DieF-16Fighting Falcon (auchViper) ist eineinstrahligesMehrzweckkampfflugzeug ausUS-amerikanischer Produktion. Die einsitzige Maschine wurde für dieU.S. Air Force entwickelt und 1978 in Dienst gestellt. Zunächst war die F-16 nur als leichtesJagdflugzeug entworfen worden, allerdings führte die hohe Nachfrage dazu, dass sie zum Allwetter-Mehrzweckkampfflugzeug weiterentwickelt wurde. Ursprünglich vonGeneral Dynamics entwickelt und produziert, wird sie nach Verkauf der Produktionslinie seit 1993 vonLockheed Martin[2] – damals alsLockheed Corporation vor dessen Fusion mitMartin Marietta – hergestellt. Seit dem Beginn der Serienproduktion 1976 wurden über 4600 Maschinen gebaut.
Bei ihrer Indienststellung wurden mit ihr einige technische Neuerungen eingeführt, unter anderem die blasenförmige Cockpithaube (bubble canopy) ohne Streben für eine verbesserte Rundumsicht, ein seitlich montierterSteuerknüppel zur einfacheren Bedienung, ein um 30° geneigter Pilotensitz zur verbesserten Aufnahme derg-Kräfte und einFly-by-wire-System. All diese Maßnahmen dienten dazu, der F-16 eine hohe Wendigkeit zu verleihen, da sich imVietnamkrieg gezeigt hatte, dassLuftkämpfe weiterhin primär imKurvenkampf absolviert werden.
Der große Exporterfolg der F-16 – insbesondere auch bei kleinerenNATO-Luftstreitkräften – führte dazu, dass die F-16 2014 noch von 25 Staaten eingesetzt wurde. Anfang 2014 waren 2281 F-16 im Dienst, was in etwa 15 % aller weltweit aktiven Kampfjets entsprach und sie zum meistverbreiteten Kampfjet machte.[3]
DieF-16 entstand aus demLightweight Fighter program der1960er Jahre und war von Anfang an weder als technischer Durchbruch noch als mächtige Waffenplattform gedacht, sondern als hochverfügbares kostengünstigesArbeitstier für viele Einsatzgebiete. Dies unterscheidet die F-16 von ihren Vorgängern sowie parallel eingeführten Mustern, die entweder nicht allwettertauglich (F-104) oder deutlich teurer waren (F-15).
Mit ihrer Auslegung ist die F-16 eher ein Jagd- als einBodenangriffsflugzeug. Sie ist klein und agil, und dasCockpit ist auf optimale Rundumsicht für den Piloten ausgelegt, was im Luftkampf überlebenswichtig sein kann. Die F-16 ist mit einer internenM61-Vulcan-Bordkanone ausgerüstet; außerdem können an den Waffenbefestigungspunkten unter dem Rumpf und unter den TragflächenLuft-Luft-Raketen der TypenSidewinder undAMRAAM angebracht werden. Sofern die F-16 für Bodenangriffs- und Unterstützungseinsätze benötigt wird, ist es möglich, sie mit verschiedenen Luft-Boden-Raketen undPräzisionsbomben zu bewaffnen.
Die F-16 hat ihren Ursprung imLightweight-Fighter-Programm, einem vomamerikanischen Verteidigungsministerium im Jahr 1974 ausgeschriebenen Konstruktionswettbewerb, der ein kostengünstiges Flugzeug mit einemSchub-Gewichts-Verhältnis größer als 1:1 als Ersatz für einige ältere Typen in den Beständen derUnited States Air Force zum Ziel hatte. Zwei Unternehmen wurden schließlich beauftragt,Prototypen zu bauen:General Dynamics die einstrahlige YF-16 undNorthrop die zweistrahligeYF-17 Cobra. Die YF-16 hatte ihrenErstflug am 2. Februar 1974. Die Air Force wählte nach einem Auswahlverfahren die YF-16 für den Serienbau. Die YF-17 Cobra wurde nicht eingemottet, sondern erfolgreich zum trägergestützten JagdbomberF/A-18 Hornet weiterentwickelt. Die F/A-18 schlug den Konkurrenzentwurf von General Dynamics undLTV Aerospace, die die YF-16 zur F-16N weiterentwickelt hatten (ModellreiheVought Model 1600), um sie an die Bedürfnisse der US Navy anzupassen. Die US Navy entschied sich für die F/A-18; deren WeiterentwicklungBoeing F/A-18Super Hornet ist bis heute (2024) im Dienst.
