Hackman wuchs bei seiner Großmutter inDanville imUS-BundesstaatIllinois auf. Seine Eltern ließen sich scheiden, als er noch ein Kind war. Seine Schulbildung brach Hackman 1947 ab und trat trotz seiner Minderjährigkeit dem Militär bei. BeimMarine Corps diente er mehrere Jahre lang alsFunker im Rahmen derOperation Beleaguer inChina.[1]
Nach seiner Entlassung studierte Hackman inNew York CityJournalistik und arbeitete bei verschiedenen Rundfunksendern im ganzen Land. Anfang der 1950er-Jahre beschloss er, Schauspieler zu werden. InLos Angeles besuchte er die Playhouse Acting School und gab inThe Curious Miss Caraway sein Bühnendebüt. Er brach die Ausbildung dort nach drei Monaten ab.
Zurück in New York teilte sich Hackman eine Ein-Zimmer-Wohnung mit seinen früherenKommilitonenDustin Hoffman undRobert Duvall, mit denen er auch später befreundet blieb. Alle drei lebten jahrelang in sehr bescheidenen Verhältnissen. Erst in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren gelang ihnen der Durchbruch inHollywood.
Nach mehreren Auftritten amBroadway (u. a. inAny Wednesday) und im Fernsehen(The United States Steel Hour) spielte Hackman 1961 in seinem ersten Kinofilm,Der Tollwütige, mit. 1964 lernte er bei den Dreharbeiten zuLilithWarren Beatty kennen, der ihm drei Jahre später eine Rolle in dem Verbrecher-DramaBonnie und Clyde verschaffte. Der große Erfolg des Films brachte Hackmans Karriere weiter voran. Für seine Darstellung des Gangsters Buck Barrow wurde er außerdem alsBester Nebendarsteller für einenOscar nominiert. 1970 erhielt er für seine Rolle in dem FamiliendramaKein Lied für meinen Vater erneut eine Nominierung.
Gene Hackman war bereits über 40 Jahre alt, als ihm 1971 mit demNew-Hollywood-KlassikerFrench Connection – Brennpunkt Brooklyn der internationale Durchbruch gelang. Der mit einem geringen Budget von 1,8 MillionenUS-Dollar und ohne Stars realisierte Film wurde zu einem großen Kassenerfolg und spielte mehr als 50 Millionen Dollar ein. Hackman, der die Rolle bekommen hatte, nachdem sie von zahlreichen anderen Schauspielern abgelehnt worden war, trat als fanatischer Drogenfahnder „Popeye“ Doyle in Erscheinung. Er wurde für seine Darstellung mit einem Oscar ausgezeichnet.
Hackman hatte sich in Hollywood nun endgültig als einer der führendenCharakterdarsteller etabliert und konnte diesen Status gut drei Jahrzehnte lang halten. Seine Gage stieg im Lauf der 1970er-Jahre von 100.000 auf zwei Millionen Dollar(Superman).
In den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren schien Hackman bei der Rollenauswahl weniger anspruchsvoll zu sein und spielte, offensichtlich aus rein finanziellen Erwägungen, in zahlreichen Filmen mit, die bei Kritik und Publikum nur wenig Resonanz fanden. Allein zwischen 1988 und 1991 war er in elf Filmen zu sehen. Das Angebot, als Regisseur und Darsteller des Hannibal Lecter den PsychothrillerDas Schweigen der Lämmer zu realisieren, lehnte er allerdings ab, da ihm der düstere Stoff nicht zusagte.[2]
2003 stand er in dem GerichtsdramaDas Urteil, wieder nach einem Roman von John Grisham, das einzige Mal mit seinem Freund Dustin Hoffman vor der Kamera. Sein letzter Film war die KomödieWillkommen in Mooseport (2004) an der Seite vonRay Romano. Hackmans Schaffen umfasste, beginnend mit Fernsehauftritten im Jahr 1959, die Beteiligung an 100 Film- und Fernsehproduktionen, darunter mehr als 80 Filme.
Im Juli 2004 gab Hackman in einemInterview mit dem TalkmasterLarry King bekannt, dass er keine weiteren Filmangebote habe und davon ausgehe, dass seine Karriere zu Ende sei.[4][5] 2008 bestätigte er, die Schauspielerei ruhen lassen zu wollen.[6]
Bereits in den 1980er Jahren hatte Hackman ein Haus in einerGated Community auf den Hügeln vonSanta Fe inNew Mexico erworben, das seither sein Hauptwohnsitz war. In diesem verbrachte er auch im Ruhestand den Großteil seiner Zeit. Bis in die 2000er Jahre hatte er einen weiteren Wohnsitz in Danville. In der Stadt ziert bis heute einGraffito eine Hauswand, auf dem er und andere berühmte Bürger der Stadt zu sehen sind.
Zudem betätigte Hackman sich als Schriftsteller: Er verfasste mit Daniel Lenihan die RomaneWake of the Perdido Star (1999),Justice for None (2004),Escape from Andersonville (2008) sowie alleine denWestern-RomanPayback at Morning Peak (2011) sowie denThrillerPursuit (2013).
