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Geudertheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Geudertheim
Geudertheim (Frankreich)
Geudertheim (Frankreich)
StaatFrankreich Frankreich
RegionGrand Est
Département (Nr.)Bas-Rhin (67)
ArrondissementHaguenau-Wissembourg
KantonBrumath
GemeindeverbandBasse Zorn
Koordinaten48° 43′ N,7° 45′ O48.7236111111117.7547222222222Koordinaten:48° 43′ N,7° 45′ O
Höhe133–188 m
Fläche11,27 km²
Einwohner2.727(1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte242 Einw./km²
Postleitzahl67170
INSEE-Code67156

Mairie Geudertheim

Geudertheim (historisch auch:Gottesheim) ist einefranzösischeGemeinde mit 2727 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) in der Ebene derZorn imDépartementBas-Rhin in derEuropäischen Gebietskörperschaft Elsass und in derRegionGrand Est. Am 1. Januar 2015 wechselte Geudertheim vomArrondissement Strasbourg-Campagne zumArrondissement Haguenau-Wissembourg.[1]

Imelsässischen Dialekt wird das Dorf „Gayderte“ genannt.

Die Nachbargemeinden sindHœrdt im Süden,Bietlenheim im Osten,Brumath im Westen undWeitbruch im Norden.

Geschichte

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Mittelalter

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Wappen derer von Gottesheim

Obwohl Orte mit der Endung -heim fast alle in derfränkischen Landnahmezeit entstanden sind, findet sich Geudertheim in den frühmittelalterlichen Besitzverzeichnissen der Klöster nicht. Es soll erst 1120 erstmals urkundlich erwähnt worden sein (Clauss 387 ohne Quellenangabe). Königsgut ist seit dem späten 13. Jahrhundert hier nachweisbar: 1275 verlieh König Rudolf I. (von Habsburg) seine Mühle, und 1278 verpfändete er einen Teil seiner Einkünfte (Regesta Imperii VI, 467+1032). Im 14. Jahrhundert wurde Geudertheim einKondominat. Es gehörte je zur Hälfte zumAmt Brumath derHerrschaft Lichtenberg[2] und zur anderen Hälfte den Herren von Gottesheim (Geudertheim) und war einLehen derKurpfalz.[3]

Anna von Lichtenberg (* 1442; † 1474), eine der beiden Erbtöchter Ludwig V., heiratete 1458 den GrafenPhilipp I. den Älteren von Hanau-Babenhausen (* 1417; † 1480), der eine kleineSekundogenitur aus dem Bestand derGrafschaft Hanau erhalten hatte, um sie heiraten zu können. Durch die Heirat entstand dieGrafschaft Hanau-Lichtenberg. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Graf Jakob, eines Onkels von Anna, erhielt Philipp I. d. Ä. 1480 die Hälfte der Herrschaft Lichtenberg, die andere Hälfte gelangte an seinen Schwager,Simon IV. Wecker vonZweibrücken-Bitsch. Das Amt Brumath wurde dabei zunächst ein Kondominat zwischen Hanau-Lichtenberg und Zweibrücken-Bitsch. Unter der Regierung des GrafenPhilipp III. von Hanau-Lichtenberg kam es dann zu einer Realteilung: Das Amt Brumath kam ganz zu Zweibrücken-Bitsch. Dagegen gelangte dasAmt Willstätt, das ebenfalls aus dem Lichtenberger Erbe stammte und ein Kondominat zwischen beiden Häusern war, ganz zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg.

Frühe Neuzeit

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Allerdings kam es 1570 zu einem weiteren Erbfall, der auch das Amt Brumath und damit das Dorf Geudertheim zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg brachte[4]: GrafJakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) und sein schon 1540 verstorbener BruderSimon V. Wecker hinterließen nur jeweils eine Tochter als Erbin. Die Tochter des Grafen Jakob,Margarethe (* 1540; † 1569), war mitPhilipp V. von Hanau-Lichtenberg (* 1541; † 1599) verheiratet. Zu dem sich aus dieser Konstellation ergebenden Erbe zählte auch die zweite, nicht bereits durch Hanau-Lichtenberg regierte, Hälfte der ehemaligen Herrschaft Lichtenberg und darin auch das Amt Brumath mit Geudertheim. 1570 wurde durch den regierenden Grafen von Hanau-Lichtenberg auch in Geudertheim dieReformation durchgeführt und zwar in derlutherischen Variante.[5]

Durch dieReunionspolitik Frankreichs fiel 1680 auch das Amt Brumath und das Dorf Geudertheim unter französische Oberhoheit.

1736 starb mit GrafJohann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter,Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem ErbprinzenLudwig (VIII.) (* 1691; † 1768) vonHessen-Darmstadt erbte dieser die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Im Zuge derFranzösischen Revolution fiel dann der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch Geudertheim – an Frankreich.

Von 1871 bis zum Ende desErsten Weltkrieges gehörte Geudertheim als Teil desReichslandes Elsaß-Lothringen zumDeutschen Reich und war demKreis Straßburg imBezirk Unterelsaß zugeordnet.

