Die naturräumliche und verkehrsgeographische Lage bot Hannover günstige Voraussetzungen für die Entwicklung vom mittelalterlichen Dorf zurGroßstadt. Im Mittelalter passierte ein bedeutender Nord-Süd-Handelsweg durch das Leinetal die Ortsstelle an einerFlussfurt. Im 19. Jahrhundert folgte die Eisenbahn diesem Verlauf und durch den Bau desMittellandkanals als Ost-West-Verbindung im 20. Jahrhundert lag Hannover am Kreuzungspunkt dieser wichtigen Verkehrswege. Gleiches gilt für den Straßenverkehr durch den Schnittpunkt der BundesautobahnenA 2 undA 7 nahe Hannover.
Folgende Städte und Gemeinden der Region Hannover grenzen an die Stadt Hannover:Langenhagen,Isernhagen,Lehrte,Sehnde,Laatzen,Hemmingen,Ronnenberg,Gehrden,Seelze undGarbsen. Dabei ist die Umgebung geprägt durch städtisch geprägte Bebauung entlang der Verkehrsachsen sowie durch ländlich geprägte Bauweise in anderen Teilen. ImBallungsraum Hannover lebten 2019 etwa 1.130.000 Menschen.[5]
Über elf Prozent des etwa 200 Quadratkilometer großen Stadtgebietes sind öffentliche Grünflächen, weshalb Hannover auch als Großstadt im Grünen bezeichnet wird. Der zentrumsnahe StadtwaldEilenriede hat allein eine Größe von 650Hektar.
Südlich des Stadtzentrums befindet sich derMaschsee, ein circa 78 Hektar großer künstlich angelegter See ohne natürlichen Zu- und Ablauf.
Von Süden her kommend fließt dieLeine durch Hannover nordwestlich in RichtungAller. In Höhe des Maschsees wird über denSchnellen Graben Leinewasser zurIhme geleitet. Das dortigeWehr dient neben der Regulierung des Wasserstandes der Stromerzeugung. Die Ihme ist ein kleiner Bach, der aus demCalenberger Land kommt. Durch die Zuleitung von Leinewasser wird sie zum Fluss, der sich nach wenigen Kilometern wieder mit der Leine vereinigt. Ab hier ist die Leine schiffbar. In Limmer mündet dieFösse in die Leine.
Hannover liegt durchschnittlich55 m ü. NN. Die höchsten natürlichen Erhebungen im Stadtgebiet sind der am Südostrand gelegeneKronsberg, dessen höchster Punkt mit 118,2 Metern ein um einige Meter künstlich erhöhter Aussichtshügel ist, und der 89,0 Meter hoheLindener Berg. Die höchste künstliche Erhebung ist derNordberg mit 122 Metern[6] am Nordostrand auf dem Gelände derMülldeponie Lahe. Der tiefste Punkt befindet sich im Landschaftsschutzgebiet KlosterforstMarienwerder und liegt44 m ü. NN.
Hannover liegt in einer Region mitSeeklima (TypCfb). DieJahresmitteltemperatur liegt bei etwa 10,6 °C.[7] Im langjährigen Mittel erreichte die Lufttemperatur in Hannover 8,7 °C und es fielen 661 MillimeterNiederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 22 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.
Auf dem Gebiet der späterenAlt- undNeustadt Hannovers wurden Spuren einer Besiedlung „von nicht geringer Ausdehnung“ aus derrömischen Kaiserzeit (1. bis 3. Jahrhundert n. Chr.) gefunden, wie der StadthistorikerHelmut Plath schrieb. Reste von Tongefäßen aus dieser Zeit fanden sich unter derAegidienkirche. In einem alten Leinearm wurde einDenar des römischen KaisersSeverus Alexander (222–235) geborgen, für Plath der Beweis, dass die Siedlung „von dem mit den Römern in Zusammenhang stehenden Handel erreicht wurde“. Die Siedlung unbekannten Namens könnte mit dem OrtTouliphourdon (lateinisch Tulifurdum) identisch sein, den der GeographClaudius Ptolemäus in einer um 150 n. Chr. entstandenen Karte derGermania magna einzeichnete. Wissenschaftler des Instituts für Geodäsie derTU Berlin lokalisierten Tulifurdum im Jahr 2010 mittels einer neuen Kartenprojektion „bei Hannover“. Sprachgeschichtlich ist der Name als Zusammensetzung der lateinischen Wörtertuli („ich habe getragen“) undfurdum („Furt“), was auf den Leineübergang Hannovers hinweisen könnte, gedeutet worden.[11]
Das heutige Hannover entstand aus einer mittelalterlichen Siedlung an einerhochwassergeschützten Stelle amLeineufer. Dieser Standort gab der späteren Stadt Hannover vermutlich ihren Namen – Honovere = „(Am) hohen Ufer“ –, was aber umstritten ist (sieheNamensgebung). In der Nähe gab es durch die nur 500 m breite Leineniederung und einenWerder eine Möglichkeit, die Leine an einer seichtenFurt zu überqueren. Dort kreuzten sich zweiFernstraßen. Auch heute heißt die Straße, die an dieser Stelle parallel zur Leine verläuft,Am Hohen Ufer. Hinweise auf eineMarktsiedlung an dieser Stelle gibt es bereits aus der Zeit um das Jahr 950. Der Vicus Hanovere (vicus = „Marktflecken“) wurde erstmals um 1150 imHildesheimerMiracula Sancta Bernwardi erwähnt. Im 12. Jahrhundert ließHeinrich der Löwe Hannover ausbauen und belehnte dieGrafen von Roden damit, welche von derBurg Lauenrode, einerWasserburg in der Leineniederung beiLimmer, aus herrschten. 1241 erhielt Hannover, als Teil des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg, dasStadtprivileg vom Braunschweiger Herzog; seit dieser Zeit ist auch ein Rat nachweisbar. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts standen zweiBürgermeister an der Spitze der Stadt. Daneben gab es einen aus zwölf Mitgliedern bestehenden, sogenannten sitzenden Rat mit dem regierenden Bürgermeister. ImLüneburger Erbfolgekrieg bekam die Stadt 1371 dasGroßePrivileg[12] verliehen, was ihr weitgehende Rechte einräumte, wie Zoll- und Mühlenrechte und die Befestigung der Stadt.
Zum Schutz der Stadt löste ab 1350 eine acht Meter hoheStadtmauer mit 34 Mauertürmen die zuvor bestehende Befestigung auspalisadenbestandenen Wällen und Gräben ab. ZurStadtbefestigung Hannover gehörte ab 1392 auch eineLandwehr, die das städtische Vorfeld sicherte. Von der früherenHannoverschen Landwehr mit Wällen, Hecken, Warthäusern und -türmen gibt es noch Einrichtungen wie den Turm auf demLindener Berg, denDöhrener Turm, denPferdeturm, denLister Turm und weitere. Die Stadt erlebte zu dieser Zeit eine erste wirtschaftliche Blüte und trat derHanse bei. Die Mitgliedschaft begann wahrscheinlich schon im 13. Jahrhundert, mit Sicherheit aber im 14. Jahrhundert. Der Fernhandel hannoverscher Kaufleute hatte im 15. Jahrhundert beispielsweise den Export von Leinwand nach London, den Tuchhandel mit Flandern, den Import von Pelzen und Häuten aus Nowgorod, von Tran und Wachs aus Norwegen sowie von Heringen und Butter aus Südschweden zum Gegenstand. Die Vernetzung der Wirtschaft über die Hanse begann im 16. Jahrhundert nachzulassen. Hannover schied um 1620 herum aus der Hanse aus.[13] 1636 wurde Hannover zur Welfen-Residenz erhoben. Die Einwohnerzahl stieg auf 4000.
In der Zeit derReformation wuchs in der Bevölkerung die Neigung, dieevangelische Lehre anzunehmen. Am 26. Juni 1533 schwor eine Versammlung auf dem Marktplatz, zuLuthers Wort zusammenzustehen. Obwohl sich die führenden Kreise der Stadt der Reformation nicht anschlossen, wurde sie durch die Opposition der Bürger, die keine politischen Ämter innehatten, durchgesetzt. Der Rat der Stadt musste schließlich insaltgläubig gebliebeneHildesheim flüchten. 1580 unterzeichneten „Bürgermeister und Ratname der Stadt Hannover“ die lutherischeKonkordienformel von 1577.[14]
In Hannover wurden von 1514 bis 1657 mindestens 30 Personen inHexenprozessen angeklagt, davon wurden 27 auf dem Scheiterhaufen hingerichtet oder starben im Gefängnis. Letztes Opfer der Hexenverfolgung warAlheit Snur 1648.
Hannover vom Nordosten gesehen, befestigt mit Wassergraben, Wall und Stadtmauer mit Mauertürmen; 1641 erstmals veröffentlichterMerian-StichModell von Hannover um 1689 mit hoher Ausbaustufe derStadtbefestigungHannover 1745 als sternförmige Festungsstadt mit Schanzen, Bastionen und Wassergräben. Westlich derLeine liegt die einbezogeneCalenberger Neustadt.
Während desDreißigjährigen Krieges machte HerzogGeorg von Calenberg 1636 diefestungsartig ausgebaute Stadt zu seiner Residenz. AlsResidenzstadt erlebte Hannover in den folgenden 80 Jahren eine erneute Blütezeit. Die Bauten dieser Epoche der Geschichte Hannovers setzten nachhaltige Akzente im Stadtbild.
1676 wurdeGottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) von HerzogJohann Friedrich zum Hofrat und Leiter seiner Bibliothek berufen. Der in Leipzig geborene Philosoph und Mathematiker, der unter anderem dasDualsystem erfand, lebte bis zu seinem Tod in Hannover. 2005 wurde die Landesbibliothek und 2006 die Universität nach ihm benannt.
Ab 1699 gehörten dem Rat zwei Bürgermeister, einSyndikus, ein Sekretär, zweiKämmerer und sechsSenatoren an. Von 1725 bis 1761 warChristian Ulrich Grupen stets einer der Bürgermeister der Stadt.
Hannover war ab 1692 das 9.Kurfürstentum desHeiligen Römischen Reiches (offizieller Name: Chur-Braunschweig-Lüneburg, inoffiziell auch Chur-Hannover, Kurhannover oder Hannover), nachdem HerzogErnst August als Voraussetzung 1682 die Primogenitur eingeführt hatte.
Nachdem Kurfürst Georg Ludwig alsGeorg I. 1714 den britischen Thron bestiegen hatte, verlegte er seine Residenz von Hannover nach London. In Hannover festigte sich dadurch in der inneren Verwaltung ein Kreis von Adeligen- und Beamtenfamilien. Die Residenzstadt, die in den Jahren zuvor stark vom Hof abhängig war, verödete dabei immer mehr. AuchSchloss undGarten Herrenhausen wurden bald nicht mehr genutzt. Diesem Umstand ist es letztlich zu verdanken, dass der Garten nicht mehr zeitgenössisch umgebaut wurde und der ursprüngliche Barockzustand erhalten blieb.
Im Jahr 1747 wurde dieAegidienneustadt eingemeindet, es folgten 1824 die Calenberger Neustadt und 1847 dieErnst-August-Stadt. Mit der Eingemeindung der Vorstadt Hannovers im Jahr 1859 mit den OrtschaftenKönigsworth, Schloßwende, Nordfeld, Vorort, Fernrode, Bütersworth,Kirchwende,Bult, Heidorn, Tiefenriede, Emmerberg undKleefeld wuchs die Stadtfläche von 157 auf 2354 Hektar und die Einwohnerzahl stieg von 38.000 auf 68.000.
1837 ging mit dem TodWilhelms IV. die 123 Jahre währendePersonalunion der KönigreicheGroßbritannien undHannover zu Ende. In Hannover bestiegKönig Ernst August I. den Thron. Am 22. Oktober 1843 wurde die Eisenbahnstrecke von Hannover bisLehrte eröffnet, am 19. Mai 1844 war dieBahnstrecke Hannover–Braunschweig durchgängig befahrbar. Gegen den Anschluss seiner Residenzstadt an das entstehende Eisenbahnnetz hatte sich der konservative König zunächst gewehrt. Wegen seiner Skepsis planten dieKöniglich Hannöverschen Staatseisenbahnen die ersten abzweigenden Strecken nicht in Hannover, sondern in Lehrte.
Für die hannoversche Industrie bedeutete der Anschluss an Preußen eine Verbesserung der Rahmenbedingungen. Die Aufhebung desZunftzwanges und die Einführung derGewerbefreiheit förderten das Wirtschaftswachstum und führten zum Aufschwung derGründerzeit. In der Zeit zwischen 1871 und 1912 wuchs die Bevölkerung von 87.600 auf 313.400. Die Grenze zur Großstadt mit 100.000 Einwohnern wurde 1873 überschritten.[15]
Der Aufschwung in Hannover fiel in die Ära des StadtdirektorsHeinrich Tramm. Er wurde 1891 in dieses Amt gewählt und versah es 27 Jahre. In dieser Zeit war er die dominierende Person in Politik und Verwaltung der Stadt.
In kultureller Hinsicht war Hannover in den 1920er Jahren insbesondere wegenKurt Schwitters ein „Vorort der Moderne“. SeinDadaismus, seine ZeitschriftMERZ und die von ihm gegründete Gruppedie abstrakten hannover hatten Weltruf.
Ab 1937 gehörten die OberbürgermeisterHenricus Haltenhoff,Ludwig Hoffmeister undEgon Bönner (1942–1945 „Staatskommissar“) derNSDAP an. Wie überall in Deutschland wurden auch in Hannover zahlreiche Minderheiten verfolgt. 484 hannoverscheJuden polnischer Herkunft wurden im Rahmen der „Polenaktion“ Ende Oktober 1938 nach Polen ausgewiesen, darunter die Familie Grünspan. Deren zweitältester SohnHerschel Grynszpan befand sich in Paris. Als er von der Vertreibung seiner Familie erfuhr, fuhr er zur deutschen Botschaft und schoss dort auf den LegationsratErnst Eduard vom Rath, der zwei Tage später starb. DasNS-Regime nahm diese Tat als Vorwand für die von ihm inszenierten deutschlandweitenNovemberpogrome. Dabei wurde in Hannover am 9. November 1938 dieNeue Synagoge in derCalenberger Neustadt niedergebrannt. Im September 1941 initiierte der NSDAP-GauleiterSüd-Hannover-Braunschweig mit der „Aktion Lauterbacher“ die Ghettoisierung der verbliebenen jüdischen Familien in 15 sogenanntenJudenhäusern.
Noch vor derWannseekonferenz wurden am 15. Dezember 1941 die ersten 1001 Juden aus Hannover nachRiga deportiert. Bis 1945 mussten so in acht Transporten mindestens 2400 Menschen die Stadt verlassen, von denen wenige überlebten. Organisiert hatte dieDeportationen der Juden und die „Arisierung“ von Kunst- und Kulturgütern der StadtbauratKarl Elkart.[17] Von den etwa 4800 Juden, die 1938 in Hannover lebten, gab es keine hundert mehr, als am 10. April 1945[18] Truppen derUS-Armee in die Stadt einrückten. Heute erinnern an die Judenverfolgung in Hannover dasMahnmal für die ermordeten Juden Hannovers am Opernplatz und über400 Stolpersteine (2018), die im Gehweg vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern von NS-Opfern verlegt sind. In Ahlem wurde 1987 auf dem Gelände der ehemaligenIsraelitische Gartenbauschule Ahlem dieGedenkstätte Ahlem eingerichtet.
Neben einem Zwangslager fürSinti und Roma und sogenannten Erziehungslagern gab es in Hannover mehrereAußenlager des KZ Neuengamme mit mehreren tausend Insassen, die unter menschenunwürdigen Verhältnissen lebten. Während des Krieges arbeiteten etwa 60.000Zwangsarbeiter in Hannover, die überwiegend aus derUdSSR,Polen,Frankreich, denNiederlanden undBelgien verschleppt und in rund 500 Lagerunterkünften lebten. Sie wurden vorwiegend in der Rüstungsindustrie eingesetzt. Vier Tage vor der Befreiung Hannovers wurden 154 von ihnen auf demStadtfriedhof Seelhorst erschossen.[19] Sie wurden kurz nach Kriegsende zusammen mit weiteren 230 Leichen in einem Trauerzug zumEhrenfriedhof am Maschsee-Nordufer überführt und dort beigesetzt.
ImZweiten Weltkrieg hatten zahlreiche Divisionen und Wehrverwaltungen ihren Sitz in Hannover. Dazu zählten neun Militärgerichte, vor denen auch Soldaten zum Tode verurteilt wurden, die den Gehorsam verweigert hatten. Die Daten von 51 Soldaten wurden ermittelt, die wegen „Fahnenflucht“ (Desertion), „Wehrkraftzersetzung“ und „Kriegsverrat“ in Hannover oder aus Hannover stammend anderenorts hingerichtet wurden.[20] Vereinzelt gab es in Hannover auchWiderstand, der von Rüstungssabotage über „abweichendes Jugendverhalten“ bis zur Vorbereitung eines Umsturzes von kommunistischer, sozialdemokratischer und bürgerlicher Seite ging. Nach demAttentat vom 20. Juli 1944 wurden im Raum Hannover-Südniedersachsen etwa neunzig Menschen verhaftet, darunter der spätere SPD-VorsitzendeKurt Schumacher.[21]
Hannover war alsbedeutender Verkehrsknotenpunkt und Standort kriegswichtiger Betriebe ab 1940 Ziel von über hundertalliierten Luftangriffen. Dabei wurde die Stadt zu 48 Prozent zerstört – Rang sieben unter den großen Städten Deutschlands – 50 Prozent der Wohnhäuser und 40 Prozent der Industriearbeitsplätze wurden zerstört und 6782 Menschen starben. DieAegidienkirche wurde nicht wieder aufgebaut; ihre Ruine ist ein Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.[22] Am 10. April 1945 besetzte die 9. US-Armee Hannover, der Krieg in Europa endete am8. Mai mit derbedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht.[23][24]
Unter der Leitung des StadtbauratsRudolf Hillebrecht erfolgte nach dem Krieg der Wiederaufbau der Stadt in planvoll-rigoroser Weise: Nach den schweren Kriegszerstörungen wurden die ehemalige, eher „Kleinteiliges“ betonende Stadtstruktur und das Straßennetz völlig neu geordnet und den damals postulierten Anforderungen einer „autogerechten Stadt“ angepasst.[25] Besonders die Innenstadt im zentralen Bereich desAegidientorplatzes und derGeorgstraße wurde mit mehrspurigen Straßen (Lavesallee,Leibnizufer,Hamburger Allee,Berliner Allee) umfahren und deren Verknüpfung durchKreisverkehre hergestellt. Der früher durch das Zentrum fließende Fernverkehr der ehemaligen ReichsstraßenNr. 3 undNr. 6 wurde überSchnellstraßen um das Zentrum herumgeführt.
Für denMesseschnellweg wurde eine Schneise mitten durch den StadtwaldEilenriede geschlagen. Der historische Stadtgrundriss blieb nur oberflächig bestehen, da das verbleibende grobmaschige Netz der Straßen nur in etwa die Hauptlinien der historischen Straßen nachzeichnet.[26] Kennzeichnend für den Wiederaufbau Hannovers ist die Entstehung von Stadträumen, die von der historischen Struktur abweichen.
