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Gradzeichen

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°

DasGradzeichen (°) wird als Symbol für den ersten Teiler einer Skala verwendet. Nach Bedarf stehen Zeichen für den ersten (Minute, ′), zweiten (Sekunde, ″) und dritten (Tertie, ‴) Teiler dieses Teilers bereit. Im Allgemeinen werden diese Zeichen direkt an den Zahlenwert angeschlossen; folgen jedoch ein oder mehrere Buchstaben, um die verwendete Skala zu kennzeichnen – wie etwa beiTemperaturen der Fall –, wird ein (vorzugsweiseschmales) Leerzeichen zwischen Zahl und Einheit gesetzt.

Verwendung

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Die Symbole werden heute vor allem fürWinkel (78° 56′ 34,12″ inGrad, Minuten und Sekunden(bruchteilen)) und die davon abgeleitetenPositionsangaben (51° nördlicher Breite) genutzt. Historisch, und in Resten noch heute, erfolgt eine Verwendung auch mitLängenmaßen, insbesondere in derFaktor-Zwölf-ReiheRute (°),Fuß (′),Zoll (″) undLinie (‴), in manchen Fällen zusätzlichPunkt (⁗), sowie auch mitZeiteinheiten in derFaktor-Sechzig-ReiheStunde (°),Minute (′) undSekunde (″), früher manchmal zusätzlichTertie (‴) und Quarte (⁗; sehr selten, erstmals beiRoger Bacon 1267 als LateinQuarta). Im Verlagswesen und in Bibliotheken wird damit seit langem dasBuchformat gekennzeichnet, wobei manche Büchereien dazu übergehen, Neueinträge inZentimetern anzugeben.

Das Gradzeichen ist untrennbarer Bestandteil der Symbole von Temperatureinheiten, wieGrad Celsius (°C) oderGrad Fahrenheit (°F), nicht aber bei der EinheitKelvin (K). Gleiches gilt für „Grad“-Angaben bei Lebensmitteln, wieGrad Oechsle (°Oe) oderGrad Plato (°P). Zwischen Zahlenwert und Symbol wird in diesen Fällen immer ein (normales oder schmales) Leerzeichen gesetzt.[1] Bei all diesen Skalen gibt es keine weiteren Teiler.

InMS Word wird das Zeichen als Symbol fürgeschützte Leerzeichen verwendet.[2] (nur sichtbar, wenn „Steuerzeichen einblenden“ aktiviert ist)

Geschichte

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Der erste bekannte schriftliche Beleg für den neuzeitlichen Gebrauch des Gradsymbols in der Mathematik stammt aus dem Jahr 1569,[3] wo die Verwendung klar zeigt, dass das Symbol eine kleine hochgestellte Null darstellt, entsprechend derStrichschreibweise dersexagesimalenUnterteilungen des Grads, wie Minute , Sekunde  undTertie ‴, die aus kleinen hochgestelltenrömischen Zahlen entstanden sind.

Darstellung in Computersystemen und Ersetzung

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Kodierung

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Im internationalenZeichenkodierungssystemUnicode liegen die Zeichen auf diesen Positionen:

ZeichenUnicodeName
°U+00B0DEGREE SIGN (Gradzeichen)
U+2032PRIME (Minutenzeichen)
U+2033DOUBLE PRIME (Sekunde)
U+2034TRIPLE PRIME (Tertie)
U+2057QUADRUPLE PRIME (Quarte)

Keines der Zeichen ist imASCII-Zeichensatz enthalten, weshalb viele ältere Computersysteme sie nicht darstellen konnten.ISO 6937 und das weit verbreiteteISO 8859-1 (alias Latin-1) und andere Teile derISO-8859-Familie enthalten das Gradzeichen. Minute und Sekunde werden sowohl in ASCII als auch ISO 8859 durch ' (U+0027) bzw. " (U+0022) approximiert, teilen sich also ihre Darstellung mit demApostroph und den meistenAnführungszeichen.

