.295
189.643
138.348
72,95
31. Dezember 2024
58.457
200.706
143.249
71,37
Aus der Differenz von Vermögenswerten und Schulden ergibt sich das Eigenkapital, das im Falle Hessens negativ ist. Das bedeutet, dass das Landüberschuldet ist. Die Verschuldungsquote ist in den Jahren 2009 bis 2011 annähernd konstant geblieben, hat sich seit 2012 aber verschlechtert.
Da Hessen nebenBayern undBaden-Württemberg aufgrund seinerFinanzkraft zu den wenigen Nettozahlern imLänderfinanzausgleich gehört, ist zu vermuten, dass die Vermögenslage der meisten deutschenLänder eher schlechter ist. Allerdings ist ein Vergleich mit denStadtstaaten schwierig, weil die Staatsbilanzen von Flächenländern nicht die Vermögenswerte der Kommunen enthalten. Die Prognose im Geschäftsbericht 2011, dass das negative Eigenkapital bis 2020 auf rund 90 Milliarden Euro anwachse und sich von 2021 bis 2025 auf 85 Milliarden Euro verringern würde, hat sich nicht bewahrheitet. Der Anteil des negativen Eigenkapitals an der Bilanzsumme hat sich zwischen 2015 und 2022 bei rund 72 % stabilisiert und ist nach einem Allzeithoch 2023 im darauffolgenden Jahr um 1,58 %-Punkte gefallen.
Zusätzlich zu den Bilanzen erstellt das Land Hessen ebenfallskameralistische Jahresabschlüsse.[48] Das Haushaltsjahr ist das Kalenderjahr. Diese folgen den Vorgaben desHaushaltsgrundsätzegesetzes. Damit sind sie mit den Abschlüssen anderer Bundesländer vergleichbar. Allerdings ermöglichen sie keine Übersicht über die Vermögenslage. Für das Haushaltsjahr 2013 hat die Landesregierung mit derHaushaltsrechnung über die Einnahmen und Ausgaben sowie den Produkthaushalt des Landes Rechenschaft abgelegt.[49]
Nach einem Urteil desStaatsgerichtshofes des Landes Hessen vom 27. Oktober 2021 hat die Hessische Landesregierung die Milliardenkredite für dieCorona-Hilfen neu zu regeln. Der Staatsgerichtshof begründete seine Entscheidung damit, dass die Landesregierung mit demSondervermögen die haushaltsrechtlichen Kompetenzen überschritten habe. Es hätte andere Formen der Krisenbewältigung gegeben. Die Landesregierung habe nun eine Übergangsfrist bis Ende März 2022 erhalten, um dieVerfassungswidrigkeit zu beenden. Das kreditfinanzierte Sondervermögen des Landes hat ein Volumen von insgesamt 12 Milliarden Euro. Mit dem Sondervermögen sollten die Folgen derCOVID-19-Pandemie abgemildert werden.[50][51]
Das Land Hessen vertritt seine Interessen in der Europäischen Union durch Mitwirkung in verschiedenen Organen und Gremien, hessische Abgeordnete sind imEuropäischen Parlament vertreten. Zudem unterhält das Land Hessen eineStändige Vertretung inBrüssel, außerdem entsendet Hessen Mitglieder in denAusschuss der Regionen oder wirkt über die regionalen Europaabgeordneten in Brüssel mit.[52] Im November 2010 hat die Landesregierung außerdem ihre europapolitische Strategie mit dem Titel „Hessens Chancen in Europa wahrnehmen“ verabschiedet.[53]
Die hessischeEuropapolitik wird durch die Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten koordiniert, die bei derhessischen Staatskanzlei angesiedelt ist. InBrüssel unterhält die hessische Landesregierung eine Vertretung[54] unter der Leitung vonLucia Puttrich. ImHessischen Landtag ist für die europapolitischen Querschnittsthemen der Europaausschuss zuständig, derzeit unter Vorsitz vonAloys Lenz (CDU). Über die Unterrichtung des Landtages durch die Landesregierung in Angelegenheiten der Europäischen Union wurde im Jahr 2011 eigens eine Vereinbarung getroffen.[55]
Wappenbegründung: Das Landeswappen mit dem rot-weißen Löwen auf blauem Grund mit goldenerKrone ist ein Entwurf des 1921 inOstpreußen geborenen Künstlers Gerhard Matzat, das dieser 1949 für das neu gebildete Bundesland Hessen entwarf.[57]
Da das Wappen durch seine hoheitliche Funktion nur von den hessischen Behörden geführt werden darf, hat das Land im Jahr 1981 das „Hessenzeichen“ veröffentlicht, das frei verwendet werden darf. Damit kam Hessen dem Wunsch von Privatpersonen, Vereinen und Unternehmen nach, deren Verbundenheit zu ihrem Land mit einem Symbol zum Ausdruck zu bringen. Es besteht aus der leicht abgewandelten und stilisierten Wappenfigur des Löwen und kann wahlweise in Schwarz oder in den Landesfarben Weiß oder Rot verwendet werden.[58]
Hessenlöwe oderbunter Löwe ist der Name für die Wappenfigur imWappen von Hessen. Dieser Name bezieht sich auf das weiß-rot-gestreifteWappentier mit der ausgeschlagenen Zunge in Rot. Es ist ein von Silber und Rot neunmal geteilterLöwe.
