Hamburg liegt inNorddeutschland an den Mündungen derBille und derAlster in dieUnterelbe, die etwa 100 Kilometer weiter nordwestlich in dieNordsee mündet. Nahe dieser Mündung befindet sich der aus drei Inseln bestehende StadtteilNeuwerk. An derElbe erstreckt sich derTidehafen etwa von derVeddel bisFinkenwerder, hauptsächlich auf dem Südufer derNorderelbe, gegenüber den StadtteilenSt. Pauli undAltona. Die beiden Ufer sind durch dieElbbrücken im Osten sowie durch denAlten undNeuen Elbtunnel verbunden. Das Land südlich und nördlich des Flusses istGeest, höher gelegene Flächen, die durch die Sand- und Geröllablagerungen der Gletscher während derEiszeiten entstanden sind. Die nördlichsten Bereiche der Stadt gehören zum fruchtbarenJungmoränenland. Die unmittelbar am Fluss liegendenMarschen wurden auf beiden Seiten der Elbe über Jahrhunderte von Nebenarmen der Elbe durchzogen und vom Flutwasser der Nordsee überschwemmt, wobei sich Sand und Schlick abgelagert haben. Inzwischen ist die Elbe beidseitigeingedeicht, Nebenarme wurden trockengelegt, umgeleitet, kanalisiert oder abgedeicht. AlteDeichanlagen erinnern in den Außenorten noch an die Zeit, als bei Hochwasser ganze Viertel überflutet waren. Höchste Erhebung ist mit116,2 m ü. NHN derHasselbrack in einem Nordausläufer derHarburger Berge.
Die Alster in der Innenstadt wurde schon seit demMittelalter zu einem See aufgestaut. Dieser teilt sich in die größere Außenalster und die kleinere, vom historischen Kern der Stadt umschlosseneBinnenalster. Die Zuflüsse der Alster – wie die Alster selbst – sind im Stadtgebiet zum Teil kanalisiert. Sie sind zumeist von ausgedehnten öffentlichen Parkanlagen gesäumt. Die zahlreichenFleete, Flüsschen und Kanäle der Stadt werden von fast 2500Brücken überspannt.[19][20] Weithin unbekannt ist, dass sich auf der größten Flussinsel der Elbe, inWilhelmsburg, einer der letztenTideauenwälder Europas befindet.
Hamburg grenzt im Norden anSchleswig-Holstein und im Süden anNiedersachsen. Bis auf einige kleinere „Gebietsbereinigungen“, wie den Erwerb der InselNeuwerk und von Flurstücken beim Stauwerk Geesthacht,[21][22][23] bestehen die heutigen Grenzen der Stadt Hamburg seit demGroß-Hamburg-Gesetz, das am 1. April 1937 in Kraft trat. Die Stadt ist nachBerlin sowohl hinsichtlich ihrer Einwohnerzahl als auch ihrerFläche die zweitgrößte Stadt Deutschlands.
Südlich der Binnenalster liegt das historische Zentrum der Stadt. Dergeografische Mittelpunkt von Hamburg in seinen gegenwärtigen politischen Grenzen (ohne Neuwerk) ist ein Punkt im Bereich desGymnasiums Lerchenfeld im StadtteilUhlenhorst.[24] Der nördlichste Punkt Hamburgs ist die Insel Scharhörn, der östlichste Altengamme, der südlichste derKrauel und der westlichste die Insel Nigehörn. Die größte Ausdehnung der Stadt (ohne Neuwerk) in Ost-West-Richtung beträgt 39,88 km und in Nord-Süd-Richtung 42,31 km.
Die Stadt Hamburg besteht zu 92 Prozent aus Land- und zu acht Prozent aus Wasserfläche.[25]
Stadtgliederung HamburgsInnenstadtplan mitBinnen- und AußenalsterLuftaufnahme Richtung Elbphilharmonie, Rathaus und Alster
Hamburgs Landesverfassung bestimmt, dass Bezirke zu bilden sind, in denenBezirksämtern die selbständige Erledigung übertragener Aufgaben obliegt.[26] Die sieben Bezirke sind in insgesamt 104 Stadtteile unterteilt.[11][15] Die meisten Stadtteile sind weiter in mehrere Ortsteile gegliedert, seit dem 1. Januar 2011 insgesamt 181. Einige Stadtteile imKernbereich der Bezirke wurden bis 2008 direkt vom betreffenden Bezirksamt verwaltet, für die anderen Stadtteile der Bezirke gab es jeweils ein eigenesOrtsamt; insgesamt waren 13 Ortsämter eingerichtet.[27] Anfang 2008 wurden durch eine Gebietsreform die Grenzen einzelner Stadtteile und Bezirke neu gezogen. So fiel der StadtteilWilhelmsburg vomBezirk Harburg anMitte, und die StadtteileSternschanze imBezirk Altona undHafenCity im Bezirk Hamburg-Mitte wurden neu geschaffen.[28]
Liste der Hamburger Bezirke(Daten vom 31. Dezember 2024)[29]
Die Einwohnerzahlen in dieser Tabelle basieren auf der Auszählung aus dem Melderegister und weichen daher ab von der Einwohnerzahl in der Infobox, die eine Fortschreibung der Zahlen auf Basis derVolkszählung in Deutschland 2022 ist.
Hamburg liegt in derkühlgemäßigten Klimazone und ist durch einSeeklima geprägt. Aufgrund der durch vorherrschende Westwinde maritimen Einflüsse ist das Klima im Winter milder, im Sommer kühler als im östlichen Hinterland.
DieJahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,4 Grad Celsius. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 18,1 Grad Celsius, der kälteste der Januar mit 1,6 Grad Celsius. Temperaturen um die 28 Grad Celsius sind im Hochsommer keine Seltenheit. An der WetterstationNeuwiedenthal wurde ein Maximalwert von 40,1 Grad Celsius (20. Juli 2022) gemessen. Das absolute Temperaturminimum liegt bei −29,1 Grad Celsius, gemessen am 13. Februar 1940.[31] Das Klima ist ganzjährig feucht. Im Laufe eines Jahres fallen durchschnittlich 773 Millimeter Niederschlag, an durchschnittlich 52 Tagen im Jahr herrscht Nebel. Der meiste Regen fällt in den 31 Tagen, die um den 29. Juni liegen; der wenigste fällt um den 16. April herum. Im Winterhalbjahr kann es sehr stürmisch werden. Sprichwörtlich ist das HamburgerSchmuddelwetter (regionalSchietwedder[32] genannt).
Die Umweltsituation ist und war in Hamburg häufig Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen. Regelmäßig ist die für zahlreiche Einwohner gesundheitsgefährdende Belastung durchLärm aufgrund des Straßen-, Bahn- und Luftverkehrs ein Thema. Hamburg hat einenhohen Kraftfahrzeuganteil an den Wegen der Einwohner und ein hohes Pendleraufkommen, das ebenfalls zu einem erheblichen Anteil mit Kraftfahrzeugen erfolgt. Die Stadt hat keineUmweltzone, anders als die meisten anderen deutschenBallungsgebiete. Bei derLuftverschmutzung kommen zu den für Großstädte typischen Belastungen ausHeizungen, Stromerzeugung, dreiMüllverbrennungsanlagen und Autoverkehr weitereBelastungen durch hafenbezogenen Schiffsverkehr und Industrie, hier auch mit Geruchsbelästigungen, hinzu.[34]
Hamburg hat seit 1978 eineBehörde, die das Wort „Umwelt“ in ihrem Namen trägt. Sie bewarb sich für die Stadt erfolgreich um den TitelUmwelthauptstadt Europas, den Hamburg 2011 führen durfte, was bei Umweltverbänden kritisch bewertet wurde.
Debatten gab es Anfang der 2000er-Jahre um die Erweiterung beiAirbus und im Zusammenhang damit das teilweise Verfüllen desMühlenberger Lochs und bis 2008 um den Neubau desKohlekraftwerks Moorburg. Bundesweit bekannt geworden sind Umweltskandale wie dieDioxin-Verseuchung desBoehringer-Geländes inBillbrook und derGiftberg mit Dioxin undParathion inGeorgswerder Anfang der 1980er-Jahre[35] sowie die Probleme mit belastetem oder giftigemElbschlick, unter anderem inAltenwerder.[36] Zudem ist dieElbvertiefung ein Streitpunkt in der Hamburger Politik.
Bis zum Jahr 2000 ging dieLuftverschmutzung mitStickstoffdioxid (NO2) stetig zurück. Dies wurde auf die verbindliche Einführung desKatalysators und die Erneuerung der Kraftfahrzeugflotte zurückgeführt. Seitdem blieb die Belastung auf dem erreichten Niveau oder stieg an einigen Stationen wieder an. Wegen der Überschreitung der NO2-Grenzwerte wurde 2004 erstmals einLuftreinhalteplanangeordnet, der Maßnahmen beinhaltete, die eine Einhaltung der NO2-Grenzwerte auf Dauer sicherstellen sollten.[37]
Die weiterhin anhaltenden NO2-Grenzwertüberschreitungen führten im Jahr 2012 zu einer Fortschreibung des Hamburger Luftreinhalteplans. Außerdem konnte die Zahl der pro Kalenderjahr erlaubten 35 Überschreitungen des Tagesmittelgrenzwertes fürFeinstaub (PM10) in den Jahren 2005 und 2006 erstmals nicht eingehalten werden. Die erste Fortschreibung des Hamburger Luftreinhalteplans enthält deshalb verschiedene Maßnahmen zur Reduktion der Schadstoffe Stickstoffdioxid und Feinstaub.[38][39]
Aufgrund von weiterhin anhaltenden Grenzwertüberschreitungen bei Stickstoffdioxid wurde die Stadt durch ein Urteil desVerwaltungsgerichts Hamburg vom 5. November 2014 (Aktenzeichen 9 K 1280/13) verpflichtet, „den derzeit gültigen Luftreinhalteplan so zu ändern, dass dieser die erforderlichen Maßnahmen zur schnellstmöglichen Einhaltung des über ein Kalenderjahr gemittelten Immissionswertes für NO2 von 40 μg/m³ enthält.“[40] Die zweite Fortschreibung des Luftreinhalteplans,in Kraft getreten am 30. Juni 2017, dient insbesondere der Umsetzung dieses Urteils.[41][42]
Der durch den Klimawandel verursachte Anstieg des Meeresspiegels stellt für Hamburg ein besonderes Problem dar. Der GeologePeter D. Ward beschreibt die Folgen des Anstiegs des Meeresspiegels für Hamburg von etwa 1,5 Metern bis zum Jahr 2100.[45] Die Wissenschaft geht von einem fortlaufendenAnstieg des Meeresspiegels aus. Alle „Klimapläne“ mit Anpassungsmaßnahmen beinhalten einen bestimmten maximalen Anstieg. Aktuell gibt es für Hamburg keine Pläne für den fortlaufenden Anstieg.
Die ältesten festen Behausungen datieren auf das 4. Jahrhundert v. Chr. für die Ortschaft, die von dem antiken WissenschaftlerClaudius Ptolemäus noch alsTreva bezeichnet wurde. Vom 4. bis ins 6. Jahrhundert siedelten sichSachsen im nordelbischen Raum an.
Graf Adolf III. von Schauenburg und Holstein war im 12. Jahrhundert der Gründer einer Handels- und Marktsiedlung am westlichen Alsterufer. Durch das angeblich vonKaiser Friedrich I. Barbarossa 1189 verlieheneHafenrecht an diese Siedlung[47] und die Handelsprivilegien für die ganzeUnterelbe entwickelte sich die Stadt im Mittelalter zu einem florierenden Handelszentrum und galt mit ihren zeitweilig 600Brauereien als „Brauhaus der Hanse“. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich Hamburg als eines der ersten Mitglieder des KaufmannsbundesHanse zum wichtigsten deutschen Umschlag- und Stapelplatz zwischen Nord- und Ostsee. Ab 1510 galt Hamburg endgültig alsReichsstadt. 1558 wurde dieHamburger Börse als eine der ersten Deutschlands eröffnet, im Jahre 1678 unter dem NamenOpern-Theatrum die erste deutscheOper amGänsemarkt. ZurReformationszeit wurde der Stadtstaat ohne Blutvergießen evangelisch. Die Stadt Hamburg erlebte ihre kulturelle Blüte vor allem im 17. und 18. Jahrhundert unter anderem mit der Gründung desHamburgischen Nationaltheaters (1767).
Bevölkerungsentwicklung Hamburgs von 1871 bis 2017
Den bislang höchsten Einwohnerstand mit (gemäß Melderegister) 1,899 Millionen erreichte Hamburg im Jahre 2019, zuvor war der Höchststand mit 1,86 Millionen im Jahre 1964. Allerdings liegt seit dem Zensus 2011 die amtlich fortgeschriebene Bevölkerungszahl um ca. 50.000 niedriger (Stand 31. Dezember 2019). In den folgenden Jahren war die amtlich fortgeschriebene Bevölkerungszahl desStatistischen Amts für Hamburg und Schleswig-Holstein auf 1.892.122 zum 31. Dezember 2022 gestiegen.
Nach 1964 führte Stadtflucht (Suburbanisierung) zu einem Bevölkerungsrückgang bis 1986 auf rund 1,6 Millionen Einwohner. Seitdem ist die Bevölkerungszahl auf 1,81 Millionen (Dezember 2016) angestiegen.2010 und 2011 wurden in Hamburg erstmals seit Jahrzehnten wieder Geburtenüberschüsse verzeichnet. 2010 brachten Frauen in Hamburg 17.377 Kinder zur Welt, 2011 waren es 17.125. Dem standen 2010 17.060 und 2011 ebenfalls 17.060 Sterbefälle gegenüber. Daraus ergab sich 2011 ein positiver Saldo von 65 Einwohnern. Außerdem sorgten 93.466 Zuzüge bei nur 81.231 Fortzügen zu einer Bevölkerungszunahme von 12.235 Einwohnern gegenüber 2010.
Die durchschnittlicheLebenserwartung lag im Zeitraum 2015/17 bei 78,5 Jahren für Männer und bei 83,2 Jahren für Frauen. Die Männer und Frauen belegen damit unter den deutschen Bundesländern jeweils Rang 5.[48]
Im Jahr 2025 lag der durchschnittliche Wohnungsmietpreis in Hamburg bei 16,65 Euro pro Quadratmeter.[49]
Ende 2022 hatten mehr als 762.000 Einwohner einenMigrationshintergrund, was etwa 39,3 Prozent aller Einwohner Hamburgs ausmacht.[52][53] Dies zeigt eine Zunahme im Vergleich zu den Zahlen von 2013.[54]
Die Anzahl der in Hamburg lebenden Ausländer, also Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, hat ebenfalls zugenommen. Ende 2023 betrug diese Zahl 376.910 Einwohner.[55]
Im Jahr 2023 wurden zudem 7.537 Personen eingebürgert.[56] Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung betrug im Jahr 2022 19,2 Prozent.[57]
Von den Einwohnern ohne deutsche Staatsangehörigkeit kamen Ende 2012 51.799 Personen aus derTürkei, 20.635 ausPolen, 11.732 ausAfghanistan und 11.081 aus dem ehemaligenSerbien und Montenegro.