Neben ihrer Bezeichnung mit dem offiziellen NamenFighting Falcon (Kämpfender Falke) wird die F-16 oftViper genannt. Dies rührt daher, dass die Piloten auf derHill Air Force Base, dem ersten F-16-Stützpunkt, zu großen Teilen der Ansicht waren, dass die F-16 beim Abheben wie eine Kobra aussehe. Dieser Name war aber bereits für die YF-17 vorgesehen, so dass sie auf eine andere Schlange, die Viper, auswichen.Ein weiterer Grund für den NamenViper sollen die gleichnamigen Raumschiffe in der FernsehserieKampfstern Galactica gewesen sein. Die Luftwaffenführung wählte letztlich jedoch den NamenFighting Falcon, weil ein Vogel besser passe. Als Spitzname konnte sich der NameViper halten.[4]
Eine F-16A begleitet eine sowjetischeSu-27, August 1990Das Cockpit einer F-16C. Die F-16V hat ein großesMFD in der Mitte.
Obwohl sie relativ günstig in der Anschaffung und nie ein technisch überragendes Flugzeug sein sollte, war die F-16 ihrer Zeit doch auf mehreren Gebieten voraus. Es wurde ein analogesFly-by-wire-System eingebaut, das später ab Block C/D durch ein digitales FBW-System ersetzt wurde.
Die Steuerbefehle des Piloten werden zudem nicht direkt an die Servomotoren an den Steuerflächen weitergegeben, sondern zunächst an einen vierkanaligenFluglagecomputer (FLCS) geleitet. Dabei ist ein Kanal als Reserve bei Systemausfällen eingeplant. Die Verwendung eines FLCS-Rechners ermöglichte es, die F-16 als Flugzeug mit Instabilität um die Längsachse bei Unterschallgeschwindigkeit zu bauen. Der F-16 fehlt im Unterschallflug in den meisten Fluglagen die Tendenz, ohne Steuereingaben einen stabilen Flugzustand einzunehmen. Positive statische Stabilität (eine Tendenz zum Verbleib in der gegenwärtigen Fluglage) würde die Wendigkeit vermindern. Durch den sich nach hinten verschiebenden Angriffspunkt der aerodynamischen Kräfte imÜberschallflug hat die F-16 bei Überschallflug positive statische Stabilität.
Ohne Computer wäre die F-16 daher bei Unterschallgeschwindigkeit für den Piloten nicht steuerbar. Um unerwünschte Abweichungen des Flugpfades zu vermeiden, verarbeitet das FLCS tausende Messwerte pro Sekunde und betätigt automatisch die Aktuatoren der Steuerflächen. Steuerbefehle des Piloten werden entgegengenommen und so umgesetzt, dass das Flugzeug nicht außer Kontrolle gerät. Zusätzlich greifen – abhängig von bestimmten Parametern (zum Beispiel Fluglage, Geschwindigkeit und Anstellwinkel) – verschiedene Begrenzungen. Dadurch werden unter anderemSeitengleitflug, ein hoher Anstellwinkel und Manöver, die das Flugzeug mehr als dem Neunfachen der Erdbeschleunigung aussetzen würden, verhindert.
Die Flugzeugzelle besteht hauptsächlich ausAluminium (78 %) und verschiedenenStahlsorten (11 %). Eine weitere Maßnahme, um die Piloten noch kleinere Radien fliegen lassen zu können, war die Steigerung der Neigung des Pilotensitzes von 13 auf 30°. In diesem Liegesitz ist es dem Piloten weit besser möglich, den Auswirkungen derZentrifugalkraft – bei engen Flugkurven bis zu 9g, also 9-facherErdbeschleunigung – zu widerstehen, ohne bewusstlos zu werden. In älteren Flugzeugen waren maximal 7g möglich. Der Steuerknüppel befindet sich nicht mehr wie althergebracht zwischen den Beinen, sondern ergonomisch günstig auf der rechten Konsole. Er ist nicht beweglich, sondern reagiert auf den Händedruck des Piloten. Hierdurch ist die Falcon auch bei hoheng-Kräften erträglich steuerbar. Die blasenförmige Cockpithaube ohne störende Stahlstreben (englischone-piece-canopy oderbubble canopy) bietet eine exzellente Rundumsicht.