Im Internet-DokumentenformatHTML können die Zeichen folgendermaßen kodiert werden:

ZeichenHexadezimalDezimalBenannt
°°°°
′′′
″″″
‴‴
⁗⁗

Für Temperaturangaben in Grad Celsius und Grad Fahrenheit existieren die speziellen Unicode-Zeichen ℃ (U+2103) und ℉ (U+2109), das Unicode-Konsortium rät aber von deren Verwendung ab.[4]

Tastatur

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Auf der deutschenTastatur liegt das Gradzeichen auf der linken oberen Taste über demZirkumflex-Akzent (^) (zusammen mit derUmschalttaste zu betätigen).

Mit der Standard-Tastaturbelegung E1 gemäß der deutschen NormDIN 2137-1 wird das Unterteilungszeichen ′ fürMinute mitAlt Gr+d und das Zeichen ″ fürSekunde mitAlt Gr+s („S wie Sekunde“) eingegeben.

Mit derTastaturbelegung T2 gemäß der älteren Normfassung DIN 2137-1:2012-06 wird das Unterteilungszeichen ′ fürMinute mitAlt Gr+f und das Zeichen ″ fürSekunde mitAlt Gr+g eingegeben.

Auf deutschen Tastaturen nach vorigen Fassungen der Norm (bzw. Belegung T1 nach neugefasster Norm) können als Ersatzzeichen ' und " verwendet werden. Diese liegen über demRautezeichen (neben derEingabetaste) bzw. über der Ziffer 2. Beide erfordern zur Eingabe das Gedrückthalten der Umschalttaste.

Auf derDeutschschweizer Tastatur liegt das °-Zeichen als Zweitbelegung auf der Taste mit demParagrafzeichen (links der Ziffer 1).

Bei derNeo-Tastaturbelegung liegt das Gradzeichen auf⇧ Umschalt + 1.

Obwohl das Gradzeichen recht häufig vorkommt, fehlt eine entsprechende Taste sowohl auf der englischen als auch auf der amerikanischen Tastatur, außer in deren weniger verbreiteten internationalen Varianten. Somit muss die Eingabe über eine Zeichentabelle erfolgen oder unterWindows überAlt+0176.

Mit Hilfe derCompose-Taste kann man unter Unix-Systemen, darunter auch Linux, das Gradzeichen erzeugen (Compose-Taste gefolgt vono,o).

Ersetzung und ähnliche Zeichen

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Kann das Zeichen nicht dargestellt werden, weil es in der verwendetenSchriftart oder demZeichensatz fehlt, so sollte es durch das passende Wort, im Deutschen also „Grad“, ersetzt werden.

Heute ist eine Ersetzung aus technischen Gründen allerdings kaum noch nötig. Auch wenn die verwendete Tastatur das Zeichen nicht aufweist, kann es praktisch immer über eine entsprechende Funktion der Sprache, desBetriebssystems oder desTexteditors eingefügt werden.

Die OMS-Codierung, die beiTeX für mathematische Zeichen verwendet wird, kennt nur denKreisoperator{\displaystyle \circ }. Das Gradzeichen{\displaystyle ^{\circ }} wird durch Hochstellen erzeugt (^\circ).

Ähnlich aussehende Schriftzeichen sind:

  • º (U+00BAmasculine ordinal indicator, maskulinesOrdinalzeichen Ordinal-o, in einigen Schriftarten unterstrichen)
  • ˚ (U+02DAring above, freistehenderRingakzent)
  • ᵒ (U+1D52modifier letter small o, hochgestellter Kleinbuchstabe o)
  • ᴼ (U+1D3Cmodifier letter capital o, hochgestellter Großbuchstabe O)
  • ⁰ (U+2070superscript zero, hochgestellte Null)

Einzelnachweise

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  1. Le Système international d’unités, 9e édition, 2019, die sogenannte „SI-Broschüre“,BIPM, Kapitel 5.4.3 (englisch, französisch)
  2. Nützliche Tasten-Kombination: Geschützte Leerzeichen in Word-Dokumenten – Digital. Augsburger Allgemeine, abgerufen am 23. Mai 2017. 
  3. Florian Cajori:A History of Mathematical Notations. Dover Publications, New York 1993,ISBN 0-486-67766-4 (unveränderter Nachdruck der 1. Auflage 1928–1929). 
  4. Unicode-Konsortium: The Unicode Standard, Version 5.0. (PDF; 644 KB) 2007, abgerufen am 28. Dezember 2016 (englisch). 
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gradzeichen&oldid=262306516
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