DerGenfersee (Schweizer Schreibweise),französischLéman oderlac Léman, ist der größte See sowohlFrankreichs als auch derSchweiz. Er liegt an der Grenze zwischen derWestschweiz und der französischen RegionAuvergne-Rhône-Alpes. Die Südwestspitze des Sees gehört zum SchweizerKanton Genf, das Nordufer zum SchweizerKanton Waadt und das Südufer größtenteils zum französischenDépartement Haute-Savoie. Daneben hat derKanton Wallis einen kleinen Anteil am östlichen Südufer. Der See wird inHaut Lac,Grand Lac undPetit Lac eingeteilt.
In derdeutschen Sprache lautet die Bezeichnung heuteGenfersee (so in der Schweiz geschrieben) bzw.Genfer See (so in Deutschland und Österreich geschrieben). Sie wird erstmals im 15. Jahrhundert erwähnt.[2] In derenglischen Sprache wird der SeeLake Geneva genannt.
InFrankreich sowie in den KantonenWaadt undWallis wird der SeeLéman oderlac Léman genannt. In den Karten desBundesamtes für Landestopografie (Swisstopo) ist die BezeichnungLe Léman eingetragen,[3] also mit Voranstellung des französischenArtikelsle, anders als bei den anderen Seen mit französischem Namen.[4]
Léman geht auf eineindoeuropäischeWurzel mit der Bedeutung «See» zurück. Die Namensformlac Léman ist eigentlich einPleonasmus, denn sowohlfranzösischlac als auchLéman bedeuten «See».[2]
ImKanton Genf wird der See häufiglac de Genève genannt.Das Bundesamt für Landestopografie (swisstopo) kennzeichnet allerdings nur das südwestliche Ende des Genfersees, das innerhalb der Kantonsgrenzen von Genf liegt, alslac de Genève. Das Kantonsgebiet reicht am Nordufer bisVersoix und am Südufer bisHermance.[5]
Die Einwohner von Genf benannten schon früh den See nach ihrer Stadt.François Bonivard nannte im Jahr 1529 den Seelac Lemanne, fügte aber hinzu:qu’est nostre lac de Genesve («der unser Genfersee ist»). Nachdem die Stadt Genf immer mehr an Bedeutung gewonnen hatte, wurde diesesToponym in anderen Sprachen übernommen, z. B.Genfersee und englischLake Geneva.[2]
Ab dem 2. Jahrhundert wurde der See vermehrt nachLausanne benannt. ImItinerarium Antonini taucht die Bezeichnunglacus lausonnius auf, in derTabula Peutingeriana erscheint die Namensformlacus Losanete. Daraus wurde im Französischenlac de Lausanne. Im Laufe des 17. Jahrhunderts verschwand dieser Name wieder.[2]
ImItalienischen ist der Namelago Lemano oder kurzLemano (analog zu französischlac Léman oderLéman) ebenso gebräuchlich wie der Namelago di Ginevra (analog zu deutschGenfersee).[2]
Der Genfersee ist der größteAlpenrandsee und nach demPlattensee (Balaton) inUngarn der zweitgrößte SeeMitteleuropas. Er ist 580,03 km² gross, davon entfallen 345,29 km² (59,53 %) auf Schweizer und 234,74 km² (40,47 %) auf französisches Staatsgebiet. Der See liegt auf372 m ü. M.. An der tiefsten Stelle ist er 310 m tief.[6] Er ist damit auch der tiefste See Frankreichs. Sein durchschnittlicher Wasserinhalt liegt bei etwa 89 km³, was ihn zum wasserreichsten See Mitteleuropas macht.[7]
Gespeist wird der Genfersee vor allem durch dieRhone, die imDelta beiLe Bouveret in den See mündet. Zweitwichtigster Zufluss ist dieDranse, dann folgen dieVenoge und dieAubonne. Die Rhone fliesst bei Genf aus dem Genfersee ab, wobei das Wasser aller Zuläufe durchschnittlich 10,4 Jahre für den Durchfluss benötigt. Der Wasserstand des Sees wird in Genf mit demBarrage du Seujet reguliert.[8] Im Jahresmittel beträgt der Ablauf etwa 270 m³ je Sekunde.
Genf an der Südwestspitze, größte Stadt am See, Hauptort des Kantons Genf. Zweitgrößte Stadt der Schweiz nachZürich. Sitz zahlreicher internationaler Organisationen.
DieÎle Rousseau liegt eigentlich nicht mehr im Genfersee, sondern wenige Meter unterhalb der BrückePont du Mont-Blanc, die die südwestliche Begrenzung des Sees am Abfluss der Rhone markiert.
