| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 54° 24′ N,9° 58′ O54.4078239.9742828Koordinaten:54° 24′ N,9° 58′ O | |
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | |
| Kreis: | Rendsburg-Eckernförde | |
| Amt: | Dänischer Wohld | |
| Höhe: | 28 m ü. NHN | |
| Fläche: | 9,35 km² | |
| Einwohner: | 7540 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 806 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 24214 | |
| Vorwahl: | 04346 | |
| Kfz-Kennzeichen: | RD, ECK | |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 58 058 | |
| LOCODE: | DE GEF | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Karl-Kolbe-Platz 1 24214 Gettorf | |
| Website: | www.gettorf.de | |
| Bürgermeister: | Marco Koch (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Gettorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde | ||
Gettorf (dänisch:Gettorp,plattdeutsch:Cheddörp, Geddörp) ist eine Gemeinde imKreis Rendsburg-Eckernförde. Überregional bekannt ist die Gemeinde vor allem durch den im Ort ansässigenTierpark Gettorf.
Das Gemeindegebiet von Gettorf erstreckt sich im Landschaftsbereich des NaturraumsSchwansen,Dänischer Wohld,[2] auf der letztgenannten Halbinsel zwischenKieler Förde undEckernförder Bucht,[3] einem Teilraum desschleswig-holsteinischen Hügellandes.[4]
Neben dem namenstiftendenHauptort sindDuxmoor sowieRavenshorst (beidesEinzelsiedlungen), dieHäusersiedlungSilkendiek und dieHofsiedlungNiendamm weitereWohnplätze im Gemeindegebiet.[5]
Unmittelbar angrenzende Nachbargemeinden von Gettorf sind:[3]
| Neudorf-Bornstein | Osdorf, Felm | |
| Lindau | ||
| Tüttendorf |
Gettorf wurde wahrscheinlich zwischen 1190 und 1220 vonjütischen undsächsischen Siedlern gegründet. Seine Entstehung hat der Ort den zunehmenden Rodungen desJarnwith und seiner geografischen Lage zu verdanken. Er liegt etwa ½ alte Meile nördlich der damaligen Landenge zwischen der altenLevensau und derEider und wird durch einen Neben-Heerweg nach Norden durchschnitten. Erstmals wurde Gettorf 1259 alsGhetdorpe schriftlich erwähnt.
1876 erhielt Gettorf das Recht der kommunalen Selbstverwaltung und bildete somit ab 1889 einen Eigenamtsbezirk. Der Ort hatte damals 1221 Einwohner.
Von 1918 bis 1922 war der Bahnhof Gettorf Ausgangspunkt der militärisch genutztenBahnstrecke Gettorf–Stohl und von 1925 bis 1932 eines Güterbahnverkehrs derEisenbahngenossenschaft Dänischer Wohld zumGut Neu-Bülk. Von Stohl (heute GemeindeSchwedeneck) nach Marienfelde (heute GemeindeStrande) verkehrte eine 600-mm-Schmalspurbahn. DieseHeeresfeldbahn versorgte die Geschütze von Marienfelde mit Munition und wurde in Zusammenhang mit demKieler Hafen benötigt.
Ab 1948 bildeten die Gemeinden Gettorf,Lindau undNeudorf-Bornstein das Amt Gettorf. Mit der Kreis- und Ämterreform von 1970 kommt Gettorf vomKreis Eckernförde zumKreis Rendsburg-Eckernförde. Dabei kommt die Gemeinde Lindau zum Amt Dänischer Wohld. Zum 1. Januar 1979 wird das Amt aufgelöst und Gettorf wird amtsfreie Gemeinde. Neudorf-Bornstein kommt zum Amt Dänischer Wohld. Im Zuge der Verwaltungsstrukturreform in Schleswig-Holstein trat die Gemeinde Gettorf am 1. Januar 2008 demAmt Dänischer Wohld bei, dessen Amtssitz sie schon vorher war.
Bei derKommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt 22 Sitze vergeben. Die CDU erhielt zehn Sitze, die Grünen und die SPD je vier Sitze, und die FDP und der SSW je zwei Sitze.
Blasonierung: „In Blau ein gewellter goldener Berg, davor ein roter spätgotischer Kirchturm mit achtseitigem silbernen Helm. Beiderseits desselben je ein schwebender, bewurzelter silberner Eichbaum.“[7]
Die Gemeinde Gettorf ist der zweitgrößte Ort auf der Halbinsel und verfügt mit seinen Schulen, öffentlichen Einrichtungen und Gewerbebetrieben die Funktion einesUnterzentrums.
Die Wirtschaft Gettorfs ist durch kleine Handwerks- und mittelständische Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe geprägt, die große Bedeutung für die Versorgung des Umlandes übernommen haben. Die Landwirtschaft spielt eine nicht unbedeutende Rolle. Ein großer Teil der erwerbstätigen Einwohner ist in den NachbarstädtenKiel,Eckernförde undRendsburg beschäftigt oder muss alsPendler noch weitere Wege zum Arbeitsplatz zurücklegen.
