DieUniversitätsstadt liegt an der Westküste Schwedens beiderseits des Hauptarmes desFlussesGöta älv, der dort in dasKattegat mündet. Die Stadtteile nördlich des Flusses liegen auf derInselHisingen zwischen Göta älv und seinem rechten Arm Nordre älv, der viertgrößten und bevölkerungsreichsten Insel Schwedens.
Im Vergleich etwa zu Stockholm weist Göteborg eine klimatisch günstigere Lage auf und bietet mit seinem eisfreienSeehafen im Mündungsbereich des Göta älv einen bedeutenden Wirtschaftsvorteil (Schwerindustrie und Fährschifffahrt).
Der Stadt vorgelagert liegt im Kattegat derGöteborger Schärengarten(skärgård) mit kleinen und kleinsten felsigenSchäreninseln, die zum Teil bewohnt sind.
Göteborg ist Hauptort derGemeinde Göteborg von Västra Götalands län, die jedoch nicht das gesamte Stadtgebiet umfasst. Dieses zusammenhängend bebaute Gebiet, derTätort Göteborg, liegt nach Einwohnern zu 80 % auf dem Territorium der Gemeinde Göteborg (457.927 Einwohner auf 145,39 km²). Kleinere Teile des Tätorts umfassen Teile der umliegenden GemeindenMölndal (39,35 km², 60.513 Einwohner, 11 %),Partille (12,26 km², 30.425 Einwohner, 5 %, beide Västra Götalands län) undKungsbacka (18,14 km², 23.934 Einwohner, 4 %, Hallands län).[4] Andererseits gehören Teile der Gemeinde nicht zum Tätort Göteborg, insbesondere die 2015 neu ausgewiesenen TätorteBjörlanda och Torslanda (23.088 Einwohner) auf Hisingen undGunnared och Hammarkullen (45.106 Einwohner) im Nordosten der Stadt, die zuvor zum Tätort Göteborg gehörten (alle Angaben mit Stand 31. Dezember 2015).[1]
Zur historischen Provinz(landskap)Bohuslän gehören die nordwestlichen Stadtteile auf der Insel Hisingen, während die zentralen und östlichen Gebiete inVästergötland liegen. Durch die Zuordnung der zuvor eigenständigen TätorteKungsbacka,Lindome und einiger kleinerer zum Tätort Göteborg 2015[1] dehnt sich dieser nun nicht nur bis in die Provinz Hallands län, sondern auch in dieLandskapHalland aus, womit Göteborg der einzige Ort Schwedens in drei historischen Provinzen ist.
Zur Metropolregion gehören neben der Gemeinde Göteborg und den Gesamtterritorien der genannten Gemeinden Kungsbacka, Mölndal und Partille auch die neun weiteren, umliegenden GemeindenAle,Alingsås,Härryda,Kungälv,Lerum,Lilla Edet,Öckerö,Stenungsund undTjörn, außer der Gemeinde Kungsbacka (Hallands län) alle in der Provinz Västra Götalands län.
Die zehn Stadtteilratsgebiete Göteborgs von 2011 bis 2020
Seit dem 1. Januar 2021 besteht Göteborg aus vier Stadtbezirken (stadsområden), die in 96 Stadtviertel (primärområden, wörtlich „Primärgebiete“) unterteilt sind. Zuvor war die Stadt von 2011 bis 2020 in zehn sogenannte „Stadtteilratsgebiete“ (stadsdelsnämndsområden) gegliedert, die aus dem teilweisen Zusammenschluss der seit 1989 bestehenden 21 Stadtbezirke hervorgegangen waren.
Die vier Stadtbezirke mit ihren zugehörigen Primärgebieten sind:
Über mehrere tausend Jahre hinweg wohnten Menschen an der Stelle des heutigen Göteborg. Schon in der Steinzeit bestand eine Siedlung an der Mündung der Göta älv (heute Stadtteil Sandarna). In Göteborg befinden sich elfPetroglyphen, also in Stein oder Fels geritzte bildliche Darstellungen ausprähistorischer Zeit.
