Henry Hull stand ab 1911 als Schauspieler auf Theaterbühnen in den USA. Er war über Jahrzehnte regelmäßig amBroadway zu sehen, dort spielte er unter anderem die Hauptrolle des Hinterwäldlers Jeeter Lester in der Uraufführung des TheaterstücksDie Tabakstraße. Ab 1916 kamen für Hull auch Rollen im Kinofilm dazu. Mit seiner schmächtigen Figur war Hull fast immer auf Nebenrollen festgelegt, in denen er häufig skurrile Typen darstellte. Eine seiner wenigen Hauptrollen übernahm er mit der Verkörperung der Titelfigur im HorrorfilmDer Werwolf von London (1935). Zu seinen größten Erfolgen zählten die Rolle des exzentrischen Majors und ZeitungsverlegersRufus Cobb in den Jesse-James-Filmen von 1939 und 1940.[1] Bis einschließlich 1966 war Hull in über 110 Produktionen zu sehen.
Der Schauspieler war von 1913 bis zu ihrem Tod 1971 mit Juliet van Wyck Fremont, einer Enkelin des EntdeckersJohn C. Frémont, verheiratet. Sie hatten drei Kinder. Nach dem Tod seiner Ehefrau zog Hull zu seiner Tochter nach England, wo er die letzten Lebensjahre verbrachte und 1977 im Alter von 86 Jahren starb.
↑Kay Weniger:Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4:H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001,ISBN 3-89602-340-3, S. 103.