Zur Zeit alsGroßherzogtum war er ein gekrönter, goldbewehrter, von Silber und Rot neunmal geteilter Löwe mit Doppelschweif im blauen Schild und schwang mit der rechten Pranke ein Schwert. In vielen Wappen des Landes ist er anzutreffen und verkörpert die Zugehörigkeit zu selbigem. Entweder ist er ganz dargestellt oder er istwachsend (halber Löwe, nur Oberkörper).
Hessen schwenken Flaggen vor der hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden
„Die Landesflagge besteht aus einem oberen roten und einem unteren weißen Querstreifen; die Höhe der Flagge verhält sich zu ihrer Länge wie 3:5. Die Landesflagge ist zugleich Handelsflagge. Die Landesdienstflagge ist die Landesflagge, die in der Mitte das Landeswappen zeigt.“[56]
Die rot-weiße Farbgebung der Landesflagge ist dem Wappentier entnommen; die Landesdienstflagge darf nur von hessischenDienststellen, wie den Ministerien, verwendet werden.
Das Landessiegel zeigt die Wappenfigur, den Löwen. Das große Landessiegel ist ein Prägesiegel und zeigt die Wappenfigur des Landes ohne Umschrift, von einem Gewinde aus Laubwerk umgeben. Das kleine Landessiegel zeigt die Wappenfigur des Landes mit einer die siegelführende Stelle bezeichnenden Umschrift. Es wird als Prägesiegel, Siegelmarke oder Farbdruckstempel (aus Metall oder Gummi) benutzt. Das kleine Landessiegel soll einen Durchmesser von dreieinhalb Zentimetern haben.
Das kleine Landessiegel führen die staatlichen Verwaltungen, die Leiter staatlicher Schulen und Hochschulen, die von der Landesregierung bestellten, zur Führung eines amtlichen Siegels ermächtigten Urkundspersonen (Notare) und dieStandesämter.
Die zuständige oberste Landesbehörde kann mit Zustimmung des Ministers des Innern Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht der Landesregierung unterstehen, die Verwendung der Wappenfigur des Landes in ihren Siegeln gestatten, wenn sie landeswichtige Hoheitsaufgaben wahrnehmen. Die Wappenfigur wird im unteren Halbkreis des Siegels, die Bezeichnung der siegelführenden Stelle im oberen Halbkreis des Siegels angebracht.[59]
DasAmtsschild der Landesbehörden ist ein weißes Rechteck, auf dem sich das Landeswappen befindet. Unter dem Wappen ist ohne Angabe des Ortes die Bezeichnung der Behörde in schwarzer Schrift angebracht. Das Amtsschild kennzeichnet den Eingang einer Landesbehörde.[56]
Die offizielle Hymne des Landes Hessen ist dasHessenlied. Das Hessenlied entstand bereits in der Zeit desDeutschen Kaiserreiches. Die Melodie komponierte der ausBesse stammendeKasseler MusiklehrerAlbrecht Brede (1834–1920), den dazugehörenden Text verfasste derLyrikerCarl Preser (1828–1910).
Das Land Hessen zeigt sich im Ausland in Form von ständigen Vertretungen bei der Europäischen Union inBrüssel und Repräsentanzen für Wirtschaftsfragen (Vereinigte Staaten, Volksrepublik China, Ungarn, Kuba, Russland, Polen und Iran).[61] Hinzu kommt inBerlin dieHessische Landesvertretung beim Bund.
