EineGemeindepartnerschaft – auchStädtepartnerschaft oderJumelage – ist eine Partnerschaft zwischen zwei Städten, Gemeinden oder Regionen (Partnerstädte usw.) mit dem Ziel, sich kulturell und wirtschaftlich auszutauschen. Internationale kommunale Partnerschaften werden außerdem als Plattform genutzt, um die Demokratisierung in Staaten zu unterstützen, in denen Rechtsstaatlichkeit und Freiheit noch nicht als erreicht angesehen werden („kommunale Außenpolitik“). Die meisten Partnerschaften bestehen zwischen Städten und Gemeinden in verschiedenen Ländern. Nachdem in derNachkriegszeit häufigwestdeutsche KommunenPatenschaften fürFlüchtlinge und Vertriebene in den ehemaligendeutschen Ostgebieten, imSudetenland oder in derDDR übernahmen, haben deutsch-deutsche Städte- und Gemeindepartnerschaften in Zusammenhang mit derWiedervereinigung wichtige Beiträge für das Zusammenwachsen geleistet.[1][2] Eine schwächere Form der Städtepartnerschaft ist dieStädtefreundschaft. Sie ist meist zeitlich begrenzt oder bezieht sich nur auf bestimmte Projekte einer Beziehung. Eine noch schwächere Form ist derStädtekontakt, welcher nur eine lose Beziehung zwischen zwei Städten oder Gemeinden darstellt.
Historisch betrachtet wurde dieStädtepartnerschaft Le Mans–Paderborn 836 urkundlich erwähnt; aber eine offizielle Städtepartnerschaft entstand erst 1967.
Oft fälschlich wird der „Patenschaftsbund“ von Teilen derKieler Bürgerschaft mit „deutschen Stammesbrüdern“ im dänischenSonderburg, dasbis 1922 deutsch gewesen war, alsPartnerschaft bezeichnet. Hierbei handelt es sich jedoch um einePatenstadt, was vermehrterfür Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg geschlossen wurde.[5] Die mutmaßlich älteste Städtepartnerschaft im heutigen Sinn, die bis heute besteht, wurde 1930 zwischenWiesbaden undKlagenfurt besiegelt.[6]
Nach demZweiten Weltkrieg wurden ab 1947, ausgehend von den britischen Besatzern, freundschaftliche Beziehungen zwischen deutschen und britischen Städten aufgenommen, umVölkerverständigung „von unten“ zu ermöglichen. Erste Beispiele sind die PartnerschaftenBonns,Düsseldorfs undHannovers mitOxford,Reading beziehungsweiseBristol. 2012kündigte jedoch der Stadtrat im britischenBishop’s Stortford nach 46 Jahren die Partnerschaft mit dem hessischenFriedberg.[7] Auch zwischenWesterkappeln im Münsterland undBathmen liegt diese auf Eis, da jene niederländische Gemeinde 2005 in die benachbarte GroßstadtDeventer eingemeindet wurde.[8] Folglich wurde sie 2014 von Deventer beendet.[9] Unterpraktischen Gesichtspunkten beendeteLeinsweiler 2011 die seit 2003 bestehende Beziehung zuGerjen.
Als erste deutsche Großstadt besiegelteWuppertal am 29. September 1977 eine Freundschaftsvereinbarung mit derisraelischen GroßstadtBe’er Scheva, die Kontakte werden auf deutscher Seite durch einen Freundeskreis organisiert.