Knapp über ein Drittel aller in Hamburg gemeldeten Ausländer ist Staatsangehöriger eines anderenEU-Mitgliedstaats (Stand: 31. Dezember 2021).[58]
2014 waren in Hamburg insgesamt 1.193.400 Menschen erwerbstätig. 339.600 davon waren beiöffentlichen undprivaten Dienstleistern, 393.100 im Handel, Verkehr, Gastgewerbe, sowie im Informations- und Kommunikationsbereich, 304.300 im Unternehmensdienstleistungsbereich (Finanzwesen, Unternehmensdienstleistungen, Grundstücks- und Wohnungswesen), 115.900 im produzierenden Gewerbe, 38.200 im Baugewerbe sowie 2.400 in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft beschäftigt.[59]
Einkommensstruktur in denStadtteilenALG-II-Leistungsempfängerstruktur in denStadtteilen
2006 betrug das durchschnittliche steuerpflichtige Einkommen 35.887 € brutto jährlich. Weibliche Arbeitnehmer verdienten in Hamburg 2010 durchschnittlich rund 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.[60] An den Flüssen und an der waldreichen Peripherie des Nordostens haben sich drei größere Gebiete etabliert, in denen die Einwohner durchschnittlich über ein besonders hohes Einkommen verfügen: in denElbvororten im Westen, in den im Nordosten gelegenen Stadtteilen samt denWalddörfern und rund um dieAußenalster bzw. nördlich von ihr im Bereich der nördlichen Stadtmitte. Hinzu kommt der im Osten liegende StadtteilMarienthal. Die höchsten durchschnittlichen Einkünfte haben die Einwohner der Elbvororte.Nienstedten liegt mit durchschnittlich 170.408 € (2007) weit vorn, gefolgt vonBlankenese mit 110.108 €. In den Walddörfern erreichen die Einwohner inWohldorf-Ohlstedt mit durchschnittlich 105.305 € (2007) die höchsten Einkommen. In den Stadtteilen rund um die Außenalster verfügen dieHarvestehuder über 88.746 € (2007). Hamburg ist die Stadt mit den meisten (Vermögens-)Millionären Deutschlands.[61] Hamburg hatte 2019 außerdem mit 10,9 % die höchsteReichtumsquote im Vergleich der Bundesländer[62] und mit über 1.300Einkommensmillionären den höchsten Anteil an Höchstverdienern (Stand 2020).[63][64]
Der Gürtel der einkommensschwachen Gegenden zieht sich vonBillstedt im Osten bis an die östliche Innenstadt; die ElbinselWilhelmsburg mit derVeddel und das südlich der Elbe gelegeneHarburg; die westlichen StadtteileAltona-Altstadt,Altona-Nord undSt. Pauli. Darüber hinaus sind die östlichen StadtteileDulsberg,Barmbek-Nord undSteilshoop und der westliche StadtteilLurup betroffen. Das geringste durchschnittliche Einkommen haben die Einwohner der auf der Elbinsel gelegenen Stadtteile Veddel,Kleiner Grasbrook undSteinwerder mit 11.756 bis 15.491 € (2007). Danach folgt der StadtteilRothenburgsort mit 18.850 €. All diesen Stadtteilen ist die Nähe zum Hamburger Hafen und zu den Industrie- und Gewerbegebieten gemein. Der einkommensschwächste Stadtteil im zentralen Stadtgebiet ist Dulsberg mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 18.927 €. Der Stadtteil weist eine ältere, sehr dichte Bebauung auf.[65]
Die Quote der Leistungsempfänger nach demZweiten Buch Sozialgesetzbuch (kurzSGB II), dieArbeitslosengeld II beziehen, lag hamburgweit im März 2013 bei durchschnittlich 10,3 Prozent und damit unter dem Durchschnitt des Stadtstaates Berlin und des LandesBremen von 14,5 Prozent. In den einkommensstarken Gebieten, in den nördlichen Stadtteilen, südlichen Randgebieten und im größten Teil desBezirks Bergedorf sind vergleichsweise wenige Leistungsempfänger registriert. Die Quote liegt dabei teilweise bei unter einem Prozent. In den einkommensschwachen dichtbesiedelten Altbau-Stadtteilen Altona und St. Pauli sowie in Stadtteilen mit Hochhaussiedlungen wie Steilshoop, Lurup undHausbruch liegt der Anteil der Hilfeempfänger höher. Bei über 22 Prozent Hilfeempfänger liegen die Stadtteile, die sich im Osten vonJenfeld bis in den Süden nach Wilhelmsburg ziehen und durch Industrie und/oder Hochhaussiedlungen wieMümmelmannsberg oderKirchdorf-Süd geprägt sind.[66]
Gemäß derVolkszählung in Deutschland 2011 waren 29,8 % der Einwohnerevangelisch, 9,8 %römisch-katholisch und 60,4 % warenkonfessionslos oder gehörten einer anderenGlaubensgemeinschaft an.[67] Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um circa einen Prozentpunkt gesunken. Am Stichtag 31. Dezember 2024 waren von den der 1.862.565 Einwohner der Stadt 19,7 % (366.483) evangelisch, 8,1 % (151.563) römisch-katholisch und 72,2 % waren konfessionslos oder gehörten einer sonstigen Glaubensgemeinschaft an.[68][69]
Etwa 8 % (ungefähr 150.000) der Einwohner sind Muslime.[70]
Die jüdische Religionsgemeinschaft hat in Hamburg eine lange Tradition, die Ende des 16. Jahrhunderts mit der Ansiedelung europäischer Juden begann und über die Jahrhunderte verschiedeneSynagogen im Hamburger Raum entstehen ließ. Während derNovemberpogrome 1938 wurden die meisten Synagogen zerstört. Der 1611 gegründetejüdische Friedhof in Altona, auf dem sowohl von derIberischen Halbinsel eingewanderte Juden (Sepharden) als auch mittel- und osteuropäischen Juden (Aschkenasim) bestattet wurden, ist heute noch Zeugnis dieser über Jahrhunderte währenden Geschichte. Auf Grund seines Alters und der Anzahl an wertvollen Grabsteinen zählt der Friedhof zu den bedeutendsten jüdischen Gräberfeldern der Welt.[74] DieJüdische Gemeinde Hamburg ist heute mit 2.289 Mitgliedern (Stand 2021) eine der größten jüdischen Gemeinden Deutschlands.[75] Neben der Jüdischen Gemeinde Hamburg gibt es noch den 1817 gegründeten (1938 illegal entzogener Status) und nach der NS-Zeit seit dem Jahr 2004 wieder wirksamen[76] „Israelitischen Tempelverband / Liberale Jüdische Gemeinde Hamburg“[77] mit über 300 Mitgliedern[78] und seit 2003 das „Jüdische Bildungszentrum Chabad Lubawitsch Hamburg e. V.“.[79]
Seit den 1960er-Jahren gibt es einen bedeutenden Anteilmuslimischer Bevölkerung. Am 22. Juni 1957 wurde inStellingen mit derFazle-Omar-Moschee die erste Moschee, die nach demZweiten Weltkrieg in Deutschland entstanden ist, von derAhmadiyya Muslim Jamaat eröffnet. 2024 wurde in Schnelsen die Bait-Ur-Rasheed Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat nach mehrjährigem Umbau wiedereröffnet. Die ehemalige Fabrikhalle ist nun auch als Sakralbau erkennbar. Nach dem Umbau gehört die Bait-Ur-Rasheed Moschee zu den größten Moscheen der Stadt. Auch andere Religionen sind in Hamburg in zunehmendem Maße vertreten. Die Anhängerschaft desBuddhismus besteht sowohl aus asiatischen Einwanderern als auch aus deutschstämmigenKonvertiten. Insbesondere die buddhistischen RichtungenZen undtibetischer Buddhismus genießen eine gewisse Popularität.
Bis weit ins 19. Jahrhundert warNiederdeutsch (Plattdeutsch) die allgemeine Umgangssprache in der Stadt. Dann wurde es vomHochdeutschen, das schon seit dem 16. Jahrhundert zunehmend als Schriftsprache Verwendung fand, allmählich verdrängt und verschwand um die Mitte des 20. Jahrhunderts weitgehend aus dem öffentlichen Gebrauch. Entgegen diesem Trend veröffentlichte die Pressestelle der Bürgerschaft 1980 eine plattdeutsche Fassung derhamburgischen Verfassung. Der niederdeutsche Einfluss bleibt jedoch auch im Hochdeutschen der Hamburger allgegenwärtig und manifestiert sich besonders im „Missingsch“.
Etwa sechs Prozent der Einwohner Hamburgs sprechen heute noch Niederdeutsch (Hamburger Platt).[80] Darüber hinaus wird Platt von vielen Hamburgern verstanden und in Literatur, Zeitungskolumnen usw. gepflegt. Dokumentiert wird es imHamburgischen Wörterbuch und in mehreren dialektologischen Dissertationen wissenschaftlich untersucht.[81] Der bekannteste Ort der Mundartpflege in Hamburg ist dasOhnsorg-Theater, das Aufführungen in niederdeutscher Sprache anbietet.
Infolge der starken Einwanderung aus dem Ausland sind seit den 1960er Jahren in einigen Stadtteilen neben der deutschen und der niederdeutschen Sprache auch andere Sprachen im öffentlichen Raum gegenwärtig: Türkisch, Persisch, Paschto, Kurdisch und Albanisch inAltona,St. Georg, Harburg,Veddel undWilhelmsburg, Portugiesisch im Hafenviertel („Portugiesenviertel“) und Russisch und Polnisch vor allem durch Teile der deutschstämmigenAussiedler bzw.Spätaussiedler.
Nach einer Studie der Universität Hamburg aus dem Jahr 2015 gehören rund 25.000 Hamburger, also 1,4 Prozent, derdeutsch-dänischen Minderheit an.[82]
Die lange Geschichte Hamburgs weist eine große Anzahl von wichtigen Personen aus allen Bereichen auf. DieListe von Persönlichkeiten der Stadt Hamburg kann daher nur eine Auswahl ohne Bewertung bieten und steht stellvertretend für die zahllosen ungenannten Menschen, die die Stadt prägten und von ihr geprägt wurden. 86 % der nach Personen benannten Straßen sind in Hamburg nach Männern und 14 % nach Frauen benannt.[83]
2025 sind im HamburgerHunderegister mehr als 100.000 Tiere eingetragen.[84] Seit 2007 besteht in Hamburg für Hunde außerhalb von Privatgrundstücken und den ungefähr 122Hundeauslaufzonen eine generelleLeinenpflicht.[85] Sogenanntegefährliche Hunde sind auch innerhalb der Hundeauslaufzonen anzuleinen.[86] Vom Leinenzwang im Stadtgebiet ausgenommen sind Hunde, die erfolgreich eineGehorsamsprüfung abgelegt haben.[87] Eingezäunte und nicht eingezäunte Auslaufzonen für Hunde finden sich beispielsweise imAlstervorland undHöltigbaum, amKupferteich, auf derHorner Rennbahn sowie imÖjendorfer Park. Die Gesamtfläche der unterschiedlich großen Hundeauslaufzonen beträgt mehr als 239 Hektar.[88] Außerhalb von Hundeauslaufzonen gilt in öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen stets Leinenzwang; ausgenommen sind freigegebene Wege, Pfade und Rasenflächen für gehorsamsgeprüfte Hunde.[88] In einige Hamburger Parkanlagen dürfen Hunde – ausgenommenFührhunde – grundsätzlich nicht mitgenommen werden.[89] Auch ist die Mitnahme von Hunden auf HamburgerWochenmärkte undVolksfeste (z. B. denDOM) sowie zumHafengeburtstag nicht gestattet.[90][91] Nach dem HamburgerHundegesetz gilt in der Hansestadt eineChip-,Registrier- undVersicherungspflicht.
Erstmals 1954 war Hamburg Austragungsort für dasDeutsche Windhund-Derby. DasRennen findet seit 2001 auf der Hunderennbahn am Höltigbaum statt. Veranstalter ist derNorddeutsche Windhund-Rennverein.[92]
Die Regierung des Landes ist derSenat, dessen Präsident derErste Bürgermeister ist. Der Erste Bürgermeister wird seit Änderung der Verfassung 1996 direkt durch die Bürgerschaftgewählt, hat seitdem dieRichtlinienkompetenz in der Politik und beruft seinen Stellvertreter (Zweiter Bürgermeister) und die übrigen Senatoren, die von der Bürgerschaft bestätigt werden müssen. Jeder Senator leitet alsPräses eine derSenatsbehörden, vergleichbar einem von einem Minister geleitetenMinisterium in anderen Ländern.
Auf der Ebene der jeweiligenBezirke in Hamburg wird mit denBezirksversammlungen jeweils eine eigene Volksvertretung gewählt. Diese haben rechtlich allerdings die Stellung von Verwaltungsausschüssen, mit eingeschränkten Kompetenzen.
Eine Länderfusion – also ein Zusammenschluss Hamburgs mit anderen norddeutschen Ländern – wird seit Jahrzehnten unter dem BegriffNordstaat gelegentlich ins Gespräch gebracht. Aus dieser Diskussion ist eine stärkere länderübergreifende Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen, wie in derMetropolregion Hamburg oder gemeinsamen Einrichtungen, wie demStatistikamt Nord, hervorgegangen.
Die rot-grüne Regierungskoalition verlor zwar an Zustimmung, konnte jedoch ihre Mehrheit verteidigen. Die SPD blieb dabei stärkste Kraft, verlor jedoch acht Sitze, während der bisherige Regierungspartner Grüne von 33 auf 25 Mandate schrumpfte. Die CDU gewann Stimmen hinzu und wurde mit 19,8 Prozent zweitstärkste Kraft. Die Linke und die AfD gewannen hinzu. Volt, FDP und BSW verpassten den Einzug in die Bürgerschaft.
Die wirtschaftliche Bedeutung Hamburgs für denAußenhandel der Bundesrepublik Deutschland („Hamburg, das Tor zur Welt“) sowie die Bedeutung als wichtiges Zentrum von Industrie, Handel und Logistik, als Sitz von ausländischen Unternehmen und mit einer Bevölkerung, in der mehr als 180 verschiedene Staatsangehörigkeiten vertreten sind, hat dazu geführt, dass Hamburg mit 100Konsulaten (2025)[95] nachNew York,Frankfurt am Main undHongkong der viertgrößte Konsularstandort weltweit ist. Über den Hafen bestanden bereits seit derHansezeit Handelsbeziehungen zu anderen Städten und Ländern. Die ersten Vertretungen wurden von europäischen Staaten eröffnet, bevor im 18. und 19. Jahrhundert auch Staaten aus Nord- und Südamerika hinzukamen. Österreich (seit 1570) und Frankreich (1579) betreiben derzeit die am längsten ansässigen Konsulate. Besonders bekannt ist dasAmerikanische Generalkonsulat am Alsterufer 27/28, das ursprünglich vonMartin Haller als Doppelvilla erbaut wurde. Es wird oft als das „Weiße Haus an der Alster“ bezeichnet.[96] Im Juli 2022 zog das Konsulat nach mehr als 70 Jahren um in dieHafencity,Kehrwieder 8.
Hamburg seinerseits hatte ebenfalls bereits früh auswärtige Vertretungen. Dies reichte von den gemeinschaftlichen Handelskontoren der Kaufleute der Hansezeit über gemeinsame konsularische Vertretungen mit den verbliebenen Hansestädten Lübeck und Bremen. Heute besteht dieVertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund alsLandesvertretung in Berlin. Als gemeinsame Vertretung von Hamburg undSchleswig-Holstein besteht dasHanse-Office bei derEuropäischen Union inBrüssel und inSankt Petersburg. Gemeinsam mit derHandelskammer Hamburg und anderen Partnern unterhält der Senat zudem die Hamburg-VertretungenHamburg Liaison Office inShanghai undHamburg Representative Office inDubai. Zudem besteht im Ausland ein Netzwerk von ehrenamtlichen Botschaftern, denHamburg Ambassadors, die vom Ersten Bürgermeister ernannt werden und für die Stadt werben sollen.
Der erste – mündliche – Partnerschaftsvertrag wurde 1957 mit Leningrad, dem heutigenrussischen Sankt Petersburg geschlossen. DerHamburger Senat war gegen den Willen desAuswärtigen Amtes einer Einladung in dieSowjetunion gefolgt. Die Partnerschaft ist die älteste zwischen einer deutschen und einer sowjetischen Stadt. Seit 1981 gibt es „Hamburg-Tage“ in Leningrad; die Partnerschaft umfasst seit 1990 auch finanzielle Unterstützung in sozialen Angelegenheiten. Im Krisenwinter 1990/1991 gingen 400.000 Hilfspakete gegen den Hunger nach Sankt Petersburg. Es gibt einen Austausch von Schülern, Sportlern, Wissenschaftlern und Künstlern.[99]
Im Rahmen derdeutsch-französischen Freundschaft wurde 1958 die Partnerschaft mitMarseille besiegelt. Sie ist geprägt durch den Austausch auf wirtschaftlicher Ebene, Schüler- und Jugendaustausch. Hamburg hat ähnliche Problemstellungen wie Marseille. Dies betrifft den Hafenausbau, die Entwicklung von alten Hafenflächen sowie die Integration von Zuwanderern.[100][101] Es gibt eine Kooperationsvereinbarung zwischen der HafenCity GmbH und derEuroméditerranée.[102] Zwischen der Schulbehörde Hamburg und der Académie d’Aix-Marseille besteht eine institutionelle Zusammenarbeit beim Schüleraustausch und der Lehrerbildung.[103] Die Zusammenarbeit wird um das Projekt der Digitalisierung und der Verringerung vonEmissionen erweitert.
