Google Übersetzer (englischGoogle Translate) ist einOnlinedienst vonGoogle LLC, der Wörter, Texte und ganzeWebseitenmaschinell übersetzt. Eingeführt wurde der Dienst im Jahr 2006. Er übersetzte zunächst nur zwischen derenglischen undarabischen Sprache.[3] Seit 2022 unterstützte der Google Übersetzer 133 Sprachen.[4] Am 27. Juni 2024 gab Google bekannt, demnächst 110 weitere Sprachen auf einen Schlag hinzuzufügen, was die Gesamtzahl auf 243 erhöht. Ermöglicht werde das durch die Nutzung des selbst entwickeltenPaLM-2-Sprachmodells. Das langfristige Ziel sei weiterhin, Übersetzungsmöglichkeiten für 1.000 Sprachen anzubieten.[5]
DerGoogle Übersetzer übersetzt Wörter, Texte oderWebseiten zwischen 133 verschiedenen Sprachen, sowie mit der Kamera aufgenommene Texte in 50 verschiedene Sprachen.[1] Der Dienst bietet dabei die Funktion, die Ausgangssprache automatisch zu erkennen. Seit Ende 2016 sind Übersetzungen auf jeweils 5000 Zeichen begrenzt.[6]
Übersetzung eines deutschsprachigen Satzes in sein englischsprachiges Äquivalent
Im BrowserGoogle Chrome kann eine automatische Webseiten-Übersetzung durch den Google-Übersetzer aktiviert werden. FürMozilla Firefox gibt es Browser-Erweiterungen, die den Google Translator nutzen oder darauf aufbauen.[7]
Für das BetriebssystemAndroid existiert seit Anfang 2010 eine App, dieSMS-Nachrichten sowie in das Telefon gesprochene Texte übersetzt.[8][9] Auch für das BetriebssystemiOS hat Google eine App imApp Store veröffentlicht.[10][11] Der Google Übersetzer ist auch in GooglesNow On Tap integriert.[12]
Zudem lassen sich mit denMobile Apps einige Sprachen mit der „Sofortübersetzung“ live im Kamerabild übersetzen.[13] Im Zusammenhang mit derFlüchtlingskrise in Deutschland ab 2015 hat Google auch das SprachenpaarArabisch und Deutsch zur „Sofortübersetzung“ hinzugefügt.[14]
Um gesprochene Sätze schneller übersetzt und natürlicher klingend wiederzugeben, entstand das experimentelle Translatotron-Modell. Bisher werden gesprochene Sätze aufgezeichnet und in Text umgewandelt. Der Text wird über eine Google-interne Zwischensprache in die Zielsprache übersetzt. Die Ergebnisse wurden an die Sprachausgabe geleitet und dort vorgelesen. Im Translatotron-Schema werden gesprochene Worte auf Audio-Ebene untersucht und ohne Textwandlung übersetzt und in der Zielsprache mit beibehaltenen Stimmenmerkmalen wiedergegeben.[15]
Im Jahr 2020 fügte Google eine Transkriptionsfunktion zur App hinzu. Hiermit können längere gesprochene Texte aufgenommen und in der Transkription auf dem Handybildschirm gelesen werden.[16]
Nach Angaben von Google wurde die Android-App des Google Übersetzers mehr als eine Milliarde mal aus dem PlayStore heruntergeladen.[9]
Entwicklern bietet Google eineProgrammierschnittstelle (API) kostenpflichtig an, um Übersetzungen in eigene Webseiten und Angebote zu integrieren.[17][18]
Kostenlos ist hingegen TranslateGemma für 55 Sprachen. Er übersetzt auch Text auf Bildern und ist via HuggingFace oder Vertex AI verfügbar.
Wie an sich bei maschinellen Übersetzungen ist eine präzise Übersetzung nicht immer möglich. Einige Sprachen werden besser übersetzt als andere.[19] Da die Technik auf einerstatistischen Übersetzungsmethode beruht, entstehen mitunter seltsame Resultate.[20][21]
Mitarbeiter vonGoogle Brain haben erforscht, dass sich eine Sprache „ziemlich gut in nur etwa tausend Dimensionen darstellen“ lässt. Seit Ende 2016 arbeitet der Google Übersetzer anhand dieses Ergebnisses mitneuronalen Netzwerken. Diese Technologie entwickelt sich eigenständig weiter, sprich: sie lernt.[22] In einigen Sprachen werden Worte nicht einzeln, sondern satzweise übersetzt.[23][24]
Mitte 2014 eröffnete Google die Übersetzer-Community, eineCrowdsourcing-Plattform, die dazu dienen soll, die Qualität der automatischen Übersetzungen zu verbessern. So haben Nutzer die Möglichkeit, bestehende Übersetzungen zu korrigieren und neue vorzuschlagen.[25] Im April 2016 hatten laut Angaben von Google bereits 3,5 Millionen Nutzer 90 Millionen Einsendungen vorgenommen.[26]
↑Gideon Lewis-Kraus:Going Neural. The Sunday Magazine. Hrsg.: The New York Times Company (= The New York Times Magazines). 18. Dezember 2016,S.40 (englisch,nytimes.com).