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Hatten (Bas-Rhin)

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Hatten
Hatten (Frankreich)
Hatten (Frankreich)
StaatFrankreich Frankreich
RegionGrand Est
Département (Nr.)Bas-Rhin (67)
ArrondissementHaguenau-Wissembourg
KantonWissembourg
GemeindeverbandOutre-Forêt
Koordinaten48° 54′ N,7° 59′ O48.9019444444447.9788888888889Koordinaten:48° 54′ N,7° 59′ O
Höhe120–172 m
Fläche18,91 km²
Einwohner1.912(1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte101 Einw./km²
Postleitzahl67690
INSEE-Code67184

Mairie Hatten

Hatten ist einefranzösischeGemeinde mit 1912 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) imDépartementBas-Rhin in derRegionGrand Est (bis 2015Elsass) zwischenWissembourg undHagenau.

Geschichte

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Mittelalter

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Das Dorf gehörte zunächst zur Landgrafschaft Elsass und lag imHattgau.[1] 1332 kauften dieHerren von Lichtenberg es zusammen mit einer Reihe weiterer Dörfer und Rechte.[2] Es war einReichslehen[3], das sie demAmt Hatten (auch:Hattgau) zuordneten.[4] DasAmt Hatten bildete sich im 14. Jahrhundert heraus und war einAmt derHerrschaft Lichtenberg, ab 1480 derGrafschaft Hanau-Lichtenberg, von der es 1736 auf dieLandgrafschaft Hessen-Darmstadt überging. Die Burg Hatten wurde vor 1354 von den Lichtenbergern errichtet.[5] Sie war derKurpfalz von den Lichtenbergern übergeben und alsLehen zurückempfangen worden.[6]

Die ortsansässigen Bauern verstanden sich als freie Bauern. Sie hatten so keinen Bedarf, städtische Freiheiten verliehen zu bekommen, sie waren ja schon frei. Deshalb erhielt Hatten auch – im Gegensatz zu anderen größeren Orten der Herrschaft Lichtenberg – nieStadtrecht verliehen.[7]

Anna von Lichtenberg (* 1442; † 1474), eine der beiden Erbtöchter Ludwig V., heiratete 1458 den GrafenPhilipp I. den Älteren von Hanau-Babenhausen (* 1417; † 1480), der eine kleineSekundogenitur aus dem Bestand derGrafschaft Hanau erhalten hatte, um sie heiraten zu können. Durch die Heirat entstand die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Graf Jakob, eines Onkels von Anna, erhielt Philipp I. d. Ä. 1480 die Hälfte der Herrschaft Lichtenberg. Dazu zählten auch Hatten.

Kirche Saint-Michel in Hatten

Neuzeit

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GrafPhilipp IV. von Hanau-Lichtenberg (1514–1590) führte nach seinem Regierungsantritt 1538 dieReformation in seiner Grafschaft konsequent durch, die nunlutherisch wurde.

Durch dieReunionspolitik Frankreichs fielen um 1680 die imElsass gelegenen Teile der Grafschaft Hanau-Lichtenberg unter die OberhoheitFrankreichs, so auch das Amt Hatten und Hatten.

1736 starb mit GrafJohann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter,Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem ErbprinzenLudwig (VIII.) (* 1691; † 1768) vonHessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach dort. Als Folge derFranzösischen Revolution fiel dann der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch Hatten – an Frankreich. Von 1871 bis zum Ende desErsten Weltkrieges gehörte die Gemeinde als Teil desReichslandes Elsaß-Lothringen zumDeutschen Reich und war demKreis Weißenburg imBezirk Unterelsaß zugeordnet.

Nach der Besetzung durch die Wehrmacht wurden 1940 die letzten jüdischen Einwohner insInternierungslager Gurs deportiert.[8] Hatten war Teil derMaginot-Linie und wurde im Januar 1945 in der Endphase desZweiten Weltkriegs während erbitterter Kämpfe (Unternehmen Nordwind) fast völlig zerstört. Bei den Kämpfen zwischen deutschen und amerikanischen Panzereinheiten kamen 2500 Soldaten sowie 83 Einwohner ums Leben. Ein Bunkermuseum und eine Gedenktafel im Ortskern an der Kirche, sowie ein Denkmal an der D28 zwischen Hatten und Rittershoffen zeugen von den verlustreichen Auseinandersetzungen.

Bevölkerungsentwicklung

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Jahr1798[9]191019621968197519821990199920082016
Einwohner15761598[10]14041513152016581691178919751921
Großunterstandsmuseum in Hatten

Bunkermuseum

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In Hatten befindet sich auch ein kleines Großunterstandsmuseum (Museè de l'abri). Es ist in einem Großbunker eingerichtet, den das französische Militär 1930 als Defensivbauwerk gegen das deutsche Reich erbaute und der in den 1990er Jahren einem Freiwilligenverein zur Nutzung überlassen wurde. Das Museum ist nicht staatlich bezuschusst und finanziert sich aus Spenden und Eintrittsgeldern selbst, hauptsächlich von Schulklassen. Die Konzeption ist ungewöhnlich: es versteht sich als Museum gegen das Vergessen. Daher wurden von überall her Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg zusammengetragen, auch aus Deutschland.[11]

Partnergemeinden

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Hatten ist seit 1990 mit der GemeindeHatten inNiedersachsen verpartnert.[12]

Persönlichkeiten

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  • Alfred Wolf (1878–1949), liberaler Politiker
  • Georg Wolf (1871–1951), liberaler Politiker und Journalist

Literatur

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  • Martin Zeiller:Hatten. In:Matthäus Merian (Hrsg.):Topographia Alsatiae etc. (= Topographia Germaniae.Band 3). 1. Auflage. Matthaeus Merian, Frankfurt am Main 1643,S. 25 (Volltext [Wikisource]). 
  • Fritz Eyer:Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts. In:Schriften derErwin-von-Steinbach-Stiftung. 2. Auflage.Band 10. Pfaehler, Bad Neustadt an der Saale 1985,ISBN 3-922923-31-3 (268 Seiten, Im Text unverändert, um eine Einführung erweiterter Nachdruck der Ausgabe Strassburg, Rhenus-Verlag, 1938). 
  • Friedrich Knöpp:Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden inHessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Band 2, Flohic Editions, Charenton-le-Pont 1999,ISBN 2-84234-055-8, S. 1264–1265.

Weblinks

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Commons: Hatten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Fritz Eyer:Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480.… Band 10, 1985, S. 81.
  2. Fritz Eyer:Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480.… Band 10, 1985, S. 61.
  3. Knöpp, S. 6, Fritz Eyer:Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480.… Band 10, 1985, S. 167.
  4. Fritz Eyer:Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480.… Band 10, 1985, S. 239.
  5. Fritz Eyer:Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480.… Band 10, 1985, S. 167.
  6. Friedrich Knöpp:Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. 1962, S. 6.
  7. Fritz Eyer:Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480.… Band 10, 1985, S. 237.
  8. Hatten. alemannia-judaica.de, aufgerufen am 21. Dezember 2024.
  9. Matt, S. 7.
  10. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Weißenburg
  11. Bunkermuseum (deutsch)
  12. Eintrag über die Partnergemeinden auf der Homepage der Gemeinde Hatten. Abgerufen am 29. April 2019.
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