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Germanium

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Eigenschaften
Allgemein
Name,Symbol,OrdnungszahlGermanium, Ge, 32
ElementkategorieHalbmetalle
Gruppe,Periode,Block14,4,p
Aussehengräulich weiß
CAS-Nummer

7440-56-4

EG-Nummer231-164-3
ECHA-InfoCard100.028.331
Massenanteil an derErdhülle5,6 ppm (46. Rang)[1]
Atomar[2]
Atommasse72,630(8)[3]u
Atomradius (berechnet)125 (125)pm
Kovalenter Radius122 pm
Van-der-Waals-Radius211[4] pm
Elektronenkonfiguration[Ar] 3d10 4s2 4p2
1.Ionisierungsenergie7.899435(12)eV[5]762.18kJ/mol[6]
2. Ionisierungsenergie15.934610(25) eV[5]1537.46 kJ/mol[6]
3. Ionisierungsenergie34.0576(12) eV[5]3286.1 kJ/mol[6]
4. Ionisierungsenergie45.7155(12) eV[5]4410.9 kJ/mol[6]
5. Ionisierungsenergie90.500(19) eV[5]8732 kJ/mol[6]
Physikalisch[2]
Aggregatzustandfest
KristallstrukturDiamantstruktur
Dichte5,323 g/cm3 (20°C)[7]
Mohshärte6,0
Magnetismusdiamagnetisch (χm = −7,1 · 10−5)[8]
Schmelzpunkt1211,4K (938,3 °C)
Siedepunkt3106 K[9] (2830 °C)
Molares Volumen13,63 · 10−6 m3·mol−1
Verdampfungsenthalpie330 kJ·mol−1[9]
Schmelzenthalpie31,8 kJ·mol−1
Schallgeschwindigkeit5400 m·s−1 bei 293,15 K
Spezifische Wärmekapazität308,3[1] J·kg−1·K−1
Austrittsarbeit5,0eV[10]
Elektrische Leitfähigkeit(Eigenleitung) 2S·m−1 bei 300 K
Wärmeleitfähigkeit60W·m−1·K−1
Chemisch[2]
Oxidationszustände−4, +2,+4
Normalpotential0,247V (Ge2+ + 2 e → Ge)
Elektronegativität2,01 (Pauling-Skala)
Isotope
IsotopNHt1/2ZAZE (MeV)ZP
68Ge
{syn.}270,8dε0,10668Ga
69Ge
{syn.}39,05hε2,22769Ga
70Ge
20,5 %Stabil
71Ge
{syn.}11,43dε0,22971Ga
72Ge
27,4 %Stabil
73Ge
7,8 %Stabil
74Ge
36,5 %Stabil
75Ge
{syn.}82,78minβ1,17775As
76Ge
7,44 %(1,84 +0,14−0,10) · 1021a[11]ββ76Se
77Ge
{syn.}11,30hβ2,70277As
Weitere Isotope sieheListe der Isotope
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[12]

Pulver

GefahrensymbolGefahrensymbolGefahrensymbol

Gefahr

H- und P-SätzeH:228​‐​361​‐​373​‐​410
P:202​‐​210​‐​240​‐​241​‐​272​‐​308+313[12]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten beiStandardbedingungen.

Germanium (vonlateinischGermaniaDeutschland‘, nach dem Land, in dem es zuerst gefunden wurde) ist einchemisches Element mit demElementsymbol Ge und derOrdnungszahl 32. ImPeriodensystem steht es in der 4.Periode und in der 4.Hauptgruppe (14.IUPAC-Gruppe, p-Block undKohlenstoffgruppe). Es wurde erstmals 1886 im MineralArgyrodit nachgewiesen.[13]

Germanium ist ein glänzend graues, hartes,sprödesHalbmetall (manchmal wird es noch zu denMetallen gezählt). Es ist auf der Erde weit verbreitet, kommt aber meistens nur in geringen Konzentrationen vor. Der größte Produzent von Germanium istChina. Germanium wird hauptsächlich alsHalbleiter in derElektronik verwendet, doch es gibt auch einige Anwendungen in der Medizin. Es ist keine biologische Funktion von Germanium bekannt.