Die 1986 begonnene Partnerschaft mit Shanghai, Volksrepublik China, wurde 1989 nach denMassaker auf demPlatz am Tor des Himmlischen Friedens eingefroren. Der Austausch in kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen bestand jedoch weiter. Hamburg und China haben seit Jahrhunderten gute Handelsbeziehungen. Alle zwei Jahre im Herbst findet in Hamburg die dreiwöchige Veranstaltungsreihe „China Time“ mit Vorträgen, Konzerten und Ausstellungen statt. Themen sind Kunst, Kultur, Bildung, Wirtschaft, Recht, Politik, Gesundheit, Bewegungskunst und Heilwissen.[104] Die Städtepartnerschaft beinhaltet insbesondere auch die Partnerschaft zu Shanghais seit 2003 im Bau befindlichen HafenstadtLingang New City.
Am 14. Dezember 1987 wurde die Partnerschaft mit der Elbstadt Dresden, damalsDeutsche Demokratische Republik, in Dresden und am 16. Dezember 1987 in Hamburg unterzeichnet. Sie war durch Gespräche zwischenDohnanyi undErich Honecker bei der 750-Jahr-Feier inOst-Berlin vereinbart worden. Nach der Wiedervereinigung wurde 1990 ein „Beauftragter der Freien und Hansestadt Hamburg in Dresden und Sachsen“ ernannt. Ab 1991 half Hamburg bei der Strukturierung der Dresdener Verwaltung. Im Jahr 2002 half Hamburg der Stadt Dresden bei der Bewältigung der Folgen der Elbflut.[105] Schwerpunkt ist der regelmäßige Austausch in der Kunstszene und die Reinhaltung der Elbe.[101] Hamburg und Dresden führen beide seit den frühen Nachkriegsjahren eine Partnerschaft mit Sankt Petersburg.
Die Partnerschaft mit Osaka, Japan, wurde 1989 geschlossen, nachdem der Senat seine bisherige außenpolitische Haltung aufgegeben und eine Orientierung in sogenannten Schwerpunktregionen beschlossen hatte. Höhepunkt der Partnerschaft war die Eröffnung des japanischen Gartens inPlanten un Blomen.
Zu León in Nicaragua besteht seit 1990 eine Partnerschaft, die hauptsächlich von Hamburger Entwicklungshilfe geprägt ist.
Am 19. April 1990 wurde in Hamburg im Rahmen der Ost-West-Annäherung eine Partnerschaft mit der damaligentschechoslowakischen, heute tschechischen Hauptstadt Prag zwischen dem Ersten Bürgermeister von HamburgHenning Voscherau und PragsPrimátorJaroslav Korán geschlossen. Moldau und Elbe verbinden Prag und Hamburg. Im Dezember 2012 half Hamburg bei der Bewältigung der Folgen desMoldau-Hochwassers.[106] Die Städtepartnerschaft konzentriert sich auf Verwaltung, Infrastruktur, kulturellen Austausch, Schüleraustausch und Wirtschaftsforen.[101]
Auf Initiative Chicagos besteht seit 1994 eine weitere Städtepartnerschaft. Gründe waren die große Zahl von in Chicago lebenden Nachfahren deutscher Auswanderer des neunzehnten Jahrhunderts und ein großes Interesse Hamburger Schulen an einer deutsch-amerikanischen Partnerschaft.
Im Juni 2010 wurde die Städtepartnerschaft mit Daressalam in Tansania durch die Hamburger Bürgerschaft bestätigt und am 1. Juli durch den Hamburger Bürgermeister und den Bürgermeister Daressalams besiegelt.
Die Partnerschaft mit Daressalam umfasst Klimaschutzprojekte, Zusammenarbeit von Kliniken, Schulen sowie bei Berufsbildung und Kunst.[107]
Weitere Verträge oder Partnerschaften
Der Hamburger Hafen nimmt in Bezug auf Partnerschaften eine Sonderstellung ein. Mit einigen der Häfen zu denen Hamburgs Hafen in Verbindung steht, wurden Hafenpartnerschaften zum regelmäßigen fachlichen Wissensaustausch begründet. Seit 1992 besteht die erste Partnerschaft mit dem Hafen vonYokohama (Japan). Es folgten Hafenpartnerschaften mitKaohsiung (aufTaiwan), demHafen von Shanghai (China; 2004),Montevideo (Uruguay), Dar es Salaam (Tansania; 2010),Shenzhen (China),Busan (Südkorea; 2010), Halifax (Kanada, 2014) und als jüngste Hafenpartnerschaften 2015 die Häfen vonGöteborg (Schweden) und Bronka/Sankt Petersburg (Russland).[108][109]
Die StädteKyiv und Hamburg haben am 24. April 2022 ein Bündnis geschossen, den „Pakt für Solidarität und Zukunft“. Beide Städte bekennen sich gemeinsam zuDemokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit. Sie treten für die Wahrung der Menschenrechte und des internationalen Völkerrechts ein und engagieren sich für das friedliche Zusammenleben in Europa und für dieEuropäische Union.[110]
Zudem existieren unabhängige Bezirkspatenschaften. So unterhält derBezirk Hamburg-Mitte offizielle Beziehungen zu Shanghais innerem StadtbezirkHongkou (seit 2007), derBezirk Eimsbüttel zur StadtWarna (Bulgarien; seit 2003) sowie derBezirk Wandsbek mitLondons BezirkWaltham Forest (früher Leyton; seit 1949).[111] Bereits aus dem Jahr 1281 stammt ein Beistands- und Partnerschaftsabkommen mitWöhrden im heutigenKreis Dithmarschen inSchleswig-Holstein. Dieses wurde vom Hamburger Senat im Juli 2007 offiziell erneuert, zählt jedoch nicht zu den Städtepartnerschaften im modernen Sinne.[112]
Hamburg hat dreiWappen, dreiFlaggen, einWappenzeichen, einLogo und einenStander. Die Landesflagge und das Wappenzeichen dürfen von den Bürgern frei verwendet werden, die Verwendung der weiterenHoheitszeichen ist ausschließlich dem Staat vorbehalten. In derLandesverfassung sind die Gestalt von Wappen und Flagge sowie dieLandesfarben weiß-rot geregelt.[115] Letztere entsprechen den traditionellenFarben der Hanse.
Das kleine Staatswappen zeigt eineweiße (bzw. silberne)Burg in rotemSchild und geht auf die Stadtsiegel des 12. und 13. Jahrhunderts zurück. Der mittlereTurm, auf dem einKreuz steht, wird als Hinweis auf den Sitz eines Bischofs und als Darstellung desmittelalterlichen Mariendoms gedeutet, welcher der Schutzpatronin der Stadt geweiht war und von der auch die „Mariensterne“ über den Seitentürmen ihren Namen haben sollen. Die Gestaltung derBurg variierte im Laufe der Zeit erheblich. Das Tor war mal geöffnet, mitFallgatter versehen oder als Ausdruck einer wehrhaften Stadt und der Unabhängigkeit gegenüber anderen Landesherren geschlossen. Seit 1835 besteht das Wappen mit geringen Änderungen in seiner heutigen Form. Das von Senat und Bürgerschaft verwendete große Staatswappen[116] mitHelm,Helmzier undLöwen alsSchildhalter entstand im 16. Jahrhundert. Ursprünglich wurde die Burg, entsprechend der Backsteinbauweise in Hamburg, rot und der Fond weiß dargestellt. Dies wurde beim 1998 vom DesignerPeter Schmidt entworfenenHamburg-Logo wieder aufgenommen. Die Welle symbolisiert darin die Dynamik und Bedeutsamkeit des Hafens, während das offene Tor der roten Burg auf HamburgsWeltoffenheit hindeutet.[116] Mit dem eigens entwickeltenHamburg-Symbol erfüllte der Senat den Wunsch der Bürger nach einem von jedem verwendbaren Wappenzeichen, als Ausdruck der Zugehörigkeit oderVerbundenheit zu Hamburg.
Die Landesflagge zeigt die Wappen-Burg auf rotem Grund. Mit dem ältesten derartigen Gesetz regelte Hamburg die Flaggenführung auf Schiffen seit 1270. Zunächst ist es eine rote Flagge auf die später das Wappen gesetzt wird. Aufgrund zunehmender Uneinheitlichkeit von Farben und Burg wird die genaue Gestaltung vom Senat 1751 und nochmals 1834 mit durchgreifenderem Erfolg festgelegt. Die Gestaltung der Burg folgt seit 1860 der Wappen-Darstellung. Die Staatsflagge ist dem Senat vorbehalten. Sie zeigt das große Wappen mit weißer Umrahmung auf rotem Grund und wurde 1897 geschaffen. Eine schwarz-rot-golden unterlegte Staatsflagge bildet den Stander, der vom Ersten Bürgermeister und dem Bürgerschaftspräsidenten bei Staatsbesuchen am Fahrzeug geführt wird.[116]
Ein Wappen derAdmiralität, die Wappen-Burg mit darunter gelegtemAnker, besteht seit 1642 und wird von staatlichen Wasserfahrzeugen geführt. Ebenso tragen diese die Admiralitätsflagge, die das Wappen auf rotem Grund zeigt, als Bugflagge (Gösch). Sie wird sonst ausschließlich von Behörden verwendet, die der Seeschifffahrt dienen.[116]
Die bei offiziellen Anlässen verwendete, aber nicht rechtlich festgeschriebeneLandeshymne Hamburgs istStadt Hamburg an der Elbe Auen. Das 1828 entstandene Lied wird auchHammonia genannt, eineneulateinische Form des Stadtnamens (eigentlichHamburgum). 1370 wird in einem Schreiben der Stadtname erstmals fälschlich als Burg bzw. Stadt des Hammon (=römischer Gott Jupiter) bezeichnet. Tatsächlich leitet sich der Name Hamburg – ausgehend von derHammaburg im 9. Jahrhundert – vomaltsächsischen Worthamme/ham, für ein in die Marsch vorspringendes erhöhtes (auch bewaldetes) Gelände am Ufer von Fluss oder Sumpf ab. Die Bezeichnung Hammonia, als Name der Schutzgöttin der Stadt, geht auf eine 1710 geschaffeneKantate vonBarthold Heinrich Brockes[117] zurück und wird nachfolgend auch häufig alsbildliche Allegorie, in Form einer Frauengestalt dargestellt, die die Stadt repräsentiert.Stadtpatronin der Zeit vor derReformation ist hingegenMaria, der auch der ehemaligeHamburger Mariendom geweiht war.
Die lateinische Inschrift über dem Portal desRathauses:Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas (sinngemäß: „Die Freiheit, die die Alten erwarben, möge die Nachwelt würdig zu erhalten sich bemühen“) wird auch als Wahlspruch der Stadt angesehen, ist als solche jedoch nicht verankert. Sie war bereits an zwei früheren Stadttoren und im mittelalterlichenalten Rathaus zu lesen und weist auf das Selbstbewusstsein einesStadtstaates hin, der als reichsunmittelbareFreie Reichsstadt jedwede Fürstenherrschaft abgestreift hat.[118] Am Sitz von Parlament und Landesregierung wird sie heute auch im Hinblick auf die errungene freiheitlich Demokratie und die republikanische Tradition der Stadt gedeutet. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts trägt die Stadt auch offiziell den BeinamenFreie Stadt, als ehemals völlig souveräner Staat und heutiges Bundesland. In gleicher Zeit wurde der bereits zuvor verwendete ZusatzHansestadt, wie auch in den beiden anderen gemeinsamen Erben der Hanse, der Schwesterstädte Bremen und Lübeck, Teil des Staatstitels.
Der Ausspruch „Hamburg – Das Tor zur Welt“ oder „Deutschlands Tor zur Welt“ besitzt seit langem eine hohe Bekanntheit, im Gegensatz zu anderen kurzfristigen Beinamen oder Sprüchen der Stadtwerbung. Er tauchte erstmals nach dem Beitritt Hamburgs zum deutschen Zollgebiet (1888) auf, einer Zeit, in der sich Hamburg zu einem der führenden Welthäfen entwickelte.[119] In der Präambel der 1952 verabschiedetenLandesverfassung bezeichnet Hamburg sich selbst als „Welthafenstadt“, die „eine ihr durch Geschichte und Lage zugewiesene, besondere Aufgabe gegenüber dem deutschen Volke zu erfüllen [hat]. Sie will im Geiste des Friedens eine Mittlerin zwischen allen Erdteilen und Völkern der Welt sein.“[120]
Zurückgehend auf das Hamburger Stadtrecht des 13. Jahrhunderts dürfenHanseaten keine Auszeichnungen „fremder Herren“ annehmen. An diese Tradition hält man sich in der Regel bis heute und sie ist insbesondere bei Bediensteten des Staates vorgeschrieben. So lehnte der Hamburger Senator undBundeskanzlerHelmut Schmidt mehrfach die Annahme desBundesverdienstordens ab.
Der Webauftritt der Stadt Hamburg(hamburg.de) bietet mit Hotelangeboten, Veranstaltungsankündigungen, Jobinformationen und weiteren Informationen ein breites Angebot. Die Stadt Hamburg ist mit 87 Prozent an dem Portal beteiligt, dieHamburger Sparkasse mit 10,5 Prozent und dieSparkasse Harburg-Buxtehude mit 2,5 Prozent.[124] Der Webauftritt hatte im Mai 2015 knapp 5,2 Millionen Besucher.[125]
Das Hamburg Welcome Center (HWC) in der Süderstraße 32b ist eine zentrale Anlaufstelle rund um die berufliche Integration von Menschen, die nach Hamburg zuwandern und zugewandert sind. Unter einem Dach arbeiten dortSozialbehörde,Behörde für Inneres und Sport,Agentur für Arbeit,team.arbeit.hamburg und weitere Organisationen zusammen.[126]
Aussicht auf die Stadt Hamburg vom Turm Sankt Michaelis („Michel“, September 2013)
Hamburg hat über 60Theater, über 100 Musikclubs, etwa 60Museen, rund 280Musikverlage und 200 Tonträger-Unternehmen. Laut derClubstudie 2021 derInitiative Musik hat Hamburg nach München und vor Köln und Berlin die zweithöchste Musikspielstätten-Dichte der größten Städte Deutschlands.[127][128] Außerdem leben und arbeiten in Hamburg mehr als 10.000 selbstständige Künstler.[129] Es gibt fast 30Kinos undProgrammkinos. Über 10,3 Millionen Besucher zählte 2006 die Hamburger Kulturbehörde alleine für Veranstaltungen, die öffentlich gefördert wurden.[129] 4,2 Millionen Besucher zählten die Theaterbühnen der Stadt in der Saison 2005/2006. Hamburg ist mit 2383 Theaterbesuchern je 1000 Einwohner führend in Deutschland und liegt selbst nach Abzug der Musicalbesucher vor den nachfolgenden Ländern Bremen (921) und Berlin (907).[130]
Zudem sind in Hamburg einige Sehenswürdigkeiten von überregionaler Bedeutung beheimatet. In einer weltweiten Umfrage derDeutschen Zentrale für Tourismus wurden 2017 erneut zahlreiche Hamburg-Sehenswürdigkeiten unter die Top 100 in Deutschland gewählt, darunter dasMiniatur Wunderland auf Platz 1.