Durch diese damals als vorbildlich geltende und noch heute nachwirkende Stadtplanung erlangte die Stadt überregionale Bekanntheit.[27] In späterer Zeit erwiesen sich die städtebaulichen Konzepte der Wiederaufbauzeit als überholt: In der architektonischen Strömung desPostmodernismus bekamen jene Straßenführungen und Plätze wieder Modellcharakter, wie sie das 19. Jahrhundert geprägt hatte, und nicht der Nachkriegsstädtebau, der mit der autogerechten Planung unkritisch Konzepte aus den USA übernommen hatte.[28] Der Verlust an historischer Bausubstanz durch dieLuftangriffe auf Hannover und die Planungen derNachkriegszeit (siehe auch:Liste abgegangener Bauwerke in Hannover) ließ vereinzelt den Wunsch zuRekonstruktionen ehemals prägender Gebäude aufkommen: So wurden die im Krieg zerstörten Fassaden desLeibnizhauses bis 1983 und desSchlosses Herrenhausen imGroßen Garten bis 2013 wieder aufgebaut.
1965 beschloss der Rat der Stadt, eine U-Bahn zu bauen. Es folgten jahrzehntelange Bauarbeiten am Tunnelnetz, die im Wesentlichen 1993 mit der Eröffnung der C-Nord-Strecke in der Nordstadt beendet waren. Dabei wurden im Innenstadtbereich Tunnel gebaut und diese an die bestehenden Straßenbahnstrecken angeschlossen, wodurch dieStadtbahn Hannover entstand. Nach dem Ende der Bauarbeiten wurden in der City um denKröpcke und in derLister MeileFußgängerzonen eingerichtet, wodurch diese Gebiete eine erhebliche Aufwertung erfuhren.
Nachdem Hannover bereits im Jahr 1888 den 13.Deutschen Feuerwehrtag ausrichtete, fand vom 7. bis 15. Juni 1980 der 25. Deutscher Feuerwehrtag ebenfalls dort statt. Der 29. Feuerwehrtag wurde zusammen mit derInterschutz (beides in Hannover) wegen derCOVID-19-Pandemie von 2020 zunächst auf Juni 2021, dann auf Juni 2022 verschoben.[31][32][33]
Mit derExpo 2000 fand in Hannover das erste Mal eineWeltausstellung in Deutschland statt. 155 Nationen beteiligten sich an der Ausstellung mit dem Motto „Mensch, Natur, Technik“. Mit 18 Millionen Besuchern wurden die anfänglichen Erwartungen an die Besucherzahlen nicht erfüllt.
2019 wurde Hannover wieder eineHansestadt. Die Wiederaufnahme in den Städtebund erfolgte auf der Delegiertenversammlung in der russischen StadtPskow.[34]
Bevölkerungsentwicklung Hannovers seit 1871 mit Aufteilung nach Geschlechtern ab 1968
Bis zum Ende derFrühen Neuzeit wuchs die Bevölkerungszahl Hannovers nur langsam. Während desSpätmittelalters lebten 1435 in der Stadt etwa 5.000 Menschen, bis 1766 hatte sich die Zahl auf 11.874 mehr als verdoppelt. Mit dem Beginn derIndustriellen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. 1811 lebten 16.816 Menschen in der Stadt. Die Eingemeindung umliegender Orte (Vorstadt Hannover) mit rund 20.000 Menschen im Jahr 1859 führte zu einem Anwachsen auf 60.120 Menschen im Jahr 1861.
Mit derHochindustrialisierung in Deutschland wurde Hannover im Jahre 1875 zurGroßstadt. 1901 waren es 250.000 Einwohner. Durch Eingemeindungen in den Jahren 1907 und 1909 stieg die Bevölkerung 1910 auf über 300.000. Am 1. Januar 1920 wurde die StadtLinden mit 73.379 Einwohnern (1919) eingemeindet. Die Einwohnerzahl stieg bis Ende 1920 auf über 400.000.
Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs verlor die Stadt mehr als die Hälfte ihrer Bewohner: Neben derDeportation von Juden sank die Bevölkerungszahl von 471.000 im Mai 1939 durch Flucht und Evakuierung wie derKinderlandverschickung auf 217.000 Personen im April 1945. 1952 lebten wieder so viele Menschen in der Stadt wie vor dem Krieg, 1954 waren es eine halbe Million. 1962 erreichte die Einwohnerzahl mit 574.754 ihren historischen Höchststand. Am 1. März 1974 brachte die Eingliederung der StadtMisburg mit 21.721 Einwohnern (1972) und weiterer umliegender Orte einen Bevölkerungszuwachs von 64.711 Personen. Spätestens seit 1960 ist Hannover in jedem Jahr eine der15 größten deutschen Städte. Am 30. Juni 2019 betrug die amtliche Einwohnerzahl 536.055, die Einwohnerzahl laut Melderegister 545.107.[35] Zum Jahreswechsel 2019/2020 betrug die Einwohnerzahl laut Melderegister 543.319 (Hauptwohnung).[36]
Am 1. November 2001 wurde aus den Städten und Gemeinden desLandkreises Hannover und der Stadt Hannover dieRegion Hannover gebildet. Hannover ist seither eine regionsangehörige Gemeinde mit der Rechtsstellung einerkreisfreien Stadt.[37]
DerRat ist die kommunale Vertretung und Hauptorgan der Stadt Hannover und beschließt über alle wichtigenSelbstverwaltungsangelegenheiten der Stadt. Er handelt alsVertretungskörperschaft durch Beschlüsse. Über die Vergabe der 64 Sitze entscheiden die Bürger alle fünf Jahre in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl. Die erste Wahl zum Rat der Stadt nach demZweiten Weltkrieg fand am 13. Oktober 1946 statt.[38] Die Mitglieder werdenRatsherr bzw.Ratsfrau der Stadt Hannover genannt. Seit der Kommunalwahl 2021 bestand ein Bündnis aus Grünen (18 Sitze) und SPD (18 Sitze).[39]Der Oberbürgermeister ist kraft Amtes Mitglied des Rates. Der Rat bildetFachausschüsse. In den einzelnen Fraktionen und Ausschüssen arbeiten weitere beratende Mitglieder ohne Stimmrecht mit, die von den Fraktionen benannt werden.[40] Der Oberbürgermeister und dieDezernenten nehmen an den Sitzungen des Rates und seiner Ausschüsse teil und erstatten dem Rat Bericht. Die Dezernenten vertreten einander. Vorsitzende des Rates ist seit November 2021 Uta Engelhardt (Grüne). Vertreten wird sie von den Bürgermeistern Thomas Hermann (SPD) und Thomas Klapproth (CDU). DieRatsvorsitzende, die Bürgermeister und die Mitglieder sind ehrenamtlich tätig und bekommen eine Entschädigung nach der Entschädigungssatzung der Stadt Hannover. Die Sitzungen werden durch das BürgerfernsehenH1 übertragen. Durch den Wechsel des Ratsmitgliedes Lea Sankowske von der Links-Fraktion zur SPD-Fraktion im Februar 2023 veränderte sich das Kräfteverhältnis der bis dahin grün-roten Koalitionspartner im Rat, so dass fortan von einerrot-grünen Koalition die Rede war. Im November 2023 verkündete die SPD das Ende der Ratskoalition mit den Grünen. In der Folge schlossen sich die Ratsmitglieder der PARTEI und Volt der grünen Ratsfraktion an, die so vor der SPD mit 20 Ratsmitgliedern stärkste Fraktion wurde.[41] Anfang Dezember folgte der Wechsel des Ratsmitglieds der Piratenpartei zu den Grünen, so dass die grüne Ratsfraktion nun über 21 Sitze verfügt. Der Rat der Stadt Hannover beschließt zudem über die höchsten Auszeichnungen der Stadt, dieEhrenbürgerschaft der Stadt Hannover und über die Vergabe derPlakette für Verdienste um die Landeshauptstadt Hannover (Stadtplakette Hannover).Die Mitglieder des Rates bekommen seit 1963 bei Vollendung von drei Amtszeiten, das sind i. d. r. 15 Jahre Mitgliedschaft, den goldenen Ehrenring des Rates der Stadt Hannover verliehen.
DerVerwaltungsausschuss ist neben dem Rat der Stadt das zweite Organ der Stadt, dem Aufgaben zur eigenen Entscheidung zugewiesen sind. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Beschlüsse des Rates vorzubereiten. Er ist zuständig und beschlussfähig über die Angelegenheiten, die nicht der Beschlussfassung des Rates, der Stadtbezirksräte oder der Betriebsausschüsse bedürfen und die nicht dem Oberbürgermeister obliegen. Er kann in bestimmten Fällen Zuständigkeiten an den Oberbürgermeister übertragen. Ihm gehören der Oberbürgermeister als Vorsitzender, die weiteren Bürgermeister, weitere Mitglieder des Rates als Beigeordnete und als beratende Mitglieder die Dezernenten/Stadträte an. Er tagt in der Regel einmal in der Woche in nicht öffentlichen Sitzungen.[42]
Neben dem Rat der Stadt als Hauptorgan gibt es seit 1981 in den 13 Stadtbezirken Hannovers Stadtbezirksräte, die kommunalverfassungsrechtlich Organstellung haben. Sie sind mit eigenen Zuständigkeiten, Entscheidungs-, Anhörungs- und Initiativrechten ausgestattet. Die Stadtbezirksräte sorgen für den Unterhalt der öffentlichen Einrichtungen, die in ihrem Bezirk liegen, fördern das Gemeindeleben und repräsentieren ihren Stadtbezirk. Den Bezirksräten gehören 19 bis 21 Mitglieder, „Bezirksratsherr“ oder „Bezirksratsfrau“ genannt, an. Die Stadtbezirksräte haben Anhörungsrecht in den Gremien der Stadt Hannover (Rat, Verwaltungsausschuss, Fachausschüsse). Sie können von sich aus kommunalpolitisch initiativ werden. Jedem Stadtbezirk steht ein Bezirksbürgermeister vor, der Vorsitzender des Bezirksrates ist und in den Gremien der Stadt und des Rates Anhörungsrecht hat.[43] Den Stadtbezirksräten stehen beratend Integrationsbeiräte zur Seite. In der Stadtverwaltung Hannover gibt es für jeden Stadtbezirk ein Stadtbezirksmanagement, das als Ansprechpartner und Vermittler zwischen Stadtverwaltung und Akteuren in den Bezirken dient und die Besonderheiten der Stadtbezirke in der Arbeit der Verwaltung berücksichtigt und die Arbeit koordiniert. Die Mitglieder und Bezirksbürgermeister sind ehrenamtlich tätig. Die Mitglieder des Rates, die nicht Mitglied eines Stadtbezirksrates sind, sind beratende Mitglieder des Stadtbezirksrates, in dem sie wohnen bzw. ihren Wahlbereich haben. Die Stadtbezirksräte werden alle fünf Jahre gewählt, zuletzt 2021. Seitdem verteilen sich die Sitze wie folgt:[44]
1996 wurde in Niedersachsen die bisherige Doppelspitze aus ehrenamtlichem Oberbürgermeister als oberster Repräsentant und Oberstadtdirektor als Leiter der Verwaltung aufgegeben. Seither gibt es in Hannover einendirekt gewählten hauptamtlichenOberbürgermeister. Im Oktober 2013 wurdeStefan Schostok (SPD) gewählt und in die achtjährige Amtsperiode eingeführt. Seine Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand erfolgte am 27. Mai 2019.[45] Die Nachwahl eines neuen Oberbürgermeisters wurde durch eine Stichwahl zwischenBelit Onay (Grüne) undEckhard Scholz (parteilos, von der CDU nominiert) am 10. November 2019 entschieden. Es gewann mit 52,9 % der Stimmen Belit Onay.[46][47] Die Amtseinführung fand am 22. November 2019 statt.[48] Der Oberbürgermeister ist Leiter der Stadtverwaltung und oberster Repräsentant der Stadt.
Thomas Hermann, Bürgermeister der Stadt Hannover seit 2014
Neben dem Oberbürgermeister gibt es drei ehrenamtliche Vertreter für Aufgaben der Repräsentation der Stadt.[49] Sie werden vom Rat aus ihrer Mitte gewählt und tragen den TitelBürgermeisterin oderBürgermeister. Bürgermeister bzw. Bürgermeisterin sind seit dem 19. Juni 2014Thomas Hermann (SPD) als erste Vertretung sowie seit dem 4. November 2021 Monica Plate (Grüne) als zweite und Thomas Klapproth (CDU) als dritte Vertretung.[50]
Seit 1996 ist der Erste Bürgermeister auch Vorsitzender der Ratsversammlung. Aufgrund des Stimmenverhältnisses bei der Kommunalwahl 2021 und der Koalitionsverhandlungen wurde von dieser Regel abgewichen. Bis 1996 waren die Bürgermeister Vertreter des Oberbürgermeisters im Vorsitz des Rates und in der Repräsentation der Stadt.
Die Stadtverwaltung ist neben dem Rat der Stadt Teil derKommunalen Selbstverwaltung der Landeshauptstadt Hannover und gliedert sich in denGeschäftsbereich des Oberbürgermeisters alsHauptverwaltungsbeamter der Stadt und siebenDezernate (seit 2020). DieDezernenten tragen die Bezeichnung Stadtrat bzw. Stadträtin (der Stadtrat für Finanzen auch Stadtkämmerer). Allgemeiner Vertreter des Oberbürgermeisters in der Verwaltung ist der ErsteStadtrat, seit Juli 2021 hat der Dezernent für Finanzen und öffentliche Ordnung,Axel von der Ohe, das Amt inne. Die Dezernenten werden auf Vorschlag des Oberbürgermeisters vom Rat der Stadt für acht Jahre gewählt. Im Neuen Rathaus wird dasGoldene Buch der Stadt Hannover verwahrt, in das sich ausgewählte Gäste der Stadtverwaltung eintragen.
DerSeniorenbeirat ist die offizielle neutrale Vertretung der Senioren in Hannover.[51] DerEilenriedebeirat wurde 1956 von der Stadt ins Leben gerufen. Er ist der Hüter des Stadtwaldes, bemüht sich um die Erhaltung sowie Pflege derEilenriede und berät die Gremien der Stadt.[52]
Blasonierung: „DasWappen der Stadt Hannover zeigt eine silberne Mauer mit zwei Zinnentürmen auf rotem Grund; in dem offenen Tor befindet sich unter schwarzem Fallgatter ein goldenes Schildchen mit einer grünenMarienblume oderKleeblatt (ungeklärt); zwischen den Türmen steht ein goldenerLöwe.“
Wappenbegründung: Das Wappen ist bereits ab 1266 alsSiegel nachweisbar, mit Marienblume/Kleeblatt (vorherMünzzeichen) ab 1534, wobei der Löwe das Symbol derWelfen beziehungsweise der Herrschaft desHerzogtums Braunschweigs ist, zu dessen Herrschaftsgebiet die Stadt gehörte. Seit 1929 hat das Stadtwappen seine heutige Form. Die alten Stadtfarben Rot, Gelb und Grün wurden 1897 durch Rot-Weiß ersetzt.
Im Juni 2022 erklärte die Stadt Hannover, eine „Solidaritätspartnerschaft“ mit derukrainischen StadtMykolajiw anzustreben.[54]
Eine weitere Städtepartnerschaft bestand zwischen 1971 und 1976 mitUtrecht (Niederlande). MitIwanowo (Russland) besteht ein Freundschaftsvertrag. Mit der Eröffnung eines hannoverschen Viertels in derchinesischen StadtChangde entstand eineStädtefreundschaft. Die dortige Ladenstraße wurde vom Oberbürgermeister eröffnet. Die vor ihrer Eingemeindung begonnenen Städtepartnerschaften vonAhlem,Anderten undMisburg werden auf Stadtbezirksebene fortgeführt. ImMaschpark sind Wege nach den Partnerstädten benannt, was ihm die Bezeichnung „Park der Partnerstädte“ einbrachte.
Wahlen zum Niedersächsischen Landtag, zum Deutschen Bundestag und zum Europäischen Parlament in Hannover
Daseklektizistische, 1913 eröffneteNeue Rathaus liegt zwischen Altstadt undMaschpark. Die Aussichtsplattform in der Kuppel ist durch den einzigartig bogenförmigenKuppelaufzug zu erreichen. In der Empfangshalle des Rathauses befinden sich vierStadtmodelle, welche die Innenstadt 1689, 1939, 1945 und der Gegenwart zeigen. Das Neue Rathaus gilt heute als das Wahrzeichen Hannovers und zählte 2015 laut einerDZT-Onlineumfrage unter ausländischen Touristen zu den 80 beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland.[55] 36 Sehenswürdigkeiten der Innenstadt sind durch den sogenanntenRoten Faden verbunden. Diese 4,2 Kilometer lange, auf das Pflaster gemalte rote Linie führt an der Tourist-Information amErnst-August-Platz beginnend in einem Rundgang durch die Innenstadt.
Die heutige Altstadt von Hannover unterscheidet sich deutlich von der ursprünglichen Altstadt vor dem Zweiten Weltkrieg. Hannovers Innenstadt wurde zu 90 % zerstört, dazu gehörte auch die Altstadt. Daher hat man um dieMarktkirche herum eine Art von Traditionsinsel geschaffen. Hierfür wurden die großen Wahrzeichen, wie die Marktkirche, wieder aufgebaut, von anderen Teilen der Stadt wurden Fachwerkhäuser und andere Bauten transloziert und es wurden im Rahmen des Wiederaufbaus Nachkriegsbauten erschaffen, die sich harmonisch in das Altstadtbild einfügen. Das heutige Tor zur Altstadt ist dasMarstalltor vonLouis Remy de la Fosse. Es ist das erhalten gebliebene Mittelportal eines Reithauses derHofmarställe am Hohen Ufer. Im Zentrum derAltstadt befindet sich, wie bereits erwähnt, die im 14. Jahrhundert erbauteMarktkirche mit dem Marktplatz nebstMarktbrunnen Hannover. Zusammen mit demAlten Rathaus ist sie Zeugnis der norddeutschenBacksteingotik. In der Nachbarschaft der Marktkirche stehen dasBroyhanhaus, dasHanns-Lilje-Haus und dasGeorg-von-Cölln-Haus. DieKreuzkirche imKreuzkirchenviertel besitzt ein wertvolles Altargemälde vonLucas Cranach d. Ä.; ihr gegenüber befindet sich das RestaurantKreuzklappe. In derBurgstraße 12 steht das älteste erhalteneFachwerkhaus Hannovers von 1564/1566. Der in den Jahren 1649 bis 1664 errichteteBallhof war lange der größte Veranstaltungssaal der Stadt und ist heute eine der Spielstätten des Niedersächsischen Staatstheaters. Am Holzmarkt mit demOskar-Winter-Brunnen steht neben dem kurz vor 1900 errichteten Nolte-Haus ein Haus mit der 1983 rekonstruiertenRenaissancefassade des kriegszerstörtenLeibnizhauses (ursprünglich ab 1499 in der Schmiedestraße errichtet). Von den mittelalterlichen Stadtverteidigungstürmen ist lediglich derBeginenturm amHistorischen Museum vollständig erhalten.Die Altstadt grenzt an dasHohe Ufer der Leine, wo sich dasLeineschloss und eine 2018 neugestaltete Uferpromenade mit Cafés und Restaurants befindet.Seit Mai 2023 ist hier auch dieLeinewelle in Betrieb, sie ist die erste Anlage zumFlusssurfen in Norddeutschland.