Geschichte

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Das Periodensystem Mendelejews mit der Lücke unterhalb des Siliciums

AlsDmitri Mendelejew 1869 seinen Entwurf desPeriodensystems entwickelte, stellte er fest, dass es einige Lücken durch bislang unbekannte Elemente aufwies. Zwei sehr auffällige befanden sich in der 5. Reihe in den Gruppen III unterhalb desAluminiums und IV unterhalb desSiliciums. Entsprechend seiner Systematik nannte es diese ElementeEka-Aluminium undEka-Silicium. Anhand der Eigenschaften der umliegenden Elemente prognostizierte er 1871 auch einige Eigenschaften der Elemente, so sollte Eka-Silicium eineAtommasse von etwa 72, einspezifisches Gewicht von 5,5 und vierwertige Salze haben. Sogar einige Eigenschaften von Verbindungen sagte er voraus, so sollte etwa dasTetrachlorid eine bei unter 100 °C siedende Flüssigkeit sein.[14][15]

Clemens Winkler

1886 wurde in derGrube Himmelsfürst inBrand-Erbisdorf imErzgebirge ein neuesMineral gefunden, vonAlbin Weisbach beschrieben undArgyrodit genannt.[16] Bei der chemischen Analyse wurden schnell die beiden HauptbestandteileSilber undSchwefel nachgewiesen. Allerdings konnten bei einer genauen Analyse durchClemens Winkler nur 75 % Silber und 18 % Schwefel gefunden werden, 7 % blieben unbekannt. Er war bald überzeugt, dass der Unterschied durch ein bislang unbekanntes Element verursacht sein musste, konnte es aber zunächst nicht isolieren. Winkler versuchte monatelang, das Mineral mitNatriumcarbonat und Schwefel zu schmelzen, die entstandenen löslichen Verbindungen in Wasser zu lösen und anschließend durch Ansäuern mitSalzsäure einefraktionierte Kristallisation durchzuführen. Er fand jedoch im Niederschlag nur Schwefel sowie die aus begleitenden Mineralen stammendenArsen undAntimon. Beim Eindampfen der Lösung blieb nur Natriumchlorid zurück. Schließlich fügte er zu dieser Lösung eine große Menge Salzsäure hinzu, wodurch auf einmal ein weißer Niederschlag ausfiel, den er als das Sulfid des gesuchten Elementes identifizierte. Anschließendcalcinierte er das Sulfid zum Oxid undreduzierte es mitWasserstoff zum Element in Form eines grauen Pulvers.[14][17]

Nachdem Winkler zunächstNeptunium nach dem PlanetenNeptun als Namen erwogen hatte, verwarf er diesen wieder, daHans Rudolph Hermann ein vermutetes, demNiob ähnliches Element so benannt hatte[18][17], und nannte das neue Element nachDeutschlandGermanium.[19] Die Entdeckung wurde vonPaul Émile Lecoq de Boisbaudran spektroskopisch bestätigt.[20] Direkt nach Entdeckung des Germaniums und mit wenigen Informationen begannen verschiedene Forscher, über die Position des Elementes im noch nicht gänzlich akzeptierten Periodensystem zu spekulieren. So vermutete Winkler selbst zunächst, es würde sich umEka-Antimon handeln, Mendelejew zog die MöglichkeitEka-Cadmium in Betracht. Als schließlich Eigenschaften wie die Atommasse bestimmt waren, zeigte sich, dass diese sehr gut zu den von Mendelejew fürEka-Silicium vorhergesagten Eigenschaften passten. So wurden eine Atommasse von 72,32, ein spezifisches Gewicht von 5,47 und ein vierwertiges Germaniumchlorid mit einem Siedpunkt von 86 °C gefunden. Die Entdeckung des Germaniums war daher ein wichtiger Schritt zur allgemeinen Anerkennung des Periodensystems in der Chemie.[14][17]

