Grundwanzen
Grundwanzen | ||||||||||||
---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
![]() Illustration einerGrundwanze (Aphelocheirus aestivalis) | ||||||||||||
Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
Wissenschaftlicher Name der Familie | ||||||||||||
Aphelocheiridae | ||||||||||||
Fieber, 1851 | ||||||||||||
Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
Aphelocheirus | ||||||||||||
Westwood, 1833 |
DieGrundwanzen (Aphelocheirus) sind die einzigeGattung derFamilieAphelocheiridae aus der Teilordnung derWasserwanzen (Nepomorpha). Sie kommen mit über 60Arten ausschließlich in derAlten Welt vor.[1]
Merkmale
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Grundwanzen werden 3,5 bis 11,5 Millimeter lang. Sie ähneln mit ihrem abgeflachten und eiförmigen Körper den nahe verwandtenSchwimmwanzen (Naucoridae). Von diesen unterscheiden sie sich jedoch vor allem durch ihre verhältnismäßig langenLabien undFühler.[2]
Ihr Kopf ist vorne nach vorne gezogen und hinten in das um ihn herum hervorstehendePronotum eingezogen. Die schlanken, viergliedrigen Fühler sind fadenförmig. Das ziemlich lange Labium reicht gut bis zum Metasternum. Sein zweites Segment ist sehr kurz, das dritte sehr lang, das vierte wiederum weniger als halb so lang wie das dritte. Häufig ist bei den Wanzen ein Flügelpolymorphismus zu beobachten; es gibt Individuen der gleichen Art mit gut entwickelten Flügeln neben solchen, deren Flügel reduziert sind. DieTarsen aller Beine tragen ein Paar gleich entwickelter Klauen. Die Duftdrüsen amMetathorax fehlen, diedorsalen Duftdrüsen am Hinterleib sind immer ausgebildet. Die hinteren, seitlichen (posterolateralen) Ecken derConexivia sind häufig dornenförmig ausgezogen. Der Hinterleib besitzt einfache dorsale undventrale Chitinplatten. Die Bauchseite desThorax und des Hinterleibs besitzen einPlastron. Damit können die Wanzen im Gegensatz zu anderen Wasserwanzen zeitlebens untergetaucht leben, da der im Wasser gelöste Sauerstoff dadurch direkt genutzt werden kann. Anders als bei allen anderen Arten der Wasserwanzen sind dieStigmen am zweiten bis siebten Hinterleibssegment durch Rosetten umrandet. Das zweiteSternum am Hinterleib trägt sublateral ein Paar Sinnesorgane, deren Funktion bisher unbekannt ist. Die Grundwanzen besitzen außerdem Druckrezeptoren.[2]
Nicht nur dieImagines, sondern auch die Eier und die älterenNymphen besitzen zur Atmung ein Plastron. Jüngere Nymphen müssen wie auch z. B. dieRuderwanzen (Corixidae) den Sauerstoff direkt über die Körperoberfläche aufnehmen.[1]
Vorkommen
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Die Grundwanzen sind im Wesentlichenpaläotropisch von Afrika bis in den Norden vonQueensland und auch aufMadagaskar verbreitet. Einige wenige Arten kommen in derPaläarktis vor. Die Tiere besiedeln dasBenthos, also die Bodenzone von Flüssen und Seen, wobei es Arten gibt, die sogar mehrere Meter tief unter der Wasseroberfläche leben können. Andere sind relativ kältetolerant.[2]
Taxonomie und Systematik
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]DasTaxon wurden vonFranz Xaver Fieber 1851 im Familienrang beschrieben, wurde aber von nachfolgenden Autoren sowohl als Familie, aber auch als Unterfamilie derSchwimmwanzen (Naucoridae) betrachtet, ohne dass es bis heute eine sichere Zuordnung für die ein oder andere Betrachtung gibt. Auch wurde dieMonophylie zeitweise in Zweifel gezogen.[2]
In Europa treten folgende Arten auf; von denen lediglich dieGrundwanze (Aphelocheirus aestivalis) auch in Mitteleuropa verbreitet ist:[3], zwei weitere Arten sindEndemiten deriberischen Halbinsel[4]
- Grundwanze (Aphelocheirus aestivalis) (Fabricius, 1794)
- Aphelocheirus murciusNieser & Millan, 1989
- Aphelocheirus occidentalisNieser & Millan, 1989
Belege
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑abEkkehard Wachmann, Albert Melber, Jürgen Deckert:Wanzen (= Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile nach ihren Merkmalen und nach ihrer Lebensweise. 77. Teil).Band 1:Cimicomorpha: Dipsocoromorpha, Nepomorpha, Gerromorpha, Leptopodomorpha, Cimicomorpha (Teil 1). Goecke & Evers, Keltern 2006,ISBN 3-931374-49-1,S. 49.
- ↑abcdR.T. Schuh, J. A. Slater:True Bugs of the World (Hemiptera: Heteroptera). Classification and Natural History. Cornell University Press, Ithaca, New York, 1995, S. 126f.
- ↑Aphelocheiridae. Fauna Europaea, abgerufen am 24. Dezember 2013.
- ↑Jose-Antonio Carbonellm, Pedro Abellan, Paula Arribas, Jean Francois Elder, Andres Millan (2011): The genus Aphelocheirus Westwood, 1833 (Hemiptera: Aphelocheiridae) in the Iberian Peninsula. Zootaxa 2771: 1–16.
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- R.T. Schuh, J. A. Slater:True Bugs of the World (Hemiptera: Heteroptera). Classification and Natural History. Cornell University Press, Ithaca, New York, 1995.
- Ekkehard Wachmann, Albert Melber, Jürgen Deckert:Wanzen (= Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile nach ihren Merkmalen und nach ihrer Lebensweise. 77. Teil).Band 1:Cimicomorpha: Dipsocoromorpha, Nepomorpha, Gerromorpha, Leptopodomorpha, Cimicomorpha (Teil 1). Goecke & Evers, Keltern 2006,ISBN 3-931374-49-1.