Die Cockpithauben der Flugzeuge ab Block 25 sind mit einer extrem dünnen Goldbeschichtung versehen,[5] wodurch auftreffendeRadarwellen gleichmäßig gestreut werden, anstatt in den Innenraum des Cockpits einzudringen. Hierdurch konnte derRadarquerschnitt der F-16 signifikant verringert werden, da das Cockpit aufgrund seiner vielen verwinkelten Gegenstände und Oberflächen bei früheren Versionen ein sehr starkes Radarecho erzeugt hatte.[6] Triebwerk und Lufteinlass sind so angeordnet, dass Radarstrahlen unter den meisten Anstrahlwinkeln nicht bis zu den Gebläseschaufeln vordringen können, die sonst ein starkes Radarecho erzeugen[6] und deren Analyse die passive Identifizierung der Maschine (sog.non cooperative target identification,NCTI) ermöglichen würde. Der Lufteinlass selbst wird seit Block 32 mit radarabsorbierenden Materialien (RAM) versehen, um dessen Radarquerschnitt noch weiter zu senken.[7] Im Rahmen der ProgrammePacer Bond undHave Glass II wurde an weiteren kritischen Bereichen RAM aufgebracht, genauere Informationen sind allerdings nicht verfügbar.[8][9] Bekannt wurde der Einsatz von RAM im Bereich der Radaranlage.[10]
Für die YF-16 war angedacht, das Flugzeug ohne Radar auszuliefern, da einflussreiche Pilotenkreise und „Experten“ reklamierten, dass die primäre Waffe der F-16 ohnehin die wärmesuchende Sidewinder-Rakete sei, die kein Radar brauchte, und radargelenkte Raketen – mit Blick auf die desaströse Trefferquote derAIM-7 Sparrow inVietnam – zu unzuverlässig seien.BVR-Kampf war zur damaligen Zeit kaum möglich, da die Radargeräte weder Profiling beherrschten noch Freund-Feind-Erkennung ermöglichten. Als Kompromiss bauten die Konstrukteure in die F-16 ein kleines, aber sehr fortschrittliches Radar ein, das mit demHead-Up-Display (HUD) gekoppelt war, einem halbdurchlässigen Spiegel, den der Pilot beim Blick nach vorne immer im Auge hat und auf den aktuelle Flug-, Ziel- und Waffendaten projiziert werden, sodass der Pilot immer mit allen relevanten Informationen versorgt ist.
Um die Leistung der F-16 im Luftkampf zu verbessern, wurde die Anschaffung vonJHMCS-Helmen beschlossen, die ab 2003 geliefert wurden.
Technische Fehler und Defekte amFly-by-wire-System führten unter anderem zu Abstürzen von Maschinen. Mehrmals erhielt die F-16-Flotte deswegen Startverbot. Insbesondere bei Tiefflügen wirken sich solche Fehler in der Elektronik fatal aus, da die verbleibende Zeit bis zur Bodenberührung zum Aussteigen des Piloten aus der Maschine zu kurz ist, selbst wenn derSchleudersitz sofort beim Auftreten des Fehlers ausgelöst wird. Eine weitere Schwäche der F-16 ist ihre einstrahlige Auslegung. Ein Triebwerksversagen in Verbindung mit geringer Flughöhe führt fast unweigerlich zum Absturz.Texas Instruments als Lieferant der Schaltkreise für das Fly-by-wire-System geriet Ende der 1980er-Jahre infolge milliardenschwerer Schadenersatzforderungen der US-Regierung kurzzeitig in erhebliche Schwierigkeiten.
General Dynamics produzierte die F-16 zunächst in zwei Versionen: dieF-16A war die reguläre Kampfversion und dieF-16B diezweisitzige Variante zur Ausbildung. Der erste Start einer F-16A fand im Dezember 1976 statt; im Januar 1979 wurde das erste Flugzeug an die Air Force übergeben.
Die Produktion der F-16 wurde in den 1980er-Jahren auf die ModelleF-16C undF-16D (ebenfalls ein-/zweisitzig) mit verbesserterAvionik und verbessertem Triebwerk umgestellt.Mit der Ausmusterung derF-4G Wild Weasel V übernahm die F-16 dieSEAD-Einsätze. Hierfür wurde eine spezielle Serie F-16CJ angeschafft, die eine besondere Ausrüstung zur effektiven Anwendung derAGM-88-HARM-Rakete und Störsender zur Niederhaltung der feindlichen Flugabwehr trägt. Zwar können auch „normale“ F-16C die HARM-Rakete tragen, allerdings kann die F-16CJ die Waffe in einem besonders zielsicheren Modus einsetzen.
Eine F-16A PortugalsEine türkische F-16CF-16XL der NASAZweisitzige F-16B derportugiesischen Luftwaffe
Block 1/5/10 Frühe Serien. Untereinander nur minimale Unterschiede.
Block 15 Die erste größere Überarbeitung der F-16. Block 15 besaß vergrößerte Höhen- und Querruder, zwei neue Waffenaufhängungen direkt neben dem Lufteinlass, das verbesserteAN/APG-66-Radar und eine erhöhte Traglast. Die Produktion lief 1996 aus.
Block 15 OCU Ab 1987 wurden Block-15-Flugzeuge nach demOperational Capability Upgrade (OCU)-Standard ausgeliefert. Dazu gehörte das verbesserteF100-PW-220-Triebwerk, dieAGM-65-Maverick-Rakete,AIM-120 AMRAAM, Gegenmaßnahmen und ein verbessertes Cockpit.
