Gansu-Pfeifhase
Gansu-Pfeifhase | ||||||||||||
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![]() Gansu-Pfeifhase (Ochotona cansus) | ||||||||||||
Systematik | ||||||||||||
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Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
Ochotona cansus | ||||||||||||
Lyon, 1907 |
DerGansu-Pfeifhase (Ochotona cansus) ist eine Säugetierart aus der Familie derPfeifhasen (Ochotonidae) innerhalb derHasenartigen (Lagomorpha). Ihr Verbreitungsgebiet befindet sich in derVolksrepublik China vom Norden der ProvinzenXizang undSichuan über das zentrale und östlicheQinghai bis in den Süden vonGansu und in der ProvinzShaanxi.
Merkmale
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Der Gansu-Pfeifhase ist ein vergleichsweise kleiner Pfeifhase mit einer Körperlänge von 11,6 bis 16,5 Zentimetern bei einem Gewicht von 50 bis 100 Gramm.[1] Er hat im Sommer ein dunkel rot- bis teebraunes oder dunkelbraunes bis matt-graubraunes Fell, wobei die Färbungen regional sehr stark variieren können. Von Brustraum bis zum Hinterleib zieht sich ein unscheinbarer, heller Streifen. Die Bauchseite ist hellweiß, teilweise gelblichbraun gefärbt. Im Winter ist die Rückenfärbung einheitlich grau bis rotbraun. Die Ohren erreichen eine Länge von 14 bis 24 Millimeter, die Hinterfüße sind 22 bis 29 Millimeter lang.[1][2]
Der Schädel ist für die geringe Körperlänge vergleichsweise groß, wenn auch kleiner und mit einem engerenJochbogen als der häufig zum Vergleich herangezogeneMoupin-Pfeifhase (Ochotona thibetana). Die Schneidezahn- und Gaumenfenster gehen bei dieser Art ineinander über und bilden ein gemeinsames Fenster. DiePaukenblase ist groß ausgebildet. Im Profil ist der Schädel birnenförmig und breiter als der vonOchotona thomasi.[1]
Verbreitung
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Der Gansu-Pfeifhase lebtendemisch in derVolksrepublik China und kommt dort vom Norden der ProvinzenXizang undSichuan über das zentrale und östlicheQinghai bis in den Süden vonGansu vor. Die UnterartO. c. morosa lebt isoliert in der ProvinzShaanxi.[3]
Die Höhenverbreitung der Tiere liegt normalerweise zwischen 2700 und 3800 Metern.[3]
Lebensweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Der Lebensraum des Gansu-Pfeifhasen besteht aus offenen Flächen mit einer buschigen Vegetation entlang von Hochlandweiden[1] oder im Gras unter Fichten.[2] In den Gebieten, in denen ersympatrisch mit demSchwarzlippigen Pfeifhasen (Ochotona curzoniae) vorkommt, findet man ihn jedoch nicht auf offenen Wiesen.[2][3] Die Tiere meiden aber auch zu dichtes Gebüsch und bevorzugen leicht offene Hügel oder die Grabhügel derBlindmulle.[2] Die Zone ist geprägt vonFingersträuchern (Dasiphora fruticosa) undMähnen-Erbsensträuchern (Caragana jubata), die charakteristisch für die Höhenlagen zwischen 2700 und 3800 Metern sind. Dabei leben die Tiere in einfachen, selbst gegrabenen Bauten von etwa einem Meter Länge, mit wenigen Eingängen. Gelegentlich nutzen sie auch alte leerstehende Bauten desHimalaya-Murmeltiers (Marmota himalayana).[2] Sie sind tagaktiv und ernähren sich generalistisch von Pflanzenteilen.[3][1]
Die Tiere sindmonogam, die Männchen verpaaren sich entsprechend nur mit einem Weibchen. Sie leben als Familiengruppe aus dem Elternpaar und den Jungtieren in einem gemeinsam genutzten Bau.[1] Die Fortpflanzungszeit reicht vom frühen April bis zum späten August.[3] Die Weibchen bringen jährlich drei Würfe mit bis zu jeweils 6 Jungtiere zur Welt,[1] die Tragzeit beträgt etwa 20 Tage.[3] Der weibliche Zyklus innerhalb derPopulation ist nicht synchron.[2] Die weiblichen Nachkommen können bereits im ersten Lebensjahr selbst Junge bekommen.[2]