Überall in der Innenstadt, aber auch in manchen Stadtteilen, trifft man auf Bauten des BaumeistersGeorg Ludwig Friedrich Laves. Anfang des 19. Jahrhunderts begann er mit der Planung und Gestaltung derErnst-August-Stadt, heute Teil des Stadtbezirks Mitte. Zu seinen größten Bauten in Hannover zählen das 1852 eröffneteOpernhaus, die 46,31 Meter hoheWaterloosäule mit Aussichtsplattform, dasWangenheimpalais von 1832 und dasLaveshaus von 1824 gegenüber dem Neuen Rathaus. DasLeineschloss am Rand der Altstadt (heute Sitz desNiedersächsischen Landtages) baute er um und erweiterte es unter anderem mit demPortikus in der Leinstraße. Weitere Bauten von Laves sind das Gartenhaus der Kammerfrau von Beckedorf und dieVilla Rosa. DenFürstenhof oder Osnabrücker Hof baute Laves von 1817 bis 1818 um. Laves erbaute auch zahlreiche Bauten in den Herrenhäuser Gärten, so denBibliothekspavillon und dasWelfenmausoleum im Berggarten, dasSchloss Herrenhausen im Großen Garten und die Kavaliers-/Torhäuser im Georgengarten. Die Vorfahrt und die Kandelaber vor demGeorgenpalais wurden von Georg Ludwig Friedrich Laves errichtet. Auch vier Brücken von Laves sind noch in den Herrenhäuser Gärten erhalten, so dieFriederikenbrücke von 1839, dieLavesbrücke von 1844, dieAugustenbrücke von 1840 und die eiserne Fahrbrücke von 1837. Die heutige klassizistische Fassade erhielt die Orangerie im Großen Garten von Laves knapp hundert Jahre nach der Erbauung. Ein von mehreren noch erhaltenen Fragmenten der historischen Stadtmauer befindet sich in der Nähe des Georgsplatzes in einem Fußgängerdurchgang. Dieser Mauerrest ging einst durch den von Georg Ludwig Friedrich Laves errichtetenLoccumer Hof. Laves baute zudem dieAegidienkirche um, bevor sie im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde und heute als Mahnmal dient.
Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts schuf der ArchitektConrad Wilhelm Hase dieHannoversche Architekturschule mit Klinkerbauten im neugotischen und Rundbogenstil eine eigene Formensprache. In Hannover stehen heute noch fünf Bauten, die von Hase selber erbaut wurden, das sind dasKünstlerhaus Hannover von 1856, dieChristuskirche von 1864, dieApostelkirche von 1884 und dieZionskirche/Erlöserkirche von 1880. DasAlte Rathaus wurde von Hase von 1877 bis 1882 restauriert und von 1890 bis 1891 um den Flügel zur Karmarschstraße erweitert. Im Stadtbild gibt es aber noch zahlreiche weitere Beispiele der Hannoverschen Architekturschule. Dazu gehören zum Beispiel dasAlte Lindener Rathaus oder dieCumberlandsche Galerie, die heute ein Spielort des Niedersächsischen Staatstheaters ist. Zahlreiche Wohnhäuser (u. a.Dat Gröne Hus), Wohn- und Geschäftshäuser sowie Krankenhäuser, Schulen, Turnhallen und Pfarrhäuser in verschiedenen Stadtteilen sind ebenfalls im Stil der Hannoverschen Architekturschule erbaut. Bekannte Villen sind zum Beispiel dasHaus Mohrmann oder dieVillengruppe Callinstraße. DieDreifaltigkeitskirche wurde von 1880 bis 1883 vonChristoph Hehl erbaut. ImRundbogenstilTrammscher Prägung wurden dasWelfenschloss und das benachbarte ehemaligeMarstallgebäude errichtet, beide Gebäude gehören heute zurGottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover. Auch Zweckbauten, wie der erste Abschnitt der heutigenGilde Brauerei oder der Erweiterungsbau der ehemaligenSchokoladenfabrik B. Sprengel sind der Hannoverschen Architekturschule zugeordnet. Sie hat sich über Hannover hinaus vornehmlich im norddeutschen Raum ausgebreitet.
DerBacksteinexpressionismus im Hannover der 1920er und 1930er Jahre wird vor allem repräsentiert durch dasAnzeiger-Hochhaus vonFritz Höger am Steintor. Das Hochhaus wurde 1927–1928 als Verlagsgebäude desHannoverschen Anzeigers gebaut und war eines der erstenHochhäuser imDeutschen Reich. Das Gebäude ist 51 Meter hoch und besitzt zehn Geschosse. In der markanten Kuppel befand sich zunächst ein Planetarium, dieses brannte bei einem der letzten Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges im März 1945 allerdings aus. Heute befindet sich an der Stelle das Kino „Hochhaus-Lichtspiele“. Im Anzeiger-Hochhaus wurden das NachrichtenmagazinDer Spiegel (1947) und die WochenzeitschriftStern (1948) gegründet. Weitere markante Gebäude, die im Stil des Backsteinexpressionismus erbaut wurden, sind das Gebäude derStadtbibliothek Hannover in der Hildesheimer Straße und dasCapitol-Hochhaus amSchwarzen Bären in Linden. Die Stadtbibliothek war bei der Eröffnung das erste Bibliotheks-Hochhaus in Europa. Zahlreiche Wohnhäuser gleichen Baustils befinden sich auch in der Südstadt, der List, in Kleefeld, in Döhren, in Vahrenwald, in Hainholz, in Vinnhorst, in der Nordstadt, in Linden und in Ricklingen. Zu den bekanntesten Wohnhäusern zählen dasHochhaus Glückauf und dasHochhaus Günther in der Südstadt, die Wohnanlage am De-Haën-Platz und die Siedlung Im Kreuzkampe (beides in der List). Ebenfalls in der Südstadt befindet sich dieKirche St. Heinrich. DieGartenstadt Kleefeld im Stadtteil Kleefeld wurde ab Winter 1927/28 auf dem Gelände des ehemaligenRitterguts Kleefeld erbaut.
Viele Gebäude und Stadtviertel in Hannover sind vomJugendstil geprägt, darunter auch der Stadtteil Linden mit demLichtenbergplatz oder die Oststadt mit der Bödekerstraße, die auch als Hannovers Prachtstraße bezeichnet wird. Zu den weiteren Stadtteilen mit zahlreichen Jugendstilbauten gehören Döhren, List, Kleefeld sowie die Nord- und die Südstadt.[56] Eine besondere Häufung von Jugendstilgebäuden und besondere Beispiele eben solcher findet man u. a. in derPodbielskistraße, in derKollenrodtstraße, amMoltkeplatz, in derFerdinand-Wallbrecht-Straße, in derVahrenwalder Straße und amKantplatz. Im Gebäude des 1905 erbauten Goseriede-Bades befinden sich heute dieKestner Gesellschaft und der Hauptsitz des HörfunksendersRadio ffn. Der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Mitteltrakt wurde durch einen Neubau ersetzt.
Unweit des Opernhauses befindet sich das Bankenviertel mit derBörse Hannover (erbaut im Tudor-Stil), demPalais Grote, demHansa-Haus, demGebäude der Deutschen Bank am Georgsplatz, demGebäude der Deutschen Bundesbank, demNiedersächsischen Finanzministerium und vielen weiteren großen und repräsentativen Sandsteinbauten. In der Nähe des Bankenviertels befindet sich das im Heimatschutzstil errichteteErnst-Grote-Haus.
1914 wurde dieneoklassizistischeStadthalle mit dem Kuppelsaal eröffnet. An der Goseriede liegen derTiedthof, ein Beispiel für die Revitalisierung alter Bausubstanz.
Mit einem wachsenden Anteil muslimischer Bürger haben sich in Hannover mehrere Moscheegemeinden unterschiedlicher Glaubensrichtungen gebildet. Beheimatet sind sie in verschiedenen Moscheen, von denen beispielhaft dieSami-Moschee derAhmadiyya Muslim Jamaat genannt sei.
In Hannover gibt es eine ganze Reihe an Türmen. Neben den zahlreichen Kirchtürmen stehen mit demDöhrener Turm, demPferdeturm und dem Turm auf demLindener Berg noch einige Türme derHannoverschen Landwehr. Der letzte erhaltene Wehrturm der alten Stadtmauer ist derBeginenturm in der Altstadt. DerBorgentrick-Turm gegenüber dem Neuen Rathaus ist nur in Rudimenten erhalten geblieben und der Mitte des 19. Jahrhunderts abgerisseneLister Turm ist 1895 durch eine romantisierende Nachbildung ersetzt worden. ImAhlemer Turm befindet sich heute ein buddhistischer Tempel.
Der 62 m hohe und 1911 fertiggestellteWasserturm war seinerzeit der größte Wasserturm Europas. DerMisburger Wasserturm in seiner heutigen Form wurde 1959 fertig gestellt.
Von demContinental-Werk in Hannover-Limmer sind nur noch wenige ehemalige Fabrikhallen und derConti-Turm erhalten geblieben. Auf dem Gelände, das sich auf einer Halbinsel zwischen demStichkanal Hannover-Linden und demLeine-Verbindungskanal befindet, entsteht derzeit das Wohngebiet „Wasserstadt Limmer“, in dessen Zentrum der Turm steht.
Auf demMessegelände wurde 1958 derHermesturm eröffnet. Er ist 88,8 m hoch und auf einer Höhe von 65 Metern befindet sich eine Aussichtsplattform. Diese ist aber nur während der Großmessen geöffnet.
Der 1992 eröffnete und 282 m hoheTelemax inGroß-Buchholz ist der höchste Funkturm Niedersachsens und der fünfthöchste in Deutschland. Der alte 141 m hohe Fernsehturm am Hauptbahnhof, genannt Telemoritz, diente von 2000 bis 2024 alsVW-Tower Werbezwecken. Die 2012 errichteteWindkraftanlage Hannover-Marienwerder (Timber Tower) war die erste moderneWindkraftanlage, die auf einem Holzturm errichtet wurde.[57]
Großen Einfluss auf die Architektur derNachkriegsmoderne, die von den Vorstellungen des StadtbauratsRudolf Hillebrecht geprägt war, hatteDieter Oesterlen mit Bauten wie demHistorischen Museum und dem Funkhaus desNDR am Maschsee. Er entwarf den Neubau der KircheSt. Martin in Linden-Mitte, von der nur der Turm den Zweiten Weltkrieg überstanden hatte.
DasStadionbad ist das mit Abstand größteHallenbad der Stadt undRegion Hannover und wurde 1972 als eines der modernsten Schwimmbäder Deutschlands erbaut. Der Bau ähnelt von oben gesehen einer Muschel. Beispiele für die Architektur der Gegenwart sind das 83,52 Meter hohe gläserneVerwaltungsgebäude der Nord/LB am Aegidientorplatz, dasGebäude der Finanz-IT der Sparkasse in Hannover-Bemerode, das gläserneTorhaus am Aegi, derdekonstruktivistischeGehry-Tower des ArchitektenFrank Gehry und dasMedienzentrum vonAlessandro Mendini. Am Stadtrand amKronsberg liegt das GewerbegebietExpo Park Hannover. In ihm sind von derExpo 2000 einige Ausstellungspavillons, wie zum Beispiel derdänische Expo-Pavillon, derExpowal (das offizielle Wahrzeichen der Expo 2000) sowie die weitläufige Expo-Plaza mit demDeutschen Pavillon und demPlanet MID (ehemals Planet M) erhalten geblieben. Die FußgängerbrückeExponale, die bei der Eröffnung im Jahr 2000 die größte Fußgängerbrücke Europas war, verbindet die Expo-Plaza mit demMessegelände. Auch auf dem Messegelände gibt es besondere Gebäude, wie zum Beispiel das EXPO-Dach (das größte freitragende Holzdach der Welt) oder dasConvention-Center. Das Gebäude desInternational Neuroscience Institute (INI) von 1999 ist in der Form eine Gehirns gebaut.
DerLeibniztempel imGeorgengarten ist ein Pavillonbau, der von 1787 bis 1790 zu Ehren des in Hannover tätigen UniversalgelehrtenGottfried Wilhelm Leibniz – ursprünglich amWaterlooplatz – errichtet wurde. Er gilt als das erste öffentliche Denkmal in Deutschland für einen Nichtadeligen.
Der Reese-Brunnen, eine im Jahr 1925 von Martha undHans Poelzig geschaffeneMajolika-Pflanzenskulptur, steht an der Fritz-Behrens-Allee nahe der Hochschule für Musik, Theater und Medien am Rand derEilenriede. Er ist ein seltenes Beispiel für einen Brunnen im Stil desArt déco. Ein weiterer Brunnen von Hans Poelzig findet sich imGroßen Garten in Dresden.
DasJüdische Mahnmal in der Calenberger Neustadt erinnert an die 350 Juden, die in den Jahren 1941/42 nach Riga und Theresienburg deportiert wurden. In der Roten Reihe befindet sich dieGedenkstätte zur Erinnerung an die in der Reichspogromnacht zerstörte Synagoge.
Das größte Mahnmal der Stadt ist die Ruine derAegidienkirche. Sie dient als Mahnmal für die Opfer aus Kriegen und Gewalt. Im Inneren befindet sich die japanische Friedensglocke, eine Schenkung der Partnerstadt Hiroshima aus dem Jahre 1985,[60] und in dem Kirchturm befindet sich ein Glockenspiel.
DerErlebnis-Zoo Hannover wurde 1865 als „Zoo Hannover“ eröffnet und gehört damit zu den fünf ältesten Zoos in Deutschland. Die Entwicklung zu einem Erlebnis-Zoo begann Mitte der 1990er Jahre. Heute gibt es mehrere landschaftlich unterschiedlich gestaltete Themenbereiche mit den NamenSambesi (mit Bootsfahrt und Streichelwiese),Dschungelpalast,Afi Mountain (mit Urwaldhaus und Vogel-Voliere),Meyers Hof,Outback,Yukon Bay (mit Unterwasserwelt) und dasZoologicum (mit Amphibienhaus). Sie sollen den Besuchern die Tiere der Welt in möglichst authentischer und zugleich artgerechter Umgebung näherbringen. Des Weiteren gibt es den AbenteuerspielplatzBrodelburg und täglich rund 20 kommentierte Tierfütterungen und Tiervorstellungen im „ARTrium“ und im Yukon-Stadium. Von 2018 bis 2020 gab es im Zoo ebenfalls das PanoramaAmazonien vonYadegar Asisi.[61] 1943 Tiere in 166 Arten, denen eine Fläche von etwa 22 Hektar zur Verfügung steht, ziehen jährlich über eine Million Besucher an. Der Erlebnis-Zoo wurde mehrmals ausgezeichnet, darunter siebenmal mit demParkscout Publikums Award als bester Zoo Deutschlands (zuletzt 2017).
DerTiergarten im StadtteilKirchrode, ehemals ein fürstliches Jagdrevier, wurde 1799 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und beherbergt auf 112 ha 150–200 heimische Tiere und zahlreiche Pflanzenarten. So gibt es eine Vogelvoliere und große Gehege für das Rotwild und die Mufflons sowie für die Wildschweine. Das Damwild kann sich im gesamten Tiergarten frei bewegen. Am Eingang befinden sich ein Spielplatz und die1000-jährige Eiche.
Im Jahr 2007 eröffnete dasSea Life Centre im Berggarten mit über 2.500 Tieren aus 160 Arten. Dort befindet sich unter anderem ein ca. 8 Meter langer Glastunnel durch das Tiefseebecken und eine Nachbildung des tropischen Regenwaldes.
In der Dauerausstellung „NaturWelten“ imNiedersächsisches Landesmuseum befinden sich die „WasserWelten“ mit mehr als 200 Wassertierarten und die „LandWelten“ mit Reptilien und Amphibien. Insgesamt zeigen die „NaturWelten“ 3.350 lebende Tiere.
Eine der bekanntesten hannoverschen Sehenswürdigkeiten sind die Herrenhäuser Gärten. DerGroße Garten ist ein bedeutender europäischerBarockgarten. Neben zahlreichen Sondergärten sind dasGroße Parterre, dasOrangenparterre, derIrrgarten und derNouveau Jardin die bekanntesten Teile des Großen Gartens. Die dortige große Fontäne erreicht eine Scheitelhöhe von bis zu 71,51 Metern und ist damit die höchste Gartenfontäne Europas.[62] Im Großen Garten befinden sich ferner die Grotte, deren Innenräume vonNiki de Saint Phalle gestaltet wurden, die zwei Eckpavillons vonLouis Remy de la Fosse, das historischeGartentheater sowie das Galeriegebäude mit dem Goldenen Tor, dieOrangerie und dasArne-Jacobsen-Foyer. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörteSchloss Herrenhausen wurde ab 2011rekonstruiert und am 18. Januar 2013 wiedereröffnet. Unweit des Großen Gartens stehen das Fürstenhaus und dasHardenbergsches Haus. DerBerggarten ist einer der ältesten botanischen Gärten in Deutschland mit rund 12.000 Pflanzenarten. Es gibt dasTropenschauhaus, dasKakteen-Schauhaus, dieWüstenschauhäuser und dasOrchideen-Schauhaus mit einer der größten Orchideensammlungen Europas. Neben zahlreichen Themengärten gibt es noch Deutschlands ältestenPräriegarten, denSchmuckhof, denStaudengrund (eine der ältesten Anlagen ihrer Art in Europa) und seit 2007 dasSea Life Centre. Ferner befinden sich im Berggarten dasWelfenmausoleum und derBibliothekspavillon. DerGeorgengarten ist in der Art einesenglischen Landschaftsparks angelegt. In ihm liegen die knapp zwei Kilometer langeHerrenhäuser Allee, derLeibniztempel und dasGeorgenpalais. ImWelfengarten befindet sich dasWelfenschloss – heute das Hauptgebäude derUniversität – und davor als Skulptur dasNiedersachsenross, das niedersächsische Wappentier. DieHerrenhäuser Gärten wurden 2015 als erster Garten Deutschlands von demEuropean Garden Heritage Network als bester Park Europas ausgezeichnet.[63] 2018 wurden die Herrenhäuser Gärten von rund 615.000 Gästen aus etwa 100 Ländern besucht.[64] Im Jahr 2019 sind die Gärten als erster Garten Deutschlands dem Europäischen Netzwerk Historischer Gärten (ERHG) beigetreten und seit 2020 gehören die Herrenhäuser Gärten zurEuropean Route of Historic Gardens, einer Kulturroute desEuroparates.[65]
Hannover gilt wegen der vielen innerstädtischen Grünanlagen als eine der grünsten Großstädte Deutschlands und wirbt damit, eine „grüne Metropole“ zu sein.[66] Es kam in einem Ranking vonMeinestadt.de 2011 auf Platz eins in Deutschland,[67] nicht jedoch in weiteren, da andere Städte der Fläche nach (insgesamt oder anteilig) über mehr Grünanlagen verfügen und manche Rankings nicht nur öffentliche Grünanlagen zählen. Hannover gilt aber in seiner Stadtentwicklung als besonders nachhaltig.[68]
DieEilenriede, ein 650 Hektar großer Stadtwald, wird als die „Grüne Lunge“ der Stadt bezeichnet. In ihr befindet sich die UmweltbildungseinrichtungWaldstation Eilenriede (mit Aussichtsturm), zwei Trimmpfade, ein Baumlehrpfad, acht Liegewiesen, 14 Denkmäler, zehn Spielplätze und der SpielparkWAKITU mit einem Hochseilgarten. Das Wegenetz der Eilenriede besteht aus 80 km Wanderwegen, 38 km Radwegen und 11 km Reitwegen.