Hessen war bei seiner Gründung verwaltungsmäßig in dreiRegierungsbezirke aufgeteilt:Darmstadt,Kassel undWiesbaden. Im Jahr 1968 wurde der Regierungsbezirk Wiesbaden aufgelöst und mit dem Darmstädter Regierungsbezirk vereinigt. In dem Bestreben nach mehr Bürgernähe wurde 1981 derRegierungsbezirk Gießen neu eingerichtet, so dass es heute wieder drei Regierungsbezirke gibt. Diese sind in sechskreisfreie Städte und 21Landkreise mit 421 kreisangehörigenGemeinden aufgeteilt.[5]
In Hessen gibt es sechs kreisfreie Städte. Alle Großstädte sind kreisfrei. Die Stadt Kassel liegt im gleichnamigen Regierungsbezirk, alle anderen liegen im Regierungsbezirk Darmstadt. Die Städte Frankfurt am Main und Wiesbaden unterliegen allerdings direkt der Kommunalaufsicht beimHessischen Ministerium des Innern und für Sport.
Mit den Gebietsreformen von 1974 und 1977 verloren vier Städte ihre Kreisfreiheit. Sie erhielten zusammen mit den verbleibenden drei Städten mit mehr als 50.000, aber weniger als 100.000 Einwohnern einen Sonderstatus, der ihnen nach wie vor ermöglichte, einige sonst von den Landkreisen übernommene Aufgaben weiterhin selbstständig zu übernehmen (wie die Schulträgerschaft).
MitFrankfurt am Main liegt eine der bedeutendsten deutschen Städte in Hessen. Die Stadt hat 756.021 Einwohner (31. Dezember 2024), in derStadtregion Frankfurt leben über 2,3 Millionen Menschen. Im ganzen BallungsraumRhein-Main lebt über die Hälfte der hessischen Bevölkerung, auch die meisten anderen großen Städte befinden sich hier:Wiesbaden (288.850 Einwohner),Darmstadt (167.029),Offenbach am Main (132.746),Hanau (Ungültiger Metadaten−Schlüssel06435014),Rüsselsheim am Main (65.627) undBad Homburg vor der Höhe (56.688).
Die größte Stadt der übrigen Landesteile istKassel, die historische HauptstadtNordhessens, mit 197.230 Einwohnern heute die drittgrößte Stadt des Landes.Gießen (89.179 Einwohner),Marburg (73.544) undWetzlar (54.665) liegen inMittelhessen,Fulda (65.434) inOsthessen.
Einen Sonderfall stellt die GemeindeBad Wimpfen dar. Die am Neckar gelegene Kurstadt war eine Exklave des ehemaligenVolksstaates Hessen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie von der Militärregierung zunächst vorläufig unterwürttemberg-badische Verwaltung gestellt. Bad Wimpfen ist seither verwaltungsrechtlich in das Staatsgebiet Württemberg-Badens bzw. heute Baden-Württembergs integriert. Das Land Hessen vertritt weiterhin den Standpunkt, dass Bad Wimpfen staatsrechtlich hessisches Hoheitsgebiet sei, duldet aber den gegenwärtigen Zustand.
In den Ballungsgebieten sind wegen der hohen Zuwanderungsrate allerdings Dialekte nur noch selten zu hören. Es herrscht dasHochdeutsche vor oder es bilden sich moderne städtischeAusgleichssprachen heraus, wie derNeuhessische Regiolekt imRhein-Main-Gebiet. Er wird auch als „RMV-hessisch“ bezeichnet, weil er ungefähr das Gebiet desRhein-Main-Verkehrsverbundes abdeckt, oder als „Fernsehhessisch“ und auch spöttisch als „Äbbelwoihessisch“ bezeichnet, weil viele Produktionen des Hessischen Rundfunks zu seiner Ausbreitung beitrugen. Wegen seiner Verbreitung in der Populärkultur, durch Künstler wieBadesalz undBodo Bach, gilt der neuhessische Regiolekt oft schlechthin alsHessisch, obwohl er der Vielfalt der in Hessen gesprochenenDialekte nicht gerecht wird. Alle traditionellen hessischen Dialekte weisen deutliche Unterschiede zur neuhessischen Mundart auf und sind heute stark bedrängt.
Das Land Hessen betreibt mit demMuseum Wiesbaden, derMuseumslandschaft Hessen Kassel und demHessischen Landesmuseum Darmstadt drei Universalmuseen, die gemeinsam demHessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterstehen. Die Sammlungen sind ähnlich aufgebaut, ergänzen sich jedoch in der Regel. Beispielsweise ist in Darmstadt vonEugen Bracht das Werk „Gestade der Vergessenheit“ und in Kassel „Hannibals Grab“ ausgestellt, beide Werke sind die Hauptwerke des Künstlers schlechthin. In Darmstadt befindet sich der „Block Beuys“, aber auch in Kassel und Wiesbaden befinden sich umfangreiche Bestände vonJoseph Beuys.