Hackman war ferner ein Liebhaber derbildenden Kunst, vor allem derMalerei: In Santa Fe saß er einige Jahre im Direktorium desGeorgia O’Keeffe-Museums der Stadt. Ab den 1980er Jahren hatte er sich auch selbst der Malerei gewidmet. Nach dem Ende seiner Schauspielkarriere intensivierte er seine Tätigkeit auf diesem Gebiet: Er malte vor allem Landschaftsszenen, zu denen ihm die Aussichten in Santa Fe als Vorlagen dienten. Viele der von ihm gemalten Bilder überließ er Betrieben der Stadt, insbesondere Restaurants, in denen sie meist an exponierter Stelle zur Schau gestellt werden.[7]
Bis in die 2010er Jahre nahm Hackman regen Anteil am gesellschaftlichen und kulturellen Leben seines Wohnorts; so absolvierte er Malerei- und Sportkurse, fuhrRad auf den Hügeln der Stadt und besuchte Galerien und Bürgerzusammenkünfte. Ab denCOVID-19-Lockdowns 2020 führte er nach Angaben Einheimischer ein stark zurückgezogenes Leben auf seinem Anwesen.[7]
Am 26. Februar 2025 wurden Hackman, seine Frau Betsy und einer ihrer drei Hunde tot in ihrem Haus aufgefunden. Die ersteObduktion ergab keine äußeren Verletzungen.[8][9] Wegen der verdächtigen Umstände leitete die Polizei eine umfassende Untersuchung ein,[10] die ergab, dass Hackman rund eine Woche nach seiner Frau, die einerHantavirus-Infektion erlegen war, „wahrscheinlich […] am 18. Februar“ an den Folgen einerHerz-Kreislauf-Erkrankung gestorben war. Auch wurde bei derAutopsie des 95-Jährigen eine fortgeschritteneAlzheimer-Erkrankung festgestellt.[11] Der Hund verendete vermutlich anDehydratation undHunger.[12]
Am 28. April 2025 wurden die Ergebnisse von Hackmans Autopsie bekanntgegeben. Er starb an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Hackman habe eine „Vorgeschichte von Herzinsuffizienz“ gehabt, und es gab Anzeichen für eine fortgeschrittene Alzheimer-Erkrankung.[13]
Hackmans Nachlass beantragte, dass die Gerichte Bilder und Videos im Zusammenhang mit den Ermittlungen, wie beispielsweise Aufnahmen von Polizeikameras, sperren.[14] In Arakawas Testament war festgelegt, dass der Erlös an eine Wohltätigkeitsorganisation gehen sollte, falls sie innerhalb von 90 Tagen nacheinander sterben sollten.[15] In Hackmans Testament aus dem Jahr 1995 war Arakawa als alleinige Erbin aufgeführt. Im Oktober 2025 wurde bekannt gegeben, dass Bonhams Hackmans persönliche Gegenstände versteigern würde, darunter seine Kunstsammlung, persönliche Kunstwerke, Drehbücher, Filmrequisiten und drei seiner Golden Globe Awards-Trophäen.[16]
Nach seinem Tod wurde Gene Hackman von zahlreichen Filmschaffenden sowie weiteren Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Generationen gewürdigt. Kollegen, Regisseure und Kritiker hoben insbesondere seine außergewöhnliche Wandlungsfähigkeit, seine Intensität vor der Kamera sowie seinen nachhaltigen Einfluss auf das amerikanische Kino der 1970er- und 1980er-Jahre hervor.[17][18]
RegisseurClint Eastwood, der Hackman unter anderem inErbarmungslos (1992) undAbsolute Power (1997) inszenierte, bezeichnete ihn als außergewöhnlichen Schauspieler von großer Intensität sowie Instinktsicherheit und würdigte ihn zugleich als engen Freund.Francis Ford Coppola, der Hackman inDer Dialog (1974) besetzte, beschrieb ihn als großen und inspirierenden Schauspieler, dessen Arbeit sich durch besondere Tiefe und Komplexität ausgezeichnet habe, und betonte seinen nachhaltigen künstlerischen Beitrag.[17][18]
Im Rahmen der97. Oscar-Verleihung erinnerteMorgan Freeman an Hackmans Großzügigkeit als Schauspielpartner und an dessen Fähigkeit, die Leistungen anderer Schauspieler zu fördern; er betonte, Hackman werde als jemand in Erinnerung bleiben, „der gute Arbeit geleistet hat“.[19]
Auch Filmkritiker würdigten Hackmans Vermächtnis. Der britische KritikerPeter Bradshaw schrieb inThe Guardian, Hackmans Tod markiere das Ende derNew-Hollywood-Ära. Er beschrieb ihn als Schauspieler, der jede Szene prägen konnte, ohne klassischen Staridealen zu entsprechen.[20]
Das deutscheArthaus Film-Magazin würdigte Hackman als Schauspieler, dem Glamour und Ruhm weniger wichtig gewesen seien als das Handwerk und die Hingabe zur Schauspielerei.[21] Zudem hob Patrick Holzapfel vomFilmdienst Hackmans Vielseitigkeit im Umgang mit gebrochenen Figuren hervor, die sich durch innere Widersprüchlichkeit und überraschende Nuancen auszeichneten.[22]
Hackman war ab 1956 mit Faye Maltese (1928–2017) verheiratet, mit der er einen Sohn und zwei Töchter hatte.[23][24] Das Paar wurde 1986 geschieden. 1991 heiratete erBetsy Arakawa (1959–2025), eine ausHawaii stammende klassischePianistin und Unternehmerin, die in Santa Fe Miteigentümerin eines Einrichtungsgeschäfts war.[25] Da Hackmans als Alleinerbin eingesetzte zweite Frau einige Tage vor ihm starb, erben seine Kinder aus erster Ehe sein Vermögen in Höhe von 80 Millionen Dollar.[24]
↑Peter Bradshaw:Gene Hackman: the star of every scene he was in. In:The Guardian. 27. Februar 2025,ISSN0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 1. Januar 2026]).