Der neben der Stadthalle gelegeneStadtpark geht auf das Jahr 1913 zurück. Seine heutige Form bekam der Park 1951 im Zuge der dort stattfindenden erstenBundesgartenschau der Nachkriegszeit. Der Park beinhaltet u. a. das Rosarium mit 140 Sorten, den Fontänengarten, den Wassergarten und den 400 Quadratmeter großen Japanischen Teegarten mit Teehaus.
Zu den neuen Gärten zählen derWilly-Spahn-Park in Ahlem und dieExpo-Gärten, die im Rahmen der WeltausstellungExpo 2000 angelegt wurden. Sie bestehen aus denGärten im Wandel, die von dem LandschaftsarchitektenKamel Louafi entworfen wurden, demExpo-Park-Süd und demParc Agricole. Die Gärten verbinden sich mit dem Landschaftsraum des zur Weltausstellung neu geschaffenen Stadtviertels Kronsberg. Kamel Louafi gestaltete von 2008 bis 2010 einen Teil des Opernplatzes um.
Weitere stadtnahe Erholungsgebiete sind die Uferpromenaden und -grünanlagen entlang derLeine,Ihme und desMittellandkanals. Durch den Neubau derBenno-Ohnesorg-Brücke und durch Hochwasserschutzmaßnahmen an der Ihme wird das Ihmeufer derCalenberger Neustadt neu gestaltet.
Der künstlich angelegte 78 Hektar großeMaschsee liegt südlich des Stadtzentrums in Sichtweite desNeuen Rathauses. Der See, der nach zweijähriger Bauzeit im Mai 1936 eröffnet wurde, ist das größte Gewässer der Stadt. Er hat keinen natürlichen Zu- und Ablauf und wird aus den nahe gelegenen Ricklinger Kiesteichen über ein Pumpwerk mit Wasser versorgt. Über zwei Segelschulen und mehrere Vereine ist Rudern und Segeln auf dem See möglich. Dieüstra betreibt in den Sommermonaten mit vier Schiffen Fahrgastschifffahrt auf einem Rundkurs. Baden im See kann man am Südufer im Strandbad. Laut einem Ranking des Reiseportals holidu im Jahr 2020 gehört der Maschsee zu den beliebtesten Seen in Deutschland (Platz 9 von 3.070).[69] Weitere Seen mit Freibademöglichkeiten sind derAltwarmbüchener See und der Sonnensee inMisburg sowie dieRicklinger Kiesteiche.
Im Stadtgebiet gibt es sechsHallenbäder:Stadionbad, Vahrenwalder Bad, Nord-Ost-Bad, Stöckener Bad, Anderter Bad undFössebad in Limmer. Das Misburger Bad ist ein Hallen-Freibad.
Auf demGrünen Ring, einem seit 1995 eingerichteten Rundwander- und Fahrradweg, kann man entlang der Stadtgrenze die Stadt Hannover umrunden. Der Grüne Ring besteht aus einem Basisring von 80 Kilometer Länge sowie drei Umlandschleifen und zwei Innenschleifen. Der Basisring führt durch randständige Stadtteile sowie nahe Umlandgemeinden und Satellitenstädte.
In Hannover befinden sich über 25 Museen, von denen acht Häuser zu den großen städtischen Museen zählen:
DasNiedersächsische Landesmuseum hat drei Abteilungen: DieKunstwelten zeigen zum einen die Landesgalerie mit der europäischen Kunst vom 11. bis zum 20. Jahrhundert einschließlich einer Sammlung des deutschen und französischen Impressionismus und einer der größten Sammlungen mittelalterlicher Kunst Deutschlands, zum anderen das Münzkabinett der früheren Könige von Großbritannien und Kurfürsten von Hannover. DieNaturwelten zeigen Zoologie, Botanik, Geologie und einVivarium mit 3.350 Fischen, Insekten, Amphibien, Spinnen und Echsen. DieMenschenwelten zeigen die Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens sowie Kulturen aus aller Welt, darunter ein japanischesTeehaus. Die Ursprünge des Museums gehen bis in das Jahr 1856 zurück, das heutige Museum wurde 1902 errichtet.
DasHistorische Museum erzählt die Geschichte Hannovers von der mittelalterlichen Siedlunghonovere über die Residenzstadt bis zum heutigen Messestandort. Einen Schwerpunkt bildet die Zeit zwischen 1714 und 1837, als das Kurfürstentum Hannover in Personalunion mit dem britischen Königreich regiert wurde. Der benachbarte Beginenturm ist mit dem Museum verbunden und begehbar. Das Museum wurde 1903 als „Vaterländisches Museum“ an anderer Stelle eröffnet und zog 1966 in das heutige Gebäude.
Das MuseumSchloss Herrenhausen wurde 2013 eröffnet und gehört zum Historischen Museum; es stellt Personen des Welfenhauses und der Gartenarchitektur vor und beleuchtet den Zusammenhang der sozialen und geistigen Voraussetzungen des Barock mit der Herrenhäuser Gartengestaltung. Der dritte Museumsteil zeigt die Entwicklung der Herrenhäuser Gärten von der Aufklärung bis zur Gegenwart.
Das 1889 eröffneteMuseum August Kestner zeigt 6000 Jahre angewandte Kunst in vier Sammlungsbereichen: Antike Kulturen, Ägyptische Kulturen, die größte Münzsammlung Norddeutschlands mit rund 1000 Stücken und angewandte Kunst. Die Beständegriechischer Vasen undetruskischer Kunst besitzen Weltrang. DieGemmen-Sammlung zählt zu den größten in Deutschland.
DasWilhelm-Busch-Museum, das Deutsche Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Herrenhausen, zeigt dauerhaft Sammlungen zuWilhelm Busch und zur Karikatur und kritischen Grafik. Darüber hinaus gibt es ständig wechselnde Ausstellungen (Cartoons, Comics und Karikaturen) zeitgenössischer Künstler aus dem In- und Ausland. Die Gründung des Museums geht auf das Jahr 1937 zurück.
DieKestner Gesellschaft wurde 1916 gegründet und zeigt Ausstellungen der klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst. Schwerpunkte sind Film, Video, zeitgenössische Musik und Architektur, zudem werden raumgreifende Installationen und umfassende Präsentationen zeitgenössischer Malerei, Skulpturen und Videokunst ausgestellt.
DerKunstverein Hannover, 1832 als einer der ersten Kunstvereine in Deutschland gegründet, hat seinen Sitz imKünstlerhaus Hannover. Pro Jahr werden sechs bis acht international orientierte monografische und thematische Ausstellungen gezeigt.
Zu den weiteren, hauptsächlich privat geführten Museen gehört das 1995 eröffneteBlindenmuseum Hannover, dass neben dem Berliner Pendant das einzige in Deutschland ist. Das 2002 eröffneteExposeeum ist das Museum der WeltausstellungExpo 2000 und befindet sich an der EXPO-Plaza. Das 1973 gegründeteVeterinärmedizinhistorische Museum befindet sich in der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Textiles aus aller Welt gibt es seit 2007 imMuseum für textile Kunst zu sehen. DasBuchdruck-Museum ist eingerichtet wie eine Lindener Hinterhofdruckerei der 1950er Jahre und dasHeimatmuseum Ahlem befasst sich seit 2001 mit der Geschichte dieses Stadtteils. DasPotzlach-Museum zeigt seit 2017 die Werke von Walter Reinhardt und derPelikan-Tintenturm zeigt wechselnde Ausstellungen zur Firmengeschichte von Pelikan, aber auch andere Kunstausstellungen. DieGedenkstätte Ahlem in der ehemaligenIsraelitischen Gartenbauschule dokumentiert seit 1987 im Wesentlichen die Geschichte der Juden in Hannover und im ehemaligen Landkreis. Weitere Museen sind das 2014 eröffneteKindermuseum Zinnober, das 2012 eröffneteSteinhoff Designmuseum, dasFriedhofsmuseum Hannover (seit 2006), Deutschlands größtes VideospielmuseumHi-Score, dasHaus der Religionen, dasZeitZentrum Zivilcourage, dasWerksmuseum Eisen und Stahl und seit 2010 das KüchenmuseumWOK – World of Kitchen. DieRosebusch Verlassenschaften befinden sich vor und in einer alten Turbinenhalle. DasKesselhaus Linden ist ein zugängliches Industriedenkmal (im authentischen Zustand von 1943) der ehemaligen BettfedernfabrikWerner & Ehlers mit einem original erhaltenen Dreitrommel-Steilrohrkessel.
In Hannover befinden sich außerdem über 30 Kunstgalerien, dazu zählen dieHannover Gallery mit einer Dauerausstellung vonBruno Bruni, dieGalerie Koch, dieGalerie Robert Drees, dieLumas Galerie Hannover, derKunstraum Friesenstraße, dieKunsthalle Faust, derSchauplatz für regionale Kunst im Haus der Region Hannover und dieGAF – Galerie für Fotografie in derEisfabrik. DieStädtische Galerie KUBUS ist seit 1965 ein Forum zeitgenössischer Kunst. Es werden Einzel- oder Gruppenausstellungen insbesondere hannoverscher Künstler präsentiert.
Von 2000 bis 2011 gab es in Hannover diePolizeigeschichtliche Sammlung Niedersachsen, die nach Nienburg/Weser umzog. Weitere ehemalige Museen sind das Herrenhausen-Museum (das Museum befand sich im Fürstenhaus), das Hammermuseum, das Orientteppichmuseum in der Georgstraße und das „M(a)useum“ (Uli-Stein-Museum) in der Grupenstraße. DasMuseum für Energiegeschichte(n) zeigte von 1979 bis 2021Exponate aus rund 300 Jahren Elektrizitätsanwendung. Von 1928 bis 2025 gab es dasTheatermuseum Hannover, das eine ständige Ausstellung zur Geschichte des hannoverschen Theaters vom 17. Jahrhundert bis heute zeigte. Der Besucher bekam einen Einblick in die Arbeit der Theaterwerkstätten sowie in Oper, Schauspiel, Ballett und Konzert. DasFeuerwehrmuseum Hannover zeigte von 1980 bis 2021 die Geschichte der hannoverschen Feuerwehr und des Brandschutzwesens.
DasNiedersächsische Staatstheater (gegründet 1852 alsKönigliches Hoftheater) ist einMehrspartentheater. Die Sparte „Schauspiel“ (genanntSchauspiel Hannover) bespielt dasSchauspielhaus Hannover und die Sparte „Oper“ (genanntStaatsoper Hannover) bespielt dasOpernhaus. Die Staatsoper Hannover gewann 2020 den internationalen „Oper!-Award“ als „Opernhaus des Jahres“.[71] Das „Junge Schauspiel“ und die „Junge Oper“ bespielen denBallhof eins und den Ballhof zwei und die Cumberlandsche Bühne (in der Cumberlandschen Galerie) wird für kleine Produktionen und Lesungen genutzt. DasKlassik Open Air im Maschpark (bis 2019 NDR Klassik Open Air) ist eine Open-Air-Oper, die seit 2014 veranstaltet und auch im Fernsehen übertragen wird, bis 2019 im NDR und seit 2021 aufArte und3sat.[72] Zu den berühmten Schauspielern, die auf Hannovers Bühnen debütierten, gehörenTheo Lingen undWolfgang Völz. 1688 wurdeAgostino Steffani Opernkapellmeister. Seine OperEnrico Leone wurde 1689 in Hannover uraufgeführt. Ab 1831 warHeinrich August Marschner Hofkapellmeister am Leineschloss, zwei seiner Opern wurden in Hannover uraufgeführt.
DasGartentheater (Open-Air-Heckentheater) imGroßen Garten wird für verschiedene Theaterproduktionen genutzt.
DasNeue Theater gegenüber vom Opernhaus ist Hannovers Boulevardtheater. DasTheater am Aegi hat kein eigenes Ensemble und ist Aufführungsort vonTourneekünstlern und -ensembles.
Neben den klassischen Theatern gibt es eine vielfältige freie Theaterszene. Unter dem Label „Freies Theater Hannover“ haben sich folgende Theater zusammen getan: „Commedia Futura“ in derEisfabrik, das Theatrio-Figurentheaterhaus, das „Theater an der Glocksee“, das „Quartier Theater“, das „Theater in der List“, das „Theater imPavillon“ sowie einige Ensembles ohne festen Spielort.
Zu den weiteren freien Theatern gehören unter anderem die Hinterbühne mit dem Theater Flunderboll in der Südstadt, das Studiotheater der Hochschule für Musik, Theater und Medien an der EXPO-Plaza, das Merz Theater, das Theater Nordstadt in der Bürgerschule, die Hannoverschen Kammerspiele und das Kindertheaterhaus im Alten Magazin, die Warenannahme auf dem Faust-Gelände und dasMittwochtheater auf demLindener Berg.
Mit derLangen Nacht der Theater und demFestival Theaterformen (im Wechsel mit Braunschweig) gibt es zwei Veranstaltungen, die mehrere Aufführungsorte und Ensembles verbinden.
Tanz- und Ballettaufführungen werden durch die Ballettsparte des niedersächsischen Staatstheaters (genanntStaatsballett Hannover) imOpernhaus gezeigt. Im freien Bereich gibt es die Compagnie Fredeweß im „TanzhausAhrbergviertel“. Mit den Oster-Tanz-Tagen und dem internationalen Wettbewerb für Choreografen gibt es jährlich zwei internationale Veranstaltungen im Bereich Tanz. Das internationale TanzfestivalTanztheater International wurde von 1985 bis 2022 veranstaltet.
Kleinkunst wird unter anderem seit Mitte der 1920er Jahre (mit Unterbrechung) imGOP Varieté-Theater Hannover gezeigt. Es ist nicht nur das einzige Varieté-Theater in Deutschland, welches sich noch am Originalschauplatz der 1920er bis 1950er Jahre befindet, sondern auch das Stammhaus der bundesweit agierenden GOP Entertainment Group.[73] Nicht nur auf Grund des „GOP“ gilt Hannover als eine Hochburg der Kleinkunstszene.[74] Zahlreiche Bühnen, wie die Kleinkunstbühne Hannover, die Marlene, das Kanapee oder das Uhu-Theater für Kleinkunst haben sich auf Kleinkunst spezialisiert. In der Orangerie Herrenhausen findet jedes Jahr das vom GOP organisierteWintervariete statt und dasRampenlicht Variete bespielt einZirkuszelt hinter dem Haus der Jugend.Desimo’s Spezial Club im LindenerApollokino bietet seit 2002 Comedians eine Bühne. Als Höhepunkt der hannoverschen Kleinkunstszene gilt das Mitte der 1980er Jahre entwickelteKleine Fest im Großen Garten. Es ist ein internationales Kleinkunstfestival mit Künstlern aus rund 20 Ländern auf 25 Bühnen und findet jährlich im Juli statt.[75]
Politisches Kabarett wird seit 1987 auf Hannovers Kabarettbühne imTheater am Küchengarten (TAK) gezeigt, der Vorgänger war von 1975 bis 1987 das heute nicht mehr existierende Theater an der Bult (TAB).
Musicalgastspiele verschiedener Ensembles gibt es regelmäßig im „Theater am Aegi“ und im Kuppelsaal, aber auch vereinzelt in der ZAG-Arena und der Swiss Life Hall. Seit 2012 gibt es imGOP Varieté-Theater Hannover jährlich von November bis Januar ein anderes Kinderweihnachtsmusical, darunter waren bisher u. a. Scrooge, Der Prinz und das wilde Mädchen undDas Dschungelbuch. 2024 feierte im GOP das MusicalAnouk vonPeter Maffay Weltpremiere. In der Vergangenheit waren besonders die Shakespeare-Sommer-Musicals vonHeinz Rudolf Kunze undHeiner Lürig im Gartentheater bekannt (Ein Sommernachtstraum, 2003–2006 unter der Leitung der damaligen Landesbühne Hannover und 2010–2014 unter der Leitung von „Hannover Concerts“;Kleider machen Liebe oder: Was ihr wollt (2007–2008) unter der Leitung vom Theater für Niedersachsen undDer Sturm (2011) unter der Leitung von „Hannover Concerts“). 2018 zeigte das Duo Kunze/Lürig mitWie es euch gefällt das vierte Shakespeare-Sommer-Musical, als Spielort diente das Theater am Aegi.Peter Weck brachte 2011 das MusicalCats nach Hannover (gespielt wurde in einem speziellen Theaterzelt auf dem Waterlooplatz), aber auch das MusicalStadtrevue (ab 2004 in der damaligen Landesbühne Hannover) war überregional bekannt. Die „Musical Factory Hannover“ im Sofa Loft wurde 2017 eröffnet und war Hannovers erstes reines Musicaltheater.[76] Das kleine Theater konzentrierte sich auf Off-Broadway-Produktionen, in den ersten beiden Spielzeiten wurden die MusicalsNon(n)sens (2017) undBlues Brothers (2018) gezeigt. Weitere Produktionen warenEine Liebesgeschichte (2021) undUnterm Schwanz (2022). Die letzte Produktion war dasSommerkonzert Open Air (2023).
Das erste Kino Hannovers eröffnete am 18. August 1896. Seitdem hat sich die Kinolandschaft in Hannover über die Jahre stark gewandelt. Vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gab es in Hannover 32 Kinos, danach nur noch neun. Die eigentliche Hochzeit begann ab 1948. Immer mehr Kinos eröffneten und Hannover wurde in den 1950er Jahren zur führenden Filmpremierenstadt in Deutschland.[77] Ab den 1990er Jahren setzte wieder ein Kinosterben ein. Heute gibt es in Hannover acht Kinos, darunter zweiMultiplex-Kinos mit je zehn Sälen, zum einen seit 2000 dasCinemaxX amRaschplatz und zum anderen seit 2014 das Premiumkino „Astor Grand Cinema“, welches sich in den Räumlichkeiten des 1991 vonHans-Joachim Flebbe eröffneten und 2013 geschlossenen ersten Cinemaxx-Multiplex-Kinos in Deutschland befindet. Laut einem 2020 erschienenen Ranking des Verbraucherportals testberichte.de ist das „Astor Grand Cinema“ auf Platz 7 und damit in den Top 10 der beliebtesten Kinos in Deutschland.[78] DieHochhaus-Lichtspiele sind einProgrammkino und befinden sich im zehnten Stock desAnzeiger-Hochhauses und sind mit 33,88 Meter über Straßenniveau das höchste Kino Deutschlands. Das 1978 eröffneteKino am Raschplatz hat vier Säle und wurde 2018 zum besten Programmkino Deutschlands gewählt.[79] DasApollo-Kino in Linden wurde 1908 eröffnet. Das 1974 eröffnete kommunaleKino im Künstlerhaus und das 1992 eröffneteKino im Sprengel sind nichtkommerzielle Kinos. DasUnikino Hannover wird seit vielen Jahren von Studenten der Leibniz-Universität betrieben.