Anfang der 1970er Jahre wurde dasKernkraftwerk Biblis errichtet, das mit einer geplanten elektrischen Bruttoleistung von 5.215 Megawatt zu den größten dieser Art in Deutschland zählte. Tatsächlich in Betrieb gegangen sind von den vier Reaktoren nur zwei mit zusammen 2525 Megawatt. Die in den Jahren 1974/1975 in Betrieb gegangenen Reaktoren wurden am 30. Mai 2011 im Rahmen desAtom-Moratoriums stillgelegt.
Bereits 1990 begann mit dem erstenWindenergiepark Vogelsberg die Entwicklung der Erneuerbaren Energien. Bis Mitte 2016 wurden 918Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.477 Megawatt installiert.[66] Mitte 2023 waren es rund 1.200 Windkraftanlagen.[67][68]
Im Maschinen- und Fahrzeugbau ist vor allemOpel inRüsselsheim am Main zu erwähnen, daneben Automobilzulieferer wieContinental. Zahlreiche ausländische Automobilkonzerne haben hier ihre deutschen oder europäischen Zentralen angesiedelt.
DerFlughafen Frankfurt Main ist ein besonders wichtiger Wirtschaftsstandort und bildet mit den dort ansässigen Unternehmen für 81.000[70]Arbeitnehmer die größte Arbeitsstätte Deutschlands (Stand 2016). Wichtige Arbeitgeber sind der Flughafenbetreiber, dieFraport AG, dieDeutsche Lufthansa, weitereFluggesellschaften, Frachtunternehmen, Bodenabfertigungsdienste, Hotels und Geschäfte.
Im Oktober 2020 zählte Hessen 193.972 Erwerbslose. Die Arbeitslosenquote beträgt somit 5,6 % (Oktober 2019: 4,3 %). Mit 3,4 % hat der Landkreis Fulda die niedrigste Quote, während die kreisfreie Stadt Offenbach am Main mit 10,5 % die höchste Quote landesweit aufweist.[72]
Hessen gehört nach demBruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf zu den wohlhabendstenFlächenstaaten Deutschlands, es ist gleichauf mitBayern auf Platz 3 und 4 derBundesländer nachHamburg undBremen. Im Vergleich mit dem BIP derEuropäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte Hessen 2014 einen Indexwert von 145 (EU-28: 100; Deutschland: 126).[73] Hessen hatte im Jahr 2014 ein BIP pro Kopf in Höhe von 41.400 Euro,[73] die Kaufkraft pro Einwohner betrug 39.700 Euro[73] (KKS pro Einwohner). Unter allen deutschen Landkreisen lag der Hochtaunuskreis im Jahr 2016 auf dem zweiten Platz mit 31.238 Euro pro Einwohner und derMain-Taunus-Kreis auf dem vierten Platz mit 30.530 Euro pro Einwohner.[74] Zu den zehn kaufkräftigstenStadtkreisen in Deutschland 2016 zählen Frankfurt am Main auf dem dritten Platz mit einem Indexwert von 115,4[74] und Wiesbaden auf dem sechsten Platz mit einem Indexwert von 112,1[74] (Bundesdurchschnitt = 100). Im Jahr 2019 betrug das BIP pro Erwerbstätigen 83.320 Euro, womit es 9,7 Prozent über dem Bundesdurchschnitt lag und den höchsten Wert der deutschen Flächenländer aufwies.[75]
Seit dem 1. Dezember 2006 sind in Hessen dieLadenöffnungszeiten liberalisiert. Nur die Sonn- und Feiertage stehen mit vier von den Gemeinden festlegbaren Ausnahmen pro Jahr weiterhin unter Schutz. An den Ausnahmetagen, die nur in Verbindung mit einem Markt verkaufsoffen sein können, dürfen die Geschäfte bis zu sechs Stunden öffnen.
2012 betrug die Wirtschaftsleistung im Land Hessen gemessen am Bruttoinlandsprodukt rund 230 Milliarden Euro.[76] Etwa ein Drittel der hessischen Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. InBiblis befindet sich eines der deutschenKernkraftwerke mit zwei getrennten Blöcken. Bis 2050 sollen nach Plänen der Landesregierung möglichst 100 Prozent des Energieverbrauchs komplett aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.[77]
Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze pro 1000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter von 15 bis unter 65 Jahren; Zahlen zum 31. Dezember 2018 gemäß Fortschreibung des Bevölkerungsstandes[80] nachBevölkerungsstatistikgesetz auf Basis des Zensus 2011.[26]
Hessen ist aufgrund seiner zentralen Lage ein wichtigesTransitland für den deutschen und europäischen Fernverkehr.Frankfurt am Main hat als Knotenpunkt für den Straßen-, Schienen- und Luftverkehr eine herausragende Stellung.