Sehr diplomatisch wird die Angelegenheit inGenf gelöst: Die Stadt Genf kennt keine expliziten Städtepartnerschaften, sondern erklärt sich mit der ganzen Welt verbunden.[10][11]
1951, zu einem Zeitpunkt zu dem die Idee eines vereinten Europas noch nicht im Zentrum der politischen Debatte stand, gründeten 50 Bürgermeister deutscher und französischer Städte inGenf denRat der Gemeinden Europas, seit 1984Rat der Gemeinden und Regionen Europas, (RGRE).[12] Der Rat hat sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, die Aussöhnung zwischen den Völkern Europas und die kommunale Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg zu fördern. Damit war eine internationale Grundlage zum Aufbau von Städtepartnerschaften in Europa gegeben. Die Deutsche Sektion des RGRE, die 1955 gegründet wurde und deren Präsident bis voraussichtlich Ende 2021 der Oberbürgermeister der StadtKarlsruhe,Frank Mentrup ist, hat ihren Sitz beimDeutschen Städtetag inKöln.[13] Frankreich, Deutschland und Polen haben die meisten Verbindungen in der Europäischen Städtepartnerschaftsbewegung.[14]
1979 wurde der DiktatorSomoza inNicaragua durch einen Volksaufstand vertrieben. Die Solidaritätsbewegung in Europa und USA hat politische Unterstützung geleistet, in den 1980er Jahren wurden verstärkt Städtepartnerschaften initiiert zur Unterstützung der Entwicklung in Nicaragua. Zahlreiche nicaraguanische und deutsche Städte sind durch Städtepartnerschaften und -freundschaften eng miteinander verbunden.[15]
Bereits 1959 kam es zum Kontakt zwischen der DDR-BezirksstadtGera undSaint-Denis (Frankreich);Karl-Marx-Stadt undArras folgten 1967.VertreterWuppertals gingen im Jahr 1980 neue Wege und unterzeichneten einen Partnerschaftsvertrag mitKošice. Damit war Wuppertal die erste westdeutsche Stadt, die partnerschaftliche Beziehungen zu einer Stadt in der damaligenTschechoslowakei aufnahm. Im politisch geteilten Europa wurde das zu einem Modellfall für Städtepartnerschaften zwischen Ost und West. Treibende Kraft war hierbei der damalige Wuppertaler StadtratKlaus Kriesche, geboren in der Tschechoslowakei. Der damalige AußenministerHans-Dietrich Genscher,Mitglied des Deutschen Bundestages für einen Wuppertaler Wahlkreis und politischer Freund von Kriesche, unterstützte auf Bundesebene.[16] Auf Košicer Seite war der mehrfache Oberbürgermeister Košices (1983–1986, 1994–1999) und spätere Staatspräsident der Slowakei (1999–2004)Rudolf Schuster maßgeblich beteiligt. Im Rahmen dieser Städtepartnerschaft fand 1987 eine Veranstaltung statt, die es so noch nicht gegeben hat: Der Freundschaftslauf Wuppertal-Košice über eine Strecke von 1765 Kilometern war eine Grenzen überschreitende Demonstration für den friedlichen Dialog zwischen Ost und West, organisiert von Kommunalpolitikern, engagierten Bürgern wie Alfred Howad und dem Gewinner der olympischen GoldmedailleEmil Zátopek.[17]
Auch die DDR bemühte sich um Kontakte im Westen. Anfang der 1980er Jahre gab das Außenministerium der DDR den Impuls anLeipzig, im Rahmen der Freundschaftsgesellschaft Griechenland-DDR Beziehungen mitThessaloniki aufzunehmen. Am 17. Oktober 1984 wurde in Thessaloniki der Städtepartnerschaftsvertrag unterzeichnet.
Ab Mitte der 1980er Jahre ermöglichte die Lockerung des Eisernen Vorhangs partnerschaftliche Beziehungen zwischen BRD- und DDR-Gemeinden. Das war zu Beginn eine politisch brisante Angelegenheit. Am 25. April 1986 wurde inEisenhüttenstadt und am 19. September desselben Jahres inSaarlouis die erste deutsch-deutsche Städtepartnerschaft besiegelt, was vor allem auf die Vermittlung des damaligen saarländischenMinisterpräsidentenOskar Lafontaine und des im Saarland geborenen Vorsitzenden desStaatsratsErich Honecker zurückzuführen war. Die zweite deutsch-deutsche Städtepartnerschaft wurde am 26. November 1986 inLübben im Spreewald und am 12. Dezember 1986 inNeunkirchen im Saarland vereinbart.
AuchWuppertal schloss früh eine Partnerschaft mit einer DDR-Stadt, nämlichSchwerin. Um einen aktiven Beitrag zu gutnachbarschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Teilen Deutschlands zu leisten, wurden die Verträge nach teilweise zähen Verhandlungen am 9. Februar 1987 in Wuppertal und am 26. Februar 1987 in Schwerin unterzeichnet.[18]
Ähnliches geschah inAachen. Seit 1985 bemühte sich der dortigeStadtrat um eine Städtepartnerschaft mit einer Kommune in der damaligen DDR. Durch die Vermittlung des Aachener KunstsammlersPeter Ludwig, der seine persönliche Bekanntschaft mit Erich Honecker in den Sondierungsprozess einbrachte, wurde eine Verbindung zur Stadt Naumburg hergestellt. Der Austausch war zunächst auf offizielle Begegnungen ohne Beteiligung der Bürger beschränkt. Am 30. Mai 1988 wurde die Partnerschaftsurkunde in Aachen unterzeichnet.
