Hermann Warmbold

Hermann Warmbold (*21. April1876 inKlein Himstedt; †11. März1976 inTegernsee) war eindeutscherAgrarwissenschaftler,Politiker undWirtschaftsmanager.[1]
Leben und Beruf
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Warmbold war verheiratet mit Eleonore (Ella) Wagemann, Tochter des Senatspräsidenten amOberlandesgericht Hamm Friedrich Wagemann. Sein Schwager warErnst Wagemann, der Ausarbeiter desWagemann-Plans 1932.[2][3]
Nach dem Abitur arbeitete er zunächst in der Landwirtschaft und wurde dannEinjährig-Freiwilliger im Celler2. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 77, zuletzt als Oberleutnant d.R. Anschließend nahm Warmbold ein Studium der Land- und Volkswirtschaft an den Universitäten inGöttingen undBonn auf, das er mit der Promotion zumDr. phil. beendete (Dissertationsarbeit:Untersuchungen über die Biologie stickstoffbindender Bakterien. Ein Beitrag zur Kenntnis der Veränderungen im Stickstoffgehalte des unbebauten Ackerbodens). Er war von 1907 bis 1910 Generalsekretär derLandwirtschaftskammer inHannover und wirkte von 1907 bis 1911 als Generalsekretär des Land- und forstwissenschaftlichen Hauptvereins inLüneburg.
Warmbold ging 1911 in dasKaiserreich Russland nachEstland und war bis 1913 Finanzsachverständiger derdortigen Ritterschaft. Gleichzeitig verwaltete er ein Rittergut beiReval, das er als Versuchsgut bewirtschaftete. Von 1913 bis 1917 leitete er die Abteilung Wirtschaftsverwaltung derLandwirtschaftlichen Hochschule Berlin. Nach seiner Habilitation war er von 1915 bis 1919 Professor für Wirtschaftslehre des Landbaues an derLandwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim. Gleichzeitig fungierte er für kurze Zeit als Direktor der Hochschule und sorgte dafür, dassMargarete von Wrangell ihre Forschungen zur Phosphorsäure an der Hochschule fortsetzen konnte.[4]
Während der Zeit derWeimarer Republik war Warmbold von 1919 bis 1921 alsMinisterialdirektor Leiter der Domänen-Abteilung impreußischenMinisterium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten tätig und schied 1922 aus dem Staatsdienst aus. Von 1922 bis 1931 war erVorstandsmitglied derBASF und von 1926 bis 1931 Vorstandsmitglied derI.G. Farben. Nach demZweiten Weltkrieg wanderte er nachChile aus, war als Berater in landwirtschaftlichen Angelegenheiten der chilenischen Regierung tätig und wirkte an der Entflechtung der I.G. Farben mit.[3]
Öffentliche Ämter
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Warmbold gehörte keiner Partei an und amtierte vom 21. April bis zum 7. November 1921 als Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten in der von MinisterpräsidentAdam Stegerwald geführtenpreußischen Staatsregierung.
Weil befürchtet wurde, dass die für 1932 geplante Ernennung des I.G. Farben VorstandsmitgliedsHermann Schmitz zum Reichswirtschaftsminister in derHugenbergpresse kritische Veröffentlichungen über die finanziellen Unregelmäßigkeiten bei der I.G. Farben auslösen würden, fiel die Wahl auf Hermann Warmbold, der zu dieser Zeit I.G.-Farben-Aufsichtsratsmitglied war. Schmitz trat gemeinsam mit 24 anderen Industriellen, darunterPaul Silverberg,Albert Vögler,Georg von Schnitzler undOtto Wolff, in einen Wirtschaftsbeirat der Reichsregierung ein.[5][6] Warmbold wurde am 9. Oktober 1931 alsReichswirtschaftsminister in die von ReichskanzlerHeinrich Brüning geleitete Regierung berufen, schied aber am 28. April 1932 wieder aus der Reichsregierung aus. Vom 1. Juni 1932 bis zum 28. Januar 1933 war er erneut Reichswirtschaftsminister in den Kabinetten der ReichskanzlerFranz von Papen undKurt von Schleicher. Anfang Juni 1932 übernahm er zudem die kommissarische Leitung desReichsarbeitsministeriums.
Ehrungen
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Ehrendoktorwürde (Dr. h. c.) der Landwirtschaftlichen Hochschulen Hohenheim und Berlin
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Philippe Myohl, Lukas Gisin:Leben und Wirken von Prof. Dr. Hermann Warmbold. Aarau, 2007.
Weblinks
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Hermann Warmbold im Katalog derDeutschen Nationalbibliothek
- Hermann Warmbold. In:Deutsche Biographie (Index-Eintrag).
- Hermann Warmbold in der Online-Version der EditionAkten der Reichskanzlei. Weimarer Republik
- Foto von Hermann Warmbold bei der Universität Hohenheim
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑Hohenheims Direktoren, Rektoren und Präsidenten (Memento vom 25. März 2017 imInternet Archive)
- ↑Rainer Fremdling, Reiner Stäglin: Wagemann, Ernst. In:Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 27, Duncker & Humblot, Berlin 2020,ISBN 978-3-428-11208-1, S. 183–185 (Digitalisat).
- ↑abJens Ulrich Heine:Vorstand & Schicksal. VCH Verlagsgesellschaft, Weinheim 1990 S. 148–150
- ↑Gabriele Katz:Stuttgarts starke Frauen. Theiss, Darmstadt 2015,S. 104–105.
- ↑Gerhard Schulz,Von Brüning zu Hitler, De Gruyter Verlag, Berlin, New York 1992, S. 613–624.
- ↑Bundesarchiv: Kabinett Brüning 2. Wirtschaftsbeirat
Personendaten | |
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NAME | Warmbold, Hermann |
KURZBESCHREIBUNG | deutscher Landwirt, Agrarwissenschaftler, Manager und Politiker |
GEBURTSDATUM | 21. April 1876 |
GEBURTSORT | Klein Himstedt |
STERBEDATUM | 11. März 1976 |
STERBEORT | Tegernsee |
- Reichsminister (Weimarer Republik)
- Landwirtschaftsminister (Preußen)
- Landesminister (Preußen)
- Ministerialdirektor (Preußen)
- Rektor (Universität Hohenheim)
- Hochschullehrer (Universität Hohenheim)
- Deutscher Emigrant in Chile
- Industriemanager
- Oberleutnant (Preußen)
- Ehrendoktor der Universität Hohenheim
- Agrarwissenschaftler (20. Jahrhundert)
- Person (BASF)
- Person (I.G. Farben)
- Deutscher
- Geboren 1876
- Gestorben 1976
- Mann