Seit 1991 findet das internationale Nachwuchs-Filmfestivalup-and-coming in Hannover statt, auf dem seit 2005 alle zwei Jahre der „Deutsche Nachwuchsfilmpreis“ vergeben wird. Weitere Filmfestivals in Hannover sind das internationale KinderfilmfestivalSeepferdchen (seit 2000) und das schwul-lesbische FilmfestivalPerlen (seit 1997). BeimSeh-Fest auf derParkbühne Hannover werden im Sommer Filme alsOpen-Air-Kino gezeigt.
Die Stadt unterhält in mehreren StadtteilenFreizeitheime. Vereine und andere Gruppen können hier für Veranstaltungen Räume anmieten. Es gibt sie in Döhren, Ricklingen, Stöcken, Vahrenwald, amLister Turm und inLinden-Limmer. DasFreizeitheim Linden ist das erste Freizeitheim Deutschlands. Des Weiteren gibt es das 1951 gegründeteHaus der Jugend in der Südstadt.
Im Jahr 2014 hat dieUNESCO an Hannover den Titel „UNESCO City of Music“ vergeben. Gründe hierfür waren u. a. das vielfältige Angebot aller Genres von Pop und Rock über Jazz bis hin zu Alter Musik, Klassik und Neuer Musik sowie die zahlreichen Arbeitsplätze in der Musikwirtschaft.
Das 1636 alsHofkapelle gegründeteNiedersächsische Staatsorchester Hannover des niedersächsischen Staatstheaters spielt imOpernhaus Hannover. Die 1950 als Rundfunkorchester des NDR gegründeteNDR Radiophilharmonie ist imNDR Konzerthaus beheimatet. Weitere Vertreter der klassischen Musik sind dasJunge Sinfonieorchester Hannover, dieHannoversche Hofkapelle, das KammerorchesterMusica Alta Ripa und das BarockorchesterLa festa musicale. Des Weiteren hat Hannover eine vielfältige Chorszene, unter anderem mit den international renommierten ChörenKnabenchor Hannover,Mädchenchor Hannover,Bachchor Hannover undNorddeutscher Figuralchor. Der Kuppelsaal imHCC ist mit knapp 3600 Sitzplätzen einer der größten klassischenKonzertsäle Deutschlands. Für Gastorchester stehen mit dem Leibnizsaal im HCC und dem Galeriegebäude in den Herrenhäuser Gärten zwei weitere Konzertsäle zur Verfügung. DerInternationale Joseph Joachim Violinwettbewerb findet seit 1991 statt. Weitere Veranstaltungen sind seit 2009 dieChortage Hannover mit fast 50 Chören,Herrenhausen Barock mit fast 20 Konzerten, dasKammermusikfestival in derHMTMH,Klassik im Pelikanviertel (ehemalsKlassik in der Altstadt) und seit Ende der 1980er Jahre derOpernball Hannover. DieChopin-Gesellschaft organisiert seit 1991 jedes Jahr dasKlassik open air im Georgengarten und alle zwei Jahre denInternationalen Klavierwettbewerb. DerNorddeutsche Rundfunk organisiert jährlich dieHannover Proms im Großen Sendesaal des NDR-Konzerthauses. Von 2019 bis 2024 fand in Hannover alle zwei Jahre Europas größtes Branchentreffen der Chormusik, diechor.com., statt und 2022 fand in Hannover die MusikmesseClassical:Next statt, sie ist das international führende Branchentreffen der klassischen Musik.[80]
Von 1710 bis 1712 war der KomponistGeorg Friedrich Händel Kapellmeister am Hofe von Kurfürst Georg Ludwig von Hannover. Während dieser Zeit schrieb Händel unter anderem eine Reihe von Vokalduetten und dirigierte Schlosskonzerte im Leineschloss. Von 1852 bis 1866 warJoseph Joachim Königlicher Konzertmeister in Hannover. Gemeinsam mitJohannes Brahms, der zu der Zeit oft in Hannover war, entwickelten sie die Orchestrierung zu dessen1. Klavierkonzert, das 1859 in Hannover uraufgeführt wurde. Zu den weiteren Kapellmeistern in Hannover gehörenWilhelm Sutor (1818–1828),Heinrich Aloys Praeger (1828–1831) undHans von Bülow (1877–1879). Hannover war ebenfalls eine der wichtigsten Auftrittsorte vonClara Schumann und die letzte Reise vonRobert Schumann führte ebenfalls nach Hannover.[81]
1942 wurde derDeutsche Swing-Club Hannover gegründet, aus dem dann ab 1946 derDeutsche Hot Club Hannover wurde. Als der Club Ende der fünfziger Jahre sein Programm einstellte, wurde 1957 ein neuer Jazz-Club gegründet, aus dem dann schließlich 1966 der heutigeJazz Club Hannover auf demLindener Berg wurde. Durch das Engagement seines langjährigen VorsitzendenMichael Gehrke ist Hannover eine deutscheJazz-Hochburg geworden. 1978 erhielten der Jazz-Club und Michael Gehrke dieEhrenbürgerschaft vonNew Orleans. Das internationale JazzfestivalEnercity Swinging Hannover auf demPlatz der Menschenrechte gilt mit jährlich bis zu 65.000 Besuchern als Norddeutschlands größtes Open-Air-Jazzfestival und findet seit 1967 jährlich anHimmelfahrt statt.[82] Am Vorabend gibt es dieJazz Night. Weitere Jazzveranstaltungen sind u. a. seit 1992 dieJazzwoche Hannover in verschiedenen Clubs, dasSommerfest des Jazz Clubs Hannover und dasDöhrener Jazzfestival. Regelmäßige Jazzkonzerte und -sessions gibt es auch in derTonhalle Hannover, in derRampe, imKulturpalast Linden und in derMarlene. DieHochschule für Musik, Theater und Medien Hannover war 1985 eine der ersten Hochschulen, die Jazz als Studienfach anbot, nachdem bereits 1971 ein Jazzseminar an der Hochschule initiiert wurde. Seit 1967 gehörten dieJazztage Hannover fast 30 Jahre lang zum festen Bestandteil der hannoverschen Jazzszene. Mitte der neunziger Jahre wurden die Jazztage zum FestivalHot Advent verkleinert und schließlich 2007 komplett eingestellt.
Die seit 1987 bestehendeHannover Big Band um den BandleaderLothar Krist, die mehrfach ausgezeichneteKKS Big Band, dasSwing-Orchester Hannover,Fette Hupe und die verschiedenen Musikformationen vonKnut Richter sind in Hannover zu Hause. Die BandAfter Hours wurde durch die Zusammenarbeit mitRoger Cicero (ab 2004) bekannt. Aber auch dieBourbon Skiffle Company,Walter Zwingmann undAxel Prasuhn entstammen der hannoverschen Szene. Die eigentlich in Hamburg beheimateteNDR Bigband hat seit 2018 eine eigene Konzertreihe in Hannover (im Kleinen Sendesaal des NDR-Konzerthauses).[83] Als erster amerikanischer Jazzkünstler in Deutschland spielte im April 1924Alex Hyde im Tivoli nahe der Königstraße.[84] Viele Jazzmusiker nahmen später bei der Deutschen Grammophon in Hannover ihre Schallplatten auf, darunter auch im Jahr 1955 die erste gemeinsame Schallplatte deutscher und amerikanischer Jazzkünstler. Bereits 1948 fand in Hannover Norddeutschlands erste öffentliche Jamsession der Nachkriegszeit statt. Zahlreiche Jazzmusiker lebten und wirkten in Hannover, so auch die TrompeterJochen Rose (ab 1960) undBilly Mo (ab den 1970er Jahren), der SaxophonistJoe Viera (1971–1997), der MusikerChampion Jack Dupree (ab 1975) und der BluesmusikerLouisiana Red (ab 1981). Der VibrafonistLionel Hampton komponierte 1974 in Hannover denEisbein-Boogie, dessen ersten Takt er imGoldenen Buch der Stadt verewigte.[85] Auch der BassistJimmy Woode wirkte in Hannover und nahm hier gemeinsam mit dem Saxophonisten Stephan Abel 2005 eine CD auf.Chet Baker gab im NDR-Funkhaus Hannover 1988 seine letzten beiden Konzerte, bevor er in Amsterdam tragisch ums Leben kam. Einige Jazzmusiker haben Hannover Stücke gewidmet, zum Beispiel derHannover Boogie vonTrevor Richards, das StückSwinging Hannover vonFerdinand Havlík, derBlues für Hannover von Joe Viera sowie die StückeHannover Square undHannover Place vonLee Konitz.Fritz Rau bezeichnete Hannover als „heimliche Hauptstadt des Jazz“.
Das größte Pop-Festival in Hannover ist dasNDR 2 Plazafestival auf der Expo-Plaza. Ebenfalls dort findet jährlich dieN-Joy Starshow statt. DasFährmannsfest ist seit 1983 ein jährlich Anfang August stattfindendes Open-Air-Festival inLinden mit fast 20 Bands. Die seit 2008 auch in Hannover stattfindendeFête de la Musique hat sich mittlerweile mit rund 1.000 Musikerinnen und Musikern auf 40 Bühnen zu einer der größten Veranstaltungen ihrer Art entwickelt. DasMusik 21 Festival findet alle zwei Jahre in Hannover statt. Seit 2001 findet in Hannover dieInternationale A-cappella-Woche statt, die mehrere Stilrichtungen verbindet. Das jährlicheÜberschlag-Festival ist ein internationales Schlagzeugfestival mit rund 100 Künstlerinnen und Künstlern. Internationale Festivals für elektronische Musik sind dasFairground-Festival auf dem Messegelände und dasWonderland Festival im Expo-Park. Zu den weiteren Musikfestivals gehören dasinternationale Kinder- und Jugendchorfestival und dasKlangbrücken-Festival für zeitgenössische Musik. Der jährlich stattfindendeSchorsenbummel hat seinen Ursprung in den 1920er Jahren.
Eine engagierte Indie-Szene befindet sich im KulturzentrumFAUST, in der Glocksee, im Béi Chéz Heinz, demUJZ Kornstraße, demMusikzentrum und in der Sturmglocke in der Nordstadt.
Von 1995 bis 2022 fand in und um Hannover einmal jährlich das zweiwöchigeMasala Welt-Beat-Festival statt. Mit jährlich über 10.000 Besuchern war es eines der größten Weltmusikfestivals in Europa. Das von 2008 bis 2012 veranstalteteBootBooHook Festival war mit bis zu 50 Bands eines der größten Indiepop-, Songwriter-, Punk- und Skafestivals. Drei Jahre lang fand in Hannover dasHeroes Festival für deutschsprachigen Hip-Hop statt, zuletzt 2025. DieReincarnation war eine Technoparade mit anschließendem Rave und fand von 1995 bis 2006 in Hannover statt, sie war zeitweise Deutschlands größte Technoparade.
Zum Bereich derVolksmusik zählen Volkslieder wieDie Lustigen Hannoveraner,In Hannover an der Leine oderWir sind noch echte Niedersachsen und Instrumentalstücke wieHannoversche Gardejäger,Hannover-Messe,Im Leinetal oder derHannoversche Königsgruß. Märsche mit Hannover-Bezug sind derNiedersachsen-Marsch, derMarsch des Hannoverschen Cambridge Dragoner Regiments oder derMarsch der Hannoverschen Garde du Corps. In Hannover ist unter anderem dasHeeresmusikkorps Hannover stationiert. 34 Jahre lang gab es das internationale Marschmusik-FestivalMusikparade der Nationen. Im Jahre 2009 fand die Musikparade zum letzten Mal als eigenständige Veranstaltung statt.
Der HannoveranerEmil Berliner wanderte 1870 in die USA aus und erfand dort 1887 dieSchallplatte und dasGrammophon. 1898 gründete er zusammen mit seinem Bruder in Hannover die SchallplattenproduktionsfirmaDeutsche Grammophon. 1972 ging aus ihr diePolygram hervor, die dann 1998 in derUniversal Music Group aufging. Die Geschichte derDuesenberg Guitars begann 1986 in Hannover. Bis heute werden dort unter anderem E-Bässe und elektrische Gitarren hergestellt. Zu den prominenten Abnehmern gehörenBon Jovi oderRod Stewart. Zu den überregional bekannten Konzertagenturen gehörenHannover Concerts undPro Musica. MitSPV oderPeppermint Jam befinden sich auch international bekannte Plattenlabel in Hannover.
Die Umgangssprache in Hannover und Umgebung ist einer verbreiteten Auffassung zufolge „das beste Hochdeutsch“, da es derschriftdeutschen Standardsprache besonders nahekomme. Der SprachwissenschaftlerHerbert Blume führt das darauf zurück, dass dasNiedersächsische für die aus dersächsischen Kanzleisprache in derfrühen Neuzeit entwickelte hochdeutsche Schriftsprache über den geeignetsten Vorrat an Lauten verfügte. Daher hätte sich ab dem Ende des 18. Jahrhunderts das Standarddeutsche als Umgangssprache der städtischen Elite durchgesetzt. Die Germanistin Kristin Kopf ist dagegen der Ansicht, wegen der großen Verschiedenheit der Schriftsprache von der angestammten Sprache Hannovers sei das unvertraute Geschriebene entsprechend dem Lernen einer Fremdsprache genau nach den vertrauten Buchstabenwerten ausgesprochen worden und habe dadurch die – im Süden bestehen bleibende – Distanz zwischen Geschriebenem und Gesagtem aufgehoben.[87] Um 1800 sei dann die gesprochene Sprache der norddeutschen Residenzstädte für die Aussprache des Hochdeutschen generell zum Vorbild geworden, so der Germanist Claus Ahlzweig, und Hannover habe sich als deren prestigeträchtigste Mitte des 19. Jahrhunderts als beispielgebend durchgesetzt, auch wennMichael Elmentaler undDieter Stellmacher darauf hinweisen, dass die Umgangssprache Hannovers nicht „reiner“ sei als diejenige anderer norddeutscher Städte: Hannovers Sonderstellung – die zuerstKarl Philipp Moritz 1792 benannte – sei ein „Sprachmythos“.[88] Die niederdeutsch geprägte Sprachsituation änderte sich, als die Oberschicht der Großstädte Hannover undBraunschweig die Schriftsprache zu einer Umgangssprache ausbaute und das Niedersächsische aufgab. Die Grammatik wurde dabeiostfälisch beeinflusst, während die Aussprache laut demDTV-Atlas Deutsche Sprache dasObersächsische mit dem Ostfälischen der Region mischte.Niederdeutsche Mundarten werden in Hannover kaum noch gesprochen, ihre Varianten prägen aber dieDialekte der Stadt und Umgebung.[89]
Die mundartlich gefärbte Umgangssprache der Stadt Hannover wird alsHannöversch bezeichnet, eine Mischung von Dialekten,Soziolekten und Standarddeutsch. Es nimmt laut dem HeimatforscherGeorg Ludewig Elemente der örtlichenVerkehrssprache auf, die formal eher dem Hochdeutschen und vom Wortschatz eher dem Niederdeutschen – in der lokalen Variante desCalenberger Platts – und außerdeutschen Übernahmen insbesondere aus dem Französischen entstammen.[90] Der Germanist Dieter Stellmacher nennt diese im 18. und 19. Jahrhundert ausgebildete Sprache ein „verhochdeutschtes Platt“, das bis zumErsten Weltkrieg in Hannover weithin geläufig war.Theodor Lessing schrieb 1919 als „Theodore le Singe“ sein scherzhaftesJäö oder wie ein Franzose auszog, um in Hannover das „raanste“ Deutsch zu lernen und setzte darin der Aussprache des Hannöverschen ein Denkmal. Seitdem ist der Gebrauch rückläufig, war aber bei Sprachproben von 1961 laut Elmentaler noch deutlich erkennbar. 2012 war es laut Stellmacher als funktionierendes Kommunikationsmittel bereits ausgestorben, wenn es sich auch in Einsprengseln erhalten habe, etwa in seiner Parodie durch das Radio-ComedyduoSiggi und Raner.[91]
Zur Erinnerung an hannoversche Literaten verlieh die Stadt von 1978 bis 2005 denGerrit-Engelke-Preis und seit 2008 denHölty-Preis. Im Künstlerhaus findet jährlich dieBuchlust statt, eine Messe unabhängiger Verlage aus Niedersachsen und einem wechselnden Gastbundesland.
In und um Hannover spielen auch zahlreiche Märchen, die im 19. Jahrhundert besonders von den Gebrüdern Carl undTheodor Colshorn gesammelt und später veröffentlicht wurden.[92]
Hannover hat eine lange Brautradition. 1526 erfand hierCord Broyhan ein helles obergäriges Bier, das zu einem Exportschlager der Stadt wurde. 1546 gründete er die Brauergilde mit, aus der sich dieGilde Brauerei entwickelte. Daneben gibt es die 1868 gegründeteHerrenhäuser Brauerei, die nach einem Insolvenzverfahren von der Wittinger Privatbrauerei gekauft wurde. Traditionsfirmen wie die Kaiser-Brauerei, dieLindener Aktien-Brauerei oder die Wülfeler Brauerei wurden geschlossen, es gibt aber zwei Gasthaus-Brauereien (das Brauhaus Ernst August in der Altstadt undMeiers Lebenslust amAegidientorplatz) sowie dieMashsee-Brauerei in der Südstadt und die BrauereigenossenschaftNordstadt braut!.[97] Aus der Sitte, das Broyhan-Bier zusammen mit Branntwein zu trinken, entstand dieLüttje Lage, bei der Bier und Korn gleichzeitig aus zwei Gläsern getrunken wird. Zu den weiteren alkoholischen Spezialitäten Hannovers gehören zahlreicheSpirituosen verschiedener Hersteller.
Tee-Seeger wurde 1743 gegründet und ist damit das älteste Teegeschäft Deutschlands. Seit 1919 gibt es eine Filiale desDanzigerMachwitz Kaffees, dessenKaffeerösterei seit 1950 ihren Sitz am Marstall hat. 1956 wurde die Privatrösterei von Erhard Ulbrich und 2012 dieHannoversche Kaffee-Manufaktur gegründet.
Zu den süßen Spezialitäten gehörenHitjepuppen, dieWelfenspeise, die Trüffelspezialitäten vonTrüffel Güse (seit 1921),[100] sowie die Gebäckspezialitäten vonBahlsen, darunter seit 1891 der Leibniz-Keks. Bahlsen erfand in den 1920er Jahren die SüßspeiseKalter Hund.
Am Rande der Altstadt wurde 1954 dieMarkthalle wiedereröffnet, in der sich auf 4000 Quadratmetern 73 Marktstände befinden.
In Hannover gibt es über 800 gastronomische Betriebe,[101] darunter vier Sterne-Restaurants, die imGuide Michelin geführt werden (Stand: 2025). Das 2015 eröffnete „Jante“ in derMarienstraße (Küchenchef Tony Hohlfeld) und das Restaurant „Votum“ haben jeweils zwei Sterne, das Restaurant „Handwerk“ und das Restaurant „Marie“ haben jeweils einen Stern.[102]
Veranstaltungen in den Bereichen Kultur (u. a. Musik, Kleinkunst, Kino, Theater, Oper oder Tanz), Sport sowie Messen sind in den entsprechenden Abschnitten zu finden.