Nach derWiedervereinigung Deutschlands wurden Städtepartnerschaften zwischen Ost- und Westkommunen beziehungsweise Ost- und Westkreisen geschlossen, welche in erster Linie zur Unterstützung der ostdeutschen Kommunen/Kreise bei den Veränderungen in Politik und Wirtschaft dienten. Deutsch-deutsche Städtepartnerschaften haben in dieser Hinsicht unverzichtbare Beiträge für die Begegnung und das Zusammenwachsen der Menschen in allen Teilen Deutschlands geleistet.[1] Zum Beispiel unterstützte die Stadt Aachen die Naumburger sachkundig und finanziell beim Aufbau einer neuen Verwaltung. Aachener Unternehmen und Gruppierungen engagierten sich vielfältig in der Partnerstadt. Unmittelbar nach der Vertragserneuerung im Januar 1990 wurde das Bürgerkomitee Aachen-Naumburg „Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Aachen-Naumburg e. V.“ gegründet.
Seit 2009 existiert einDeutsch-Belgischer Partnerstädtetag, der als Einzelveranstaltung die rund 130 Städtepartnerschaften zwischen den beiden Nachbarländern feiern soll.
Mehrere tausend Städte und Gemeinden in Deutschland pflegen partnerschaftliche Beziehungen mit ebensolchen in Deutschland oder im Ausland. Dabei wurden inzwischen vermehrt auch außereuropäische Städte einbezogen. Die Deutsche Sektion desRates der Gemeinden und Regionen Europas führt eine Online-Datenbank über die bestehenden Partnerschaften, Freundschaften und Kontakte deutscher Kommunen (Städte, Gemeinden und Kreise).[19]
InMannheim wurde 2010 bei einem sogenannten„virtuellen Bürgermeister*innen-Gipfel“ Anforderungen der Städte (ihrer Partnerkommunen) an dieVereinten Nationen verabschiedet. Diese politische Erklärung umfasst Aussagen zur Stärkung der Städtediplomatie und beteiligt sich damit an der UN-Initiative zum weltweiten Gedankenaustausch anlässlich des 75. Jubiläums der Vereinten Nationen.[20]
Partnerschaftsurkunde zur Städtepartnerschaft zwischenGütersloh undFalun
Im Vorfeld der Gründung einer Partnerschaft wird meist geprüft, ob es eventuell bereits private Kontakte von Bürgern, örtlichen Kommunalpolitikern oder aber auch von Schulen zu einerKommune im Ausland gibt, die ggf. intensiviert werden und dann in eine Städtepartnerschaft münden könnten. Sind solche Kontakte nicht vorhanden, werden „partnerschaftswillige“ Kommunen auch von überörtlichen Organisationen vermittelt. Viele Städte, die eine internationale Partnerschaft eingehen wollen, werden auch auf der Website des Rates der Gemeinden und Regionen Europas veröffentlicht. Hier werden etwa auch Musterverträge für Partnerschaften veröffentlicht.
Treffen verschiedene Kriterien zu – von Bedeutung ist dabei auch die Entfernung –, kommt es zu einem Besuch der Verwaltungsspitze, desBürgermeisters oder desGemeinderates und einem entsprechenden Gegenbesuch. Ein positivesEcho führt dann meist zur formellen Aufnahme einer Städtepartnerschaft, die mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde besiegelt wird.
In der Folgezeit werden je nach Engagement der Städte oftmals jährliche Besuche organisiert. Die Initiative hierzu geht entweder von der Stadtverwaltung oder gelegentlich auch von Vereinen aus. Die Besucher sollen in der Regel bei privaten Gastgebern untergebracht werden, was das Zusammenwachsen der Völker fördert. Nehmen Vereine an einem solchen Austausch teil, so werden nicht selten gemeinsame Veranstaltungen, etwa Wettkämpfe (bei Sportvereinen) oder Konzerte (bei Musikvereinen oder Chören) veranstaltet.
