Guillaume Antoine Billet (*24. Juli1982 inSaint-Michel d’Entraygues,Département Charente) ist ein französischerWirbeltierpaläontologe. Sein Forschungsschwerpunkt gilt derEvolutionsmorphologie derPlazentatiere, mit Schwerpunkt auffossilesüdamerikanischenTaxa.
Billet schloss im Jahr 2000 das Lycée Elie Vinet inBarbezieux-Saint-Hilaire mit demBakkalaureat ab. Im selben Jahr schrieb er sich an derUniversität Poitiers ein, wo er im Jahr 2003 seinenBachelorabschluss und im Jahr 2004 seinen erstenMasterabschluss inGeowissenschaften und Paläontologie erwarb. 2005 graduierte er zum Master 2 inSystematik,Evolution und Paläontologie an derUniversität Pierre und Marie Curie. Ab 2005 absolvierte er seinDoktoratsstudium in Paläontologie amMuséum national d’histoire naturelle, wo er 2008 unter der Leitung vonChristian de Muizon mit derDissertationLa faune de notongulés (Mammalia) de l’Oligocène supérieur de Salla (Bolivie): phylogénie et affinités d’un groupe d’ongulés endémiques du Tertiaire d’Amérique du Sudpromoviert wurde.
Von 2005 bis 2008 war erLehrbeauftragter für Geologie, publiziertepopulärwissenschaftliche Schriften und leitete Führungen durch denJardin des Plantes und die Galerie de l’Évolution am Muséum national d’histoire naturelle. Von 2008 bis 2009 war er als Attaché Temporaire d’Enseignement et de Recherche (ATER, Lehrbeauftragter und Forscher auf Zeit) im Fachbereich Paläontologie tätig. In diesem Rahmen hielt erVorlesungen,Seminare und praktische Arbeiten auf Bachelor- und Masterniveau ab. Von März bis Juli 2010 war er Stipendiat derAlexander-von-Humboldt-Stiftung, wo er Deutschkurse amGoethe-Institut inBonn-Bad Godesberg belegte.
Von Juli 2010 bis Juli 2012 absolvierte er seinePostdoc-Phase alsStipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung am Steinmann-Institut für Paläontologie derUniversität Bonn, wo er mit dem deutschen PaläontologenThomas Martin zusammenarbeitete. Von August 2012 bis November 2013 war er Postdoc-Forscher am Forschungszentrum für Paläodiversität und Paläoumwelt des Muséum national d’histoire naturelle Seit Ende 2013 ist er Assistenzprofessor sowie Kurator für fossile Säugetiere am Muséum national d’histoire naturelle.
Billets Forschung konzentriert sich auf die Verbesserung des Verständnisses der Muster morphologischer Evolution über geologische Zeiträume hinweg. Hierbei dienen die Diversifizierung ausgestorbener und rezenter südamerikanischer Säugetiere, insbesondereCingulata undNotoungulata, als Modellorganismen. Die Untersuchungen verfolgen drei zentrale Ziele: Die Beschreibung und Analyse ungewöhnlicher morphologischer Variationen auf verschiedenen hierarchischen Ebenen, einschließlichontogenetischer,interspezifischer und interindividueller Unterschiede, die Untersuchung möglicher Zusammenhänge zwischen diesen Musternmorphologischer Variation und funktionalen Merkmalen sowie die Identifizierungphylogenetischer Signale in morphologischen Daten sowie die Optimierung der Anwendung dieser Daten für phylogenetische Rekonstruktionen und die Klassifikation fossiler Taxa.
Im Jahr 2011 war Billet Teil eines Forschungsteams, das Schädelfragmente eines Gürteltiers untersuchte, die 30 Jahre zuvor aus Bolivien an das Muséum national d’histoire naturelle gesandt wurden. Der Fund stellt den ältesten bislang bekannten Nachweis eines Gürteltiers dar, das imOberen Oligozän lebte. Das Tier erhielt den NamenKuntinaru boliviensis.[1]
Personendaten | |
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NAME | Billet, Guillaume |
ALTERNATIVNAMEN | Billet, Guillaume Antoine (vollständiger Name) |
KURZBESCHREIBUNG | französischer Wirbeltierpaläontologe |
GEBURTSDATUM | 24. Juli 1982 |
GEBURTSORT | Saint-Michel d’Entraygues,Département Charente |