In Hannover finden über das Jahr verteilt unzählige Großveranstaltungen statt. Die fünf größten Feste sind im Folgenden kurz beschrieben:
AmMaschsee findet seit 1986 im Sommer dasMaschseefest statt. Das Fest gilt als Deutschlands größtes Seefest und bietet tägliche Live-Konzerte auf vier Bühnen, Kleinkünstler, Walkacts, 24 Gastronomiebetriebe, zwei Foodmeilen und die Kinderwiese. Zu Beginn gibt es eine kleine Eröffnungsparade. Zum weiteren Rahmenprogramm gehören das Fackelschwimmen und das NKR-Entenrennen. Mit über zwei Millionen Besuchern ist es Hannovers größtes jährliches Fest.
In der gesamten Vorweihnachtszeit finden dauerhaft drei größereWeihnachtsmärkte statt. DerWeihnachtsmarkt Hannover (erste schriftliche Erwähnung 1813) mit über 200 Ständen in der Altstadt besteht aus vier Bereichen: Traditioneller Weihnachtsmarkt rund um die Marktkirche, Finnisches Weihnachtsdorf auf dem Ballhofplatz (seit 1999), historisches Dorf rund um das Historische Museum und der Wunschbrunnenwald auf dem Holzmarkt. Der Weihnachtsmarkt wird jährlich von über 1,8 Millionen Menschen besucht[103] und ist damit die zweitgrößte Veranstaltung in Hannover. In einem 2018 erschienenen Ranking des Verbraucherportals testberichte.de gehört der Weihnachtsmarkt Hannover zu den Top 5 der beliebtesten Weihnachtsmärkte Deutschlands.[104] Weitere Weihnachtsmärkte sind das vomCircus Theater Roncalli veranstalteteWeihnachtsdorf Hannover auf dem Ernst-August-Platz vor demHauptbahnhof und der Weihnachtsmarkt auf derLister Meile (70 Stände, seit 1989). Am Kröpcke steht die 18 Meter hohe größte begehbare Weihnachtspyramide der Welt. Zudem werden in verschiedenen Stadtteilen über 20 weitere Weihnachtsmärkte veranstaltet.
DasSchützenfest Hannover im Juli rangiert mit rund 900.000 Besuchern auf Platz drei. Es findet auf dem zehn Hektar großenSchützenplatz am südlichen Rand der Innenstadt statt. Es ist heute mit rund 200 Schaustellern (darunter knapp 40 Fahr- und Laufgeschäfte, drei großeFestzelte und drei Eventbereiche) und einem großen Rahmenprogramm das größteSchützenfest der Welt. Seine Ursprünge gehen bis auf das Jahr 1529 zurück. Der großeSchützenausmarsch Hannover ist mit einer Länge von zehn Kilometern sowie mit über 10.000 Teilnehmern (darunter Schützenvereine, Folklore- und Karnevalsgruppen, Firmen, Institutionen, rund 100 Musikkapellen aus dem In- und Ausland und über 50 Festwagen, Kutschen und sonstige Fahrzeuge) der größte Schützenausmarsch der Welt, 2025 waren rund 180.000 Zuschauer an der Strecke. Zur hannoverschen Schützentradition gehören aber auch die sechs Stadtteilschützenfeste, die im Frühling und Sommer in Hannover stattfinden.
Ebenfalls auf dem Schützenplatz finden seit 1954 dasFrühlingsfest Hannover (April) und seit 1964 dasOktoberfest Hannover (September/Oktober) statt. Das Frühlingsfest ist heute mit rund 140 Schaustellern (darunter über 30 Fahr- und Laufgeschäfte und ein großes Festzelt) und über 650.000 Besuchern das größte Frühlingsfest Niedersachsens. Das Oktoberfest ist heute mit rund 100 Schaustellern (darunter knapp 30 Fahr- und Laufgeschäfte und zwei große Festzelte) und etwa 500.000 Besuchern das größte Oktoberfest Norddeutschlands. Das Oktoberfest ist nicht zu verwechseln mit derHannover Wies’n, die seit 2017 im Oktober in einem Festzelt auf der Gilde Parkbühne stattfindet. Seit 2025 findet dieCity-Kirmes Hannover am Himmelfahrtswochenende in der Innenstadt statt.
Seit 1992 zieht sich am Samstag vor Rosenmontag ein Karnevalsumzug durch die Innenstadt. Im Jahr 2026 hatte dieser rund 2.000 Teilnehmer und etwa 80.000 Zuschauer an der Wegstrecke.[105] Der Karnevalsumzug ist der Höhepunkt desKarnevals in Hannover. Zum Karnevalsprogramm gehören, neben der Rathausstürmung und verschiedenen Prunksitzungen, auch das Hannover-Turnier (ein bundesoffenes Qualifikationsturnier und die Niedersachsenmeisterschaft im Karnevalistischen Tanzsport) und der niedersächsische Tollitätengipfel.
DasLister-Meile-Fest (seit 1974) mit rund 100 Schau- und Ausstellern und drei Bühnen wird jedes Jahr von rund 240.000 Menschen besucht. Weitere bedeutende Veranstaltungen sind seit 1991 im Großen Garten derInternationale Feuerwerkswettbewerb (der älteste Feuerwerkswettbewerb Deutschlands) und seit 2010 dieKunstfestspiele Herrenhausen mit viel Musik und Kunst. Der Georgengarten ist einmal im Jahr Gastgeber desGartenfestivals Herrenhausen. Seit 2016 wird jährlich derWeihnachtscircus Hannover auf dem Schützenplatz veranstaltet.[106] Ebenfalls auf dem Schützenplatz findet jährlich dasStreet Food Festival Hannover statt, es ist eines der größten in Europa. Über 100 Biere aus der ganzen Welt gibt es alljährlich beimHannoverschen Bierfest in der Altstadt und auf dem Opernplatz steigt jährlich derWeinsommer Hannover. Auf den Messeparkplätzen West findet jedes Jahr am 1. Mai das seit 1983 organisierteMai-Käfer-Treffen statt, es ist das größte VW-Käfer-Treffen in Europa mit rund 3000 Käfern und anderen VW-Modellen. Die im Sommer stattfindendeStreet Mag Show auf dem Schützenplatz gilt als Deutschlands größte American-Car-Show. An Karsamstag werden jedes Jahr rund 40Osterfeuer in Hannover veranstaltet. Bei der seit 2018 in der Adventszeit stattfindendenTwinkle Light Cruise zieht eine Parade aus etwa 375 mit Lichterketten geschmückten Bullis, Käfern, Rollern und weiteren Fahrzeugen durch die Innenstadt. BeimSt.-Martins-Umzug im November ziehen rund 5.000 Teilnehmer durch die Innenstadt. ZumCSD Hannover kommen jährlich rund 25.000 Gäste.[107]
DerAltstadt-Flohmarkt amHohen Ufer der Leine hat seinen Ursprung im Jahr 1967 und ist damit der ältesteFlohmarkt in Deutschland. Der seit 1996 stattfindendeMarkt für Handwerkund Design ist ebenfalls überregional bekannt.
Ein Zentrum des Nachtlebens von Hannover ist dasSteintorviertel.[108] In fünf Straßen befinden sich hier rund 70 Geschäfte,Diskotheken,Clubs und Restaurants, sowieBordelle und Sexkinos. Ein weiteres Zentrum ist derRaschplatz. Auf und um den Platz haben sich verschiedene Diskotheken, Kinos und Restaurants sowie dieSpielbank Hannover[109] angesiedelt. Bars, Kneipen und Pubs gibt es sowohl in derAltstadt (vornehmlich in der Kramer- und der Knochenhauerstraße) als auch in den Studenten- undSzeneviertelnLinden undNordstadt.[110] Auf der Limmerstraße ist die Kioskdichte besonders hoch und hier ziehen abends und nachts zahlreiche Gruppen von Kiosk zu Kiosk, das nennt manLimmern.[111] Der Club „Weidendamm“ belegte in der Leserumfrage 2017 desFaze Magazin den zweiten Platz in der Kategorie beste Clubs.[112] 1959 eröffnete mit dem heute nicht mehr existierenden „Mocambo Club“ in Hannover die erste Diskothek Deutschlands.[113]
Mit demSportpark Hannover im StadtteilCalenberger Neustadt besitzt Hannover die größte zusammenhängende Sportfläche einer Großstadt in Deutschland. In dem ca. 45 Hektar großen Gebiet befinden sich dasErika Fisch-Stadion, dasSportleistungszentrum (SLZ), dasStadionbad und dieParkbühne. Hannover hat sich lange Zeit als Sportstadt definiert, da hier ein breites Spektrum an Sportarten auf einem hohen Niveau angeboten wurde/wird.[114] 1950 wurde in Hannover derDeutsche Sportbund gegründet.
Der Deutsche Sportverein Hannover gegr. 1878, kurzHannover 78, wurde 1878 als erster deutscher Rasensportverein gegründet;Rugby war Gründungssportart. Derzeit spielen mit Hannover 78, die Teams vomVfR Döhren undSC Germania List in der 1. Bundesliga.[116] In der 2. Bundesliga spielen Hannover 78 II, derTSV Victoria Linden und der DRC Hannover.[117] Der erfolgreichste Rugby-Verein Deutschlands ist der TSV Victoria Linden mit 20 gewonnenen deutschen Meistertiteln. Insgesamt wurden seit 1909 von hannoverschen Vereinen 62 der bislang 83 ausgetragenen deutschen Meisterschaften nach Hannover geholt. In der Zeit von 1909 bis 2005 trat außer 1913 bei jedem ausgetragenen Endspiel um die Meisterschaft ein hannoverscher Verein an.
Am 25. Januar 1862 wurde in Hannover der erste deutsche Fechtverein gegründet, der noch heute existiert. Neben demFechtklub Hannover von 1862 gibt es noch drei weitere Vereine, die denFechtsport anbieten.
An der Leine liegt der 1.Wasserski-Club Hannover. Weitere Wassersportvereine sind der Paddel-Klub Hannover in Döhren, derHannoversche Kanu-Club von 1921 am Maschsee, derKanu-Sport-Club Hannover, derPaddelclub Stöcken und der Paddelclub Niedersachsen.
DerTurn-Klubb zu Hannover ist in mehreren Disziplinen vertreten: DieFaustballmannschaft spielt in der ersten Bundesliga. Der Bereich Fechten hat diverse nationale und internationale Titel errungen. Der Verein ist dreifacher Deutscher Meister imKunstturnen. DieTischtennis-Damenmannschaft wurde 1960 deutscher Mannschaftsmeister und 1961 deutscher Pokalsieger.
DieHannover Grizzlies spielen American Football seit der Saison 2016 mit der Herrenmannschaft in der Oberliga Nord und die Damenmannschaft spielt in der 2. Damenbundesliga.
Der 1947 gegründeteTischtennisvereinTTC Helga Hannover schaffte nach vier Vizemeisterschaften in der Saison 1991/92 den Aufstieg in die1. Bundesliga, wo er die nächsten drei Jahre und nochmals 1997/98 spielte. 2008 gelang der Damen-Tischtennissparte vonHannover 96 der Aufstieg in der1. Bundesliga.
Die Damen- und Herrenmannschaften imLacrosse desDHC Hannover spielen in der Bundesliga Nord. Die Damen nahmen 2008 das erste Mal an den deutschen Lacrosse Meisterschaften teil und belegten den dritten Platz.
Im Schach spielen zwei hannoversche Vereine in der Oberliga Nord Staffel West: Schachfreunde Hannover und HSK Lister Turm.
DasAll Sports Team Hannover ist eine Topmannschaft imDrachenbootsport, das seit seiner Gründung 2000 über hundert Medaillen auf nationalen und internationalen Meisterschaften errang, allein 2012 zehn deutsche Meistertitel. Es wurde zur „Mannschaft des Jahres 2013“ in Niedersachsen gewählt.[119]
DerHannover-Marathon ist mit regelmäßig rund 30.000 internationalen Teilnehmern in verschiedenen Disziplinen eine der größten Straßenlaufveranstaltungen in Deutschland. Weitere Großveranstaltungen sind u. a. der Hannover Triathlon am Maschsee, der Nachtlauf und der traditionelle Silvesterlauf.
Auf dem Maschsee finden jährlich mehrere Sportereignisse statt, unter anderem das internationaleDrachenbootfestival Hannover. Von 1952 bis 1989 fanden auf dem See auchMotorbootrennen statt, darunter Welt- und Europameisterschaften.
Weitere Sportveranstaltungen sind derBeachvolleyball-Cup auf dem Opernplatz, das internationale Jugend-TennisturnierRadio 21 Open und verschiedeneWrestling-Festivals. Die Wahl zumBehindertensportler des Jahres findet jedes Jahr im Februar im GOP Varieté-Theater statt.
Im Radsport gibt es seit 1975 (mit Unterbrechungen) dieNacht von Hannover, ein nächtliches Profirennen mit prominenter Besetzung.
Hannover hat eine lange Pferdesporttradition, bekannt ist die PferderasseHannoveraner. Bekannte Veranstaltungen sind u. a. die verschiedenen Turniere (u. a. Vielseitigkeit, Springturnier, Dressurturnier) im Reiterstadion sowie dieNacht der Pferde und die PonyshowMiMaMo (beides im Rahmen der Messe „Passion Pferd“) auf dem Messegelände.
DasFeuerwerk der Turnkunst gilt als Europas erfolgreichste Turnshow und wird seit 1989 von der Hannoverschen Turn- und Sportfördergesellschaft mbH (ein Tochterunternehmen desNiedersächsischen Turner-Bundes) organisiert. Heute ist die Turnshow in vielen deutschen Städten zu Gast, in Hannover traditionell an Silvester und noch einmal im Januar.[120]
2021 bewarb sich die Stadt alsBeherbergungsstadt für die Gestaltung eines viertägigen Programms für eine internationale Delegation derSpecial Olympics World Summer Games 2023 in Berlin. 2022 wurde sie als Gastgeberin fürSpecial Olympics Italien ausgewählt.[122] Damit wurde sie Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik mit mehr als 200 Beherbergungsstädten.[123]
Gemäß derVolkszählung 2011 waren 34,7 % der Einwohnerevangelisch, 13,7 %römisch-katholisch und 51,6 % warenkonfessionslos, gehörten einer anderenGlaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[124] Nach einer Berechnung aus den Zensuszahlen für die Personen mit Migrationshintergrund lag der Bevölkerungsanteil der Muslime in Hannover 2011 bei 8,8 % (rund 44.400 Personen).[125]
Zum Jahresende 2022 waren 24,9 % der 552.710 Einwohnern evangelisch und 10,9 % katholisch; 64,3 % gehörten keiner der beiden großen christlichen Konfessionen an.[126] Am Stichtag 31. Dezember 2023 waren nach Recherchen der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland 23,9 % der Einwohner der Stadt evangelisch, 10,5 % römisch-katholisch und 65,6 % warenkonfessionslos oder gehörten einer sonstigenReligionsgemeinschaft an.[127]
2023 haben insgesamt 5538 Personen ihren Austritt aus der evangelischen oder katholische Kirche erklärt, 3944 aus der evangelischen Kirche und 1494 aus der katholischen Kirche.[128]
In der Altstadt Hannovers wurde 1533/34 und in der Neustadt 1544 dieReformation nachlutherischem Bekenntnis eingeführt. Danach war Hannover über viele Jahrhunderte eine überwiegend lutherische Stadt. Katholiken undreformierte Gemeindeglieder konnten bis 1800 in der Altstadt Hannovers kein Bürgerrecht erwerben, weswegen sie ihre Kirchen in der Neustadt errichteten.
Im Stadtteil Mühlenberg existiert einökumenisches Kirchenzentrum, das die Stadtteilgemeinden der evangelisch-lutherischen und der römisch-katholischen Stadtteilgemeinden unter einem Dach vereint.
Die Kirchen der Stadt organisieren regelmäßig dieNacht der Kirchen mit Kirchenkonzerten und Lesungen.
Von der Urgemeinde, die die gesamte Region Hannover umfasste, wurden im Zuge von Bevölkerungswachstum, Industrialisierung und Vertriebenenstrom immer neue Gemeinden gelöst. Zuletzt gab es in der Region 43 katholische Pfarreien. Deren Zahl wird durch Zusammenlegungen in nächster Zeit um mehr als die Hälfte zurückgehen.
Die kirchliche Region Hannover wurde am 1. Mai 2007 zum Regionaldekanat Hannover zusammengefasst. Sie deckt sich etwa mit dem Gebiet der politischen Region Hannover und zählt etwa 157.000 Katholiken. Katholische Hauptkirche Hannovers und Sitz des Regionaldechanten ist die PropsteikircheBasilika St. Clemens.
Für die in Hannover lebenden Muslime gibt es mehrere Moscheen und weitere Gebetshäuser. DerStadtfriedhof Stöcken hat ein für Muslime eingerichtetes Gräberfeld. Als erster Moscheeneubau in Hannover besteht im SiedlungsgebietSchwarze Heide des StadtteilsStöcken seit 2008 dieSami-Moschee derAhmadiyya Muslim Jamaat.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und derShoah entstand durch Zuzug langsam neuesjüdisches Leben in der Stadt. Heute gibt es vier jüdische Gemeinden mit rund 6000 Mitgliedern sowie dreijüdische Friedhöfe. 1963 entstand die neueSynagoge in der Haeckelstraße. DieLiberale Jüdische Gemeinde besitzt seit 2009 eine Synagoge in der ehemaligen Gustav-Adolf-Kirche inLeinhausen. 2011 gab es eine Straßenbenennung für die jüdische JournalistinKäthe Vordtriede im Stadtteil Wettbergen. Diese wurde durch ihre zeitkritischen Briefe über dasDritte Reich erst posthum bekannt.
Humanisten sind imHumanistischen Verband Niedersachsen, einerWeltanschauungsgemeinschaft undKörperschaft des öffentlichen Rechts, zusammengeschlossen. Das Humanistische Zentrum in Hannover bildet den Sitz des Landesverbandes. Der Verband ist unter anderem Träger von drei Kindertagesstätten in Hannover. Außerdem organisieren die Humanisten eine Jugendgruppe, führen Jugendfahrten sowie Kultur- und Bildungsveranstaltungen durch und bieten Namensfeiern, Jugendfeiern, weltliche Hochzeitsfeiern und Trauerfeiern an.[131] Der Landesverband ist Mitglied imHumanistischen Verband Deutschlands.
Die Stadt erwirtschaftete 2017 einBruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen von insgesamt 34,10 Mrd. Euro, dies entspricht 80.228 Euro je Erwerbstätigem. 2012 betrug dieBruttowertschöpfung zu Herstellungskosten 30,74 Mrd. Euro, was 72.330 Euro je Erwerbstätigem entspricht.[132] Die Gesamtverschuldung der Stadt betrug Ende 2021 rund 4,2 Mrd. Euro (7.957 €/Kopf).[133]
Etwa 300.000sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiteten 2014 in der Stadt. Davon hatten etwa 189.000 ihren Erstwohnsitz in Hannover. Während 54.285 Pendler die Stadt verlassen, kommen täglich 164.892 Pendler in die Stadt. Dies ergibt einen Pendlersaldo von etwa 111.000.