Gettorf ist durch eine 2004 fertiggestellte Ortsumgehung derBundesstraße 76 an das überregionale Straßennetz angebunden. Ab Gettorf ist die Trasse in Richtung Kielautobahnähnlich ausgebaut.

Gettorf hat seit 1881 einenBahnhof[8] an derStrecke aus Flensburg, wodurch überKiel Hauptbahnhof Anschlüsse zu weiteren Zielen bestehen. Auf dem Bahnhofsvorplatz gibt es einenBusbahnhof. Im Rahmen des Projektes derS-Bahn Kiel, die nach 2030 realisiert werden könnte, ist der Bau eines zusätzlichen Haltepunktes in Gettorf-Süd geplant.[9]
Von 1919 bis 1932 zweigte dieBahnstrecke Gettorf–Stohl ab, die dem Güter- und Militärverkehr diente.
In derListe der Kulturdenkmale in Gettorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale, darunter dieKirche St. Jürgen, dieGettorfer Mühle und verschiedene Wohnhäuser.
Im Zentrum des Ortes steht die mittelalterliche KircheSt. Jürgen. Mit ihrem Bau wurde bereits vor 1250 begonnen. Die Vollendung erfolgte gegen 1494 mit der Errichtung eines 64 m hohen Kirchturms. Der Kirchturm war zu Zeiten desDeutsch-Dänischen Krieges von 1864 von strategischer Bedeutung als Beobachtungsposten. Auf ihm wurde hierfür eine mehrere Meter hohe Holzkonstruktion errichtet.
In der Fußgängerzone am Alexanderplatz erinnert eine kleine Teufelsstatue an eine alte Legende, nach der der Teufel einen Felsen, denTeufelsstein, auf den Kirchturm warf, der von Gott abgelenkt wurde und so den Turm nur streifte, weshalb dieser heute leicht schief steht. Dieser Teufelsstein oder Düvelstein, bei dem es sich um den größtenFindling Schleswig-Holsteins handelt, ist außerhalb Gettorfs in der GemeindeLindau an der Straße zwischen Revensdorf und Großkönigsförde zu finden.
In Gettorf steht die 1869 erbauteGettorfer Mühle – eineWindmühle, die heute Sitz der örtlichenBücherei ist. Die Mühle wird vom Standesamt Dänischer Wohld zudem als Hochzeitsmühle genutzt und bietet im dortigen Trauzimmer 50 Gästen Platz.[10] An das Gelände der Mühle grenzen dasHeimatmuseum sowie das Rathaus.
Die Gemeinde ist überregional bekannt durch den rein privatwirtschaftlich betriebenenTierpark Gettorf. Er ist insbesondere für seinen Artenschwerpunkt bei denPrimaten und seit 2010 auch das hier befindlicheVerrückte Haus bekannt.
Seit sich 1948 die Fußballer nicht mehr als Turner bezeichnen lassen wollten, gibt es in Gettorf mit demGettorfer Turnverein (GTV) und demGettorfer Sportclub (GSC) zwei große Sportvereine, die durch die Sparten Speedskaten, Badminton undFloorball national bekannt sind. Die Fußballer des GSC spielen mit ihrer ersten Herrenmannschaft in der Landesliga Schleswig. Der Gettorfer TV organisiert mit dem Stiftungsfest im November ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis und mit dem Gettorf-Lauf im Juni das größte sportliche Event im Dänischen Wohld. 2004 hat sich der Tennisclub Gettorf vom Gettorfer Turnverein gelöst und besteht als eigenständiger Verein mit über 300 Mitgliedern. Die erste Herrenmannschaft war bis 2007 in der Landesliga aktiv. In der Sommersaison 2023 traten mit den Damen 40 und den Herren 40 zwei Mannschaften in der Schleswig-Holstein-Liga an. Der 1. Herren 40 gelang es bis heute, diese Liga zu halten. Der 1. Gettorfer Bowling Club von 1973 war wiederholt auf nationaler Ebene erfolgreich, stellte mehrere Jugend- und Juniorennationalkader und war bei Europameisterschaften vertreten.[11] Ebenfalls zum Gettorfer Sportangebot gehört der 1. Gettorfer Bowling Verein von 1979.[12] Die erste Herrenmannschaft vertrat Gettorf mehrere Jahre in der 2. Bundesliga Nord. Der Gettorfer Schützenverein von 1958 (GSV)[13] mit seiner gepachteten Schießsportanlage im Bürgerpark konnte mehrmals den Landeskönigstitel und Meisterschaften auf Landes-, Bezirks- oder Kreisebene erringen. Im Sommer 2017 wurde der neue Sportpark der Gemeinde Gettorf eröffnet. Dieser gehört zu den modernsten Sportanlagen Schleswig-Holsteins, da er u. a. über beheizte Kunstrasenplätze sowie eine 200 Meter lange Speedskaterbahn verfügt.