Blick nach Westen auf den Genfersee, rechts das NorduferDer östlichste Uferabschnitt (Blick vomSchloss Chillon nach Süden)Regenbogen am Genfer Ufer, im Hintergrund derPhare des Pâquis
Das Nordufer wird wegen der Fliessrichtung der Rhone auch als das rechte Ufer bezeichnet (französischrive droite). Es gehört größtenteils zum Kanton Waadt. Die Grenze zum Hauptgebiet des Kantons Genf liegt zwischen den OrtenMies (Kanton Waadt) undVersoix (Kanton Genf). Etwa sechs Kilometer nordöstlich liegtCéligny, eine Exklave des Kantons Genf. Das Ufer bei Céligny gehört ebenfalls zum Kanton Genf.
Das Südufer wird auch als das linke Ufer bezeichnet (französischrive gauche). Links von der Rhonemündung kommt zunächst eine kurze Walliser Uferzone von Le Bouveret bis Saint-Gingolph. Der Grenzort umfasst zwei durch einen Bach getrennte politische Gemeinden:Saint-Gingolph VS im Schweizer Kanton Wallis undSaint-Gingolph (Haute-Savoie) im französischen Département Haute-Savoie/Hoch-Savoyen.
Westlich davon liegt ein grosser Abschnitt des Südufers, der zu Frankreich gehört (Département Haute-Savoie). Größte französische Stadt istThonon-les-Bains. BeiHermance beginnt der Abschnitt des Südufers, der zum Kanton Genf und damit wieder zur Schweiz gehört.
Der Genfersee beeinflusst das Klima in seiner Umgebung, wobei er den Schweizer Winter mildert und den Sommer etwas «abkühlt». Wenn im Herbst das Wasser noch wärmer ist als das Land, können örtliche Nebel auftreten.
Die Pegelstände variieren abhängig von der Jahreszeit um ca. 60 cm, wobei der Tiefstand von Januar bis April erreicht wird. Dieser wird in Genf reguliert.
Der See wurde in verschiedenenKaltzeiten unter dem Gewicht der Alpengletscher (Rhonegletscher und Mont-Blancgletscher) ausgehobelt. Seine tiefste Stelle liegt vor Lausanne. Das südwestliche schmale Seebecken, genannt «Kleiner See», ist das breite Durchbruchstal der Schmelzwässer durch vorhergeschobene Schuttmassen, die alsEndmoränen liegen geblieben sind.
Im Jahr 563 ereignete sich einBergsturz von den südlichen Bergflanken am Ostende des Sees, worauf offenbar Sedimentmassen im Rhonedelta abrutschten, was eine bis zu 13 Meter hohe Flutwelle (Tsunami) auslöste.[10] Durch den Steinschlag wurden mehrere Dörfer zerstört, die Flutwelle überschwemmte erstLausanne und dann Genf, wo u. a. die Rhonebrücke zerstört wurde.[11] Ähnliche Binnentsunamis sind vomVierwaldstättersee aus den Jahren 1601 und 1687 bekannt sowie vomLauerzersee aus dem Jahr 1806.[12]
DerNitratgehalt liegt weit unter dem Grenzwert und ist stabil. DerPhosphorgehalt sinkt dagegen aufgrund diverser Sanierungen und hat seit dem Jahr 2005 um sechs Prozent abgenommen. Die aktuelle durchschnittliche Konzentration beträgt 27,7Mikrogramm pro Liter. Im Jahr 2005 waren es noch 29,4 Mikrogramm pro Liter. Das Ziel der CIPEL ist es, den Phosphorgehalt auf 20 Mikrogramm pro Liter zu senken.
Im Genfersee wurden durchschnittlich 129 GrammPlastikmüll pro Quadratkilometer gemessen.[13] Ab 2018 hat sich die invasiveQuagga-Muschel massiv ausgebreitet.[14] Sie wurde 2015 erstmals im Genfersee gesichtet.[15]
Die CIPEL beobachtet eine immer stärkere Vermehrung vonAlgen, sogenanntenPhytoplanktons, und dies bis in größere Tiefen. Diese fädigen Algen behindern im Sommer die Fischer, da dadurch die Netze für die Fische sichtbar sind, und auch im Winter verbreitet sich die Pflanze stets weiter.
