Google Drive ist einFilehosting-Dienst des UnternehmensGoogle LLC sowie die Bezeichnung der dafür auf Clients nutzbaren Anwendung zum Synchronisieren der Dateiobjekte.[2][3] Er ermöglicht Benutzern das Speichern von Dokumenten in derCloud, das Teilen von Dateien und das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten. Google Drive beinhaltetGoogle Docs Editors, ein Office-Softwarepaket, das das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten, Tabellen, Präsentationen, Grafiken, Formularen und mehr ermöglicht. Öffentlich auf Google Drive geteilte Dateien können mit Internet-Suchmaschinen gesucht werden.
Zu Beginn wurden die DiensteGoogle Docs undSpreadsheets getrennt entwickelt, bis im Oktober 2006 eine kombinierte AnwendungText & Tabellen veröffentlicht wurde.[4] Bis Februar 2007 war die Seite nur auf Englisch verfügbar. Im selben Monat wurde der Dienst auch fürGoogle Apps verfügbar. Im Februar 2012 wurdeGoogle Text & Tabellen inGoogle Docs umbenannt. Als Grund wurde das Hinzufügen weiterer Funktionen im Jahre 2011 genannt, wodurch der NameGoogle Text & Tabellen nicht mehr zuträfe, da es nun auch Präsentationsfunktionen gibt.[5]
Am 24. April 2012 wurde Docs umgenerische Cloud-Storage-Fähigkeiten erweitert und daher inDrive umbenannt. Nachdem bereits früh eineAndroid-App veröffentlicht wurde, ist Google Drive seit Juni 2012 auch auf mobilen Endgeräten mitiOS nutzbar.[6]
Neben der Drive-App veröffentlichte Google Mitte 2014 auch separate Apps für Google Textdokumente, Tabellen und Präsentationen für Android- und iOS-Endgeräte sowie separate Startseiten für seine Office-Lösung Google Docs[7] und hat die Bearbeitung von Microsoft-Office-Dokumenten verbessert. Über den sogenannten Office-Kompatibilitätsmodus können Microsoft-Office-Dokumente nun auch ohne lokale Office-Installation über den Browser Chrome und die mobilen Apps für Google Dokumente, Tabellen und Präsentationen bearbeitet werden.[8]
In September 2021 wurden Adressen (URLs) zu manchen vor November 2017 hochgeladenen Dateien aus angeblichen Sicherheitsgründen verändert.[9]
Die Nutzung erfordert die Anmeldung an einemGoogle-Konto mitE-Mail-Adresse undPasswort.[10] Die Verwendung der verschlüsselten Seitenübertragung mittelsTLS undHTTPS ist standardmäßig aktiviert.
Im Juni 2007 erhielt das Design der Startseite ein zweispaltiges Layout. Seitdem kann man Ordner erstellen. Seit 2011 gibt es eine Informationsleiste rechts neben der Dokumentenliste sowie eine Diashow-Ansicht, falls der Filter für Bilder aktiviert ist.[11]
Alle Dokumente können mit oder ohneSchreibrecht in drei Stufen freigegeben werden – bestimmten Google-Nutzern, allen Personen, die derenURL kennen oder frei imWeb, sodass Suchmaschinen die Inhalte erfassen. Zusätzlich kann man das Dokument als Webseite jedermann zugänglich machen. Für alle Dokumenttypen wird eine vollständige Versionsgeschichte aufgezeichnet. Zur Kommunikation zwischen Bearbeitern kann eine Chatleiste eingeblendet werden. Änderungen werden beim Bearbeiten automatisch gespeichert. Die Dateien werden zwischen Client und Server verschlüsselt und auch verschlüsselt im Server gespeichert.[12]
Google Drive bietet Schnittstellen für Entwickler an, um weitere Anwendungen mit dem Dienst zu verbinden.[13] Zum Beispiel existiert einSave-to-Drive-Knopf, um Inhalte einerWebsite direkt auf Google Drive zu sichern.[14] EineREST-API erlaubt es Drittanwendungen, auf Inhalte in Google Drive zuzugreifen.[15]
Anfangs bot Google fünfGigabyte Onlinespeicher kostenlos an. 2013 wurde er auf 15 Gigabyte[16] erweitert, indem gemeinsamer Speicher der DiensteGmail, Google Drive undGoogle+ zusammengelegt wurde. Zusätzlicher Speicherplatz (bis zu 30Terabyte) kann – abgesehen von wiederkehrenden zeitlich begrenzten Aktionen, in denen Speicherplatz kostenlos abgegeben wird – käuflich erworben werden. Der Speicherverwaltung dient seit 2018 der Dienst Google One.[17][18] AufDrive lässt sich mit dem Browser wie auch mit dem ProgrammGoogle Drive für Desktop (früher Drive File Stream oder Backup & Sync) unter macOS-, Linux-[19] oder Windows-Client zugreifen sowie mit Apps für die Betriebssysteme Android und iOS.[20][21]
Google behält sich vor, Daten inGoogle Fotos, Google Drive oderGmail unwiderruflich zu löschen, falls man sich zwei Jahre lang nicht anmeldete. Die Löschung wird jedoch drei Monate vorher angekündigt. Ein Aufruf des Produkts genügt, um den Löschzeitpunkt in die Zukunft zu verschieben. Gelöscht werden nur Daten nicht verwendeter Produkte. Nutzt man Drive, aber Fotos nicht, werden nur Fotos und Alben gelöscht. Google One-Abonnenten behalten den Speicherplatz bei langjähriger Inaktivität, so lange man das Abo bezahlt.