Mit den BandsBlumfeld,Die Sterne undTocotronic ging ab etwa 1990 der Begriff derHamburger Schule als eigenständiges Genre deutschsprachiger Musik in die Popkultur ein. Erweitert wird die mit Hamburg verbundene alternative Musik mittlerweile vonKettcar undTomte. Auch die deutschsprachigeHip-Hop-BandAbsolute Beginner beschreibt in „City Blues“ ihr Lebensgefühl zu ihrer Heimatstadt;Samy Deluxe in „Hamburg Anthem“.
Als Urgesteine gelten mittlerweile die Hip-Hopper vonFettes Brot, die ursprünglich aus dem Kreis Pinneberg stammen und sich selbst als „Hamburgs Hip-Hop-Dinosaurier“ bezeichnen. 1995 schrieben sie mit „Nordisch by Nature“ ein Loblied über den Norden Deutschlands im Allgemeinen und die Hansestadt im Speziellen. Bekannt ist außerdemUdo Lindenberg, dessen Wurzeln in derHamburger Szene sind.
Graffito im S-Bahnhof Altona während der Umbauphase, Hamburg 2015
DerHamburger Gruß „Hummel, Hummel“, beantwortet mit „Mors, Mors“, stammt einer Legende zufolge vom WasserträgerJohann Wilhelm Bentz, der den Spitznamen „Hummel“ trug und bis zu seinem Tod 1854 in Hamburg lebte. Wenn er vorbeikam, riefen ihn die Kinder spöttisch „Hummel, Hummel“. Er antwortete darauf wütend mit „Mors, Mors“ (verkürzend für „Klei mi an’n Mors“, dasplattdeutsche Pendant desGötz-Zitates). Thematisiert wird dies am Hummel-Brunnen in derNeustadt (Rademachergang/Breiter Gang), der denWasserträger darstellt. An den gegenüberliegenden Hausfassaden finden sich Kinderskulpturen, die ihm ihr entblößtes Hinterteil präsentieren.
Der Hamburger Gruß wird allerdings eher außerhalb Hamburgs als Erkennungszeichen oder wie beim Fußball als Schlachtruf verwendet. Zur Begrüßung allgemein üblicher ist zum Beispiel das in Teilen Norddeutschlands verbreitete „Moin“, beziehungsweise „Tschüs“ zur Verabschiedung.
Es gibt eine Reihe traditioneller Figuren, die in Hamburger Witzen vorkommen, insbesondere die HafenarbeiterHein und Fiete sowie dieGöreKlein Erna mit ihren Verwandten und der Nachbarschaft (gesammelt vonVera Möller). Die Witze um diese Gestalten besitzen tendenziell ziemlichlakonische und häufig auch recht anzüglichePointen.Ebenso hat sich die Spielart desHe lücht in Bezug auf dieHafenrundfahrt herausgebildet.
Überregional bekannt ist die besonders reichhaltige Hamburger Aalsuppe, dieBackobst enthält und dadurch eine süßsäuerliche Note erhält. Sie wird als Hauptgericht serviert.
Der Verbrennungstriebwagen 877 (später DB-Baureihe VT 04.0) war der erste Dieselschnelltriebwagen derDeutschen Reichsbahn und zugleich der ersteStromlinienzug in planmäßigem Einsatz. Mit ihm wurde ab 1933 zwischen Berlin und Hamburg die damals weltweit schnellste Zugverbindung hergestellt. Er war als „Fliegender Hamburger“ bekannt.
Bis 1868 waren die Stadt Hamburg und die zeitweise vom Land Hamburg regierte StadtBergedorf berechtigt, eigenePostwertzeichen herauszugeben. Außerdem gibt es einige Beispiele von Hamburger Motiven auf Briefmarken.
Hamburg bietet zu jeder Jahreszeit Veranstaltungen, wie den allsonntäglichenHamburger Fischmarkt und den dreimal im Jahr stattfindenden „Hamburger Dom“, einen großenJahrmarkt. DerHafengeburtstag zieht alljährlich im Mai mehr als eine Million Besucher an. DieHamburg Cruise Days finden alle zwei Jahre im August/September mit 200.000 Zuschauern statt mit der Auslaufparade mehrerer Kreuzfahrtschiffe im besonders beleuchteten Hafen.[131]
Im August findet auf dem Gelände der TheaterfabrikKampnagel das Internationale Sommerfestival statt, das größte Festival für zeitgenössischen Tanz, Performances, Konzerte und Theater in der Hansestadt. Im Bezirk Altona findet seit 1999 im Juni diealtonale statt, ein zweiwöchiges Kultur- und Straßenfest. Im September findet jährlich das Internationale Straßenkunstfestival STAMP und im Winter dieHamburger Weihnachtsmärkte statt.
Theater im Hafen Hamburg – links das Theater fürDas Wunder von Bern, rechts der Bau für das MusicalKönig der Löwen
Hamburg ist – mit einigem Abstand – der weltweit drittgrößteMusicalstandort nach New York und London und zählte im Jahr 2007 zwei Millionen Musicalbesucher. DieStage Entertainment unterhält mit demOperettenhaus, der „Neuen Flora“, demTheater im Hafen und demTheater an der Elbe vier größere Musicaltheater mit einer Besucherkapazität zwischen 1400 (Operettenhaus) und 2030 (Theater im Hafen) Plätzen sowie in der Speicherstadt das „Theater Kehrwieder“ (bis 320 Plätze) in dem zeitweise unter anderem Musicals, Varieté oder Kabarett dargeboten werden. In dem alten Speicher sind ebenfalls dieStage Entertainment Studios und dieJoop van den Ende Academy eingerichtet, die auf die Musicalausbildung spezialisiert ist. Auch die seit 1985 bestehendeStage School bildet Darsteller für diesen Bereich aus.
Hinzu kommen zahlreiche kleinere Bühnen, wie beispielsweise dasSt. Pauli Theater, derDelphi Showpalast oderSchmidts Tivoli und Schmidt Theater, auf denen vornehmlich eigenproduzierte Musicals und Gastaufführungen gespielt werden. Gastspiele sind zudem häufig in zahlreichen anderen Häusern, wie auch den großen Staatstheatern während der sommerlichen Spielzeitpausen, oder in temporären Spielstätten zu sehen. So kehrte Ende 2010Cats vorübergehend nach Hamburg zurück: Zum Auftakt einer Europa-Tournee gastierte das Musical für zwei Monate in einem eigens angefertigten Musical-Zelt auf demHeiligengeistfeld.[132]
Am 13. März 2013 feierte das vierte große Musicaltheater – nach dem Operettenhaus, Neuer Flora und Theater im Hafen – in der Hansestadt Richtfest. DasStage Theater an der Elbe wurde im Frühjahr 2014 fertiggestellt und bietet 1850 Sitzplätze.[133] Im StadtteilHamburg-Hammerbrook, integriert in die bestehende Hamburger Großmarkthalle, eröffnete im März 2015 ein weiteres Musical-Theater, dasMehr! Theater, betrieben vonMehr! Entertainment. Das Theater zeichnet sich durch eine besonders wandlungsfähige Bühne aus, die neben Musicals für viele unterschiedliche Veranstaltungen genutzt werden soll und bis zu 3500 Zuschauern Platz bietet.[134]
Ein Meilenstein bei der Entwicklung zur Musicalstadt war die Deutschlandpremiere vonAndrew Lloyd WebbersCats 1986 im umgebauten Operettenhaus, das durchgehend fünfzehn Jahre (bis 2001) gespielt wurde. Der Mann, der mit seiner Stella-Theater-Produktion GmbH in der Hansestadt Hamburg den deutschen Musicalboom entfachte, hießFriedrich Kurz. Weit mehr als 50 Millionen Zuschauer haben hier seit der Premiere vonCats im April 1986 bis heute ein Musical besucht.[135] Mit dem Startenor Peter Hoffmann in der Hauptrolle produzierte Friedrich Kurz 1990 das MusicalDas Phantom der Oper.[135] In eigens neu erbauten Theatern folgten die Produktionen vonDas Phantom der Oper, das in der Neuen Flora ab 1990 für elf Jahre gespielt wurde undBuddy, das ab 1994 über sechs Jahre im Theater im Hafen lief. Weitere über mehr als drei Jahre gespielte Musicals warenTanz der Vampire (2003–2006, 2023–2024),Mamma Mia! (2002–2007, 2022–2024),Ich war noch niemals in New York (2007–2010, 2017) undTarzan (2008–2013, seit 2025).
Die staatseigeneHamburgische Staatsoper wurde am 2. Januar 1678 als erstes öffentliches Opernhaus Deutschlands in Hamburg gegründet. Kunstsinnige Hamburger Bürger setzten sich seinerzeit für eine „Oper für Jedermann“ in Hamburg ein.
Ratsherr Gerhard Schott, Jurist Peter Lütjens und OrganistJohann Adam Reincken setzen nicht nur die Gründung eines öffentlichen Opernhauses im Senat durch, sondern bildeten auch das erste Direktorium dieser auf privatwirtschaftlicher Basis geführtenOper am Gänsemarkt. Hier kam es zur Blüte der Barockoper, innerhalb welcherGeorg Friedrich Händel undGeorg Philipp Telemann zahlreich Opern für Hamburg schrieben.
Zunächst als schlichter Holzbau des italienischen Architekten Sartorio erbaut, wurde dieses Haus Mitte des 18. Jahrhunderts abgerissen und an seinem heutigen Standort an der Dammtorstraße von dem ArchitektenCarl L. Wimmel neu erbaut; später dann – wiederum vonMartin Haller – prunkvoller umgestaltet. Dieser Bau wurde durch die Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges erheblich beschädigt. Heute steht an dieser Stelle ein Fünfziger-Jahre-Kubusbau, dessen Architektur nicht unumstritten ist.
Seit 2015 istKent Nagano Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper und des 1828 gegründetenPhilharmonischen Staatsorchesters Hamburg. Opern- und Orchesterintendant ist der SchweizerGeorges Delnon. In der Dekade von 2005 bis 2015 war die australische DirigentinSimone Young Intendantin sowie Generalmusikdirektorin des Hauses.
Eines der weltbesten Ballett-Ensembles, dasHamburg Ballett unter der Leitung vonJohn Neumeier (von 1973 bis 2024) hat an der Staatsoper seine Heimat. Unter Neumeier entstand auch ein Ballettzentrum mit seinerBallettschule im StadtteilHamm.
Im Februar 2025 wurde offiziell bekannt, dass die Stadt Hamburg und die Kühne-Stiftung des Hamburger Unternehmers Klaus-Michael Kühne sich auf einen Neubau einer Oper auf dem Baakenhöft in der Hafencity verständigt haben. Die Baukosten betragen voraussichtlich 330 Millionen Euro.
Bis 2017 stand den Hamburgern und Besuchern nur ein Konzerthaus für klassische Musik zur Verfügung: dieLaeiszhalle, benannt nach dem ReederCarl Laeisz und dessen Frau Sophie Christine, die testamentarisch mit einer großzügigen Summe den Bau eines Konzerthauses ermöglichten. Nach den Plänen vonMartin Haller undEmil Meerwein wurde das neobarocke Konzerthaus zwischen 1904 und 1908 am heutigenJohannes-Brahms-Platz errichtet.[136] Inzwischen finden dort nicht nur klassische Konzerte statt, sondern auch Konzerte moderner Musikrichtungen, wie beispielsweise Jazz.
Neben der Laeiszhalle wurde am 11. Januar 2017 ein zweites Konzerthaus mit einem Festakt eröffnet: dieElbphilharmonie in derHafenCity. Nahezu zehn Jahre waren von der Idee über die Planung bis zur Fertigstellung vergangen.[137][138] Dieser repräsentative Bau hat eine Fassade aus Glas, ähnelnd einem Eisberg bzw. einer Meereswoge; sie wurde auf dem ehemaligen Kaispeicher A (Baujahr 1963) am Zipfel des Dalmannkais errichtet. 2150 Sitzplätze bietet der große, weitere 550 der kleine Saal. Ebenso beherbergt das Konzerthaus ein 5-Sterne-Hotel mit Hafenblick sowie 45 Wohnungen. Der Bau stammt von demBasler ArchitektenbüroHerzog & de Meuron.
Hamburg verfügt über zwei staatseigene Sprechtheater, dasDeutsche Schauspielhaus und dasThalia Theater, sowie eine große Zahl privat geführter Theater. Eines der ältesten und durch die zahlreichen TV-Sendungen bekanntesten Theater in Hamburg ist dasOhnsorg-Theater, in dem Stücke in plattdeutscher Sprache aufgeführt werden. Die größten Bühnen für internationalen zeitgenössischen Tanz und Theater bietet die internationale KulturfabrikKampnagel in Winterhude. (Weitere Theater)
Hamburgs größte Besucherorganisation ist dieHamburger Volksbühne e. V. Sie wurde am 4. Januar 1919 alsVerein gegründet und hat über 22.000 Mitglieder. DieTheaterGemeinde Hamburg e. V. wurde 1984 gegründet und hat 14.000 Mitglieder.
2015 existierten in Hamburg 36Bücherhallen, die sich über das gesamte Stadtgebiet verteilen. 1.780.906 Medien (Bücher,Blu-rays,DVDs, Zeitschriften etc.) befanden sich im Medienbestand und wurden von 4.735.154 Besuchern 13.730.455 mal ausgeliehen.[139]
In Hamburg sind etwa 60 Museen beheimatet.[129] Darunter sind sieben staatliche Museen mit weiteren Außenstellen sowie zahlreiche private Museen und Sammlungen. DieKunsthalle und dasMuseum für Kunst und Gewerbe zählen zu den wichtigen Kunstmuseen und dieDeichtorhallen und dasBucerius Kunst Forum (seit 2002) präsentieren bedeutende Ausstellungen. Daneben gibt es Museen zur Regionalgeschichte, wie dasMuseum für Hamburgische Geschichte, zu den Themen Technik und Arbeit, wie dasMuseum der Arbeit (seit 1997) sowie eine Reihe von Sammlungen aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft vomMuseum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt bis zum modernenPlanetarium.
Einige Ausstellungen haben eher unterhaltenden Charakter, wie dasMiniatur Wunderland (seit 2001) mit der größten Modelleisenbahn der Welt oder Deutschlands ältestes Wachsfigurenkabinett, dasPanoptikum.[140][141] DasInternationale Maritime Museum (seit 2008) ist eines von mehreren Museen, die auf die Themen Schifffahrt, Hafen und dort umgeschlagene Waren ausgerichtet sind. Darunter sind auch verschiedene, teils noch betriebsfähigeMuseumsschiffe im Hafen oder dieBallinStadt (seit 2007), die über die früher von dort aufgebrochenen Auswanderer informiert. 2022 wurde eines der jüngsten Museen Hamburgs eröffnet, das FirmenmuseumMontblanc im neuenMontblanc-Haus.
Einige Gedenkorte, wie dieKZ-Gedenkstätte Neuengamme, erinnern zudem an die Verfolgungen während der Zeit des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg.
Nikolaikirchturm – links die heutige Ruine, rechts der unzerstörte Originalbau
Das älteste Gebäude Hamburgs steht auf Hamburgs Exklave, der InselNeuwerk in derElbmündung. Der dortigeLeuchtturm Neuwerk wurde 1310 errichtet. Das Gebäude mit einer noch älteren Geschichte auf dem Boden Hamburgs ist dieKirche Sinstorf im StadtteilSinstorf mit knapp 1000 Jahren, sie ist jedoch nicht originär von Hamburg erbaut worden.
Hamburg Anno 1651 – Legende:1. St. Petri, 2. St. Nikolai,3. St. Katharinen,5. St. Jakobi,9. St. MichaelisDasWasserschloss in derSpeicherstadt
Die Stadtansicht wird geprägt durch die Türme der fünfHauptkirchenSt. Petri,St. Jacobi,St. Katharinen undSt. Michaelis („Michel“, 1648–1673), demWahrzeichen der Stadt, sowie die als Mahnmal für den Zweiten Weltkrieg erhalten gebliebene Turmruine vonSt. Nikolai. Wenig bekannt ist, dass der Turm das höchste konventionelle Gebäude der Stadt ist und von 1874 bis 1876 das höchste weltweit war.