Wegen der häufigenPlünderungen durch Seefahrer flüchteten die Bewohner um 1100 etwa 40 Kilometer weit flussaufwärts. Dort entstandGamla Lödöse (auch Lödöse genannt), Göteborgs älteste Vorgängersiedlung. Ein anderer Vorläufer Göteborgs war dieFestung Älvsborg.
Die Mündung des Göta älv war zu dieser Zeit Schwedens einziger Zugang zurNordsee. DaDänemark – im Mittelalter Vormacht in Skandinavien – den Zugang zurOstsee kontrollierte, hatte der Hafen für Schweden besondere Bedeutung. Im 13. Jahrhundert wurde dieFestung Älvsborg an den Klippen des heutigen StadtteilsKungsladugård gebaut.Lödöse lag als Handelsplatz zu weit flussaufwärts, weshalb man 1473 eine neue Stadt, Neu Lödöse, an der Mündung des FlussesSäveån in den Göta Älv baute. Heute befindet sich dort der StadtteilGamlestaden.
Um die Festung herum bildete sich in Richtung Westen ebenfalls ein Dorf. Die Festung selbst wurde von denDänen 1563 und 1612 erobert. Beide Male mussten die Schweden hohe Ablösesummen bezahlen, um die Festung zurückzubekommen.
Karl IX. legte 1603 eine Stadt auf Hisingen, der viertgrößten Insel Schwedens, imÄstuar des Göta älv an, die jedoch 1612 von Dänemark imKalmarkrieg (1611–1613) abgebrannt wurde. Das heutige Göteborg wurde 1619 durchKönig Gustav II. Adolf gegründet. 1621 bekam Göteborg dasStadtrecht.[5]
Während des 17. Jahrhunderts siedelten sich hier vieleprotestantische Einwanderer aus dem Süden derNiederlande,Deutschland undGroßbritannien an, die für Göteborgs schnelle Entwicklung eine große Rolle spielten.König Gustav II. Adolf beschäftigteNiederländer im Stadtbau, weil sie zu dieser ZeitExperten im Bauen aufMarschboden waren. Sie bekamen dafür unter anderem wirtschaftliche und rechtlichePrivilegien. DerStadtrat von 1641 war mit vier Schweden, dreiDeutschen, zweiSchotten und drei Niederländern besetzt. Der niederländische Einfluss war an den heute größtenteils zugeschüttetenGrachten der sehenswerten Altstadt zu erkennen.
Bis 1658 gehörten das unmittelbar angrenzendeBohuslän im Norden undHalland im Süden zuDänemark-Norwegen. Göteborg wurde dementsprechend starkbefestigt. Schließlich war sie eine der am stärksten befestigten Städte inNordeuropa, mit Steinmauern undBastionen.
Im 18. Jahrhundert war die Wirtschaft der Stadt durch Fischerei und den Hafen geprägt. Schon damals wurden von hier aus größere Mengen Eisen- und Holzwaren ausgeführt.Im Jahre 1731 verlegte dieSchwedische Ostindien-Kompanie, die den Handel mit China und dem Fernen Osten wahrnahm, ihren Sitz nach Göteborg[5] und festigte damit die Bedeutung der Stadt als Warenumschlagplatz. Durch einPrivileg war es das einzige Unternehmen Schwedens, das Handel mitIndien undChina betreiben durfte. Zwischen 1731 und 1806 verkehrten zahlreiche Schiffe nachBombay undGuangzhou, was zum wirtschaftlichenAufschwung der Stadt beitrug.
Während des 18. Jahrhunderts wuchsen auch die Verbindungen zuGroßbritannien. AlsNapoleon gegen Großbritannien mit der wirtschaftlichenBlockademaßnahme derKontinentalsperre vorging, wurde der Handel mit Schweden und in erster Linie mit Göteborg für die Briten bedeutend. Göteborg wurde zum Hauptumschlagplatz für britische Waren imOstseehandel.[5]
In den Jahren 1802 bis 1815 wurde derGöteborger Dom erbaut. 1806 wurden die Festungswerkegeschleift. Erhalten geblieben ist der ehemaligeWallgraben mit seinen Grünanlagen im ehemaligenGlacisbereich, etwa dem Privatpark der Gartenbauvereinigung mit seinemPalmenhaus, dem größten Nordeuropas.