Winklers präparativen Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Germaniums lagen zum einen an der ungewöhnlichen Löslichkeit vonGermanium(IV)-sulfid (gut in Wasser und verdünnten Säuren, schlecht in konzentrierten Säuren), zum anderen am leicht flüchtigenGermanium(IV)-chlorid, das beim Eindampfen aus der Lösung entwich.[14][17]

Erstmals verwendet wurde Germanium für Punktkontakte inSchottky-Dioden, die imZweiten Weltkrieg inRadar-Empfängern eingesetzt wurden. Bald darauf wurde es essentiell in der Herstellung vonTransistoren undGammastrahlen-Detektoren.[14]

Vorkommen

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Renierit

Germanium ist weit verbreitet, kommt aber nur in sehr geringen Konzentrationen vor. DerClarke-Wert, also der Durchschnittsgehalt in der Erdkruste, beträgt etwa 1,5g/t. In der Natur kommt es meist in Form von Sulfiden bzw. Thiogermanaten vor und wird oft als Begleiter inKupfer- undZinkerzen gefunden, unter anderem imMansfelderKupferschiefer.[21] Die wichtigstenMinerale sindArgyrodit (Ag8GeS6),[21]Canfieldit,Germanit (Cu6FeGe2S8)[21] undRenierit. Manche Kohlensorten, insbesondere dieWealdenkohlen, enthalten nennenswerte Mengen Germanium, die bei der Verbrennung derKohle in dieFlugasche übergehen. Die Flugaschen können bis zu 1 % Germanium enthalten.[22][23] Einige Pflanzen reichern Germanium an.[23]

Gewinnung und Herstellung

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LautUnited States Geological Survey lag die Jahresproduktion 2014 bei geschätzten 165 t, davon 120 t in China, 2020 betrug die Raffinerieproduktion von Germanium weltweit ca. 140 t, wobei die USA ihre Produktionsmengen als Geschäftsgeheimnis nicht veröffentlichen.[24] Der Preis für 1 kg Germanium betrug 2021 ca. 1315 USD,[24] 2023 1392 USD und 2024 2100 USD.[25] Laut EU betrug der Preis 2003 300 USD je kg und stieg bis 2009 auf 1000 USD.[26]

ZurDarstellung von Germanium sind insbesondere die Germaniumoxid (GeO2) enthaltenden Rauchgase derZinkerzaufbereitung geeignet. Angereichert wird das Germanium aus dem Rauchgas durch das Lösen desFlugstaubs in Schwefelsäure. Nach Fällung des gelösten GeO2 und ZnO erfolgt die weitere Aufarbeitung durch Destillation der Metallchloride. DieHydrolyse führt dann wieder zum Oxid, welches mit Wasserstoff zum Germaniumreduziert wird. Die Darstellung von hochreinem Germanium kann z. B. durch dasZonenschmelzverfahren erfolgen.[21]

Die weltweiten Produktionsmengen verteilten sich wie folgt:

Land2019[27]2020[24]
(Raffinerieproduktion inTonnen)
China Volksrepublik Volksrepublik China8695
Russland Russland55
Vereinigte Staaten Vereinigte Staatenunbek.unbek.
Andere Länder4040
Gesamt (gerundet)131140

Eigenschaften

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Elementares Germanium

Germanium steht im Periodensystem in der Serie derHalbmetalle. Elementares Germanium ist sehr spröde und an der Luft bei Raumtemperatur sehr beständig. Erst bei starkem Glühen in einerSauerstoff-Atmosphäre wird es zuGermanium(IV)-oxid (GeO2) oxidiert. GeO2 ist dimorph und wird bei 1033 °C von derRutil-Modifikation (CN = 6) in die β-Quarz-Struktur (CN = 4) überführt. In Pulverform kann es leicht entzündet werden und brennt nach Entfernen der Zündquelle weiter. In kompakter Form ist es nicht brennbar.