Obwohl es in den Jahren 2006 und 2007 keine komplette Durchmischung des Seewassers gab, ist in den tiefen Wasserschichten immer noch genügendSauerstoff vorhanden.[16] Mit derglobalen Erwärmung könnte sich dies ändern, die Wassertemperatur am Grund des Genfersees ist seit 2012 bereits um ein Grad gestiegen.[17][18]
Ein Naturschutzgebiet besteht an der Mündung der Dranse bei Thonon-les-Bains, das Areal an der Mündung des Flusses Aubonne in den See ist unter der BezeichnungChanivaz – Delta de l’Aubonne ein Landschaftsschutzgebiet von nationaler Bedeutung.
Private Unternehmen versenkten im Genfersee in den 1950er und 1960er Jahren zwischen 150 und 1000 Tonnen nicht mehr benötigter Munition. 2019 wurde bekannt, dass die Munition teils offen auf dem Seegrund liegt. An einer Stelle wurde Munition in 50 Meter Tiefe gefunden, rund 150 Meter von einer Gasleitung und einer Trinkwasserentnahmestelle entfernt.[19][20]
Als eines der Wahrzeichen gilt die WasserburgSchloss Chillon beiMontreux am östlichen Ende des Sees. Sie ist das meistbesuchte historische Gebäude der Schweiz[21] und befindet sich auf einem Felsvorsprung auf dem See.
Das Stadtbild von Genf prägt derJet d’eau – ein Springbrunnen im Hafen der Stadt. Seine Wasserfontäne spritzt bis zu 140 Meter in die Höhe. Zwischen Vevey und Lausanne liegen dieWeinbauterrassen desLavaux, einUNESCO-Welterbe.
Auf rund 40 bis 60 Meter unter der Wasseroberfläche liegt das Wrack derHirondelle vorLa Tour-de-Peilz. DerRaddampfer sank, nachdem er am 10. Juni 1862 auf eine Felsformation aufgelaufen war. Heute ist das Wrack ein beliebtes Ziel fürWracktaucher.[23][24] Eine spektakuläre, etwa 100 m hohe Unterwasserfelswand kann man direkt vor dem Schloss Chillon ertauchen. Taucher mit weniger Erfahrung besuchen gerne die fünf kleinen Bootswracks vorHermance.[24]
In der Landschaft am Genfersee kreuzen sich wichtige Verkehrsachsen zwischen Italien und derNordsee und zwischenSüdfrankreich undMitteleuropa. Bis zum Aufkommen der Eisenbahn wurde dieHandelsschifffahrt auf dem See rege genutzt. Zum Transport eigneten sich etwa Massenwaren wie Holz, Bausteine aus denSteinbrüchen in Meillerie, Sand vomRhonedelta, aber auch Getreide, Wein, Salz oder Käse. Die Waren mussten zwar jeweils inVilleneuve,Vevey,Morges und Genf umgeladen werden, derSeeweg galt aber trotzdem als rasch und kostengünstig.
Zwischen Genf undSeyssel war der Warentransport auf der Rhone wegen einerVersickerungsstrecke bei denPertes du Rhône nicht möglich, und die Waren mussten daher auf dem Land weitertransportiert werden.
Ein nur teilweise realisiertes Projekt ist der 1638 bis 1648 gebauteCanal d’Entreroches, der dieZihl und dieVenoge bisCossonay verband. Der Kanal hätte eine Verbindung zumNeuenburgersee und weiter über denBielersee und dieAare zumRhein ermöglichen sollen. Der letzte Abschnitt, die Kanalisierung der Venoge und der Bau derSchleusen zwischen Cossonay und der Mündung der Venoge in den Genfersee, konnte wegen der fehlenden Finanzierung nicht mehr verwirklicht werden.[26] Als dieEisenbahn Einzug nahm, verlor der Transportweg auf dem Wasser immer mehr an Bedeutung.
Die «barque du Léman»La Savoie auf dem Genfersee
VerschiedeneBootstypen waren auf dem Genfersee im Einsatz. Trotz seiner einfachen Bauweise war derNauen bis ins 18. Jahrhundert der vorherrschende Bootstyp. Er hatte einen flachen Boden, nur ein viereckigesSegel und war aufgrund des fehlendenSteuerruders nur schwer zu manövrieren. Erst im 19. Jahrhundert kam das grosse Boot mit dem dreieckigenLateinersegel zum Einsatz, das auf vielen Abbildungen zu erkennen ist: DieBarque du Léman war besonders für den Transport von Baustoffen wie dem Kalkstein von Meillerie geeignet; an ihre Geschichte erinnert dasMusée des Traditions et des Barques du Léman inSaint-Gingolph.[27] Der waadtländische DichterCharles Ferdinand Ramuz beschreibt in seinem RomanEin Bursche aus Savoyen von 1936[28] (französischLe Garçon savoyard) das Leben der Matrosen auf den Transportschiffen des Genfersees.