Nach Napoleons Fall (1815) hörte die französischeBlockade auf, und damit begann auch Göteborgs Boom als Handelsstadt abzuflauen. Viele Unternehmen mussten Konkurs anmelden, und derHandel mit Ostindien brach ab. Wirtschaftliche Impulse, nicht zuletzt für die Industrie, brachte aber der Ausbau desTrollhätte-Kanals, der imVänern-See an dem nach dem Ende der Blockadeperiode gebauten, zur Ostsee führendenGöta-Kanal anschließt. Mit dem zunehmendenTransatlantikverkehr wurde Göteborg im 19. Jahrhundert zum größten Ausfuhrhafen Skandinaviens.[5]
Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden in der Stadt mehrere Banken gegründet, die die wirtschaftliche Entwicklung positiv beeinflussten. Daneben entwickelte sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine blühende Werftenindustrie (1841:Götaverken, 1844:Lindholmen, 1850:Eriksberg). Seit 1874 verband eine große eiserneDrehbrücke Göteborg über den Göta älv mit der Insel Hisingen.
Ende 1884 hatte Göteborg 86.223 Einwohner, darunter über 1000 Deutsche. Diese deutsche Kolonie erbaute im Stadtkern dieChristinenkirche, die noch heute als Deutsche Kirche bekannt ist.
Im 20. Jahrhundert entwickelte sich der Hafen Göteborgs zum größten Exporthafen Nordeuropas. Dazu trugen sicherlich auch die neu gegründeten international ausgerichteten Industrieunternehmen der Stadt bei.
Die stärkste wirtschaftliche Kraft kam jedoch durch das UnternehmenGamlestadens Fabrikers AB, einem Betrieb derTextilindustrie, das im Jahr 1900 über 1000Angestellte hatte. Für das industrielle Wachstum Göteborgs war im ersten Jahrzehnt die Entstehung von Firmen wieSKF verantwortlich. Ausgangspunkt für dessen Entwicklung war wiederum Gamlestadens Fabrikers AB, die das Problem hatten, dass durch denlehmhaltigen Boden der Untergrund des Fabrikgebäudes sich senkte und Risse bekam. Dadurch scheuerten dieKugellager in denWebstühlen schief ab. Der junge IngenieurSven Gustaf Wingqvist konstruierte daraufhin dasPendelkugellager als Lösung für dieses Problem. Für diese Herstellung wurde 1906 eine eigene Gesellschaft, die AB Svenska Kullagerfabriken, abgekürztSKF, gegründet, welche sich schnell zu einem großen Unternehmen in der schwedischen Exportindustrie entwickelte. Während der Finanzkrise der 1920er Jahre schwankte die Nachfrage nach Wälzlagern. Um einen neuen Absatzmarkt zu finden, begann SKF 1926 mit der Herstellung von Automobilen unter dem Namen Volvo.
Göteborgs Werften waren bis in die 1970er Jahre ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor der Stadt. Dann kam es jedoch zu schwerwiegenden industriellen Umwälzungen, von denen besonders dieWerften betroffen waren. In der sogenanntenWerftenkrise konnten sich die Werften gegen die internationale Konkurrenz nicht mehr wirtschaftlich behaupten, so dass der Schiffbau in Göteborg aufgegeben wurde. Die großen Werften wurden geschlossen bzw. beschränkten sich auf die Instandhaltung von Schiffen.
Trotz einiger großer Namen wieViktor Rydberg undWilhelm Stenhammar war Göteborg traditionell nicht gerade als kulturelle Großstadt bekannt; ein Sprichwort sagte: „in Göteborg schreibt man keine Gedichte; man schreibt Rechnungen.“
1976 besetzte eine große Anzahl von Umweltaktivisten eine Woche lang den Königsplatz (Kungstorget), um sich gegen den Bau einesParkhauses unter diesem Platz zu wehren. Die Sozialdemokraten gaben schließlich nach, und das unterirdische Parkhaus wurde nicht gebaut.