DieKaufkraft je Einwohner in Hannover betrug 21.948 Euro im Jahr 2014.[134] Im selben Zeitraum betrug der Einzelhandelsumsatz 6.960 Euro je Einwohner, während die Einzelhandelskaufkraft bei 5.931,00 Euro je Einwohner lag, was für einen positiven Einkaufstourismus in die Stadt spricht.[134] 2015 stieg die Kaufkraft je Einwohner auf 22.071 Euro, bei einer Einzelhandelskaufkraft von 5.932 Euro je Einwohner und einem Einzelhandelsumsatz von 6.714 Euro je Einwohner.
2015 hat der gesamte Einzelhandelsumsatz einen Wert von 3.793,4 Mio. Euro, was pro Kopf 7.236 Euro, bei einer Einzelhandelskaufkraft von 6.745 Euro je Einwohner bedeutet.[135]
Die Stadt beheimatete Anfang 2014 insgesamt 34.198Betriebe (Mitglieder derIHK Hannover) ohne die 3.633 unselbständigenBetriebsstätten, davon waren 9.342 imHandelsregister eingetragen und 24.856Kleingewerbebetriebe.[136] Damit beheimatet die Stadt Hannover mehr als die Hälfte aller im Handelsregister eingetragenen Betriebe derRegion Hannover (gesamt: 17.485)[137] und die Hälfte aller nicht dort eingetragenen Betriebe in der Region Hannover (gesamt: 49.081).[138] In der Stadt sind 2015 zudem 5.110Handwerksbetriebe mit 30.759 Mitarbeitern und einem Umsatz von 2,05 Mrd. Euro angesiedelt.[139]
Die größten Arbeitgeber in Hannover sind unter anderem:
Früher waren in Hannover weitere bekannte Unternehmen ansässig, wie der MontankonzernPreussag, der FahrzeugherstellerHanomag, der SchokoladenherstellerSprengel (1979 vonStollwerck übernommen, 2001 geschlossen), die SchreibwarenherstellerPelikan undGeha, die ErdölraffinerieDeurag-Nerag (1986 geschlossen) und die SchallplattenfabrikDeutsche Grammophon (ab 1971 Teil vonPolygram), seit 1990 geschlossen. Auch die letzte Zentrale des Mineralölunternehmens und TankstellenbetreibersGasolin befand sich bis 1971 in Hannover. Hinzu kam die 1923 gegründetePreussenElektra, zeitweise das zweitgrößte Energieversorgungsunternehmen in Deutschland, die 2000 mit demBayernwerk zuE.ON fusionierte. Inzwischen ist sie alsPreussenelektra GmbH neu gegründet und für den Rückbau vonAtomkraftwerken zuständig. 1879 wurde das UnternehmenAppel Feinkost gegründet.
Die FirmaSiemens hatte mehrere Standorte in Hannover. 1988 zog Siemens an dieHildesheimer Straße nachAlt-Laatzen.[141] Die 2003 gegründeteHannoverimpuls ist die gemeinsame Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft der Stadt und der Region Hannover. Sie unterstützt die Gründung, Ansiedlung und das Wachstum von Unternehmen am Wirtschaftsstandort Hannover.
Hannover ist ein Zentrum desEinzelhandels, dessen Einzugsbereich bis in die RegionOstwestfalen-Lippe reicht. Die Verkaufsfläche in der Stadt Hannover beträgt rund 900.000 Quadratmeter, davon 253.000 Quadratmeter in der Innenstadt. Die innerstädtischeFußgängerzone umfasst mehrere Straßenzüge rund um denKröpcke. Bei Frequenzzählungen belegt dieGeorgstraße im Jahr 2019 den dritten und dieBahnhofstraße 2018 den elften Platz (aus technischen Gründen wurde die Bahnhofstraße 2019 nicht mitgezählt) unter den beliebtesten Einkaufsstraßen Deutschlands.[142] DieGroße Packhofstraße belegte 2019 den Platz 16 und dieKarmarschstraße den Platz 18. Die Einkaufspassagen der Innenstadt sind die 2008 neben demHauptbahnhof eröffneteErnst-August-Galerie der HamburgerECE Projektmanagement, dieNiki-de-Saint-Phalle-Promenade, der „Einkaufsbahnhof Hannover“, dasKaufland Einkaufszentrum, die Kröpcke-Passage und dieGalerie Luise mit denLangenschen Höfen. Mit rund 300Kiosken (in Hannover auch Trinkhalle genannt) besitzt Hannover eine der höchsten Kiosk-Dichten in Deutschland,[143] einige davon stehen unter Denkmalschutz.[144] Zu den großen Einkaufsstraßen außerhalb der Innenstadt gehören dieLister Meile, dieLimmerstraße und derEngelbosteler Damm. In vielen Stadtteilen haben sich kleine bis mittelgroße Einkaufszentren herausgebildet, darunter auch derEinkaufspark Klein-Buchholz.
In Hannover gibt es 133Beherbergungsbetriebe mit jeweils mehr als 10 Betten, darunter 47Hotels, 50Hotels garni, 6Gasthöfe, 6Pensionen, 3Erholungs- /Ferienheime, 17 Betriebe in der SparteFerienhäuser /Ferienwohnungen, 2Jugendherbergen, 1 Schulungsheim und 1Reisemobil-Stellplatz mit mehr als 10 Stellplätzen (Stand: Januar 2025). Insgesamt kommen die Betriebe auf 17.251 Betten. Etwa die Hälfte der Betriebe sind zertifiziert, die Bandbreite reicht vom Fünf-Sterne-Superior Luxushotel bis zum Ein-Sterne-Haus. Im Jahr 2024 verzeichnete die Stadt rund 2,4 Millionen Übernachtungen (2001: 1,2 Mio., 2006: 1,6 Mio., 2011: 2,1 Mio., 2019: 2,3 Mio.).[145] Zudem gibt es in Hannover einen kleinen Wohnmobilparkplatz unweit der Herrenhäuser Gärten und die Tradition der „Messemuttis“. Diese Tradition geht auf die Entscheidung der britischen Besatzungsmacht zurück, ab 1947 eine Exportmesse vor den Toren Hannovers auszurichten. Wegen der schwierigen Unterbringungslage in der weitgehend ausgebombten Stadt hatte sie die Bevölkerung aufgerufen, Messegäste bei sich unterzubringen.[146] Heute stellen mehr als 1.000 Personen über verschiedene Zimmervermittlungsagenturen ihren privaten Wohnraum (Privatzimmer, Ferienwohnungen und -häuser) in Hannover zur Verfügung, zum großen Teil auch außerhalb der Messezeiten.[147] Diese Unterkünfte werden allerdings in der amtlichen Übernachtungsstatistik nicht berücksichtigt. Darüber hinaus kommt Hannover laut einer Grundlagenstudie der dwif-Consulting auf 41 Mio. Tagesgäste pro Jahr. Mit einem Bruttoumsatz von rund 2 Milliarden Euro ist der Tourismus für Hannover einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. Als Richtwert lässt sich sagen, dass über 37.000 Personen in Hannover ihren Lebensunterhalt durch den Tourismus verdienen.[148]
Die Stadt verfügt über viel Frei- und Grünraum, weshalb manche Berichterstatter ihr geringen „Dichtestress“ und Entspanntheit im Alltag zuschreiben.[149] 2021 belegte Hannover unter den entspanntesten Städten der Welt den ersten Platz in Deutschland und den neunten Platz weltweit.[150] Das BuchungsportalBooking.com führte Hannover 2018 wegen der „vielen Museen, Parks und Kulturveranstaltungen“ unter den zehn aufstrebenden Reisezielen.[151] Der renommierteLocation Award wurde fünfmal an hannoversche Einrichtungen vergeben, darunter zweimal an das nach Rekonstruktion 2013 wiedereröffneteSchloss Herrenhausen. 2021 wurden beim Location Award in allen Kategorien hannoversche Einrichtungen auf den ersten Platz gewählt, das macht Hannover zum besten Veranstaltungsort im deutschsprachigen Raum.[152] Bei den 25 beliebtesten Fotomotiven in Niedersachsen belegt Hannover 2021 in einem Ranking vonSightsmap den ersten Platz. Am meisten wurden in Hannover das Neue Rathaus, die Marktkirche und der Maschsee fotografiert.[153]
DasMessegelände Hannover ist heute mit einer Hallenfläche von 392.453 m², einer Freifläche von 58.000 m² sowie mit 24 Hallen das zweitgrößte Messegelände der Welt.[154][155] Betreiber ist dieDeutsche Messe AG, deren Geschichte bis in das Jahr 1947 zurückreicht. Jährlich werden hier rund 60 Messen und Fachveranstaltungen durchgeführt, die jährlich von über 1 Million Menschen besucht werden.
Die bedeutendsten Messen (Weltleitmessen) in Hannover sind:
EUHA-Kongress mit Industrieausstellung (im Wechsel mit anderen Städten)
Zu den europaweit führenden Messen gehören dieeroFame, dieTire Technology Expo, dieIdeenExpo und im Wechsel mit Köln und Stuttgart dieDidacta. Bundesweit führend ist dieInfa. Zu den weiteren Messen gehören unter anderem diePassion Pferd, dieABF, dieB.I.G., dieReal Estate Arena, diePro Care, dieGamevasion powered byDreamHack, die RüstungsmesseDSEI Germany, dieTrau Dich Hannover und im Wechsel mit anderen Städten derbpt-Kongress & Fachmesse Veterinärmedizin. Zu den jährlichen Kongressen gehört derRobotics Kongress.
Im Jahr 2000 war Hannover Gastgeber der WeltausstellungExpo 2000. Mit rund 18 Mio. Besuchern ist die Expo 2000 bis heute die besucherstärkste Veranstaltung in Deutschland. Von 1957 bis 1990 war Hannover ebenfalls Gastgeber derILA. DieCebit wurde von 1986 bis 2018 veranstaltet und war viele Jahre lang die weltgrößte Computermesse.[156]
ImHannover Congress Centrum (HCC), zu dem auch die 1914 eröffnete Stadthalle gehört, werden jährlich rund 1.000 Veranstaltungen mit rund 400.000 Besuchern durchgeführt,[157] dazu zählen zahlreiche Kongresse und auch Messen, darunter u. a. dieMaker Faire Hannover (Deutschlands größtes DIY-Technik-Festival), dieHannover kreativ, dieTerrarienbörse, dieWein Hannover, dieHochzeitstage, dieEdelsteintage Hannover und dieSpiritualität & Heilen. Im benachbarten Stadtpark finden seit 1999 jährlich dieHannoverschen Pflanzentage statt.
Zahlreiche weitere Messen und Kongresse finden weder auf dem Messegelände noch im HCC statt. Dazu gehören u. a. dieBuchlust im Künstlerhaus, dieE-Days Hannover in der Alten Druckerei, dieJüdische Buchmesse Deutschland im Haus Benjamin, dieGesundheitsmesse Hannover im Freizeitheim Döhren, dieHanaCon im Congress Centrum Wienecke XI. und dieVanlife & Camper Event Messe auf dem Gelände der Eilers Werke.
Die EventmanagementplattformCvent zählt Hannover seit 2015 zu den Top 25 der Meetingstädte Europas.[158]
Das Landesfunkhaus desNDR befindet sich am Maschsee, wo unter anderem die RegionalmagazineHallo Niedersachsen undNiedersachsen 18.00, die ReisemagazineNordtour undNordseereport und seit 2011 auch die 21:45 Uhr-Ausgabe vonNDR Info (zuvor: NDR Aktuell) produziert werden. Seit 2021 produziert der NDR imErlebnis-Zoo Hannover die DokuserieSeelöwe & Co. – tierisch beliebt.[159] Von 2006 bis 2020 zeichnete der NDR in Hannover auch eine Talkshow auf, zunächst in derKöniglichen Reithalle, dann ab 2008 in dem NDR-Studio auf dem Messegelände. Die Talkshow hatte im Laufe der Zeit verschiedene Namen: „Herman und Tietjen“ (2006–2007), Talk mit Tietjen (2007), Die Tietjen und Dibaba (2008–2009), Tietjen und Hirschhausen (2009–2014), „Bettina und Bommes“ (2015–2017), „Tietjen und Bommes“ (2017–2019) und „NDR Talk Show“ (2019–2020). Von 1965 bis 1974 wurde die MusikshowMusik aus Studio B aus dem Landesfunkhaus gesendet. Ebenfalls am Maschsee befindet sich das „Landesstudio Niedersachsen“ desZDF. DieTVN Group produziert in zwei Fernsehstudios unter anderem die NDR-SpielshowBingo!. DieSat.1 Norddeutschland GmbH hat ihren Hauptsitz im Anzeiger-Hochhaus und dasRTL Nord Studio Hannover befindet sich im angrenzenden Medienzentrum. DieTV+ Fernsehproduktion produziert Fernsehsendungen für den NDR, dieAZ Media für RTL undn-tv. DieARD.ZDF medienakademie betreibt in Hannover eines der beiden deutschen Trainingszentren. Hier ansässig ist auch der Fernseh-ShoppingsenderChannel 21 (ehemals RTL Shop). Außerdem gibt es das nichtkommerzielle Bürgerfernsehenh-eins. DieX-City-Medien produzieren das Fahrgastfernsehen in mehreren deutschen Städten. Hannover ist und war auch regelmäßig Gastgeber großer Fernsehunterhaltungsshows, so war zum BeispielEiner wird gewinnen mindestens siebzehnmal zu Gast,Wetten, dass..? war achtmal,The Dome viermal,Melodien für Millionen undWillkommen bei Carmen Nebel jeweils dreimal,Musik ist Trumpf und dieStarparade jeweils zweimal und jeweils einmal derMusikantenstadl undShow & Co. mit Carlo. In Hannover wurden auch mehrmals Beiträge fürVerstehen Sie Spaß? gedreht sowie im Jahr 2000 auch eine Folge der ZDF-ReiheDas Literarische Quartett.[160][161] Außerdem gastierten auch die ShowsDer goldene Schuß,Zum Blauen Bock,1:0 für Sie,Nase vorn,Das aktuelle Sportstudio und dasARD Wunschkonzert in Hannover. Zu den weiteren Fernsehsendungen, die regelmäßig in Hannover zu Gast sind oder waren, gehörenJux und Dallerei,Quiz Taxi,Shopping Queen undDas perfekte Dinner. Die TalkshowTacheles – Talk am roten Tisch wurde von 1999 bis 2006 sowie von 2009 bis 2014 in der Marktkirche aufgezeichnet. Im Jahr 2010 erfolgte die Aufzeichnung der mehrteiligen NDR-Variety-ShowDie Thomas & Helga Show im Werkhof.
Hauptgebäude der Universität Hannover imWelfenschlossMedizinische Hochschule HannoverHochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
DieGottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover in derNordstadt geht zurück auf die 1831 eröffnete Höhere Gewerbeschule, aus der sich die Königlich-Technische Hochschule entwickelte, die 1899 zur Technischen Hochschule erhoben wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Hochschule für Gartenbau und Landeskultur und 1968 die Pädagogische Hochschule Hannover eingegliedert.
DieMedizinische Hochschule Hannover (MHH) wurde 1965 gegründet. Die Organisationsstruktur der MHH weicht von der einer klassischen Universität ab und orientiert sich an der Department-Struktur amerikanischer Universitäten. Die einzelnen Abteilungen der MHH wurden Zentren zugeordnet, die wiederum in vier Sektionen (Vorklinische Fächer, Große Klinische Fächer, Kleine Klinische Fächer, Klinisch-Theoretische Fächer) zusammengefasst sind. Die MHH arbeitet mit dem von ProfessorMadjid Samii gegründeten neurowissenschaftlichen ForschungsinstitutInternational Neuroscience Institute zusammen.
DieHochschule Hannover (bis 2010Fachhochschule Hannover) entstand aus verschiedenen Institutionen, unter anderem der Werkkunstschule, der Ingenieurakademie und der Staatlichen Baugewerkschule Nienburg. 1978 kam der Fachbereich Informations- und Kommunikationswesen hinzu. Die Hochschule gliedert sich in fünf Fakultäten: Fakultät I (Elektro- und Informationstechnik), Fakultät II (Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik), Fakultät III (Medien, Information und Design), Fakultät IV (Wirtschaft und Informatik) und Fakultät V (Diakonie, Gesundheit und Soziales). Letztere ist aus derEvangelischen Fachhochschule hervorgegangen, welche 2007 in die damalige Fachhochschule eingegliedert wurde.
DieGottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek ist die niedersächsische Landesbibliothek und zugleich einewissenschaftliche Bibliothek mit großem Ausstellungs- und Kulturprogramm.[169] Sie ist die ehemalige Königliche Bibliothek mit einem bedeutenden Altbestand mit alten Drucken und Handschriften, die bis in das Jahr 800 n. Chr. reichen.[170] Hier befindet sich der Nachlass vonLeibniz. Seine Briefe, die seit 2007 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO (UNESCO-ProgrammMemory of the World) gehören, werden hier ebenso wie derGoldene Brief[171] (seit 2015 ein UNESCO-Weltdokumentenerbe) und Teile derMonseer Fragmente[172] aufbewahrt.
Im September 2012 eröffnete das PharmaunternehmenBoehringer Ingelheim das Europäische Forschungszentrum für Tierimpfstoffe,Boehringer Ingelheim Veterinary Research Center.[174]
Hannover liegt am Übergang von dernorddeutschen Tiefebene zumniedersächsischen Bergland, unweit der Stadt tritt dasLeinetal aus derMittelgebirgsschwelle heraus. Daher kreuzen sich hier bedeutende Verkehrsachsen der Nord-Süd-Richtung mit denen der Ost-West-Richtung. Der alte HandelswegHellweg vor dem Santforde verlief südlich der Stadt. Statistische Studien zeigen, dass Hannover eine außergewöhnlich gute Erreichbarkeit aufweist.[177] Des Weiteren war Hannover die erste Stadt in Niedersachsen, die zum 1. Januar 2008 Umweltzonen einführte, um den Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Gehalt in der Luft zu vermindern. Seit diesem Zeitpunkt konnte der seit 2005 bestehende Grenzwert für die Jahresmittelwerte, der bei 40 µg/m³ liegt, immer eingehalten werden.[178]
In Hannover befindet sich nebenDresden die einzigeVerkehrsunfallforschung, die unabhängig von Versicherern und der Polizei arbeitet.[179] Diese Einheit untersucht Verkehrsunfälle in der gesamten Region Hannover und existiert bereits seit den 1970er-Jahren. Angegliedert ist sie der unfallchirurgischen Abteilung der Medizinischen Hochschule Hannover.
Deröffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) hatte 2011 bei den Einwohnern der Stadt Hannover einen Anteil von 19 % bei derVerkehrsmittelwahl (Daten von 2011; motorisierter Individualverkehr (MIV) 38 %, Fußgänger 25 %, Radfahrer 19 %).[180]Im Vergleich mit anderen deutschen Großstädten, für die aktuelle Daten vorlagen, hatte Hannover damit zusammen mitBremen den höchsten Radverkehrsanteil, den niedrigsten MIV-Wert nachMünchen und den höchsten Anteil des ÖPNV an der Verkehrsmittelwahl nach Berlin und München mit jeweils 21 %. Gegenüber 2001 waren eine deutliche Steigerung bei Rad- und öffentlichem Verkehr zu verzeichnen, eine starke Verringerung beim MIV (2001: 44 %) und eine geringere beim Fußverkehr (2001: 28 %).
