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Gert Gawellek

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Gert Gawellek (*25. April1959 inPlauen; †25. Oktober2025[1]) war einBrigadegeneral desHeeres derBundeswehr. Er war der erste ehemalige Offizier derNationalen Volksarmee (NVA) derDDR, der in der Bundeswehr in dieDienstgradgruppe derGenerale aufstieg.

Militärische Laufbahn

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Ausbildung und erste Verwendungen in der NVA

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Gawellek trat 1978 als Offiziersschüler in die NVA ein und absolvierte bis 1982 die Offiziersausbildung an derOffiziershochschule der Landstreitkräfte „Ernst Thälmann“ der NVA inLöbau (Sachsen). Er studierte an der Sektion 02 für Mot.Schützenkommandeure im Ausbildungsprofil Kommandeure für Aufklärungs- und Fallschirmjägereinheiten. Am 14. August 1982 beendete er dasStudium als Hochschulingenieurökonom und wurde zumLeutnant ernannt. In der NVA hatte er mehrere Führungsverwendungen inne. In seiner letzten Verwendung vor derDeutschen Wiedervereinigung studierte er an derFrunse-Militärakademie derSowjetarmee inMoskau.[2]

Dienst in der Bundeswehr

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Nach dem Beitritt der DDR zurBundesrepublik Deutschland und der damit verbundenen Auflösung der NVA wurde Gawellek in die Bundeswehr übernommen. Er diente in den ersten Jahren als S 3-Offizier bei derHeimatschutzbrigade 38 inWeißenfels und alsKompaniechef beim Panzeraufklärungsbataillon 3 inLüneburg. Von 1996 bis 1998 absolvierte er den 39. Generalstabslehrgang Heer an derFührungsakademie der Bundeswehr inHamburg, wo er zumOffizier im Generalstabsdienst ausgebildet wurde. Anschließend diente er als G 4-Stabsoffizier bei derLuftlandebrigade 31 inOldenburg. Mit Teilen seiner Brigade war er ab 1998 im Rahmen derSFOR-Mission inBosnien-Herzegowina im Einsatz.

Von 2000 bis 2002 war GawellekKommandeur der Einsatzkräfte desKommando Spezialkräfte und als solcher maßgeblich am Kampfeinsatz des KSK im Rahmen der Combined Joint Special Operations Task Force-SOUTH/Task Force K-Bar gegen dieTaliban inAfghanistan beteiligt. 2004 wurde die Einheit durch US-PräsidentGeorge W. Bush mit derPresidential Unit Citation für „außerordentlichen Mut, Einfallsreichtum und aggressiven Kampfgeist im Gefecht gegen einen gut ausgestatteten, gut ausgebildeten und heimtückischen terroristischen Feind“ ausgezeichnet.

Ab 2002 diente Gawellek alsReferent im Referat III 2 (Konzeption) imFührungsstab des Heeres imBundesministerium der Verteidigung inBonn und war 2005 und 2006 Leiter der Gruppe Grundlagen derDivision Spezielle Operationen inRegensburg. 2007 kehrte er zum Kommando Spezialkräfte zurück und wurde dessen stellvertretender Kommandeur.

Weitere Tätigkeiten waren ab 2010Gruppenleiter I 1 (Heeresentwicklung) imHeeresamt inKöln undReferatsleiter III 3 (Heeresentwicklung) im Führungsstab des Heeres im Bundesministerium der Verteidigung. 2012 wurde erUnterabteilungsleiter II 2 (Zukunftsentwicklung/Fähigkeitsmanagement) im neu aufgestelltenKommando Heer am Dienstort Bonn. Im Mai 2013 wurde er als Nachfolger vonReinhardt Zudrop zumBrigadekommandeur der Luftlandebrigade 31 in Oldenburg. Im Januar 2014 beförderte ihn Bundesministerin der VerteidigungUrsula von der Leyen zum Brigadegeneral.[3] Ab 2014 war er auf einemdienstpostenähnlichen Konstrukt bei der1. Panzerdivision inHannover zur Vorbereitung auf seine Folgeverwendung: Im August 2015 sollte Gawellek den Dienstposten desMilitärattachés an derDeutschen Botschaft inMoskau antreten – eine Aufgabe, für die er aufgrund seiner Erfahrungen mit dem russischen Militär und seiner fließendenRussischkenntnisse prädestiniert schien. Allerdings wurde ihm von den russischen Behörden ohne Angabe von Gründen einVisum verweigert. Diplomaten sahen darin eine Vergeltungsmaßnahme, da die Bundesrepublik zuvor die Einreise eines russischen Generals abgelehnt hatte.[4]

Am 29. Februar 2016 trat er den Dienstposten General Flugbetrieb Heer und stellvertretender Kommandeur derDivision Schnelle Kräfte an[5] und wurde im folgenden Jahr Vizepräsident desBundes Deutscher Fallschirmjäger.[6] Ab Februar 2019 wurde Gawellek im Kommando Heer verwendet.[7] Er wurde vor dem 25. März 2023 in den Ruhestand versetzt und war seitdem als Berater der Bundeswehr und in der Ausbildung ukrainischer Soldaten in Deutschland tätig.[8]

Auszeichnungen

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Literatur

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  • Manfred Sadlowski (Hrsg.):Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie 2020. 22. Auflage. Mönch Verlagsgesellschaft, Bonn 2020,ISBN 978-3-7637-6295-8,S. 147. 

Einzelnachweise

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  1. Deutscher Bundeswehrverband (Hrsg.):Die Bundeswehr: Das Magazin des Deutschen BundeswehrVerbandes. November 2025,S. 41. 
  2. Stephan Lorenz: 25 Jahre im Dienste der Ex-Feinde. Freie Presse, 28. Dezember 2015, archiviert vom Original am 9. Februar 2016; abgerufen am 21. April 2016. 
  3. Erster ehemaliger NVA-Offizier zum General befördert. nwzonline.de, 30. Januar 2014, abgerufen am 21. April 2016. 
  4. Beziehungen zu Russland: Moskau verweigert deutschem Militärattaché Visum, auf:spiegel.de (Stand: 8. August 2015)
  5. Kieron Kleinert: Fliegender Wechsel – neuer „General Flugbetrieb Heer“ bei der Division Schnelle Kräfte. deutschesheer.de, 29. Februar 2016, abgerufen am 21. April 2016. 
  6. BDF Pressemitteilung 2017/04
  7. Personalveränderungen bei der Bundeswehr und bei der Industrie. In:Hardthöhenkurier.Nr. 2, 2019,S. 110 (hardthoehenkurier.de). 
  8. Marco Seliger: Der Mann, der den Deutschen erklärt, wie der Russe kämpft. In: Neue Zürcher Zeitung. 25. März 2023, abgerufen am 28. März 2023. 
Personendaten
NAMEGawellek, Gert
KURZBESCHREIBUNGdeutscher Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr
GEBURTSDATUM25. April 1959
GEBURTSORTPlauen
STERBEDATUM25. Oktober 2025
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