Sechster Turm ist das 1897 fertiggestellteRathaus mit seinen 647 teils prunkvoll ausgestalteten Sälen und Zimmern. Auf seiner Rückseite steht die Handelskammer Hamburg mit derHamburger Börse. Diese architektonischeSilhouette soll gewahrt werden, weshalb sich nur wenige andere hohe Gebäude in der weiteren Innenstadt befinden.
DieHamburger Wallanlagen wurden von 1616 bis 1625 um Hamburg herum zum Schutz vor dem KönigreichDänemark errichtet. Mit dem Wall wurde die Alster fortan in Außen- und Binnenalster getrennt, wo sich heute dieLombardsbrücke undKennedybrücke befinden. Während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Wallanlagen abgetragen und in Grünanlagen entlang des Holstenwalls umgewandelt, in die ParkanlagenPlanten un Blomen mit Teilen des Alten Botanischen Gartens und dem Wallringpark, mit den Kleinen und Großen Wallanlagen, sowie demAlten Elbpark, nahe denSt. Pauli-Landungsbrücken an der Elbe.
Die Grenze zwischen Altstadt und Neustadt und die südliche Altstadt wird vonFleeten und Kanälen durchzogen, die über die Binnenalster das Zentrum mit dem Hafen verbinden und früher als Transportwege elementarer Bestandteil der Hamburger Wirtschaft waren.
Relikte des „alten Hamburg“ sind in der Innenstadt in derDeichstraße und dem auf dem anderen Ufer desNikolaifleets im Cremon zu sehen. Auch dasGängeviertel sowie dieKrameramtswohnungen von 1676 bieten einen Einblick in typische Hamburger Bebauung vor der großflächigen Umgestaltung der City im 19. und 20. Jahrhundert.
Jungfernstieg um 1900, im Vordergrund derAlsterpavillon, im Hintergrund St.-Petri- und Rathaus-Türme
DieHamburger Sternwarte (1909) im Stadtteil Bergedorf, die als Forschungssternwarte derUniversität Hamburg betrieben wird, wurde 2008 mit ihren zahlreichen historischen Gebäuden und Instrumenten zumKulturdenkmal von nationalem Rang ernannt.[142]
DieSpeicherstadt als größtes zusammenhängendes Lagerhaus-Ensemble mit ihren Brücken, Wasserwegen und Straßen wurde zwischen 1885 und 1927 in drei Bauabschnitten auf einer Inselgruppe in der Elbe errichtet. Mit dem benachbartenKontorhausviertel wurde es 2015 zumUNESCO-Welterbe ernannt.[17][143] Hamburg war damit das letzte deutsche Bundesland, das eine eigene Kulturerbe-Stätte bekam. Beide Viertel stehen für die Entwicklung Hamburgs zu einer weltweiten Handelsmetropole, in der im Gegensatz zum vormaligen alt-hamburgischen Bürgerhaus, eine Trennung von Warenlagerung, Büro- und Wohnnutzung notwendig wurde.
Wie im ganzen norddeutschen Raum ist auch in Hamburg die traditionelle Grundbausubstanz ausBackstein bzw. Klinker. Die zwischen 1920 und 1940 überwiegend mit regionaltypischenKlinkerfassaden errichteten Häuser des Kontorhausviertels bildeten das erste eigene Bürostadtviertel auf dem europäischen Kontinent.[143] Der Bautypus des Kontorhauses, dessen deutsches Zentrum und Ausgangsort in Hamburg lag, erreichte hier den Höhepunkt seiner Entwicklung. So ist die Gestaltung des 1924 erbautenChilehauses, mit seiner an einen Schiffsbug erinnernden Spitze, ein herausragendes Beispiel der Architektur der Moderne und Paradebeispiel desBacksteinexpressionismus.
Weitere architektonische Besonderheiten in der Innenstadt sind derHauptbahnhof, derBahnhof Hamburg Dammtor und dasCuriohaus (1908–1911).Am Sievekingplatz befindet sich dasJustizforum, das aus demHanseatische Oberlandesgericht (1912) im Zentrum, dem Strafjustizgebäude und dem Ziviljustizgebäude besteht. Zusammen mit den Grünflächen rundherum und der benachbartenLaeiszhalle (1908) stellt das Justizforum ein Ensemble historischer Architektur dar, das unter Denkmalschutz steht.
Durch schwere Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurden ganze Stadtteile vollständig zerstört, und städtebauliche Maßnahmen der nachfolgenden Jahrzehnte taten ihr Übriges, so dass heute verhältnismäßig wenig zusammenhängende Quartiere aus alten Gebäuden in Hamburg zu finden sind. So sind beispielsweise inEimsbüttel, imGrindelviertel oder inEppendorf noch zusammenhängende Viertel aus gründerzeitlichen Etagenhäusern zu finden, inHarvestehude undentlang des Elbufers viele ältere Villen aus den letzten zwei Jahrhunderten. Insgesamt besteht Hamburg noch zu etwa 25 % aus Gebäuden von vor 1950.[144]
Zu den herausstechenden Nachkriegsbauten Hamburgs zählen das dreiflügeligeEmporio-Hochhaus (vormals Unilever-Haus) von 1964, das Hotel am Kongresszentrum von 1973, der Baukomplex am Berliner Tor von 1962 bzw. 2004 und die dreiMundsburg-Türme. Die höchsten Bauwerke sind der 279,8 Meter hohe FernsehsenderHeinrich-Hertz-Turm („Tele-Michel“) und ein Sendemast desRundfunksenders Billwerder-Moorfleet mit 304 m. Markantestes Bauwerk im Hafen ist die 1974 erbauteKöhlbrandbrücke.
Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Büroflächen in Hamburg in den 1960er Jahren, insbesondere für die Hauptverwaltungen von Großkonzernen, wurde zur Entlastung des innerstädtischen Ballungsraums nördlich desHamburger Stadtparks die BürostadtCity Nord errichtet. Auf einem 117 Hektar großen Gelände haben sich rund 300 Unternehmen mit etwa 29.000 Beschäftigten angesiedelt.[145] Zwar wurden 2018 in Hamburg 10.674 neue Wohnungen fertiggestellt, so viele wie zuletzt im Jahr 1977. Dennoch ist auf dem Hamburger Wohnungsmarkt die Nachfrage höher als das Angebot. Daher kündigte FinanzsenatorDressel 2019 an, ab 2025 Bauland-Eigentümer mit einemSteuerzuschlag für unbebaute Grundstücke zu belasten.[146]
Die größten städtebaulichen Veränderungen in der Innenstadt nach der Jahrtausendwende sind der Bau derHafenCity mit der 2017 eingeweihtenElbphilharmonie, derU-Bahn-Linie U4 und des Kreuzfahrtterminals.
DasTreppenviertel an der Elbe rund um denSüllberg, im noblen VillenviertelBlankenese
Mit etwa 2500 Brücken gilt die Stadt als eine der brückenreichsten in Europa. Bedingt ist diese hohe Zahl durch die Lage der Stadt imBinnendelta derElbe sowie denNiederungen vonAlster undBille nebst zahlreichen Nebenflüssen,Fleeten undKanälen. Hinzu kommen der Ausbau des Hafens und dessen Anschluss an ein dichtesStraßen- undEisenbahnnetz, das die vielen Wasserläufe überbrückt. Eine weitere Besonderheit ist die alsHochbahn ausgebauteU-Bahn, die zu großen Teilen oberirdisch und damit über zahlreiche Brücken durch die Stadt verläuft.
Die tatsächliche Zahl der Brücken ist nicht bekannt. Die Zählung von Brücken gilt als schwierig, weil unterschiedliche Definitionen einer Brücke bestehen. Nach dem HamburgerLandesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) gilt als Fahrzeugbrücke, was mindestens einelichte Weite von zwei Metern, und als Fußgängerbrücke, was eineStützweite von mindestens fünf Metern hat. Wenn eine Überführung allerdings mehr als 80 Meter Breite hat, so ist sie einTunnel. DieDeutsche Bahn hingegen definiert alles, was mehr als zwei Meter Spannweite hat, als Brücke, so dass auch größere Signalausleger über Gleisen dazu gehören.[147]
Nach einer offiziellen Statistik hatte die Stadt Hamburg im Jahr 2004 einen Bestand von 2496 Brücken, davon wurden 1256 von dem Landesbetrieb (LSBG) betreut, 354 standen als Hafenbrücken unter der Verwaltung derHamburg Port Authority (HPA) einschließlich der Brücken derHafenbahn, 477 Brücken gehören zur Deutschen Bahn, 396 zurHamburger Hochbahn und 13 zurAKN Eisenbahn. Private Brücken, wie zum Beispiel inHagenbecks Tierpark oder auf Fabrikgrundstücken wurden nicht einbezogen. Hingegen zählenRohrleitungsbrücken, also die Überbauungen fürFernwärme undWasserleitungen, oder auch größere Schilderträger überAutobahnen und die Blendschutzbauten über dieFlughafenumgehung inFuhlsbüttel dazu.
In Hamburg wurden seit 2002 durch den KünstlerGunter Demnig und eine lokale Unterstützer-Initiative 7376 (Stand: Dezember 2025)[148]Stolpersteine verlegt, um an das Schicksal der Menschen zu erinnern, die in derZeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Eine detaillierte Aufstellung und weiterführende Informationen enthält dieListe der Stolpersteine in Hamburg.
DerTierpark Hagenbeck verfügt ebenfalls über eine Parkanlage, wird jedoch vor allem durch seine 210 Tierarten zur Sehenswürdigkeit. Der von der FamilieCarl Hagenbecks geführteTierpark war bereits zu seiner Eröffnung als weltweit erster „gitterloser Zoo“ wegweisend für die Gestaltung solcher Anlagen und wird neben den historischen Freigehegen beständig erweitert.[150] Als eigenständige Attraktion entstand so auch 2007 das Tropen-Aquarium Hagenbeck.
Hamburg bewarb sich für die Austragung derOlympischen Spiele 2024. Die Stadt zog ihre Bewerbung aber zurück, nachdem sich die Hamburger Bevölkerung in einemReferendum mit 51,6 % gegen die Bewerbung entschieden hatte. Zuvor hatte sich Hamburg bereits um dieOlympischen Spiele 2012 beworben, scheiterte jedoch in der nationalen Auswahl anLeipzig.
2021 bewarb sich die Stadt alsHost Town für die Gestaltung eines viertägigen Programms für eine internationale Delegation derSpecial Olympics World Summer Games 2023 in Berlin. 2022 wurde sie als Gastgeberin fürSpecial Olympics Guadeloupe ausgewählt.[153] Damit wurde sie Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik mit mehr als 200 Host Towns.[154]
Nach dem Abstieg desHSVs war Hamburg 2018/19 in keiner der fünf wichtigsten Männer-Teamsportarten mit einer Mannschaft in der ersten Klasse vertreten,[155] dies änderte sich jedoch mit dem Aufstieg der Hamburg Towers in dieBasketball-Bundesliga zurSaison 2019/2020 wieder.
Über 160.000 Unternehmen sind Mitglied in derHandelskammer Hamburg, die als älteste deutsche Handelskammer (1665) ihren Sitz im Gebäude derHamburger Börse hat.[157]
Die Wirtschaftsleistung imLand Hamburg lag, gemessen amBruttoinlandsprodukt (BIP), bei 94,4 Milliarden Euro im Jahr 2011 (2010: 92,2 Milliarden Euro) und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr preisbereinigt um 1,4 Prozent. DieBruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe lag (2010) bei 10,0 Milliarden Euro. Im Vergleich von 272 Regionen derEuropäischen Union (ausgehend von Zahlen aus 2011) steht Hamburg nach London,Luxemburg und Brüssel in der Liste der Regionen mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt je Einwohner auf dem vierten Platz und hält diesen Platz auch in Bezug auf denKaufkraftstandard (KKS = 202 im Vergleich zum EU-Durchschnitt: EU-28 = 100).[158]
Hamburg verzeichnet unter den Bundesländern den zweithöchstenKaufkraftindex von 107,7 Prozent im Jahr 2021[2] (nachBayern und vorBaden-Württemberg undHessen). Als Region, im Sinne derNUTS-Systematik (Ebene 3), liegt die Kaufkraft Hamburgs bundesweit gesehen jedoch auf Rang 52, während die nordöstliche Nachbarregion, der Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein hingegen, den Rang 12 belegt.[159]
Nach dem Regierungswechsel 2001 bemühte sich derSenat, mit demLeitspruch „Metropole Hamburg – Wachsende Stadt“ den Wirtschaftsstandort auszubauen und ein langfristiges Bevölkerungswachstum zu erreichen. Als Ansatzpunkt verfolgte der Senat eine kombinierte Strategie aus der Aktivierungendogener Potenziale und der Stärkung von Hamburgs internationaler Ausstrahlung. Hierdurch wurde auch die Entwicklung Hamburgs zum bevorzugten Standort chinesischer Unternehmen in Deutschland gefördert, von denen die Stadt 2013 mehr als 500 beheimatete – so viele wie keine andere deutsche Stadt.[160][161] Das Leitbild wurde unter demschwarz-grünen Senat im Jahre 2010 inhaltlich weiterentwickelt in „Wachsen mit Weitsicht“.[162] Seit dem Regierungswechsel 2011 lautet das Leitbild des derzeitigen SPD-Senats „Wir schaffen das moderne Hamburg“.[163] Auch dieses Leitbild entwickelt die Schwerpunkte der Wirtschafts- und Stadtentwicklung in den Bereichen Wirtschaft und Innovation, Hafen und Schifffahrt, Verkehr und Infrastruktur weiter. Nach den Wahlen 2015 wurde daraus der Koalitionsvertrag zwischen SPD und Bündnis 90/Die Grünen mit dem Titel „Zusammen schaffen wir das moderne Hamburg“.[164]
DerSchuldenstand des HamburgerHaushalts belief sich im Juni 2013 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf 24,913 Milliarden Euro. Dabei werden viele Auslagerungen in andere Haushalte (öffentliche Fonds, Einrichtungen und wirtschaftliche Unternehmen, zum Teil auch gemeinsam mit anderen Ländern) nicht berücksichtigt. Bei Einbeziehung dieserSchattenhaushalte ergab sich 2013 ein Gesamtschuldenstand von 37,40 Milliarden Euro. Ferner ist bei diesen Zahlen zu beachten, dass esBürgschaften gibt, die ausfallen können. Diese beliefen sich 2013 auf über 20 Milliarden Euro.[167] Belastungen durch dieHSH Nordbank waren in den Folgejahren noch nicht abzuschätzen, da Ende 2015 Kredite zurRettung dieser Bank bewilligt wurden und Erlöse aus dem Verkauf dieser Bank Anfang März 2017 ungewiss waren.[168]
Am 30. September 2017 war die Pro-Kopf-Verschuldung Hamburgs mit 17.755 Euro die zweithöchste aller deutschen Bundesländer.[169]
Den öffentlichen Schulden standen Ende Juli 2012 private Vermögen in Höhe von 218 Milliarden Euro gegenüber.[170] Statistisch verfügte demnach jeder Hamburger über ein Vermögen von über 120.000 €.
2019 hat Hamburg mehr Schulden getilgt als je zuvor. Insgesamt wurden 1,1 Milliarden Euro zurückgezahlt. Von dieser Summe entfallen rund 650 Millionen Euro auf den Kernhaushalt sowie 450 Millionen Euro auf eine Zahlung gegenüber dem HSH Finanzfonds, wo Altlasten aus der Zeit der HSH Nordbank liegen.[171]
Außerdem befindet sich in Hamburg auch der Hauptsitz des Online- und VersandhändlersOtto Group, des LebensmitteleinzelhändlersEdeka sowie derHapag-Lloyd, die zu den größten Reedereien der Welt zählt.
Deröffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) hatte 2008 in Hamburg einen Anteil von 18 Prozent an derVerkehrsmittelwahl. Der motorisierte Individualverkehr hatte einen Anteil von 42 Prozent, der Fußverkehr 28 Prozent und der Radverkehr 12 Prozent.[173]
Im Vergleich der fünf größten deutschen Städte hatte Hamburg damit den geringsten Anteil des ÖPNV an der Verkehrsmittelwahl (Berlin 26 Prozent,Frankfurt am Main 24 Prozent,München undKöln jeweils 21 Prozent) und, zusammen mit Köln, den höchsten Anteil am Kraftfahrzeugverkehr.[174]
Im Jahr 2017 gab es in Hamburg 892.367Kraftfahrzeuge, davon waren 771.573Personenkraftwagen. Jährlich werden in Hamburg etwa 150.000 neue Kraftfahrzeuge zugelassen.[175]
Hamburg verfügt über günstige Straßenverbindungen imFernverkehr. MehrereBundesautobahnen berühren das Stadtgebiet: dieA 1 (im Raum Hamburg zudem alsEuropastraßeE 22),A 7 (im Raum Hamburg zudem als EuropastraßeE 45),A 23,A 24 (im Raum Hamburg zudem alsE 26) undA 25. Ferner existieren südlich der Elbe Autobahnabschnitte mit wenigen Kilometern, die alsA 252,A 253 undA 255 bezeichnet sind.
Geplant ist eine weiträumige Umfahrung Hamburgs mit derA 20, die vonPrenzlau/Rostock kommend derzeit beiBad Segeberg endet. Sie soll künftig über das nördliche und westlicheUmland Hamburgs durch einen neuen, westlich gelegenen Elbtunnel an dieA 26 (Hamburg–Stade), von der erst ein Teil gebaut ist, angeschlossen werden. Von dort soll sie durch denWesertunnel dieA 28 und dieA 29 anbinden. Diese Planung ist in Schleswig-Holstein umstritten.
Auf hamburgischem Gebiet verlaufen dieBundesstraßenB 3,B 4,B 5,B 73,B 75,B 207,B 431,B 432,B 433 undB 447, die größtenteilsradial auf den Innenstadtbereich zuführen. Damit wird der Straßenverkehr dort konzentriert, was zu erheblichen Verkehrsproblemen führt.Tangentialverbindungen zur Umleitung desDurchgangsverkehrs und zur großräumigen Erschließung des Stadtgebietes waren in den 1960er-Jahren als Stadtautobahnen geplant. Die Planungen wurden größtenteils, auch durch massive Proteste aus der Bevölkerung insbesondere der betroffenen Stadtteile, aufgegeben.
Es bestehen jedoch dreiRingstraßen, die halbkreisförmig um die innere (Ring 1) und äußere Innenstadt (Ring 2) herum und als Viertelkreis durch die nordwestlichen Außenbezirke (Ring 3) verlaufen. Dazu kommen einige weitere vierspurige ausgebaute Hauptstraßen. Das so gebildete „Kernnetz“ ist sehr stark durch den Auto- und Schwerlastverkehr belastet, obwohl es häufig als Stadtstraße direkt durch dichtbesiedelte Quartiere führt. So fuhren 2013 durchschnittlich 54.000 Fahrzeuge pro Werktag über dieFruchtallee im Stadtteil Eimsbüttel, davon waren über 3000 Fahrzeuge des Schwerverkehrs.[176]
Insgesamt hat Hamburg fast 4000 Kilometer Straßen (August 2006) mit etwa 7000 Straßennamen. Über die Hälfte[177] dieser Straßen liegt inTempo-30-Zonen, die 1983[178] erstmals in Hamburg eingeführt wurden. Hamburg gilt (gemessen daran, wie viel Prozent länger eine Fahrt infolge eines Staus dauert) als staureichste Stadt Deutschlands.[179][180]
Hamburger Fahrradhäuschen„StadtRAD“-Leihstation am Baumwall
Hamburg verfügt über etwa 1700 Kilometer Radwege in überwiegend marodem Zustand, die oft den geltenden Verwaltungsvorschriften in der Bauausführung nicht entsprechen. Beim sogenanntenFahrradklimatest desAllgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs im Jahr 2005, einer Radfahrerbefragung, hat Hamburg als schlechteste aller 28 beteiligten Städte über 200.000 Einwohner abgeschnitten. Obwohl vom Senat 2008 die Umsetzung einer Radverkehrsstrategie beschlossen wurde, konnte auch 2012 nur Platz 34 von 38 beteiligten Städten dieser Größe erreicht werden.[181] Die Umsetzung des Fahrradverleihsystems „StadtRAD“ wurde von den befragten Radfahrern allerdings mit der besten Note aller deutschen Städte gewürdigt. Bei mehreren anderen Themen, so Falschparker auf Radwegen, deren Breite und Oberflächenbeschaffenheit sowie Ampelschaltungen, hat Hamburg hingegen die schlechtesten oder zweitschlechtesten Bewertungen aller 332 beteiligen Städte erhalten.
Eine Besonderheit sind dieHamburger Fahrradhäuschen, die seit Anfang der 1990er-Jahre vor allem in den dichtbebauten Wohngebieten der Bezirke Altona, Eimsbüttel undHamburg-Nord stehen. Darin können Fahrräder abgestellt werden, für die in den gründerzeitlichen Gebäuden und auf den stark genutzten Grundstücken anderweitig kaum diebstahl- undvandalismussichere Abstellplätze bestehen.
Auf einigen wenigen bereits ausgebauten Abschnitten vonVelorouten sind Straßenabschnitte alsFahrradstraßen ausgewiesen, so etwa entlang desEilbekkanals und seit 2012 amFalkensteiner Ufer im Verlauf desElberadwegs.[182] Im Herbst 2014 ließ der Senat am Westufer der Außenalster den Harvestehuder Weg in eine Fahrradstraße umbauen. Dies sorgte zunächst für Diskussionen, weil Parkplätze auf die Fahrbahn verlegt worden waren, um den Kraftverkehr auszubremsen.[183] Nach einem knappen Jahr wurden die Parkmarkierungen abgefräst und das Parken auf dem Seitenstreifen wieder erlaubt.
In Hamburg sind etwa 700 von 900Einbahnstraßenabschnitte innerhalb von Tempo-30-Straßen für Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung freigegeben.[184] Seit etwa 2010 werden im Rahmen des Busbeschleunigungprogramms des Senates bei Straßenumbauten häufigerRadfahrstreifen undSchutzstreifen eingesetzt.
Derrot-grüne Senat der 21. Legislaturperiode gab das Ziel aus, Hamburg bis zur Mitte der 2020er-Jahre[veraltet] zu „Fahrradstadt“ zu machen. Hierzu sollen die 14 Fahrradrouten mit einer Gesamtlänge von 280 Kilometern bis 2020 fertig gestellt werden, jährlich 50 Kilometer Radwege saniert oder umgewidmet werden und das „StadtRAD“-Angebot mit der Neuausschreibung 2017 ausgebaut und attraktiver gestaltet werden.[190] Daneben ist die Planung von je einemRadschnellweg pro Bezirk geplant, die bis 2025[veraltet] umgesetzt werden sollen.
DerLoop in den Stadtteilen Wilhelmsburg und Veddel sowie dieKonzertkultour Fahrradgarderobe haben 2014 denDeutschen Fahrradpreis, gewonnen, einmal in der Kategorie Alltagsmobilität, einmal in Freizeit und Tourismus.
Vom HamburgerZentral-Omnibusbahnhof (ZOB) beim Hauptbahnhof bestehenFernbuslinien in das In- und Ausland, besonders nach Osteuropa (Baltikum,Polen). Mehrmals täglich verkehren Busse in Richtung Berlin.
Südlich der Stadtgrenze – im niedersächsischenMaschen – befindet sich der größteRangierbahnhof Europas (→ Maschen Rangierbahnhof). Er hat Bedeutung für den paneuropäischen Schienengüterverkehr.Hier beginnt oder endet etwa zehn Prozent des deutschen Schienengüterverkehrs. DieHamburger Hafenbahn besitzt und unterhält das Schienennetz imHamburger Hafen.
Neben zahlreichenRegionalbahn-Linien, die das Hamburger Umland erschließen, bestehenRegional-Express-Verbindungen in RichtungElmshorn–Neumünster–Kiel bzw. Flensburg–Padborg, Lübeck, Schwerin–Rostock, Elmshorn–Westerland (Sylt),Stade–Cuxhaven, Bremen undLüneburg–Uelzen(–Hannover).
Zur Erschließung derHafenCity südlich der früher abgetrenntenSpeicherstadt wurde eine U-Bahn-Strecke vom BahnhofJungfernstieg neu gebaut. Die Linie wird alsU4 bezeichnet und führt in östlicher Richtung zur Entlastung der U2 weiter bisBillstedt. Sie wurde am 29. November 2012 eröffnet.
Daneben besteht ein flächenmäßig gut ausgebautes, jedoch tendenziell deutlich überlastetesStadtbusnetz (auchMetrobusse und Expressbusse). Der Hafen wird neben Bus- und Bahnanschlüssen auch vonHafenfähren erschlossen. In den Nächten vor Sonnabenden, Sonn- und Feiertagen werden die wichtigsten Buslinien, U- und S-Bahnen durchgehend betrieben (Nachtverkehrsnetz), wobei Randbereiche durch besondere Nachtbuslinien erschlossen werden. Für die übrigen Nächte gibt es einNachtbusnetz.
DieStraßenbahn Hamburg wurde Strecke für Strecke bis 1978 eingestellt. Die Wiedereinführung alsStadtbahn war bereits mehrere Male Ziel einer Hamburger Regierung. 2001 und 2011 waren die Vorbereitungen bis zum Planfeststellungsverfahren vorangeschritten. Beide Male wurden diese umfangreichen Arbeiten unmittelbar nach einem Regierungswechsel vom Senat wieder eingestellt.
Alle Verkehrsmittel des Regional- und Nahverkehrs (alle Regionalzüge, auch von privaten Betreibern, S-, U-, A-Bahn sowie Busse und Hafenfähren) können in und um Hamburg mit Fahrkarten desHamburger Verkehrsverbundes (HVV), der 1965 als ersterVerkehrsverbund der Welt gegründet wurde, benutzt werden. Außerdem sind dieLänderticketsSchleswig-Holstein-Ticket,Niedersachsen-Ticket undMecklenburg-Vorpommern-Ticket auch für alle Verkehrsmittel des HVV im „Großbereich Hamburg“ (Schnellbusse mit Zuschlag) gültig.
Im Stadtgebiet verkehren auf der Elbe und besonders im Hafengebiet sechs Schiffslinien bzw. Fähren derHADAG zum Verbundtarif des HVV. Die Linien 62 und 64 (Fähre abTeufelsbrück) dienen zur Anbindung des Stadtteils Finkenwerder. Außerdem gibt es eine Fähre ab Blankenese nach Cranz. Als Touristik- und Ausflugslinie besteht eine VerbindungSt. Pauli-Landungsbrücken–Blankenese–Wittenbergen–Schulau–Lühe–Stadersand.
Am Jungfernstieg beginnen die Touristik- und Linienverkehre der Alsterschifffahrt. Bis 1984 übernahmenAlsterdampfer als fester Bestandteil des Verkehrsverbundes Aufgaben im ÖPNV. Heute gibt es eine „Kreuzfahrt-Linie“ und Alsterrundfahrten, teilweise kommen Museumsschiffe zum Einsatz.
Der Hamburger Hafen, auch „Deutschlands Tor zur Welt“ genannt, ist der größteSeehafen in Deutschland und der drittgrößte in Europa (nachRotterdam undAntwerpen, Stand 2016).[192] Weltweit steht der Hamburger Hafen an 15. Stelle. Für einige Spezialgüter, zum BeispielTeppiche, ist er der größte Umschlaghafen weltweit.
Den größten Umsatz macht der Hafen mit dem Containerumschlag. Es befinden sich mit den FirmenHamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und der BremerFirma Eurogate GmbH & Co. KGaA zwei Hauptcontainer-Terminal-Betreiber in Hamburg. Das Hafengebiet umfasst etwa 7399Hektar (nutzbar 6480 ha), von denen 4331 Hektar (nutzbar 3412 ha) Landflächen sind. Dazu kommen 919 Hektar, die zum Teil seit Jahrzehnten stadtplanerisch für die Hafenerweiterung vorgesehen sind.
Alter Elbtunnel in Hamburg
Auch für den Hamburg-Tourismus hat der Hafen eine große Bedeutung. Angeboten werdenHafenrundfahrten mit unterschiedlichsten Schiffstypen, angefangen bei einfachenBarkassen bis zu großenSchaufelraddampfern mit Gastronomie. Anziehungskraft haben auch Aussichtspunkte rund um die Elbe (u. a.Altonaer Balkon) oder der Alte Elbtunnel.
Angesichts von Konstruktionsüberlegungen für Containerschiffsgrößen mit einem maximalen Tiefgang von mehr als 16 m wurde das Fahrwasser der Unterelbe insgesamt neunmal, zuletzt bis 2022,vertieft.
Aus der Zusammenarbeit mit Niedersachsen und Bremen zum Bau des neuen ContainerhafensJadeWeserPort hat sich die Stadt Hamburg nach dem Regierungswechsel 2001 zurückgezogen, weil die im Hamburger Hafen anstehenden Investitionsvorhaben von vordringlicher Bedeutung sind.
In direkter Anbindung an die Speicherstadt und den Innenstadtbereich wird der neue StadtteilHafenCity bebaut. Das Projekt HafenCity soll auf einer Fläche von 155 Hektar Wohnen, Arbeiten und Unterhaltung ermöglichen. Seit dem ersten März 2008 ist die HafenCity formell ein eigener Stadtteil Hamburgs. Unmittelbar zwischen der historischen Speicherstadt und der Elbe entstehen von Norden nach Süden, von Westen nach Osten 13 Teilquartiere, die die Innenstadt Hamburgs um 40 Prozent vergrößern werden.[193]
Panoramaansicht der Elbe und des Hamburger Hafens von der Kirche St. Michaelis aus
Luftaufnahme des westlichen Hamburger Hafens mit Blick auf die Containerterminals Eurogate und Burchardkai
Der internationaleFlughafen Hamburg (HAM) – eigene BezeichnungHamburg Airport (seit 2016 mit dem BeinamenHelmut Schmidt) – ist vom Passagieraufkommen der fünftgrößte und der älteste noch in Betrieb befindliche Flughafen Deutschlands.[141] Er wurde 1911 inFuhlsbüttel bei Hamburg eröffnet und liegt etwa 11 km[194] nördlich des Stadtzentrums. Etwa 60 Fluggesellschaften bedienen 125 Zielflughäfen, darunter auch die LangstreckenzieleDubai undTeheran. Der Flughafen zählt nach einem bis 2008/2009 geführten, umfassenden Ausbauprogramm zu den modernsten in Europa und ist seitdem mit derS-Bahn-Linie S1 an die Innenstadt angeschlossen. Daneben ist er über einige Buslinien desHamburger Verkehrsverbundes undFernbuslinien zu erreichen. Zudem wurde die Zahl der PKW-Parkplätze für Besucher auf 12.000 erhöht und die Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten erweitert. Am Flughafen befindet sich auch die Basis derLufthansa Technik. Wegen der Lärmbelästigung in den relativ dicht besiedeltenEinflugschneisen besteht einNachtflugverbot. Als Ersatz für den Flughafen Fuhlsbüttel ist seit den 1960er-Jahren der Bau einesneuen Großflughafens in der Nähe vonKaltenkirchen im Gespräch, der bisher nicht realisiert wurde.
Auf dem Gelände derAirbus Operations GmbH (einer Division derAirbus Group, ehemals EADS) – ca. 10 km südwestlich des Hamburger Stadtzentrums – befindet sich derWerksflugplatz Hamburg-Finkenwerder. Dort landen neben den dort endmontierten Maschinen derAirbus-A320-Familie und der zur Lackierung und Innenausrüstung der Kabine ausToulouse überführtenAirbus A380, nur Flugzeuge zur hauseigenen Versorgung, wie derAirbus Beluga sowie Verkehrsflugzeuge, die Werksangehörige von und nach Toulouse bringen.