Bei einem Brandanschlag auf ein Halloween-Fest in einem als Diskothek genutzten Saal kamen am 29. Oktober 1998 im Stadtteil Hisingen 63 Menschen – hauptsächlich Kinder und Jugendliche – ums Leben.[6]
Vom 14. bis zum 16. Juni 2001 fand einEU-Gipfel in Göteborg statt, in dessen RahmenGeorge W. Bush als erster US-amerikanischer Präsident Schweden besuchte. Der Gipfel wurde von gewalttätigen Protesten überschattet.
Das Wappen Göteborgs besteht aus zwei Elementen des großenReichswappens. Es zeigt zum einen denLöwenGötalands als so genannten Reichslöwen mit einem gezogenen Schwert alsgemeine Figur. Zum anderen trägt der Löwe denSchild des Reiches „Svea“ (drei goldene Kronen auf blauem Grund).
Erwähnenswert ist, dass der Löwe gegen die Regeln derHeraldik nach links ausgerichtet ist. Das Wappen in dieser Form besteht seit 1952 und wird mit Beschluss von 2002 von allen Behörden verwendet.[7]
In Blau drei silberne linksschrägeWellenbalken. Einlinksgewendeter goldener rot gezungter undbewehrter doppelschwänziger Löwe mit goldenerKrone schwingt mit der rechten Pranke ein goldenesSchwert und hält mit der anderen einen blauenSchild mit drei (2:1 gestellten) goldenen Kronen.
Göteborg ist heute ein kulturelles Zentrum mit Großstadtatmosphäre, das deutlich zum großteils ländlich geprägten Umland kontrastiert. Im Zentrum befinden sich als Relikt der ursprünglichen Festungsanlage zahlreiche kleine befahrbare Kanäle und alte Bauwerke.
Als Tourist bewegt man sich am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch die Stadt, insbesondere rund um denJärntorget im Westen derInnenstadt.
Göteborg ist für seine lebendige und vielfältige Kaffeehauskultur bekannt. Das alte ViertelHaga bietet zahlreiche Möglichkeiten, diese zu erleben. Ein großbürgerliches Ambiente, das leicht an dieWiener Ringstraßenbauten erinnert, zeigt das Vasa-Viertel.
Im Zentrum befindet sichGustav Adolfs Torg mit einem Denkmal des Stadtgründers und sehenswerten Gebäuden. DasKronhuset wurde zwischen 1643 und 1654 erbaut[5] und ist nach demTorstenson-Palast (1650) das zweitälteste erhaltene Gebäude der Stadt. Die gesamte Innenstadt ist alsReichsinteresse klassifiziert.[10] DieFeskekörka (1874) am Wallgraben ist eine im Stil einer gotischen Kirche errichtete Fischmarkthalle.
Südöstlich des Wallgrabens gibt es die (außer bei Konzerten) frei zugängliche ParkanlageTrädgårdsföreningen u. a. mit einem Palmenhaus und einem Rosarium.
DieMasthuggskirche von 1914 im skandinavischen Stil der Nationalromantik liegt im StadtteilStigberget im StadtbezirkMajorna-Linné und gilt als einer der schönsten Aussichtspunkte der Stadt. Ihren Namen hat sie von dem StadtteilMasthugget.
In unmittelbarer Nähe befinden sich das 1994 eingeweihte Opernhaus (Göteborgsoperan) mit seiner imposanten Fassade und die Museumsschiffe imGöteborgs maritima centrum.
Nobel wirkt die Gegend um dieKungsportsavenyen, an deren Ende derGötaplatsen liegt, das Kulturzentrum der Stadt mit seiner Poseidonstatue (1931), dem bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.[11] Am Platz befinden sich zudem dasKonstmuséet, dasKonserthuset und dasStadsteatern.
DasScandinavium ist eine Multifunktionsarena. Es bietet bis zu 14.000 Menschen Platz.
