Haßberge | ||
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![]() Lage der Haßberge | ||
Höchster Gipfel | Nassacher Höhe | |
Lage | Bayern,Deutschland | |
Teil des | Fränkischen Keuper-Lias-Landes | |
Einteilung nach | Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands | |
Koordinaten | 50° 6′ N,10° 40′ O50.09722222222210.661111111111Koordinaten:50° 6′ N,10° 40′ O | |
Typ | Mittelgebirge |
DieHaßberge sind ein bis512,2 m ü. NHN[1] hoherMittelgebirgszug zwischenSchweinfurt undBamberg inUnterfranken undOberfranken, nördlich desMains. Das Hügelland nordwestlich von Bamberg wird durch das Maintal von seinem Schwestergebirge, demSteigerwald getrennt. Die Randhöhen beider Waldgebirge fallen steil zum Main hin ab. ZwischenEbelsbach undHaßfurt durchstößt der Fluss das Bergland in einem breiten Durchbruchstal und schafft so eine bequeme Verbindung zwischen dem Obermain und dem fruchtbaren Mittelmaingebiet.
Die Haßberge sind zentraler Teil desNaturparks Haßberge, dessen ausgedehnte Mischwälder von zahlreichen Wanderwegen durchzogen werden. DerNaturpark erstreckt sich von der ehemaligen innerdeutschen Grenze beiBad Königshofen bis zum Main beiHallstadt. Jenseits des Mains schließt sich derNaturpark Steigerwald an.
Die Region Haßberge umfasst neben dem eigentlichen, naturräumlich klar abgegrenzten Mittelgebirge auch das westliche Vorland und Teile des östlich anschließendenItz-Baunach-Hügellandes (Zeilberge).
Ungewöhnlich ist der Reichtum des Landstriches an historischenBurg- undSchlossanlagen, von denen über 40 alsRuinen erhalten blieben oder noch bewohnt werden. Mehrere ehemals stark befestigte Städte am Rand des Gebirges konnten sich ihre historischen Ensembles mit Fachwerkhäusern weitgehend bewahren, wie zum BeispielKönigsberg oderHofheim.
Die Herkunft der Bezeichnung Haßberge ist unklar. Einer Theorie zufolge wurde der Name Haßberge vom Stamm derChatten abgeleitet, der ehemals in diesem Gebiet gesiedelt haben soll. Der Stammesname Chatten wandelte sich im Lauf der Jahrhunderte zur heute gebräuchlichen NamensformHessen. Im 7. Jahrhundert n. Chr. war die Form „Hassi“ gebräuchlich. Im Hochmittelalter war dasKloster Fulda in der Region begütert. Auch die Anlage derStufenburg beiBaunach soll auf eine Vogtei des Klosters zurückgehen.
Andere Forscher sehen einen Zusammenhang mit einer „Hasenfurt“ über den Main (Haßfurt). Hier soll ein seichter Flussübergang auch „Hasenfüßen“ und „Angsthasen“ die gefahrlose Überquerung des Flusses ermöglicht haben. Auch die Deutung als „nasse Furt“ wird diskutiert.
Hasa könnte sich nachHans Bahlow auch von einer Sumpf-, Moor- und Riedlandschaft am Main ableiten. DerSprachwissenschaftlerPeter von Polenz sah sogar einen möglichen Zusammenhang mit dem FlussNassach, der bei Haßfurt in den Main mündet. Diese Vermutung wird durch den frühmittelalterlichen Gaunamen Haßgau gestützt, dessen Zentrum im Nassachtal lag.
Der SlawistHeinrich Kunstmann führte den Wortstamm auf das westslawische Wortchasa zurück, nahm also einen Zusammenhang mit der wendischen Besiedlung der Region an. Nach dieser Interpretation würde der Landschaftsname Berge der Schar, des Volkes, bedeuten.
Hans Jakob und Heinrich Kunstmann deuteten gar den Namen der am Rand des Steigerwaldes gelegenen GemeindeKnetzgau als Hinweis auf einen slawischen Urgau, der bis in den westlichen Steigerwald hineinreichte. Knetz soll auf das wendischeknedz zurückgehen, das vom althochdeutschenkunig abgeleitet sein soll. Nach dieser Theorie soll sich ein slawischer Sippenverband unter der Führung einesknedz im Maingebiet hinter der Haßberge/Steigerwald-Steilstufe angesiedelt haben (Großer und Kleiner Knetzberg). Kunstmann interpretierte die Region als die Keimzelle des sagenhaftenSamo-Reiches. Südlich des Maines sei das Gebiet weitgehend germanisch besiedelt gewesen und wurde Volkfeld genannt. Haßgau wäre also die fast wörtliche slawische Entsprechung von Volkfeld. Zwischen dem germanischen Volkfeld und dem slawischen Haßgau habe als Verwaltungsmittelpunkt der Königs-(Knedz-)gau Samos gelegen.
Die Untersuchungen Jakobs und Kunstmanns deuten darauf hin, dass das slawische Siedlungsgebiet tatsächlich sehr viel weiter nach Westen reichte, als die traditionelle, oftnationalistisch beeinflusste Forschung annahm. Hier allerdings gleich den weltgeschichtlich so bedeutsamen Ursprung des ersten slawischen Großreiches zu lokalisieren, erscheint doch etwas überzogen und vonLokalpatriotismus geprägt. Kunstmann glaubte dementsprechend, die sagenumwobeneWogastisburg als das heutige Burk beiForchheim identifizieren zu können. Die Thesen Kunstmanns wurden in der Fachwelt sehr beachtet und lange diskutiert, gelten aber gegenwärtig als weitgehend widerlegt. Allerdings wurden diese Theorien noch 2003 in den BandHaßfurt desHistorischen Atlas von Bayern aufgenommen.
Jakob Amstadt[2] stellt einen Zusammenhang mit dem althochdeutschen Adjektivhasan (grauglänzend, aschgrau) her (auch der Hase wird in Fabeln gelegentlich der „Graue“ genannt) und postuliert einen Zusammenhang mit einem germanischen (Wotans-)Kultort um weiße Pferde, die im Heiligen Wald um die Haßberge gelebt haben sollen.
Die Haßberge liegen in denunterfränkischen LandkreisenSchweinfurt,Rhön-Grabfeld undHaßberge; für den letzten Landkreis sind sie namensgebend. Einige Randbereiche gehören seit der Gebietsreform von 1972 zu den LandkreisenBamberg undCoburg.
Das Kernland des Waldgebirges mit den Forstgebieten um den Großen Haßberg, dem Bramberger Wald und dem Haßwald (Eberner Wald) erstreckt sich, vomSchloss Kleinbardorf im äußersten Nordwesten aus, wie eine große Sichel etwa 50 Kilometer in südöstliche Richtung bis zumSteigerwald südlich bzw. derFränkischen Schweiz südöstlich des Südostendes, von denen sie jeweils das Tal desMains trennt.
Die über dieNassach entwässernde, flachwellige Landschaft westlich dieses Kammes wirdHaßgau genannt und ist naturräumlich bereits Teil derGäulandschaft desGrabfelds, in dessen Kernland sie in einem schmalen Korridor nach Norden fließend übergeht.
Die Zeilberge[3] zwischen Baunach-Daschendorf,Ebern undMaroldsweisach bilden ein Gegenstück zu den Haßbergen östlich jenseits desBaunach- undWeisachtales, das ebenfalls fast komplett imNaturpark Haßberge liegt. Der lang gestreckte Höhenrücken trägt einige der bedeutendsten landschaftlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten der Region (darunter dieBurg Altenstein,Burg Lichtenstein, Burg Rotenhan und der Diebskeller bei Rabelsdorf).Die Zeilberge verbinden die Haßberge mit demItz-Baunach-Hügelland, denen sie bereits zugerechnet werden. Das Itz-Baunach-Hügelland reicht amOberen Itzgrund im Nordosten bis zur ehemaligen Residenzstadt Coburg und östlich Coburgs bis nah an dieSteinach.
Wilhelm Götz übertrug 1898 den Landschaftsnamen Haßberge auch auf die Zeilberge und das Gebiet zwischen beiden Kämmen.[4] Die so definiertenHaßberge im erweiterten Sinne reichen im Südosten bis an denUnteren Itzgrund derItz unterhalbUntermerzbachs und in Osten und Nordosten bis vor dieAlster. Zwischen den Nordrändern von Zeil- und Haßbergenim engeren Sinne kann dieWasserscheide zwischen den Baunach- und Alster/Rodach-Zuflüssen vonAllertshausen bisSternberg als Grenze des Gebietes angesehen werden.[5] Von Sternberg aus Richtung Südwesten zieht sich dann die Grenze dieser Landschaft zum Grabfeld entlang der Wasserscheide zurFränkischen Saale.
Die Haßberge im erweiterten Sinne nach dieser Definition stimmen weitgehend mit dem Naturpark Haßberge überein und umfassen, neben den Haßbergen im engeren Sinne, den kompletten Naturraum Südwestliches Itz-Baunach-Hügelland. Lediglich im Norden geht der Naturpark nennenswert über diese Landschaft hinaus und enthält auch noch Teile des Königshofener Grabfelds.[1]
Die Region Haßberge greift nach Osten deutlich über die „Haßberge im engeren Sinn“ aus. Diese erweiterte Landschaftsbezeichnung geht wohl letztlich bereits bis auf die hochmittelalterlicheWildbannschenkung KaiserFriedrich Barbarossas an dasBistum Würzburg zurück (22. März 1172). Dieserbannum ferarum, Wiltban genannt vom Cilleberg umfasste vom Zeilberg ausgehend den Bereich der Zeilberge und der mittleren Haßberge. Die Nordgrenze dieses riesigen Wildbanngebietes war der Lauf derRodach. Im Osten begrenzte die Itz den Bezirk bis an den Main. Im Westen endete der Bann am Ebelsbach. Weitere Grenzpunkte waren der Lußberg (Bamberger Bischofswald) und der – noch nicht identifizierte – „Sünderstein“. Nach Norden reichte der Bannbezirk bis zum Großen Haßberg bei Hofheim.
Der eigentliche Gebirgszug der Haßberge endet jedoch im Nordosten am Kleinen Haßberg. Naturräumlich gehört das Gebiet östlich von Bundorf und Burgpreppach zum Itz-Baunach-Hügelland, dem sogar bereits der Haubeberg bei Ebern (Burg Rauheneck) zuzuordnen ist.
Ebenso wie der Begriff Haßberge ist auch die Bezeichnung Haßgau nicht eindeutig definiert. Gegenwärtig spricht man entweder das ganze, erweiterte Haßberggebiet bis zur Itz oder auch nur den Hofheimer Gau als Haßgau an.
ImFrühmittelalter war der Haßgau einUntergau desGrabfeldgaues, dessen Zentrum wohl im Nassachtal westlich des Haßberghauptkammes lag. Östlich des Gebirges ist jedoch auchBundorf als Teil dieses Haßgaues belegt. ImHochmittelalter wurde der Haßgau dagegen mit einem weit größeren Gebiet gleichgesetzt, zu dem auch der große Wildbannbezirk vom Zeilberg gehörte. Im Nordosten erstreckte sich dieser hochmittelalterliche Haßgau bis nachHellingen beiHeldburg. Als weitere nördliche Grenzpunkte zum Grabfeld sindLauringen,Wettringen und Birkenfeld nachweisbar.
DasHandbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands führt die Haßberge alsnaturräumliche Haupteinheit der HaupteinheitengruppeFränkisches Keuper-Lias-Land. In der nachfolgenden Aufstellung der Unter-Naturräume sind der Übersichtlichkeit wegen auch die sich östlich anschließenden, ebenfalls nahezu komplett imNaturpark Haßberge gelegenen Landschaften aufgeführt:[6][7]
Geologisch gehören die Haß- und Zeilberge größtenteils zum fränkischenKeuperbergland (Germanische Trias). DerKeuper ist das dominierende Element. Durch Abtragungsvorgänge wurden die harten Ablagerungsschichten über dem Grundgebirge herauspräpariert und so das heutige Relief geformt. DieseErosionskräfte schufen auch den steilen Westabfall des Berglandes zum Schweinfurter Gau.
Aus demTertiär stammen dievulkanischenBasalte derHeldburger Gangschar. Noch heute belegt vor allem der markante Bramberg zwischen Königsberg und Ebern die vulkanischen Aktivitäten in diesem Hügelland. Ein großer Basaltsteinbruch wird noch auf dem Zeilberg über Maroldsweisach weiterbetrieben. Andere kleinere Basalt- und Sandsteinbrüche wurden aufgelassen, einige werden noch ausgebeutet. Besonders derSandstein aus den Haßbergen gilt als wertvoller Werkstein, der etwa auch bei der Errichtung desReichstagsgebäudes inBerlin oder desFrankfurter Hauptbahnhofes Verwendung fand (Burgpreppacher Sandstein). Die Basaltvorkommen werden größtenteils zu Straßenschotter verarbeitet.
Nördlich der ehemaligen KreisstadtEbern bilden talwärts gerutschteRhätsandsteinblöcke mehrere ausgedehnte Felsenmeere (Burg Lichtenstein, Diebskeller). Die zerklüfteten Felsformationen wurden imHochmittelalter teilweise zur Anlage einiger burgenkundlich bedeutenderFelsburgen verwendet (Burg Rotenhan,Teufelsstein). Der instabile geologische Untergrund gefährdet noch in der Gegenwart einige Gemeinden. Besonders betroffen ist das Bergdorf Altenstein, wo noch Ende des 20. Jahrhunderts ein Teil der großen Burgruine (Burg Altenstein) einstürzte. Die Anlage wurde anschließend gesichert.
Das Landschaftsbild ist eher unspektakulär, wird aber wegen der kulissenhaften Gruppierung der dicht bewaldeten Bergrücken von vielen Besuchern als besonders reizvoll empfunden. Das Relief ist als Folge des gestörten Bodenaufbaus oft unruhig und kleinräumig verengt.
Gegen den Main und nach Westen fällt das kleine Gebirge in einer Stufe steil zum Vorland ab, während es nach Norden und Osten wesentlich sanfter ausläuft. Der Ostabfall wird von zahlreichen Bächen zergliedert. Gegenüber dem Main steigt das dünner besiedelte Schwestergebirge des Steigerwaldes empor, nördlich desItztals beginnt derFränkische Jura, der besonders von den Randhöhen der Zeilberge zwischen Ebern und Lichtenstein gut zu überblicken ist (Staffelberg, Oberes Maintal).
Einen guten Überblick über das Hügelland bieten einige Aussichtsplätze und Türme wie etwa derAussichtsturm auf der Schwedenschanze bei Hofheim oder die Burg Altenstein bei Maroldsweisach. Vom nahen Zeilberg ermöglicht der Rundweg („Steinerlebnispfad“) um den Steinbruch weitere Ausblicke. Von dort bietet sich zusätzlich ein Panorama derRhön und desThüringer Waldes. Weiter nördlich steht bei Zimmerau der „Bayernturm“ an der ehemaligen Zonengrenze. Die Aussichtswarte ermöglichte der Bevölkerung bereits vor der Wiedervereinigung einen Blick hinüber in die ehemals unzugänglichen Sperrgebiete Südthüringens.
Die Städte liegen alle am Gebirgsrand. Nur Ebern ist vollständig in die Randhöhen der Haß- und Zeilberge eingebettet. Das Innere der Haßberge ist weitgehend Bauern- und Waldland, zahlreicheMühlen beleben das Landschaftsbild. Die Region im Südosten (Lautertal umKirchlauter) wirdHeilige Länder genannt.
Zu denErhebungen der Haßberge bzw. desNaturparks Haßberge gehören (sortiert nach Höhe in Meter):
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Außerdem:
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Zu denFließgewässern in und an den Haßbergen gehören dieFränkische Saale im Norden,Baunach im Osten,Itz im Nordosten,Lauter im Südosten,Main im Süden sowieNassach undLauer im Westen.
Zu denOrtschaften in und an den Haßbergen gehören (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden):Bad Königshofen im Norden,Maroldsweisach undEbern im Osten,Baunach undHallstadt (beiBamberg) im Südosten,Ebelsbach undZeil am Main im Süden,Haßfurt,Königsberg in Bayern undHofheim in Unterfranken im Südwesten,Stadtlauringen im Westen sowieSulzfeld im Nordwesten.
Neben den strukturreichen Mischwäldern um Ebern, Rentweinsdorf und Kirchlauter sind besonders dieEichen-,Erlen-,Buchen- undEschenwälder bei Bundorf und Bramberg zu erwähnen.Naturwaldreservate wurden am Kraiberg und am Stachel eingerichtet. Insgesamt beträgt der Waldanteil in den Haßbergen über 40 Prozent der Gesamtfläche. Fernwanderern ermöglicht der nahezu nahtlose Zusammenhang der drei Naturparks Haßberge, Steigerwald und Frankenhöhe ausgedehnte mehrtägige Touren durch diefränkische Natur- und Kulturlandschaft.
Neben den typischen heimischenLaubbäumen bestimmen auch dieStreuobstgürtel an den Ortsrändern und zahlreicheObstwiesen das Landschaftsbild.
Am Haßbergtrauf (Maintal) wird noch ergiebigerWeinbau betrieben. Die Weine werden in einigenHeckenwirtschaften ausgeschenkt. Die Haßberge bilden die Grenze zwischen dem sogenannten „Weinfranken“ und dem oberfränkischen „Bierfranken“, dem auch die nördlichen und mittleren Haßberge zuzurechnen sind. Hier wurde allerdings bis um 1700 gebietsweise ebenfalls Wein angebaut.
Im Westen der Haßberge kommen noch seltene Pflanzenarten wie das GroßeAdonisröschen und der Purpurklee oder dieOsterluzei vor. Nach Osten und Südosten nimmt der Waldanteil zu. In den schmalen Wiesentälern der Haßberghochfläche wachsenWollgräser,Feuchtwiesenknabenkräuter und einigeOrchideenarten.
Die kleinteilige Natur- und Kulturlandschaft wird durch einigeLandschaftspflege- undBeweidungsprojekte gepflegt oder wiederhergestellt. Besonderes Gewicht kommt hier derWanderschäferei zu. AuchZiegen undRinder werden als natürliche Landschaftspfleger eingesetzt. DieLandwirte pflegen und rekultivieren zusätzlich aufgelassene Landschaftsbestandteile wie alteWeinberge oder ehemalige Streuobstwiesen und gewinnen so wertvolleBiotope zurück. Der Naturpark finanziert solche Pflegemaßnahmen bis zu 70 Prozent und sichert den Landwirten damit erhebliche Zusatzeinnahmen.
Besonders im Bundorfer Forst konnten sich größereRotwildbestände halten. DieWildschweinbestände im Naturpark begegnen dem Wanderer nur sehr selten. Meist deuten nur Wühlspuren im Boden auf die Aktivitäten der Rotten hin.
Die Quellbäche und Gräben werden von zahlreichenLurchen, besondersFeuersalamandern undGelbbauchunken bevölkert. Auf die oft hervorragende Wassergüte weisen besonders die bedeutendenFlusskrebsbestände der Haßberge hin. Im Westen des Hügellandes kann man gelegentlichSchlingnattern beobachten.
Die großen Forste und feuchten Wiesentäler bieten einigen gefährdeten Vogelarten Schutz und Lebensraum. Neben Mittelspechten undNeuntötern,Waldschnepfen undUhus besuchen auchWeiß- undSchwarzstörche die Region.
Fraßspuren und Baumschäden am Main beweisen, dass auch derBiber langsam wieder in die Haßberge zurückkehrt.
Dass die Haßberge schon seit langer Zeit von den Menschen aufgesucht wurden und besiedelt sind, ist unter anderem an der Ruine derBurg Bramberg, die auf dem Bramberg (494,3 m) steht, an der Ruine derBurg Rauheneck, die sich auf dem Haubeberg (428 m) befindet, amBurgstall Rottenstein, der östlich vonAidhausen-Rottenstein liegt, und an derRuine Wildberg zu erkennen, die auf einer nordwestlichen Erhebung der Landschaft steht. Außerdem befinden sich in den Haßbergen das SchlossBettenburg, das nordöstlich von Hofheim errichtet wurde, sowie weitere alte Bauwerke und Bauwerksruinen.
Die ältesten prähistorischen Siedlungszeugnisse in den nördlichen Haßbergen stammen aus derBronzezeit. Hügelgräber dieser Epoche sind etwa bei Leuzendorf nachgewiesen. Aus derHallstattzeit datieren dieGrabhügel im Daschendorfer Forst.
Der Bereich der südlichen Haßberge wurde jedoch bereits in derAltsteinzeit vom Menschen besiedelt. So konnten etwa bei Zeil und RömershofenFaustkeile und Schaber dieser Epoche geborgen werden. In dieMittelsteinzeit werden dieMikrolithen (Kleingeräte) von Krum und Zeil datiert, die Exemplare aus Haßfurt dagegen insJungpaläolithikum. Bei Holzhausen fanden sich Siedlungszeugnisse derbandkeramischen Kultur und der darauf folgendenRössener Kultur. DieGlockenbecherkultur der Jungsteinzeit wird durch Streitaxtfunde u. a. bei Zeil und Bischofsheim repräsentiert.
Die Bronzezeit setzt in Franken generell erst relativ spät mit derHügelgräberbronzezeit ein. Ein sehr umfangreicher Fundkomplex dieser Zeitstellung wurde beiStettfeld entdeckt. Das Maintal diente auch in der frühen Eisenzeit als Siedlungsplatz.Hallstattzeitliche Siedlungen wurden in Augsfeld und Stettfeld dokumentiert. Aus derkeltischenLatènezeit stammt der Münzfund beiWülflingen im Haßbergvorland. Um die Zeitenwende überlagerten schließlich vordringende germanische Stämme die keltische Bevölkerung im Maingebiet.
Die vorchristlichen Siedlungszeugnisse im Haßbergvorland finden sich vor allem im Gebiet zwischen Horhausen und Zeil am Main. Möglicherweise steht dieser Befund in Zusammenhang mit einer Mainfurt zwischen Horhausen undTheres, die als Nord-Süd-Verbindung eine wichtige Rolle gespielt haben könnte.
Im Hügelland haben sich noch einige vor- und frühgeschichtliche bzw. frühmittelalterlicheWallanlagen erhalten, deren genaue Zeitstellung allerdings meist spekulativ ist. Sehr gut im Gelände zu verfolgen ist derRingwall auf der Schwedenschanze bei Hofheim. Zwischen Altenstein und Lichtenstein liegen etwas abseits des Burgenkundlichen Lehrpfades zwei Bodendenkmäler im Wald, die beide als „Alte Burg“ bezeichnet werden (Alte Burg (Altenstein),Alte Burg (Hafenpreppach)). Am Nordwestrand der Haßberge steigt der markante Judenhügel auf, dessen mächtige Wallanlagen einen der größtenJudenfriedhöfe Bayerns umgeben. Das eindrucksvolle Wallsystem entstand möglicherweise in seiner erhaltenen Form während derUngarnstürme des 10. Jahrhunderts n. Chr. Die Siedlungsspuren auf dem Berg reichen allerdings bereits in die Vorgeschichte zurück.
Diefrühmittelalterliche Besiedlung der Haßberge belegen u. a.merowingischeReihengräber inMürsbach. Aus derkarolingischen Epoche stammen die Gräber in Fischbach bei Ebern.
Nach dem Zerfall desThüringer Herzogtums im frühen 8. Jahrhundert drangenfränkische Siedler entlang der Mainachse bis in die Haßberge vor und überlagerten diealtthüringische Vorbevölkerung. Gleichzeitig strömten von Ostenwestslawische Stämme bis in den Schweinfurter Gau. Die Westwanderung dieser Bevölkerungsteile wurde hauptsächlich durch das Vordringen derAwaren ausgelöst. Die fränkischen Grundherren erlaubten diesen „Wenden“ oft die Ansiedlung und stellten sie sogar teilweise den übrigen Reichsangehörigen gleich. Teilweise wurden wohl auch planmäßig slawische Kriegsgefangene zur Siedlungsgründung herangezogen. Zahlreiche Ortsnamen mit der Endung –wind künden noch von diesen Vorgängen. So weist etwa der Name der GemeindeDitterswind auf die Ansiedlung vonWenden durch einen fränkischen Grundherren Dieter oder Dietrich. Diese Slawensiedlungen finden sich hauptsächlich im Norden und Osten der Haßberge (Bischwind,Geroldswind, Kurzewind,Voccawind). Auch der Ortsname Ibind bei Burgpreppach geht auf slawische Ursprünge zurück. Ursprünglich hieß das Dorf „Immenwinden“. Die wendischen Ursiedler widmeten sich hier offenbar bevorzugt der Bienenzucht undImkerei.
DieGermanisierung der Main-Rednitzwenden war wohl bereits kurz nach der Gründung desBistums Bamberg weitgehend abgeschlossen. Das Bistum entstand hauptsächlich als Stützpunkt derSlawenmission.
Die Bistumsgründung führte wiederum zu erheblichen Konflikten mit demHochstift Würzburg. Das bereits 741 entstandeneBistum Würzburg versuchte in der Folge, seinen Einflussbereich militärisch gegen Bamberg abzusichern. Auf den Höhen der Haßberge entstanden zahlreicheBurganlagen, die mit ritterlichenDienstleuten besetzt wurden. Teilweise bemächtigte man sich auch gewaltsam der Sitzeedelfreier Familien, die mit dem Bistum Bamberg kooperierten (Burg Bramberg).
Die hochmittelalterlichen Adelsippen in den Haßbergen verzweigten sich in zahlreiche Nebenlinien. In der Gegenwart künden noch über 40 ehemalige Burgen und Edelsitze von den komplizierten Herrschaftsverhältnissen in diesem Raum.
Zusätzlich wurden einige befestigte Städte und Märkte als Verwaltungs- und Wirtschaftszentren angelegt. Am Rand der Haßberge konnte sich mit besondersSeßlach seinen mittelalterlichen Mauerring nahezu vollständig bewahren. Auch im benachbarten Ebern sind noch umfangreiche Teile der starkenStadtbefestigung erhalten geblieben. Beide Städte gehörten dem Hochstift Würzburg.
Ab dem 16. Jahrhundert lagen die Haßberge im Gebiet desFränkischen Reichskreises. Im selben Jahrhundert wurde für die Ritterschaften derFränkische Ritterkreis ins Leben gerufen. Während desDeutschen Bauernkrieges (1525) kam es auch in den Haßbergen zu gewalttätigen Ausschreitungen. Die Aufständischen zerstörten und plünderten zahlreiche Ansitze des Adels, gegen dessen Übermut sich die Erhebung hauptsächlich richtete. Nach der blutigen Niederschlagung der Revolte (Schlacht bei Königshofen) begab sich der Würzburger Bischof auf eine Strafexpedition durch sein Stiftsgebiet. Die Rädelsführer des Aufstandes wurden auf den Marktplätzen der Städte öffentlich enthauptet. Auch im Hochstift Bamberg wurde nicht weniger blutig Gericht gehalten.
DerAdel nutzte die günstige Gelegenheit und versuchte meist erfolgreich, die Bindungen an dieHochstifte aufzukündigen. Im Laufe der Jahrhunderte hatten die Rittergeschlechter zusätzlich zu ihrenLehen umfangreichen Eigenbesitz (Allod) erworben. Die Zerstörungen des Bauernaufstandes wurden durch vielfach weit überhöhteSchadenersatzforderungen ausgeglichen. Zahlreiche neue Schlossbauten entstanden unter Verwendung dieser unrechtmäßig eingeforderten Summen. Viele der ehemaligen bischöflichen Dienstmannen schlossen sich zudem derReformation an, um sich auch in konfessioneller Hinsicht von den alten Bindungen zu lösen.
Als Stützpunkte derGegenreformation mussten sich die Städte bewähren. Hier wurde die Ausbreitung des evangelischen Bekenntnisses gewaltsam unterdrückt. Viele evangelische Bürger mussten in protestantische Territorien abwandern. Hier bot sich vor allem das evangelische Städtchen Königsberg zwischen Ebern und Haßfurt an.
Inmitten der Gebiete der Hochstifte lagen die winzigen Herrschaften des Adels, die sich in derReichsritterschaft zu etablieren begannen, also nur noch denKaiser als Oberherren akzeptierten. Die Bevölkerung musste hier die Konfession ihrer Herren übernehmen.
Bis zum Ende desAlten Reiches zerfiel das Gebiet immer weiter in kleinere Einheiten. Diese territoriale Zergliederung (Fragmentierung) ist kennzeichnend gewesen. Neben den Einflussbereichen der beiden Bistümer, der Mediate des Bistums Bamberg (KlösterBanz,Langheim, Michelsberg,Dompropstei Bamberg) und der Reichsritterschaft lag die sächsischeExklave Königsberg am Rand des Hügellandes.
Die Städte entwickelten sich zu typischen Ackerbürgerstädten. Die Bürger betrieben also zusätzlich zu ihrenHandwerken auch dieLandwirtschaft. Neben den Wohngebäuden innerhalb derStadtmauern haben sich oft noch die großen Tore erhalten, die den bäuerlichen Karren und Wägen die Einfahrt in den Innenhof ermöglichten. Die landwirtschaftlichen Produkte wurden inScheunen und Nebengebäuden gelagert und teilweise auf den Märkten weiterverkauft. Der Mark Rentweinsdorf wurde angeblich bereits 1248 mit den entsprechenden Privilegien begabt. Weitere Marktorte waren u. a. Ebern, Seßlach, Pfarrweisach, Maroldsweisach, Burgpreppach, Haßfurt, Zeil und Königsberg.
Seit dem 15. Jahrhundert organisierten sich die Handwerker inZünften. 1484 wurde etwa die EbernerFärber- undTuchmacherzunft begründet. Ein besonders reiches Zunftleben entfaltete sich in Seßlach. Im Stadtarchiv haben sich die Ordnungen derBäcker,Büttner,Drechsler, Leinweber, Maler und Bildhauer,Metzger, Müller, Schlotfeger,Schlosser,Schreiner, Schneider,Steinhauer, Schuster, Wagner und Ziegler erhalten. Auch in den Herrschaften der Reichsritter schlossen sich die Handwerker in Zünften zusammen. Weberzünfte existierten u. a. in Eyrichshof und Altenstein, Schlosser- und Wagnerzünfte in Rentweinsdorf und Stöckach. In Hafenpreppach gab es dem Ortsnamen entsprechend eine Hafnerzunft (Töpferei), eine Bäckerzunft in Gereuth und Rügheim.
Neben der Landwirtschaft und den Handwerken war vor allem dieWaldwirtschaft eine der ergiebigsten Einnahmequellen. Große Forstgebiete befinden sich noch bis in die Gegenwart im Besitz von Städten, Gemeinden und desLandadels. Das Baunach-Itz-Hügelland wird weitgehend von großen Mischwäldern bedeckt, die nur von den schmalen Flusstälern und den Rodungsinseln unterbrochen werden.
Während desDreißigjährigen Krieges war besonders der Baunachgrund von zahlreichen Truppendurchzügen und Einquartierungen betroffen. Die Soldaten verbreiteten zudemSeuchen wie etwa diePest in den Städten und Dörfern. Wie anderen Ortes kam es zu zahlreichenVergewaltigungen undTotschlägen. Einige Dörfer wurden sogar vollständig entvölkert.
Das bambergische Städtchen Zeil entwickelte sich zwischen 1616 und 1631 zu einer Hochburg derHexenverfolgung im Hochstift Bamberg. Der fanatische „Hexenbrenner“ FürstbischofJohann Georg II. Fuchs von Dornheim ließ viele, vor allem wohlhabende Bürger seiner Residenzstadt nach Zeil überführen, dort aburteilen und hinrichten. Die oft beträchtlichen Vermögen wurden von den Hexenrichtern eingezogen. Die Bürgerschaft musste in den Türmen der Stadtbefestigung zusätzliche Arrestzellen einrichten, um der Flut der Angeklagten Herr zu werden. Unter derFolter beschuldigten vor allem die zahlreichen verdächtigen Frauen oft Mitbürger und Verwandte, die dann ebenfalls dem Wahn zum Opfer fielen. Insgesamt wurden etwa 1000 Menschen -davon ungefähr 750 Frauen – während der Hexenverfolgungen im Hochstift Bamberg ermordet. Die Verbrechen konnten erst durch das Eingreifen desReichshofrates beendet werden.
Nach demWestfälischen Frieden begann jedoch besonders in den Gebieten des Hochstifts Würzburg ein bemerkenswerter Aufschwung, der mit dem „Wirtschaftswunder“ nach dem Zweiten Weltkrieg vergleichbar ist. Unter der Regierung desFürstbischofs Johann Philipp von Schönborn entwickelte sich das Hochstift zum „obrigkeitlich betreuten Wohlfahrtsstaat merkantilistischer Orientierung“ (Otto Meyer).
Die Bevölkerungsverluste wurden teilweise durch die Ansiedlung vertriebenerSchlesier undBöhmen ausgeglichen. „Osteuropäische“ Familiennamen in den Haßbergen gehen also nicht nur auf den Zuzug derHeimatvertrieben nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Die protestantische Reichsritterschaft nahm zudem zahlreichejüdische Familien in ihren Herrschaftsgebieten auf, die aus den katholischen Hochstiften vertrieben worden waren. Dies geschah allerdings nicht aus purer Menschenfreundlichkeit. Die „Schutzjuden“ mussten hohe Schutzgelder und Abgaben errichten, waren also eine lukrative Einnahmequelle der Grundherren. Bis zum Zweiten Weltkrieg betrug der jüdische Bevölkerungsanteil in solchen reichsritterschaftlichen Dörfern bis zu 60 Prozent. So stammen etwa die Vorfahren des ehemaligen amerikanischen AußenministersHenry Kissinger aus Ermershausen bei Maroldsweisach. Im 19. Jahrhundert konvertierten auch in den Haßbergen einige jüdische Familien zum christlichen Glauben. Diese Geschlechter sind rasch in der fränkischen Bevölkerung aufgegangen. Heute erinnern besonders dieSynagoge in Memmelsdorf (Ufr.) und einige Friedhöfe (Jüdischer Friedhof Ebern, Jüdische Friedhöfe Ermershausen, Burgpreppach u. a.) an die ehemalige Bedeutung des Landjudentums in den Haßbergen. Zu den größten derartigen Friedhofsanlagen Bayerns zählt der Gottesacker auf dem Judenhügel bei Kleinbardorf.
Es entfaltete sich eine reiche Bautätigkeit, die das Bild zahlreicher historischer Ortskerne bis heute prägt. ImFachwerkbau wurden prächtige Figurationen mit Andreaskreuzen, Rauten und Feuerböcken entwickelt. Eines der bedeutendsten Denkmäler dieser Epoche ist der Schaugiebel des Rathauses in Ebern. Das am Rande der Haßberge gelegene Mürsbach wird zu den wertvollsten dörflichen Ensembles Frankens gerechnet. Weit über die Grenzen der Region bekannt ist das Fachwerkstädtchen Königsberg, das als ehemalige sächsische Exklave eine historische Kuriosität im territorialen Fleckerlteppich des Gebirges darstellt.
Weitere Unruhe brachten im 17. und 18. Jahrhundert die Heereszüge während desÖsterreichischen Erbfolgekrieges, desSiebenjährigen Krieges und derNapoleonischen Kriege. Besonders der Durchzug kaiserlicherKroaten blieb im Volksbewusstsein bis in die Gegenwart lebendig. Das in der Region volkstümliche Schimpfwort „Kravatt“ wird allerdings nur noch selten verwendet.
Nach demFrieden von Lunéville wurden die beiden Hochstifte Bamberg und Würzburg 1802/03säkularisiert und von bayerischen Truppen besetzt. Der siegreicheNapoleon hatte den großen Territorialherren zum Ausgleich für die anFrankreich abgetretenen linksrheinischen Gebiete die Einverleibung der Hochstifte und Klöster gestattet.
Auch die freien Reichsritter verloren mit dem Ende des Alten Reiches ihre Selbstständigkeit und ihren kaiserlichen Schutzherren. Das ehemalige Hochstift Würzburg wurde als „Großherzogtum Toskana“ (Großherzogtum Würzburg) zwischen 1806 und 1814 vonErzherzog Ferdinand von Österreich (Großherzog von Toskana) regiert. Dieser Kleinstaat wurde allerdings bereits 1814/15 wieder aufgelöst und in das zwischenzeitlich entstandeneKönigreich Bayern überführt. Das Großherzogtum Würzburg stand während derBefreiungskriege auf der Seite Napoleons, der im Oktober 1813 in derVölkerschlacht bei Leipzig geschlagen worden war.
Während derRevolution von 1848 mussten einige Liberale aus den Haßbergen ihre Teilnahme am Bamberger Demokraten-Kongress mit kürzeren Haftstrafen büßen. Sonstige revolutionäre Umtriebe wurden von den damals entstandenenBürgerwehren im Keim erstickt.
Der preußisch-österreichische „Bruderkrieg“ (Deutscher Krieg) von 1866 verschonte die Haßberge weitgehend. Nur das naheKönigshofen im Grabfeld war von größeren Kampfhandlungen betroffen.
DerDeutsch-Französische Krieg von 1870/71 kostete einige Soldaten aus den Haßbergen das Leben. Weitaus zahlreicher waren die Verluste desErsten Weltkrieges, wo allein das Städtchen Ebern 41 Gefallene zu beklagen hatte.
Die Revolutionszeit der Jahre 1918/19 verlief dennoch eher ruhig im Baunach-Itz-Hügelland. Nach der Ermordung des MinisterpräsidentenKurt Eisner flüchtete der Bayerische Landtag im Februar 1919 nach Bamberg. Aus den erstenReichstagswahlen (1920) gingen die konservativen Parteien in den Haßbergen als Sieger hervor.
Im Juli 1920 vereinigte sich derFreistaat Coburg nach einerVolksabstimmung mit Bayern. Seitdem gehört auch das Fachwerkstädtchen Königsberg zum heutigen Freistaat, das lange als Exklave desHerzogtums Sachsen-Coburg und Gotha inmitten Frankens lag.
Die Inflation von 1923 und die Weltwirtschaftskrise 1929/32 stärkte die nationalsozialistische Bewegung. Die Wahl von 1933 bestätigte allerdings die konservativeBayerische Volkspartei als dominierende politische Gruppierung. DieNSDAP erreichte etwa ein Drittel weniger Prozentpunkte. Die ersten NSDAP-Ortsgruppen entstanden bereits in den Zwanziger Jahren.
Während desZweiten Weltkrieges fielen einige Hundert Krieger aus den ehemaligen LandkreisenEbern,Haßfurt undHofheim. Die Frontsoldaten fehlten besonders in der Land- und Forstwirtschaft und wurden durch zahlreicheFremdarbeiter undKriegsgefangene ersetzt. Diese Hilfskräfte mussten unter oft menschenunwürdigen Bedingungen inBarackenlagern hausen. Einige wenige Fremdarbeiter wurden hingegen gut von ihren bäuerlichen Dienstherren behandelt und blieben nach dem Krieg in der Region.
Die reiche jüdische Vergangenheit der Haßberge wurde während der NS-Diktatur nahezu vollständig ausgelöscht. Die jüdische Bevölkerung wurde in dieVernichtungslager deportiert und ermordet. Einigen Einzelpersonen und Familien gelang die rechtzeitige Auswanderung nach Amerika oderPalästina. Zahlreiche Juden sind allerdings bereits im 19. und frühen 20. Jahrhundert emigriert. Die oft bettelarmen Landjuden aus den ehemals reichsritterschaftlichen Dörfern fristeten ihr Dasein meist als Viehhändler,Kleinbauern oderHausierer.
Im April 1945 stießen die amerikanischen Streitkräfte in die Haßberge vor. Die Besetzung verlief weitgehend unblutig. Bis auf die Bombardierung derHaßfurter Mainbrücke waren keine größeren Zerstörungen zu verzeichnen. Kurz vor Kriegsende erschossen durchziehendeSS-Verbände noch vier deutscheDeserteure im Hof des Eberner Gefängnisses.
DieTeilung Deutschlands rückte die Region aus der Mitte des Landes an den Rand der neu entstehendenBundesrepublik. Die Haßberge verloren ihr historisches Hinterland im fränkischen TeilSüdthüringens. Trotz dieser ungünstigen Lage imZonenrandgebiet siedelten sich zahlreiche Heimatvertriebene an. Große Neubaugebiete wuchsen um die historischen Siedlungskerne der Städte im Maintal. Ein besonderer Siedlungsschwerpunkt im Norden war Ebern. Hier entstand während des Krieges ein Zweigwerk der Schweinfurter FirmaKugelfischer, das während des „Wirtschaftswunders“ erweitert wurde. Bis in die Gegenwart ist dieser Autozulieferer einer der größten Arbeitgeber in den Haßbergen (FTE automotive).
Durch dieGebietsreform von 1972 wurden die drei Altlandkreise Ebern, Haßfurt und Hofheim aufgelöst und größtenteils zum Landkreis Haßberge zusammengefasst. Einige Randgebiete des Landkreises Ebern gehören seitdem zu den KreisenBamberg undCoburg inOberfranken. Der Landkreis Haßberge selbst greift über den Main nach Süden in den Steigerwald aus.
Die unerwarteteWiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde auch in den Haßbergen zuerst sehr positiv aufgenommen. Allerdings drängten rasch Arbeitssuchende aus denneuen Bundesländern in die Industriestandorte des strukturschwachen Hügellandes, was gelegentlich zu Spannungen führte.
Strukturelle Probleme entstanden zudem Ende des 20. Jahrhunderts durch die Verlagerung zahlreicher Industriearbeitsplätze ins Ausland und die Auflösung einiger Ämter, etwa durch die bayerische Forstreform. Zusätzlich wurde derBundeswehrstandort Ebern (Balthasar-Neumann Kaserne) aufgegeben. Auf dem großen angeschlossenen Standortübungsplatz sollte ein großerMotorsport- undOffroad-Park entstehen. Diese stark umstrittenen Pläne wurden zwischenzeitlich aufgegeben.
Auch zwei Jahrzehnte nach dem Fall der Grenze orientiert sich die Region noch weitgehend nach Süden und Westen, wo dieOberzentren Bamberg und Schweinfurt weitere Erwerbs- und Einkaufsmöglichkeiten bieten. Nach der Jahrtausendwende wurden Teile der Haßberge gar in die „Metropolregion Nürnberg“ einbezogen.
Die Haßberge bieten dem Besucher eine ungewöhnliche Fülle historischer Denkmäler und Sehenswürdigkeiten. Das etwas im touristischen Schatten des Weltkulturerbes Bamberg gelegene Gebiet wird noch weitgehend von seiner traditionellen Bauernkultur geprägt. In vielen Dörfern scheint die Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg stehen geblieben zu sein. Die Dorfbilder sind überwiegend nicht durch Neubauten aufgebrochen, noch dominiert die heimische Fachwerkbauweise. Oft führen reich verzierte Hoftore in die bäuerlichen Arbeitsbereiche. Das bekannteste dieser Tore hat sich in Baunach erhalten. Die „Hölzernen Männer“ stehen allerdings nicht mehr an ihrem ursprünglichen Standort.
Neben der bäuerlichen bestimmt die Adelskultur das Bild der Kulturlandschaft. In nahezu jedem Dorf findet sich ein kleinerer oder größerer Adelssitz. Etwa ein Viertel aller Schlösser Unterfrankens stehen in den Haßbergen oder im unmittelbaren Vorland. Die ursprünglichen Stammsitze der vielen Adelssippen haben sich meist nur als Ruinen erhalten. Die Südburg der großenGanerbenburgLichtenstein über Pfarrweisach wird jedoch noch bewohnt. Mit derBurg Brennhausen an der Grenze zum Grabfeld blieb ein besonders markantes Beispiel spätmittelalterlicher Profanarchitektur erhalten. Einsam in den Wäldern liegen die RuinenRauheneck,Bramberg,Wildberg,Stufenburg,Rotenhan undSchmachtenberg. Landschaftsbeherrschend thront die BurgruineAltenstein über dem Weisachtal. Stark erneuert präsentieren sich die Reste derBurg Königsberg über dem gleichnamigen Fachwerkstädtchen.
Von den frühneuzeitlichen undbarocken Schlössern sind besonders die Anlagen inBirkenfeld,Burgpreppach,Eyrichshof,Friesenhausen,Gereuth,Heilgersdorf.Kirchlauter,Rentweinsdorf undWetzhausen zu nennen. Eine Innenbesichtigung dieser in Privatbesitz befindlichen Anlagen ist allerdings meist nicht möglich. Selbst eine Außenbesichtigung wird von einigen Eigentümern nur widerwillig geduldet. Die alten Adelsfamilien verfügen noch bis in die Gegenwart über ausgedehnten Grundbesitz im Waldgebirge und werden vielerorts noch als Dorfpatrone anerkannt.
Die ehemaligen Amtsstädte der beiden Hochstifte und das „Klein-Rothenburg“ Königsberg konnten sich ihre historischen Stadtbilder gut bewahren. In Ebern und Seßlach zeugen die starken Stadtbefestigungen von den zahlreichen politischen Konflikten dieser Region. Der Eberner Grauturm mit seinem Glockenspiel gilt als einer der schönsten Tortürme Deutschlands.
Aus der Fülle der zahlreichen Sakralbauten sind dieromanische KircheSt. Michael inObermerzbach und die gotischenPfarrkirche St. Laurentius in Ebern,Marienkirche in Königsberg undPfarrkirche St. Kilian in Haßfurt hervorzuheben. Die heutige Kreisstadt des Landkreises Haßberge besitzt mit seiner Ritterkapelle zudem eines der bedeutendsten Denkmäler der Gotik Ostfrankens. In den Kirchen blieben oft sehr prunkvolle Grabdenkmäler des Adels erhalten, die kostümgeschichtlich von besonderem Interesse sind. Eine ganze „Ahnengalerie“ birgt etwa die Kirche in Wetzhausen. Einige Gotteshäuser bewahren sogar Spitzenwerke aus den beiden Kulturzentren Bamberg und Würzburg. VonTilman Riemenschneider stammen zwei Skulpturen in Haßfurt, ein bemerkenswerter spätgotischerFlügelaltar steht in der evangelischen Pfarrkirche zu Unterhohenried.
Charakteristische Zeugnisse derVolksfrömmigkeit sind die unzähligenBildstöcke und Feldkreuze in den Dörfern, Städten und Fluren. Die schönste historische Brücke der Haßberge überspannt dieBaunach beiFrickendorf (Stadt Ebern). Der barocke Flussübergang mit ihren vier Sandsteinfiguren erinnert an die große Mainbrücke unter derFestung Marienberg in Würzburg. An den Dorfrändern bilden die gemauerten Eingänge der fränkischen Felsenkeller oft eindrucksvolle Ensembles.
Als bedeutendster Sohn der Haßberge gilt der Mathematiker und Astronom Johann(es) Müller (Molitor) aus Königsberg, der alsRegiomontanus (Königsberger) zu Weltruhm gelangte. Im 20. Jahrhundert wurde sogar ein Mondkrater (Regiomontanus) nach dem Königsberger benannt. Das mutmaßliche Geburtshaus des Genies am Salzmarkt der Stadt wurde im 19. Jahrhundert aufwendig restauriert und mit einer Gedenktafel versehen.
Weniger bekannt ist derHumanistSebastian von Rotenhan aus Rentweinsdorf. Dieser Spross einer der einflussreichsten Adelsfamilien der Region schuf die erste Landkarte Frankens. Sein Epitaph hat sich in der Pfarrkirche zu Rentweinsdorf erhalten. Der kulturhistorisch interessante Gedenkstein zeigt den Ritter zusammen mit seinen beiden Brüdern (Drei-Brüder-Grabmal).
Wieder entdeckt ist derDichter,Orientalist undÜbersetzerFriedrich Rückert (1788–1866). Der stets in „altdeutscher“ Tracht gehende Schwärmgeist lebte von 1793 bis 1802 als Amtmannssohn inOberlauringen. Prägende Jugendjahre verbrachte Rückert in Seßlach und Ebern. Hier entstanden einige frühe Werke, die u. a. zwei jugendlichen Schönheiten der Haßberge gewidmet sind (Agnes’ Totenfeier,Amaryllis). Ab 1813 besuchte Rückert regelmäßig den „Musenhof“ des FreiherrenChristian Truchseß von Wetzhausen auf der Bettenburg bei Hofheim, wo er sich mit einigen Gleichgesinnten austauschen konnte.
Die Werke des „Haßgaudichters“ Edmund Stubenrauch (1859–1925) werden gegenwärtig nur noch selten beachtet. Dem Bauernsohn ausHellingen bei Königsberg wurde jedoch 1896 sogar der „Schillerpreis“ derDeutschen Schillerstiftung für sein literarisches Schaffen zuerkannt. Ein besonderer Verehrer der Dichtkunst des Bauernpoeten („Pflug und Laute“) war HerzogErnst II. von Sachsen-Coburg-Gotha. Sein Nachfolger HerzogAlfred verlieh dem Poeten die große Silbermedaille des Herzogtums „für besondere Verdienste um Kunst und Wissenschaft“. Stubenrauch verbrachte fast die gesamten letzten drei Jahrzehnte seines Lebens in geistiger Umnachtung. Einige Jahre vor seinem Tod konnte er jedoch zu seiner Familie nach Hellingen zurückkehren. Auf dem Hellinger Friedhof erinnert noch ein schlichter Gedenkstein an den Poeten.
Das „Haßgaulied“ desFriesenhausener Pfarrers J.B Hofmann wird bis heute in der Region gerne gesungen:
Zwischen Rhön und Steigerwald
Gibt’s gar manche schöne Gauen,
Die in zaubrischer Gestalt
Sind gar lieblich anzuschauen,
Doch der Haßgau hat vor Allen
Unser Aller Wohlgefallen !
Herrlich schön, Herrlich schön,
Sind o Haßgau, deine Höh’n!
(Strophe 1)
Als einer der deutschen Hauptkriegsverbrecher wurde 1946 der gebürtige HaßfurterFritz Sauckel in Nürnberg hingerichtet. Sauckel musste sich insbesondere für die Zwangsverschleppung von über 5 Millionen Fremd- und Zwangsarbeitern in das Deutsche Reich verantworten.
Die Haßberge gelten wegen ihrer großen Forstgebiete und der reizvollen Landschaft zunehmend als ideales Familienwandergebiet. Es sind maximal Höhenunterschiede von 150 Metern zu überwinden, die Anstiege sind allerdings gelegentlich sehr steil. Viele Wege laufen kilometerlang nahezu eben über die Höhenkämme. Einer dieser zahlreichenWanderwege ist derRennweg, der fast den gesamten Haßbergtrauf entlangführt und an der Ruine Wildberg endet. In früheren Zeiten war er ein coburgischer Botenweg.
Die zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten werden durch einige markierte Routen verbunden. Neben dem „Burgen- und Schlösser-Wanderweg“, dem „Burgenkundlichen Lehrpfad Haßberge“, dem „Kelten-Erlebnisweg“ führt auch ein Abschnitt der insgesamt 250 km langen „Straße der Fachwerk-Romantik“ durch das kleine Gebirge.
Nach der Jahrtausendwende setzten verstärkt Bemühungen ein, den ungewöhnlichen Burgen- und Schlösserreichtum der Haßberge touristisch auszuwerten. Die Burgruinen wurden teilweise sehr aufwendig saniert oder zumindest notgesichert und durch Informationstafeln undBroschüren erschlossen. Auch die noch bewohnten Schlösser wurden in die Werbung für das „Land der Burgen, Schlösser und Ruinen“ einbezogen. Dies führte allerdings zu unerwarteten Konflikten mit einigen der Eigentümer, die sich gegen die „Werbung mitPrivateigentum“ wehren und teilweise unfreundlich auf Besucher ihrer Anwesen reagieren. Diese Schlossanlagen wurden jedoch häufig unter Verwendung beträchtlicher staatlicher Fördergelder saniert.
DasWeltkulturerbe „Altstadt Bamberg“ liegt nur wenige Kilometer südlich der Haßberge. Auch die ehemalige Herzogstadt Coburg und das Obere Maintal mit demKloster Banz und derWallfahrtskirche Vierzehnheiligen sind in kurzen Ausflügen auch mit dem Fahrrad erreichbar. Südlich des Maines beginnt der „Naturpark Steigerwald“, dessen Landschaftsbild stark an die Haßberge erinnert.
Große Hotelanlagen fehlen in den Haßbergen. Jedoch bieten zahlreiche Gasthöfe und Privatvermieter Unterkünfte undFerienwohnungen an. VierCamping- und einige Wohnmobilstandplätze mit Sanitäreinrichtungen ergänzen das Angebot. Die zentrale „Tourist-Information“ der Haßberge befindet sich in Hofheim, größere Gemeinden besitzen eigeneFremdenverkehrsämter.
Neben Tennisplätzen, Minigolfanlagen, Trimmpfaden und weiteren Sportstätten bieten besonders dieFrei- undHallenbäder der Region zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Überregional bekannt ist das Höhenfreibad auf dem Losberg bei Ebern. Auch das wesentlich kleinere Freibad in Altenstein wurde in aussichtsreicher Lage angelegt. Größere Badeseen finden sich besonders in Mainnähe („Sander Baggersee“). Im Herzen der Haßberge liegt das Erholungsgebiet „Weißfichtensee“ (GroßerKinderspielplatz) unter dem „Stachel“, einer der markantesten Erhebungen des Waldgebirges.
Die Haßberge sind im Rahmen desNaturparks Haßberge als Naturpark ausgewiesen, wobei Haßberge und Naturpark flächenmäßig nicht deckungsgleich sind. Im Park wird besonderen Wert aufNatur- undLandschaftsschutz gelegt.
Einige barrierefreie Wanderwege ermöglichen auchRollstuhlfahrern kilometerlange Ausflüge und das selbstständige Erreichen einiger Aussichtspunkte. Bis 2011 soll der bestehende „Burgen- und Schlösserweg“ zum „Qualitätsweg“ ausgebaut werden.
Am Ende des 20. Jahrhunderts setzte besonders in den nördlichen Haßbergen ein regelrechterEsoterik-Tourismus ein. Einige einschlägig interessierte Laienforscher entdeckten insbesondere die Felsburgen der Region und interpretierten diese Anlagen in prähistorische Kultstätten von teilweise globaler Bedeutung um. Die mittelalterlichen Felsabarbeitungen und Fundamentbänke von Ruinen wie Rotenhan oder Lichtenstein wurden zahlreichen Gläubigen aus ganz Europa im Rahmen von Führungen als vorgeschichtliche „Heilbänke“ oder „Schamanensitze“ präsentiert. Die Besucher richteten beträchtlichen Schaden an der Substanz der Denkmäler an, auch die Flora und Fauna um die „Kultplätze“ wurde stark beeinträchtigt. Die Nordburg in Lichtenstein musste sogar eingezäunt werden. Bei Jesserndorf wurden einige tonnenschwere „Heilsteine“ in der Nacht auf einen Lastwagen geladen und sind seitdem verschwunden.
Der Landkreis Haßberge entschloss sich schließlich dazu, einige besonders stark esoterisch genutzte Burgruinen wissenschaftlich erforschen zu lassen (Joachim Zeune), um jegliche diesbezügliche Spekulationen endgültig zu widerlegen. Die Untersuchungen erbrachten wie erwartet keinerlei Hinweise auf eine vormittelalterliche Nutzung dieser Objekte. Die ältesten aufgefundenen Artefakte stammen aus demHochmittelalter.
Nach der Erforschung der Burgen und der Einrichtung des wegweisenden „Burgenkundlichen Lehrpfades“ sind die esoterischen Aktivitäten in den Haßbergen deutlich zurückgegangen. Allerdings werden noch immer einschlägige Führungen angeboten und diesbezügliche Literatur publiziert (Werner Pfeil:Besiedlungsspuren am Burgenlehrpfad, 2005) Neben den Burgruinen ziehen besonders die haushohen, meist unvermittelt im Wald aufragenden Felsformationen wie der „Baalstein“ bei Lichtenstein oder der Felsburgstall „Teufelsstein“ immer noch viele Interessenten an. Der „Heilpfad“ im ehemaligen Steinbruch und Dorftanzplatz bei Buch („Druidenhain“) wurde allerdings mittlerweile wieder aufgelassen.
Nach dem Naturpark ist derAsteroid desHauptgürtels(365131) Hassberge benannt.[8][9]
Durch die Haßberge führt ein Abschnitt derB 303 und nordöstlich vorbei ein solcher derB 279, von denen sich zahlreicheLandes- undKreisstraßen in die Naturpark-Landschaft verästeln. Durch die AnschlussstelleBreitengüßbach derBundesautobahn 73 sind die östlichen Haßberge gut an das überregionale Autobahnnetz angeschlossen. Südlich des Mains verläuft dieBundesautobahn 70 als schnelle Verbindung zwischen Schweinfurt und Bamberg.
Auf der nördlichen Mainseite liegt die Bahntrasse Bamberg–Schweinfurt–Würzburg mit demRE-Bahnhof Haßfurt. InBreitengüßbach zweigt dieNebenstrecke (Kursbuchstrecke 826) nach Ebern von derHauptstrecke Bamberg–Hof ab.