Germanium kann zwei- oder vierwertig sein. Germanium(IV)-Verbindungen sind am beständigsten. VonSalzsäure,Kalilauge und verdünnterSchwefelsäure wird Germanium nicht angegriffen. In alkalischenWasserstoffperoxid-Lösungen, konzentrierter heißer Schwefelsäure und konzentrierterSalpetersäure wird es dagegen unter Bildung von Germaniumdioxidhydrat aufgelöst. Gemäß seiner Stellung imPeriodensystem steht es in seinen chemischen Eigenschaften zwischenSilicium undZinn.

Germanium zeigt als einer von wenigen Stoffen eineDichteanomalie. Seine Dichte in festem Zustand ist niedriger als in flüssigem. Germanium ist ein indirekter Halbleiter. SeineBandlücke beträgt bei Zimmertemperatur ca. 0,67 eV.

Wafer aus Germanium sind erheblich zerbrechlicher als Wafer aus Silizium.

Verwendung

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Elektronik

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AlsHalbleiter war Germanium inEinkristall-Form das führendeMaterial in derElektronik bis in die 1970er Jahre, vor allem zur Herstellung der ersten am Markt erhältlichenDioden undBipolartransistoren, bis es vonSilicium in diesen Bereichen verdrängt wurde. Anwendungen finden sich in derHochfrequenztechnik (z. B. alsSiliciumgermanium-Verbindungshalbleiter) undDetektortechnologie (z. B. als Röntgendetektor). Für Solarzellen ausGalliumarsenid (GaAs) werden zum TeilWafer aus Germanium als Trägermaterial verwendet. DieGitterkonstante von Germanium ist der von Galliumarsenid sehr ähnlich, so dass GaAsepitaktisch auf Germanium-Einkristallen aufwachsen kann.

Gläser und Fasern

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Germanium wird für Infrarotoptiken in Form von Fenstern und Linsen aus monokristallinem Germanium eingesetzt. Einsatzgebiete für Germaniumlinsen sind Nachtsichtgeräte undWärmebildkameras. Die früher übliche Verwendung als Fokussierlinse für die Laser-Materialbearbeitung mittels Kohlendioxid-Lasern sowie deren Austrittsfenster ist jedoch durchZinkselenid abgelöst worden. Mit seinem hohen Brechungsindex von etwa 4 wird einkristallines Germanium auch in der FTIR/ATR-Spektroskopie (ATR-Infrarotspektroskopie) eingesetzt.[28][29] Optische Gläser mit Infrarotdurchlässigkeit (Chalkogenidglas für Lichtwellenleiter) sind eine weitere Anwendung für Germanium als Bestandteil.

Eine weitere Verwendung ist dieHerstellung von Lichtwellenleitern: mit Hilfe von Germaniumtetrachlorid wird bei derchemischen Gasphasenabscheidung eine Anreicherung vonGermaniumdioxid im inneren Faserkern erzeugt, wodurch im Vergleich zum Fasermantel ein höhererBrechungsindex im Kern gewährleistet wird.[30]

Bei derPolyester-Herstellung kommt Germaniumdioxid alsKatalysator bei der Fertigung von Polyesterfasern und -granulaten zum Einsatz, speziell fürPET-Flaschen.[31]

Nuklearmedizin und Kerntechnik

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68Ge wird beimGallium-68-Generator als Mutternuklid zur Herstellung von Gallium-68 verwendet. Ebenso findet68Ge als Quelle zur Detektorkalibration bei derPositronen-Emissions-Tomographie Anwendung.[32]

Als hochreinerEinkristall wird Germanium als Strahlendetektor eingesetzt.

