



DerGolden Arrow bzw. derFlèche d’Or war eine Verbindung mitLuxuszügen und Kanalfähre zwischenLondon undParis. Dabei war jeweils in den Kanalhäfen amÄrmelkanal ein Wechsel zwischenZug und Fähre erforderlich.
DieSouth Eastern and Chatham Railway (SECR) hatte bereits vor demErsten Weltkrieg eine Verbindung zwischen London und Paris eingeführt, bei der der Zubringerzug zur Schiffsverbindung zwischenDover undCalais jeweils um 11 Uhr denLondon Victoria verließ. In der Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre entschloss sich dieSouthern Railway (SR), in der die SECR 1923 infolge desRailways Act 1921 aufgegangen war, zusammen mit der französischenChemins de fer du Nord (NORD) diese Verbindung zu einem exklusiven Angebot für Fahrgäste der 1. Klasse auszubauen und mitPullmanwagen der britischen Pullmangesellschaft bzw. derCIWL auszustatten.[1]
Die neue Verbindung wurde 1926 eingerichtet. DerFlèche d’Or ging auf dem Streckennetz derCompagnie des chemins de fer du Nord 1926 als reinerErste-Klasse-Pullmanzug zwischen Paris undCalais in Betrieb. Betreiber war dieCompagnie Internationale des Wagons-Lits, nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm dieSNCF den auf ihrem Streckennetz verkehrenden Zug auch in ihre wirtschaftliche Verantwortung. Aufenglischer Seite wurde ebenfalls 1926 der vorhandene Zug um 11 Uhr ab Victoria in einen Pullmanzug umgewandelt. Er erhielt aber erst 1929 den NamenGolden Arrow. Betrieben wurde der Zug von derSouthern Railway und ab 1948 von derBritish Railways, jeweils gemeinsam mit der britischen Pullmangesellschaft, die die Wagen stellte. Zwischen Calais undDover mussten dieFahrgäste auf die ebenfalls ausschließlich die erste Klasse führendeFähreCanterbury umsteigen.[1]
Der Zug bestand gewöhnlich aus 10 bis 12Pullmanwagen und benötigte von London nach Dover 98 Minuten. Bereits 1931 erzwangen die Kräfte des Marktes – nicht zuletzt der aufkommendeLuftverkehr, der die angepeilte zahlungskräftige Klientel abzog – ein verändertes Konzept: Der Zug führte nun auf englischer Seite auch gewöhnlicheWagen erster und dritter Klasse. Die Fähre wurde entsprechend angepasst.
Bedingt durch denZweiten Weltkrieg war die Verbindung zwischen September 1939 bis zum 15. April 1946 unterbrochen. Dann wurde der Zug mit dem alten Wagenpark weiter betrieben, bis dieser 1951 durch neue Pullmanwagen ersetzt werden konnte, die zwar bereits 1938 bestellt worden waren, deren Auslieferung sich aber kriegsbedingt verzögerte.
1961 wurde dieTraktion auf britischer Seite aufElektrolokomotiven der späterenClass 71 umgestellt.[2] In Frankreich dagegen wurde der Zug bis 1969 zwischen Calais undAmiens noch dampflokbespannt gefahren. Dabei kamen Pacific-Lokomotiven derReihe 231 K zum Einsatz. DerFlèche d’Or war damit in Westeuropa der letzte reine 1.-Klasse-Zug, denplanmäßig eineDampflokomotive zog.[3]
Anfang der 1970er Jahre fiel der Service der sinkenden Nachfrage nach einer Eisenbahnverbindung der gehobenen Klasse und dem zunehmenden Alter der eingesetzten Pullmanwagen zum Opfer und wurde zum 30. September 1972 eingestellt. Die mit dem Angebot angesprochene Klientel war zumFlugverkehr gewechselt.
Auf derBluebell Railway inSussex wird ein dem Zug nachempfundenerMuseumsverkehr angeboten. Am 6. Mai 1994 wurde der Zug anlässlich der Eröffnung desKanaltunnels mit historischenFahrzeugen einmalig „wiederbelebt“.