Der BegriffRumba bezeichnet ursprünglich, wieMilonga,Bachata oderTimba, ein geselliges Zusammensein, zu dem auch Musik gehört. Als Komplex ausTanz,Gesang undPerkussion entstand sie im 19. Jahrhundert in den Schwarzenvierteln der kubanischen HafenstädteHavanna undMatanzas, wurde aber auch in denZuckerrohrplantagen praktiziert. Es ist ein rein weltliches Genre, dessen Trommelbegleitung undMelodik aus afrikanischen Wurzeln genährt werden, während die Texte, von Einsprengseln aufYoruba besonders in denAbakuá-Hochburgen abgesehen, auf Spanisch, teilweise sogar in der Form der spanischendécima espinela abgefasst sind. Ihre Einheit von Gesang, Tanz undInstrumentalmusik ist inafrikanischer Musik nicht unbekannt, verweist aber insbesondere auch auf denFlamenco, dessen Rumba zu dencantes de ida y vuelta gehört, als Wurzel. Gemäß dem namhaften und grammy-gekrönten Rumba-PerkussionistenMongo Santamaría entstand derGuaguancó, alsAfrokubaner versuchten, Flamencomusik zu singen. Die älteren Guaguancó-Lieder werden auch alsGuaguancó del tiempo de España (Guaguancó aus der spanischen Zeit) bezeichnet, eine Kategorie, die auf die spanische Kolonialzeit auf Kuba verweist.
Im November 2016 wurde der Rumba in dieListe des immateriellen Kulturerbes alsUNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.[1][2]
Stimmen: ein gemischter Chor, oft identisch mit dem Publikum, und ein Solist.
Instrumente: in der Grundbesetzung dreiCongas oderCajones,Claves und ein weiteres schärfer klingendes Perkussionsinstrument („Palitos“, Löffel oder auch ein Stock auf dem Korpus einer Conga). Die größte und tiefste der Trommeln heißt Tumba und legt ein eintaktiges Fundament, die mittlere, Segundo, ein zweitaktiges Muster, jeweils mit Variationen. Die höchste, Quinto, ist völlig frei und reagiert auf diese Variationen und das dritte Element der Rumba, nämlich je nach Untergenre ein oder zwei Tänzer.
Oft beginnen die Claves, auf die nach und nach die Trommeln folgen. Es kann aber auch sein, dass Sänger und Chor eine Titelzeile voraussingen und die Schlaginstrumente zusammen beginnen.
Der Gesang setzt mit Nonsens-Silben des Solosängers, genannt „Diana“, ein. Zu einigen traditionellen Dianas gehört eine Beantwortung durch den Chor, die auch aus Text bestehen kann.
Der Vorsänger singt nun traditionelle, improvisierte (der Anlass des Fests ist ein beliebtes Thema) oder selbstgeschriebene Texte: octosillabische Vierzeiler oder Décimas.
Am Ende wird dem Chor eine zu wiederholende Zeile vorgegeben. Diese wechselt im Weiteren mit Improvisationen des Solisten ab, und die Tänzer kommen dazu.
Es gibt drei traditionelle Genres in der Rumba, die sich im Tempo, der verwendetenClave und dem Tanz unterscheiden.
Die Tänzer im Yambú, Mann und Frau, ahmen alte Leute nach. Das rhythmische Grundgerüst ist einSon-Clave. Obwohl der Yambú als älteste Form der Rumba gilt, gibt es den Spruch „En el yambú no se vacuna“ (etwa: „Beim Yambú gibt's kein Gepimper“), der auf den Guaguancó Bezug nimmt.
Auch der Guaguancó ist ein pantomimischer Tanz. Mann und Frau verkörpern Hahn und Henne, wobei der Mann durch Flügelschlagen oder Staubaufscharren Avancen auf das Geschlechtsteil der Frau macht, die sich durch ihren Rock, ein Tuch oder simples Abwenden schützt. Der Tanz gipfelt im „Impfen“ der Frau („vacunao“) mit entsprechenden Hüftbewegungen.
Die Columbia ist im6⁄8-Takt und der entsprechenden Clave. Statt Mann und Frau sind es hier der (typischerweise männliche) Solotänzer und der Spieler der Quinto, die miteinander in Dialog treten. Schnell, bisweilen akrobatisch und mit Einflüssen aus anderen Tänzen der Abakuá.