Von 2005 bis 2019 lehrte Stöhr regelmäßig als Gastdozent an derFilmakademie Baden-Württemberg inLudwigsburg,[3] am Goethe-Institut[4] und an derDeutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB)[5]. Seit 2019[6] ist Stöhr Professor an derHochschule der Medien in Stuttgart.[7] Stöhr gründete den internationalen Storytelling Minor[8] im Studiengang Audiovisuelle Medien. Außerdem ist er leitendes Mitglied des Instituts für angewandte Narrationsforschung[9]. 2006 erhielt er ein Drehbuch-Stipendium in dieVilla Aurora inLos Angeles. Stöhr spricht fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch und Portugiesisch).[10]
Hannes Stöhr ist inHechingen aufgewachsen und absolvierte amdortigen Gymnasium 1989 das Abitur. Nach demZivildienst bei der Lebenshilfe Zollernalb und einem Aufenthalt inSüdamerika begann er 1992 einJurastudium inPassau. EinErasmus-Stipendium führte ihn nachSantiago de Compostela.[11] Von 1995 bis 2000 studierte er Drehbuch und Regie an derDeutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB).[12] In dieser Zeit entstanden einige Kurzfilme und Dokumentarfilme.Berlin is in Germany drehte er 1999 als Abschluss seines Studiums an der DFFB zunächst als Kurzfilm[13] und erhielt dafür beim Filmfest Potsdam 1999 den Hauptpreis. Danach setzte er die Geschichte des Haftentlassenen Martin Schulz[14] mitJörg Schüttauf[15] als abendfüllenden Kinofilm um.[16] Die Tragikomödie hatte am 8. Februar 2001 bei denInternationalen Filmfestspiele Berlin 2001 Premiere[17] und wurde mit demPanorama Publikumspreis ausgezeichnet. Stöhr erhielt neben demNew Faces Award 2002 auch den Studio-Hamburg-Nachwuchspreis 2001. Der Kinofilm bekam dazu den Publikumspreis beim Filmfestival Schwerin 2001, den Prix Special de Jury bei den französischen Nachwuchsfestivals in Poitiers (2002) und Annonay (2002), den Deutschen Kritikerpreis (2002), eine Nominierung für den First Steps Award 2002 und lief auch auf zahlreichen internationalen Filmfestivals wie Moskau (2001), New York – Museum of Modern Art (2001), Los Angeles – AFi (2001) und Istanbul (2002).[18][19]Berlin is in Germany lief neben Deutschland auch in Frankreich,[20] der Türkei und anderen europäischen Ländern. In Spanien kam der Film am 19. April 2002 in die Kinos.[21][22] Die Deutsche Kinemathek in Berlin hat die Tragikomödie in ihre Sammlung aufgenommen und vertreibt ihn weltweit. Berlin is in Germany, wurde in über 20 Sprachen übersetzt.[23]
Sein dritter KinofilmBerlin Calling[34] hatte beim Filmfestival in Locarno 2008 auf der Piazza Grande Weltpremiere,[35] lief unter anderem beim Filmfestival in Hamburg 2008, beim internationalen Filmfestival in Warschau 2008 und beim Filmfestival in Miami 2009. Die Tragikomödie startete im Oktober 2008 mit 35 Kopien in den deutschen Kinos. Später folgten Kinostarts in Polen, Italien, Ungarn, Spanien und anderen europäischen Ländern. Der Film mitPaul Kalkbrenner,Rita Lengyel,Corinna Harfouch undAraba Walton in den Hauptrollen lief 115 Wochen (Stand 30. November 2010) ununterbrochen in Berlin und anderen Städten in den Programmkinos.[36] 2009 gehörte das Werk zum Jubiläumsprogramm Berlin-New York.[37] Die TV-Premiere lief im Oktober 2010 aufArte.[38] Im Dezember 2010 gewannBerlin Calling den Arte-Publikumspreis, der durch die Zuschauer per Internet ermittelt wird.[39] Später wurde der Film auch für das Theater adaptiert.[40] Hannes Stöhr hatte Berlin calling gemeinsam mit seinem StudienkollegenKarsten Aurich produziert.[41]