Durch Hessen führen die international wichtigen AutobahnenA 3,A 5 undA 7. DasFrankfurter Kreuz (Kreuzung der Autobahnen 3 und 5) gilt als das Autobahnkreuz mit dem höchsten Verkehrsaufkommen in Europa, die um Frankfurt am Main mit bis zu vier Fahrspuren je Richtung ausgebaute A 5 ist eine der meistbefahrenen Straßen Deutschlands. Weitere bedeutende durch Hessen führende Autobahnen sind dieA 4 (östlicher Teil), dieA 44, dieA 45, dieA 49, dieA 66 und dieA 67. Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer kleinerer Autobahnen und wichtige Bundesstraßen, die teilweiseautobahnähnlich ausgebaut sind. Der Bevölkerungsdichte und der Topographie folgend ist das Rhein-Main-Gebiet wesentlich besser erschlossen als die ländlichen Gebiete Hessens.
Durch Hessen führen auch viele verkehrlich bedeutende Bahnstrecken, darunter die SchnellfahrstreckenKöln–Frankfurt am Main undHannover–Würzburg. Neben weiteren Nord-Süd-Verbindungen durchqueren auch die bedeutenden Ost-West-Verbindungen von Wiesbaden/Mainz über Frankfurt und Hanau nach Fulda bzw. Aschaffenburg sowie von Fulda bzw. Kassel überBebra nachEisenach undErfurt Hessen. Zusammen mit dem Regionalverkehr führt dies auf vielen Strecken zu einer Streckenauslastung, die keine nennenswerte Steigerung mehr zulässt. DerHauptbahnhof Frankfurt am Main gilt als wichtigste Drehscheibe im deutschen Zugverkehr.
Die Region um Frankfurt am Main verfügt mit derS-Bahn Rhein-Main über ein S-Bahn-Netz, das von zahlreichen Regionalverbindungen ergänzt wird. Im übrigen Land ist das Schienennetz weit weniger dicht, von wenigen kleineren Stilllegungen abgesehen aber stabil. In Nordhessen ist seit 2007 das Eisenbahnnetz durch dieRegioTram mit derStraßenbahn inKassel verknüpft. Dabei werden altestillgelegte Strecken reaktiviert.
Durch denMain und denRhein, der auf einem längeren Abschnitt die Landesgrenze darstellt, ist das Rhein-Main-Gebiet als wirtschaftliches Zentrum Hessens an das europäischeWasserstraßennetz angeschlossen. Ferner hat Hessen mit seinem südlichsten Zipfel beiHirschhorn undNeckarsteinach Anteil amNeckar und ganz im Norden bis Bad Karlshafen an derOberweser. Daneben sind einzelne Abschnitte vonLahn,Werra undFulda schiffbar. Gesamtwirtschaftlich gesehen von Bedeutung sind für Hessen nur dieRheinschifffahrt und dieMainschifffahrt, wobei dieKostheimer Mainschleuse die Schleuse mit dem höchstenVerkehrsaufkommen Europas ist.
DerFlughafen Frankfurt Main ist bezogen aufFlugbewegungen, das Passagieraufkommen und das Frachtaufkommen der mit Abstand wichtigste Flughafen in Deutschland, der viertgrößte in Europa und gehört zu den vierzehn[85][86] größten Flughäfen weltweit (Stand 2019).
9 km südöstlich des Flughafens Frankfurt am Main befindet sich der vor allem von kleineren Flugzeugen frequentierteFlugplatz Frankfurt-Egelsbach.
6 km südöstlich des Flughafens Frankfurt am Main befindet sich in Langen der Hauptsitz derDFS Deutsche Flugsicherung.
In Frankfurt am Main erscheinen mit derFrankfurter Allgemeinen Zeitung und derFrankfurter Rundschau zwei der wichtigsten Tageszeitungen Deutschlands. Zusammen mit derFrankfurter Neuen Presse und der Regionalausgabe derBild dominieren diese auch den regionalen Zeitungsmarkt in der Rhein-Main-Region.Marktführer am nordhessischen Zeitungsmarkt ist die inKassel erscheinendeHessische/Niedersächsische Allgemeine. Daneben gibt es einige regionale Tageszeitungen von Verlagsgruppen (z. B.Wiesbadener Kurier,Darmstädter Echo), die in ihren jeweiligen Erscheinungsgebieten entweder Marktführer sind oder zumindest signifikante Marktanteile haben (laut IVW).
In Hessen werden verschiedene Fernseh- und Radiosender betrieben. Darunter als Landesrundfunkanstalt derHessische Rundfunk mit demhr-fernsehen in Frankfurt am Main.