Germanium in Nahrungsergänzungsmitteln

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Die SubstanzBis(carboxyethyl)germaniumsesquioxid(Ge-132) ist als Nahrungsergänzungsmittel zur Anwendung bei einer Reihe von Erkrankungen einschließlichKrebs, chronischem Müdigkeitssyndrom,Immunschwäche,[33]AIDS,Bluthochdruck,Arthritis undLebensmittelallergien angepriesen worden. Positive Wirkungen auf den Krankheitsverlauf wurden bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Gemäß der europäischenRichtlinie 2002/46/EG zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel soll Germanium nicht in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden. In vielen Ländern der EU, die ihre nationalen Rechtsvorschriften bereits angeglichen haben, so auch Deutschland und Österreich, ist daher der Zusatz von Germanium als Mineralstoffquelle in Nahrungsergänzungsmitteln nicht erlaubt.

Die zuständigen Behörden warnen ausdrücklich vor dem Verzehr vonGe-132, da schwere Gesundheitsschäden und Todesfälle nicht auszuschließen sind.[34][35]

Arzneiliche Verwendung von Germanium

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Eine therapeutische Wirksamkeit der antineoplastischen SubstanzSpirogermanium bei Krebserkrankungen wurde nicht nachgewiesen. Zugelassene Fertigarzneimittel mit dem Wirkstoff Spirogermanium gibt es nicht. In Deutschland gelten germaniumhaltige Arzneimittelanfertigungen (Rezepturen), abgesehen vonhomöopathischen Verdünnungen ab D4, als bedenklich. Ihre Herstellung und ihre Abgabe sind daher verboten.[36]Germanium metallicum gibt es in Formhomöopathischer Mittel. Als Bestandteil homöopathischer Zubereitungen wirddi-Kalium-Germanium-citrat-lactat beschrieben.[37]

Physiologie

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Germanium und seine Verbindungen weisen eine relative geringe akuteToxizität auf. Spuren von Germanium sind in den folgenden Nahrungsmitteln enthalten:Bohnen,Tomatensaft,Austern,Thunfisch undKnoblauch. Es ist nach dem Stand der Wissenschaft keinessentielles Spurenelement. Es ist keine biologische Funktion für Germanium bekannt. Es sind keine Germanium-Mangelerkrankungen bekannt.[38]

Toxizität

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Gesundheitsschäden durch Germanium traten bei Menschen mehrfach[39][40][41] nach längerer Einnahme von Germaniumverbindungen als Nahrungsergänzungsmittel auf. Dabei kommt es zu Funktionsstörungen der Niere bis hin zum (irreversiblen[39])Nierenversagen,[40] das für den Patientenletal sein kann.[42] PeriphereNeuropathie und andere neurologische Schäden als Folgeerkrankung sind ebenfalls berichtet.[43][41]

Aus Tierversuchen ist bekannt, dass Germanium eine geringe akute orale Toxizität hat. Bei Ratten liegt derLD50-Wert (die Dosis, bei der die Hälfte der Versuchstiere sterben) bei 3700 mg pro Kilogramm Körpergewicht.[44]

Nach derzeit vorliegenden Daten aus Tierversuchen ist Germanium nichtfruchtschädigend oderkanzerogen.[45]

Der Mechanismus der Toxizität von Germanium ist noch nicht vollständig geklärt. Spezifische pathologische Effekte an denMitochondrien von verschiedenen Zellen wurden jedoch beobachtet.[46][47]

Wechselwirkungen

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Es wird ebenfalls diskutiert, ob Germanium evtl. Wechselwirkungen mit Silicium im Knochen-Metabolismus zeigt. Es kann die Wirkung vonDiuretika blockieren und die Aktivität einer Reihe vonEnzymen herabsetzen bzw. blockieren, wieDehydrogenasen. Im Tierversuch zeigen Mäuse eine erhöhte Hexabarbital-induzierte Schlafdauer, wenn sie zusätzlich mit Germaniumverbindungen behandelt wurden. Dies lässt darauf schließen, dass dieCytochrom-P450-Aktivität ebenfalls eingeschränkt wird. Es gibt tierexperimentelle Berichte überorganische Germaniumverbindungen, welche das EntgiftungsenzymGlutathion-S-Transferase blockieren. Konkret wirkten dabei dreifacheKohlenstoff-Germanium-,Kohlenstoff-Zinn- oderKohlenstoff-Blei-Bindungen vergleichsweise ähnlich als Inhibitoren der Glutathion-S-Aryltransferase-Aktivität in der Rattenleber.[48]

