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Gries (Wilhelmsthal)

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Gries
GemeindeWilhelmsthal
Koordinaten:50° 17′ N,11° 21′ O50.2914511.34825486Koordinaten:50° 17′ 29″ N,11° 20′ 54″ O
Höhe: 486 m ü. NHN
Einwohner:15 (25. Mai 1987)[1]
Postleitzahl:96352
Vorwahl:09260
Exerzitienhaus des Jesuitenordens („Haus Gries“)
Exerzitienhaus des Jesuitenordens („Haus Gries“)

Gries ist einGemeindeteil vonWilhelmsthal imoberfränkischenLandkreis Kronach inBayern.[2]

Geographie

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DerWeiler besteht aus vier Einzelsiedlungen, die verstreut amTrebesbach, einem rechten Zufluss derKronach, liegen. EineGemeindeverbindungsstraße führt nachSchafhut (1,2 km nordwestlich) bzw. überTrebes nachSteinberg zurStaatsstraße 2200 (1,6 km südöstlich). EinWirtschaftsweg verbindet ebenfalls mit Steinberg (2 km südöstlich).[3]

Geschichte

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Die erste urkundliche Erwähnung war 1333.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Gries sieben Anwesen (zweiSöldengüter, zwei Söldengütlein, zwei halbe Söldengüter, einTropfhaus). DasHochgericht übte dasbambergischeCentamt Kronach aus. DieGrundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte dasRittergut Weißenbrunn-Steinberg.[5.1]

Mit demGemeindeedikt wurde Gries dem 1808 gebildetenSteuerdistriktSteinberg und der 1818 gebildetenRuralgemeinde Steinberg zugewiesen. Am 1. Mai 1978 wurde Gries im Zuge derGebietsreform in Bayern in die Gemeinde Wilhelmsthal eingegliedert.[5.2]

Haus Gries

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1920 wurde das Kurhaus Wilhelmsruhe auf dem Landgut des Dampfsägewerkbesitzers Wilhelm Herzog in Gries errichtet. Ab 1923 durfte Herzog Personen beherbergen, die zum Zwecke der Kur oder zur Erholung in der Regel für mindestens eine Woche buchten. Zusätzlich veranlasste Herzog den Wegebau und 1932 den Bau eines Schwimmbades unterhalb vom Kurhaus.

Ehemaliges Schwimmbad

Anfang desZweiten Weltkriegs kauften dieIG-Farben-Werke das Anwesen, zu dem ein 33 Hektar großer landwirtschaftlicher Besitz gehörte, als Erholungsheim für ihre Arbeiter und Angestellte. Von 1946 bis 1954 betrieb derLandkreis Kronach in Gries eine Kindererholungsstätte, insbesondere für lungenkranke Kinder. Es folgte von 1956 bis 1961 derVerband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands als Pächter des Erholungsheimes. 1962 erwarb dasErzbistum Bamberg das Erholungsheim und nutzte es für Kinder und später überwiegend für die Altenerholung. 1968 ließ das Bistum eine Hauskapelle errichten.

1984 wurde in dem leer stehenden Erholungsheim einExerzitienhaus desJesuitenordens eingerichtet.[4] Seitdem dient das Haus fürKontemplationskurse in der Tradition des Gründers PaterFranz Jalics SJ.[6]