Zur Verteidigung und Durchsetzung ihrer Hoheitsrechte setzten dieAnrainerstaaten jeweils bescheideneMilitärflotten ein. Ab dem Jahre 1288 ist belegt, dass dieGrafen von Savoyen vier oder fünfGaleeren ausgenuesischen Werften einsetzten. Im 17. Jahrhundert wurden von den Bernern mit Grand- und Petit-Ours zwei heute noch berühmte Schiffe eingesetzt. Die Stadt Genf besass eine Galeere mit zehn Kanonen.[26]
Zum Anfang des 19. Jahrhunderts wurde dieTourismus-Nachfrage immer größer und erforderte daher zusätzlichePassagierschiffe. Zu diesem Zweck wurde auf Initiative des AmerikanersEdward Church dieGuillaume Tell mit einer Kapazität für 200 Personen am 18. Juni 1823 eingeführt. Sie war das erste Dampfschiff, welches auf einem Schweizer See eingesetzt wurde.[26] Aufgrund des grossen Erfolges waren bald weitere Dampfschiffe nötig und folgten auch. Die verschiedenen Schifffahrtsgesellschaften konkurrierten zuerst gegeneinander, schlossen dann aber im Jahre 1840 diverse Vereinbarungen untereinander ab und schlossen sich 1873 zu derCompagnie générale de navigation sur le Lac Léman (CGN) zusammen.[26] Aufgrund des blühenden Geschäfts während derBelle Époque besass die Gesellschaft um 1914 insgesamt 19 Einheiten, darunter elf Salonschiffe. DerZweite Weltkrieg und diverse Krisen brachten die Tourismusschifffahrt in grosse Schwierigkeiten, obwohl in der Zwischenzeitdieselelektrische Motoren eingeführt wurden, die die Betriebskosten im Jahr 1934 massiv senkten.[26]
Bis in die 1960er Jahre verlief das Geschäft nur schleppend, ehe es sich seither wieder im Aufschwung befindet. Aktuell zählt die Flotte acht Schaufelradschiffe, die somit die größte europäische Flotte dieser Art ist.[7] Weiter sind acht schraubengetriebene Schiffe im Bestand. KleineFähren, welche «Mouettes» (deutschMöwen) genannt werden, befördern Passagiere in Genf rasch vom einen zum anderen Ufer.[26]
Das Segeln selbst wird heute nur noch als Hobby und Sport betrieben. Die seit dem Jahre 1939 ausgetrageneSegelregatta Bol d’Or ist überregional bekannt und führt jeweils von Genf nachLe Bouveret und zurück.
DieSociété Nautique de Genève (SNG) in Genf ist der grössteSchweizerYachtclub. Das Clubhaus und der Hafen der SNG liegen auf der Grenze der Gemeinden Genf undCologny am Südufer des Genfersees. Der Hafen, «Port Noir» oder «Port de la Nautique» genannt, hat 625 Bootsliegeplätze.
Verschiedene Schwimmwettkämpfe werden jährlich organisiert wie die Seeüberquerungen von Lausanne nach Evian (13 km),[31] von Montreux nach Clarens (1,8 km),[32] in Genf (1,8 km),[33] jeweils im Sommer, und dieCoupe de Noël, 125 m in Genf im Dezember.[34]
Menschen beimStand-up-Paddling, Segeln und Baden am Genfersee bei Lausanne
Stehend auf dem Genfersee sich durchStand-up-Paddling vorwärts zu bewegen ist eine Sonderform des Ruderns. Entlang des Sees gibt es viele professionelle Verleiher, die vor allem Anfänger mit geeigneten Sportgeräten und der zugehörigen Bekleidung ausrüsten.
Das Ufer des Genfersees ist der Ort von Niederlassungen verschiedener Tauchschulen. Geführte Tauchgänge im Sinne desSporttauchens zu unterschiedlichen Zielen im Genfersee werden angeboten.
Der Genfersee liegt im Zentrum eines Netzes sehr verschiedener Wanderwege unterschiedlicher Art und Länge:
DerAlpenpanorama-Weg ist einWeitwanderweg durch die Schweiz, der in Ost-West-Richtung vomBodensee zum Genfersee führt. Er ist in 29 Etappen (gemäß SchweizMobil) eingeteilt, mit einer 3 markiert (eine von sieben nationalen Routen) und misst 510 Kilometer.
