Hepatozoonose der Hunde

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Blutausstrich mit neutrophilem Granulozyt und Gamont vonHepatozoon canis

DieHepatozoonose der Hunde ist eine durchparasitäreEinzeller der GattungHepatozoon (daherHepatozoonose) hervorgerufene Krankheit, die durchZecken übertragen wird. Zecken sind hierbei Endwirt des Parasiten, Hunde sein Zwischenwirt. Die Erkrankung wird durchHepatozoon canis, im Süden der USA vor allem durchHepatozoon americanum ausgelöst. Hunde stecken sich, im Gegensatz zu den meisten anderenvektorübertragenen Krankheiten, durch Fressen der Zecke, nicht durch denZeckenstich an. Eine Übertragung dieser Erreger auf den Menschen ist nicht beschrieben,[1]Hepatozoon canis hat aber offenbar ein größeres Spektrum an Zwischenwirten und konnte auch inPaarhufern,Beutel-,Fleder- undNagetieren nachgewiesen werden.[2]

Inhaltsverzeichnis

Auslöser

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In Europa, Afrika und Asien wird die Hepatozoonose der Hunde vor allem durchHepatozoon canis hervorgerufen. Der Erreger kommt inSüdeuropa,Afrika undAsien vor, so dass die Hepatozoonose inMitteleuropa vor allem eine „Reisekrankheit“ („Mittelmeerkrankheit“) ist. In den Sommermonaten kann dieBraune Hundezecke aber auch in Mitteleuropa vorkommen, in beheizten Räumen auch ganzjährig, so dass ein Infektionsrisiko auch hier besteht. In Amerika kommen neben der Braunen Hundezecke auchAmblyomma aureolatum,Amblyomma ovale undAmblyomma cajennense in Betracht.[3] Hier wird die Hepatozoonose der Hunde aber vorwiegend durchHepatozoon americanum ausgelöst.[4] Endwirt und damit Überträger dieses Erregers ist die Golfküstenzecke (Amblyomma maculatum).[5]

Der Erreger wird oral durch Fressen, Verschlucken oder Zerbeißen der Zecken übertragen. Empfänglich sind vor allem Hunde, Wildreservoir sind Wölfe und Füchse, in Nordamerika auchKojoten.[6] Hepatozoen befallen die weißen Blutkörperchen, insbesondere dieneutrophilen Granulozyten, sowieEndothelzellen der Milz, Leber, Muskulatur, Lungen und des Knochenmarks und vermehren sich dort ungeschlechtlich.[4] In Geweben verursacht die Infektion eine eitrig-granulomatöseEntzündung. Durch Bildung vonImmunkomplexen kann eineGlomerulonephritis oderAmyloidose entstehen.[7]

Klinik und Diagnostik

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Die Inkubationszeit beträgt zwei bis vier Wochen. Das klinische Bild ist unspezifisch und unterscheidet sich von der auslösenden Parasitenart.[7]

Infektionen mitHepatozoon canis verlaufen meist ohne klinische Symptome. Bei jungen Tieren oder Tieren mit gestörtem Immunsystem können Allgemeinstörungen auftreten. mit Zeichen der Allgemeininfektion sind Fieberschübe, Gewichtsabnahme und Lymphknotenschwellungen. Die Schleimhäute können aufgrund einerAnämie blass erscheinen. Durch Eindringen derSporozoiten in dieDarmschleimhaut kann es zu blutigen Durchfällen und Inappetenz kommen. BeiSchizontenbildung in der Muskulatur treten Überempfindlichkeit vor allem in der Lendenregion,Muskelentzündungen, steifer Gang,Paresen und Muskelschwund auf.[7]

Hepatozoon-americanum-Infektionen gehen meist mit deutlichen Symptomen einher. Schmerzen, Muskelatrophie, Fieberschübe, eitriger Augenausfluss, Abgeschlagenheit und Auszehrung sind häufig und die Prognose ist deutlich schlechter.[7] Bei jungen Hunden kommt es häufig zu Knochenzubildungen (osteoproliferative Veränderungen), insbesondere an den Gliedmaßenknochen.[8]