Kapellen

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  • Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Exerzitienhauses Gries entstand 2011 an der Zufahrt zum Anwesen eine Wegkapelle, die Herz-Jesu-Kapelle. Die Firma Anton Eidloth entwarf das Bauwerk nach Ideen von Pater Anton AltnöderSJ und Otto Nikol. Die Herz-Jesu-Statue in der Kapelle ist ein Werk vonFranz Drexler. Sie stand ursprünglich in der Kapelle des Provinzialats der Jesuiten in München. Am 6. Juli 2013 segnete der Bamberger ErzbischofLudwig Schick die Kapelle.[7]
  • Rudolf Höring ließ Anfang der 1980er Jahre eine Kapelle im Wald bei Gries errichten, die am 12. Mai 1983, demHimmelfahrtstag, von dem Pater Unger ausSteinberg geweiht wurde. Der Sakralbau gedenkt sieben britischen Soldaten eines Bombers desRAF Bomber Command, der im Januar 1944 über Gries abstürzte.[8] Das Bauwerk besteht ausBruchsteinmauerwerk. Es hat in den beiden Seitenwänden je ein buntesBleiglasfenster, einen rundbogigen Eingang und ein überstehendes, verschiefertesWalmdach. Seitlich an der Kapelle erinnert ein Gedenkstein an den Flugzeugabsturz. Im Innenraum befindet sich unter einer weißverputzten Flachdecke unter anderem eine Statue des heiligenJosef mit dem Jesusknaben.[9]
  • Herz-Jesu-Kapelle
    Herz-Jesu-Kapelle
  • Höringskapelle
    Höringskapelle

Einwohnerentwicklung

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Jahr001818001861001871001885001900001925001950001961001970001987
Einwohner35485153433342341715
Häuser[Anmerkung 1]7876664
Quelle[5.2][10][11][12][13][14][15][16][17][1]

Baudenkmal

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Siehe auch:Liste der Baudenkmäler in Wilhelmsthal#Gries

Religion

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Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und nachSt. Pankratius in Steinberg gepfarrt.[5.1]

Literatur

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Weblinks

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Commons: Gries – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Gries in der Ortsdatenbank vonbavarikon, abgerufen am 15. Dezember 2021.
  • Gries in der Topographia Franconiae derUni Würzburg, abgerufen am 10. September 2020.

Einzelnachweise

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  1. abBayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.):Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991,DNB 94240937X,OCLC231287364,S. 312 (Digitalisat). 
  2. Gemeinde Wilhelmsthal,Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile imBayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 10. Oktober 2023.
  3. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mitSchummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 10. Oktober 2023 (Die gemessenen Entfernungsangaben entsprechenLuftlinie.). 
  4. abGerd Fleischmann:Ein Ort zum Durchatmen im Frankenwald. In:infranken.de, 5. Juli 2020
  5. Helmut Demattio:Kronach – Der Altlandkreis (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 32). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1998,ISBN 3-7696-9698-0. 
    1. abS. 474
    2. abS. 600
  6. Heike Schülein: Ort der Einkehr und Begegnung in Steinberg. In: Fränkischer Tag. 4. Mai 2024, abgerufen am 20. März 2025. 
  7. Schild vor Ort
  8. Bastian Sünkel:Wie ein Flugzeugabsturz bei Steinberg zu einem Kapellenbau führte. In:infranken.de, 7. August 2020.
  9. Roland Graf:Wegkapellen im Landkreis Kronach. Hrsg.: Arbeitskreis für Heimatpflege (= Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Kronach.Band 12/1984).S. 54. 
  10. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter:Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.):Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern.Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867,OCLC457951812,Sp. 890,urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat). 
  11. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.):Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877,OCLC183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873),Sp. 1063,urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat). 
  12. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.):Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888,OCLC1367926131, Abschnitt III,Sp. 1008 (Digitalisat). 
  13. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.):Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904,DNB 361988931,OCLC556534974, Abschnitt II,Sp. 1058 (Digitalisat). 
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.):Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928,DNB 361988923,OCLC215857246, Abschnitt II,Sp. 1093 (Digitalisat). 
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.):Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952,DNB 453660975,OCLC183218794, Abschnitt II,Sp. 943 (Digitalisat). 
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.):Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964,DNB 453660959,OCLC230947413, Abschnitt II,Sp. 693 (Digitalisat). 
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.):Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973,DNB 740801384,OCLC220710116,S. 160 (Digitalisat). 

Anmerkungen

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  1. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 wurden diese alsWohngebäude bezeichnet.
Gemeindeteile vonWilhelmsthal
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