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Hans-Ulrich Kopp

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Hans-Ulrich Kopp (*11. März1962 inStuttgart) ist eindeutscherPublizist, der demrechtsextremen Spektrum als Multifunktionär zugerechnet wird. Er war vor allem in den 1990er Jahren publizistisch aktiv, etwa in derJungen Freiheit, wo er auch unter dem PseudonymFriedrich von Lodenitz in Erscheinung trat. Er ist Gründer desLepanto Verlags[1] und heute alsBauunternehmer in Stuttgart tätig.

Leben

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Kopp, dessen Eltern aus demSudetenland stammten,[2] wurde in Stuttgart geboren und absolvierte dort 1980 dasAbitur.[3] Danach leistete er Wehrdienst bei derBundeswehr u. a. im Stab desII. Korps in Ulm und wurde zumBankkaufmann ausgebildet.[3] In München und Wien studierte er Allgemeine Sprachwissenschaft, Englische Philologie und Germanistische Linguistik und schloss das Studium 1991 mit demMagister artium ab.[3] Anfang der 1980er Jahre wurde er Schriftführer und stellvertretender Obmann desVerbandes deutscher Sprachvereine und Sprachfreunde, einer Nachfolgeorganisation desAllgemeinen Deutschen Sprachvereins.[4]

Kopp gilt als „Multifunktionär […] im rechtsextremen Lager“.[5] Laut einer Antwort derBundesregierung (1994) auf eine Kleine Anfrage im Deutschen Bundestag habe er 1991 „einmal einer rechtsextremistischen Gruppierung angehört“.[6] Bereits 1983 wurde er Mitglied des völkischenWitikobundes. Er war beim JugendverbandJunge Witikonen aktiv und ab 1992Schriftleiter desWitikobriefes.[7] 2006 trat er erneut als Vorstandsmitglied des Witikobundes in Erscheinung.[4] Parteipolitisch war er zunächst Mitglied derCDU und Landesvorstandsmitglied derUnion der Vertriebenen in Baden-Württemberg.[7] Später engagierte er sich bei denRepublikanern, er kandidierte etwa am 18. März 1990 zu denKommunalwahlen in München.[7] 1995 war er Unterstützer der rechten Sammelbewegung „Initiative 3. Oktober“ umManfred Brunner.[8] Kopp war überdies stellvertretender Vorsitzender bzw. Vorsitzender (ab 1999[4]) des rechtsextremen VereinsKultur- und Zeitgeschichte, Archiv der Zeit. Er wurde auch Mitglied desStudienzentrums Weikersheim[7] und engagierte sich dort bei der JugendorganisationJunges Weikersheim[4]. 1996 wurde er außerordentliches Vorstandsmitglied des „Cannstatter Kreises“ um den rechten StuttgarterFDP-FunktionärHans Manfred Roth.[4]

Kopp war u. a. Sprecher der extrem rechtenAkademischenFerialverbindung Rugia Karlsbad.[4] 1984 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern desGesamtdeutschen Studentenverbandes desBundes der Vertriebenen.[7] 1987 wurde er Sprecher der extrem rechtenBurschenschaft Danubia München, der er seit 1985 angehört.[7] Von 1993 bis 1998 war er Vorsitzender des Altherrenverbandes der Danubia.[4] 1996/97 war er während des Vorsitzes der extrem rechtenWiener akademischen Burschenschaft Olympia[9] Pressesprecher derDeutschen Burschenschaft.[4] 1989 war er Mitherausgeber der StudentenzeitschriftMünchner Freiheit. 1989 war er Gründungsvorstandsmitglied desRepublikanischen Hochschulverbandes (RHV),[4] des Studentenverbandes derRepublikaner, den er 1990 wieder verließ.[7] Wissenschaftler verglichen den RVS in der Zielsetzung mit dem rechtsextremen StudentenverbandRing freiheitlicher Studenten.[10] 1992 war Kopp erfolglos Kandidat derListe unabhängiger Studenten (LUST) in München, einer Art Nachfolgeorganisation des Republikanischen Hochschulverbandes, deren Motto anNSDAP-Wahlplakate erinnerte.[7]

