Hartzinn ist ein Sammelbegriff fürZinnlegierungen, die traditionell zwischen 85 und 96 Prozent ausZinn und zum Rest ausKupfer und/oderBlei bestehen und vornehmlich für Guss-, aber auch Walzprodukte (Stanniol) verwendet werden. Moderne Hartzinnlegierungen bestehen aus Zinn, Kupfer,Antimon und/oderBismut.
Zinn ist ein metallisch glänzender, hellerWerkstoff, das je nach Zusammensetzung mit der Zeit wie Silber dunkel oxidiert. Es ist weich genug, dass man Werkstücke leicht bearbeiten kann, und der niedrige Schmelzpunkt von rund 232 °C macht es zu einem idealen Werkstoff für Metallguss. Da die mechanische Festigkeit von reinem Zinn für Gebrauchsgegenstände zu gering ist, muss dieses legiert werden.
Hartzinn war vomMittelalter bis ins 18. und 19. Jahrhundert weit verbreiteterWerkstoff für Ess- undTrinkgefäße, jedoch wurde es von Porzellan, Glas und anderen Materialien in dieser Funktion weitgehend verdrängt. Zudem darf Blei wegen seiner Giftigkeit seit längerer Zeit bei Hartzinnlegierungen für Gebrauchsgegenstände nicht mehr verarbeitet werden. Seit demZink-Blei-Gesetz von 1887 durfte in Deutschland dasZinngeschirr nur noch geringe Mengen Blei enthalten. Der Grenzwert wurde später auf 0,5 % Blei (max. 2 % Kupfer, max. 7 % Antimon) festgesetzt. Daher finden sich in älteren Stücken häufig Spuren von Blei. Hauptanwendung dieser Legierungen ist heute neben Spezialanwendungen die Herstellung vonModeschmuck und Zinngerät.
Hartzinn wurde in verschiedenen Zusammensetzungen hergestellt (beispielhaft):
Englische Bezeichnungen für Hartzinnlegierungen sind Pewter bzw.Britanniametall