Einen bislang einmaligen Weg, ihre Städtepartnerschaften dauerhaft lebendig zu gestalten, geht die StadtOsnabrück: Sie tauscht mit ihren Partnerstädten sogenannteStädtebotschafter aus. Dabei handelt es sich um junge Leute, die ein Jahr lang in der jeweiligen Partnerstadt leben und in deren Verwaltung mitarbeiten. Dort erfüllen sie alle Aufgaben, die im Zusammenhang mit der Städtepartnerschaft anfallen.
Gemeinden, die intensive europäische Partnerschaftskontakte unterhalten, können sich auch um Auszeichnungen desEuroparats bewerben. Bei diesemEuropapreis gibt es folgende Formen von Ehrungen: „Europadiplom“, „Ehrenfahne“, „Europaplakette“ und „Europapreis“. Diese werden stufenweise vergeben, so dass zunächst eine Bewerbung um das Europadiplom erfolgen muss. Wird dieses gewährt, kann sich die Kommune später um die Ehrenfahne etc. bewerben.
Sinn und Zweck von Städte- und Gemeindepartnerschaften ist das freiwillige Zusammenfinden von Menschen über Grenzen hinweg.[21] In der Vergangenheit haben sich daher Städte nach entsprechenden Partnerstädten umgesehen. Dabei spielt die Größe der Stadt oder Gemeinde, ihre Struktur (zum Beispiel ländlich geprägt oder Industriegemeinde) sowie beispielsweise auch das Vereinsleben eine besondere Rolle.
die Hauptstädte von vielen Ländern pflegen Städtepartnerschaften. So sind 15 der 17 StädtepartnerschaftenBerlins und 37 der 40 StädtepartnerschaftenMadrids solche mit anderen Hauptstädten.
DreieckspartnerschaftBochum –Sheffield –Donezk, alle Städte sind von derMontanindustrie geprägt und haben mit vergleichbaren strukturellen und städtebaulichen Problemen zu kämpfen. Weiterhin ist Bochum mit einer vierten Montanstadt verpartnert,Oviedo.
die KrönungsstädteAachen undReims sowie die ehemalige spanische ResidenzstadtToledo
die 20 km auseinanderliegenden StädteHof (Saale) undPlauen, die vor dem Zweiten Weltkrieg eine enge Freundschaft pflegten, aber während desKalten Krieges trotz ihrer geographischen Nähe durch denEisernen Vorhang voneinander getrennt waren
Aarau undReutlingen. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Aarau die Patenschaft für Reutlingen zur Bewältigung der ersten Nachkriegsnot und daraus entstand 1970 eine formelle Partnerschaft.
Affing undŁobez – Mahnmal für hingerichteten polnischen Zwangsarbeiter in Affing-Aulzhausen
Ober-Ramstadt (Hessen) undPragelato (Italien),Waldenser-Flüchtlinge aus Pragelato haben sich in Ortsteilen von Ober-Ramstadt im 17. Jahrhundert angesiedelt
Kommunen verfügen über spezifische Kenntnisse und Fähigkeiten, zum Beispiel zur Daseinsvorsorge für Wasser, Abwasser, Entsorgung, aber auch bei dem Aufbau von Einwohnermelderegistern und in Zusammenhang mit Haushaltsführung. Diese Expertisen werden im Rahmen von Partnerschaftsarbeiten genutzt.