Wer vom kostenlosen 15 GByte-Speicher durch ein Abo mit Google One mehr Speicher nutzt und dieses Zusatzangebot später wieder kündigt, behält den Zusatzspeicher mit allen Inhalten im Nurlese-Betrieb, so lange man sich mindestens einmal alle zwei Jahre anmeldet.
Google Drive for Work ist eine Premiumversion von Google Apps for Work, die im Juni 2014 veröffentlicht wurde. Sie bietet unbegrenzten Speicherplatz, erweiterte Datei-Prüfungsberichte und eDiscovery, zusammen mit – so Google – „neuer, präziser Steuerung, die Admins die Anpassung der Arbeit mit Drive ermöglicht, zum Beispiel, dass Mitarbeiter den Desktop-Sync-Client selbst installieren können“.Man kann bis zu 5 TB große Dateien hochladen. Bei Firmen mit weniger als fünf Benutzern besteht eine Speicherobergrenze von 1 TB pro Benutzer. In einer Pressemitteilung versicherte Google Kunden, auf den Servern gespeicherte Daten zu verschlüsseln, wie auch alle Informationen beim Hoch- oder Herunterladen. Google gewährt Premiumbenutzern Support rund um die Uhr und garantiert für seine Server 99,9 % Uptime.[22]
Google Drive for Education wurde am 30. September 2014 angekündigt und allen Benutzern von Google Apps for Education kostenfrei zugänglich gemacht. Es umfasst unbegrenzten Speicherplatz und unterstützt Einzeldateien mit bis zu 5 TB Größe.[23]
Anfangs räumte sich Google mit den deutschsprachigenAllgemeinen Geschäftsbedingungen ein, Anwender-Dokumente weiterzuverwenden.[24] Nach Angaben von Google war dies ein Übersetzungsfehler.[25] Der AGB-Abschnitt sichert nun dasUrheberrecht an eigenen Inhalten zu.[26] Google räumt sich weitläufige Rechte der Nutzung sowie Veröffentlichung ein, es sei denn „Wenn Sie in Deutschland sind und auf Produkte oder Dienste von Google zugreifen, die auf Deutschland ausgerichtet sind“.[27]
Nach Verabschiedung des Gesetzespaketes SESTA/FOSTA am 21. März 2018 sperrte oder löschte Google zahlreiche „sexuell eindeutige“ Inhalte aus Google Drive unter Bezugnahme auf seine AGB.[28]
Nach mehreren Vorwürfen, aufgrund des mangelnden Schutzes der Nutzerdaten bei zahlreichen Diensten des Google Konzerns, kam ebenfalls der Verdacht auf, dass das UnternehmenChat-Backups, welche über denMessenger-DienstWhatsapp auf Google Drive gespeichert werden können, von Google mitgelesen würden. Google habe dazu 2014 mit demFacebook-Konzern die Vereinbarung getroffen, unverschlüsselt Nachrichten, Bilder und Videos, sowie Audiodateien derWhatsapp Nutzer mitlesen zu können. Google soll laut mehreren US-Bundesstaaten „wiederholt und auf unverschämte WeiseWettbewerbsrecht undVerbraucherschutzgesetze verletzt haben“.[29]
Google Drive erfordertWebbrowser mit aktuellerJavaScript-Unterstützung. Offiziell unterstützt werden jeweils die letzten zwei aktuellen Versionen vonGoogle Chrome,Firefox,Safari undInternet Explorer;[30] andere Browser können aber je nach konkretem Einsatz dennoch problemlos funktionieren.
Kurz nach dem Start am 24. April 2012blockierte die chinesische Regierung Google Drive für gewöhnlicheInternetzugänge im Staatsgebiet.[31]
↑Google distanziert sich von eigenen AGB. Versprechen: Google will keine Inhalte kontrollieren. In: Golem.de. Klaß & Ihlenfeld Verlag GmbH, 7. September 2007, abgerufen am 25. März 2017.