Handfeuerwaffe ist ein Begriff zurTypologie vonWaffen. Die Bezeichnung steht für eine von einer einzelnen Person tragbare und ohne weitere Personen oder zusätzliche Hilfsmittel, wie z. B.Lafetten, einsetzbareFeuerwaffe mit einem allgemein unter 20 mm liegendenKaliber.
Im Bereich derLegaldefinitionen sind unterschiedliche Einteilungen fürKleinwaffen bekannt. In derdeutschen Gesetzgebung unterscheidet manLangwaffen (mit Lauf und geschlossenem Verschluss länger als 30 cm und kürzeste bestimmungsgemäß verwendbare Gesamtlänge größer als 60 cm) undKurzwaffen (alle anderen; auch als Faustfeuerwaffen bezeichnet).[1]


Die Unterscheidung wird vorgenommen:
Die ältesten Feuerwaffen waren sehr klein und noch nicht richtig in Handfeuerwaffen und Geschütze aufzugliedern. Partington[2] wies 1960 nach, dass der angebliche Ersteinsatz von Feuerwaffen 1325 vor Metz eine Fälschung darstellt. Die erste Darstellung einer Feuerwaffe (Kanone) durchWalter de Milemete datiert auf 1326. Dagegen beweist dieFriauler Chronik, dass 1331 erstmals deutsche Ritter bei der erfolglosen Bestürmung der norditalienischen StadtCividale del Friuli solche Waffen einsetzten, wobei hier bemerkenswerterweise schon zwischen Handrohr und Geschütz unterschieden wurde. Die Rohre wurden aus Bronze gegossen; bei den Geschützrohren teils sogar geschmiedet. Anfangs wurden Steine und verdämmte Pfeile, um 1340 auch schon Bleikugeln verschossen.

Die älteste bekannte Feuerwaffe ist dieHeilongjiang-Büchse aus China, eine Handfeuerwaffe, die spätestens vor 1290 angefertigt wurde. Die ersten Handfeuerwaffen (Handrohr bzw.Handbüchse) warenVorderlader. Die um 1350[3] zuerst in Europa gebauten Handfeuerwaffen wurden in Analogie zu den Geschützen durch das Zündloch direkt mit einer glimmenden Lunte gezündet. Die Entwicklung der Handfeuerwaffen machte mit der Erfindung desLuntenschlosses (1411) einen ersten Fortschritt. Die Lunte glimmt nach dem Anzünden. Mittels eines Schnappmechanismus wird beim Betätigen des Abzuges die glimmende Lunte an das Schießpulver gedrückt und führt zur Zündung. Damit ist der Schütze nicht mit dem Zünden, sondern nur mit dem Zielen befasst. Die folgende Einführung desVisiers, von Kimme und Korn sowie der gezogenen Läufe um 1493 verbesserten die Zielgenauigkeit enorm. Da die gezogenen Läufe jedoch erhebliche Nachteile bei dem Ladevorgang hatten, war noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Glattrohr-Muskete das Standardgewehr. Ab 1517 wurde das relativ komplizierteRadschloss für Luxuswaffen verwendet, das den Vorteil hatte auf die brennende Lunte verzichten zu können.
Bei der Schlacht von Cerignola (1503) bestimmte erstmals der Einsatz von Handfeuerwaffen den Gefechtsverlauf. AlsCortés 1519 aufbrach, das Reich derAzteken zu erobern, besaßen seine 508 Soldaten neben Bronzegeschützen auch 13Arkebusen.
DieSteinschlosswaffen ersetzten ab 1650 die Luntenschlossmechanik, indem ein Feuerstein den Zünd-Funken schlug. BeimPerkussionsschloss, 1807 erfunden, wirdKnallpulver zum Zünden verwendet. Seit 1831 trat das Knallquecksilber allgemein als Zündmittel in Erscheinung, das, in Kupferzündhütchen in wenigen Milligramm eingebaut, durch seine Schlagempfindlichkeit eine Stichflamme auf das Pulver übertragen konnte. Damit war die Konstruktion derEinheitspatrone möglich, die aus einer im Boden mit Zündhütchen versehenen Kupfer- oder Messinghülse, dem Pulverinhalt und dem aufgesetzten Geschoss bestand. Damit war die Konstruktion derHinterlader möglich geworden.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das treffsichereMinié-Geschoss eingeführt. Ab 1848 erhielt diepreußische Armee dasZündnadelgewehr, was sich als technischer Vorsprung insbesondere imKrieg von 1866 auswirken sollte. Spätere Entwicklungen führten in den USA zu den Repetiergewehren (Spencer,Henry,Winchester). Schaftmagazin-Gewehre wurden vonMauser undMannlicher eingeführt. Der Ersatz desSchwarzpulvers durch die neuen, energiereicherenrauchschwachen Pulver ab 1890 ermöglichte höhere Schussweiten und machte den allgemeinen Einsatz der neuen Maschinengewehre durch die geringe Rauchentwicklung erst möglich.