DerSlottsskogen ist ein Park zwei Kilometer südwestlich des Stadtzentrums. Dort befindet sich ein Tiergehege mit einheimischen Wildtieren, auch einer Elchfamilie. Ebenfalls im Slottsskogen liegt dasNaturhistorische Museum. Daneben besitzt Göteborg ein Stadtmuseum, ein Seefahrtsmuseum, dasEmigranternas Hus und dasRöhsssche Museum (Röhsska museet), Schwedens einziges Spezialmuseum für Design und Kunsthandwerk.
Für das industrielle Wachstum Göteborgs war die Entstehung von Unternehmen wieSKF (1906) mit derWälzlagerherstellung ein wichtiger Schritt. SKF begann 1926 auch mit der Herstellung vonAutomobilen unter dem NamenVolvo, heute der größte Betrieb in Göteborg.
GöteborgsWerften waren bis in die 1970er Jahre ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor der Stadt. In der sogenanntenWerftenkrise konnten sich die Werften gegen die internationale Konkurrenz vor allem aus Südostasien nicht mehr behaupten, so dass der Schiffbau in Göteborg aufgegeben wurde. Die großen Werften wurden geschlossen bzw. beschränkten sich auf die Instandhaltung von Schiffen. Inzwischen hat sich aus dem Anlagenbau und der Systemberatung heraus eine neue Exportlinie mit Verbindungen in viele weltweit wichtige Standorte derPetrochemie entwickelt.
DerHafen Göteborgs ist der größte Exporthafen Nordeuropas und ganzjährig eisfrei. Im Jahr 2016 wurden hier knapp 41 Mio. Tonnen Güter umgeschlagen, darunter 246.000 Fahrzeuge. Der Umschlag vonContainern im größtenContainerhafen Skandinaviens lag 2016 bei 798.000 TEU, 2020 waren es 776.000 TEU und 2021 828.000 TEU.[12] An Gütern zur Energieerzeugung wurden 2016 23,7 Mio. t umgeschlagen[13], 2021 waren es nur noch 19,1 Mio. t. ImRoRo-Verkehr wurden 2016 538.000 Einheiten umgeschlagen; 2017 waren es 593.000, 2018 584.000, 2020 515.000, 2021 556.000. Über die Hälfte dieser rollenden Ladung – oft Forstprodukte (Holz) – entstammt dem Verkehr mit denbelgischen HäfenZeebrugge undGent.[14] Betreiber des Hafens ist der kommunalePort of Gothenburg (Göteborgs Hamm AB), auch gibt es drei private Terminal-Betreiber. 2020 wurden im Hafen Göteborg 234.000 Neuwagen umgeschlagen, das waren 15 % weniger als 2019. Grund für den Rückgang war ein Produktionsstopp beiVolvo Cars im Frühjahr wegen derCOVID-19-Pandemie.[15] 2021 waren es wieder 256.000 Neufahrzeuge.
Vom Hafen Göteborg aus bietet die ortsansässige ReedereiStena Line Fährlinien nach Dänemark (Frederikshavn, mehrere Abfahrten täglich) und nach Deutschland (Kiel, Abfahrten täglich) an. Die Zahl der Passagiere lag 2016 bei 1,708 Mio., neben denFährschiffen gab es 34 Anläufe vonKreuzfahrtschiffen. 2019 gab es 59 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen, 2020 waren es nur elf Anläufe.
VonSaltholmen im Südwesten der Stadt verkehren Fähren zu den vorgelagerten Schären. Die Inseln im südlichen Schärengarten gehören zurGemeinde Göteborg und werden mit Fähren derStyrsöbolaget im Auftrag vonVästtrafik angefahren. Der nördliche Schärengarten ist Teil derGemeinde Öckerö und wird von einer Autofähre desVägverket bedient.
Mit denÄlvsnabben existiert ein innerstädtischer Fährverkehr auf demGöta älv zwischenLilla Bommen und Klippan.