Bioverfügbarkeit und Metabolismus

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Germanium wird bei oraler Aufnahme sehr leicht vom Körper aufgenommen. Es verteilt sich dabei über das gesamte Körpergewebe, vornehmlich in denNieren und derSchilddrüse.[49][50]Organogermane akkumulieren dabei im Gegensatz zu anorganischen Germaniumverbindungen nicht im menschlichen Körper. Allerdings gibt es nur wenige Studien über den Germanium-Metabolismus.

Es wird im Wesentlichen über den Urin ausgeschieden.[49] Ausscheidung überGalle undFäzes findet ebenso statt.

Verbindungen

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Siehe auch:Kategorie:Germaniumverbindung

Germanium bildet Ge(II)- u. beständigere Ge(IV)-Verbindungen, nur wenige besitzen technische Bedeutung.

Von den Germaniumhalogeniden sind ebenfalls Ge(II)- u. Ge(IV)-Vertreter bekannt.Germaniumtetrachlorid, (GeCl4), eine Flüssigkeit mit einem Siedepunkt von 83 °C, bildet sich bei Einwirkung vonChlorwasserstoff auf Germaniumoxide und ist ein wichtiges Zwischenprodukt bei der Germanium-Gewinnung. Hochreines GeCl4 wird bei der Herstellung vonLichtwellenleitern ausQuarzglas eingesetzt, um auf der Innenseite der Quarzfasern eine hochreine Germanium(IV)-oxid Schicht zu erzeugen. Zur Erzeugung von hochreinen Germaniumschichten kann auch dieDisproportionierung vonGermanium(II)-iodid unter Bildung von Germanium undGermanium(IV)-iodid eingesetzt werden:

2 GeI2GeI4+Ge{\displaystyle \mathrm {2\ GeI_{2}\longrightarrow GeI_{4}+Ge} }

Germanate sind Verbindungen des Germaniums, die sich von dessen Oxid ableiten. In fast allen Germanium-haltigen Mineralien liegt das Germanium als Germanat vor.

Germane werden die Wasserstoffverbindungen des Germaniums genannt, die eine homologe Reihe verschieden langer Kettenmoleküle bilden.Monogerman (Germaniumhydrid, GeH4) ist ein Gas und wird in der Halbleiterindustrie zurEpitaxie und zum Dotieren verwendet.