Selbstladegewehre kamen bereits imErsten Weltkrieg zum Einsatz. Der vollautomatischeGasdrucklader kam mit dem deutschenMaschinenkarabiner alsSturmgewehr 44 (1943) zum Einsatz. Der bekannteste Vertreter dieser Gattung ist das sowjetische SturmgewehrAK-47 (1947 vonKalaschnikow Konstruktionsbüro entwickelt), das bis heute über 70 Millionen Mal hergestellt wurde. Der amerikanische Vertreter dieser Gattung ist das bereits imVietnamkrieg verwendeteM16. Der weltweit verbreitete deutsche Vertreter dieser Gattung ist dasHK G3, einRückstoßlader mitRollenverschluss.
ErsteMaschinengewehre, damals noch aufLafette, wurden vonGatling (1860, handbetrieben) undMaxim (1884, rückstoßbetrieben) eingeführt. Der erste Großeinsatz von Maschinengewehren erfolgte im Ersten Weltkrieg. Maschinengewehre können ihrer Verwendung nach nur bedingt zu den Handfeuerwaffen gezählt werden – ihr Gewicht und die starke Rückstoßwirkung schließen den Einsatz als Handwaffe in der Regel aus. Oft wurden auch zwei Soldaten zur Bedienung eines MGs eingesetzt.
DiePistole, auch als Faustfeuerwaffe bezeichnet, wurde ursprünglich als Schusswaffe für Reiter entwickelt, erste, meist einschüssige Modelle tauchten um 1510 auf. Der Zwischenschritt einer mehrladigen Faustfeuerwaffe war derRevolver, der als Magazin eine sich drehende Trommel aufweist.Selbstladepistolen mit einem Magazin für Patronenmunition erschienen ab 1893. Bekannte Modelle sind diePistole 08 und die Waffen vonGlock,Carl Walther GmbH,Colt,Browning undBeretta sowie die vonHeckler & Koch, sowie dieDesert Eagle vonIsrael Military Industries.
Eine Unterart der Pistolen ist der Revolver. Beim Revolver wird durch eine drehbare Trommel die Patrone dem Lauf vorgeschoben. Bei den Revolvern bestimmte derLefaucheux-Stiftfeuerrevolver (1845) sowie alsPerkussionsrevolver derColt Paterson Revolver ab 1836, der Colt Walker Mod. 1847 und als Patronenrevolver derColt Single Action Army („Peacemaker“, 1873) im Kaliber 45 (11,4 mm) die Entwicklung.
Die ersteMaschinenpistole wurde 1915 vom Italiener Revelli entwickelt (Villar-Perosa M1915), die erste feldfunktionsfähige war die deutsche BergmannMP18 des Suhler KonstrukteursHugo Schmeisser. Amerikanische Maschinenpistolen erlangten Berühmtheit durchAl Capone mit dem Modell1928. Die heute verbreitetsten Maschinenpistolen sind die israelischeUzi und die deutscheMP5 vonHeckler & Koch.
Waffenteile sind alle Teile einer Waffe, die wesentlich für die Funktion der Waffe sind, um eine Patrone abzufeuern; dazu gehören auch u. a.Wechselsysteme und Einsteckläufe. Der Erwerb von sogenannten wesentlichen Waffenteilen ist in Deutschland nach heutigem Recht erlaubnispflichtig.
Anbauteile dienen bei Sportpistolen häufig zur Verbesserung der Trefferergebnisse. Gummiüberzüge der Griffe verbessern die Führung der Waffe. Zusatzgewichte vermindern durch die höhere Masse der Pistole dasHochschlagen der Waffe durch den Rückstoß. Durch einenMagazintrichter kann das Magazin schneller gewechselt werden.
Primär für Langwaffen kann als Anbauteil einZielfernrohr durch eine Brückenmontage oder ein Reflexvisier montiert werden, mit dem ein einfacheres und exakteres Zielerfassen möglich ist. Durch eine untenliegendePicatinny-Schiene kann ein Laserlichtmodul wie einLLM01 sowohl an Lang- als auch an Kurzwaffen montiert werden.