Von 1990 bis 1995 war er Redakteur (ab 1991 im Ressort „Politik“[11]) derJungen Freiheit und galt als einer ihrer wichtigsten[3] Autoren.[4] Er schrieb u. a. unter demPseudonymFriedrich von Lodenitz.[7] 1990 gehörte er zu den Grundsatzreferenten des durchwir selbst,Europa und JF veranstalteten Kongresses „Initiative Deutschland 90“, wo er mitDieter Stein ein Konzept zum „nonkonformen“ Pressewesen und zur Entwicklung der JF vorstellte.[11] 1993/94 war er Tagungsleiter der sogenannten „Sommeruniversität“ der Jungen Freiheit, die in Kooperation mit der Burschenschaft Danubia München und der Freiheitlichen Studenteninitiative Innsbruck ausgerichtet wurde.[11] Nach seinem freiwilligen Ausscheiden aus der JF-Redaktion war er 1995 Initiator der „Freien Deutschen Sommeruniversität“, die in Konkurrenz zum mittlerweile als zu moderat[12] empfundenen Mutterprojekt stand. Der österreichische RechtsextremismusexperteHeribert Schiedel interpretierte den Weggang von der JF dahingehend, dass es sich um „Frontbegradigung [der Chefredaktion] gegenüber allzu offener NS-Apologie“ gehandelt habe.[13]

Kopp war wiederholt Referent bei der rechtsextremenGesellschaft für freie Publizistik[11] (u. a. 1994) und dergeschichtsrevisionistischenZeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt.[4] Er veröffentlichte u. a. in rechtskonservativen und rechtsextremen Zeitschriften wieStaatsbriefe,Nation und Europa,[4]Identität,[11]Aula,[11]Schweizerzeit,[14]Mut,[14]Burschenschaftliche Blätter,[11]Criticón[14],Europa bzw.Zeitenwende,[11]Mensch und Maß,Russland und wir,[11]Deutsche Geschichte,[4]Frieden 2000[4] undDeutsche Militärzeitschrift[4] sowie diversen Vertriebenenblättern[11] und weiteren Burschenschafts-nahen Organen.[11] Die SozialwissenschaftlerDietrich Heither undGerhard Schäfer bezeichnen ihn als einen „rechtsextremen Ideologen“.[15] Für den ExtremismusforscherEckhard Jesse (2008) ist Kopp ein „rechtsextremer Publizist“;[16] auch der Fachjournalist für RechtsextremismusAnton Maegerle[17] u. a. (2004) und der PolitikwissenschaftlerSteffen Kailitz[18] (1996) verorten ihn im Rechtsextremismus.

Kopp ist heute geschäftsführender Gesellschafter eines mittelständischenBauunternehmens in Stuttgart.[19] Er ist Gründer[1] und Gesellschafter des im Dezember 2009 inBonn eingetragenenLepanto Verlags, der Mitglied imKatholischen Medienverband[20] ist.

Laut Recherchen dertaz undCorrectiv nahm er an demTreffen von Rechtsextremisten in Potsdam am 25. November 2023 teil, bei dem über einen „Masterplan“ zur praktischen Umsetzung derVertreibung von Millionen Menschen aus Deutschland, auch solchen mit deutscher Staatsangehörigkeit, gesprochen wurde. Dies belegten Videoaufnahmen des Investigativteams vonGreenpeace.[21]

Schriften (Auswahl)

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  • Literatur vor der „Stunde Null“. Deutsche Schriftsteller 1933 bis 1945. Hrsg. vom Kultur- und Zeitgeschichte-Archiv Zeit e. V., Deutsche Verlagsgesellschaft, Rosenheim 1997,ISBN 3-920722-45-0.
  • mitGeorg Franz-Willing:Von den Germanen zu den Staufern. Glanz und Dramatik früher deutscher Geschichte. Deutsche Verlagsgesellschaft, Preussisch Oldendorf 2001,ISBN 3-920722-67-1.