DerFlughafen Lübeck-Blankensee (LBC) ist mit einer Busverbindung von Hamburg aus erreichbar. Obwohl er rund 70 km von Hamburg entfernt liegt, kommen nach Angaben des Flughafens etwa 40 Prozent der Fluggäste aus Hamburg.[195] Von derBilligfluggesellschaftRyanair, die von 2005 bis 2014 den Flughafen anflog, wurde er als „Hamburg-Lübeck“ bezeichnet.
Die Trinkwasserversorgung Hamburgs wird durch die 17 Wasserwerke Baursberg, Bergedorf, Billbrook, Bostelbek, Curslack, Glinde, Großensee, Großhansdorf, Haseldorfer Marsch, Langenhorn, Lohbrügge, Hausbruch, Nordheide, Schnelsen, Stellingen, Süderelbmarsch und Walddörfer sichergestellt, die vomGleichordnungskonzernHamburg Wasser betrieben werden. Je nach Jahreszeit werden täglich zwischen 250.000 und 400.000 m³ Trinkwasser bereitgestellt.[196]
In den 1990er-Jahren wurden die Gas-, Strom- undFernwärmeversorgung der Stadt Hamburg in Gestalt der HeinGas Hamburger Gaswerke GmbH sowie derHamburgische Electricitäts-Werke AG privatisiert.[197] Von 1974 bis 2001 wurde im StadtteilMoorburg ein Kraftwerk betrieben, das für die Verbrennung von Gas und Öl ausgelegt war. Dieses Kraftwerk wurde durch dasKohlekraftwerk Moorburg ersetzt, das 2015 in Betrieb genommen und im Juli 2021 stillgelegt wurde.[198]
2022 wurde mit dem Bau einer Fernwärmeleitung zu einem Standort des KupferproduzentenAurubis begonnen, mit derAbwärme aus der Kupferproduktion in das Fernwärmenetz eingespeist werden soll. Damit soll ab der Heizperiode 2024/25 der Wärmebedarf von ca. 20.000 Haushalten mit Abwärme gedeckt werden, womit jährlich ca. 100.000 Tonnen des TreibhausgasesKohlenstoffdioxid eingespart werden sollen.[199]
Hamburg ist mit demAirbus-Werk im Stadtteil Finkenwerder der größte deutsche, zweitgrößte europäische (nach Toulouse) und weltweit drittgrößte (nach Seattle und Toulouse) Flugzeugbau-Standort.[200] Einige Zulieferer wieDiehl Aerosystems sind ebenfalls in Hamburg aktiv. DerWerft-Standort Hamburg umfasst unter anderem die größeren FirmenBlohm & Voss sowieJ. J. Sietas mit den TochterunternehmenNorderwerft undNeuenfelder Maschinenfabrik, einem der weltweit führenden Hersteller von Schiffskränen. Auch Schiffbau-Zulieferer wieMuehlhan sind in der Hansestadt ansässig. DieBeiersdorf AG hat nicht nur ihren Sitz in Hamburg, sondern produziert dort auch Produkte der MarkenNivea undTesa. DasMercedes-Benz-Werk Hamburg derMercedes-Benz Group im Stadtteil Heimfeld fertigt Achsen und Komponenten für PKW. Es ging aus dem 1928 gegründetenVidal & Sohn Tempo-Werk hervor, das u. a. in den 1960er Jahren denHarburger Transporter produzierte. Die Deutschland-Tochter des niederländischenPhilips-Konzern,Philips Deutschland GmbH befindet sich in Hamburg, wo unter anderem auch Medizin-Geräte hergestellt werden. Das aus dem Philips-Konzern ausgegliederte UnternehmenNXP Semiconductors produzierte bis 2017 im Stadtteil Lokstedt Halbleiter. Inzwischen ist die Produktion unter dem Namen Nexperia ausgegliedert. NXP betreibt in Lokstedt weiterhin einen Standort für die Erforschung und Entwicklung neuer Halbleiterprodukte. Im Bereich der Rohstoffverarbeitung sind dieAurubis AG auf derPeute (Europas größte Kupferhütte),Trimet Aluminium sowie das Stahlwerk vonArcelorMittal zu nennen. Es existierenErdölraffinerien der FirmenHolborn,H&R Ölwerke Schindler undNynas. DieSasol Wax GmbH betreibt im Hamburger Hafen zwei Produktionsstandorte. Das MaschinenbauunternehmenKörber AG hat seinen Sitz in Hamburg. Zu dem Konzern gehört unter anderemHauni Maschinenbau, Weltmarktführer bei Maschinen und Anlagen für die Tabakindustrie und damit einer von mehreren sogenanntenHidden Champions in der Hansestadt. Zu ihnen gehören auch die MaschinenbauerHarburg-Freudenberger undBW Papersystems Hamburg (als E.C.H. Will in Hamburg gegründet, inzwischen Produktion in Wedel). Die Hamburger UnternehmenJungheinrich (produziert allerdings im benachbarten Norderstedt und in Lüneburg) undStill stellen (Flur-)Förderfahrzeuge her. Der Klavier- und FlügelherstellerSteinway & Sons fertigt im Stadtteil Bahrenfeld, der SchreibgeräteherstellerMontblanc im benachbarten Eidelstedt. Uhren verlassen die Manufaktur des HerstellersWempe Chronometerwerke. Der Sägen-HerstellerDolmar produziert in Jenfeld. Der Agrarprodukte-KonzernArcher Daniels Midland besitzt die Ölmühle Hamburg an der Nippoldstraße und die Palmölmühle der früheren Noblee & Thoerl GmbH in Harburg.Nestlé,Cargill undIngredion betreiben ebenfalls Produktionsstandorte in Hamburg. DieHolsten-Brauerei braut in Hausbruch Biere.
Lediglich mit der Verwaltung, nicht aber mit Produktionsstandorten in Hamburg vertreten sind die NahrungsmittelherstellerUnilever (Deutschland-Zentrale) undCarl Kühne KG sowie die Windenergieanlagen-HerstellerSenvion undNordex.
Hamburg ist das am schnellsten wachsende Tourismusziel in Europa der vergangenen zehn Jahre (Stand 2017).[201] Zwischen 2008 und 2018 stieg die Zahl der Übernachtungen um 88 %. Im Jahr 2018 verbrachten 7,2 Millionen Gäste 14,5 Millionen Nächte in den 397 gewerblichen Beherbergungsbetrieben Hamburgs. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug zwei Nächte.[202] So waren die meisten der 6,2 Millionen Besucher der Stadt im Jahr 2015 Deutsche, während etwa 1,39 Millionen aus dem Ausland kamen.[203]
Entsprechend der steigenden Übernachtungs- und Gästezahlen nahm auch das Angebotsvolumen (Bettenzahl) seit 2008 stetig zu, was wiederum für die Bedeutung Hamburgs als attraktiven Standort für den Tourismus und die entsprechenden Investitionen spricht. Trotz der Vielzahl neuer Betriebe und Betten kann die Bettenauslastung auf einem stabilen Niveau gehalten werden. Für 2018 ergibt sich eine durchschnittliche Bettenauslastung von 58,8 %.
Seit 2013 erhebt Hamburg eineKultur- und Tourismustaxe, die zu 100 Prozent in touristische, kulturelle und sportliche Projekte investiert wird.[204]
Unter anderem werdenDer Spiegel,Stern undDie Zeit in Hamburg produziert. Zahlreiche Verlage, darunter die GroßverlageGruner + Jahr sowie dieBauer Verlagsgruppe, dieVerlagsgruppe Milchstraße (mittlerweile Teil des Burda-Verlags) und derJahreszeiten-Verlag, haben hier ihren Sitz. AuchAxel-Springer kommt ursprünglich aus Hamburg, hat aber seit 1966 seinen Hauptsitz inBerlin. Insgesamt wird gut die Hälfte aller überregionalen Presseprodukte Deutschlands in Hamburg produziert. Zwei bedeutende Tiefdruckereien befinden sich im Großraum Hamburg. Dies sindGruner Druck, Itzehoe, und dieAxel Springer Tiefdruckerei, Ahrensburg, die derprinovis angehören. Außerdem hat dieDeutsche Presse-Agentur (dpa) ihren Sitz in der Hansestadt. DieARD-Redaktion für Nachrichten und ZeitgeschehenARD-aktuell produziert auf demNDR-Gelände in Lokstedt unter anderem dieTagesschau, dieTagesthemen undTagesschau24, das Informationsprogramm innerhalb der Senderfamilie der ARD.
Hamburg ist traditionell Sitz zahlreicher Firmen aus der Musikbranche, allen voran der Deutschlandzentrale vonWarner Music sowieEdel Music. Trotzdem verlor die Stadt im Sommer 2002Universal Music und den Deutschen Phonoverband an Berlin. Der ausschlaggebende Grund, dieSubventionierung des Umzugs durch Berlin, zog seitens Hamburg Kritik nach sich, da Berlin seinen Haushalt mit Hilfe desLänderfinanzausgleiches stützt, in den unter anderem Hamburg einzahlte – Hamburg hätte damit in gewisser Hinsicht die Abwanderung selbst bezahlt. Allerdings hatte Hamburg einst von der Teilung Berlins und dem teilungsbedingten Zuzug zahlreicher Unternehmen – nicht nur beim Steueraufkommen – erheblich profitiert.[206]
Weiterhin ist Hamburg Hauptsitz desNorddeutschen Rundfunks (NDR) und seiner (über die NDR Media GmbH) EnkeltochtergesellschaftStudio Hamburg, die zahlreiche Fernsehsendungen und auch Filme entweder selbst produziert,synchronisiert oder ihre Kapazitäten zur Verfügung stellt. Außerdem ist Hamburg Sitz einesZDF-,RTL- sowieSat.1-Landesstudios sowie des regionalen FernsehsendersHamburg 1.
Um die Belange der örtlichen, nationalen, wie auch internationalen Filmwirtschaft kümmert sich von staatlicher Seite dieFilmförderung Hamburg Schleswig-Holstein.
Die Sitze zahlreicher international renommierter Werbeagenturen wieScholz & Friends,Jung von Matt,TBWA, Zum goldenen Hirschen, Kolle Rebbe, Grabarz&Partner und Designagenturen, darunterPeter Schmidt Group,Landor Associates und Factor Design, machen Hamburg zu einem überregionalen Standort der Werbe- und Designbranche.
Der Informations- und Telekommunikationssektor (IT-Sektor) gehört zu den Branchen, die den Wirtschaftsstandort Hamburg prägen. Die Zahl der Unternehmen hat sich seit 1996 auf fast 8000 mehr als verdoppelt, und die Branche beschäftigt ca. 45.000 Mitarbeiter (Stand 2. Halbjahr 2006).[207] Hamburg ist einer der zentralen IT-Standorte Deutschlands.[208]
Die Branchenstruktur der Hamburger IT-Unternehmen gliedert sich in die Sektoren Multimedia, Geräteherstellung, Telekommunikation, Hard- und Softwareberatung und DV-Dienste. Die anteilsmäßig größten Zuwächse der letzten Jahre im IT-Sektor verzeichnet derMultimediawirtschaftszweig. Die Zahl der ihr zugehörigen Unternehmen ist seit dem Jahr 2000 um über 50 Prozent auf 2227 Unternehmen angewachsen (Stand 2. Halbjahr 2006).[209] Zu den bekanntesten Internetdienstleistern der Elbmetropole gehören unter anderemSinnerSchrader,Immonet oderTipp24.
Seit der Jahrtausendwende haben sich in Hamburg vermehrt Unternehmen im Bereich dersozialen Medien angesiedelt. Unter anderem habenXing,ElitePartner undParship ihren Hauptsitz in Hamburg. Unternehmen wieGoogle,Facebook,Twitter,Yelp undDropbox unterhalten Niederlassungen in Hamburg.Mit derFreenet Group hat auch ein großer deutscher Telekommunikationsdienst- undInternetanbieter in Hamburg seinen Standort. Des Weiteren umfasst die Multimedia-Branche Hamburgs Online-Vermarkter wie beispielsweiseBauer Media undQuality Channel sowie international bekannte Suchmaschinen wieGoogle Germany GmbH.
Mit 1900 Unternehmen sind die Software-Unternehmen am zweitstärksten in der Hamburger IT-Wirtschaft vertreten (Stand 2. Halbjahr 2006).[210] In Hamburg sind einige der größten internationalen und deutschen Software-Unternehmen angesiedelt, darunterIBM,Lufthansa Systems,Oracle,Adobe Inc.,Logica sowie dieSAP.
Die Rolle Hamburgs als Medienstadt kommt der IT-Branche entgegen und ermöglichtSynergien mit den verschiedenen Mediengattungen. Hamburger Institutionen wie die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, die Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH und Unternehmen der IT- und Medien-Branche haben sich in der InitiativeHamburg@work zusammengeschlossen, um die Zusammenarbeit der beiden Sektoren zu unterstützen und Neuankömmlingen einen Branchen-Überblick zu geben.
Hamburg ist der bedeutendste Bankenplatz im norddeutschen Raum. Eine von neun Hauptverwaltungen derDeutschen Bundesbank befindet sich in der Willy-Brandt-Straße (ehemals Ost-West-Straße) in Hamburg. Sie ist für die Länder Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zuständig.[211] Außerdem ist die älteste deutsche Münzprägeanstalt, dieHamburgische Münze mit dem Münzzeichen „J“, in Hamburg beheimatet.[141]
Zum öffentlichen Bankensektor gehört neben derHSH Nordbank AG (ehemals: Hamburgische Landesbank), die einen ihrer zwei Hauptsitze in der Hansestadt hat, mit derHamburger Sparkasse (HASPA) auch die größte deutsche Sparkasse. Als weiteres, deutlich kleineres Institut hat dieSparkasse Harburg-Buxtehude ihren Sitz in Hamburg. Auch der Dachverband für Hamburg und Bremen, derHanseatische Sparkassen- und Giroverband, befindet sich in Hamburg.
Zusätzlich hat die Bank desOtto-Versand, dieHanseatic Bank, ihren Sitz in Hamburg. Aufgrund Hamburgs internationaler Bedeutung als Handelsplatz sind zahlreiche ausländische Banken mit einer Niederlassung in Hamburg vertreten. In einer Rangliste der wichtigsten Finanzzentren weltweit belegte Hamburg im Jahr 2018 den 29. Platz und den zweiten in Deutschland.[212]
Die sehr lange Tradition derVersicherungswirtschaft in Hamburg wird durch das älteste Versicherungsunternehmen der Welt, die 1676 gegründeteHamburger Feuerkasse und eine von nur dreiVersicherungsbörsen weltweit, die mit der Vermittlung und dem Abschluss von Versicherungsverträgen seit Gründung der Hamburger Börse 1558 zum Börsengeschäft gehört, unterstrichen.
DieHamburger Börse wurde 1558 als erste Börse in Deutschland und vierte in Europa gegründet. Sie hat heute keine nennenswerte Bedeutung mehr für den Aktienhandel, konnte jedoch alsBÖAG ein eigenes Profil entwickeln und spezialisierte sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts auf den Handel mit Fondsanteilen.
Hamburg wird zu den führenden Kongressorten weltweit gezählt. DasCongress Center Hamburg (CCH) wurde 1973 als Deutschlands erstes Kongress- und Tagungszentrum zusammen mit einem Hotelturm,Hamburgs höchstem Haus, neben demDammtorbahnhof eröffnet. Mit einem 2008 beendeten Ausbau auf 23 Säle mit 12.500 Sitzplätzen und einer multifunktionalen Ausstellungshalle mit 7000 Quadratmetern hofft die Stadt unter die weltweit ersten zehn Kongressorte vorzurücken. Jährlich finden dort etwa 400 Kongresse, Veranstaltungen und Konzerte statt.
Nahe dem CCH und über einen überdachten Gang durch den ParkPlanten un Blomen erreichbar, befindet sich dasHamburger Messegelände. Die Hamburg Messe wurde bis zum Jahr 2008 auf elf Messehallen mit einer Fläche von 87.000 Quadratmetern erweitert. Über eine Million Besucher verzeichnen die etwa 45Messen und anderen Veranstaltungen pro Jahr. Darunter international bedeutende Fachmessen wie die traditionsreicheInternorga (Hotellerie- und Gastronomie-Fachmesse) oder die Weltleitmesse der SchifffahrtsindustrieSMM (Shipbuilding, Machinery & Marine technology), die publikumsstarke Bootsausstellunghanseboot, die 2009 zum 50. Mal stattfand.
Bei der Auslastung der Messeflächen war die Hamburg Messe im Jahr 2008 in Deutschland führend. Einschließlich der Flächen des CCH stehen insgesamt 107.000 Quadratmeter an Ausstellungsflächen zur Verfügung, die von der städtischenHamburg Messe und Congress GmbH vermarktet werden.[215][216]
Neben dem Außenhandel mit Ein- und Ausfuhr sowie dem Großhandel ist der Einzelhandel von Bedeutung. Die Geschäfte für den Massenkonsum liegen in derSpitalerstraße und derMönckebergstraße. Sehr unterschiedliche Geschäfte findet man in der StraßeNeuer Wall. Wegen des nassen Wetters in Hamburg wurde ein Netz von Einkaufspassagen aufgebaut. Sie führen von der Shoppingpassage am Mönckebergbrunnen zurEuropa Passage, zum Kaufmannshaus, zum Hanseviertel bis zur Gänsemarktpassage und andere wetterfeste Passagen.
Institutionen, öffentliche Einrichtungen und Stiftungen
Die bedeutendste Einrichtung der Vereinten Nationen in Deutschland, derInternationale Seegerichtshof, residiert in Hamburg. Er wurde 1982 eingerichtet. In ihrem Gebäude an der berühmtenElbchaussee amtieren die UN-Richter seit 1996.
Weiterhin ist Hamburg unter anderem Sitz folgender Institutionen:
Ferner sind in Hamburg dreiHauptzollämter (Hamburg-Hafen, Hamburg-Jonas und Hamburg-Stadt), zweiBundespolizeiinspektionen (1. Hamburg mit den Bundespolizeirevieren Hamburg-Hauptbahnhof, Hamburg-Altona und Hamburg-Harburg sowie 2. Flughafen Hamburg), ein Dienstsitz derGeneralzolldirektion, ein Prüfungsamt des Bundes, ein Wasser- und Schifffahrtsamt und ein Zollfahndungsamt sowie drei von neunBerufsgenossenschaften[217] angesiedelt.
Aus alter Hamburger Tradition geben einige der reichen Bürger alsMäzen ihrer Stadt etwas von ihrem Reichtum zurück, so dass es in Hamburg mehr als 1400 Stiftungen gibt, die das Leben in allen Lebensbereichen der Stadt unterstützen – auch dies ist ein Rekord in Deutschland.[218]
2010 wurden 64.044 Schüler an 178 berufsbildenden Schulen unterrichtet. 2012 beschäftigte die Stadt Hamburg 12.256 Lehrkräfte. Das Durchschnittsalter lag 2011 bei 46,02 und wird aufgrund vieler Neueinstellungen in den nächsten Jahren weiter sinken. Hamburg war damals das einzigedeutsche Land mit einem wachsenden Schulsystem. Im restlichen Bundesgebiet sanken die Schülerzahlen und damit der Bedarf an Lehrkräften. Der Senat stellte deshalb von 2013 bis 2019 zusätzliche zwei Milliarden € für Sanierungen, Neu- und Umbauten zur Verfügung. 2012 wurden mehr als 10.000 Kinder in über 400 Containern unterrichtet.[222]
Forschung
An der Grenze zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein ist der europäische RöntgenlaserEuropean XFEL entstanden. Das ForschungszentrumDeutsches Elektronen-Synchrotron (DESY) hat für die internationale Forschungseinrichtung den auf Supraleiter-Technik ausgelegten 1,7 km langen Teilchenbeschleuniger gebaut. Der Freie-Elektronen-Laser für Röntgenlicht (XFEL steht für X-ray free-electron laser) beschleunigt Elektronen auf sehr hohe Energien und regt sie anschließend zur Aussendung von hochintensiven Röntgenlaserblitzen an. Die einzigartigen Röntgenlaserblitze des XFEL eröffnen völlig neue experimentelle Möglichkeiten in der Strukturbiologie, der Chemie, der Physik und der Materialforschung. 2009 wurde mit seinem Bau begonnen, die Inbetriebnahme erfolgte 2016.[223] Rund um dieTrabrennbahn Bahrenfeld entsteht bis 2040 die Science City.[224]
Ende 2014 waren in Hamburg 12.197 Ärzte, 1.906 Zahnärzte (2013) und 1.445 Apotheker (2013) berufstätig. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Ärzte insgesamt auf 18.526 gestiegen,[225] die Zahl der Zahnärzte jedoch auf 1.790 gesunken.[226] 2015 standen in 52 (2013) Hamburger Krankenhäusern 12.407 Betten zur Verfügung, es wurden ca. 502.000 Patienten stationär behandelt. Die Bettenauslastung betrug 83,7 % und die durchschnittliche Verweildauer sank von 7,7 Tagen im Jahr 2014 auf 7,5 Tage (2015).[227] Insgesamt waren 2013 28.761 Personen in den Hamburger Kliniken beschäftigt.[228] Die Zahl der Beschäftigten ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Zum Jahresende 2022 waren rund 37.000 Personen in Hamburger Krankenhäusern beschäftigt.[229]
Im Vergleich der Bundesländer war Hamburg 2017 das Bundesland, das bundesweit unter Frauen die höchste Suizidrate hatte.[230]
Uwe Bahnsen, Kerstin von Stürmer:Die Stadt, die auferstand: Hamburgs Wiederaufbau 1948–1960. Convent, Hamburg 2005,ISBN 3-934613-89-6.
Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Freie und Hansestadt Hamburg:Hamburg. Architektur der sich wandelnden Stadt – Stadtentwicklung und Denkmalschutz. JOVIS, Berlin 2010,ISBN 978-3-86859-078-4.
Jörg Berlin (Hrsg.):Das andere Hamburg. Freiheitliche Bestrebungen in der Hansestadt seit dem Spätmittelalter.Pahl-Rugenstein Verlag, Köln 1981,ISBN 3-7609-0654-0.
Matthias Blazek:Die Geschichte des Hamburger Sportvereins von 1887: 125 Jahre im Leben eines der populärsten Fußballvereine. Mit einem besonderen Blick auf die Vorgängervereine, die Frühzeit des Hamburger Ballsports und das Fusionsjahr 1919. Ibidem, Stuttgart 2012,ISBN 978-3-8382-0387-4.
Matthias Blazek:Seeräuberei, Mord und Sühne – Eine 700-jährige Geschichte der Todesstrafe in Hamburg 1292–1949. Ibidem, Stuttgart 2012,ISBN 978-3-8382-0457-4.
Hans Bunge,Gert Kähler (Hrsg.):Villen und Landhäuser. Bürgerliche Baukultur in den Hamburger Elbvororten von 1900 bis 1935. Dölling und Galitz, München 2012,ISBN 978-3-86218-031-8.
Ulrich Alexis Christiansen:Hamburgs dunkle Welten. Der geheimnisvolle Untergrund der Hansestadt. Ch. Links, Berlin 2008,ISBN 978-3-86153-473-0.
Werner Jochmann, Hans-Dieter Loose:Hamburg, Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner. Band 2:Vom Kaiserreich bis zur Gegenwart. Hoffmann und Campe, Hamburg 1986,ISBN 3-455-08255-6.
Franklin Kopitzsch, Daniel Tilgner (Hrsg.):Hamburg Lexikon. 4., aktualisierte und erweiterte Sonderausgabe. Ellert & Richter, Hamburg 2010,ISBN 978-3-8319-0373-3.
Franklin Kopitzsch (Hrsg.):Hamburgische Biografie. Personenlexikon. Acht Bände. Christians, Hamburg/Wallstein, Göttingen 2001–2023.
Felix Krebs, Florian Schubert:Hamburgs "Baseballschlägerjahre" : rechte und rassistische Gewalt in den 1980er-Jahren: gesellschaftliche Bedingungen und staatliche Reaktionen. VSA-Verlag, Hamburg 2025,ISBN 978-3-96488-199-1.
Hermann Schnabel:Hamburg: 99× die Nummer eins. 10. Auflage. DV Druck&Design, 2004.
Rolf Stephan:Hamburg, ehemals, gestern und heute. Steinkopf, Stuttgart 1985,ISBN 3-7984-0633-2.
Daniel Tilgner (Hrsg.):Hamburg von Altona bis Zollenspieker. Das Haspa-Handbuch für alle Stadtteile der Hansestadt. Hoffmann und Campe, Hamburg 2002,ISBN 3-455-11333-8.
Erik Verg, Martin Verg:Das Abenteuer das Hamburg heißt. Der weite Weg zur Weltstadt. Ellert & Richter, Hamburg 1997,ISBN 3-8319-0137-6.
Jürgen Zimmerer, Kim Sebastian Todzi (Hrsg.):Hamburg: Tor zur kolonialen Welt: Erinnerungsorte der (post-)kolonialen Globalisierung (Hamburger Beiträge zur Geschichte der kolonialen Globalisierung), Göttingen: Wallstein 2021
↑abcBezirksverwaltungsgesetz (BezVG) vom 6. Juli 2006. 2006,HmbGVBl. Teil I 2006, Nr. 33, S. 404 (landesrecht-hamburg.de [abgerufen am 18. März 2018]).
↑Verfassung der Freien und Hansestadt Hamburg vom 6. Juni 1952.HmbBL I 100-a (landesrecht-hamburg.de [abgerufen am 22. März 2018]).
↑abAnordnung über die Einteilung des Gebiets der Freien und Hansestadt Hamburg. 7. September 1965,HmbGVBl. Teil II 1965, Amtlicher Anzeiger Nr. 181, S. 999.
↑Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Hrsg.):Statistisches Jahrbuch Hamburg 2015/2016.ISSN1614-8045,S.243 (statistik-nord.de [PDF]).
↑Zu den Brücken: In derADAC motorwelt, 11/2017, S. 23 steht die Information, dass in Hamburg 2123 Brücken vorhanden sind. Das sind aber etliche Hundert weniger als vom Statistischen Landesamt angegeben.
↑Dirck Möllmann:Politische Landschaft Elbe. „Das Gesamtkunstwerk Freie und Hansestadt Hamburg“ von Joseph Beuys. In:Alles im Fluss. Ein Panorama der Elbe. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung des Altonaer Museums für Kunst und Kulturgeschichte. Hamburg 2006,ISBN 3-927637-49-1, S. 63.
↑Klimawandel in Hamburg. In: Hamburg.de. Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, abgerufen am 18. September 2020.
↑Klimawandel global und in Hamburg. In: hamburg.de. Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, Leitstelle Klima, abgerufen am 18. September 2020.
↑Peter D. Ward:The flooded earth: our future in a world without ice caps. Basic Books, New York 2010,ISBN 978-0-465-00949-7 (englisch,worldcat.org [abgerufen am 22. Juli 2024]).
↑Jörgen Bracker:Klosterburg und Wiksiedlung – Idealplan einer erzbischöflichen Residenz im 9. Jahrhundert? In: Margareta Gorschenek, Philipp Wiesehöfer (Red.):Mit Ansgar beginnt Hamburg. Katholische Akademie Hamburg, Hamburg 1986, S. 11–34, hier S. 13.
↑Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Hrsg.):Hamburger Stadtteil-Profile 2013 (= NORD.regional.Band15). 2014,ISSN1863-9518 (statistik-nord.de [PDF;4,0MB; abgerufen am 27. Juni 2015]).
↑Roman Bucheli:«Wenn der Islam an die Macht kommt, ist ein Land verloren»: Necla Kelek. In:Neue Zürcher Zeitung. 13. November 2023,ISSN0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 23. Juli 2025]).
↑Gesinus Kloeke:Der Vokalismus der Mundart von Finkenwärder bei Hamburg. Phil. Diss. Leipzig. Hamburg 1913 (Mitteilungen aus dem Deutschen Seminar zu Hamburg I: 11. Beiheft zum Jahrbuch der Hamburgischen Wissenschaftlichen Anstalt XXX, 1912); Hugo Larsson:Lautstand der Mundart der Gemeinde Altengamme (in den Vierlanden bei Hamburg). Hamburg 1917 (1. Beiheft zum Jahrbuch der Hamburgischen Wissenschaftlichen Anstalten XXXIV. 1916: Mitteilungen aus dem Deutschen Seminar zu Hamburg III).
↑Die älteste Partnerschaft der Hansestadt. In:Hamburger Abendblatt. 4. Juni 2015, Beilage Urban Partnership, S. 2.
↑Rebecca Kresse:Partnerschaft zu Marseille: „Mit neuem Leben füllen“. In:Hamburger Abendblatt. 9. Oktober 2008, S. 14.
↑abcLasse Lassen, Tim Körner, Luis Yurdakul und Ben Bitterberg:Hamburgs Städtepartner Marseille, Prag, Dresden. In: Hamburger Abendblatt vom 17. Juli 2017, S. 13.
↑Hamburg und Marseille vertiefen ihre Partnerschaft. In:Hamburger Abendblatt, 28. September 2018, S. 12. Autorenkürzel (hspln).
↑Zur Ausbildung nach Frankreich. In: „Hamburger Abendblatt“, 5. Juni 2018, S. 12. Autorenkürzel (pum).
↑Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, Abteilung Internationale Zusammenarbeit (Hrsg.):Pulse of the city. China Time 2018, 1.–23. September. Broschüre 2018.
↑Als Erich Honecker endlich grünes Licht gab. In:Hamburger Abendblatt. 4. Juni 2015, Beilage Urban Partnership, S. 3.
↑Die Freundschaft bewährte sich bei der Moldau-Flut. In:Hamburger Abendblatt. 4. Juni 2015, Beilage Urban Partnership, S. 4. Autorenkürzel: eni.
↑Hamburg feiert zehn Jahre Partnerschaft mit Daressalam. In:Hamburger Abendblatt, 2. Juli 2020, S. 11. Autorenkürzel epd.
↑Hammonia. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 8. Dezember 1979, S. 2, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 11. Februar 2017; abgerufen am 7. Dezember 2010 (hinter Bezahlschranke, archiviert 2021 vom Internet Archive).
↑Libertatem – Freiheit in Latein. In: Hamburger Abendblatt. 30. September 2002, S. 13, abgerufen am 10. Juli 2010 (kostenpflichtig).
↑Die Kreativen und der alte Spruch. Hamburger Abendblatt, 5. Dezember 1991, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 7. Dezember 2016; abgerufen am 7. Dezember 2016.
↑abcKulturwirtschaftsbericht 2006. (PDF; 4,6 MB) In: hamburg.de. Institut für Kultur- und Medienmanagement, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 12. März 2016; abgerufen am 7. Juli 2022.
↑Hermannus Pfeiffer:Steuerzuschlag für unbebaute Grundstücke: Brachland soll sich nicht lohnen. In:Die Tageszeitung: taz. 6. Juli 2019,ISSN0931-9085 (taz.de [abgerufen am 16. März 2021]).
↑Sven Bardua:Brückenmetropole Hamburg. Baukunst-Technik-Geschichte bis 1945. Hamburg 2009, S. 15.
↑Heino Grunert:Volksparkanlagen in Hamburg. Erfolge einer sozial orientierten Stadtpolitik im 19. und 20. Jahrhundert. In:Die Gartenkunst 13 (2/2001), S. 343–366.
↑Schuldenstatistik. Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich: Bundesländer, Stichtag (ab 31. Dezember 2010), Ebenen des öffentlichen Gesamthaushalts, Haushalte, Schuldenarten. Statistisches Bundesamt (Destatis), 13. August 2020, abgerufen am 27. November 2020.
↑Kraftfahrzeuge in Hamburg 2016/2017. (PDF; 429 kB) Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, 19. Dezember 2017, abgerufen am 18. April 2018.