F-16XL – Version mit Doppeldeltaflügeln, von derNASA zur aeronautischen Forschung genutzt. Ursprünglich für die Ausschreibung des Enhanced Tactical Fighter (ETF) entwickelt, unterlag dabei aber der F-15E Strike Eagle. Danach in Nutzung bei der NASA.
Die F-16C des Blocks 25 flog erstmals im Juni 1984 und stand ab September des gleichen Jahres im Dienst der USAF. Diese Flugzeuge besitzen einAN/APG-68-Radar, Präzisions- und Nachtangriffsfähigkeit und dasF100-PW-220E-Triebwerk.
Block 30/32
Im Rahmen desAlternative-Fighter-Engine-Projekts konnten diese Flugzeuge entweder mit dem standardmäßigenPratt-&-Whitney-Triebwerk oder dem General Electric F110 ausgerüstet werden. Auf 0 endende Blöcke haben ein GE-Triebwerk, mit 2 endende Blöcke fliegen mit P&W. Die ersten Block 30 F-16 gingen 1987 in Dienst. Erstmals konnten sie dieAGM-88-Harm-Antiradarrakete und dieAGM-65 Maverick tragen. Flugzeuge ab Block 30D aufwärts besitzen vergrößerte Lufteinlässe für das leistungsstärkere GE-Triebwerk. Block 32 musste nicht modifiziert werden. Die Produktion von F-16C/D mit F110-Triebwerken begann Mitte 1986, nachdem dieses Triebwerk 1984 von der U.S. Air Force ausgewählt wurde.
Block 40/42 (F-16 CG/DG)
Im Dienst seit 1988. Block 40/42 ist eine verbesserte Allwetter-Bodenangriffsversion mitLANTIRN-Behälter. Ihre Nachtkampffähigkeiten gaben diesen Flugzeugen den NamenNight Falcon. Das Fahrwerk wurde verstärkt und das Radar verbessert. Seit 2002 können serienmäßig neue Waffen wieJDAM,JSOW,WCMD und EGBU-27 verwendet werden.
Block 50/52 (F-16 CJ/DJ)
Block 50/52 wurde ab Ende 1991 ausgeliefert. Die Flugzeuge verfügen inzwischen über verbessertesGPS/INS und die Fähigkeit zum helmvisierten Zielen von Luft-Luft-Raketen. Die UdSSR hatten diese Funktion zuerst mit derMiG-29 eingeführt. Sie wird auch imEurofighter verwendet. Wie die F-16CG können auch sie die neuesten Luft-Boden-Waffen tragen. Block 50D/52D hat zusätzlich verbesserteSEAD-Fähigkeiten mit demHarm Targeting System (HTS) zur Unterdrückung feindlicher Flugabwehr.
Block 50/52 Plus
Diese Flugzeuge besitzen die neueste Avionik und könnenConformal Fuel Tanks (CFT) tragen. Alle zweisitzigen Jets dieser Variante verfügen über 850 Liter zusätzlichen Stauraum für Avionik hinter dem Cockpit und ähneln der israelischen Version F-16ISufa (siehe weiter unten).
F-16 CCIP (F-16CM/DM)
ImCommon Configuration Implementation Program wurden 651 F-16 der Blöcke 40/42/50/52 auf einen gemeinsamen technischen Stand gebracht, um Training und Wartung zu vereinfachen. Das Modernisierungspaket umfasst neue Computer, Farbbildschirme,Link 16,JHMCS und die Möglichkeit, denSniper-XR-Behälter mitführen zu können. Das CCIP-Programm begann 2002 und wurde im März 2010 abgeschlossen.
Weitere Varianten
F-16N – Eine vereinfachte Version der F-16C/D für die US-Navy als Feinddarstellungsflugzeug. So wurde ein einfacheres Radar eingebaut und die Bordkanone fehlt. Wegen struktureller Überlastungen bis 1994 ausgemustert und 2002 durch im309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) eingelagerte Block 15 OCU ersetzt, die ursprünglich nach Pakistan gehen sollten.
RF-16C/F-16R – Experimentelle Aufklärer-Version mit ATARS-Paket.
F-16 MATV – Experimentelle F-16 mit Schubvektorsteuerung. Programm galt als erfolgreich, wurde aber nie in einer Serienversion verwirklicht.
