| Ehemaliger Gerichtsbezirk Sankt Joachimsthal | |
|---|---|
| (tschechisch:soudní okres Svatý Jáchymov) | |
| Basisdaten | |
| Kronland | Böhmen |
| Bezirk | Sankt Joachimsthal |
| Sitz des Gerichts | Sankt Joachimsthal (Jáchymov) |
| Vorlage:Infobox Gerichtsbezirk/Wartung/Keine Kennziffer | |
| zuständiges Landesgericht | Eger |
| Fläche | 202,09 km2 (1910) |
| Einwohner | 18,862 |
| Aufgelöst | 1919 |
| Abgetreten an | Tschechoslowakei |
DerGerichtsbezirk Sankt Joachimsthal (ursprünglichGerichtsbezirk Joachimsthal,tschechisch:soudní okres Svatý Jáchymov) war ein demBezirksgericht Sankt Joachimsthal unterstehenderGerichtsbezirk im KronlandBöhmen. Er umfasste Gebiete im Nordwesten Böhmens. Zentrum und Gerichtssitz des Gerichtsbezirks war die StadtSankt Joachimsthal (Jáchymov). Das Gebiet gehörte seit 1918 zur neu gegründetenTschechoslowakei und ist seit 1993 Teil derTschechischen Republik.
Die ursprünglichePatrimonialgerichtsbarkeit wurde imKaisertum Österreich nach denRevolutionsjahren 1848/49 aufgehoben. An ihre Stelle traten die Bezirks-, Landes- und Oberlandesgerichte, die nach den Grundzügen des Justizministers geplant und deren Schaffung am 6. Juli 1849 von KaiserFranz Joseph I. genehmigt wurde.[1] Der Gerichtsbezirk Sankt Joachimsthal gehörte zunächst zumKreis Eger und umfasste 1854 die 26 Katastralgemeinden Arletsgrün, Damitz, Gesmesgrün, Gottesgab, Haidles, Holzbach, Honnersgrün, Hüttmesgrün, Joachimsthal, Jokes, Lindig, Marletzgrün, Merkelsgrün, Möritschau, Oberbrand, Permesgrün, Pfaffengrün, Schönwald, Seifen, Stolzenhain, Tiefenbach, Ullersgrün, Unterbrand, Weidmesgrün, Wiesenthal und Wikwitz.[2] Der Gerichtsbezirk Joachimsthal bildete im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung[3] ab 1868 gemeinsam mit dem GerichtsbezirkPlatten (Blatno) denBezirk Joachimsthal.[4] Per 1. Juli 1910 wurde der Gerichtsbezirk Platten zur Schaffung des neuenBezirk Neudek aus dem Bezirk Joachimsthal ausgeschieden.[5]
Im Gerichtsbezirk Sankt Joachimsthal lebten 1869 15.379 Menschen in 23 Gemeinden bzw. 26 Katastralgemeinden.[6] Bis 1890 hatte sich die Einwohnerzahl auf 16.519 Menschen in nun 24 Gemeinden erhöht.[7] Danach stieg die Einwohnerzahl bis 1900 auf 18.662 Personen.[8] Der Gerichtsbezirk Sankt Joachimsthal wies 1910 eine Bevölkerung von 18.662 Personen auf, von denen 18.408Deutsch und neunTschechisch[9] als Umgangssprache angaben. Im Gerichtsbezirk lebten zudem 245 Anderssprachige oder Staatsfremde.[10]
Durch die Grenzbestimmungen des am 10. September 1919 abgeschlossenenVertrages von Saint-Germain kam der Gerichtsbezirk Sankt Joachimsthal vollständig zur neugegründetenTschechoslowakei, wobei die Gerichtseinteilung bis 1938 im Wesentlichen bestehen blieb. Nach demMünchner Abkommen wurde das Gebiet demLandkreis Sankt Joachimsthal zugeschlagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das Gebiet zumOkres Karlovy Vary bzw. zumOkres Chomutov, dessen Behörden jedoch im Zuge einer Verwaltungsreform 2003 ihre Verwaltungskompetenzen verloren. Diese werden seitdem von den Gemeinden bzw. den RegionenKarlovarský kraj bzw.Ústecký kraj, zudem denen das Gebiet um Sankt Joachimsthal seit Beginn des 21. Jahrhunderts gehört, wahrgenommen.
Der Gerichtssprengel umfasste Ende 1914 die 24 GemeindenArletzgrün,Böhmisch Wiesenthal,Damitz (Damice),Gesmesgrün,Gottesgab,Holzbach,Honnersgrün,Hüttmesgrün,Jokes (Jakubov),Lindig,Marletzgrün,Merkelsgrün,Möritschau (Mořičov), Oberbrand (Horní Brand),Permesgrün,Pfaffengrün,Sankt Joachimsthal (Svatý Jáchymov),Schönwald,Seifen,Stolzenhain,Tiefenbach,Ullersgrün, Unterbrand (Dolní Brand) undWikwitz (Vojkovice).