Harro Siegel
MichaelHarro Siegel (*24. Januar1900 inKassel; †6. Dezember1985 inGöttingen) war ein deutscherPuppenspieler.
Leben
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Michael Harro Siegel ist ein Bruder der SozialpädagoginElisabeth Siegel und des KunstsammlersHans Wilhelm Siegel. Er studierte nach einerBuchbinderlehreGermanistik,Theaterwissenschaften undKunstgeschichte an derUniversität München. Zudem besuchte er die Kunstakademien in Kassel und Berlin. Er war verheiratet mit der Puppenspielerin Adelheid Hellwig.
Ab 1926 ging er mit selbst entworfenen und eigenständig gebautenMarionetten in Deutschland und Europa auf Tournee. Im Wohnort Potsdam hatte er Kontakt zur FamilieWerner Picht undHellmut Becker. 1936 wurde er zum Professor fürKunsterziehung an dieStaatliche Kunstschule zu Berlin berufen, wo er von 1939 bis 1943 auch künstlerischer Leiter amReichsinstitut für Puppenspiel („Reichspuppenspieler“) war und mitAdolf Reichwein zusammenarbeitete, den er bereits über den KreisCarl Heinrich Beckers seit den späten 1920er Jahren kannte. Er hatte mehrere Freunde imKreisauer Kreis.
1943 folgte Harro Siegel dem Ruf als Professor für Kunsterziehung an dieWerkkunstschuleBraunschweig. Im BraunschweigerSchloss Richmond gründete und betrieb er ein städtisches Marionettentheater. Ab 1946 war er Dozent für Puppenspiel an derMeisterschule für gestaltendes Handwerk. Von 1964 bis 1970 übernahm er die Leitung der KünstlerstiftungVilla Romana inFlorenz. 1978 siedelte Siegel nach Deutschland über und wurde in Göttingen ansässig, wo er 1985 verstarb. Ab den 1960er Jahren gehörte er zur mystisch-islamischen BewegungSubud.
Siegel begründete die internationaleBrüderschaft der Marionettenspieler und 1957 dieWoche des internationalen Puppenspiels in Braunschweig.
Seine Figuren befinden sich heute in Museen (z. B. in der Puppentheatersammlung der Stadt München im Münchener Stadtmuseum, imLandesmuseum Kassel, imStädtischen Museum Braunschweig, im Museum für Puppentheater Kultur Bad Kreuznach), im „Marionettentheatern Stockholm“ sowie in Privatbesitz.
Schriften
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Marionetten. Propyläen, Frankfurt am Main 1982.
- (Nachdruck von 1981)Vom Puppenspiel in Deutschland 1933 bis 1945. Puppen & Masken, Frankfurt 2008ISBN 978-3-935011-18-1
- als Herausgeber:Puppenspiel als Zauberschlüssel.Literarische Vereinigung Braunschweig, Braunschweig 1962.
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Hellmut Becker:Michael Harro Siegel, der Marionettenspieler, in:Widersprüche aushalten, Piper, München 1992, S. 258–262 (=Gedenkrede am 3. Januar 1986)
- Luitgard Camerer:Siegel, Michael Harro. In:Luitgard Camerer,Manfred Garzmann,Wolf-Dieter Schuegraf (Hrsg.):Braunschweiger Stadtlexikon. Joh. Heinr. Meyer Verlag, Braunschweig 1992,ISBN 3-926701-14-5,S. 212.
- Walther Killy,Rudolf Vierhaus (Hrsg.):Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 9. K.G. Saur Verlag, München 1998,ISBN 3-598-23160-1, S. 310.
- Hans R. Purschke (Hg.)Archiv für Puppentheatergeschichte – Nr. 2 – Michael Harro Siegel.
- Ulrich Raulff:Kreis ohne Meister: Stefan Georges Nachleben, Beck, München 2009, S. 436ff.
- Lutz Tantow:Siegel, Michael Harro, Prof. In:Horst-Rüdiger Jarck,Günter Scheel (Hrsg.):Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert. hrsg. im Auftrag derBraunschweigischen Landschaft e. V. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996,ISBN 3-7752-5838-8,S. 567–568.
Weblinks
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Harro Siegel im Katalog derDeutschen Nationalbibliothek
- Bilder der Arbeiten von Harro Siegel
Personendaten | |
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NAME | Siegel, Harro |
ALTERNATIVNAMEN | Siegel, Michael Harro |
KURZBESCHREIBUNG | deutscher Puppenspieler |
GEBURTSDATUM | 24. Januar 1900 |
GEBURTSORT | Kassel |
STERBEDATUM | 6. Dezember 1985 |
STERBEORT | Göttingen |