Basiert auf der F-16C/D, mitConformal Fuel Tanks (CFT) sowie verbesserter Avionik und Radar; wurde bislang nur in dieVereinigten Arabischen Emirate verkauft. DasGeneral Electric F110–132 ist eine Weiterentwicklung des 129er-Modells und erreicht 144,4 kN Schub. Ein wichtiger Unterschied zu vorherigen Blöcken ist dasNorthrop Grumman APG-80-Active-Electronically-Scanned-Array-Radar (AESA) mit aktiver elektronischer Strahlschwenkung und feststehender Antenne. Damit können mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllt werden (Luft-Luft, Luft-Boden, Geländefolgeflug), da die Abstrahlung des Radars ohne die Verzögerung durch eine mechanische Schwenkung einer Antenne neu ausgerichtet werden kann (die Emirate waren das erste Land außerhalb der USA mit dieser Radartechnik in einemKampfflugzeug). Block-60-Maschinen können alle zu Block 50/52 kompatiblen Waffen sowieAIM-132 ASRAAM und AGM-84E tragen. Durch die CFT stehen zusätzliche 1860 Liter Treibstoff zur Verfügung. Dadurch können die Außentanks an den inneren Waffenaufhängungen in vielen Fällen entfallen.
Block 60+
Die Vereinigten Arabischen Emirate kaufen weitere 30 F-16 einer verbesserten Block-60-Version. Genauere Angaben sind noch nicht bekannt, doch sollen die verbliebenen 79 Flugzeuge auf die neue Version aufgerüstet werden.[11]
Weiter verbesserte Version für Bahrain mit APG-83-Radar, neuem Raytheon-Missionscomputer sowie weiteren Systemverbesserungen.[12] Es besteht die Möglichkeit, entweder bereits vorhandene Maschinen auf den neuen Standard aufzurüsten oder komplett neue F-16V zu bauen.
Eine F-16ISufa der 107. Staffel „Knights of the Orange Tail“ mit voller Ausrüstung und montiertenCFTs
Spezielle Version für dieIsrael Air Force (IAF). Die israelische Zweisitzervariante trägt den BeinamenF-16I Sufa (Sturm) und basiert auf dem Block 50/52. Einige Modifikationen wurden vom israelischen RüstungskonzernLahav vorgenommen. So kann die F-16I auch die israelischenPython-5- undPython-4-Luft-Luft-Raketen mit sich führen. Außerdem verfügt diese Version über einen vergrößerten Zentraltank sowie zusätzliche, abnehmbareCFTs, die seitlich des Rumpfrückens oberhalb der Tragfläche montiert werden können.
Die KF-16 ist eine inSüdkorea von KAI in Lizenz produzierte Version der F-16 Block 52. Seit den 1990er-Jahren wurden insgesamt 140 Kampfflugzeuge produziert. Der erste Kampfjet wurde 1994 an diesüdkoreanische Luftwaffe ausgeliefert, der letzte 2003. Derzeit werden zwei Versionen verwendet. Die 95 Flugzeuge der Einsitzer-Variante KF-16C basieren auf der F-16C, während die 55 Jets der Zweisitzer-Variante KF-16D auf der F-16D basieren.[15][16]
DieQF-16 Zombie Viper FSAT ist eine ferngesteuerte Version der F-16 und löste dieQF-4 Phantom ab. Diese zur Überschall-Drohne umgebaute Version wurde am 19. September 2013 von derTyndall AFB inFlorida in einem einstündigen Manöver getestet. Zuvor war der Prototyp wie seine bemannten Versionen regulär von einem Piloten durchgecheckt worden, bevor die QF-16 unbemannt gestartet, geflogen und gelandet wurde. Offiziell wurden dabei verschiedene Manöver in Überschallgeschwindigkeit durchgeführt.[17]
Von 2012 bis 2022 bauteBoeing mehr als 75 F-16 in Kampfdrohnen um, die optional von Piloten gesteuert werden können.[18]
General Dynamics, heuteLockheed Martin (beideUSA) ist der Entwickler und fertigt für alle Maschinen die vorderen Rumpfelemente, Fahrwerksverkleidungen, Stabilisatorenflossen und dasRadom.[19]
Montagelinien
Montagelinien sind bei folgenden fünf Herstellern eingerichtet worden:[20]
SABCA (Belgien) für die Maschinen der belgischen und dänischen Luftwaffen
Fokker (Niederlande) für die Maschinen der niederländischen und norwegischen Luftwaffen
TAI (Türkei) für die Maschinen der türkischen und ägyptischen Luftwaffen
Samsung (Südkorea) für die Maschinen der südkoreanischen Luftwaffe
andere Luftwaffen: über 2400 (die Angaben zu den verschiedenen Versionen beziehen sich auf die bestellten Maschinen, teilweise wurden ältere Varianten bereits verkauft (z. B. Belgien) oder noch nicht geliefert (z. B. Israel, Marokko))