Durch Hannover verlaufen dieBundesautobahnA 2 (EuropastraßeE 30) und dieA 7 (E 45). Darüber hinaus verlaufen über hannoversches Stadtgebiet dieA 37 und dieA 352 sowie dieBundesstraßenB 3,B 6,B 65,B 217,B 441,B 443 undB 522. Um das Zentrum führt ein U-förmiges Netz von alsKraftfahrstraßen angelegten Schnellwegen:Westschnellweg,Südschnellweg und der östlich gelegeneMesseschnellweg. Die in den 1950er Jahren geplante Nordtangente („Niedersachsenring“) wurde nicht verwirklicht. Mit dem in den 1950er Jahren umgesetzten System von breiten Straßen als Umfahrung der Innenstadt (heuteCityring), die ursprünglich mit großen Kreisverkehren verbunden waren, schaffte es Hannover auf den Titel desSpiegel mit der ÜberschriftDasWunder von Hannover.[27] 1825 war Hannover die erste Stadt auf dem europäischen Kontinent, in der die Straßen mitGaslaternen beleuchtet wurden. Zur Lieferung desLeuchtgases wurde ein Liefervertrag mit derImperial Continental Gas Association abgeschlossen. 1902 wurde in Hannover der erste mobileFeuerlöschzug der Welt übergeben. Der spöttisch „Kommissbrot“ genannte Kleinwagen2/10 PS wurde ab 1924 von derHanomag produziert und war eines der ersten am Fließband hergestellten Autos in Deutschland. Seit 1956 wird derVW Bulli imVW-Werk Hannover-Stöcken gebaut. Auch derVW Käfer wurde in Hannover produziert, zunächst 1973 im VW-Autohaus Hannover-Nordstadt derNordstadt-Käfer (die Form eines Käfers auf einer Bodenplatte des Porsche 914/6) und später 1974 bis 1975 im VW-Werk Hannover-Stöcken der Typ-1-Käfer. Insgesamt wurden in Hannover 43.000 Käfer produziert.
Von 3801 im Jahr 2023 mit Namen versehenen Straßen im Stadtgebiet waren 1314 nach Personen benannt. Der Frauenanteil betrug 14,38 % (189 Straßen).[181]
1847 wurde in Hannover der erste Bahnhof eröffnet. Es fanden über die Jahre zahlreiche Um- und Neubauten statt. DerHauptbahnhof in seiner heutigen Form entstand 1879. Heute ist er ein Fernverkehrsknoten derersten Preisklasse. Er zählt mit 280.000 Reisenden pro Tag zu den zehn am meisten frequentierten Bahnhöfen in Deutschland. 2020 belegte der Hauptbahnhof Hannover bei einem Ranking des Reiseliteraturanbieters Travelbook den zweiten Platz unter den schönsten Bahnhöfen Deutschlands.[182] Neben den Regionalzügen derDB Regio,Metronom Eisenbahngesellschaft (auch mit ihrer MarkeEnno),Start,Westfalenbahn undErixx und den S-Bahnen vonTransdev Hannover halten hier ganzjährig Fernzüge derDB Fernverkehr, desÖBB Nightjets, derSBB und desFlixtrain, saisonal kommen noch Verbindungen desUrlaubsExpress (Train4you) hinzu.[183] Daneben gibt es noch zehn weitere Personenbahnhöfe, die aber nur von der S-Bahn angefahren werden. Der letzte zentraleGüterbahnhof in Hannover ist derGüterbahnhof Hannover-Linden. Darüber hinaus gibt es noch vier weitere Güterbahnhöfe,[184] einen Rangierbahnhof und einenBetriebsbahnhof. Von 1846 bis 1931 wurden bei derHanomagDampflokomotiven und auch 1880 eine der ersten Motorlokomotiven gebaut. In derHAWA entstanden rund 30 Jahre lang Eisenbahnwaggons. 1930 wurde imAusbesserungswerk Hannover-Leinhausen derSchienenzeppelin gebaut.
DieÜstra betreibt die 1975 eröffneteStadtbahn Hannover. Sie ist aus derStraßenbahn Hannover hervorgegangen und befährt heute mit vierzehn Linien ein rund 125 Kilometer langes Streckennetz mit 202 Stationen, darunter 19 Tunnelstationen. DieS-Bahn Hannover ist aus derCity-Bahn entstanden und wurde im Jahr 2000 eröffnet. Sie wurde zunächst von derDB Regio betrieben. Im Dezember 2021 hat dieTransdev Hannover drei Linien und ab dem 13. Juni 2022 schließlich alle Linien übernommen. Die S-Bahn Hannover befährt heute mit sieben regulären, zwei Sprinter- und einer Messesonderlinie ein 385 Kilometer langes Streckennetz mit 74 Stationen, darunter eine Tunnelstation. Dieüstra und dieRegioBus betreiben darüber hinaus 55 Buslinien, darunter 5 Nachtliner und eine Veranstaltungslinie. Stadtbahnen, S-Bahnen und Busse gewährleisten gemeinsam denöffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) der Stadt und binden das engere Umland an. Für alle Busse und Bahnen des Nahverkehrs gilt der Gemeinschaftstarif desÜSTRA-Verkehrsverbundes.
1975 wurde in Hannover der erste ZOB errichtet. 2014 wurde auf der gegenüberliegenden Seite ein neuerZentraler Omnibusbahnhof Hannover (ZOB) eröffnet, der den alten abgelöst hat. Alle namhaften Fern- und Reisebusunternehmen steuern Ziele in ganz Deutschland und Europa an. 2020 testete der ADAC die größten Fernbusterminals in Deutschland, dabei kam der ZOB Hannover auf den zweiten Platz.[185]
Der Stapel war im Mittelalter ein Binnenhafen an der Leine vor den Toren Hannovers. Ab Ende des 14. Jahrhunderts bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts hatte der Hafen eine gewisse Bedeutung im Schiffsverkehr von Hannover nach Bremen. Der Name des ehemaligen LokalsBremer Schiff zeugte von der einstigen Bedeutung der Schifffahrtsverbindung. Im 18. Jahrhundert wurde der Stapel nach Linden verlegt, von wo aus bis Mitte des 19. Jahrhunderts noch Schifffahrt betrieben wurde. 1917 wurde derLeinehafen eröffnet.[186] Obwohl der Hafen bereits Ende der 1930er Jahre den Betrieb einstellte, wurde Hannover trotzdem eine der wichtigsten Binnenhafenstandorte Norddeutschlands. Heute verbindet derMittellandkanal Hannover für dieBinnenschifffahrt über weitere Kanäle mit dem Ruhrgebiet, Hamburg und Berlin. DieSchleuse Anderten, bei ihrer Eröffnung 1928 die größte Binnenschleuse Europas, überwindet in ihren zweiSchleusenkammern eineFallhöhe von 14,7 Metern.
Die „Städtischen Häfen Hannover“ betreiben in Hannover vier Hafenstandorte.Nordhafen undBrinker Hafen liegen direkt am Mittellandkanal. Der inSeelze abzweigendeStichkanal Hannover-Linden endet nach elf Kilometern imLindener Hafen. DerMisburger Hafen liegt am Stichkanal Misburg, der vom Mittellandkanal abzweigt. 2018 wurden über 1,2 Mio. Tonnen Schiffsgüter und über 2,3 Mio. Tonnen Bahngüter umgeschlagen, derContainerumschlag betrug rund 77.000 TEU.[187]
DieHäfen Hannover umfassen, neben den bereits erwähnten vier Industriehäfen, mehrere weitereBinnen-,Yacht-,Sport- und Betriebshäfen am Mittellandkanal, dem Stichkanal Linden, dem Leine-Verbindungskanal, der Leine, der Ihme und am Stichkanal Misburg.
Seit 1936 wird auf dem Maschsee Fahrgastschifffahrt betrieben. Heute fahren von April bis November vier Fahrgastschiffe entlang des Ufers sechs Anlegestellen im Liniendienst an. Vereinzelt wird Hannover über den Mittellandkanal auch vonFlusskreuzfahrtschiffen angefahren. Von Ende April bis Ende September führt das Kulturboot „ZuKunst“ Kaffeefahrten auf der Leine und der Ihme durch. Von 1873 bis 2021 wurde auf den Flüssen und später auch auf den Kanälen HannoversFahrgastschifffahrt betrieben. Viele Jahrzehnte war der Anleger amSchwarzen Bären an der Ihme der Hauptanleger. 2008 wurde er durch den Anleger an der Leinertbrücke, ebenfalls an der Ihme, ersetzt. Zwei weitere regelmäßig angefahrene Anleger im Stadtgebiet befanden sich am Mittellandkanal in Vahrenwald und am Nordhafen.
1790 starteteJean-Pierre Blanchard in Hannover mit einem Ballon zu einem Vorführungsflug und wurde direkt nach der Landung zum Ehrenbürger Hannovers ernannt.[188] 1912 landete das ersteVerkehrsluftschiff (LZ 11) auf der Großen Bult und markierte den Beginn der Verkehrsfliegerei in Hannover.[189] Bereits 1910 fand auf der Großen Bult die erste hannoversche Flugwoche statt. Von 1913 bis 1933 war derWaterlooplatz der traditionelle Startplatz fürFreiballons mit vielen Massenstarts. Seit 1919 ist Hannover an das Flugzeug-Linienflugnetz angebunden. Der erste offizielle Verkehrsflughafen Hannovers war ab 1919 der bereits seit 1915 genutzte HAWA-Werksflughafen in Linden. Die HAWA baute hier unter anderem denHAWA Vampyr und die Kampfflugzeuge desHannover CL-Typs. 1928 wurde der Flughafen in Linden vom Flughafen Hannover-Vahrenwald abgelöst, welcher bereits seit 1907 in Betrieb war. Der FlugpionierKarl Jatho arbeitete hier bereits seit spätestens 1900 an Flugappararaten und legte 1907 eine befestigte Start- und Landebahn an. 1909 führte er hier mit dem „Drachenflieger Nr. 4“ seinen ersten von der Presse bestätigten Motorflug durch (angeblich gelang ihm bereits 1903 ein Motorflug), baute später mehrere weitere Flugzeugtypen (darunter die Stahltaube und der Jatho-Eindecker) und eröffnete eine Flugschule und die Hannoverschen Flugzeugwerke. Von 1912 bis 1928 wurde der Flughafen hauptsächlich vom Militär genutzt, so gab es neben den Einrichtungen für Kampfflugzeuge auch von 1914 bis 1917 eine Zeppelinhalle (etwa 10 Heeresluftschiffe waren in Hannover stationiert). 1932 war Hannover eine der Stationen aufElly Beinhorns Weltumrundung im Alleinflug. Zwischen 1933 und 1935 wurden in Hannover unter der Leitung vonAlbert Püllenberg auch Postraketen getestet, dafür nutzte man einen Teil des Flughafengeländes, das als „Raketenhafen“ bezeichnet wurde. Das Ende des Zweiten Weltkrieges war auch gleichzeitig das Ende des Flughafens in Vahrenwald. Insbesondere auch durch die ab 1947 stattfindende Hannover-Messe wurde 1952 der heutigeFlughafen Hannover eröffnet. Der Flughafen liegt sowohl auf einer Exklave der Stadt Hannover (PLZ 30669), als auch auf dem Stadtgebiet von Langenhagen. Heute (Stand: Februar 2024) bestehen Flugverbindungen zu Deutschlands internationalemDrehkreuz Frankfurt sowie zu rund 70 weiteren nationalen und internationalen Zielen im Linien- und Tourismusverkehr.[190] 35 Fluggesellschaften fliegen den Flughafen an, der 2024 über 5,2 Millionen Fluggäste (vor der COVID-19-Pandemie waren es über 6 Mio. Fluggäste) und über 27.000 Tonnen Luftfracht abgefertigt hat. Der Flughafen ist Norddeutschlands führender Flughafen im Tourismusverkehr und Heimatbasis der FluggesellschaftTUIfly. Im Frachtverkehr ist der Flughafen einAir-Gate vonFedEx und ein Prime-Air-Hub vonAmazon.[191] Darüber hinaus sind am Flughafen diePolizeihubschrauberstaffel Niedersachsen sowie „Christoph Niedersachsen“ stationiert, und der Flughafen dient als Ausweichflughafen für die militärischenAlarmrotten in Norddeutschland. Direkt am Messegelände gab es viele Jahre einen Flugplatz. In den Anfangsjahren landeten dort noch Flugzeuge derallgemeinen Luftfahrt, später wurde er durch einen Heliport ersetzt, der dann 2012 geschlossen wurde.[192]
Der Anteil desFahrradverkehrs amModal Split beträgt im innerstädtischen Bereich 19 %.[193] Die Stadt möchte diesen Anteil künftig erhöhen. In Wohnvierteln sind häufigTempo-30-Zonen eingerichtet. An einigen Stellen wurdenFahrradstraßen angelegt. Im Innenstadtbereich verkehren in den SommermonatenFahrradtaxis. Bei den zweijährlich stattfindendenFahrradklimatests desADFC hat Hannover seit 2012 mit geringen Schwankungen Gesamtbewertungen zwischen 3,4 und 3,8 (nach Schulnoten 1–6) erhalten und belegt 2020[194] Platz 2 unter bundesweit 14 bewerteten Städten in der Größenklasse über 500.000 Einwohner.
Alle Fußgängerzonen Hannovers zusammen haben eine Länge von 40 Kilometern (fast so viel wie Berlin), beim Verhältnis zur Gesamtlänge aller Straßen in Hannover belegt Hannover den Platz drei unter den 2018 verglichenen Städten.[195]
Herbert Schmalstieg: Langjähriger Oberbürgermeister, Ehrenbürger und gebürtiger Hannoveraner
Seit dem Zweiten Weltkrieg erhielten insgesamt zehn Persönlichkeiten die Ehrenbürgerwürde, darunter der ehemalige Bundeskanzler und MinisterpräsidentGerhard Schröder und die KünstlerinNiki de Saint Phalle. Als bislang letzter Ehrenbürger ist seit dem 2. Februar 2007 der langjährige OberbürgermeisterHerbert Schmalstieg ausgezeichnet. Schröder gab die Ehrenbürgerwürde am 15. März 2022 zurück, nachdem der Rat der Stadt ihm aufgrund seiner prorussischen Aktivitäten im Rahmen desRussisch-Ukrainischen Kriegs damit gedroht hatte, ihm diese zu entziehen.[196]
Plakette für Verdienste um die Landeshauptstadt Hannover
DiePlakette für Verdienste um die Landeshauptstadt Hannover, kurz Stadtplakette genannt, ist nach der Ehrenbürgerwürde die höchste Auszeichnung der Stadt Hannover. Sie wurde nach Beschluss des Rates der Stadt 1959 geschaffen. Sie wird jeweils in der Mitte und Ende einer Ratsperiode verliehen. Bis 2024 wurden 179 Personen, Vereine und Organisationen ausgezeichnet.
Zurzeit in Hannover wohnhaft sind der frühere BundeskanzlerGerhard Schröder, die ehemalige BundesministerinEdelgard Bulmahn, der ungarische Musiker und Leiter des Europäischen Zentrums für jüdische MusikAndor Izsák, der KabarettistMatthias Brodowy sowie der MusikproduzentMousse T. Bis zu seinem Tod war der Soziologe und PolitikwissenschaftlerOskar Negt in Hannover wohnhaft.
Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.):Geschichte der Stadt Hannover. 2 Bände. Schlüter, Hannover 1992 und 1994,ISBN 3-87706-351-9 undISBN 3-87706-364-0.
Dirk Böttcher (Bearb.):Hannoversches biographisches Lexikon von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002,ISBN 3-87706-706-9.
Bernd F. Gruschwitz:Hannover. Die Landeshauptstadt. Edition Temmen, Bremen 2015,ISBN 978-3-8378-3006-4.
Michael Narten:Michael Nartens Zeitreise durch Hannover. Leuenhagen & Paris, Hannover 2018,ISBN 978-3-945497-09-8 (Gegenüberstellung von historischen und aktuellen Fotos).
↑Michael Krische:Hannover viel älter als gedacht. In:Neue Presse (Hannover), 30. September 2010; Hans-Jörg Nüsse, Christian Marx, Dieter Lelgemann:Germania magna – Ein neuer Blick auf eine alte Karte. Entzerrte geographische Daten des Ptolemaios für die antiken Orte zwischen Rhein und Weichsel. In:Germania. Band 89, 2011, S. 115–155 (researchgate.net [englische Kurzversion, S. 12]).
↑Gesetz vom 19. Juni 1907 mit 6 Eingemeindungsverträgen vom 22., 24., 26. und 27. Dezember 1906 seitens der 6 Gemeinden bzw. 10. Januar 1907 seitens der Stadt Hannover, Preußische Gesetzsammlung 1907, S. 151–198.
↑Joachim Perels:Ein Machtträger der NS-Diktatur als Namensgeber in der Nachkriegsdemokratie – Probleme einer Umbenennung der Elkartallee in Hannover. In:Kritische Justiz. Jahrgang 41, 2008, S. 95, S. 97; Klaus Mlynek:Hannover in der Weimarer Republik und unter dem Nationalsozialismus. In: ders., Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.):Geschichte der Stadt Hannover. Band 2, 1994, S. 405–577, hier S. 561.
↑Klaus Mlynek:Hannover in der Weimarer Republik und unter dem Nationalsozialismus. In: ders., Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.):Geschichte der Stadt Hannover. Band 2, 1994, S. 405–577, hier S. 558–562.
↑Ralf Buchterkirchen:„… und wenn sie mich an die Wand stellen“ – Desertion, Wehrkraftzersetzung und „Kriegsverrat“ von Soldaten in und aus Hannover 1933–1945 (=Edition Region + Geschichte). Arbeitskreis Regionalgeschichte, Neustadt 2011,ISBN 978-3-930726-16-5, S. 9 (deserteure-hannover.de (Memento vom 31. März 2016 imInternet Archive) [PDF; 105 kB; Auszug]).
↑Klaus Mlynek:Hannover in der Weimarer Republik und unter dem Nationalsozialismus. In: Ders., Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.):Geschichte der Stadt Hannover. Band 2, 1994, S. 405–577, hier S. 539–543, 562–565.
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↑Klaus Mlynek:Hannover in der Weimarer Republik und unter dem Nationalsozialismus. In: ders., Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.):Geschichte der Stadt Hannover. Band 2, 1994, S. 405–577, hier S. 567;Ende und Anfang: Die Befreiung Hannovers. In:NDR Kultur, 9. April 2015, abgerufen am 17. Mai 2021.
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↑Zwei Studien kommen aufeinander aufbauend zu diesem Ergebnis. Die Erreichbarkeit wird mit der aufsummierten Reisedauer mit Bahn und Pkw aus allen anderen betrachteten 44 Großstädten operationalisiert. Dabei ist die Erreichbarkeit Hannovers mit dem Pkw deutlich überdurchschnittlich, bei der Anreise mit dem Zug weist Hannover sogar den besten Wert auf:Erreichbarkeit von Großstädten als Maß der Zentralität. In:Statistische Monatshefte Niedersachsen. Dezember 1998, undErreichbarkeit von Großstädten. In: Verband deutscher Städtestatistiker (Hrsg.):Stadtforschung und Statistik. Nr. 1/2009,ISSN0934-5868.
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