Frankfurt ist Sitz desDFB und des BundesligavereinsEintracht Frankfurt, so dass Fußball, insbesondere der Herren, eine starke Position hat.
Traditionell ist Hessen trotz relativ milden Wetters durch Wintersport geprägt. In derRhön und im nordöstlichen Teil desRothaargebirges gibt es Wintersportmöglichkeiten. DieMühlenkopfschanze im nordhessischenWillingen ist die größte im Betrieb befindlicheGroßschanze der Welt und eine Eissporthalle.Eishockey wird in den meisten hessischen Großstädten betrieben und behauptet sich nach Fußball auf dem zweiten Platz.
Im Rhein-Main-Gebiet ist American Football sehr verbreitet. Mit der aufgelösten Mannschaft derFrankfurt Galaxy, die in derNFL Europe spielte, war der Rekordsieger mit vier Titeln (1995, 1999, 2003, 2006) desWorld Bowl in Hessen ansässig.
DieSkyliners Frankfurt und dieGießen 46ers spielen in derBasketball-Bundesliga der Herren. Bei den Frauen ist derBC Marburg, deutscher Meister von 2003, in derersten Liga vertreten. Wetzlar ist mit demBundesligistRSV Lahn-Dill die Hochburg imRollstuhlbasketball. Der dort beheimatete Verein ist bereits unter anderem dreizehnfacher Deutscher Meister, vierzehnfacher Pokalsieger (davon elfmal das Double Meister und Pokal), siebenfacherChampions-League-Sieger, Weltpokalsieger 2010 und Vize-Weltcupsieger 2006 sowie WBC-Europapokalsieger (Willi-Brinkmann-Cup) 2002.Im Jahre 2009 sind die Damen derRhein-Main Baskets, beheimatet in Hofheim und Langen, in die 1. Basketball-Bundesliga aufgestiegen.
Mit sieben deutschen Meisterschaften, neun Pokalsiegen sowie vier internationalen Titeln war der1. Frauen-Fußball-Club Frankfurt einer der erfolgreichsten Vereine imdeutschen Frauenfußball. In der Saison 2020/21 fusionierte der Verein zum 1. Juli 2020 mit Eintracht Frankfurt; dabei wurden die erste und die zweite Mannschaft des 1. FFC in die Fußball AG derEintracht integriert und treten seitdem unter dem Namen Eintracht Frankfurt in derBundesliga (erste Mannschaft) bzw. in der2. Bundesliga Süd (zweite Mannschaft) an. Die 2006 aufgelöste Frauenmannschaft desFSV Frankfurt zählt drei Meistertitel und fünf Pokalsiege. NebenFSV Hessen Wetzlar (ehem. Eintracht Wetzlar) spielen die Frauen desTSV Jahn Calden und derTSG Neu-Isenburg in derRegionalliga Süd.
Ferner gab es mit demTV Lützellinden, der sich 2006 auflöste, einen seit Ende der 1980er Jahre bundesligaweit erfolgreichen Damen-Handballverein. Von 2014 bis 2017 war dieHSG Bad Wildungen der einzige hessische Vertreter in derBundesliga der Frauen. Als Meister der Saison 2016/17 folgte ihnen dieHSG Bensheim/Auerbach ins Oberhaus.
Erfolgreichste hessische Hockeymannschaft ist derRüsselsheimer RK. Bis heute kann dessen Hockeyabteilung 51deutsche Meisterschaften imHockey (Feld und Halle) verbuchen, ungezählt die Vizemeisterschaften, Süddeutschen Meisterschaften und Hessenmeisterschaften. Europa-Cups im Hockey wanderten bereits 18-mal in die Preisvitrine des RRK-Bootshauses. Heute spielt der RRK mit den Ersten Damen imHallenhockey in der 1. Bundesliga und imFeldhockey in der 2. Bundesliga. Die Ersten Herren spielen imFeldhockey in der Regionalliga und imHallenhockey in der 2. Bundesliga. Weitere bekannte Vereine sind: derSC Frankfurt 1880, dessen Erste Herren in der 2. Feldhockey-Bundesliga der Herren 2017/18 und in der Hallenhockey-Bundesliga der Herren spielen. Die Damen spielen in der 2. Regionalliga Süd. Weiter derSC SAFO Frankfurt, der1. Hanauer THC und derLimburger HC.
1994/1995 begann die Geschichte des hessischenInlinehockeys in Hanau.[87] Bis heute ist die Sportart beliebt wie kaum in einem anderen Bundesland, die hessische Oberliga und die Regionalliga gelten als die spielstärksten in Deutschland.