Polen: 47 im Dienst (Stand 2025),[21] (35 C Block 52+, 12 D Block 52+), die Beschaffung von 50–100 weiteren gebrauchten Maschinen wurde im März 2017 gestoppt[38][39]
Portugal: 30 im Dienst (Stand 2023),[21] 45 (38A/AM, 7B/BM Block 15), ein Teil wurde an Rumänien abgegeben
Rumänien: 17 im Dienst (Stand 2023),[21] (14AM und 3BM Block 15 ex-portugiesische Exemplare[40]), 32 weitere ex-norwegische Exemplare im Zulauf seit Ende 2023[41], zusätzlich ab 2025 für das EFTC 11AM und 7BM aus niederländischen Beständen[42]
Türkei: 310 F-16C/D/V[21] (43 Block 30, 117 Block 40, 80 Block 50, 30 Block 50+, 217 F16 CCIP-modernisiert, 40 Block 70, 79 weitere Modernisierung auf Block 70). Der Kauf der F-16V verzögerte sich bis zur Zustimmung der Türkei zum NATO-BeitrittSchwedens.[48] und rechte US-Republikaner versuchten den Verkauf zu blockieren.[49]
Ukraine: Im Mai 2023 erklärten die USA nach dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden,[50] Dänemark,[51] Frankreich,[52] Belgien[53] und Norwegen[54] ihre Bereitschaft, ukrainische Piloten an Kampfjets westlicher Bauart auszubilden.[55] Die Ausbildung für ukrainische Piloten an F-16-Kampfjets durch die westlichen Verbündeten der Ukraine begann im Jahr 2023. Mit Stand 11. Juli 2024 hatte die Ukraine bereits feste Zusagen über die Lieferung von insgesamt etwa 100 F-16-Kampfjets durch verschiedene westliche Verbündete erhalten. Am 10. Juli 2024 gaben Vertreter der NATO und ukrainische Regierungsvertreter bekannt, dass die westlichen Verbündeten der Ukraine mit der Überführung der ersten F-16 an die Ukraine begonnen haben.[56][57][58]
Eine F-16 startet im Rahmen der Operation Allied Force (1999 über dem Kosovo) von derAviano Air Base in Italien
Da sie in viele Staaten exportiert oder dort in Lizenz gebaut wurde, hat die F-16 auch an vielen Konflikten teilgenommen, die meisten davon imNahen Osten. Am 7. Juni 1981 führten beiOperation Opera zwei Gruppen von jeweils vierisraelischen F-16 (mit sechsF-15 als Geleitschutz) die Zerstörung desirakischen AtomreaktorsOsirak in der Nähe vonBagdad aus. Der gesamte Flug (965 km einfach) wurde unter absoluter Funkstille und im Tiefflug durchgeführt. Im folgenden Jahr, als Israel in denLibanon einmarschierte, griffen die israelischen Falcons unzählige Male syrischeMiG-23 (NATO-CodenameFlogger) an und gingen – bis auf ein einziges Mal – immer als Sieger aus den Luftkämpfen hervor. ImZweiten Golfkrieg 1991 flogen die F-16 der US Air Force Angriffe auf irakische Bodentruppen und feste Ziele und hielten den Luftraum frei. In der sich anschließendenOperation Southern Watch, der Überwachung der Flugverbotszone im Südirak, kam es am 12. Dezember 1992 zum ersten BVR-Abschuss (Beyond Visual Range, englischaußerhalb der Sichtweite) einer feindlichenMiG-29 (Fulcrum) mit der noch relativ neuenAIM-120-Rakete. Auch in allen folgenden Konflikten der 1990er-Jahre, beispielsweise imKosovo-Krieg, während desSturzes der Taliban in Afghanistan und schließlich während desDritten Golfkriegs, setzte die US Air Force die F-16 als Jäger und zum Angriff auf Bodenziele aller Art ein.
Am 11. September 2001 wurden zwei nicht voll bewaffnete F-16 gestartet, um weitere schwereTerroranschläge am 11. September zu verhindern. Kurz bevor diese F-16Washington, DC erreichten, stürzte das PassagierflugzeugUnited-Airlines-Flug 93 ab. Es gab vermutlich Kämpfe zwischen Terroristen und sich wehrenden Passagieren.[59]
Am 18. März 2005 übergab Lockheed Martin die letzte von insgesamt 2214 F-16 an dieUnited States Air Force, eine F-16CJ-50 (AF 01-7053). Im Lockheed-Martin-Werk inFort Worth wurden zeitweise nur noch F-16 für den Export gebaut. 2018 wurde die Produktion der F-16 in Fort Worth zugunsten derLockheed Martin F-35 eingestellt und zum Werk amDonaldson Center Airport inGreenville imUS-BundesstaatSouth Carolina verlegt.[60] Die F-16 ist das meistexportierte westliche Kampfflugzeug. Die letzten F-16 der USAF werden (Planungsstand von 2020) im Jahr 2025 außer Dienst gestellt. Mit gleichem Planungsstand ist Ersatz durch neue F-35Lightning II vorgesehen.