In Göteborg beginnt derTrollhätte-Kanal, der streckenweise den Göta älv nutzt. Zusammen mit demGöta-Kanal bildet er eine 390 km lange Wasserstraße quer durch Schweden bis zur Ostsee. Die teilweise noch aus dem 19. Jahrhundert stammenden KanalschiffeJuno,Diana undWilhelm Tham befahren die Strecke bis nach Stockholm.
Göteborg ist nebenNorrköping und Stockholm die einzige Stadt in Schweden, die ihreStraßenbahn (schwedisch:Göteborgs spårvägar) bei derUmstellung auf Rechtsverkehr 1967 (Dagen H) behalten hat. Heute gibt es in der Stadt insgesamt 13 Straßenbahnlinien. Da große Teile der Innenstadt für denmotorisierten Individualverkehr (außer Anliegern und Lieferanten) gesperrt sind, ist die Straßenbahn auch das bevorzugte Verkehrsmittel der Göteborger.
Seit 2000 wird die Infrastruktur der Stadt im Rahmen des Projekts „Göken“ (Göteborgsöverenskommelsen = Göteborg-Abkommen; wörtlich übersetzt „Kuckuck“) sehr stark umgebaut. Am Hafen entlang wird die Straße in einen Tunnel verlegt, um so einen großen Park zu schaffen. Dies ist das größte Bauvorhaben der Stadt.
Göteborg hat zwei Flughäfen. Östlich der Stadt liegt am Riksväg 40 derLandvetter flygplats, mit vielen nationalen und internationalen Verbindungen. DerFlughafen Göteborg/Säve liegt nördlich der Stadt in Säve, er wurde bis 2015 vor allem vonBilligfluggesellschaften angeflogen, ehe der Betrieb reduziert worden ist.
Die Universität Göteborg ist eine der größten Hochschulen Skandinaviens. Zu ihr gehören unter anderem eine Wirtschaftshochschule (Handelshögskolan) und eine Kunsthochschule namensValand.
Die Technische Hochschule Chalmers ist vor allem das Zentrum der technisch-naturwissenschaftlichen Ausbildung in Göteborg, obwohl es auch an der Universität Göteborg verschiedene technisch orientierte Studienprogramme gibt. Ein gemeinsames Projekt der beiden Universitäten ist die 2001 geschaffeneIT-Universität, die sich auf IT-relevante Ausbildungsbereiche konzentriert.
Die Industrie Göteborgs ist heute durch Schifffahrt,Werften, Automobilfabriken (Volvo), Erdölraffinerien sowie durch die Maschinen-, Stahl-, Eisen- und Textilindustrie gekennzeichnet. Göteborg ist eine der bedeutendstenMessestädte Europas. Die Stadt ist Sitz vieler Banken und Versicherungen.
DieGöteborger Symphoniker haben seit einigen Jahren den offiziellen Titel „Nationalorchester Schwedens“. Unter ihrem langjährigen (1982–2004) ChefdirigentenNeeme Järvi machten die Symphoniker zahlreiche international anerkannte Aufnahmen vor allem von skandinavischer Musik.
Das am südlichen Ufer des Göta älv befindliche GöteborgerOpernhaus wurde 1994 eingeweiht. Es hat eigene Opern-, Ballett- und Musicalensembles.
Die Stadt Göteborg richtet seit 2007 zusammen mit derVästra Götalands län, dem schwedischenLGBT-VerbandRFSL und weiteren LGBT-Organisationen jährlich das schwul-lesbisch-bisexuelle und transgender Kulturfestival "West Pride" aus Film, Theater, Sport, Kunst und Demonstration an den größten öffentlichen Plätzen der Stadt aus. Auch das Kunstmuseum und das Göteborg International Film Festival nehmen mit Beiträgen daran teil. Seit 2017 hisst die Stadt auch die Pride Flag an öffentlichen Plätzen.
Am Fuße des Ramberget steht die vonSaudi-Arabien finanzierte Göteborg-Moschee.[16] Diesalafistische Bellevue-Moschee befindet sich in der Generalsgatan im Göteborger Bezirk Bellevue.