DieDiagnose ist klinisch nicht zu stellen, nördlich der Alpen sind Reisen in den Mittelmeerraum oder Herkunft des Tieres aus dieser Region vorberichtlich zu erfragen. ImBlutbild zeigt sich eineNeutrophilie mitLinksverschiebung. Die Zahl der roten Blutkörperchen nimmt ab (normozytäre, normochromeAnämie). Die Aktivität deralkalischen Phosphatase ist erhöht. DieGamonten lassen sich imBlutausstrich mittelsGiemsa-Färbung nachweisen. Ein histologischer Nachweis derSchizonten kann anhand vonBioptaten erfolgen. Der indirekte Nachweis über Antikörper mittelsImmunhistochemie (IFAT) ist in Deutschland seit 2008 verfügbar. Die höchste Sensitivität hat diePCR mit direktem Nachweis der DNA des Erregers.[9]Differentialdiagnostisch kommen beim Hund vor allemBabesiose,Ehrlichiose,Leishmaniose und Immunkrankheiten in Betracht.

Behandlung und Vorbeugung

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Eine vollständige Elimination des Erreger ist nicht möglich. Eine klinische Heilung kann mit einer Kombination ausImidocarb undDoxycyclin oder mitTrimethoprim undSulfonamiden erreicht werden. GegenHepatozoon americanum ist eine Kombination aus Trimethoprim,Sulfadiazin,Pyrimethamin undClindamycin wirksam.Decoquinat vermindert die Gefahr vonRezidiven und erhöht die Überlebenszeit.[10]

Eine Prophylaxe ist vor allem durch Verhinderung eines Zeckenbefalls möglich. Hierzu sollten schnell wirksame,zeckenabtötende Wirkstoffe eingesetzt werden, am besten auch solche mitrepellierendem Effekt wiePermethrin oderDeltamethrin.

Einzelnachweise

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  1. Thomas Steffen:Innere Medizin der Kleintiere. Elsevier Health Sciences, 6. Auflage, 2022,ISBN 978-3-43706302-2, S. 1457.
  2. Richard Thomas, Adriana Santodomingo, Liliana Saboya-Acosta, Julian F. Quintero-Galvis, Lucila Moreno, Juan E. Uribe, Sebastián Muñoz-Leal:Hepatozoon (Eucoccidiorida: Hepatozoidae) in wild mammals of the Americas: a systematic review. In:Parasites & Vectors.Band 17,Nr. 1, 2024,ISSN 1756-3305,S. 108,doi:10.1186/s13071-024-06154-3,PMID 38444020 (biomedcentral.com). 
  3. Filipe Dantas-Torres:Canine vector-borne diseases in Brazil. In:Parasites & Vectors.Band 1,Nr. 1, 2008,ISSN 1756-3305,S. 25,doi:10.1186/1756-3305-1-25,PMID 18691408 (biomedcentral.com). 
  4. abDomenico Otranto, Richard Wall:Veterinary Parasitology. 5. Auflage. Wiley 2024,ISBN 978-1-394-17634-2, S. 190.
  5. S. A. Ewing, J. S. Mathew, R. J. Panciera:Transmission of Hepatozoon americanum (Apicomplexa: Adeleorina) by Ixodids (Acari: Ixodidae). In:Journal of Medical Entomology.Band 39,Nr. 4, 2002,ISSN 0022-2585,S. 631–634,doi:10.1603/0022-2585-39.4.631 (oup.com). 
  6. Eliza Baker, Alex Jensen, Debra Miller, Kayla Buck Garrett, Christopher A. Cleveland, Justin Brown, Kyle Van Why, Richard Gerhold:Hepatozoon spp. infection in wild canids in the eastern United States. In:Parasites & Vectors.Band 16,Nr. 1, 2023,ISSN 1756-3305,S. 372,doi:10.1186/s13071-023-05968-x,PMID 37858216 (biomedcentral.com). 
  7. abcdJosef Boch:Veterinärmedizinische Parasitologie. Georg Thieme Verlag, 2006,ISBN 978-3-83044135-9, S. 420.
  8. Roger J. Panciera, J. S. Mathew, S. A. Ewing, Connie A. Cummings, Wm Tod Drost, A. Alan Kocan:Skeletal Lesions of Canine Hepatozoonosis Caused byHepatozoon americanum. In:Veterinary Pathology. 2000, Band 37, Nummer 3, S. 225–230doi:10.1354/vp.37-3-225.
  9. Kanine Hepatozoonose – unbekannt, aber nicht ungefährlich. Thieme vet. Abgerufen am 14. Januar 2025.
  10. Thomas Steffen:Innere Medizin der Kleintiere. Elsevier Health Sciences, 6. Auflage, 2022,ISBN 978-3-43706302-2, S. 1456.
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