Im Sommer 1995 überwachte dieNATO seit mehr als zwei Jahren die Flugverbotszone überBosnien und Herzegowina (Operation Deny Flight). Die NATO war gewillt, dieses Flugverbotszone auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen und führte deshalb Kampf-, Aufklärungs- und Überwachungsflüge durch. Auf einem Überwachungsflug am 2. Juni 1995 wurde eine F-16 von einer2K12-Kub-Flugabwehrrakete getroffen, woraufhin deren PilotScott O’Grady seinen ACES-II-Schleudersitz betätigte. Er wurde Tage später vonUS-Marines mitCSAR-Helikoptern gerettet.
Abstürze in Deutschland
Am 10. Mai 1983 gegen 9:20 Uhr stürzte eine auf derUS-Luftwaffenbasis Hahn stationierte F-16 im Dorf Kirchberg-Hornberg ab und explodierte in einem Wohnhaus. Der 28 Jahre alte US-Pilot starb dabei.[63]
Am 28. Mai 1984 streifte eine F-16 Fighting Falcon derniederländischen Luftwaffe am Krankenhaus inLinz am Rhein ein Gebäude und stürzte in ein Waldstück. Der Pilot und eine Anwohnerin starben.[64]
Im September 2006 stürzte eine F-16 von derUS-Luftwaffenbasis Spangdahlem kommend beiOberkail in der Eifel ab; der Pilot rettete sich mit seinem Schleudersitz. Laut US-Militär war es ein „kontrollierter Absturz“.
Am 8. Oktober 2019 stürzte eine F-16 von der US-Luftwaffenbasis Spangdahlem bei einem Routinetrainingsflug rund 15 Kilometer nordöstlich vonTrier bei der OrtschaftZemmer in ein Waldgebiet. Der Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz und wurde leicht verletzt.[68]
Einsatz sowie Abstürze und Abschüsse über der Ukraine
Am 26. August 2024 wurden Berichten zufolge erstmals F-16-Kampfflugzeuge zum Abfangen russischerMarschflugkörper eingesetzt. Eine F-16AM (Luftfahrzeugkennzeichen80-3600) stürzte beim Abfangen russischer Luftziele während der Marschflugkörperangriff ab, wobei der Pilot,Oleksii Mes, getötet wurde.[69] Die Ursache ist in Untersuchung.[70][71]
Am 13. Oktober 2024 gelang es einer ukrainischen F-16 mithilfe vonAIM-9 Sidewinder-Raketen im ersten direkten Luftkampf dieser Typen einen russischen Jagdbomber vom TypSuchoi Su-34 abzuschießen.[72][73][74][75]
Am 12. April 2025 wurde eine F-16AM derukrainischen Luftwaffe während eines Kampfeinsatzes bei der OrtschaftNyschnja Syrowatka imOblast Sumy von einer russischen Rakete abgeschossen. Der 26-jährige Pilot Pawlo Iwanow kam dabei ums Leben.[76] Die ukrainische Luftwaffe bestätigte seinen Tod. Am 13. April 2025 bestätigten dierussischen Streitkräfte den Abschuss der ukrainischen F-16, machten jedoch keine Angaben zu den genauen Umständen. Laut Quellen der BBC wurden auf die ukrainische F-16 sowohl Langstrecken-Luft-Luft-Raketen des TypsR-37M als auchFlugabwehrraketen des russischen Langstrecken-LuftabwehrsystemsS-400 abgefeuert. Welche der Raketen letztendlich für den Abschuss verantwortlich ist, ist aktuell nicht bekannt.[77][78]
Am 16. Mai 2025 verlor die ukrainische Luftwaffe unter bisher ungeklärten Umständen eine weitere F-16AM bei einem Kampfeinsatz zur Abwehr eines massiven russischen Angriffs mit Drohnen. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten.[79]
In der Nacht auf den 29. Juni 2025 wurde eine F-16 derukrainischen Luftwaffe während eines Kampfeinsatzes abgeschossen. Der Pilot Maksym Ustymenko kam dabei ums Leben.[80]
Laut offiziellen ukrainischen Angaben aufFacebook erzielten die seit Sommer 2024 gelieferten F-16-Kampfjets bei der Abwehr russischer Angriffe relativ hohe Abschusszahlen. So sollen bereits über 1.300 Lufziele abgeschossen worden sein. Zudem hätten ukrainische F-16-Piloten bei Luftunterstützungsmissionen mehr als 300 Bodenziele zerstört, darunter Hunderte feindliche Fahrzeuge, Kommandoposten, Drohnen-Kontrollpunkte, Munitionsdepots und Logistikzentren.[81]
