Heiteren ist einefranzösische Gemeinde mit 1069 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) imDépartement Haut-Rhin in derRegionGrand Est (bis 2015Elsass). Sie gehört zumArrondissement Colmar-Ribeauvillé und zum GemeindeverbandCommunauté de communes Alsace Rhin Brisach.
Die Gemeinde Heiteren liegt in derOberrheinebene, etwa 20 Kilometer südöstlich vonColmar und sieben Kilometer südwestlich vonBreisach am Rhein. Das Gemeindegebiet reicht im Westen bis zum alten Nordarm desRhein-Rhône-Kanals und im Osten auf wenige hundert Meter an den parallel zumRhein verlaufendenRheinseitenkanal. Zu Heiteren gehört der OrtsteilThierhurst an der Grenze zur südlichen NachbargemeindeNambsheim.
In den Urkunden wird der Ort 768 alsHeiderheim erwähnt. Das Dorf siedelte sich nahe der einstigen Römerstraße Augst (Augusta Raurica) – Straßburg (Argentorate) an (gallo-römische Funde). Der Ort war lange Zeit als Lehen derHerrschaft Rappoltstein (Ribbeaupierre) an die Herren von Wittenheim vergeben. Im Mittelalter waren hier dieAbtei Murbach und das Kloster in Sainte-Croix-en-Plaine begütert. Heiteren war bis zumWestfälischen Frieden 1648 habsburgisch und kam dann an die französische Krone. Von 1871 bis zum Ende desErsten Weltkrieges gehörte Heiteren als Teil desReichslandes Elsaß-Lothringen zumDeutschen Reich (Kreis Colmar imBezirk Oberelsaß).
Ein im Dreißigjährigen Krieg zerstörtes Schloss wurde um 1710 durch einen barocken Neubau ersetzt. Nachdem es in der Revolution alsNationalgut verkauft worden war, fiel es 1840 einem Brand zum Opfer und wurde ab 1860 abgebrochen.
Die Kapelle Notre-Dame de Thierhurst von 1870 erinnert an eine an dieser Stelle befindliche, nach einer Überschwemmung 1394 abgegangene SiedlungThiernheim. Zuvor war diese 1366 durch die Söldnertruppe der „Wilden Engländer“ unterEnguerrand VII.de Coucy verwüstet worden.
Im Jahr 1977 besetzten elsässische und badische Bürgerinnen und Bürger einen im Bau befindlichen Strommast der Überlandleitung Fessenheim-Paris, durch die der Strom desKernkraftwerks Fessenheim transportiert werden sollte.[1]
| Jahr | 1910 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2013 | 2021 |
|---|
| Einwohner | 746[2] | 505 | 529 | 578 | 574 | 541 | 785 | 871 | 10269 | 1066 |
| Quellen: Cassini und INSEE |
- Kirche St. Jakobus der Ältere (Église Saint-Jacques-le-Majeur): schlichter spätklassizistischer Bau der Louis-Philippe-Zeit von 1840.
- Kapelle Unserer Lieben Frau von Thierhurst und Mariä Schmerzen (Chapelle Notre-Dame-de-Thierhurst et Notre-Dame-des-Douleurs). Die Kapelle war seit dem 16. Jahrhundert ein Wallfahrtsort. Der Neubau von 1870 wurde in den folgenden Jahrzehnten vergrößert und verbessert.
- DieMairie wurde 1874 als Pfarrhaus errichtet. Die drei Mittelachsen leicht vorspringend, durch Werksteinquaderung im Erdgeschoss, eine doppelläufige Freitreppe und durch einen Dreiecksgiebel betont.
Südostseite
Südwestseite
Innenansicht
Westseite
Südostseite
Innenansicht
- Wasserturm
- Kapelle der Fürsprecher der Vierzehn Heiligen
Wasserturm
Kapelle
Gefallenendenkmal
- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Paris 1998,ISBN 2-84234-036-1, S. 921–924.
- ↑Mastbesetzung in Heiteren 1977 gegen das AKW Fessenheim | Mitwelt. Abgerufen am 4. Februar 2023.
- ↑Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Colmar