| Gesamtverband Steinkohle (GVSt) | |
|---|---|
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| Rechtsform | eingetragener Verein |
| Gründung | 1968 |
| Sitz | Herne,Deutschland |
| Nachfolger | Branchenverband Steinkohle und Nachbergbau |
| Zweck | Interessenvertretung der Unternehmen imSteinkohlebergbau |
| Vorsitz | Bernd Tönjes,Präsident Franz-Josef Wodopia,Hauptgeschäftsführer |
| Mitglieder | 8 |
| Website | gvst.de |
DerGesamtverband Steinkohle e. V. (GVSt) ist einArbeitgeberverband undTarifpartner der Steinkohlenindustrie mit Sitz inHerne.
Seit dem 1. März 2021 heißt der VereinBranchenverband Steinkohle und Nachbergbau e. V.
Der Verband wurde am 11. Dezember 1968 alsGesamtverband des deutschen Steinkohlenbergbaus inEssen gegründet, um allgemeine Belange und insbesondere die wirtschaftspolitischen und sozialpolitischen Interessen seiner Mitglieder nach außen zu vertreten. Gegründet wurde der Gesamtverband von den vier Unternehmensverbänden des Ruhrbergbaus, Saarbergbaus, Aachener Steinkohlenbergbaus und Niedersächsischen Steinkohlenbergbaus, die alle regional tätig waren.[1] Seit dem 9. Juli 2009 ist der Gesamtverband eineingetragener Verein.
Er kooperierte tarifpolitisch mit demUnternehmensverband Ruhrbergbau und mit dessen Folgeverband, demUnternehmensverband Steinkohlenbergbau (UVSt), der am 6. August 2007 aufgelöst wurde.[2] Die Aufgaben des UVSt werden seitdem vom Gesamtverband Steinkohle übernommen.Am 14. Oktober 2009 wurde der Verband mit demVerein für die bergbaulichen Interessen (VbI) verschmolzen, wodurch der Gesamtverband Steinkohle zum letzten Interessenverband des Steinkohlenbergbaus wurde.[2]
Der Verband nimmt die Aufgaben einesWirtschafts- undArbeitgeberverbandes wahr und vertritt und fördert die Interessen seiner Mitglieder. Dabei soll der Verband besonders die wirtschaftspolitischen wie auch sozialpolitischen Anliegen fördern.[2] Der GVSt ist Mitglied in derBundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und demBundesverband der Deutschen Industrie. Neben der Mitarbeit in den großen Arbeitgeberverbänden engagiert sich der GVSt auch in regionalen Arbeitgebervereinigungen im Saarland und Nordrhein-Westfalen. ImBundesverband der Deutschen Industrie, in derVereinigung Rohstoffe und Bergbau e. V. und imEuropäischen Stein- und Braunkohleverband (EURACOAL) vertritt der Gesamtverband die Interessen seiner Mitglieder in wirtschaftlichen, energie- und umweltpolitischen Belangen. Zudem vertritt der Gesamtverband Steinkohle die Interessen seiner Mitglieder in derDeutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und derDeutschen Rentenversicherung Bund.[3]
Präsident des Verbandes ist seit 2007Bernd Tönjes, der ebenfalls Vorsitzender derRAG Aktiengesellschaft ist.Franz-Josef Wodopia ist seit dem 1. Juli 2005 Hauptgeschäftsführer des GVSt und seit 1. Mai 2006 Geschäftsführendes Vorstandsmitglied.[4]Im Juli 2010 beschäftigte der Gesamtverband Steinkohle 30 Personen.[3]Noch im Jahr 2000 beschäftigte der GVSt (inkl. UVSt und VbI) 54 Personen. Gesenkt wurden die Mitarbeiterzahlen aufgrund der Personalanpassung im Steinkohlenbergbau, auf die man sich am 7. Februar 2007 einigte.[5]
Im Juli 2011 sind die Mitglieder die UnternehmenRAG Aktiengesellschaft,RAG Deutsche Steinkohle AG,RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH, RAG Beteiligungs GmbH, RAG Mining Solutions GmbH,RAG Montan Immobilien GmbH,Bergwerksgesellschaft Merchweiler mbH und dieSTEAG Aktiengesellschaft.[6]Die Mitglieder des Gesamtverbandes sind Unternehmen der RAG und derEvonik Industries AG. Sowohl die RAG als auch die Evonik Industries AG gehören derRAG-Stiftung.[1]
Die unten stehende Tabelle zeigt die Ausgaben des GVSt von 2005 bis 2009.[2]
| 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtausgaben in Mio. €[Anmerkung 1] | 7,041 | 7,626 | 6,792 | 6,227 | 6,067 |
Von den Ausgaben entfällt der größte Betrag auf die Personalkosten. Diese schlugen mit 44 % bis 49 % in den Jahren 2005 bis 2009 zu Buche. Im Jahr 2009 beliefen sich die Personalkosten auf 2,718 Mio €. Zweithöchster Posten waren mit 27 % bis 30 % die Kosten für die Mitgliedschaft in Dachverbänden. Mit 24 % bis 26 % der Gesamtkosten waren die Sachausgaben der drittgrößte Posten. Für Kommunikation, ein Unterpunkt der Sachausgaben, gab der Gesamtverband Steinkohle im Jahr 2009 229.000 € aus.[3]Der Gesamtverband Steinkohle finanziert sich ausschließlich aus den Beiträgen seiner Mitglieder. Da die Mitglieder Unternehmen des Steinkohlenbergbaus sind, erhalten sie auchSteinkohlebeihilfen. Die Kosten für die Mitgliedschaft können den Produktionskosten zugeschlagen werden, weshalb ein Teil der Mitgliedsbeiträge indirekt aus Steinkohlebeihilfen entrichtet wird.[2]