Literatur

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Weblinks

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Wiktionary: Germanium – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Germanium – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. abHarry H. Binder:Lexikon der chemischen Elemente. S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1999,ISBN 3-7776-0736-3.
  2. Die Werte für die Eigenschaften (Infobox) sind, wenn nicht anders angegeben, auswww.webelements.com (Germanium) entnommen.
  3. IUPAC, Standard Atomic Weights Revised 2013.
  4. Manjeera Mantina, Adam C. Chamberlin, Rosendo Valero, Christopher J. Cramer, Donald G. Truhlar:Consistent van der Waals Radii for the Whole Main Group. In:J. Phys. Chem. A. 113, 2009, S. 5806–5812,doi:10.1021/jp8111556.
  5. abcdeEintrag zugermanium in Kramida, A., Ralchenko, Yu., Reader, J. und NIST ASD Team (2019):NIST Atomic Spectra Database (ver. 5.7.1). Hrsg.:National Institute of Standards and Technology, Gaithersburg, MD.doi:10.18434/T4W30F (physics.nist.gov/asd).  Abgerufen am 11. Juni 2020.
  6. abcdeEintrag zugermanium beiWebElements,www.webelements.com, abgerufen am 11. Juni 2020.
  7. N. N. Greenwood, A. Earnshaw:Chemie der Elemente. 1. Auflage. VCH, Weinheim 1988,ISBN 3-527-26169-9, S. 482.
  8. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL,Properties of the Elements and Inorganic Compounds, S. 4-142 – 4-147. Die Werte dort sind auf g/mol bezogen und in cgs-Einheiten angegeben. Der hier angegebene Wert ist der daraus berechnete maßeinheitslose SI-Wert.
  9. abYiming Zhang, Julian R. G. Evans, Shoufeng Yang:Corrected Values for Boiling Points and Enthalpies of Vaporization of Elements in Handbooks. In:Journal of Chemical & Engineering Data. 56, 2011, S. 328–337,doi:10.1021/je1011086.
  10. Ludwig Bergmann,Clemens Schaefer,Rainer Kassing:Lehrbuch der Experimentalphysik. Band 6:Festkörper. 2. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2005,ISBN 3-11-017485-5, S. 361.
  11. J. Phys. G: Nucl. Part. Phys. 40 (2013) 035110,doi:10.1088/0954-3899/40/3/035110
  12. abEintrag zuGermanium, Pulver in derGESTIS-Stoffdatenbank desIFA, abgerufen am 10. Januar 2025. (JavaScript erforderlich)
  13. Klaus Volke:Clemens Winkler– zum 100. Todestag. In:Chemie in unserer Zeit.Band 38,Nr. 5, Oktober 2004,S. 360,doi:10.1002/ciuz.200490078. 
  14. abcdeMary Virginia Orna, Marco Fontani:Mini-Biography of Germanium (Eka-Silicon). In: Carmen J. Giunta, Vera V. Mainz, Gregory S. Girolami (Hrsg.):150 Years of the Periodic Table. Springer, 2021,ISBN 978-3-030-67910-1, S. 242–248.
  15. Dmitri Mendelejew:Die periodische Gesetzmäßigkeit der chemischen Elemente. (übersetzt von Felix Wreden) In:Liebigs Annalen. 8. Supplementband, 1871, S. 133–239 (genauer S. 200–204,Online in der HathiTrust digital library).
  16. A. Weisbach:Argyrodit, ein neues Silbererz. In:Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Palaontologie. Band 2, 1886, S. 67–71 (PDF 222,3 kB)
  17. abcdO. Brunck:Clemens Winkler. In:Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. Band 39, Nr. 4, 1906, S. 4491–4548,doi:10.1002/cber.190603904164.
  18. R. Hermann: Fortgesetzte Untersuchungen über die Verbindungen der Metalle der Tantalgruppe, so wie über Neptunium, ein neues Metall. In:Journal für praktische Chemie. 1877, Band 15, S. 105–150 (online).
  19. Clemens Winkler:Germanium, Ge, ein neues, nichtmetallisches Element. In:Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. Band 19, Nr. 1, 1886, S. 210–211,doi:10.1002/cber.18860190156.
  20. Paul Émile Lecoq de Boisbaudran:Sur le poids atomique et sur le spectrum du germanium. In:Comptes Rendus. Band 102, 1886, S. 1291–1295, (Digitalisat auf Gallica).