Bevölkerungsentwicklung

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1798[6]1910[7]19621968197519821990199920062017
391140012891450160017552010224322732530

Sehenswürdigkeiten

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Protestantische Kirche
Kirche St. Blasius
  • Protestantische Kirche von 1842 mit einem Kirchturm aus dem 12. Jahrhundert
  • Katholische Kirche St. Blasius von 1900. Eine zugehörige Kapelle stammt aus dem 15. Jahrhundert.
  • Château de Schauenbourg
  • Mühle an derZorn
Siehe auch:Liste der Monuments historiques in Geudertheim

Wirtschaft

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In der Region wird in derLandwirtschaft vor allemSpargel angebaut.

Persönlichkeiten

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Literatur

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  • Martin Zeiller:Geidertheim. In:Matthäus Merian (Hrsg.):Topographia Alsatiae etc. (= Topographia Germaniae.Band 3). 1. Auflage. Matthaeus Merian, Frankfurt am Main 1643,S. 20–21 (Volltext [Wikisource]). 
  • Friedrich Knöpp:Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden inHessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt:Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.):Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480–1980 =Pays d’Alsace. 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.
  • Jean-Claude Brumm:Quelques dates importantes dan l’histoire …. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.):Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480–1980 =Pays d’Alsace. 111/112 (2, 3 / 1980), S. 10–11.
  • Fritz Eyer:Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts. In:Schriften derErwin-von-Steinbach-Stiftung. 2. Auflage.Band 10. Pfaehler, Bad Neustadt an der Saale 1985,ISBN 3-922923-31-3 (268 Seiten, Im Text unverändert, um eine Einführung erweiterter Nachdruck der Ausgabe Strassburg, Rhenus-Verlag, 1938). 

Weblinks

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Commons: Geudertheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. legifrance.gouv.fr
  2. Fritz Eyer:Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480… Band 10, 1985, S. 239.
  3. Friedrich Knöpp:Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. 1962, S. 4.
  4. Jean-Claude Brumm:Quelques dates importantes dan l’histoire … 1980, S. 11.
  5. M. Schickelé:État de l’Église d’Alsace avant la Révolution 1, Colmar 1877, S. 49 (gallica.bnf.fr).
  6. Alfred Matt:Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. 1980, S. 7.
  7. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Weißenburg
Gemeinden imArrondissement Haguenau-Wissembourg

Aschbach |Batzendorf |Beinheim |Bernolsheim |Berstheim |Betschdorf |Biblisheim |Bietlenheim |Bilwisheim |Bischwiller |Bitschhoffen |Brumath |Buhl |Cleebourg |Climbach |Crœttwiller |Dalhunden |Dambach |Dauendorf |Dieffenbach-lès-Wœrth |Donnenheim |Drachenbronn-Birlenbach |Drusenheim |Durrenbach |Eberbach-Seltz |Engwiller |Eschbach |Forstfeld |Forstheim |Fort-Louis |Frœschwiller |Gambsheim |Geudertheim |Gœrsdorf |Gries |Gumbrechtshoffen |Gundershoffen |Gunstett |Hagenau |Hatten |Hegeney |Herrlisheim |Hochstett |Hœrdt |Hoffen |Hunspach |Huttendorf |Ingolsheim |Kaltenhouse |Kauffenheim |Keffenach |Kesseldorf |Kilstett |Kindwiller |Krautwiller |Kriegsheim |Kurtzenhouse |Kutzenhausen |Lampertsloch |Langensoultzbach |Laubach |Lauterbourg |Lembach |Leutenheim |Lobsann |Memmelshoffen |Merkwiller-Pechelbronn |Mertzwiller |Mietesheim |Mittelschaeffolsheim |Mommenheim |Morsbronn-les-Bains |Morschwiller |Mothern |Munchhausen |Neewiller-près-Lauterbourg |Neuhaeusel |Niederbronn-les-Bains |Niederlauterbach |Niedermodern |Niederrœdern |Niederschaeffolsheim |Niedersteinbach |Oberbronn |Oberdorf-Spachbach |Oberhoffen-lès-Wissembourg |Oberhoffen-sur-Moder |Oberlauterbach |Oberrœdern |Obersteinbach |Offendorf |Offwiller |Olwisheim |Ohlungen |Preuschdorf |Reichshoffen |Retschwiller |Riedseltz |Rittershoffen |Rœschwoog |Rohrwiller |Roppenheim |Rothbach |Rott |Rottelsheim |Rountzenheim-Auenheim |Salmbach |Schaffhouse-près-Seltz |Scheibenhard |Schirrhein |Schirrhoffen |Schleithal |Schœnenbourg |Schweighouse-sur-Moder |Seebach |Seltz |Sessenheim |Siegen |Soufflenheim |Soultz-sous-Forêts |Stattmatten |Steinseltz |Stundwiller |Surbourg |Trimbach |Uhlwiller |Uhrwiller |Uttenhoffen |Val-de-Moder |Wahlenheim |Walbourg |Weißenburg (Elsass) |Weitbruch |Weyersheim |Windstein |Wingen |Wintershouse |Wintzenbach |Wittersheim |Wœrth |Zinswiller

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