| Granma | |
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| Beschreibung | kubanische Tageszeitung |
| Erstausgabe | 4. Oktober 1965 |
| Erscheinungsweise | täglich |
| Verkaufte Auflage | 500.000 Exemplare |
| (2020[1]) | |
| Chefredakteur | Yoerky Sánchez Cuellar |
| Herausgeber | Kommunistische Partei Kubas |
| Weblink | de.granma.cu |
DieGranma (englisch für „Oma“) ist dasZentralorgan des Zentralkomitees derKommunistischen Partei Kubas, benannt nach derYachtGranma. Sie ist mit einer Auflage von täglich rund 500.000 Exemplaren die größte Tageszeitung Kubas und erscheint im tabloidähnlichen Kleinformat. Einzige Farbe neben Schwarz ist das Rot des Logos und einiger Überschriften. Rechts neben dem Granma-Schriftzug erscheint ein Foto des jungen Fidel Castro inmitten von Kameraden mit hochgestrecktenKarabinergewehren und rechts daneben ein gelegentlich wechselndes Motto.

Inhaltlich besteht seit der Gründung der Zeitung Kontinuität. Man berichtet von Staatsbesuchen und Parteiveranstaltungen, Reden sozialistischer Führer werden abgedruckt, gepaart von einigen wenigen internationalen Nachrichten, ein wenig Kultur und nationalen Sportnachrichten. Probleme der Bevölkerung werden im redaktionellen Teil so gut wie gar nicht thematisiert. Lediglich in den freitäglichen Leserbriefen sind sie in Ansätzen ersichtlich.[2]
Ihre erste Ausgabe erschien am 4. Oktober 1965. Sie entstand aus der Fusion zweier kubanischer Tageszeitungen,Revolución, Organ derBewegung des 26. Juli, der von Fidel Castro geführten revolutionären Organisation, undNoticias de Hoy (1938), Organ derSozialistischen Volkspartei Kubas, nachdem beide Organisationen nach derkubanischen Revolution im Juli 1961 fusionierten.

DieGranma erscheint täglich in einer Auflage von ca. 500.000 Exemplaren. Darüber hinaus gibt es seit 20. Februar 1966 eine wöchentliche internationale Ausgabe, die mittlerweile in vielen verschiedenen Sprachen erscheint (u. a. deutsch, englisch, französisch, italienisch, kréole haitien) erscheint. Sie hieß zunächstGranma weekly review und seit 1991Granma Internacional. Die Artikel derGranma werden parallel auch im Internet veröffentlicht, sowohl als PDF-Ausgabe der Druckversion als auch als eigene Online-Publikation.
Oft werden offizielle Bekanntmachungen der kubanischen Regierung in derGranma veröffentlicht. Die kubanische Ausgabe wird täglich bis auf sonntags gedruckt und besteht aus jeweils 8 Seiten, seit März 2008 freitags aus 16. Sie enthält gelegentlich weitere Beilagen.
Im März 2008 wurde in der Zeitung eine wöchentliche, freitags erscheinende Leserbriefrubrik eingerichtet. Es wird dort bisweilen Kritik an schlecht funktionierenden Behörden veröffentlicht, jedoch keine gegen die erklärte Linie der Partei verstoßenden Ansichten. Für die Ausgaben des 6., 7., 8. und 9. März 2013, deren Inhalt jeweils überwiegend dem zuvor verstorbenenvenezolanischen StaatspräsidentenHugo Chávez gewidmet war, erschien der Titelschriftzug der Zeitung in Schwarz statt wie üblich in Rot.[3]
Die technische Ausstattung der Redaktion gilt als verhältnismäßig schlecht: Die Computer sind veraltet und langsam, ebenso das Internet und die Kameras der Fotoreporter. 2013 betrug der Verkaufspreis 20 Centavos (Peso Cubano), was damals offiziell weniger als einemEuro-Cent entsprach.[2]
Mit dem Wechsel in der Chefredaktion im Oktober 2013 verbanden manche Beobachter eine Hoffnung auf vorsichtige Öffnung der Presse weg von reiner Hofberichterstattung. Der als Hardliner geltende damalige ChefredakteurLázaro Barredo Molina wurde mit 65 Jahren in den Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger wurde der bisherige Chefredakteur der Zeitung deskommunistischen JugendverbandsJuventud Rebelde,Pelayo Terry, wo es beispielsweise für die Internetausgabe eine durchaus kontrovers genutzte Kommentarfunktion gibt. Öffentliche Äußerungen führender Regierungsmitglieder, beispielsweise der damalige Vizepräsident und spätere PresidentMiguel Díaz-Canel, nährten diese Hoffnung. Andere, wie der Politikwissenschaftler und KubaexperteBert Hoffmann, waren vorsichtiger. Demnach „[sei] es ein wiederkehrendes Ritual, dass Fidel oder Raúl Castro die Medien kritisierten, ohne dass sich etwas verändere. Insofern ist auch Díaz-Canels Kritik an den Staatsmedien mit Vorsicht zu genießen.'“[2]
Am 5. Dezember 2017 übernahmYailin Orta Rivera den Posten der Chefredakteurin, nachdem Pelayo Terry Cuervo Anfang November wegen nicht näher genannten „Fehlern bei der Erfüllung seiner Pflichten“ entlassen wurde.[4]
Seit dem 17. Mai 1994 gibt es eine deutschsprachige Ausgabe, zuvor schon einmal in den 1960er-Jahren. Die Zeitung erscheint im BerlinerVerlag 8. Mai.[5] Die deutsche Version vonGranma Internacional erscheint monatlich, die Versionen in Spanisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch wöchentlich.[6] Daneben wird das reguläre Online-Portal der Granma in den genannten Sprachen perautomatischer Übersetzung bereitgestellt.[7]