Darüber hinaus gibt es auch Städtepartnerschaften, bei denen entwicklungspolitische Aspekte oder dieLokale Agenda 21 im Vordergrund stehen (sogenannte kommunale Entwicklungspartnerschaften, Nord-Süd-Partnerschaften bzw. Agenda-Partnerschaften und Klimapartnerschaften):
Paris ist seit 1956 mit einer einzigen Stadt,Rom, verschwistert, mit dem Slogan „Seule Paris est digne de Rome; seule Rome est digne de Paris“ (auf Italienisch „Solo Parigi è degna di Roma; solo Roma è degna di Parigi“, und auf Deutsch „Nur Paris ist Roms würdig; nur Rom ist Paris würdig“).[35]
Nördlingen (Bayern) undWagga Wagga (New South Wales) sind 1967 die vermutlich „weiteste“ eingegangen: Vom Ries nach Australien sind es 16177 Kilometer.[36][37]
Kommunale Entwicklungspartnerschaften sind ein wichtiger Bestandteil deutscherEntwicklungspolitik. Kooperationen deutscher Kommunen mit Kommunen desGlobalen Südens tragen dazu bei, nachhaltige Lösungen für globale Herausforderungen wie Klimawandel, Migrationsbewegung und Verstädterung zu finden. Über 650 Kommunen aus Deutschland pflegen Beziehungen zu Städten, Landkreisen und Gemeinden in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa.[38]
Die ersten Partnerschaften zwischen Kommunen in Deutschland und im Globalen Süden entstanden in den 1960er Jahren.[39] Waren die Gründe für eine Partnerschaft in der Vergangenheit oft politisch motiviert oder von der Idee, Hilfe zu leisten, geprägt, steht oft die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung im Mittelpunkt. Im Sinne des Ziels 17 derAgenda 2020 „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ werden unter anderem Projekte umgesetzt, die nachhaltige Lösungen im Sinne der Agenda 2030 derVereinten Nationen bieten.[40]
Bei der Zusammenarbeit mit Kommunen im Globalen Süden werden deutsche Kommunen finanziell und beratend von derServicestelle Kommunen in der Einen Welt vonEngagement Global im Auftrag desBundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt.[41] Das BMZ fördert außerdem Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft. Durch solche Kooperationen werden oft größere Programme, zum Beispiel der Ausbau wirtschaftlicher und sozialer Infrastruktur, oder die Verbesserung der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung umgesetzt.[42] Untersuchungen haben gezeigt, dass Stadtbürgermeister eine aktive Rolle in der städtischen Diplomatie spielen.[43]
Die Formen der Zusammenarbeit mit Kommunen des Globalen Südens sind vielfältig: sie reichen von internationaler Vernetzung im Rahmen von Veranstaltungen über zeitlich begrenzte Projekte bis hin zu langjährigen Städtepartnerschaften. Von der Zusammenarbeit und dem Fachaustausch in Entwicklungspartnerschaften profitieren alle Akteure:
Durch Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch wird interkulturelle Kompetenz gestärkt.
Bürger werden für die Zusammenhänge globaler Themen und lokaler Nachhaltigkeit sensibilisiert.
Zusätzlich lernen die Bürger, zugewanderte Menschen und ihre Herkunft besser zu verstehen. Die Zusammenarbeit unterstützt somit auch die Integration.[44]
Die Stadt mit den meisten Städtepartnerschaften in Deutschland istKöln mit 24 Partnerschaften. Dahinter liegenBerlin (17),Darmstadt (15) undNürnberg (15), die meisten deutschen Großstädte zählen jedoch weniger als zehn Städtepartnerschaften. Als einzige deutsche Großstadt besitztUlm keine offizielle Partnerstadt. Unter Österreichs Städten sind Städtepartnerschaften deutlich häufiger; herausragend sindLinz mit derer 18 undKlagenfurt mit 16;[19] in der Schweiz dagegen ist diese Institution wenig verbreitet. Frankreich und Polen stellen rund fünfzig Prozent der Partnerkommunen deutscher Städte, Gemeinden und Kreise.[14][48]
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Rolf Massin:Der Weg zum Miteinander – Geschichte und Geschichten ausgewählter europäischer Städtepartnerschaften. Anno-Verlag, Ahlen 2014,ISBN 978-3-939256-19-9.
Lucie Filipová:Erfüllte Hoffnung: Städtepartnerschaften als Instrument der deutsch-französischen Aussöhnung, 1950–2000. Aus dem tschechischen OriginalFrancouzi a Němci na cestě ke sblížení übersetzt von Nina Lohmann (=IEG – Institut für Europäische Geschichte:Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Band 237:Abteilung für Universalgeschichte), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015,ISBN 978-3-525-10139-1 (Überarbeitete Dissertation Karls-Universität Prag 2012, 409 Seiten, graphische Darstellungen).[49]
Francouzi a Němci na cestě ke sblížení: partnerství měst a obcí (1950–2000). Academia, Praha, 2013,ISBN 978-80-200-2217-2 (DissertationKarls-Universität Prag 2012, 450 Seiten, Zusammenfassung deutsch und französisch).[50]
Kai U. Jürgens:„Die Spur ist die Mutter des Weges.“ Tallinn und Kiel – Die Geschichte einer Städtepartnerschaft. Ludwig Verlag, Kiel 2006,ISBN 3-937719-44-X.
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