  21. abcdWiberg, Egon; Wiberg, Nils:Lehrbuch der anorganischen Chemie. 102., stark umgearbeitete und verb. Auflage. De Gruyter, Berlin 2007,ISBN 978-3-11-017770-1,S. 1003. 
  22. Chemikerausschuß der Gesellschaft Deutscher Metallhütten- und Bergleute e. V.:Germanium. In:Betriebsanalysen. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 1961,ISBN 978-3-642-85580-1,S. 313–319,doi:10.1007/978-3-642-85579-5_14 (springer.com [abgerufen am 9. April 2024]). 
  23. abSigeki Hara, Nanao Hayashi, Sigeo Hirano, Xi-Ning Zhong, Shigejiro Yasuda, Hisashi Komae:Notes: Determination of Germanium in Some Plants and Animals. In:Zeitschrift für Naturforschung C.Band 45,Nr. 11–12, 1. Dezember 1990,S. 1250–1252,doi:10.1515/znc-1990-11-1227. 
  24. abcU.S. Geological Survey, Mineral Commodity Summaries 2022: Germanium
  25. U.S. Geological Survey, 2025, Mineral commodity summaries 2025, S. 80
  26. Germanium. In: setis.ec.europa.eu. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. März 2016; abgerufen am 5. September 2015 (englisch). 
  27. U.S. Geological Survey, Mineral Commodity Summaries 2021: GERMANIUM.
  28. Was ist Infrarot- und FT-IR-Spektroskopie? Wo ist der Unterschied? Firmenschrift „FT-IR Spektroskopie Grundlagen“ der FirmaBruker, abgerufen am 14. Juli 2021
  29. Peter Larkin:Infrared and Raman Spectroscopy: Principles and Spectral Interpretation. Elsevier, 2017,ISBN 978-0-12-804209-0,S. 44 (books.google.com). 
  30. Jürgen Feßmann, Helmut Orth:Angewandte Chemie und Umwelttechnik für Ingenieure: Handbuch für Studium und betriebliche Praxis. ecomed-Storck, 2002,ISBN 3-609-68352-X,S. 54 (books.google.com). 
  31. Joseph R. Davis, A. S. M. International:ASM Materials Engineering Dictionary. ASM International, 1992,ISBN 1-61503-173-1,S. 187 (books.google.com). 
  32. Produktkatalog der Fa. Eckert & ZieglerS. 15. (Memento vom 3. Januar 2007 imInternet Archive)
  33. Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, AGES PharmMed:„Nahrungsergänzungsmittel“ mit toxischer Wirkung. (Memento vom 20. Juli 2012 im Webarchivarchive.today)
  34. Bundesinstitut für Risikobewertung:BgVV warnt vor dem Verzehr von ‚Germanium-132-Kapseln‘ der österreichischen Firma Ökopharm. 8. September 2000.
  35. Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) warnt:Produkt enthält gesundheitsschädliche Konzentration an Germanium (Memento vom 28. Juli 2013 imInternet Archive) 17. Oktober 2008.
  36. Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker:Bedenkliche Rezepturarzneimittel (PDF; 187 kB).
  37. Germanium-Citrate-Lactat beiDailyMed, abgerufen am 16. September 2012.
  38. A. G. Schauss:Nephrotoxicity and neurotoxicity in humans from organogermanium compounds and germanium dioxide. In:Biological Trace Element Research.Band 29,Nr. 3, Juni 1991,S. 267–280,doi:10.1007/BF03032683,PMID 1726409. 
  39. abTubulointerstitial nephropathy persisting 20 months after discontinuation of chronic intake of germanium lactate citrate.PMID 8488824. 
  40. abGermanium poisoning: clinical symptoms and renal damage caused by long-term intake of germanium.PMID 1650857. 
  41. abNephrotoxicity and neurotoxicity in humans from organogermanium compounds and germanium dioxide.PMID 1726409. 
  42. Hazard assessment of germanium supplements.doi:10.1006/rtph.1997.1098. 
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Periodensystem derElemente
HHe
LiBeBCNOFNe
NaMgAlSiPSClAr
KCaScTiVCrMnFeCoNiCuZnGaGeAsSeBrKr
RbSrYZrNbMoTcRuRhPdAgCdInSnSbTeIXe
CsBaLaCePrNdPmSmEuGdTbDyHoErTmYbLuHfTaWReOsIrPtAuHgTlPbBiPoAtRn
FrRaAcThPaUNpPuAmCmBkCfEsFmMdNoLrRfDbSgBhHsMtDsRgCnNhFlMcLvTsOg
AlkalimetalleErdalkalimetalleLanthanoideActinoideÜbergangsmetalleMetalleHalbmetalleNichtmetalleHalogeneEdelgaseChemie unbekannt
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