Literatur

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Weblinks

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Einzelnachweise

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  1. abJosef Bordat:Nicht nur Blätter, sondern Früchte.Die Tagespost, 24. April 2019, abgerufen am 29. April 2019.
  2. vgl.Anton Maegerle:Politischer und publizistischer Werdegang von Autoren der Jungen Freiheit. In:Stephan Braun,Ute Vogt (Hrsg.):Die Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Kritische Analysen zu Programmatik, Inhalten, Autoren und Kunden. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007,ISBN 978-3-531-15421-3, S. 196.
  3. abcdHelmut Kellershohn:Die selbsternannte Elite. Herkunft und Selbstverständnis des Personals der Jungen Freiheit. In: Ders. (Hrsg.):Das Plagiat. Der völkische Nationalismus der Jungen Freiheit.DISS, Duisburg 1994,ISBN 3-927388-44-0, S. 71.
  4. abcdefghijklmnoAnton Maegerle:Politischer und publizistischer Werdegang von Autoren der Jungen Freiheit. In:Stephan Braun,Ute Vogt (Hrsg.):Die Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Kritische Analysen zu Programmatik, Inhalten, Autoren und Kunden. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007,ISBN 978-3-531-15421-3, S. 196f.
  5. Jens Mecklenburg (Hrsg.):Handbuch deutscher Rechtsextremismus. Elefanten-Press, Berlin 1996,ISBN 3-88520-585-8, S. 481–482, hier: S. 482.
  6. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Gruppe der PDS/Linke Liste (Drucksache 12/7612), Deutscher Bundestag, Drucksache 12/7976, S. 3.
  7. abcdefghiHelmut Kellershohn:Die selbsternannte Elite. Herkunft und Selbstverständnis des Personals der Jungen Freiheit. In: Ders. (Hrsg.):Das Plagiat. Der völkische Nationalismus der jungen Freiheit. DISS, Duisburg 1994,ISBN 978-3-927388-44-4, S. 72.
  8. Alice Brauner-Orthen:Die Neue Rechte in Deutschland. Antidemokratische und rassistische Tendenzen. Leske und Budrich, Leverkusen 2001,ISBN 3-8100-3078-3, S. 171.
  9. Dietrich Heither,Michael Gehler,Alexandra Kurth,Gerhard Schäfer:Blut und Paukboden. Eine Geschichte der Burschenschaften. Fischer, Frankfurt am Main 1997,ISBN 3-596-13378-5, S. 269.
  10. Dietrich Heither,Michael Gehler,Alexandra Kurth,Gerhard Schäfer:Blut und Paukboden. Eine Geschichte der Burschenschaften. Fischer, Frankfurt am Main 1997,ISBN 3-596-13378-5, S. 239 f.
  11. abcdefghijkHelmut Kellershohn:Die selbsternannte Elite. Herkunft und Selbstverständnis des Personals der Jungen Freiheit. In: Ders. (Hrsg.):Das Plagiat. Der völkische Nationalismus der Jungen Freiheit.DISS, Duisburg 1994,ISBN 3-927388-44-0, S. 73.
  12. vgl.Alice Brauner-Orthen:Die Neue Rechte in Deutschland. Antidemokratische und rassistische Tendenzen. Leske und Budrich, Leverkusen 2001,ISBN 3-8100-3078-3, S. 181.
  13. Heribert Schiedel:„Neue Rechte“ und rechtsextreme Intellektualität – Anmerkungen zu einem gar nicht so neuen Phänomen. In:Helmut Reinalter, Franko Petri, Rüdiger Kaufmann (Hrsg.):Das Weltbild des Rechtsextremismus. Die Strukturen der Entsolidarisierung. Studienverlag, Innsbruck u. a. 1998,ISBN 3-7065-1258-0, S. 229.
  14. abcDamir Skenderovic:The Radical Right in Switzerland. Continuity and Change, 1945–2000. Berghahn, New York u. a. 2009,ISBN 978-1-84545-580-4, S. 189.
  15. Dietrich Heither,Gerhard Schäfer:Studentenverbindungen zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus. In:Jens Mecklenburg (Hrsg.):Handbuch deutscher Rechtsextremismus. Elefanten-Press, Berlin 1996,ISBN 3-88520-585-8, S. 865–884, hier: 878.
  16. Eckhard Jesse:Demokratie in Deutschland. Diagnosen und Analysen. Hrsg. und eingel. vonUwe Backes undAlexander Gallus. Böhlau, Köln u. a. 2008,ISBN 978-3-412-20157-9, S. 384.
  17. Anton Maegerle, Daniel Hörsch:„Der Kampf um die Köpfe“ hat begonnen. Vordenker, Strategen und Wegbereiter rechter Netzwerke. In:Stephan Braun, Daniel Hörsch (Hrsg.):Rechte Netzwerke – eine Gefahr. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004,ISBN 3-8100-4153-X, S. 113–122, hier: 120.
  18. Steffen Kailitz:Die „89er“ und die Renaissance des „Jungkonservatismus“. In:Uwe Backes,Eckhard Jesse (Hrsg.):Jahrbuch Extremismus & Demokratie, 8. Jahrgang (1996), Nomos, Baden-Baden 1996,ISBN 3-7890-4526-8, S. 161–180, hier: 170.
  19. L+K: Fachfirma für Gussasphalt, Gussasphaltestrich, geschliffener Gussasphalt, Bauwerksabdichtungen im Wohnungsbau, Industriebau und Straßenbau. Eigenprodukte LAKOLITH, LAKOPLAN, LAKOLUX. Abgerufen am 11. Juli 2019. 
  20. Archivierte Kopie (Memento vom 10. März 2016 imInternet Archive)
  21. Jean-Philipp Beck, Anne Fromm: Braune Eminenz. In: taz. 26. Januar 2024, abgerufen am 26. Januar 2024. 
Personendaten
NAMEKopp, Hans-Ulrich
ALTERNATIVNAMENLodenitz, Friedrich von (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNGdeutscher Publizist
GEBURTSDATUM11. März 1962
GEBURTSORTStuttgart
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