Helmut Griem

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springenZur Suche springen
Die Buchfinken 1954: Helmut Griem (links unten), Dietrich Neuhaus, Käthe Straßburger, Nils Sustrate

Helmut Griem (*6. April1932 inHamburg; †19. November2004 inMünchen) war eindeutscherSchauspieler undTheaterregisseur. Er trat in großen Rollen an fast allen großen deutschsprachigen Bühnen auf, verschaffte sich aber auch als Film- und Fernsehschauspieler internationale Anerkennung.

Inhaltsverzeichnis

Leben

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Helmut Griem (links) 1968 bei der Verleihung des Berliner Kunstpreises

Helmut Griem wurde als Sohn des Marine-Funkoffiziers Walter Griem und seiner Ehefrau Paula, geborene Rackebrandt, in Hamburg geboren. Er machte 1953 sein Abitur und studierte bis 1956Literaturwissenschaften undPhilosophie mit dem Vorhaben, Journalist zu werden.[1] Um etwas Geld für sein Studium zu verdienen, arbeitete Griem nebenbei als Darsteller in halbprofessionellen Schauspielgruppen. Während eines Engagements bei denBuchfinken wurde Griem, der nach eigenen Angaben nie zuvor an eine Schauspielkarriere gedacht hatte, zum professionellen Theater nachLübeck verpflichtet. Prompt erhielt er in Lübeck die Titelrolle im TheaterstückDie Regenmacher.[2] Finanziell über Wasser hielt er sich in dieser Zeit mit dem Verfassen vonKurzgeschichten für Zeitungen undHörspielen fürs Radio.

Obwohl er nie eine Schauspielschule besucht hatte, konnte sich Griem innerhalb weniger Jahre als hochgeschätzter Theaterschauspieler etablieren.[3] Ende der 1950er-Jahre arbeitete er fürOscar Fritz Schuh am Kölner Theater, was ihm den endgültigen Durchbruch brachte. In den folgenden Jahrzehnten war Griem an allen großen deutschsprachigen Bühnen tätig. So stand er in Engagements amThalia-Theater und amDeutschen Schauspielhaus in Hamburg, am WienerBurgtheater, an denStaatlichen Schauspielbühnen Berlin, an denMünchner Kammerspielen und zuletzt amResidenztheater (Bayerisches Staatsschauspiel) in München. Er spielte etwa die großen Rollen aus den Stücken von Lessing, Kleist und Goethe,[4] trat aber auch in moderneren Stücken wie vonTennessee Williams auf. SeinFaust – Vom Himmel durch die Welt zur Hölle unter Regie vonDieter Dorn wurde 1988 sogar für eine Fernsehausstrahlung aufgezeichnet.

Seit 1960 war Griem auch als Filmschauspieler tätig und er gewann gleich für seinen ersten FilmFabrik der Offiziere einenBambi alsBester Nachwuchsdarsteller. Seinen anschließenden Filmen war dagegen nur geringer Erfolg beschieden, weshalb er sich zeitweise vom Film abwandte. Der internationale Durchbruch auf der Kinoleinwand gelang ihm schließlich 1969 als SS-Obersturmbannführer Aschenbach im FilmklassikerDie Verdammten unter Regie vonLuchino Visconti. Mit dem Italiener Visconti sollte Griem drei Jahre später nochmal die FilmbiografieLudwig II. drehen. Nach dem Erfolg mitDie Verdammten spielte Griem in zahlreichen hochkarätigen Filmproduktionen aus dem In- und Ausland. ImOscar-prämierten FilmmusicalCabaret vonBob Fosse aus dem Jahr 1972 spielte er etwa an der Seite vonLiza Minnelli undMichael York den reichen BaronMaximilian von Heune.

FamiliengrabstätteGriem auf demFriedhof Ohlsdorf

Eine seiner bedeutenden Filmrollen war der Hans Schnier inAnsichten eines Clowns (1975), der Verfilmung vonHeinrich Bölls gleichnamigem Roman. Zu weiteren bedeutenden Regisseuren, mit denen Griem arbeitete, zählenVolker Schlöndorff (Die Moral der Ruth Halbfass),Hans W. Geißendörfer (Die gläserne Zelle),Rainer Werner Fassbinder (Berlin Alexanderplatz) undJacques Rouffio (Die Spaziergängerin von Sans-Souci).

Trotz großer Filmerfolge blieb das Theater Zentrum seiner Arbeit. Vor allem in der Spätphase seiner Karriere inszenierte Helmut Griem auch selbst, so etwa an den Münchner KammerspielenEines langen Tages Reise in die Nacht vonEugene O’Neill. Mit der Arbeit an demBotho-Strauß-StückDie eine und die andere konnte er nicht mehr beginnen.

Helmut Griem starb 2004 im Alter von 72 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit.[5] Er wurde auf dem HamburgerFriedhof Ohlsdorf im Bereich der Familiengrabstätte im Planquadrat F14 nahe Kapelle 4 beigesetzt.[6]

Griem war seit 1973 mit der Schauspielerin Helga Köhler verheiratet. Aus der Ehe ging ein Sohn namens Philip hervor.

Wichtige Theaterarbeiten

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Inszenierungen an den Münchner Kammerspielen (Auswahl):

Filmografie

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Synchronisation

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

AlsSynchronsprecher lieh Griem seine Stimme u. a.James Garner(Sexy! – Männer gehören an die Leine) undSam Shepard(Homo Faber).

Literatur

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Commons: Helmut Griem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. Nachruf im Spiegel
  2. Nachruf im Spiegel
  3. Interview mit vielen Fotos von Helmut Griem werbefrei Kultur Fibel (Memento desOriginals vom 15. August 2006 imInternet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturfibelverlag.de
  4. Nachruf im Spiegel
  5. Nachruf im Stern
  6. Grablage beiknerger.de
Personendaten
NAMEGriem, Helmut
KURZBESCHREIBUNGdeutscher Schauspieler und Regisseur
GEBURTSDATUM6. April 1932
GEBURTSORTHamburg,Deutschland
STERBEDATUM19. November 2004
STERBEORTMünchen,Deutschland
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Helmut_Griem&oldid=245240971
Kategorien:
Versteckte Kategorie: