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Gundershoffen (deutsch:Gundershofen) ist einefranzösischeGemeinde mit 3834 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) imDépartementBas-Rhin in derRegionGrand Est (bis 2015Elsass).
Gallorömische Zeugnisse belegen eine Besiedlung im ersten bis dritten Jahrhundert nach Christus. Im ältesten überlieferten schriftlichen Zeugnis über den Ort aus dem Jahr 1232 wird der NameGuntershoven geschrieben. Diese Schreibweise bzw.Guntershofen hielt sich bis über das 17. Jahrhundert hinaus.
Der Ort gehörte zumHerzogtum Lothringen. ImDreißigjährigen Krieg entvölkert, wurde er später von Schweizer Familien wieder besiedelt. Im 18. Jahrhundert bildete der Ort einKondominat zwischen der GrafschaftLeiningen und derLandgrafschaft Hessen-Darmstadt.[1] Mit dem durch dieFranzösische Revolution begonnenen Umbruch wurde das Dorf französisch.
Zu Beginn desDeutsch-Französischen Kriegs 1870–71 führte einScharmützel in Schirlenhof am 25. Juli zu den ersten offiziell registrierten Toten auf französischer und deutscher Seite.
ImZweiten Weltkrieg litt der Ort schwer unter den Kampfhandlungen. Am 3. Dezember 1944 wurde er von US-amerikanischen Soldaten befreit, doch eroberten deutsche Truppen ihn erneut. Erst im März 1945 wurden die deutschen Soldaten endgültig vertrieben.
Aus den bis dahin selbständigen GemeindenEberbach-Wœrth, Griesbach und Gundershoffen wurde am 1. September 1973 die neue Gemeinde Gundershoffen gebildet, die auch die Wohnplätze Ingelshof (im Volksmund auch Hoellenhof), Lauterbacherhof und Schirlenhof umfasst.
Anzahl Einwohner| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2008 | 2017 |
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| Einwohner | 2.253 | 2.502 | 2.738 | 3.261 | 3.377 | 3.490 | 3.454 | 3.679 |
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- Der jüdische Friedhof, der Ende des 18. oder Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt wurde, wird bis heute von Gundershoffen und der NachbargemeindeReichshoffen genutzt.[2]
- Eine Mühle
- Denkmal zu Ehren des deutschen Leutnants Winsloe, der 1870 in Gundershoffen imDeutsch-Französischen Krieg getötet wurde.
- Lutherische Kirche aus dem 18. Jahrhundert
- Katholische Kirche Saint-Jacques-le-Majeur
- Katholische Kirche Saint-Vit im Ortsteil Griesbach
- Katholische Kirche Saint-Wendelin im Ortsteil Eberbach
Gundershoffen hat einenHaltepunkt an derBahnstrecke Haguenau–Falck-Hargarten, wobei die Züge desTER Grand Est heute nur noch bisNiederbronn-les-Bains verkehren.[3]
Die Fensterfabrik Tryba wurde hier 1981 mit 5 Mitarbeitern gegründet. 2021, zum 40. Jahrestag, beschäftigt sie mehr als 800 Angestellte in mehreren Werken, die Zentrale ist in Gundershoffen.[4] 2025 hat der Gründer, Johannes Tryba, beschlossen, aus Altersgründen seine Firma an den Konkurrenten Dovista (VELUX) zu verkaufen. Produktion und Verwaltung bleiben in Gundershoffen.[5]
In Gundershoffen stellt die Firma Boehli seit 1998 industriell Brezel und Salzgebäck her. 2021 betrug der Umsatz 15 Mio.€, sie beschäftigte 68 Angestellte.[6]
- Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Charenton-le-Pont 1999,ISBN 2-84234-055-8, S. 872–874.
- ↑Friedrich Knöpp:Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden inHessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6], S. 14, 16.
- ↑alemannia-judaica.de
- ↑Streckentabelle 5 TER Alsace (PDF; 109 kB)
- ↑Carine Feix: Tryba et sa vitrerie 4.0. In: France3 Grand Est (Französisches Regionalfernsehen). France3 TV, 6. Oktober 2021, abgerufen am 7. Januar 2022 (französisch).
- ↑Hélène David: L'entreprise Tryba de Gundershoffen en voie de cession au groupe danois Dovista. In: DNA. 1. Juli 2025, abgerufen am 2. Juli 2025 (französisch).
- ↑Boehli. In: Société.com (Handelsregister). 2023, abgerufen am 18. November 2023 (französisch).