Im Motorrad-Bahnrennsport wird Hessen vertreten durch das Speedwayrennen des MSC Diedenbergen in Hofheim-Diedenbergen im Taunus sowie die Internationalen Grasbahnrennen in Melsungen, Bad Hersfeld und Heringen. Im Eisstadion Frankfurt am Main ist auch Eisspeedway auf WM-Niveau bereits veranstaltet worden.
DerSC Frankfurt 1880 gehört zu den ältesten und erfolgreichsten deutschenRugby-Vereinen. Ebenfalls zur ersten Bundesliga gehört derRK Heusenstamm. Insgesamt gehören dem Hessischen Rugby-Verband zwölf Vereine an.
In derBundesliga der Männer spielt derTTC Rhön-Sprudel Fulda-Maberzell. Der zweifacheChampions-League-SiegerTTV Gönnern spielte von 1996 bis 2009 in der Bundesliga, zog seine Mannschaft dann aber wegen finanzieller Probleme zurück und trat die Lizenz an dieTG Hanau ab, die von 2009 bis 2012 in der Bundesliga aktiv waren, ehe sie ebenfalls wegen finanzieller Probleme auf einen Start in der Bundesliga verzichteten. Die Frauen desTSV Langstadt 1909 spielen in der 1. Bundesliga der Damen.
Insgesamt gibt es in Hessen sechs Städte, an denen Leistungszentren für die olympischen Sportarten betrieben werden. Die Standorte befinden sich in Dillenburg (Trampolinturnen), Kassel (LZ Nordhessen), Limburg, Heusenstamm und Wiesbaden. Ein weiteres Leistungszentrum fürKunstturnen (Damen und Herren) besteht in Wetzlar.[88] Von dort stammt auchFabian Hambüchen. Neben den Leistungszentren gibt es weitere Stützpunkte, die leistungssportorientierte Förderung betreiben.
Das Landesleistungszentrum ist im Verbandszentrum Spitzensport desDeutschen Turner-Bundes in Frankfurt am Main angesiedelt. An diesem Standort wird vomHessischen Turnverband eine professionelle sportfachliche Betreuung garantiert und realisiert. Neben einem professionellen Training sind auch eine schulische Betreuung sowie die Möglichkeit einer Internatsanbindung sichergestellt.[89] Neben dem Landesleistungszentrum befindet sich in Frankfurt am Main ebenfalls der Bundesstützpunkt Gerätturnen männlich, Gerätturnen weiblich und Trampolinturnen.[90]
Das nicht natürlich vorkommende chemische Element mit der Kernladungszahl 108 trägt seit 1997 den NamenHassium, der sich vom lateinischen NamenHassia für Hessen ableitet. Es konnte 1984 beimGSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt durchKernverschmelzung von Blei mit Eisen zum ersten Mal erzeugt werden.
Der Asteroid(5846) Hessen trägt den Namen des Bundeslandes.
Mitteilungen des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. (1845–1860 alsPeriodische Blätter). Verein für hessische Geschichte und Landeskunde, Kassel 1845 ff. (vhghessen.de Volltext).
Walter Heinemeyer:Das Werden Hessens. Hrsg. Historische Kommission für Hessen, N. G. Elwert, Marburg 1986,ISBN 3-7708-0849-5.
Fritz-Rudolf Herrmann, Albrecht Jockenhövel:Die Vorgeschichte Hessens. Konrad Theiss, Stuttgart 1990,ISBN 3-8062-0458-6.
Wilhelm Müller:Hessisches Ortsnamenbuch. 1. Bd. Starkenburg, Darmstadt 1937.
Peter Assion:Von Hessen in die Neue Welt. Frankfurt am Main 1987,ISBN 3-458-14603-2.
Gerd Bauer:Die Geschichte Hessens. Eichborn, Frankfurt am Main 2002,ISBN 3-8218-1750-X.
Gerhard Beier:Arbeiterbewegung in Hessen. Zur Geschichte der hessischen Arbeiterbewegung durch einhundertfünfzig Jahre (1834–1984). Insel, Frankfurt am Main 1984,ISBN 3-458-14213-4.
Gerhard Beier:SPD Hessen – Chronik 1945 bis 1988. Verlag J. H. W. Dietz Nachf. GmbH, Bonn 1989,ISBN 3-8012-0146-5.
Karl E. Demandt:Geschichte des Landes Hessen. 2. Auflage, Kassel 1972.
Christine Wittrock:Das Unrecht geht einher mit sicherem Schritt. Materialien zur regionalen Faschismusgeschichte in Hessen, CoCon Verlag, Hanau,ISBN 3-928100-71-8.