Über seine drei KinofilmeBerlin is in Germany (2001),One Day in Europe (2005) undBerlin Calling (2008), sagt Hannes Stöhr, der neben der Regie auch immer das Drehbuch schrieb:
„Im Nachhinein gesehen ergeben die drei Filme eine Berlin-Trilogie:Berlin is in Germany beschreibt Berlin aus der Alien-Perspektive,One Day in Europe zeichnet Berlin im europäischen Kontext undBerlin Calling ist der Blick auf Berlin von Innen …“
Für die DramedyGlobal Player – Wo wir sind isch vorne schrieb Stöhr[42] wieder das Drehbuch und führte Regie.[43] Er handelt von einer Unternehmerfamilie aus Stöhrs HeimatstadtHechingen.[44]Global Player lief als Eröffnungsfilm beim Deutschen Filmfestival 2014 in Ludwigshafen und als Abschlussfilm beim internationalen Filmfestival Cinema Jove[45] in Valencia 2014. Seine USA-Premiere feierte der Film 2014 beim Internationalen Filmfestival in Miami, seine Asien-Premiere 2014 beim Singapur Filmfestival. In der Kinothek Stuttgart lief das Werk mitChristoph Bach,[46]Walter Schultheiß[47]Inka Friedrich,[48] undUlrike Folkerts in den Hauptrollen 39 Wochen ohne Pause.[49] Die Geschichte wurde von Stöhr auch als Theaterstück bearbeitet und kam am 3. März 2018 imTheater Lindenhof inMelchingen unter seiner Regie zur Uraufführung.[50] Außerdem produzierte der SWR 2016 ein Hörspiel nach dem Film.[51]
Stoehr wohnte ab 2006 in der KünstlerresidenzVilla Aurora inLos Angeles, wo er an seinem deutschen Western-EposForty-Eighters arbeitete.[52] Das Drehbuch soll von den deutschen Einwanderern nach Amerika im 19. Jahrhundert handeln.[53][54] 2008 war er Jury-Mitglied beim Internationalen Filmfest in Gijón, 2009 Jury-Präsident des europäischen Filmfestivals in Brüssel[55], 2010 Mitglied der Jury beim Miami International Filmfestival (World competition). 2010 produzierte er den DokumentarfilmMein Ungarn in Berlin von Rita Lengyel und wirkte bei der Doppel-DVD über Paul Kalkbrenners 2010er Europatournee als Dramaturg mit. Stöhr veröffentlicht auch Aufsätze über Filme.[56][57]
2016 trat Stöhr in dem DokumentarfilmCompostela-Cruce de Miradas unter der Regie von Antón Reixa auf. Unter anderem mitLuis Tosar,Yolanda Castaño, Miguel de Lira[58] oder Luisa Castro spricht er über[59]Santiago de Compostela.[60][61] Er war kreativer Pate des Berliner FilmfestivalsKiezkieken. 2019 nahm dasFilmmuseum Potsdam die FilmeBerlin Is in Germany undBerlin Calling in seine ständige Sammlung auf. Alle vorhandenen Filmmaterialien sind im Museum archiviert.[62] 2023 inszenierte er das TheaterstückMarlene in Hollywood amTheater Lindenhof nach eigenem Buch. Das Werk erzählt die Zeit vonMarlene Dietrich in Hollywood[63] und wurde von derDeutschen Kinemathek unterstützt.[64][65] 2025 war Stöhr, zusammen mitLaura Gómez und Teresa Guerrero, Jurymitglied des Umweltfestivals FICMEC (Festival Internacional de Cine Medioambiental de Canarias) auf den kanarischen Inseln.[66] Außerdem war er eingeladener Experte für Dokumentarfilm im Ausbildungsprojekt CREADOC 2025/26 der kanarischen Filmförderung.[67]
Hannes Stöhr ist Mitglied der Deutschen und Europäischen Filmakademie.[68]
↑Christina Moles Kaupp: TIP Berlin – Global Player Film. In: tip-berlin.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. Dezember 2019; abgerufen am 18. Juli 2018.