DerJura-Höhenweg ist einer der aussichtsreichsten Fernwanderwege der Schweiz und Bestandteil desEuropäischen Fernwanderwegs E4. Der Weg verläuft mehrheitlich auf dem vordersten und höchsten Kamm der Juraketten in ca. 352 Meter (Brugg) bis 1677 Meter (La Dôle) Höhe. Er beginnt inDielsdorf nördlich vonZürich und endet nach ca. 300 Kilometern inBorex am Genfersee.
Erstmals wurden im 14. Jahrhundert zum Schutz der Fische Vorschriften über dieFischerei im See aufgestellt.[35] Bis ins Jahr 1880 wurde dann dasFischereirecht durch Adlige oder die Städte geregelt, welche dies aber oft einem Berufsmann überliessen.[36] Die Netze und der Fang wurden ab dem 16. Jahrhundert kontrolliert, um eine Übernutzung des Bestandes zu verhindern. Nach der Revolution wurde 1880 erstmals ein internationales Abkommen zwischenSavoyen und den Schweizer Kantonen über die Fischereibewirtschaftung unterzeichnet. Auf Drängen der Waadtländer Berufsfischer wurde dieses Abkommen wieder aufgelöst. Somit regelte wieder jedes Land die Fischerei für sich selbst.[35]
Im Jahr 1980 wurde ein neues Abkommen zwischen der Schweiz und Frankreich vereinbart, welches 1982 in Kraft trat, nachdem dasfranzösische Parlament es abgesegnet hatte. Dieses sieht vor, dass Hobbyfischer sich auf dem ganzen See frei bewegen und fangen können, die Berufsfischer sich jedoch an den Landesgrenzen aufhalten müssen. Seit 1986 wird die Thematik der Fischerei durch 5-Jahres-Pläne in gemeinsamer Absprache geregelt.[35] Ein neues Reglement wurde im Jahr 1998 entworfen. Dieses sieht vor, eine Änderung am Abkommen vorzunehmen, sodass es Berufsfischern unabhängig von ihrer Nationalität erlaubt ist, in einer gemeinsamen Zone zu fischen.[35]
Zu den stärksten gefangenen Fischarten des Sees gehörten im späten 19. Jahrhundert und im frühen 20. Jahrhundert die im Genfersee endemischenCoregonus-ArtenFéra undGravenche. Inzwischen gelten beide Arten als ausgestorben, was zumindest teilweise aufÜberfischung zurückgeführt wird. Aufgrund der globalen Erwärmung waren die Fangerträge in den letzten Jahren stark rückläufig[37].
Am 28. August 1910 starteteArmand Dufaux um 05.45 Uhr mit dem von ihm und seinem BruderHenri konstruierten Doppeldecker «Dufaux 4» beiNoville/St-Gingolph und flog unweit des Südufers nach Genf – die rund 66 Kilometer lange Flugstrecke bewältigte er in 56 Minuten und 5 Sekunden. Armand Dufaux hatte damit den bislang weltweit längsten Flug über offenes Wasser gewagt und gewann das von den AutomobilpionierenPerrot Duval ausgeschriebene Preisgeld für die Überquerung des Genfersees auf seiner gesamten Länge.
Am 6. August 1986 durchquerte der WaadtländerAlain Charmey als erster Mensch schwimmend den Genfersee in seiner ganzen Länge. Er brauchte für die 72 Kilometer lange Strecke 22 Stunden, 42 Minuten und 30 Sekunden.[38]
↑Kurzmitteilungen der Kantonsverwaltung. «Stopp Quagga»: Sensibilisierungskampagne wegen gebietsfremder Muschelart. In: be.ch. 25. Juli 2022, abgerufen am 25. Juli 2022.
↑Antonio Fumagalli:Offene Munition im Genfersee: Wohin mit dem explosiven Erbe? In:Neue Zürcher Zeitung. 2. März 2020 (nzz.ch [abgerufen am 8. März 2020]).
↑Jean Duchoud:Les barques du Léman. Quelques notes sur le chantier de Saint-Gingolph qui a été le principal constructeur de barques. In:Bulletin du Musée de Saint-Gingolphe, 2003.
↑Charles Ferdinand Ramuz:Ein Bursche aus Savoyen. Roman. Büchergilde Gutenberg, Zürich 1936. Neuausgabe als:Der junge Savoyarde. Suhrkamp (BS 7), Berlin 1952. Neuausgabe als:Der Bursche aus Savoyen. Limmat, Zürich 1990,ISBN 3-85791-168-9.
↑Charlotte Kunz:Die Raddampfer des Lac Léman. (Schweizerische Kunstführer. Nr. 316). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1982,ISBN 3-85782-316-X.