Georges Charpak
Georges Charpak (*1. August1924 inDąbrowica,Polen, heuteUkraine; †29. September2010 inParis[1]) war einfranzösischerPhysiker polnischer Herkunft.
Leben
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Charpak entstammte einer jüdischen Familie, die nach Frankreich emigrierte, als er sieben Jahre alt war. Ab 1941 betätigte er sich in derRésistance unter dem falschen Namen Jacques Charpentier, wohnhaft inTroyes. Charpak wurde 1943 insKZ Dachau verschleppt, wo er auch dank seiner Fähigkeit, mehrere Sprachen zu sprechen, bis zur Befreiung 1945 überlebte.
1946 nahm er diefranzösische Staatsbürgerschaft an. 1947 schloss er dieÉcole nationale supérieure des mines de Paris (ENSMP) (wo er seit 1945 studierte) ab, 1955promovierte er amCollège de France mit einer Arbeit in experimenteller Kernphysik. 1948 bis 1959 forschte er für dasCNRS. Ab 1959 war er Wissenschaftler am KernforschungszentrumCERN in Genf.
1992 erhielt Charpak denNobelpreis für Physik im Wesentlichen für die Erfindung und Entwicklung vonTeilchendetektoren, insbesondere derVieldraht-Proportionalkammer, eine Form derDrahtkammer, die er 1968 entwarf und welche bis zu eine Million Spuren pro Sekunde aufzuzeichnen vermochte, viele Größenordnungen mehr als die bis dahin verwendeten Geräte (z. B.Blasenkammern).
1960 nahm er am CERN an der ersten exakten Messung des magnetischen Moments desMyons teil. 1985 bis 1991 war er an verschiedenen Experimenten amFermilab beteiligt.
Später lebte und arbeitete Charpak in Frankreich, wo er sich unter anderem als Autor betätigte.
Ehrungen und Mitgliedschaften
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- 1960 Silbermedaille des CNRS
- 1973Prix Jean Ricard
- 1984 Preis des CEA der französischen Akademie der Wissenschaften
- 1989 der ersteHigh Energy and Particle Physics Prize der Sektion Hochenergiephysik der European Physical Society
- 1992 Nobelpreis „for his invention and development of particle detectors, in particular the multiwire proportional chamber“[2]
Er war mehrfacher Ehrendoktor (Genf 1977, der Universität Brüssel, Coimbra, Thessaloniki, Ottawa).
Charpak war Mitglied derAcadémie des sciences (1985), auswärtiges Mitglied derNational Academy of Sciences, Mitglied derRussischen Akademie der Wissenschaften (1994), der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Wissenschaften von Lissabon. 2007 wurde er Offizier der Ehrenlegion.
DieSchweizerische Physikalische Gesellschaft (SPS) und dieSociété Française de Physique (SFP) verleihen seit 2016 (erste Verleihung 2017) den sog.Charpak-Ritz Preis, als Zeichen der engen Verbundenheit der Gesellschaften.[3]
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Georges Charpak,Henri Broch:Was macht der Fakir auf dem Nagelbrett. Piper Verlag, München 2005,ISBN 3-492-24313-4. (Original:Devenez sorciers devenez savants. 2002)
Weblinks
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Informationen derNobelstiftung zur Preisverleihung 1992 an Georges Charpak (englisch)
- Literatur von und über Georges Charpak im Katalog derDeutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑Le Parisien:Décès du Prix Nobel de physique Georges Charpak (Memento vom 1. Oktober 2010 imInternet Archive) vom 30. September 2010
- ↑The Nobel Prize in Physics 1992. In: www.nobelprize.org. Abgerufen am 30. November 2016.
- ↑SPG-SPS-SSP: Charpak-Ritz Award. Abgerufen am 22. November 2021 (englisch).
Personendaten | |
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NAME | Charpak, Georges |
ALTERNATIVNAMEN | Charpak, Jerzy |
KURZBESCHREIBUNG | französischer Physiker |
GEBURTSDATUM | 1. August 1924 |
GEBURTSORT | Dąbrowica |
STERBEDATUM | 29. September 2010 |
STERBEORT | Paris |
- Person (CERN)
- Physiker (20. Jahrhundert)
- Nobelpreisträger für Physik
- Teilchenbeschleuniger-Physiker
- Mitglied der Académie des sciences
- Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der National Academy of Sciences
- Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Autor
- Häftling im KZ Dachau
- Überlebender des Holocaust
- Résistancekämpfer
- Mitglied der Ehrenlegion (Offizier)
- Ehrendoktor der Universität Genf
- Ehrendoktor der Universität Coimbra
- Ehrendoktor der Aristoteles-Universität Thessaloniki
- Ehrendoktor der Universität Ottawa
- Polnischer Emigrant in Frankreich
- Franzose
- Geboren 1924
- Gestorben 2010
- Mann