Göteborg ist der Schauplatz der Kriminalromane vonÅke Edwardson (Die Schattenfrau,Der letzte Abend der Saison,Der Himmel auf Erden und andere), in denen Kommissar Erik Winter ermittelt, sowie der Krimis vonHelene Tursten, die die Inspektorin Irene Huss in bisher zehn Romanen ermitteln lässt.
Göteborg bildet auch den Hintergrund von Marianne Fredrikssons RomanSimon, der eine Milieustudie Göteborgs in den Jahren 1930 bis 1950 ist. Er erzählt die Geschichte zweier Familien aus der Sicht der Heranwachsenden vor, während und nach demZweiten Weltkrieg im neutralen Schweden.
In Göteborg ist der mit 18 nationalen Meisterschaften, vier nationalen Pokalsiegen und zweiUEFA-Pokal-Siegen erfolgreichste schwedische Männerfußballverein, derIFK Göteborg, beheimatet, wobei jedoch in den letzten JahrenBK Häcken die Führungsrolle in der Stadt übernommen hat. Auch die FußballvereineGAIS undÖrgryte IS sind in der Stadt populär, jedoch liegen die ganz großen Erfolge beider Vereine etwas länger zurück. Während Örgryte 2023 in der zweiten Liga gegen den Abstieg spielte, gelang GAIS nach zwölf Jahren die Rückkehr in die Allsvenskan, die höchste Liga im schwedischen Fußball.
Das Eishockey-TeamFrölunda HC wurde viermal schwedischer Meister (1965, 2003, 2005, 2016). Der VolleyballvereinGråå BK spielt in der dritten Liga.
Göteborg ist Jahr für Jahr Austragungsort desPartille Cups, des größten Handballturniers der Welt, an dem jährlich etwa 10.000 Nachwuchsspieler aller Altersklassen in 800 Teams aus 40 Nationen teilnehmen. Das größte Ereignis jeden Sommer ist dennoch derGothia Cup, mit zehntausenden Kindern und Jugendlichen als Teilnehmer am internationalen Fußballturnier.
1992 war Göteborg ein Austragungsort derFußball-Europameisterschaft. Unter anderem fand am 26. Juni imUllevi-Stadion das Endspiel statt, in demDänemark die deutsche Mannschaft mit 2:0 (1:0) besiegte.
Mehrmals machte im Ullevi-Stadion das Finale derSpeedway-Einzel-Weltmeisterschaft Station. Von 2008 bis 2013 war Göteborg Ort der Grand-Prix-Serie im Rahmen der Speedway-Einzel-Weltmeisterschaft.
Seit 1975 wird jährlich im Sommer derGothia Cup, ein internationales Fußballturnier für Jugendliche, ausgetragen.
Einmal im Jahr, seit 1980, findet im Mai der HalbmarathonlaufGöteborgsvarvet statt.
Das Finale imSpringreitweltcup wurde erstmals in Göteborg 1979 ausgetragen. Es folgten 1982, 1986, 1988, 1991, 1993, 1995, 1997, 1999, 2001, 2008, 2013, 2016 und 2019. Alle Veranstaltungen wurden imScandinavium abgehalten. 2021 soll das nächste Finale in der schwedischen Stadt ausgetragen werden.
↑Benjamin Klare:Göteborg steigert Umschlag · Hafen legt 2021 bei Frachtaufkommen zu · Rekord für Railport Scandinavia. In:Täglicher Hafenbericht vom 24. Januar 2022, S. 1.
↑Peter Kleinort:Göteborg profitiert vom Auto-Umschlag · Auch Energieträger legen zu · Rückgang bei Containern und Passagieren. In:Täglicher Hafenbericht vom 15. Februar 2017, S. 13.
↑André Germann:Göteborg setzt auf RoRo-Verkehr · Gent und Zeebrügge nehmen Schlüsselrolle ein. In:Täglicher Hafenbericht vom 27. November 2018, S. 14
↑Benjamin Klare:Göteborg steigert Containerumschlag · Hafen verbucht mit 776.000 TEU ein Plus in 2020 · Rückgänge bei RoRo-Verkehren und Neufahrzeugen. In:Täglicher Hafenbericht vom 3. Februar 2021, S. 5.