Die Kommunikation findet vor allem innerhalb der Familie statt, wobei vier unterschiedliche Rufe bekannt sind: lange Pfiffe, die nur die Männchen ausstoßen, kurze Pfiffe als Zeichen für Gefahr und zur Verteidigung der Territorien sowie „Jammern“ und Triller.[1] Die Größe der Territorien ist abhängig von der Jahreszeit.[3]
Systematik
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Der Gansu-Pfeifhase wurde als eigenständigeArt den Pfeifhasen (GattungOchotona) und der UntergattungOchotona zugeordnet.[4] Historisch wurden die BeständeOchotona roylei und später vor allemOchotona thibetana zugeordnet. Mit letzterem kommt die Art in weiten Teilen überlappend (sympatrisch) vor, wobei die beiden Arten jeweils unterschiedlicheökologische Nischen nutzen.[4]
Insgesamt werden vier Unterarten unterschieden, dieNominatformO. c. cansus,O. c. morosa,O. c. sorella undO. c. stevensi.[4][3] Einzelne Autoren ordnenO. c. morosaOchotona thibetana zu, zu dem die Tiere sympatrisch imTsing Ling Shan in der ProvinzShaanxi vorkommen. Nach aktuellen Daten wird zudem angeregt, die zuOchotona dauurica gehörende UnterartO. d. annectens zuOchotona cansus zu stellen.[4]
Gefährdung und Schutz
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Die Art wird von derInternational Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) aufgrund ihres großen Verbreitungsgebietes als nicht gefährdet (least concern) eingestuft.[3] Genaue Daten für die Bestandsgrößen liegen nicht vor, die Art wird jedoch als relativ häufig eingeschätzt. Insbesondere der Status der UnterartO. c. sorella, die seit mehr als 70 Jahren nicht mehr freilebend beobachtet wurde, sowie der isoliert lebenden Bestände der UnterartO. c. morosa ist unklar.[3] Größere Bedrohungen für die Bestände sind nicht bekannt, es wird jedoch angenommen, dass die UnterartO. c. sorella durch den Einsatz vonPestiziden zur Schädlingsbekämpfung stark reduziert wurde.[3]
Belege
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑abcdefghGansu pika. In:Andrew T. Smith, Yan Xie:A Guide to the Mammals of China. Princeton University Press, 2008,ISBN 978-0-691-09984-2, S. 277–278.
- ↑abcdefgJoseph A. Chapman, John E. C. Flux (Hrsg.):Rabbits, Hares and Pikas. Status Survey and Conservation Action Plan. (Memento desOriginals vom 14. Januar 2009 imInternet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/data.iucn.org (PDF; 11,3 MB)International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN), Gland 1990,ISBN 2-8317-0019-1, S. 23–25.
- ↑abcdefghijkOchotonacansus in derRoten Liste gefährdeter Arten derIUCN 2012.2. Eingestellt von:Andrew T. Smith, C. H. Johnston, 2008. Abgerufen am 2. Januar 2012.
- ↑abcdDon E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.):Ochotona cansus (Memento desOriginals vom 5. März 2016 imInternet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vertebrates.si.edu. In:Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference. 3. Auflage.
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Joseph A. Chapman, John E. C. Flux (Hrsg.):Rabbits, Hares and Pikas. Status Survey and Conservation Action Plan. (PDF; 11,3 MB)International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN), Gland 1990,ISBN 2-8317-0019-1, S. 23–25.
- Gansu pika. In:Andrew T. Smith, Yan Xie:A Guide to the Mammals of China. Princeton University Press, 2008,ISBN 978-0-691-09984-2, S. 277–278.
Weblinks
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Ochotonacansus in derRoten Liste gefährdeter Arten derIUCN 2012.2. Eingestellt von:Andrew T. Smith, C. H. Johnston, 2008. Abgerufen am 2. Januar 2012.