2 × BRU-42 TER (Triple Ejection Rack) mit je drei (total zehn)Raytheon GBU-12 „Paveway IV“ (lasergelenkte Gleitbombe 227 kg/500 lb)
4 ×Lockheed-Martin GBU-10E/BPaveway II (lasergelenkte Gleitbombe 945 kg / 2055 lb – basierend auf einer Mk.84-Sprengbombe mit Steuerung vorn und Lenksatz hinten)
4 ×Raytheon GBU-24A/BPaveway III (lasergelenkte Gleitbombe 1100 kg / 2055 lb – basierend auf einer BLU-109-Eindringbombe oder Mk.84-Sprengbombe mit Steuerung vorn und Lenksatz hinten)
Die F-16 ist das einzige strahlgetriebene Kampfflugzeug, das eineNotstromeinheit verwendet. Zum Betrieb werden ungefähr 25 Liter der sehr giftigen VerbindungHydrazin als Treibstoff mitgeführt.[83]
↑Michael S. Rosenwald: Downside of Dominance? Business – Local Business. In: washingtonpost.com.The Washington Post, 17. Dezember 2007, S. 2, abgerufen am 25. Februar 2024 (amerikanisches Englisch): „The original developer of the F-16 was General Dynamics, which in 1993 sold its aeronautics business to Lockheed for $1.5 billion.“
↑World Air Forces 2014. (PDF; 4,0 MB) In: img.en25.com. Flightglobal, 2016, abgerufen am 23. Februar 2024 (englisch).
↑Bill Sweetman: Russian Stealth You Can Touch. Ares – A Defense Technology Blog. In: aviationweek.com. Aviation Week, 17. Februar 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. Januar; abgerufen am 23. Februar 2024 (englisch).
↑Randall: F-16 Fighting Falcon News – F-16IN proposal for India unveiled. As the deadline for India’s biggest defence deal ever nears, Lockheed Martin unveiled a new upgraded version of its F-16 with „super cruise“ capability and AESA radar. In: F-16.net. 20. Januar 2008, abgerufen am 23. Februar 2024 (englisch, Artikel auf F-16.net).
↑Boeing delivers last QF-16 Zombie Viper FSAT to USAF. Delivery of this aircraft is part of the USAF contract awarded to Boeing in 2010. In: airforce-technology.com. 17. August 2022, abgerufen am 23. Februar 2024 (englisch).
↑Aviation Fact File. Modern Fighting Aircraft F-16 Fighting Falcon. Salamander Books, 1983, S. 12.
↑Markus Becker, Matthias Gebauer, Leo Klimm, Martin Knobbe, René Pfister:(S+) F-16-Flugzeuge für die Ukraine: Kampfjetkoalition mit Jetlag. In:Der Spiegel. 26. Mai 2023,ISSN2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 26. Mai 2023]).
↑Markus Becker, Matthias Gebauer, Leo Klimm, Martin Knobbe, René Pfister:(S+) F-16-Flugzeuge für die Ukraine: Kampfjetkoalition mit Jetlag. In:Der Spiegel. 26. Mai 2023,ISSN2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 26. Mai 2023]).
↑Oman accepts first F-16 from new batch. In: Flightglobal.com. 8. April 2014, abgerufen am 23. Februar 2024 (englisch): „Oman has accepted the first aircraft from its second order of Lockheed Martin F-16C/Ds in a ceremony at the manufacturer’s Fort Worth, Texas facility.“
↑Patrick Hoeveler: Tragischer Absturz bei Übung für Flugschau – Polen verliert seine erste F-16 – nach fast 20 Jahren. Im Jahr 2006 erhielt Polen die erste von insgesamt 48 Fighting Falcons. Bis gestern blieb die Flotte von schweren Unfällen verschont. In: Flug Revue. Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, 29. August 2025, abgerufen am 30. August 2025 (alternativerQuellenbeleg): „Die polnische Luftwaffe hattezwischen 2006 und 2008 insgesamt 48 fabrikneue F-16C/D Block 52+ erhalten. Die Jets sind in Lask und Poznañ stationiert.Bis dato war kein schwerer Unfall zu beklagen.“
↑Ukraine-News: Macron offen für Ausbildung ukrainischer Piloten in Frankreich. In:Der Spiegel. 15. Mai 2023,ISSN2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 15. Mai 2023]).
↑Roland Nelles:(S+) Entscheidung von Joe Biden: Jetzt also doch Kampfjets für die Ukraine. In:Der Spiegel. 20. Mai 2023,ISSN2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 20. Mai 2023]).