Gerd-Peter Kossler, Gottfried Lehr, Klaus Seipel:Der korrigierte Fluß – DieNidda zwischen Regulierung und Renaturierung. Vertrieb: Gerd-Peter Kossler, Frankfurt am Main 1991,ISBN 3-9800853-3-3.
Hans Friebertshäuser:Das hessische Dialektbuch. C. H. Beck, München 1987,ISBN 3-406-32317-0.
Hans Friebertshäuser:Kleines hessisches Wörterbuch. C. H. Beck, München 1990,ISBN 3-406-34192-6.
Hessische Blätter für Volks- und Kulturforschung.Jonas (Periodika), Marburg/Lahn.
Carl Heßler:„Hessische Volkskunde“. Das ehemalige Kurhessen und das Hinterland am Ausgang des 19. Jahrhunderts. Band II, Unveränderter Nachdruck der Originalausgabe von 1904, N.G. Elwert Marburg, Neudruck in Lizenz beim Verlag Weidlich Würzburg 1984,ISBN 3-8035-1037-6.
Regina Klein:In der Zwischenzeit. Tiefenhermeneutische Fallstudien zur weiblichen Verortung im Modernisierungsprozess 1900–2000. Psychosozial-Verlag, Gießen 2003,ISBN 3-89806-194-9.
Robert Mulch u. a.:Südhessisches Wörterbuch. Gießen 1966 ff.
↑Parlamentarischer Rat: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949. (PDF) Präambel, Art. 20 I GG. In: Website Bundesanzeiger Verlag: Bundesgesetzblatt. Bundesrepublik Deutschland, 23. Mai 1949, abgerufen am 23. Juni 2023 (zitiert nach Walter Schmitt Glaeser (SG) Hessen in Horst Tilch, Frank Arloth (Hrsg.): Deutsches Rechts-Lexikon Teil: 2. G–P, München : Beck, 2001,ISBN 3-406-48053-5).
↑Verfassungberatende Landesversammlung: Verfassung des Landes Hessen vom 1. Dezember 1946. In: Website Bürgerservice Hessenrecht. Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium der Justiz, vertreten durch den Justizminister Prof. Dr. Roman Poseck, 1. Dezember 1946, abgerufen am 23. Juni 2023 (zitiert nach Walter Schmitt Glaeser (SG) Hessen in Horst Tilch, Frank Arloth (Hrsg.): Deutsches Rechts-Lexikon Teil: 2. G–P, München : Beck, 2001,ISBN 3-406-48053-5).
↑Hessische Kreiszahlen. Hessisches Statistisches Landesamt, 14. November 2023; abgerufen am 10. Februar 2024.
↑Naturschutzgebiete. Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. Dezember 2020; abgerufen am 12. August 2020.
↑Landschaftsschutzgebiete. Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. Dezember 2020; abgerufen am 12. August 2020.
↑Nationalpark Kellerwald-Edersee. Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. November 2020; abgerufen am 12. August 2020.
↑Bezeichnung des Landes Hessen vom 12. Dezember 1946. In: Der Chef der Staatskanzlei (Hrsg.):Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1947Nr.2,S.9,Punkt 11 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF;963kB]).
↑Artikel 160 der hessischen Verfassung bestimmt: „Diese Verfassung tritt mit ihrer Annahme durch das Volk in Kraft. Gleichzeitig tritt das Staatsgrundgesetz vom 22. November 1945 außer Kraft.“ Damit wurde am Tag der Volksabstimmung derStaat Groß-Hessen zumLand Hessen.
↑„Wie hast du’s mit der Religion?“ II. (PDF; 1,7 MB) Eine Umfrage zu Religiosität, religionsbezogener Toleranz und der Rolle der Religion in Hessen 2017. In: soziales.hessen.de. Hessisches Ministerium für Soziales und Integration, 29. November 2017, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. Mai 2019; abgerufen am 2. Mai 2019.
↑Webseite des Landes Hessen: Kooperations- und Vertretungsbüros des Landes Hessen im AuslandInvest in Hessen. In: hessen-yaroslavl.de. 25. November 2014, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. August 2014; abgerufen am 7. Januar 2017.
↑Einzelheftsuche – Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Arbeitsmarktreport – Länder, Kreise, Regionaldirektionen und Agenturen für Arbeit (Monatszahlen). Bundesagentur für Arbeit Statistik, Oktober 2020, abgerufen am 27. November 2020.
↑Einzelheftsuche – Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Gemeindedaten sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Wohn- und Arbeitsort – Deutschland, Länder, Kreise und Gemeinden (Jahreszahlen). 15. Januar 2020, abgerufen am 29. November 2020.